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Archiv der Kategorie 'Steinerne Unterwelten'

Goldene Sonnen und sonstige thermografische Spielereien

am 15. April 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein herrlicher Samstag, und fast schon jährliche Tradition, führte mich in Relikte früherer Goldfieber- Hotspots. Diesmal mit begleitend Sandra, bekannt aus langer Freundschaft. Wie so oft bei Luisischen Ergüssen, ist auch dieser Artikel reichlich bespickt mit viel Bildmaterial.

Goldene Sonne

Der Aufstieg am Südhang des Felsberger Calandas zeigte sich stellenweise recht beschwerlich. Unser Erstziel waren die, historisch als minimal ergiebig überlieferten, Gruben „Fliden“.

Goldene Sonne

Zeitweilig machten sich hartgefrorene Lawinenkegel die, etwas Mühsam, überklettert werden mussten, auf unserem Weg breit.

Noch gegenwärtig ist das Gold- und vor allem das Kristallfieber, in der Gegend um Felsberg, Epidemienartig allgegenwärtig.

Goldene Sonne

Die, gemäss Gemeindeverordnung, illegalen Pochplätze unterhalb die obere Fliden-Grube wachen, so schien es mir, alle Jahre, munter vor sich hin. Bei unserem Ausflug indes sind uns keine fleissigen Knappen begegnet.

Goldene Sonne

Mundloch oben ist nicht einfach zu finden und so bin ich alle Jahre wieder, mit Gästen unterwegs, etwas ob meiner Fährtenlesekompetenz verunsichert. Nichts desto trotz, auch mit Sandra, traf ichs Mundloch der Goldgrube auf die Erste.

Da mich, auf meinen Wanderungen, stets mein Themografiefähiges Streichelfon begleitet und  die die Erkenntnisse des Vorbeitrags „Thermische Wetter“ nicht restlos beweisbar erschienen war passende Gelegenheit zu einer Thermografischen Fotografie des gleichen Stolleneingangs. Nach wie vor interessiert ob ein Luftzug mittels Thermografie eindeutig ausmachbar ist.

Goldene Sonne

Klar, die Stollenmitte ist eindeutig kälter. Klar ist auch, mein Standort beim Knipsen entspricht nicht dem oberen Bild. Irgendwie sind viele heisse Äste in Kameras Blickfeld. Obwohl ich weiss dass die Grube eine zweite Öffnung, rund 10 Meter höher, führt, ist ein Luftzug, zumindest gefühlt, nicht ausmachbar. Es müsste gekühlte Luft, die von oben eingesogen wird, an abgelichteter Stelle austreten.

In der Grube verfolgte ich die mir bekannten Luftwege.

Goldene Sonne

Im Bild, diesmal Untertage, die Tagführende schmale Spalte welche des Quarzes beraubt wurde.

Goldene Sonne

Die Thermografie scheint aus meinem Verständnis heraus nur minder zuverlässig trotzdem leuchten schmale Felsspickel, die eindeutig im, nicht fühlbarem, Luftzug liegen, leicht erhitzt.

Goldene Sonne

Mit solch freudiger Erkenntnis wagte ich mich an die Verbruchstelle der alten Hauptstrecke. Im Hintergrund sichtbar der Versturzkegel welcher die alte und damals einzige Hauptstrecke unpassierbar verfüllt.

Goldene Sonne

Die Thermografie ist da leider, obschon ich deutlich näher an den Versturz trete,  kaum aussagekräftig. Fest steht, der Verbruch ist einige Meter lang und gefühlt absolut dicht. Im Bild ist die weiche Erdmasse etwas dünkler aber kaum kälter als der feste Stollenfels links und rechts im Bild.

Doch abgesehen ausgefallener Thermografiespielchen war ich auch zur näherer Erkundung des Werkes unterwegs. Während Sandra, meine Begleiterin, überzeugt vom Goldsegen, alle herumliegenden Steine minutiös nach möglichem Edelmetall untersuchte, blieb mir genügend Zeit um Neues auszukundschaften.

