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Archiv der Kategorie 'Steinerne Unterwelten'

Buffalora 2021

am 17. Juli 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ist lange her seit letztem Bergbauartikel, zu dominant war das weltumspannende Pandemiethema. Klar, ich muss mein Ding drehen, und wenn ich mal all den Virologen Glauben schenken solle, so muss ich mein Ding richtig schnell drehen denn, nach deren Prophezeiung sei mir nicht viel Lebenszeit geschenkt. Nun, Propheten gab’s schon einige und Sinnfluten, Weltuntergänge und sonstige Heuschreckenplagen überlebten wir etliche.

Ergo, Zeit für Wissenschaft, andere sollen Dummschwatzen.

Buffalora erfreut sich einer weiteren Vermessungsorgie und wir verkünden den erfolgreichen Abschluss der Datenerhebung Grundsohle 4, auch genannte Grundstrecke Sonch Rafael II.

Und parallel dazu öffnete die fleissige Knappenschaft erneut neue Geheimnisse auf 2481müm.

Buffalora Stollen Sohle 8

Aus dem Boden ragende Kanthölzer waren lange Motivation zu tiefergreifender Untersuchung. So fand sich ein Team zusammen die, mit Schaufeln und Pickeln, in die tiefen Geheimnisse blickten.

Zum Vorschein kam eine Stolleneingangsüberdeckung die, wie wir heute vermuten, im Tagbau erstellt wurde. Dieser Bau sollte Platz ermöglichen für weiteres Abraummaterial der oben liegenden Zugänge ohne Aufgabe des, im Deponiebereich befindlichen Stollenzugangs, dies die Gedankengänge um 1500. Auf Buffalora finden sich einige solch Bauten zumal die Stollenzugänge der Haupterzgänge alle mehr oder minder Vertikal untereinander platziert sind doch bis anhin ist noch nie einer solchen Verbauung bis tief ins Erdreich gefolgt worden. Das Material welches die Holzauskleidung schwerwiegend zerdrückte ist fein und als reiner Aushub zu betrachten. Der Stollen blieb aber, nach 500 Jahren Betriebsschluss, noch heute nicht erreichbar. Trotzdem waren überaus interessante Einblicke möglich.

Buffalora Sohle 8

Erste Auffälligkeit,  bei diesem Bauvorhaben wurden keinerlei Kosten gescheut. Nur best verarbeiteter Kanthölzer und Gerüstbretter sind im Innern verbaut worden. Trotz damalig immensen Sägeaufwand sind die im Schutt gefundenen Hölzer, im Bild recht deponiert, von hohem Verarbeitungsstandart.

Buffalora Sohle 8

Ein Blick ins hocheinsturzgefährdete Stolleninnere, zeigt saubere Schnittkannten und präzise auf Stoss gelegte Dachhölzer. Leider sind die Dachbretter unter der Gewichtslast geknickt und der Stollen nicht weiter zugänglich. Angesichts des feinkörnigen Materials welches auf der geknickten Holzdecke  lastet, musste auf den weiteren Vortrieb  verzichtet werden. Weitere Aufwätigungen sind, in dieser Haldentiefe, nur noch als Schildvortrieb möglich.

Buffalora Sohle 8

Ein Blick auf mein Planupdate zeigt die überdeckte Strecke knapp oberhalb unserer Michael II Strecke (Sohle 2)  aber eben auf Plus 72 Metern zu Michael II. Michael II knickt an dieser Stelle steil Norden um Erzgang 2 rechtwinklig anzufahren.  Folglich kann die neue Entdeckung als Erschliessung des zweiten Erzgangs auf 2481 müm gewertet werden, Annahme in etwa der Höhe Sohle 7 bis 8.

Zurück ins Untertägige

Die Vermessung startete  am 3. September 2019 beginnend bei Sohle 3, zu Sohle 2, zu Sohle 1 hoch zu Sohle 4, auch bekannt als Grundstrecke Sonch Rafael II. Diese Vermessung auf Sohle 4, insbesondere der vertiefte Blick in einige Einzelheiten, schaffte spannende, neue Erkenntnisse zu damaligem Wirken im Eisenbergwerk Buffalora.

Auf einige dieser Erkenntnisse will näher eingehen.

Die Grundstrecke Sonch Rafael II ist gemessen 184 Meter lang ohne erkennbarer Tageseinstieg und ohne erkennbare Stollenbrust. Es ist anzunehmen dass diese Strecke, im  Hochbetrieb um 1500, beträchtlich länger war. Sowohl Anfangsversturz wie Endversturz deuten auf einige unbekannte Stollenmeter hin.

Buffalora Grundstrecke 4

Auf Sohle 4 lohnte die Eisenerzförderung, der Stollen durchfährt den Erzgang in voller Länge. Der ertragreiche Erzgang ist weitläufig ausgeräumt . Über die steile Spalte ist die nächst höhere Sohle erreichbar.

Buffalora Grundstrecke 4

Die Grundstrecke war mit Rollmaterial, Wettertüren und Verladebühnen ausgestattet. Doch der Erzgang keilt, gegen Berginnern, aus. Vereinzelt wird im Firstbau an kleinen Erznestern gearbeitet.

Buffalora Grundstrecke 4

Die Höhe der Firste kann indes nur anhand des herumliegenden Schutts erahnt werden.

Buffalora Grundstrecke 4

Trotz massiver Ausbauten ist gegen Ende der fahrbaren Grundstrecke  von eher kleineren Firstbauten auszugehen. Im Bild der Blick aufwärts in eines der zwei Firstbauten gegen Ende der bekannten Grundstrecke.

Trotz massiver, und damalig in dieser Zone annehmend rentable Ergebnisse, sind immer wieder Suchstollen in unbekannte Zonen getrieben worden. In der brüchigen Erzzone war die Abbautätigkeit effizient und mit vergleichbar geringem Aufwand zu stemmen indessen offenbaren die Parallelsuchstollen harter Kalkstein welcher schweisstreibende Sisyphusarbeit nötig machte.

Bekannt sind zwei solcher, sehr langer Stollen die zur Suche potentieller Parallelerzgänge angelegt wurden. An einer Wand solch eines Suchstollens finden wir eine merkwürdig anmutende zweizeilige Strichliste die weitere Neugierde beflügelte.

Buffalora Grundstrecke 4

Ich gebs zu, es ist schwierig über dies Relikt weiter zu spekulieren. Fakten, oben sind 7 Striche ausmachbar unten zählen wir deren 18. Gemacht ist diese Strichliste, vermutend, mit dem Russ der Flamme einer Frosch-Fett-Lampe. Die Deutung der Striche indes kann durchwegs diskutiert werden, ich war um 1500 nicht mit dabei als jemand dies Zeichen setzte, doch ich mach mir einen Reim aus dem Ganzen.

Die beiden Stollen, der Einte sauber gekehrt als wär dieser gestern dem Chefe gezeigt worden, der andere in einer späteren Periode als Erznebengesteindeponie amtend, zeigen grosses Handwerkskönnen und fundiertes Bergbauwissen.

Wahrscheinlich waren in beiden Untertagebauten ein und das selbe erfahrene Handwerksteam, zwei, maximal 3 Mann, unterwegs. Im Unterschied zu den hart arbeitenden, per Ertrag entlöhnten, Erzhauerfamilien, Männer als Erzhauer, Kinder als Schutter an den Hunden und Frauen als Erzklauberinnen auf den Abraumhalden, waren Suchstollenknappen per Lachter, Aufwand, was auch immer entschädigt.

Die Strichliste könnte, meiner Meinung nach solch eine Abrechnung sein. Leider ist auf zur Plausibilität mir noch kein Pony geschweige den ein kompletter Ponyhof begegnet trotzdem sollte erstmals eine Faktenauflistung meinerseits erfolgen ehe weitere Spekulationen die Fachwelt erschüttern.

