Kategorie: Steinerne Unterwelten

Schweizer Bergbau und Sonstiges

La Familia 6299

Dies Geheimnis prägte mich und einige Interessierte immer wieder. In naher Gegenwart konnte dieses immense, unterirdische System, im Gewirr der Minas de Gador, nie erkundet werden. Zu tief und zu unwegsam sind die, bis zu 130 Meter tiefen Schächte. Auch die Hauptfahrstrecke, obschon Pepi und ich diese vor 50 Jahren erkundeten, konnte nicht wieder gefunden werden.

Trotz Misserfolgen, entstand bei all den zahlreichen Arealerkundungen ein fundiertes Wissen zum Schwefel-Bergwerk La Familia 6299. Dank des Austausches mit einigen Forschern  ist heute eine umfangreiche Dokumentation verfügbar.

Schwefelbergwerk La Familia 6299

Im Bild, Ofenbatterie La Familia 6299

Ich habe Einiges gebündelt und daraus eine druckfähig gelayoutete Geschichte geschmiedet. Ob ich eine HTML-Fassung bauen werde steht indes in den Sternen. Vermehrt glaube ich an die Zukunft des Buches und an den Zerfall eines zentralistisch kontrollierten Internets.  

Bis dahin jedoch ist diese, Buchform-gelayoutete La Familia 6299-Geschichte im Internet als PDF unter https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2024/06/la_Familia_2024_V2.pdf abrufbar.

Lipburger Doggererzer

Doggererzminen sind immer wieder en Besuch wert auch wenn diese im benachbarten Ländle stehen. Zwar sind drüben, bösartige Behördenvertreter die bei weitem konsequentesten Leser meiner Texte doch diese Tatsache ist mir schlicht scheissegal.

Trotzdem, manchmal muss ich mit Ortsangaben eher geizen auch wenn mal wieder alles offen stand. Meine Seiten sollen letztlich den interessierten, taktvollen Forscher / Forscherin ansprechen.

Nichts desto trotz en paar schöne Bilder muss sein.

Doggererz Lipburg

En Ausflug ins Grüne bei richtig intensivem Schauerwetter passte optimal ins Sonntagsprogramm. Die Trafostation hübsch überwachsen und der Geräteschuppen kündigten bald interessante Unterwelten an. Rechts im Bild der Stolleneinschnitt aus besseren Tagen.

Doggererz Lipburg

Nicht weit von grüner Pracht der Vorbote damaliger Bergbautätigkeit.

Doggererz Lipburg

Dazugehörig das 60er Stollensystem in der verfallenen Hauptrollstrecke.

Doggererz Lipburg

Ansicht hier knapp vor Versturz.

Doggererz Lipburg

Wettertüre in der  Tagesstrecke

Doggererz Lipburg

Der Nordostteil (auf meinem Plan gelb) liegt etwas höher womit hin und wieder steile Abhänge den Blick auf die Rollstrecke offen legen.

Doggererz Lipburg

Abbaustrecke mit Pfeilerbau.

Doggererz Lipburg

Und auch schön anzuschauen die obere, gelbe Grundstrecke.

Grubenplan Doggererzbergwerk Lipburg

Wie üblich en Grubenplan mit meinen Ergänzungen darf nid fehlen. Plan im PDF-Gross gibt’s bei Klick auf den Link.

Seemühle, noch alles da

Es war Samstag und ich hatte Bock mich in meiner, fast schon, zweiten Heimat umzusehen.

Stand damals 2022, so  wurds mir erzählt, solle ein Securitaswächter Runden auf em Bergbauareal (Gemeindebesitz) drehen. So ein Kauz ist mir nie begegnet doch seit Corona weiss ich, alles was mit Kontrolle zu tun hat und irgendwie Chinesisch klingt finden Staatsdiener voll der Porno. Da ich ein Mensch des Friedens bin mied ich ein Konfrontis.

Nun, ich ein halbwegs unkontrollierbares Wesen, es war Samstag und die Sonne lachte also en paar Impressionen zum Spaziergang.

Seemühle Feld 1 und 2

Am Eingang zu Feld 1 strahlt heute ein Feuerverzinktes Stahltor kostspieliger Bauart. Wie zu Corönches Zeit gelernt, Hauptsache verschlossen.

Schön wusste dies Tor erste Neugierde der Dorfjugend wecken.

Die schlechte Nachricht, liebe Dorfjugend, so wird das nichts. Die paar wenigen, geschraubten Komponenten schwächen die Konstruktion nicht merklich.    

Die gute Nachricht, fast nur dünnwandige Hohlprofile verbaut (Lieblingsfutter der Akku-Tigersäge). Das Tor ist auf relativ schwachen Untergrund montiert, da nützen die zahlreichen Schrauben echt wenig. Und wer en Schachbeschädigung meiden möchte, Methodik Foxi sollt funktionieren.

Ich, bald in die 60 zusteuernd, liess ab von weiterer Akrobatik. Die Rossinchen überlasse ich der Dorfjugend.

Stattdessen suchte ich den oberirdischen Weg, für alle dies nid glauben, ganz ohne Hausfriedensbruch.

Seemühle Feld 3

Bald folgte die einladend offene Zufahrt ins ehemalige Militärspital und auch an dieser Position ein wahres Verzinkerei-Kunstwerk an der Abwärtsöffnung zu Feld 2. Wie bekannt dünnwandige Hohlprofile schlechter Montageuntergrund und ein, von unwissender Dorfjugend, zerdeppertes Scharniergewinde.

Seemühle Feld 3

Bildmittig ein sehnlichst auf grobes Gerät wartendes Tor.