Goldene Sonne

Eines meiner Fetische ist der mysteriöse Schacht mit deren Holzeinbauten. Niemand weiss über dessen Tiefe näheres. Interessant ist deren saubere  Ausarbeitung mit Holzverstrebten Versatzpackungen.

Goldene Sonne

Die ehemaligen Holzstreben sind ausgelegt  fürs schwere Gestein. Auf der Schachtgegenseite scheint einst eine Bühne gestanden haben. Beide Schachtstirnseiten mit dessen Einbauten wecken in mir die Hoffnung eines heute verstürzten tieferen Systems. Im Schacht liegt heute ziemlich viel Steinzeugs welches den Zugang zum Schachtboden, in unbekannter Tiefe, versperrt. Eindeutige Erkenntnisse indes sind nur möglich mittels Ausräumung des Schachtes, was, in schwierigem Bündner Ländle, einzig mit tausendfacher Bewilligung, möglich ist.

Also liess ich ab von irgendwelcher Muskelarbeit und bekannte mich stattdessen zum gekonnten Bild.

Goldene Sonne

Und dies wie üblich wieder mit altbekanntem Lampenversenken.

Goldene Sonne

Auch so, immer wieder faszinierend, die Sicht aus dem Stollen heraus aufs zu Füssen liegende Domat Ems.

Trotz des äusserst Fotogenen Werkes  gabs noch weitere Gruben die ich meiner Begleitung keineswegs vorenthalten wollte.

Nicht weit unterhalb findet sich ein Weiteres, nicht minder interessantes Grubenwerk mit Flurnamen „Tschengels“

Goldene Sonne

Diese Grube besteht aus einem Stollen welcher sich mittig gabelt und ohne merkliche Anzeichen eines Abbaus ins Berginnere, als Doppelstollen, weiterführt. Die Grube kennt nur einen Eingang und keinerlei weitere Öffnungen also keinerlei Luftzug irgendwo hin. Trotzdem war auch hier nen kleines Thermobildchen, zum Vergleich, fast schon Pflichtprogramm.

Goldene Sonne

Zum Stollen heraus fliesst ein Bach mit kaltem Wasser heraus. Die interessante Textur um das Mundloch herum gründet auf eine dichte und unterschiedlich warme Blätterschicht um die Felsöffnung herum.

Goldene Sonne

Im Stollen liegt reichlich Wasser und fröhlich herum trollende Frösche.

Kurzum die Werke der Goldenen Sonne locken mich immer wieder zu neuer Erkundung. Zuviel blieb in der Geschichte dieser, kaum effizienten Goldbergwerke, unbekannt. Mich beschäftigten die Gruben etliche Artikel lang, teil meiner Sammlung hier mal gelistet:
Goldene Sonne oder, der Glaube versetzt Berge
Goldene Sonne, wahrscheinlich die Abschlussgeschichte
Goldene Sonne Part II
Goldene Sonne

Thermische Wetter

am 03. April 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Da war ich neulich, eigentlich des Vermessens willen, in Seemühlischer Höhen und dies bei mässig warmer Witterung. Zwar schien allmählich der Frühling zu erwachen doch die Kälte liess nicht ab.

Die Diskussion ob verschüttete Stollenmünder mittels Wärmebildkamera sichtbar würden, war nicht zu Ende gefochten und die Bedingungen fürs Wärmebildexperiment, diesmal mit eindeutigen Stollenzugängen und bekanntem Thermikverlauf, ideal.

Mundloch Seemühle

Der unterste Zugang, Feld 1, müsste so rein aus meinem Verständnis heraus, kalte Umgebungsluft, in den etwas wärmeren Berg einsaugen. Da in meinem Streichelhandy des Typs Cat 60 eine Wärmebildkamera der Marke FLIR verbaut ist, mussten einige Bilder geknipst werden.