Buffalora Grundstrecke 4

Beide Suchstollen sind im Strossenbauverfahren angelegt. Stollen Südwest, ab Punkt 1516 bis 1526, ist bis Brust fahrbar und in Abnahmezustand. Stollen Nordost, Punkt 1510 bis 1514, ist grösstenteils mit Erznebengestein verfüllt. Im Strossenbauverfahren sind zwei Mann im Stollenbau um einige Meter versetzt am Arbeiten. Der erste Mann schrämt kniend ein maximal Meter hohes Stollenprofil. Der zweite Gehilfe bemüht sich um effizienten Schuttabtransport und erweitert das Stollenprofil um eine Strosse tiefer, auf Höhen zwischen 1.40 und 1.70.  Dem zweiten Mann wird die Aufgabe des Aufbaus der Förderinfrastruktur zuteil. Im  Südwest-Stollen, an der Strossenkante, ist das erste Holzschienenpaar verlegt, noch heute stehen, dank des darüberliegenden Schutts, die Fahrhölzer an ursprünglicher Stelle. Nicht weit, in Ausgangsrichtung, liegt noch das zweite Schwellenbrett  bereit. Um einst der zweistrossige Stollenteil mit Rollwerkzeug ausgebaut war ist anzunehmen. Die Holzschienen sind immer wieder an neue Arbeitsorte gewandert. Die westverlaufende Vortriebsstrosse, kurz nach Richtungswechsel, ist im Endansatz als Werkzeugnische verwendet worden. Heute liegen Holzteile, nicht weiter identifizierbar, in der Nische.

Kurzum, in diesen Bauten waren qualifizierte Profis, 1 bis 2 Monate, am Werken. Wie sie abrechneten ist heute ein Rätsel. Die tabellarische Auswertung der Stollenmasse brachte auch nicht die erfolgte Erleuchtung.

Buffalora Grundstrecke 4

Klar ist, so einfach ist dies Rätsel nicht zu entschlüsseln. Das Verhältnis 18 zu 7 ist Faktor 2.57. Dieses Verhältnis taucht in den Längen leider nirgends auf. Auch Georg Bauers Einheiten brachten wenig Übereinstimmung mit der Zahl 7 / 18.

Und doch muss um dies Strichmuster etwas zu verstehen, etwas über den Tellerrand geguckt werden.

Der Abraum der beiden Stollen liegt, mit Anmerkung, Teilweise im nebenliegenden tiefergelegenen Abbau. Wie viel dieser ist, lässt sich nur schätzen. Kurzum, ein Teil des Abbraums liegt wo anders, bedeutet, Mehraufwand.

Es waren Teams, eingespielte, aber auch externe in gemeinsame Arbeit unterwegs. Fahrmaterial, Werkzeuge was auch immer wahren auch so Aufwendungen. Die Strichliste rein auf die Stollenlängen umgewälzt wär vermutlich zu einfach.

Auch nicht von der Hand zu weisen, wir kennen die Sondierstollen nicht abschliessend. 18 und 7 ergibt eine Summe von 25. Nach Lachtern gerechnet sind beide Stollen 26 in der Zahl dies mit Werkzeugnische eingerechnet. Und auch nicht zu unterschätzen, ob ich nun mit meiner Maus von Stollenwand zu Stollenwand husche oder ob ich doch nur einfach eine Schnurr die alle 1.70 Metern mit Knopf ausgestattet ist, Stollenmittig auslege macht bald auch mal 1 bis 2 Lachter Messdifferenz aus.

 Fazit, die Strichliste diente zur Verrechnung der geleisteten Arbeit. Wie diese Verrechnung genau ausschaute, kann abschliessend nicht geklärt werden. Im Unterschied zu S-charls gibt’s aus Buffalora recht wenig Dokumentiertes aus der Betriebszeit.

Meine Sicht als erfahrene Handwerkerin, dies Team setze an diversen Orten auf Buffalora Zeichen. Der Stossenbau nahe unser Einstieg, mit Andreaskreuz versehen, ähnelt beschriebenem Sondierstollen.  

Buffalora, die Geschichte auf Luisa.net

https://www.luisa.net/industriearchaologisches/buffalora/

Verborgene Eisen im Dürsteltal

am 02. Mai 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Lange ist es her als im Dürsteltal Eisen gefördert wurde demzufolge sind die Spuren nur noch spärlich zu erahnen. Nichts desto trotz meine Neugierde ist ungebremst und inspiriert vom Hochofenfund in den Jahren 1995 bis 1997 musste ich den verborgenen Mysterien nachjagen.

Auf meiner Suche nach Bohnerzischen Magien bin ich in der Arbeit von Jürg Tauber und Marianne Senn verhangen. Zu gut passten die Entdeckungen beider Archäologen zu meinen Buffalora-Erfahrungen und auch die Zeitepoche schien, etwas vor Buffalora, konkret 13. Jahrhundert, passend um der Gegend einen Augenschein zu schenken.

Berichtet wird von zwei spektakulären Ausgrabungen die Reste eines Hochofens und eines Rennofens, zu Tage förderten. Ich wollte nun anhand der mir bekannten Ofen-Positionen mögliche Bergbauspuren erkunden. Dazu bediente ich mich, bei meiner ersten Schreibtischsuche, dem Baslerländischem 3D Höhenmodel in metriger Auflösung, was schnell erste markante Geländeunregelmässigkeiten offen legte.

Eisenwerke Dürsteltal

Alle Spuren zeugten von grösseren Erdbewegungen die womöglich auf Bergbau zurückzuführen sind.

Da nun eine erste Kartensichtung äusserst eindeutig erschien könnte der angenehm, entspannte Feldforschungsteil beginnen.

Eisenwerke Dürsteltal

Die Industrielandschaft aus den Jahren um 1200 bis 1400 zeigt sich heute im satten Kuhweidengrün. Nur Weniges erinnert an ein, für damalige Verhältnisse,  grossen Bergwerksbetrieb. Auffällig sind die stark überwucherten Tagbau-Stellen in unmittelbarer Rennofennähe.

Eisenwerke Dürsteltal

Das Gelände ist steil und der Hang eher instabil was deutliche Bergbauspuren schnell überdeckte trotzdem sind in Ofennähe minimum 3 Tagebau-Orte ausmachbar. Eine dieser Stellen verfügt über eine dreiteilige Halde die a) potentielle kleinere Stollenbauten erahnen lässt b) auf immer widerkehrende Verarbeitung des Haldenmaterials hindeutet.

Am westlichen Ende des Bergbaureviers liegt ein mächtiger Spalt offen welcher auch ein mögliches Indiz für die damalige Bergbautätigkeit sein könnte. Bedauerlicherweise sind die Bergbauspuren durch Strassenbau und Holzwirtschaft stark verfremdet so das tiefere Rückschlüsse nur schwierig zu treffen sind.

Eisenwerke Dürsteltal

Der Abbauspalt erinnert an Schwarzwälder Fluoritgangaufschlüsse nur sind in hiesiger Stelle die harten Jurakalkplatten waagerecht, leicht gegen Berginnern fallend,  ausgerichtet. Wenn Erz hier zu Tage trat so, aus meinem bescheidenen Wissen heraus behautet, in Form von Bohnerz-Nestern.

Der Schlitz erreicht fast den Erzbergkamm und ist in unterschiedlicher Ausprägung. An meiner Kameraposition  wirft der Abbau eine mächtige Halde die unterhalb für den Feldwegbau in späten Jahren abgetragen wurde. Unterhalb des Feldweges sind Mauerfragmente erkennbar die möglicherweise abstützende  Funktion inne hatten.

Eisenwerke Dürsteltal

Karte als PDF, Karte anklicken.

Es sind, aus meiner scheuen Beobachtung resultierend, mögliche 7 Abbaustellen erkennbar. Meinst sind diese reine Tagebaustellen, ein, zwei Stellen jedoch deuten auf leichten Untertagebau hin. In Unmittelbarer Bachnähe stand der, mittels Wasserkraft angeblasene, Hochofen. Das benötigte Wasser zum Betrieb der Blasbalge, solle, so wollens die Archäologen wissen,  etwas östlich gelegen, in einer Bachstauung, gesammelt worden sein. Der näher an den Bergwerken gelegene Ofen I war sowohl als Rennofen wie auch als Hochofen im Einsatz. Schlackenfunde bestätigen beiderlei Anwendungen. Fest steht, der obere Ofen I besass keine Wasserkraftunterstützte Anblasung, folglich erreichten die Schmiede nicht immer die notwendige Schmelztemperatur womit das Eisen nur verklumpte nach dem Rennofenverfahren. 