Seemühle Feld 3

Im Militärspital ist eine Platte in Ausmass 2 x 10 x 15 Metern runter gedonnert. Ein gefährliches Trümmerfeld sperrt den Weg unter drohender Abbruchkante. Stattdessen liegt ein sauber gepflegter Weg Untertage zwischen Unterstrecke und Oberstrecke oberhalb Warmwasseraufbereitung.

Ich hab beide Routen inspiziert wovon gegenwärtig die Untertägige eindeutig sicherer erscheint.

Seemühle Feld 4

Der Bahnhof im Feld 4 ist auch noch, recht aufgeräumt, in der Hauptstrecke einzig die zunehmend, künstlerisch wenig lohnenswerten Sprayereien nerven.

Seemühle Feld 4

Strecke in Richtung Tagesbruch ist auch noch offen und auch der, oft bespielte, Brückenwagen steht unbeirrt auf dem Geleise.

Anmerkend, im Tagebruch amtet nach wie vor die Geo-Brugg mit der heute noch verwendeten Steinschlag-Netz-Testanlage. Die Geo-Brüggler wünschen seit eh und je eine gewisse Ruhe. Mögliche Besuche sollten eher gemieden werden. Wenn doch der Weg durchs Gelände führt, bitte nicht nerven.

Seemühle Feld 4

Immer schön, Abwurfstrecke Feld 4

Seemühle Feld 4

Wasserfall Tagesöffnungen Feld 4

Seemühle Feld 4

Oberstrecke Feld 4

Verlader Seemühle

Und, darf nid fehlen, Blick auf den Verlader Walensee.

Die Seemühle ist noch heute ein prächtiges Ausflugsziel wenn doch, seit Corona, der Zugang etwas eingeschränkter erscheint. Der Zeitgeist ist von einer autoritären Grundhaltung geprägt und alles was Menschelt stört. Somit wundert’s nicht weiter dass auch im beschaulichen Walenstadt eine Smartphon-verblödete Jugend angezüchtet wird.  Es bleibt meine Hoffnung auf en Züri-Brennt mit sehr viel zivilem Ungehorsam weit über Zürich hinaus. Sollte dies nicht geschehen, sehe ich schwarz bis dunkelschwarz in die drohende Zukunft. Grosse, herunter krachende Felsplatten dürften das geringste Problem sein in einen Umfeld angezüchteter Vollidiotien.

Und der Plan gibt’s hier: https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2020/03/Feld1_2_3_4_V12.pdf

Die Förderanlage

Im Beispiel des Schachtes „Del Carmen“ am „Cortijo de la Granadina / Fondon“.

Förderschacht del Carmen

Eines der wenigen Fördergerüste aus glorreicher Zeit des Bleiglanzes steht in beschaulicher Landschaft ob Fondon. Die Förderkonstruktion erschloss ein 120 m tiefer Schacht mit zwei Abbausohlen. Heute wird berichtet, seie die tiefere Sohle geflutet.

Förderschacht del Carmen

Die zwei Lifte wirken gegenläufig. Während die eine Kabine zuoberst auf Tag ankommt ist die zweite Kabine zuunterst in der Tiefsohle 2. Die Kabinen sind einzeln über zwei Stahlseile im Schacht geführt. Die Kabine rechts im Bild ist auf Tag am Schienenanschluss, die linke Kabine ist zuunterst und die Kippfalltür schliesst die offene Schachthäfte.

Förderschacht del Carmen

In der rechten Schachtrandseite ist ein Fahrten und Leitungsbereich vorgesehen. Leider sind die Fahrten demontiert. Noch vorhanden, hinten rechts die Pressluftleitung und vorne rechts die Pumpenleitung zur Entwässerung der Grubenbauten.

Förderschacht del Carmen

Im Fahrtenstand ist das Fördergerüst, mittels grosser Fensterfront, im Sichtfeld. Ein zusätzlicher akustisches Signal, Glocke, gibt die Befehle für auf und abfahrt. Die linke Drahtseiltrommel ist abgewickelt, die Kabine ist zuunterst. Die mechanisch gekoppelte  Drahtseiltrommel rechts ist aufgewickelt folglich ist diese Kabine zuoberst. An der linken Trommel sitzt eine per Fusspedal bediente Bandbremse.

Förderschacht del Carmen

Im Fahrstand rechts der Stufenschalter zur stufenweisen Regelung des Motordrehmoments. Links im Bild der 3 Phasendrehstrommotor mit zusätzlicher Bandbremse an der Motorenachse. Hinten die zwei  Drahtseiltrommeln.

Förderschacht del Carmen

Ansicht volle Seiltrommel im Vordergrund auf gleicher Achse, mit Getriebe zwischendrin, die zweite Trommel mit Bandbremse.

Förderschacht del Carmen

Ansicht Untersetzungsgetriebe zwischen den beiden Seiltrommeln. Da beide Seiltrommeln aneinander gekoppelt sind wirkt die abwärtsfahrende Kabine als Gegengewicht und unterstützt den Motor beim Heraufziehen der vollen Hunde. 

Förderschacht del Carmen

Auch im Aufzugsmaschinenhaus untergebracht ist der Pressluftkompressor für die Werkzeuge untertage.

Förderschacht del Carmen

Der zweite im Aufzugsmaschinenhaus aufgebaute Kompressor scheint seit langer Zeit ausser Betrieb. Einiges deuten auf ein kontinuierlich verwendetes Ersatzteillager hin.

Andere Förderanlagen „Mnas del Patrocinio“

Nicht weit des klassischen Fördergerüstes steht ein weiteres interessantes Bauwerk damaliger Förder und Hebetechnik.

Förderschacht del Patrocinio

Dies Förderbauwerk aus Backstein, verfügt über einen untertägigen Entladestollen wenige Meter unter Erdoberfäche.