Mundloch Seemühle

Im Wärmebild sind tatsächlich kalte Zonen ums Mundloch herum sichtbar. Auch die Sträucher erscheinen sichtlich gekühlt wobei meine Interpretation hier doch sehr frei gestaltet wirkt. Die Sonne beginnt, noch ganz zaghaft, erste grössere Flächen aufzuheizen wie etwa die Verbotstafel am Gitter. Trotzdem ist diese Aufnahme nicht eindeutig interpretierbar.

Walensee

Noch ist früher Nachmittag, ca 13:00 Uhr, und etwas Aprilhafte Meteobewegung macht sich am Himmel breit. Aussenrum führt uns der Weg direkt in unser Vermessungsgebiet Feld 3 des Seemühlewerkes.

Am späten Nachmittag, nach reichlich Vermessarbeit, es dürfte um 16:00 Uhr das Glöcklein gehämmert haben, suchte ich die obere Bergwerksöffnung Feld 1 auf.

Mundloch Seemühle

Diesmal jedoch wirkt der Warme Luftzug im Foto. Warme Luft strömt aus dem, abwärts verlaufendem Stollenbau, förmlich glühend, aus der Wandöffnung. In Tat und Wahrheit ist die Temperaturdifferenz Warm zu Kalt knappe 5.2 Grad. Der Luftstrom ist gebündelt und rauscht, ohne merklich die Umgebung zu erwärmen, in den kalten Frühlingstag. In dieser Situation ist das Mundloch eindeutig Wärmebildtechnisch ausmachbar wobei auch meine Augen eindeutig eine, 1.5 m mal 1 m, Öffnung in der Wand erkennen.  Auch könnte solch eindeutiger Luftstrom sich durch äusserst schmale Spalten drücken.

Der Weg der Luft in der Seemühle

Die Luft, auf meinem Plan als pinke Linie visualisiert, hat reichlich Zeit, respektive Weg um sich zu erhitzen und, knapp 80 Meter oberhalb, aus der Öffnung zu drücken. Ob dies auch in kleineren Bergwerken funktioniert müsste der Praxistest zeigen. Alleweil ist das Handy  Cat 60 mit entsprechend grosser Speicherkarte , 256 Gb, nen feines Teil. Einzig nervig, die Soundplayer, für mich absolut Lebensnotwendig, laufen scheisse instabil aber vielleicht kann ich dies Problem auch mal irgendwie fixen.

Schleitheimer Gipser

am 11. März 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Nachdem wir die Deutschen Gipsbrüche bei Fützen sehr genau erkundeten und somit einige Herren richtig in Rotation versetzten, waren etwas harmonischere Einblicke in heimischen Gegenden durchaus angebracht.  Das legendäre Unterlandbergbauwochenende war dazu gegebene Gelegenheit um etwas tiefere Einblicke ins Gipsmuseum Schleitheim zu wagen. Wie immer, viele Bilder und etwas weniges Erkenntnisse zur verschwundenen Unterwelt stand 2018.

Gipsbergwerk Flüeli

Der Einstieg führte übers kleine Betriebsgebäude am Stollenmundloch über eine sauber ausgebaute Hauptstrecke, diese Teils in Beton ausgemauert.

Gipsbergwerk Flüeli

Und auch die Holzeinbauten, wenn doch aus neuerer Zeit, eher zu nem Besucherbergwerk passend, waren äusserst fotogen.

Gipsbergwerk Flüeli

Mit passender Beleuchtung der aufgebauten Nassleuchten ein prächtiges Ansehen.

Gipsbergwerk Flüeli

Auch die einzelnen Stempeln wussten zu entzücken.

Wenn doch meine Neugierde insbesondere den verschollenen Untertagewerken galt. Die Ausdehnung der Gruben umfasste um 1935 einige Kilometer. Aus dieser Zeit entstammt eine äusserst rudimentäre Zeichnung die ich mittels Grafiktools, für diese Geschichte, etwas pimpte und ins Geocover setzte.