Das Kloster Schönthal solle bei der Eisenproduktion eine entscheidende Rolle gespeilt haben. Es lohnt somit ein Blick in die nähere Nachbarschaft.

Der Blick in die Baaderkarte, stand 1842, offenbart tatsächlich ein Erzberg an besagter Abbaustelle. Dieser Flurname wuchs in Neuzeit zu Erzenberg an.

Eisenwerke Dürsteltal

Das Kloster war bereits in Jahren der Baaderkarte längst zur Sommerresidenz einer Bankierfamilie ungenutzt.

1146 bestätigt eine Urkunde den Froburger Grafen Adalbero als Stifter des Klosters. Trotz  zahlreicher Unterbrüche überdauerte der Klosterbetrieb bis in Jahr 1525.

Kloster Schönthal

Heute wird das ehemalige Kloster als Kunst- und Kulturbetrieb genutzt.

Ob der Eisenbergbau je rentierte ist zu bezweifeln.  Zu aufwendig erscheinen die Investitionen zu solch Vorhaben anderseits war Eisen im 1200 ein teurer Rohstoff.

Kloster Schönthal

Somit lässt sichs spekulieren ob die Spanner-Eisen aus Zeiten des Bergwerksbetriebs stammen oder aus späterer Umnutzung.  Fest steht die, im 1187 geweihte romanische Kloster-Kirche erfreute sich etlicher Umnutzungen.

Links

Hochofenfunde  https://www.archaeologie.bl.ch/entdecken/fundstelle/139/

Kloster Schönthal https://www.schoenthal.ch/

Eisen im 14. Jahrhundert, meine Buffalorageschichte https://www.luisa.net/industriearchaologisches/buffalora/

Aargauer Sehenswürdigkeiten Part II

am 17. April 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne der Zeitgeist ist alles andere als entspannend umso eher Motivation zu ausgedehnten Erkundungstouren. Entgegen meines tief sitzenden Vorurteils gegenüber dem Aargauer Landkanton finden sich einige interessanter Bergbauleckerbissen mit weiterem Forschungspotential.

Ich selbst hab mich dieser Apriltage  vorwiegend des Geldverdienes hingegeben und da in Zeiten des ausufernden Scharlatanismus sich niemand für Geschichtsforschung interessiert, ist dieser Betrag doch eher Bilderlastig statt Wissenslastig.

Wer Stollen sucht der findet Stollen und da der Aargau eine nicht unbedeutende aber länger zurückliegende, Bergbautradition sein eigen nennt gibt’s, Gipsbergbau, Bohnerz verschiedene Wasserstollen und aktuell Zementindustrie.

In diesem Sinne, meinerseits eine kleine Bilderreise ohne viel wissenschaftliches Blabla. Blabla überlass ich momentan en den Berner Kuppeltänzern.

Der Birmostollen

Birmo-Stollen

Dies Unterwerk von ehemals beträchtlicher Länge war in letzter Betriebsepoche als Mineralwasserstollen tätig.

Birmo-Stollen

Die gelben  Quadrate markieren die Schachtpositionen gemäss Siegfriedkarte. Die Orange Linie stellt den Stollen dar.

Ursprünglich unterfuhr der, rund 800 Meter lange, Birmo-Stollen ein ausgedehntes Gipsbergwerk. Beim Gipsabbau in den teils bis 70 Meter tiefen Schächten,  erkannten die Bergleute den aussergewöhnlich bitteren Wassergeschmack was findige Vermarkter auf den Plan brachte das Grubenwasser als Mineralwasser zu vermarkten.

Birmo-Stollen

Historisches Foto, Grubenarbeiter am Schacht um 1918 (Quelle: Geschichte der Gemeinde Birmensdorf / Max Rudolf)

Birmo-Stollen

Der Birmostollen ist heute in einer Länge von 130 Metern befahrbar und druchgehend mit Schienen ausgestattet. Ab 130 Metern, am Ende einer Betonauskleidung, ist Lehm in den Stollen eingeschwemmt welcher bis Dach hin schliesst.  

Wasserstollen Scherz

Kein Scherz aber ein durchwegs schmuckes Stollenwerk.

Wasserstollen Scherz

Im Waldboden, nahe Bachlauf lädt ein kleines Törchen zum Besuche was feuchtliebende Tiere sich nicht zweimal flüstern lassen.  Im Innern tummeln sich Frosch und Feuersalamander in harmonischer Gemeinschaftlichkeit.

Wasserstollen Scherz

Das Bauwerk ist in feinster Schrämkunst durch den Sandstein getrieben, selten höher als 1.50, was ein eher altes Untertagewerk erahnen lässt. Wasser war des Stollens letzte Funktion doch Ortschroniken berichten über ursprünglichen Bohnerzabbau in der nahen Umgebung.

So wird auch dieser Stollen ursprünglich Erzer gefördert haben.

Wasserstollen Scherz

Beobachten konnten wir nur minime Vererzungen wobei der Stollenbau nach rund 70 Metern eindeutig verbrochen ist.

Wasserstollen Scherz

Nach geologischem Atlas finden sich einige Dolinen in der näheren Umgebung die auf Erzbergbau schliessen lassen. Ich hab diese als Glück-Auf-Symbol in der Karte markiert. Gemäss Chroniken, war um ca 1700 reger Bergbau auf Eisenerze aktiv. Diese Erze wurden, so wird berichtet, in Albbruck zu Eisen geschmolzen. Der besuchte Wasserstollen könnte solch ein Relikt sein welches in junger Zeit, die Betonwand am Eingang ist eindeutig neuer, zur Wasserquelle umfunktioniert wurde. Heute ist das Bauwerk weder reich mit Erze bestückt noch vom üppigem Wasser durchflutet.

Jura Zement Förderstollen

Ausnahmsweise zeitgenössischer Auftagebergbau, genannt die Zementwerke in Wildegg rezeptive  deren Förderstollen welcher die Grube Jakobsberg erschliesst.

Eine kleine Fotoserie unter Überschrift, „die Türe stand wieder mal offen“.

Förderstollen Jura Zement

Moderne Untertageförderstrecken sind fast ausschliesslich mit Förderbänder ausgestattet.

Förderstollen Jura Zement

Die alte, längst vergessene, untertägig verbundene, Wägeli-Strecke gibt’s immer noch. Heute jedoch amtend als überdimensionierte Grümpelkammer.

Förderstollen Jura Zement

Wägelistrecke-Gegenende nicht minder interessant, leider heute amtend als Schlammsammler. Ergo verzichteten wir auf weiteres Schlammgewate.

Und allerletz ein schönes Graffiti Thema „Aargauer Sehenswürdigkeiten“ an der Fassade des ehemaligen Förderhauses Grube Jakobsberg.

Förderstollen Jura Zement

Und, der Aargau hat noch viel mehr zu bieten, ergo eine durchaus Fortsetzungswürdige Geschichte.

Elgger Kohlebergwerke noch Eine

am 03. April 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine Uraltgeschichte pack ich wieder aus. Wir nennen sie die Kohlegruben von Elgg und sie sind sehr, sehr alt, so alt das niemand so richtig weiss wie alt.

Die Kohlebergwerke belieferten die Glashütte von Elgg, soviel ist klar, um die Zeitepoche ca 1720 bis 1840. Aber auch die benachbarte Ziegelhütte dürfte sich ab manch Kohlestücklein gefreut haben. Die Kohle, soviel steht fest, ist selten mächtiger als 10cm trotzdem scheint diese verhältnismässig guter Qualität zu sein. Kohle ist immer noch vorhanden doch deren Abbau ist seit einiger Zeit nimmer rentabel.

Zu den Unterwelten gibt’s einige Mysterien die sich bis heute hartnäckig halten. Eines der Ursachen, verbunden mit doch gesetztem Anlagenalter, liegt an den zahlreichen Abzeichnern, mich mit eingeschlossen.

Kohlegruben Elgg

Der erste namhafte Plan stammt von Bend Fried Giesberg und ist beglaubigt im Jahre 1837. Darauf zu erkennen die 3 wesentlichen Bergwerke der Region. Sichtbar eindeutig die mächtige Ausdehnung der Stollenfelder.

Knapp ein Jahrhundert später berichtet Geologe Emil Letsch über die Elgger Bergwerke.