Förderschacht del Patrocinio

Ausgemauerter Entladestollen knapp unter der Erdoberfläche, Ansicht in den Schacht.

Vorteil dieser Bauform ist die niedere Höhe des Aufbaus. Indes ist solch eine Förderanlage nur in Hanglagen sinnvoll um den Entladenstollen, horizontal verlaufend, möglichst kurz zu halten.

Artikel zum Fördergerüst del Carmen auf:

https://suresteindustrial.wordpress.com/2018/08/03/50-anos-despues-vuelve-a-sonar-la-campana-en-el-pozo-del-carmen

Sierra Alhamilla 2024

Klar, auch in diesem Eck, genauer gesagt im Örtchen „Los Baños“ gibt’s neue Erkenntnisse.  Hinzukommend gibt’s wieder en paar schöne Bildchen dies verdienen hier gezeigt zu werden.

Irgendwann mach ich en Update meiner Seite Minas Los Baños Sierra Alhamilla bis dahin etwas Einblicke ins Untertagereich der Anno 1900 stillgelegten Gruben.

Revier „El Descuido 28.470“

Sierra Alhamilla el Descuido

Abwurf Bergwerk mit Blick aufs Örtchen „Los Baños“

Sierra Alhamilla el Descuido

Unterstrecke Bergwerk El Decuido

Sierra Alhamilla el Descuido

Abbau Eisenerze

Sierra Alhamilla el Descuido

Einzige, improvisierte Rollenschnauze

Revier „Casualidad 5.387“

Sierra Alhamilla Casualidad

Vergessene Kreiselmühle

Revier „Primero de Mayo 4.746“

Neuentdeckung „Galeria del 5. Piso“

Sierra Alhamilla Primero de Mayo

gut versteckt zwischen schier unüberwindbare Felsblöcke

und als, neu geöffnet im 2024,

Sierra Alhamilla Primero de Mayo

„Galeria del Camino“

Der Vollständigkeitshalber, der aktualisierte Plan

Sierra Alhamilla Grubenplan

Link zum kompletten Plan Sierra_Alhamilla_plan3_V4.pdf

und

Link zur Seite Minas Los Baños Sierra Alhamilla

Das Geheimnis des Michelin-Männchens

Schon wieder eine Almeriageschichte, diesmal Schauplatz der Geschichte das geheimnisumwitterte Fels-Vulkan-Massiv der Sierra de Gata am Gabo de Gata. Eine Region die voller Legenden, dank unwegsamen Pfaden noch heute viel zu Erkunden in sich birgt.  

Iglesia Gabo de Gata

Ein oft fotografiertes Sujet kündigt die Sagenumworbenen Felsformationen an. Ich tat, wie viele Jahre, wieder einmal meinem Sakralbauten-Fetisch frönen wenn doch mein Hauptinteresse den zahlreich gut versteckten Bergwerken galt.

Gabo de Gata

Die selten besuchten Bergwerke verbergen sich hinter den felsigen Hügeln der Sierra de Gata. Kaum jemand weiss ausführliches über die Abbaustätten zu berichten den weite Teile der ehemaligen Anlagen stehen unter scharfer Bewachung des dortig domizilierten Michelin-Testgeländes. Auch die einschlägige Literatur allen voran „Francisco Hernandez Ortiz“ kennt nur wenige der dortigen Metallurgie-Hotspots. So bleiben reichlich zu erkundende Geheimnisse in den Hügeln, ein Paradies für die Neugierde.

Gabo de Gata Rohstoffe

Die Rohstoff-Karte aus den 1950ern kennt ein blau eingekringeltes Gebiet mit reichen Erzgang-Buntmetallvorkommen. Die Gestrichelten Kreise verdeutlichen stillgelegte Einzel-Minen. Ein Tipp eines Freundes und die Neugierde trieb uns letztlich in dies abenteuerliche, kaum bekannte, Eck.

Gabo de Gata Rollbahnen

In stark bewachsener Naturlandschaft finden wir zahlreiche Rollbahneinschnitte die an einigen Halden vorbeiziehen.

Gabo de Gata Michelin

Hoch auf dem Rollbahntrasse ist, im Hintergrund, die Michelin-Reifentestanlage zu erkennen.   

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Anschliessend an die Rollbahnabschnitte finden sich zerfallene Bergbauinstallationen aus geschätzt den 1920ern. Die abgelichtete Anlage verfügt über ein Flotationsbecken, ein Wasserreservoir, und zwei Betriebsbauten.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Der rückwärtig angelegte Stollen ist leider nach nur einem Meter eingebrochen. Oberhalb im Gelände ist deutlich die Einsturzdoline erkennbar. Bald ist oberhalb der Bauten ein Schacht gefunden welcher jedoch, wie so oft in Almeria, beträchtlich in die Tiefe abfällt.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Meine Abstraktion nennt dies Bergbauwerk die Grube A von insgesamt 3 erkundeten Gruben. Leider indes war der Einstieg in dies Untertagewerk, dem Versturz geschuldet, nicht möglich.

Grube B indes ist noch zugänglich und von beeindruckender Tiefe.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

(Bild Matti bergwerke.ch)

Der steile Fahrschrägschacht  folgt dem Erzgang. Mit Kalk vermörtelte Stufen machen den Abstieg möglich.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Wir beobachten in den spärlichen Horizontalabbauten hauptsächlich Kupfer und Eisen. Der vielgepriesene Bleiglanz zeigte sich indes eher selten was auf gründliche Arbeit der Bergleute hindeuten könnte.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Meine Abstraktion der Grube ist aus meiner Erinnerung heraus gezeichnet. Der einzige gemessene Wert ist die Barometrische Höhendifferenz zwischen Mundloch und tiefste zu erreichende Strecke in der Zahl 82 Meter.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

(Bild Matti bergwerke.ch)

Leider ist bei 82 Metern noch nicht Schluss, es folgt ein zu steiler Anschlussschacht welcher wahrscheinlich als ausgebauter Abwurf diente.  