Gipsbergwerk Flüeli um 1935

Die roten Linien, Handschrift 1935 hunderttausendfach kopiert, symbolisieren die fahrbaren Stollen um 1935. Heute sind rund 20 Prozent der Anlage zugänglich und da Frau erst glaubt was sie mit eigenen Augen sieht, gabs einige Kriechstellen zu Bewältigen. Auffällig auf dem Geocover, die Mundlochsymbole stimmen nicht überein mit den roten Stolleneingängen. Die Daten des Geocovers sind aus dem Geologischen Atlas entlehnt welcher das Blatt vermutlich um 1960 nachführte. Damals waren praktisch alle Stollenmünder verschwunden und die Position auf reiner Geländeinterpretation abgestützt. Anderseits ist die 1935er Handzeichnung auch nicht über jeden Zweifel erhaben.

1965 als die einte Grube wieder offengelegt wurde entstand eine Zeichnung die ich für mein Plänchen nutzte und mit meinen Annahmen ergänzte.

Gipsbergwerk Flüeli

Planbasis OGH 1965 (Plan gross machen, Plan anklicken)

Die gelben Stollen wie auch der orange Lüftungsstollen sind heute fahrbar. Blaue Flächen sind mit nassen Füssen oder entsprechenden Stiefeln auch so fahrbar. Indes ist in Nordrichtung eine zunehmende Verbruchzone ausmachbar. Diese Verbruchzone blockiert, wahrscheinlich über viele Meter hinweg, der Einstieg in die restlichen Stollenwerke. Wie so oft in Gipsgruben, nimmt die Verbruchzone, bedingt durch die Feuchtigkeit, stetig zu.

Gipsbergwerk Flüeli

Gesteinsmassen füllen allmählich den Stollen auf. Der nominale Stollenboden liegt weit unter der Schuttmasse. Trotzdem wollten wir, ein Häufchen Gleichgesinnter, den definitiven Beweis einer eindeutigen Unerreichbarkeit nochmals bewiesen haben. Doch leider war nicht zu ändern, die beiden Zweige im nordöstlichem Grubenteil an denen wir den Anschluss zum Nachbarsystem vermuteten, waren komplett Schrott. Kein minimaler Durchschlupf offenbarte sich. Auch weitere Nebenkammern sind übel verstürzt und meinerseits nur noch gestrichelte Vermutung mit vielerlei Fragezeichen.

Ich konzentrierte mich auf weitere, weniger spektakuläre, dafür Historisch umso spannendere Erkundungen.

Im Westteil der Grube war um 1908 ein Felsenkeller für Obst eingerichtet.

Gipsbergwerk Flüeli

Diese Kellerräume waren einst mit robusten Backsteinmauern verschalt. Heute hat dies Wörtchen Robust, ohne Zweifel, jede Bedeutung verloren.  Der aufquellende Gips war definitiv stärker und die dreilagigen Backsteinwände brachen in tausend Teile. Im Bild steht noch ein kleines Relikt aus Obsttagen. Die Kellermittelzone, ist wie schon zigmal im Gipsland beobachtet, hundertpro kollabiert.

Gipsbergwerk Flüeli

Ein kleiner Seitenarm ist heute zum See aufgestiegen. Dieser wird,  wie uns berichtet wurde, im Volksmund lieblich „Frauebädli“ genannt. Auch dieser Stollenteil könnte zu trockenen Zeiten, als noch ein eindeutiges Gefälle in Richtung Tag herrschte, als Obstkeller gedieht haben. Im Bild zeigt uns Eve die aktuelle Wassertiefe die nur minim ändern solle.

Zwecks Entfeuchtung der Kellerräumlichkeiten  ist, auch so im Bergmännischem Eifer, ein Lüftungsstollen mit leichter Steigung, wieder tagwärts getrieben worden.

Gipsbergwerk Flüeli

Luxuriös anmutend ist dieser Lüftungsstollen grösstenteils mit edlen Sandkalksteinklötzen ausgemauert. Form und Richtung des Lüftungsbaus erinnert sehr an bekannte Zeitzeigen aus „Neuparadiesische Unterwelten“ und „Rodebärger Tiefsichten„, beide Objekte, sind, so mein heutiger Erkenntnisstand, zur Entfeuchtung, nachträglich mit den aufsteigenden Lüftungsstollen ausgestattet worden.