Kohlegruben Elgg Emil Letsch

Seiner Zeichnung zu Grunde liegend steht die Wildkarte.  Die Stollenverläufe sind fast identisch dem Urplan. Im 1. Weltkrieg wurde das östliche Bergwerk Birmenstall wieder geöffnet. Hierzu war der Erbstollen, welcher noch heute zugänglich ist,  leer geräumt. Zu einem Abbau indes kams nimmer, zu bescheiden waren die vorgefundenen Kohlelager.

Kohlegruben Elgg

Erbstollen Birmenstall

Im Jahre 1966 vermass ein Team der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung das Birmenstaller Bergwerk mit doch drastischen Differenzen zum Urplan aber leider auch nicht vollständig.

Doch trotz aller Dokumentation blieb das Kleine zwischendurch lange nur der ansässigen Dorfbevölkerung bekannt, bis sich dessen ein Jugendforscht-Team annahm. Die Rede ist vom unscheinbaren Mundlochüberbleibsel neben den Wasserreservoir welches zwar immer wieder rege Besucher und Besucherrinnen anlockt jedoch nicht so richtig in eine Bergwerksgeschichte hineinpasst.

Kohlegruben Elgg

Karte als PDF auf Karte klicken.

Im Detail kennen wir das Bergwerk Birmenstall, aktiv in den Jahren 1782 – 1838, betrieben von Klaiss & Ziegler und aufgewältigt um 1914. Und das Bergwerk Im Fürst unter Führung  Schulthess & Cie 1811 – 1827. Dies Bergwerk gilt seit dem Bau des Wasserreservoirs als verschüttet und auch das zweite, westlich gelegene Bergwerk im Besitze der Schulthess & Cie gilt als verschollen.

Indessen liegt zwischen Im Fürst und Birmenstall ein Bergwerklein das sich keinem Konzessionsnehmer zuschreiben lässt und doch beträchtliche 400 Stollenmeter aufweist.

Dies Bergwerk war im Jahre 1971 Thema einer Jugend-Forscht-Arbeit. Die beiden Abenteurer Jörg Steiner und Werner Walz erstellten den ersten bekannten Plan zum System. Doch irgendwie erschienen mir auch in dieser Vermessung Unstimmigkeiten. Insbesondere beim, mir bestens bekannte Teil vor der grossen Wasserschlacht, machte der Hauptstreckenkurs  nur bedingt Sinn. Das hin und her gerätsel um den stimmigen Nordpfeil aller herumgeisternder Pläne irritierte zusehends. Die Frage aller Fragen, sind alle Bergwerke unterirdisch miteinander  ist noch lange nicht eindeutig geklärt und um weitere verbindliche Aussagen treffen zu können sind exakte Kursangaben von Nöten.

Also eine neue Vermessung des Warmduscherteils musste her. Mit dieser könnten die verschiedenen Bergwerke ins richtige Geografische Licht gerückt werden wobei die Gruben im Westen  immer noch auf Basis des Plans 1837 verweilen.

Kurzum, kleines Team, Andreas und ich, nahmen uns dieser Aufgabe an.

Luisa in der Nordstrecke

Luisa in der Nordstrecke (Bild Andreas Schatzmann)

Ziemlich genau 40 Jahre später, und 9 Jahre nach meiner ersten Befahrung, wagten wir eine neue Vermessung des vorderen Teils. Nach wie steht das Bergwerk kaum verändert im Fels. Noch immer liegen allerlei Teelichter der Dorfjugend herum und noch immer können faszinierende Bergbauspuren beobachtet werden.

Kohlegruben Elgg

Im Bild die Hauptstrecke in Richtung aktuell offenes Mundloch.

Kohlegruben Elgg

Und, da ichs immer wieder zu vergessen scheine, die Stollenbrust des Nord-Seitenabzweigers mit kleiner nicht tief führender Vortriebsöffnung.

Aus dieser kurzen aber effizienten Vermessung ist ein Plan entstanden auf welchem ich versuchte das bekannte Jugendforscht-Planwerk zu integrieren.

Kohlegruben Elgg

Plan als PDF auf Plan klicken.

Die Technik entwickelte sich in den letzen 40 Jahren rasant. Während Jörg Steiner und Werner Walz sich auf den Handkompass zu verlassen hatten und alle Daten minutiös auf Papier niederschreiben mussten konnten wir bequem mit Disto und Topodroid die Daten aufs feine Tablett speichern. Die Kursdifferenz unserer Vermessung ist beträchtlich, rund 30 Grad, zum Originalplan wobei die Hauptstrecke komischerweise als einzige solch eine Riesendifferenz aufwies.  Alles andere liess sich einigermassen zusammenfügen und so erschien der abgesoffene Stollenweiterverlauf von Jörg Steiner und Werner Walz durchaus Plausibel zusammenzupassen.

Die Geografische Nähe zum Birmenstallbergwerk beträgt, heutiger Wissenstand, 120 Meter. Zum Bergwerk Im Fürst, Schulthess & Cie, fehlen 12.8 Meter wobei der Grubenplan dieses Bergwerks über keinerlei fundierte Grundlage fusst.  Viel entstammt die Handzeichnung aus Jahren vor 1837 ohne Kenntnis des Bergwerks.  

So bleibt noch reichlich Substanz um weiter zu forschen.

Vorbeiträge Elgg

Kohlebergwerk im Fürst

Verborgene Kohlen in Elgg, Part II

Verborgene Kohle in Elgg

Die Elgger Kohlebergwerke

Aargauer Sehenswürdigkeiten

am 28. März 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Oder das Geheimnis um die Namensgebung „Stolle-bar“ in Hausen.

Es nennt sich irgendwo an einer untertägig, historisch nicht ganz irrelevanter Stelle eine kleine unscheinbare Bar „Stolle-Bar“.  In aller Munde ist dieses, zwangsgeschlossene Beizchen in unserem Kreise.

In Hausen, knapp Ortsende, Kanton Aargau, steht diese Dorfbeiz und wartet geduldig auf einen gnädig gestimmten Glatzkopfkönig. Gut liegt unser Interesse, in dieser Sache, eher beim Stollen als bei kühlem Bier wobei Zweiterem ich keineswegs abgeneigt bin.

Hausen hat archäologisch durchaus einiges zu bieten so quert eines der, mehr oder minder erhaltenen, römischen Aquädukte den Ort um in Windisch, Römisch „Vindonissa“, zu enden.

Römische Wasserleitung

Auf der Michaeliskarte ist dies Miniaquädukt noch als Wasserlieferant fürs Kloster Königsfelden aufgeführt.

Doch ehe ich mich hier auf Nebenschauplätzen verirre,  zurück zur Stollebar und deren Namensgebung.  Nicht unweit der Stollebar liegt der Stollenweg und dieser Weg dürfte Namensgeber sein.

Der Stollen welcher gemeint ist, und den besagten Weg unterfährt,  stammt aus den 1930er und wurde zur Erschliessung der Tagbau-Mergelgruben auf den Eiteberg gebaut und wo Stollen steht ist auch meist Stollen drin.

Mergelgruben Eiteberg

Die Mergelbrüche liegen fast zuoberst am Eiteberg und dienten als Rohstofflieferant für die Portlandzementwerke Hausen. Um den Mergel in die Fabrik zu transportieren wurde ein 800 Meter langer Stollen bis unter die Tagbaugruben getrieben. In der Schweizerischen Bauzeitung von Juli 1930 wird ausführlich über dies Werk berichtet siehe https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=sbz-002:1930:95::394 .

Nach endlichen Jahren des Stillstandes wars unsere Berufung Spuren dieses Bauwerkes aufzuspüren und allfällig eine gefährliche Nase voll zu schnuppern.

So richtig fündig wurden wir erst bei zweitem Anlauf, dafür umso nachhaltiger. Wie so bekannt bittet der Aargau einige Industriearchäologische Leckerbissen. Erst die publizierte Referenz der Lombardigruppe brachte die nötigen Erkenntnisse um den Stollen genau aufzuspüren. Insbesondere der Vermerk einer Grundbuchamtlichen Aufnahme brauchte eindeutige  Resultate übers GIS-Aargau.

Das Stollenmundloch, heute zugemauert, liegt gut verborgen, unter einer, mit Autos vollgestellten Betonplatte.