Die dritte Grube, ich nenn diese Grube C, verfügt über ein schöner sehr gut erhaltener Mundlochaufbau.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Auch diese Grube folgt steil einen Abgebauten Erzgang in die Tiefe.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Wieder gibt’s die etwas unförmigen Kalkvermörtelten Stufen die den Abstieg vereinfachen.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Auch die steilen Richtungsänderungen sind zur Statikstabilisierung Kalkvermörtelt.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Hin und wieder sind an reichen Vorkommen, Horizontalstrecken angelegt.  

Dieses Stollenwerk gabelt sich etwa tiefenmittig in zwei Hauptgesenke wovon wir, aus Zeitgründen, nur eines erkundeten.

Gabo de Gata Mina la Lobrera

Das Hauptgesenk gabelt ab etwa Höhenhälfte in zwei Strecken wovon wir nur die einte Strecke kennen. Am bekannten Stollen schliesst am unteren Drittel ist ein Schacht auf Schachtboden an.

Am nachfolgendem Drittel der Grube kaum noch Abbau zu beobachten.

Über die Gruben ist sehr wenig bekannt. Der Flurname ist nach allen bekannten Karten „La Lobrera“. Ich nen folglich alle 3 Gruben „Minas de la Lobrera“. Auch geläufig ist der Flurname „Navarete“ obschon dies Navarete gemäss Karten deutlich nördlicher liegt.

Zeitlich einordnen tue ich alle Gruben, anhand Spuren, aufs  Jahr 1920 plusminus.

Nova Carthago

Einst galt der südliche Küstenstreifen einer aufstrebenden Modellstadt als eines der Vorzeigeregionen im römisch, globalisierten Handelssystem.

Insbesondere die Bodenschätze weckten von nun an Begehrlichkeiten weit über die Mittelmeere hinaus.

Kupfer / Schwefel / Eisen / Blei

Das Kupfer aus Rodalquilar, der Schwefel auf Gador, das Eisen aus Gergal und das Blei aus Lauchar waren, viele Jahrhunderte lang, die heimlichen Stars des Reichtums.

Es geschah eine Zeitepoche die Kulturen, Wissen und Technologie punktuell harmonisch vereinigte. Eine Region schrieb Industrie und Bergbaugeschichte um letztlich in die Vergessenheit abzurutschen.

Heute sinds die Treibhaus-Monokulturen und die internationalen Filmproduktionen der Streamingdienste die den letzten Profit aus einer, einstig blühenden Gegend, herauspressen.

Also, Almeria 2024, weitere Forschungseinblicke folgen.

Blei bricht und Silber schmilzt, Almeria 2024 Part I

Einblicke in eine grössere Bergwerkanlage in den Höhen der Sierra de Gador Almeria.

Der Grubenkomplex «La Tolva» zählt zu den Bleiglanzreichen Lagern der Berja-Gruppe. Der Betrieb war bis gegen Ende der 1970ern aktiv. Die heute noch erhaltenen Anlagen stammen hauptsächlich aus den 1970ern wenn doch der Moderne Bergbau immer wieder ältere Stollen anschneidet. Gegen Ende der Bergbauepoche waren die Erze in der ein hier beschriebenen Waschanlage Lavaderos del Segundo verarbeitet worden.

Hier etwas Bilder weils so schön war.

La Tolva Lauchar

Das untere Mundloch war mit etwas Höhenmodel-Karten fast schon selbsterklärend.

La Tolva Lauchar

Die oberen Strecken sind mit reichlich Holz ausgebaut. Teils ragen Rollenschnauzen in die Grundstrecke vom oberen Flözgang herkommend.

La Tolva Lauchar

Trinkflasche an der Türstockzimmerung aus Zeiten des Betriebs.

La Tolva Lauchar

Aufgang ins Abbaugebiet.

La Tolva Lauchar

Die mächtigen, ausgeräumten Flözkavernen oberhalb der Grundstrecke.

La Tolva Lauchar

Grundstrecke 1 mit verfallener Zimmerung.

La Tolva Lauchar

Verschiedene Blindschächte, 3 derer zählte ich, führen in weitere Ebenen. Im Bild blick von Unten nach Oben.

La Tolva Lauchar

Am Schachtkopf einer sehr tief hinunterführenden Schachtanlage ruht geduldig ein Grubenhund Marke Eigenbau.  

La Tolva Lauchar

Noch heute finden sich zahlreich glitzernde Bleiglanzbrocken bester Qualität.

La Tolva Lauchar

In der Hauptfahrstrecke finden sich reichlich Sprengstoffkisten und aufgebrochene Sprengmittelsafes.

La Tolva Lauchar

Immer wieder Förderstrecken mit

La Tolva Lauchar

Rollenschnauzen.

Mein, aus dem Gedächtnis, gezeichneter Grubenplan ist keineswegs über aller Zweifel erhaben. Die Stollen schienen mir, bei unserem Besuch unendlich lange und unübersichtlich verworren. Das wenige was ich noch in Erinnerung habe  versuchte ich ins Plänchen zu packen.

La Tolva Lauchar

Das Bergwerk ist Teil der Berja-Gruppe und liegt südlich von Lauchar de Andarax. Die Anlage ist Teil umfangreicher Installationen und Abbaustellen des 20. Jahrhunderts. Die Bleiglanzmocken wurden mittels Lastwagen in die benachbarte Flotationsanlage Lavaderos del Segundo.