Der Obstkeller, so wird berichtet, solle nie so richtig funktioniert haben. Die Feuchtigkeit liess sich mit dem Minikanal nicht bezwingen infolge blieben die Stollen bis zur Eröffnung des Gipsmuseums lange verlassen.

Während wir den alten Ostlagern nachjagten übten sich andere im gekonnten Bild.

Gipsbergwerk Flüeli

Eine wahrlich prächtige Inszenierung des zweiten Sees, auch so lieblich „Männebädli“ genannt, gelang der dortig amtenden Fotogruppe. Ich war einzig punktuell hin und wieder als Lichtdiebin am besagten Set unterwegs. Das Bergwerk, obschon verhältnismässig klein, im Vergleich zu Fützen oder Felsenau,  hatte für meinen Geschmack, sehr viel faszinierendes zu bieten.

Gipsmühle

Und allerletzt, kann nicht fehlen, die Gipsmühle im alten Betriebsgebäude, heute Museumsgebäude.

Kurzum das Gipsmuseum Schleitheim ist eine Empfehlung wert, der Apéro im Stollen war Geil und die kurze aber aufschlussreiche Führung lieferte genau die richtige Grundlage zur vertieften Erkundung. Alles war supersympathisch und der Samstagnachmittag hat richtig Spass gemacht. Und ich hab endlich begriffen was es auf sich hat mit den Lüftungsstollen.

Darum hier der Link zum Gipsmuseum Schleitheim

Und ausgewählte Gipsgeschichten aus Luisas Tastatur
Fützen tiefes Eindringen
Gipsi Asp
Kienberger Gipsbrüche
Felsenau, the next Level

Gottesehre

am 25. Februar 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Und wieder mal eine Bergbaugeschichte weils so schön kalt war neulich Freitags. Wie so oft, eine Geschichte die gewisse Behördenstellen im benachbarten Ländle, mir absolut unverständlich, richtig  in Wallung versetzten dürfte.

Gottesehre, man sagts, das letzt geschlossene Bergbaurevier im Schwarzwald. So sollen die letzten Knappen im Jahr 1984 die letzten Grubenhunte aus den Untergrund gefahren haben. Im Wissen um dies mächtige Flussspat-Bergbaurevier wars angebracht die Gegend genauer nach noch verbleibenden Bergbauspuren abzusuchen.

Gottesehre

Das Wetter war Eiseskalt und Wasser im Revier allgegenwärtig, angesichts des kalten Klimas war dies feuchte Nass aber zumeist so hart wie der damalig abgebaute Flussspat.

Wie gewohnt im Schwarzwälder Fluss und Schwerspatabbau verläuft der Erzgang meist Senkrecht durch die Landschaft. An verschiedenen Stellen war der Flussspat, zu alter Kloster-St Blasien-Zeit, im Tagbau ausgebeutet. Einige tiefe Spalten zeugen noch von dieser frühen Bergbauepoche. Im Hauptgebiet Gottesehre findet sich noch heute ein bis 4 Meter ausgeräumter Erzgang welcher jedoch schwierig datierbar erscheint den unmittelbar daneben liegt der zuletzt aufgegebene Querschlag.

Gottesehre

Das gemauerte Stollenportal ist heute verstellt mit allerlei Fahrzeugmüll. Nach Rund 2 Meter Stollenfahrt folgt eine Betonmauer mit Fledermausöffnunug die Neugierige vor der Befahrung abhalten sollte. Die gute Nachricht, der Beton ist in der oberen Hälfte eher miderer Qualität und dürfte mach Dorfjungend, meiner Meinung nach, durchaus Legigim, zu gezieltem Pickelschlag animieren.

Gottesehre

Gegenüber des Haupt-Mundlochs Gottesehre, Stollen I, steht noch das Lockdepot mit angebautem Betriebsgebäude. Die Räumlichkeiten dienen heute einem lokalen Bauunternehmer als Rumpelkammer.