Eitebergstollen

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Erst die Verknüpfung mit zugänglichen Grundbuchdaten macht den Eingang ersichtlich.

Eitebergstollen

Hinter der Betonplatte, im stetigen Kampfe, mit ausgedehntem Brombeergestreuch, findet sich die vermisste Anlage aus alter Tage.

Eitebergstollen

Das Mundloch ist, wie bereits erwähnt, sauber zugemauert. Der Stollen indes wir noch heute mittels 200er Rohr entwässert. Der Kontrollschacht liegt knapp 2 Meter vor der Vermauerung. Rechts liegend steht noch das alte Betriebsgebäude mit kleinem Waschraum und Pausenzimmer.

Eitebergstollen

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Der Eitebergstollen verfügte in seiner letzten Ausbauphase über 3 bis zu 90 Meter hohe Abwurfschächte welche die 3 Tagbau-Gruben erschlossen. Von den Schächten sind heute nur noch minim Spuren auszumachen. Diese sind verfüllt und im Waldbodenzugewachsen. Einzig an der obersten Grube nahe des Gipfels kann eine Stelle erahnt werden.

Eitebergstollen

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Die Ansicht um die 1970er macht die grossen Abwurftrichter zu den 3 Taggruben sichtbar.

Weitere Bergbausymbole kennzeichnen im Nordosten die alten Mergelgruben um plusminus 1830 und im Nordwesten ein alter Steinbruch kaum datierbar.

Nun wiesen wir, die Stolle-Bar hat kein Anschluss an den Zementwerkstollen.  Die Lombardimänner erreichten ihr Stollenwerk über einen 15 Meter tiefen Schacht an der Münzentalstrasse, auf meinen Plänchen als gelbes Quadrat gekennzeichnet. Die Stolle-Bar und das Restaurant Stollen bezogen den Namen vom Stollenweg welcher weit nach den 1970ern entstand.

Silberlöcher von Röschenz

am 06. Februar 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es gibt nimmer viel Geheimnisse in diesem Ländle, naja zugegeben, solch Leute wie ich tragen bei zur Entschlüsselung letzter Mysterien. Doch hin und wieder steht Ruhm und Ehre ganz anderen Forschern zu. Ich kann einmal mehr nur noch zusammenfassend Vorhandenes wiedergeben. Ergo so geschehen bei den Silberlöchern von Röschenz. Das wenig Bekannte stammt nicht von mir trotzdem, der Ausflug war äusserst gelungen.

Tief im Wald liegt ein Bergwerk begraben grossen Ausmasses, eindeutig meine Beobachtungen. Denn, die Literatur, insbesondere „Thomas Bitterli“, nennt eine Höhle die in Frühzeit ums 11. Jahrhundert, zum Bergwerk aufgeschlossen wurde.

Silberlöcher Röschenz

Tatsache ist, der Zugangsweg ist immer wieder verstellt durch umgekippte Bäume und wild wachsende Sträucher. Ein See welcher vom Bächlein befüllt wird, weisst den Weg zum, kaum zu verfehlenden, Erbstollen. Dieser Erbstollen, eindeutig ein künstlich geschaffener Stollen, ist an zwei Stellen eingebrochen und, dieser Erbstollen tut Name aller Ehre, folglich ist er voll des Wassers.

Silberlöcher Röschenz

Doch die erste Öffnung, welch ein Glück, ermöglichst den Einstieg trockenen Fusses in die Grundstrecke.

Silberlöcher Röschenz

Leider war bei zweiter Einbruchstelle schon wieder Schluss. Hinter dem Versturzkegel staunt sich Wasser bis knapp aufs Dach. Da war auch das vor sich hin schwimmende Brett wenig Hilfreich. Nun ja dacht ich mir, Frau kann nicht immer gewinnen und berichtet wird von 3 Stollenzugängen.

Silberlöcher Röschenz

Und ja, der nächste Zugang eine Perle Bergleutskunst. Ein rund geschlagener Schacht gute 2 Meter tief mit Anschluss an ein Stollenbau.

Silberlöcher Röschenz

Auch dies Ding führt weiter und im Innern öffnen zwei kleine Stollenwerke plus ein Gesenk welches offensichtlich auf die, wieder mal Wassergefüllte, Erbstrecke führt.

Silberlöcher Röschenz

Die zwei Stollen sind klein, eng und dreckig so wies Frau liebt. Leider finden beide Stollen nach kurzem Meter wieder zusammen um an einem Versturz zu enden.

Silberlöcher Röschenz

Also auch dieser Streckenabschnitt verlangt Badelust um weiterführende Erkundungen durchzuführen.

Silberlöcher Röschenz

Der dritte Zugang war denn genau so schnell, etwas nördlicher, gefunden doch auch hier machte sich bald ein Hindernis bemerkbar.

Silberlöcher Röschenz

Der vermeidliche Stollen wird bald zum Schacht unbekannter Tiefe was mich von der Bekletterung abhielt. Interessant indes, in diesem Grubenbau sind moderne Bohrlöcher (Pressluftbohrer) ausmachbar. Der vorhandene Plan welcher 1992 Thomas Bitterli mit Team zeichnete, differiert stark mit der vorgefundenen Eingangssituation. Es ist nicht von der Hand zu weisen dass der Stolleneinschnitt nach 1992 nochmals gründlich aufgewältigt wurde.

Ich habe bei meiner Befahrung einzig künstliche Untertagebauten wiedergefunden doch nach Plan verstecken sich im Innern klassische Höhlengänge.  Der Bergbau war in frühen Jahren stark vom Aberglauben durchzogen. Dass manche Anlageteile viele Jahre auf den Buckel tragen ist offensichtlich. Insbesondere der Rundschacht wie auch den Erbstollen könnten älteren Datums sein, gut möglich ums 12. Jahrhundert, wie berichtet wird. Grössere Bergbauepochen wie Bitterli berichtet, sind, ist auch meine Meinung, wahrscheinlich im 18. und 19. Jahrhundert angesiedelt.  

Interessant indes erscheinen mir die überall herumliegenden Artefakte modernster Ölraffinerien.

Silberlöcher Röschenz

Wäre Siedlungsgebiet in der Nähe so würd ich dies stille Örtchen als banale Mülldeponie abtun doch die Fundorte sind eher ungünstig gelegen für den Landwirtschaftsabfall der 1970er Jahre.

Silberlöcher Röschenz

Am Bergwerk zu standen, heute zerfallene Gebäude wovon, an einer Ruinenstelle, moderne Industriebacksteine, recht im Bild,  auszumachen sind.  

Kurzum, die Zone ist zwar wenig bis gar nicht dokumentiert und doch war immer wieder geschäftiges Treiben am „Unzegrabe“. Der Flurname „Unzegrabe“ könnt auch so seine Bewandtnis gehabt haben bei abenteuerlicher Legendenbildung und so scheint’s naheliegend dass immer wieder neue Aufwältigungsarbeiten getätigt wurden. Ob nun das geglaubte Silber, die Wassernutzung  oder schlicht die Neugierde, einige griffen immer wieder, zu verschiedenster Zeitepochen, zur Schaufel. So verwunderst auch kaum dass aktuell die Schweizerische Gesellschaft  für Höhlenforschung am Werken ist. Da sag ich nur, gut interessiere ich mich nur für Bergwerke.

Silberlöcher Röschenz

Kleiner Blick auf Ortofoto zeigt die Stollen, Höhlenanlage in mitten des Waldes. Der nördlichste Eingang, jener mit Zeitgemässen Bohrlöchern, nennt sich Friedrichsschacht und ist, ohne Zweifel, seit Neuzeit in aller Munde.

Silberlöcher Röschenz

Das nicht immer Urwald war, zeigt die Siegfriedkarte. Klar erscheint hierzu, das aus dem Erbstollen fleissende Wasser könnte die Landwirtschaft stark begünstigt haben. Auch auf dem Luftbild von 1937 ist ein blühendes Feld, anschliessend an den Erbstollen, ausmachbar.