Käppeli-Stollen Felsberg

Kleine Geschichte unter der Rubrik das Tor stand offen, es pisste aus allen Kübeln, es war punkt 12 und alle Hündeler sassen in warmer Stube.

Nicht zu vergessen, ich bin richtig Neugierig.

Steinbruch Caneu

In Felsberger Gemeine nahe dem Rhein liegt ein aller Steinbruch. Der Ort ist bekannt unter dem Namen Caneu. Wie alt der Steinbruch ist weiss niemand so genau doch ab 1996 begann die Firma Käppeli mit der Auffahrung eines heute rund 400 Meter langen Stollens.

Es ist eine Weile her, ich machte noch gemeinberüchtigte Wiederholungskurse bei hiesiger Landesverteidigungseinrichtung, und ich beobachtete wie aus der Felswand periodisch grosse Lastwagen hervorkrochen. Zeitweilig war ich geneigt zu glauben die Lastwagen täten sich im Berg ungehindert vermehren da ich selten solch ein Gefährt bei Einfahrung beobachtete.

Es ist nun über 25 Jahre her, und ich wollt Näheres erfahren, etwas Bilder dazu.

Steinbruch Caneu

Tja, das Tor stand quasi offen

Steinbruch Caneu

und die heilige Barbara war mir sehr wohl gesonnen.

Obwohl die Felsberger Bürgerversammlung, im 2021, einer Konzessionsverlängerung, für den Baustoffabbau, um 10 Jahre zustimmte, ist der Untertagebetrieb, meiner Beurteilung nach, aufgegeben.

Steinbruch Caneu

Vereinzelt stehen Baumaschinen, im Bild das Sprengstoff-Emulsionsfahrzeug.

Steinbruch Caneu

Sprengstoffbunker wie Zündersafe standen bei meinem Besuch beide offen und leergeräumt.

Steinbruch Caneu

Die Stollendimensionen sind riesig. 2 bis 3 Lastwagen können locker kreuzen. Wasser ist allgegenwärtig folglich gibt’s immer wieder Wassersammler auf meinem Erkundungstrip.

Steinbruch Caneu

Wo Dieselfahrzeuge herumkurven und Ammoniumnitrat im grossem Masse hochgeht brauchts eine potente  Zuluftanlage. An der Decke klebt der Zuluftschlauch.

Steinbruch Caneu

Und infolge brauchts ein kräftiges Zuluft-Ventilationsaggregat.

Steinbruch Caneu

Die Aussenansicht des Zuluftventilators.

Der Baustoff-Untertagesteinbruch scheint aufgegeben. Entgegen meiner Vermutung war die Untertageanlage doch nicht so weitläufig wie ursprünglich gedacht.

Grubenplan Steinbruch Caneu

Der Untertagebereich umfasst etwa 400 x 300 m in Nordwestausrichtung. Der Hauptfahrstollen und die Parallelen steigen stark gegen Berg an.

Grubenplan Steinbruch Caneu

 Und der Vollständigkeitshalber, Grubenplänchen mit Luftbildansicht.

Andiasttal 2024

Es gibt ein Tobel in der fernen Schweiz welches fast so merkwürdig auftritt wie dessen Besucher. Genannt wird dieser Bacheinschnitt Val Schmuer oder auch Andiasttal, nach benachbartem Ort Andiast. Es solle im Tal der Andiaster die böse Hexe des Goldes regieren. Bös, weil diese Hexe gut dies Gold zu verbergen weiss. Viele Goldfieberinfizierte verloren letzten Penny auf der Suche nach begehrtem Metall und nie solle jemand reich beglückt dem Tobel entflohen sein.

Val Schmuer

Auch mich zieht dieser Ort mit seinen wilden Wässern immer wieder in den Bann. Ich jedoch eher den Spuren jener Gescheiterter wandernd.

Das Gold, Kupfer, Blei und Silber seit je her Gegenstand abenteuerlicher Bergbauprojekte. Im Mittelalter sollen erste ihr Glück versucht haben.

Die erste mir bekannte Unternehmung „Gesellschaft von Tiefencastel“ gräbt anfangs 19. Jahrhundert ob dem Schmuerbach. Ob die von  vom Peter Demenga  1804 gegründete Gesellschaft je was fand ist unbekannt. Peter Demenga  und Freunde waren bekannt für hochtreibende Stammtischversprechen. In einer Zeit in welche Bündner Adelsfamilien zunehmend in die Armut rutschten waren Goldversprechen Motivatoren von hochtreibende Motan-Wirtschafts-Investitionen.

Val Schmuer

Einer der längst verfallenen Stollen, vermutet aus Ära Gesellschaft von Tiefencastel, wird rund 6 Meter unter Boden am abgelichteten Felsband angenommen.

Annähernd an dies Stollenbauwerk steht, über die Jahrhunderte hinweg unbeirrt, eine Trockenmauer die auf eine Auftageabwurfeinrichtung hindeutet.

Val Schmuer

Die Mauer, als Abwurf dienend, liegt mittig zweier verfallener Stollenbauten. Unterhalb der Mauer sind keine Mineralien gefunden worden. Das Bauwerk indes zeugt von reger indes kaum dokumentierter Bergbauaktivität. Es ist gänzlich unbekannt was an den Stollen abgebaut wurde. Ein offenliegendes Quarzband bei den Stollen erinnert an grosse Goldminen von Rodalquilar.

Val Schmuer

40 Meter tiefer, an einer wuchtigen Installationsfläche, liegt eine Mauerstruktur eines Sammeltrichters offen. Auch wieder, kein Mineral welches Hinweise auf den Minenzweck liefern könnte.

Nicht nur die Gesellschafter von Tiefencastel trieben Stollen tief im Berge. Die Liste derer die sich im Val Schmuer versuchten ist lange und abenteuerlich.

Auch ein prominenter Schweizer Bergbau-Pionier, genannter Gustav Weinmann, glaubte an die Reichtümer des Andiast-Tobels.

Val Schmuer

Um die Jahre 1917 sind weitere neue Stollen unter der Leitung von Gustav Weinmann entstanden. Berichtet wird von 4 Stollenbauten, 2 Talostseitig (40m und 85m lang) und 2 Talwestseitig wovon ich nur ein Bauwerk kenne (15m lang)

Val Schmuer

An keinem Stollen sind mir speziell nennenswerte, geschweige den, abbauwerte Vorkommen begegnet, im Bild der kurze Oststollen.

Val Schmuer

Die Weststollen sind nur schwer zu erreichen im steilen Gelände, wovon ich nur einen kenne.

Val Schmuer

Der Plan, folglich etwas aktualisiert, die gelben Punkte, Mundlöcher offen Dynastie Gustav Weinmann und die roten Punkte eingefallene Stollenmünder, vermutet, Gesellschaft von Tiefencastel und andere.

Weiter sind heute, dank der Waldrodung, die wuchtigen Auftag-Installationen sehr gut zu erkennen. Ich hab diese mittels GPS, recht exakt auf der Karte vermerkt.

Relevante Vorgeschichten

Gesellschaft von Tiefencastel

Wo Goldsucher und Bergbauforscher sich gefährlich nahekommen

Rueuner Bergbaugeheimnisse

Nachtrag Istein Klotz

Oder manchmal merk ich das meine Trackaufzeichnung genauer als die offiziellen DE-Karten sind.

Und wenn das Büsi nid mag das ich nach Istein fahre?

Büsi

Erstmals parkierte sich, Samstag in der Früh, Büsi aufs parkiertem Auto entgegen meines Vorhabens nach Istein zu fahren.

Ich habs trotzdem geschafft, und weils so schön war,

Kasematte 6

Blick aus ehemals Kasematte 6 aufs Dorf Istein.

Und das Kartendetail mit, aus allen Grubenplänen zusammengesetzter passender Stollen-Situation die gar berücksichtigt das mein GPS-Ding ungewollt scheissegenau war.

Mit drin die offiziellen Bezeichnungen.

Und die aktuelle Kartenübersicht mit den Verstürzen die irgendwie so offiziell niemand kennen darf,

Anmerkend hierbei, wo Eingang steht ist dieser mit Gewissheit, wie wirs kennen von Freiburger Behörden, verschlossen. Der Eintritt ist somit zwar etwas komplizierter und meinerseits nicht explizit hier genannt obschon, wie die Spuren zeigen, breit bekannt.

Anmerkend zu meiner Verteidigung,

Ich dachte das Auffinden offener Eingänge würde viel mehr abverlangen, ich kenn doch die Freiburger Pappenheinis. Ich war in folge auf eine anspruchsvolle Mundlochsuche eingestellt. Das mir der erste Eingang bereit nach knapp 4 Minuten Wanderung mit Trackaufzeichnung entgegen flattert hätt ich nie erwartet.

Auch andere Besucher schienen relativ schnell, mit em Rücksack voller Spraydosen, das Objekt der Begierde erspürt haben.

Nun denn, wünsch ich viel Spass aktiver Dorfjugend.  

Festung Istein

Ganz und gar nicht mein Kernthema und trotzdem, auch Nazi-Gefechtsbunker können unterirdisch verlaufen. Unweit Basel am Istein Klotz liegt solch eine spektakuläre Anlage die aktuell zweifelsohne regen Besuch erfährt.

Bei herrlichem Sonnenschein machte ich mich ins nahegelegene gelegene Istein, Landkreis Lörrach.

Istein Festung

Der Isteiner Klotz ist seit über 900 Jahre bekannt für seine strategische Position. Die heute noch erhaltene Felsenburg war indes nur bedingt Gegenstand meines Interesses.

Istein Festung

Stattdessen wühlte ich mich durch Trümmerfetzen von zersprengter Gefechtsstellungen.

Istein Festung

Unter dem Isteiner Klotz führt die Bahnlinie Freiburg – Basel durch den Tunnel. Ein bedeutender Fakt da die Bunkerlogistik an verschiedenen Stellen mit dem Bahntunnel anknüpfte. Bildmittig das Südportal des Bahntunnels.

Istein Festung

Da darf die Gegenseite des schmucken Tunnelportals nicht fehlen. Zwischendrin, untertägig sollen einige Stollen, der Ebene Blau, an dieses Bahntunnel münden.

Istein Festung

Mittig der beiden Tunnelportalen, ein offen gelassener Steinbruch und gut versteckt im oberen Felsband der weggesprengte Gefechtsstand der Stollenwerke Rot.

Istein Festung

Ein lustiger Durchschlupf führt ins Hauptsystem Blau.

Istein Festung

Nach etwas Kricharbeit erscheint ein ausbetonierter Stollen. Diverse Graffitis weisen auf eine äusserst Touristische Untertageanlage. Das Gesichtchen welches, mit hellgrünem Pfeil markiert ist, wird mich noch hin und wieder an irgend einer Wand begegnen.  

Istein Festung

Der Aufrechte Gang wird in der Kunstgalerie zunehmend möglich.