Die Koordinaten nach Bitterli, ohne Gewähr:
Eingang I (Erbstollen) 602 860 / 254 165
Eingang II (Rund gehauener Schacht) 602 845 / 254 210
Eingang I (Friedrichschacht) 602 845 / 254 300

Ob jemals die erhofften Schätze gefunden wurden, entzieht sich meinem Wissen. Ich konnte kaum abbauwürdige Spuren von Eisenerz ausmachen ansonsten entdeckte ich viel Lehm, gut bearbeitbaren Sandstein und Kalkstein im Friedrichsschacht.

Als der Zerfall…………

am 31. Januar 2021 unter BDSM, Grungisches, Politischer Grunk, Stadtindianer, Steinerne Unterwelten abgelegt

Kleine Bildreise durch die versinkende Welt einer einstmal sehr freizügigen Welt.

Bolero Hauenstein

Damaliger Eingang einer strahlenden Glitzerwelt ob der Passhöhe Hauenstein.

Bolero Hauenstein

Vom Glitzer sind heute, analog des gegenwärtigen Gesellschaftlichen Befindens, nur noch reichlich Scherbenhaufen geblieben.

Bolero Hauenstein

Trotzdem liegt im unaufhaltsamen Zerfall eine gewisse Ästhetik.

Bolero Hauenstein

Der Zerfall und der Aufstieg oder umgekehrt, eine Geschichte in die ich mich die nächsten Wochen hineinknien werde. Eine Geschichte um neu gewonnene Freiheiten in den Jahren um die 1990er, neue Eroberungen, neue Körperausdrucksformen, neue Sinnlichkeiten. Es ist aber auch eine Geschichte um verstaubte Altachtundsechziger die allmählich die neue gesellschaftliche Prüderie einläuten.  

Und dann kam Corona und dann war alles nur noch Schrott.

Und es leben die Chronistinnen und erst recht jene die des Fachwissens Berge Versetzten mächtig sind.  

Punker-Innen vereinigt Euch, in diesem Sinne,

Schöne Sunntig

Zeglinger Gipser und teuflische Sänder

am 31. Januar 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine kleine, eher bildlastige Geschichte ohne viel Bla und sonstige Ambitionen.  Kleiner Turi-Rundgang durch vergessene Basler-Länder Industrielandschaften.

Die Orte welche uns grosse Gipsschätze bescherten sind zahlreich und keineswegs nur aufs Felsenau-Bergwerk beschränkt. So sind verlassene Gipsbergwerke in Kantonsgebiete von Aargau bis Solothurn reichlich auffindbar.

Zeglingen nennt solch eines, einst gehörend zur Gipsfabrik Läufelfingen.

Zeglinger Gipsgrube

In der letzten Abbauphase, bis in die 2000er, wars hauptsächlich der Tagebruch welcher genutzt wurde.

Zeglinger Gipsgrube

Trotzdem gibt’s noch zwei feine Stollen, im Bild der obere, Kurze, die befahrbar sind.

Zeglinger Gipsgrube

Strecke unten ist deutlich länger und auch einiges Interessanter.  Die Sprengstoffkammer beim Mundloch zu lässt eher grössere Aktivitäten erahnen.

Zeglinger Gipsgrube

Die Hauptstrecke führte in Z-Richtung ins Berginnere.

Zeglinger Gipsgrube

Doch, wie üblich fürs Gipsbergwerk, die Decke verspürt den unaufhaltsamen Sprungdrang und wo nicht Verstürze zu Unwegsamen beitrugen warens die Schuttdeponien letzter Abbauepochen.

Zeglinger Gipsgrube

Leider gibt’s am Ende der Hauptstrecke ein Versturz der a) grösseres erahnen lässt b) unüberwindbar erscheint.

Zeglinger Gipsgrube

Pländli zur Verdeutlichung, am Rande des Tagebaus liegen zwei Stollen offen. Der obere, keine 30 Meter tief der untere geschätzte 150 Meter bis Versturz.  Was hinter der Versturzmasse liegt ist unbekannt doch die Grösse der Hauptstrecke wie auch die gefundene Hunde-Ausweichstrecke lassen grösseres erahnen. Ein Fuchs, riecht streng, solle den weiterverlauf kennen doch wie dies so ist mit em Gips, respektive Anhydrit, graben ist ein Höllenkommando.

Also, es bleibt dabei, ein Ausflug wert, Stollen sind wie üblich fürs übervertretene Anhydrit, hoch Einsturzgefährdet ansonsten ganz Büsi.

Zeglinger Gipsgrube

Die alte, wiederaufgebaute  Seilbahntalstation kann heute auf dem Areal des Silo 21 in Läufelfingen bestaunt werden.

Eine weitere Bergleut -Sehenswürdigkeit liegt zwischen den bekannten Gipshotspots unscheinbar in einer saftigen Kuhwiese.  

Schacht Hauensteinbasistunnel

Auf der Vertikalen zum Hauenstein-Basistunnel lässt sich ein Blick in den Bau und Entlüftungsschacht erhaschen. Dies über 100 Meter Tiefe Schachtwerk stammt auf dem Jahre 1855 und war eines der drei Zugänge für den Eisenbahntunnelbau. Noch heute donnern laut die Schachtwände bei Durchfahrt einer Zugskomposition im Basistunnel.

Kantonswechsel, mal was ganz Anderes,

Nicht unweit, oberhalb des Autobahngeplagten Örtchens Hängendorf in der Tüfelsschlucht, liegt ein Sandabbau der ganz besonderen Art.

Sandloch Tüfelsschlucht

In einer ehemals natürlichen Höhle sind diverse Bergmännische Arbeiten zu beobachten.

Sandloch Tüfelsschlucht

Hauptinteresse galt dem Sandabbau welcher zeitweilig gänzlich aus den härteren Gesteinsschichten ausgekratzt wurde. Der wenig rationelle Abbau deutet auf eine sehr alte Sandgrube einer eher kleineren Manufaktur, Glas / Giesserei.

Sandloch Tüfelsschlucht

Die Sandgrube/ Höhle ist ca. 60 m X 40m gross mit mittigem Pfeiler.

Eine schöne Dokumentation mit Plan liegt bei der Arbeitsgemeinschaft für Speläologie Regensdorf unter  Sandloch (Tüfelsschlucht) auf

Die Röchlins und sonstige Erzsteinsammler

am 20. Januar 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne, die Reisefreiheit nahm ein abruptes Ende also Zeit um etwas in Erinnerungen zu schwelgen,

oder

kleiner Spaziergang durch die heute vergessene Industrielandschaft des Röchlin-Imperiums  

Keineswegs war, im Nordfranzösischem Örtchen Angevillers, einzig die Familiendynastie Röchlin des Bergbaus tätig doch deren umstrittene Kollaboration mit den Nazis hinterliess prägende Eindrücke. Insbesondere Hermann Röchlin dürfte, als massgeblich an der Kriegsindustrie Beteiligter, einigen Platz in den Geschichtsbüchern eingenommen haben.

Aber, trotz der umstrittenen geschichtlichen Hintergründe,  war die damalige Erkundung der Minenanlagen „Angevillers“ und „Rochonvillers“, im März 2019, ein durch und durch Impressives Erlebnis.

Mine de Rochonvillers

Das Minenareal Rochonvillers lockt mit imposanter Industrieruine. So per Handgelenk geschätzt, um die 1910 stammend, möglich aus der Röchlin-Epoche stammend.

Mine de Rochonvillers

Der Erzbunker indes ist eindeutig neueren Datums.

Mine de Rochonvillers

Auf dem Luftbild, stand 1950 bis 1965, sind noch die Eisenbahnwagons vor dem Erzbunker zu erkennen. Die Mine so glaub ich, könnte um die 1980er deren Letzter Tage erlebt haben.

Leider war das grosse Hauptmundloch am Tage unseres Besuches konsequent zugemauert. So als Gast im fremden Land war, angesichts weiterer Sehenswürdigkeiten, ein Unzugänglich belassen durchaus gewollt.

Also war die darüber liegende Grubenanlage Mine de Angevillers nächstes Ziel unseres Abenteuers.

Mine de Angevillers

Die Hauptstecken in dieser nie enden wollenden Stollenanlage sind in stattlicher Breite ausgebaut, zeitweilig auf doppelspur 60er.

Einige Gesenke erschliessen tieferliegende  Erzfelder.

Mine de Angevillers

Um die Grubenhunde effizient den Bremsberg aufwärts zu ziehen, waren Schlepplifte, ähnlich den Skiliften, installiert. Eine mir bis anhin gänzlich Unbekannte Antriebsvariante die jedoch, in besagter Mine, immer wieder Anwendung fand.