Istein Festung

Am Ende der Kunstgalerie liegt eine kleine Kammer, die des Planes willen, eine Verbindung in den Bahntunnel einläuten sollte. Ich erkannte jedoch nichts als geschlossene Wand am Ende der Kammer. Ein kleines Detail übersah mein geistig umnachtetes Auge. Dies Detail wurde mir erst klar dank fleissigen Youtubern, die mir bei häuslicher Nachbetrachtung. An der Wand hinter der Gewehrscharte ragt ein gestanztes Blecht aus einer Betonbruchöffnung. Nach Planabgleich, Tatsache ist, die Verbindung zum Bahntunnel wurde mit archaischem Aufwand zugemauert. In der Betonmauer sind, als Armierung gestanzte Lochbleche mit Materialstärke 4mm Stahl, eingelassen. Sichtbar wird die gelochte Stahlplatte dank des missglückten Versuches den Durchgang aufzuwältigen. Die Vermauerung würd ich mal abtun als das Werk der um 1947 tätigen Französischen Besatzern.

In der kurzen betonierten Stollenstrecke münden 2 Abzweiger, wovon ich einen als verstürzt glaubte, heut bin ich da nimmer so sicher, der andere indes in eine leicht geweitete Felsstrecke führt. Auch an der gemauerten Strecke liegt der Zugang zum ehemaligen Wasserresevoir.

Istein Festung

Die geweitete Felskammer, auch wieder mit üblicher Sprayfarbenkunst verziert, führt weiter zu interessanter Schachtanlage.

Istein Festung

Zwischendrin in der Stecke liegt der rund 15 Meter tiefe Schacht. Da ich als Alleinbefahrerin unterwegs war und den Seilkonstruktionen nicht das minimalste Vertrauen schenkte, liess ich ab von weiterer Befahrung. Wissen aus Pläne tue ich, die Strecke geradeaus führt in eine Maschinenhalle mit zugemauertem Bahnanschluss, wahrscheinlich stand in der Halle die Notstromgruppe.

Die Strecke am Schachtboden, in der Literatur als gelbe Strecke bekannt, führt in Zahlreiche weitere Untertageinstallationen.

Oberhalb an der Schachtdecke, als Pfropfen funktionierend, eine gesprengte Wendeltreppe die eins die rote Strecke verband. Fest steht, von dieser Schachtanlage aus ist die Strecke Rot nicht zu erreichen doch Pläne und co. sind selbstredend. Und wären nicht die gehorsamen aus fremden Ländle würd ich gar verraten  wo und was.  

Istein Festung

Also, selbstredende Plänchen und so.

Blau, gelb und grün sind meines Wissens mehr oder minder Touristisch befahrbar. Grün ist zugemauert mit Fledermausloch aber ohne Fledermäuse. Gegenwärtig glaube ich, Youtubern sei Dank, dass Grün über Blau zu erreichen ist (mein unsicherer Versturz).

Gelb ist über den Schacht erreichbar und Rot benötigt etwas Mut und Kreativität. Soviel sei verraten, der Versturz in Rot liegt bei Fenster 1.

Und die Youtuber, https://www.youtube.com/@DieWestwallJager/videos

Meyerische Stollen

Ein oft gehegtes Mysterium regte an zu zahlreicher Legendenbildung. Viel ist geschrieben, viel ist gezeichnet und einiges erforscht, nun schreib auch ich darüber.

Berichten will ich, nach kurzem Ausflug neulich, von den  Meyerischen Stollen benannt nach der Seidenbanddynastie Meyer. Die Meyerischen Stollen befinden sich neben der Aarauer Altstadt im Laurenzenvorstadt-Quartier und dienten einst zur Wassergewinnung mittels Entwässerung des Moorgebietes Bleiche. Dies Wasser wurde einerseits zur Seidenfärberei genutzt anderseits als Treibkraft eines Wasserrads unterirdisch kanalisiert. Die Meyers, als vermögende Grundbesitzer in Aarau bekannt, betrieben erfolgreich Seidenbandproduktion und Seidenfärberei was grosse Mengen an Wasser benötigte.

Fabrikantenvilla Meyer

Villa Meyer, später Villa Feer und aktuell Römisch Katholische Pfarrei Peter und Paul

Die Familie Meyer ist mir auf manchen Streifzügen, respektive bei anschliessender Recherche, in so manch Bergbaurelikt begegnet. Während Vater Meyer an den Bergwerken in Trachsellauenen beteiligt war, Betrieb Johann Samuel von Gruner, Freund und Mitbewohner des Sohnes Johann Rudolf Meyer, die Bergwerke am benachbarten Hungerberg.

Die Meyers waren folglich durchaus Bergbauerprobt und verfügbare Bergleute lebten quasi in näherer Nachbarschaft. So entstand ab 1797 ein umfangreiches, fast 2 Km langes Stollennetz welches auf fast 15 m tiefe, Feuchtgebiete unterfuhr.  

Aarau 1809

Die erste Fabrik lang am Westrand der Altstadt während das Wohn und Geschäftshaus, im Laurenzenvorstadt-Quartier östlich von Aarau, im klassizistischen Stil  1797 fertiggestellt wurde. Zeitgleich trieben die Bergmänner vom Hungerberg ein verzweigtes Stollennetz zwischen Stadtbach und nahegelegenes Sumpfgebiet Bleiche.

Fabrikantenvilla Meyer

Plan von Rainer Meng mit unterem Kellergeschoss Villa Meyer (rot) und Stollensystem (gelb), Quelle https://meyerschestollen.ch/stollen/

Unter der Villa platzierte Sohn Meyer auf zwei Kellergeschosse die Seidenfärberei mit Schachtanschluss an die Wasserstollen.

Quelle Villa Meyer

Einzige Wasserquellfassung direkt unter der Villa Meyer.

Meyerische Stollen

Wassersammelstollen unter Bleiche. Die schwarze Färbung der Stollendecke gründet aufs Moorwasser. Der Stollen war, nach Bau des Wasserrads, im Stauvorgang, bis Dach befühlt was die schwarze Ablagerung erklärt.