Mine de Angevillers

Und im Bild die Talstation mit den noch hängenden Stahlseilen und vergessenen Geleisen.

Mine de Angevillers

Es sind nur noch wenige Geleise in den, einigen Hundert Kilometern langem, Stollennetz geblieben. Insbesondere an bösartigen Versturzzonen sind noch massive Geleise erhalten.

Mine de Angevillers

Auch sehr eindrücklich und immer wieder im www herumgeisternd, die Bogenelement-Auszimmerung die sichtlich bessere Tage kannte.

Mine de Angevillers

Hin und wieder Spuren einer längst vergangenen Kipp-Loren-Generation.

Mine de Angevillers

Teile des riesigen Bergwerks diensten einst als Schutzraum. In diversen Nebenstrecken finden sich noch alte Bettgestelle jeglichen Fabrikats.

Kurz ein sehr rudimentärer Plan zu Verdeutlichung.

Mine de Angevillers

Wer den Plan gross will, diesem gibt’s im PDF

Die Anlage ist viele hundert Kilometer gross, die Koordinaten sind im Meter (Lambert-93), angegeben. Ich habe auf meiner Zeichnung mich auf die Hauptstrecken konzentriert. Der Kammerabbau umfasst Kammer an Kammer zwischen meinen roten Linien. Die orangen Linien sind neuere Hauptförderstrecken die weitere Minen miteinander verbinden. Strecken Charles, Luoise und Guillaume führen ins gefühlte, aber leider nicht erkundete Unendliche. Verbunden sind diese Hauptstrecken von meiner Anlage Angevillers über teils 130 Meter tiefe Schächte.

Link zu weiten Bildern Mine de Rochonvillers gibts auf Luisa.net unter Urbex Streifzüge

Dürrifluh und Klus

am 30. Dezember 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

wenn das nid Weihnachten ist.

Kleine Bildergeschichte zum Bergwerk Schwarzenmatt, erzählt hab ich ohnehin schon jede Menge darüber. Anlass war eine kleine Befahrung des gemeinberüchtigten Kohlebergwerks mit Vorstandsmitgliedern des noch jungen Vereins Freunde Kohlenbergwerke Boltigen.

Bergwerk Dürrifluh

Wie üblich ist dies Eck, ein Traum jedes Landschaftsliebhabers und im Schneebehauchten Winter umso mehr. Ich war zuletzt in denen Stollen im Jahre 2014 umso grösser die Freude mal wieder einen Blick in diese 1940er-Unterwelt zu wagen.

Bergwerk Dürrifluh

Die Haldenfläche liegt tief getaucht in weiser Pracht. Was noch 1948 als Abraum zeigte, ist heut mit regem Baumwuchs bewaldet.

Bergwerk Dürrifluh

Das Dürrifluhmundloch ist heute aufgeräumt und ohne lästige Steinwand am Zugang. Dafür, liebe Leser und Leserinnen, ist der Eingang, aktuell und durchaus berechtigt, mit Gittertor verschlossen.  Ganz lieb Fragen beim Verein kann das den Sesam, und klar das Bergwerk, öffnen. Gleiches gilt fürs Taubental ohne Tauben.

Bergwerk Dürrifluh

Beim Wechsel in die Klus-Tagesstrecke könnt punktuell die Stimmung eines Flohmarktes  aufkommen. Noch heute steht die Bergwerkseinrichtung zusammengepfercht auf dieser kurzen Strecke. Indessen liegt kein  Rollunterbau und kein Schienenstück weit und breit.  

Bergwerk Dürrifluh

Die Neugierde um hinter Versturzstellen zu kriechen konnt ich mir, auch an diesem  verschneiten Tag, nicht verkneifen. Im Bild die Fahrte die das, nimmer fröhliche, Silodach bediente. Wahrscheinlich eine Stelle die ich bereits tausendfach besuchte und doch ist die Faszination immer wieder Hundertprozent.

Bergwerk Dürrifluh

Strecke Bergwärts alte Bekannte aus etlichen Lichtbildern bekannt. Schön zu wissen das die Holzdinger noch heute entspannt vor sich hin ruhen.

Bergwerk Dürrifluh

Mancher Holzbau ruht gar unbeeindruckt aller Feuchtigkeitsstrapazen trotzend.

Bergwerk Dürrifluh

Noch heute schlängelt die Grundstrecke befahrbar bis zum finalen Versturz. Die CO2 Werte sind immer noch am Ende der fahrbaren Strecke auf gefährlichem Level. Und noch heute gilt, der Versturz ist eine tödliche Falle.

Bergwerk Dürrifluh

Seigerriss der aktuelle vom August 2014 gibt’s bei mir mittels anklicken des Bildchens.

Alle Schwarzmatter von mir

Taubentäler

Taubentaler Untergründe
Bergwerk Taubental ob Boltigen

und pure Schwarzmätter

Schwarzenmattische Untiefen
Und nochmals Bergwerk Schwarzenmatt
Kohlebergwerk Klus Schwarzenmatt Boltigen, weiter geht’s
Boltingen Bergwerk Klus, Langzeiteinblicke

Der Bergwerksverein https://kohlenbergwerke-boltigen.ch

Weisse Weihnachten oder sonst so was

am 26. Dezember 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ich liebe Traditionen und so ist es langer Brauch am 25. des letzen Monats alte Zeugen früheren Bergbauepochen aufzusuchen. Seit einigen Jahren liegt unser Schwerpunkt in der westlichen Welt genannter Jura mit dessen Kalk und Bitumenschätzen.

Diesmal war unser Ausflugsort die Kalk und Zementstein-Minen Grands-Crets nahe Vallorbe.

Mines des Grands-Crêts

Zu jeder Mine gibt’s eine Fabrikantenvilla, ausnahmsweise steht da tatsächlich noch eine und dies in prächtiger Winterlandschaft, was will Frau mehr an nem geheiligten 25.

Die Stollen, formidabel Dokumentiert von den Lausanner Speleos, teilen sich in 5 unterschiedlichen Ebenen auf, wovon richtig Zementsteinschürfend nur die Viertoberste wirkte.

Die unteren Stollen waren für Transport und Zementzusatzstoff zuständig.

Mines des Grands-Crêts

Im Bild die tiefste Strecke die den Stein eines Abwurfschachtes sammelte und den Transport ins, heute zerfallene, Zementwerk vereinfachte.

Mines des Grands-Crêts

Vom Türstockausbau lebt nimmer viel auf dieser Fahrstrecke.

Mines des Grands-Crêts

So richtig interessant wird’s jedoch im Hauptwerk welches über eine, doch eher schlanke, Rollstrecke zugänglich ist.

Mines des Grands-Crêts

Nach kurzem Eintritt in die Unterwelt öffnen sich gigantische Dimensionen, locker 20 m Deckenhöhe sind keine Seltenheit.

Mines des Grands-Crêts

Bald auch wird klar dass dies schmucke Bergwerk eine lange Zeit als Champignon-Zucht amtete. Mit Dachpappe belegte Maschendrahtgeflechte sollten die Stollenhöhe etwas minimieren um ein Pilzwohlfühlklima zu gewährleisten. Am Boden das klebrige Torfzeugs welches einer Befahrung eher hinderlich wirkte.

Mines des Grands-Crêts

Da war die Freude gross als endlich wieder Bergbaufeeling einkehrte dies mit bekannten seemühlischen Dimensionen .

Mines des Grands-Crêts

Die kleine Öffnung im unteren Bildteil ist die Rollstrecke während oberhalb ein riesiger Abbau klafft.

Mines des Grands-Crêts

Da war die oberste Mine fast schon en Zwergenabbau mit bescheidenen 5 bis 6 Meter hohen Decken.

Und, kleine Anmerkung zu den geglaubten Suizid-Füchsen

Mines des Grands-Crêts

Beim Besuch der untersten Rollstrecke, am Boden des grossen Abwurfschachtes, könnte man geneigt sein zu Glauben Füchse hätten sich in grosser Zahl ins tiefe Ungewiss gestürzt. Tatsächlich liegt eine grosse Zahl an Fuchs-Skeleten am Boden des Schachtes.