Meyerische Stollen

Zweite Parallelstrecke des Wassersammelstollens unter Bleiche. Auch wieder die schwarze auffällige Verfärbung auf dem grauen Sandstein. An abgesplitterten Deckenpartien wird die ursprüngliche Sandsteinfärbung sichtbar. Dieser Stollenabschnitt ist mit Holzzwischenboden ausgestattet wahrscheinlich die Befahrung zu Revisionszwecken zu vereinfachen.

Meyerische Stollen

Musealer kurzer Stollenabschnitt mit Unterbodenbeleuchtung unter dem heutigen Bahnhofsgebäude.

Villa Meyer und Abfluss-Anlage

Meyerische Stollen

Gewölbekeller Villa Meyer 2.UG Verwendung unbekannt.

Meyerische Stollen

Ausgemauerte Abflussstrecke Teilstück Villa zu Stadtbach. Der Stollen in an zahlreichen Stellen mit Backstein ausgebaut.

Meyerische Stollen

 Grosse Zwischenhalle des Teilstücks Villa zu Stadtbach.

Aarau 1840

In den 1810ern baute Johann Rudolf Meyer eine neue Fabrik nahe der Familienvilla. Die alte Fabrikanlage diente fortan als Mietshaus. Unter die neue Fabrik wurde ein mächtiges Wasserrad eingebaut welches die gestaute Kraft des gesammelten Wassers nutzte. Die maximal 3.5 PS des Wasserrands lieferte die mechanische Kraft für die Seidenbandfabrikation.

Im Zuge dieser Wasserkrafterweiterung entstanden weitere Abfluss und Sammelstollen.

Meyerische Stollen

Mittleres Abflusssystem unter der heutigen Kirche.

Meyerische Stollen

Zisternenstollen unter der heutigen Kirche, mittlere Ebene.

1826 fusionierten die Unternehmungen Gottlieb Meyer und Heinrich Feer zur Gesellschaft Meyer & Feer. Kurz darauf 1829 verstarb Gottlieb Meyer und Heinrich Feer übernahm alleinig die Seidenbandfabrik und die dazugehörige Villa.

Weitere Modernisierungsmassnahmen und Ausbauten wurden realisiert. Die Bahn nutze die inzwischen entwässerten Flächen zum Bau des ersten Bahnhofs.

Aarau 1870

Heinrich Feer ersetzte 1860 das Wasserrad durch eine leitungsfähigere 6 PS Wasserturbine doch der Betrieb war von kurzer Dauer. Die grosse Wirtschaftsdepression setzte der Seidenbanddynastie 1881 ein Ende. Die Unternehmungen Feer zerfielen im Konkurs und die Stollen rutschten ab ins Vergessen.

Meyerische Stollen

Luftbildansicht aus den Jahren 1930 mit ungefährem Stollenverlauf. Die Fabrik ist inzwischen Polizeiposten und die Villa Feer, vormals Villa Meyer, sollte im 1937 an die Römisch Katholische Kirche verkauft werden.

Erst in Neuzeit, als diverse Stollen bedingt durch grössere Bauprojekte offen standen, regte sich ein Interesse für dies Industriedenkmal.

Meyerische Stollen

Aktuelle Ansicht des Areals mit Stollensystem.

Seit 1999 wird die Stollenanlage von der Interessengemeinschaft Meyersche Stollen gepflegt.

Gottschalkenberger Flachland-WE

Über die Stollen am Gottschalkenberg schrieb ich etliche Geschichten, darum, an dieser Stelle vorwiegend Bildlis.

Jene die mal gerne selbst da rauf wollen, die Karte der aktuellen Zugänge, Wurf und Greit.

Bergwerke Gottschalkenberg

Vier Kohlebergwerke sind heute noch Zugänglich das oberste passte indes nid auf meine Karte darum verweisend auf Kohlebergwerk Sparrenweid http://blog.ateliereisen.ch/?p=2913

Von unten nach oben en paar Einblicke durch die drei Stollenwerke,

Hauptgesenk im Wurf

Im Wurf sind, mittels Gesenk, alle 4 Sohlen zugänglich. Im Bild Gesenk zwischen oberster und zweitoberster Grundsohle, Baujahr 1942. Die tieferliegenden Sohlen sind im Ursprung ca. 1840.

Bergwerk im Wurf

Zweite Rollstrecke aus 2. WK, das Mundloch zu dieser Sohle wie auch die nachfolgend tiefer gelegenen Stollenmünder sind verfallen.

Bergwerk im Wurf Gottschalkenberg

Aktueller Grubenplan zu dieser Haue.

Im Wurf II Gottschalkenberg

Nächst oberes Stollenwerk noch mit einem offenen Mundloch unter einer mächtigen Wurzel. Auch dies Bergwerk lässt sich so in etwa aufs 1840 datieren.

Im Wurf II Gottschalkenberg

Innendrinn, wie zu damaliger Zeit noch gang und gäbe, heimelig niedrige Stollendecke.

Über den nächsten Eingang werweissten wir ob dieser einem merklichen Versturz, im letzten Jahrzehnt, erlebte. Mein letzter Besuch im Bergwerk Griet (Baujahr 1839) war im Mai 2011.

Bergwerk Greit Gottschalkenberg

Ein kleiner Bildvergleich, 23. Februar 2024 vs Oktober 2010 zeigt, der Eingang war immer schon kuschelig eng. Der, im 2010 anwesende kleine Jagdhund visualisiert die damaligen Grössenverhältnisse.

Bergwerk Greit Gottschalkenberg

Innendrin, bescheidene Platzverhältnisse, wenig Kohle und mega viel Dreck.

Bergwerk Greit Gottschalkenberg

Und teils von der Decke gepurzelte Felsblöcke.

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