Die Auflösung des Rätsels liegt am oberen Zugangs des Abwurfschachtes.

Mines des Grands-Crêts

Der Abwurfschacht ist zugänglich über ein, heute aktuelles Fuchsloch. Und wies der Name bereits andeutet, ist dieser Zugang die eindeutige Präferenz des Fuchses. Bis zum Abwurfschacht sinds noch locker 60 Meter Stollenlänge, per se genug Wohlfühlfläche für die gesamte Fuchsfamilie doch Füchse und Menschen hegen einige Gemeinsamkeiten. Füchse wie auch Zweibeiner sind enorm Neugierig. Entgegen meines Glaubens, sind Füchse in 100 Prozent Dunkelheit 100 Prozent blind, geht mir und der Schar Homosapiens genauso. Tastsinn ist ne feine Sache, sowas hab ich und sowas hat der Fuchs eindeutig in ausgebauter Form. Der Fuchs nutzt dazu hauptsächlich die steifen Haare an der Schnauze. Der Fuchs kann, dank dieser tastsensitiven Schnauze, ideal  in halb verfallenen Stollen, navigieren doch wehe der Boden rutsch den 4 Pfoten weg. Es scheint als wären etliche Füchse in diese Abwurfschachtfalle getappt und dies wahrscheinlich ohne Menschliches dazutun. Wir zumindest liessen ab von einem engen Einstieg in die obere Abwurfrollstrecke.

Und die Links zu dieser Geschichte

Georeferenz https://s.geo.admin.ch/8dca2a0d08

Und weitere Infos aus Lausanner Speleo-Küche http://www.speleo-lausanne.ch/09_Divers/Mines/Ciment/GrandCret/_Ciment-GrandCret.htm 

Buffalora-Arbeit

am 13. Dezember 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Wissenschaft, zweifelsohne eins der meist gefickten Begriffe seit Simonetta-gesponserten-Printmedien.

Das ichs besser mach beweist schon nur die Tatsache das Satzfragmente wie „ich nehme an“ oder „ich vermute“ in meinen Texten zahlreich enthalten sind. Somit, entgegen des aktuellen Zeitgeistes, ist ein Diskurs meinerseits nicht nur erwünscht sondern auch, meiner Meinung nach, wichtiger Bestandteil von „Wissen schaffen“.

Anderseits tue ich mich gegenwärtig mit längst vergessener Spätmittelalter-Industriekultur beschäftigen also kaum emotionell besetzt. Die Tatsache dass auf Nigerianischen Minen heute vergleichbare Verhältnisse vorherrschen wie damals im schweizerischen Buffalora scheint niemand zu interessieren, Hauptsache das neue Elektroauto steht vor der Tür.   

Eines ist jetzt schon klar, sollte jemals eine Historische Aufarbeitung der Pandemieereignisse   stattfinden werde ich dies Thema auf sicherer Distanz halten. Viel zu gefährlich erscheint mir das Ganze da steig ich lieber in alte Bergwerke ab.

Und mein Bericht Buffalora, nicht mal so Zeitfern, befeuern wir doch alle die geheiligte Elektromobilität,  gibt’s auf: Buffalora

Und wers auf die Rechtschreibung abgesehen hat, schön zu wissen dass es Menschen gibt die nen Auge fürs Wesentliche haben.

Seemühlebildergeschichte

am 05. Dezember 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Weils neulich sowas von schön war. Kleines Treffen mit gut bekannter Mitstreiterin in tiefen der stillen Zementsteine.

Eine kleine Geschichte ohne viel Bla stattdessen en paar Bildchen aus meinem Maschinchen.

Seemühle

Eingangstunnel Feld 1 im Winter 2020.

Seemühle

Bahnhof Feld 4 noch immer dem Steinschlag trotzend.

Lochezen

Und wenn sich Nebel breit macht so könnt dies die Ankündigung eines Endes mit nur schrecken sein. Der damalige Sonntag zeigte sich in Form seiner tiefenphilosophischter Seite.

Lochezen

Tiefer Bacheinschnitt in die unterirdischen Geheimnisse.

Lochezen

Treppe ins Gegenwärtig nix.

Lochezen

Zeugen längst vergangener Industriekultur.

Bla-Geschichten gibts auch, unter anderem auf: www.luisa.net/industriearchaologisches/die-seemuhle/

Neue Hoffnung in hoffnungsloser Zeit

am 14. November 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Kleiner Rundgang durch den Neuhoffnungsstollen und Verwandte

Ja, mein Blog erfuhr ein langer Stillstand. Einerseits vergrub ich mich in die Buffaloraauswertung anderseits probte ich den Aufstand. Nun denn, abgesehen konfliktbeladener Zeiten gabs wieder mal ein Höhenflug tiefsichtiger Zeitepochen.

Konkret wieder mal Silberberg diesmal in mir gänzlich unbekannte Gefilde, genannt das Baumann-Lager benannt nach selbigem Herrn und Aufwältiger  des bereits bekannten Bleierzlagers.

Da viel übers Silberberglein in schriftlicher Form vorliegt will meine Geschichte hauptsächlich schöne Bildchen zeigen, also kein Anspruch auf Wissenschaftliche Tiefblicke. So quasi eine Ergänzung zu meiner ersten Silberberggeschichte auf http://blog.ateliereisen.ch/?p=5153

Silberberg

Der Bergleute von anno dazumal, wir nenns Jahr 1830 oder früher, hatten ein wahrhaft geschultes Auge für schöne Landschaften.

Neuhoffnungsstollen

Bergmännisch indes lag die Glückseligkeit ganz wo anders. Wo nicht Stein jedem Pickel stand hielt, bröckelte dieser von selbst den Wänden entlang abwärts. Am relevanten Stollenkreuz Neuhoffnungsstollen stehen, etwas lädiert, prächtige Holzeinbauten.

Neuhoffnungsstollen

Manche dieser Einbauten müssen über die Betriebszeit hinweg einige Unterhalts-Zimmerleute beschäftigt haben.

Neuhoffnungsstollen

Manchmal sind gar riesige Baumstämme im Stollen verbaut um den Bergdruck zu bezwingen.

Im Neuhoffnungssystem gibt’s viel Stollen und wenig Erzglück. Stollenlängen schlängeln sich grösstenteils durch arg taubes Gestein nur an kleiner Stelle öffnet sich ein Abbaugesenk welches aber, so wird berichtet, in letzter Bergbauperiode zum alten Mann gehörte.

Baumannlager

Der Abbauschlitz, genanntes Baumannlager, ist unterteilt mit Versatzbefüllten Holzbühnen. Zu erreichen ist der oberste Teil über ausgesparte  Öffnungen.

Baumannlager

Und immer wieder forderte die Bergdynamik massives Holzbauwerk.

Oberhalb des Neuhoffungsstollens liegt der Hüttenstollen. Einst waren beide Systeme miteinander verknüpft. Heute indes ist diese Verbindung, in Form eines Abbaugesenks, verstürzt. Und auch der Hüttenstollen selbst ist arg in die Jahre gekommen.

Hüttenstollen

Die ehemalige Grundstrecke mit schöner Ausbauarbeit ist über weite Teile eingedrückt. Das ehemalige Mundloch schlicht unerreichbar unter einer Waldbodenpinge und der Streckenweiterverlauf begraben von tausenden, grosser Steinblöcke.

Hüttenstollen

Und auch wieder die bekannte Bühnenunterteilung mit offener Aussparung.

Hüttenstollen

Erreichbar ist das Hüttenstollensystem heute über eine Waldbodenöffnung welche in ein steiles Abbaugesenk führt.

Da die Standorte immer wieder nebulös im Vereinswessen entschleichen  meinerseits eine kleine Visualisierung der bekannten Standorte.

Silberberg

Karte gross machen, Karte anklicken

Kurzum ein gelungener Forschungsausflug ohne grössere Neuentdeckungen trotzdem supernett und meinem, Gemütszustand folgend, bitter nötig.

Die Vorgeschichte nochmals erwähnt http://blog.ateliereisen.ch/?p=5153

Und eine gute Zusammenfassung, nicht von mir, gibt’s auf: http://www.sghb.ch/wp-content/uploads/2012/12/Minaria-Helvetica-Nr.-26b-2006.pdf