Dem Erzgang in nördlicher Richtung folgend, + 500 Meter, erreicht man die Höll, respektive ein kleiner Weiler der sich des urreligiösen Flurnamen „Höll“ bedient. Solch höllische Ortsbezeichnung könnt ein Indiz auf frühere Kloster St Blasien-Einfluss sein.

Gottesehre

Die Höll erwies sich als doch eher Handzahm indes nicht minder Interessant. Beide Gebäude, älterem Datums (plusminus 1840), lassen frühere Bergbaunutzung vermuten und nicht weit oberhalb des Weilers Höll finden wir ein, mit massiven Steinblöcken abgestützter, Fuhrwerkweg welcher geradewegs an eine langgezogene Halde führt.

Gottesehre

Am Haldenanschluss folgt ein sauber ausgebauter Stolleneinschnitt der zu früheren Zeiten Stollen II erschloss. Soviel ist klar, Stollen II ist definitiv verbrochen,

Gottesehre

Und doch versetzt noch heute Glaube und Neugierde, an genau richtiger Stelle, einige Kubikmeter Gestein. Ohne Zweifel unternahm hier ein Optimist ein Aufwältigungsversuch an genau richtiger Stelle. Leider jedoch war unser Vorgänger nicht durchschlägig des Erfolges gekrönt doch was nicht ist wird ganz bestimmt noch werden. Wir indes obliessen, bei so kalter Witterung, weitere Eindringversuche zugunsten einer Süderkundung des Erzganges.

Und tatsächlich sind die tiefer gelegenen Gruben nicht minder interessant und mit deutlich weniger Aufwand fahrbar.

Gottesehre

Die tiefste Grube noch zum Gottesehre-Revier gehörend liegt gut versteckt am Bachufer fast auf Wasserniveau. Die Grube ist unter der Bezeichnung Neuhoffnung bekannt und solle um 1954 versuchsweise aufgewältigt worden sein. Der Stollen folgt eindeutig dem Erzgang welcher an dieser Stelle nicht übermässig viel Mächtigkeit erkennen lässt. Zwar ziert ein überdimensioniertes Gitter die Haue doch unsereins scheute dieser Umstand nicht wirklich.

Gottesehre

Im Innern jedoch war das Wasser zu dominant und diesmal leider in flüssiger Form. Dieser Umstand wie auch die Tatsache dass die Fischerstiefel nicht zur Hand waren, scheute uns eher. Die Grube liegt rund 300 Meter Südwärts des Gottesehre-Hauptstollens und knappe 160 Meter darunter. Ein Anschluss ans Hauptwerk ist Unwahrscheinlich, wissen tun wirs nicht.

Den stattdessen konzentrierten wir uns auf andere Ufer des Mühlebächle, gleicher Erzgang aber neualtes Revier, genanntes „Schwarzwaldsegen“.

Schwarzwaldsegen

Nicht weit des Bachs finden sich bald wieder ein verlockendes Gittertor mit bescheidener Funktionalität. Schon der Mundlochzugang lässt ein eher älteres Werk vermuten wenn doch, gemäss einschlägiger Literatur, auch diese Haue im 20. Jahrhundert wieder aufgewältigt wurde.

Schwarzwaldsegen

Wie üblich, wo dicke Schlösser hängen ist der Einstieg fast schon Pflicht doch leider war bald auch in diesem Querschlag bald Wasser in Flüssiger Form übervertreten. Der Querschlag gabelt sich bald in zwei Stollen wovon der Westliche im Wasser versinkt während der Östliche Bergseitig mit Geschiebe verfüllt. Aus unserem Sichtwinkel heraus war, auf beiden Strecken, kein Erzgang, also kein eigentlicher Abbau, erkennbar.  Auch diese Befahrung könnten wir nicht abschliessen, die einte Seite erfordert Fischerstiefel die andere Seite ist nass und kriechintensiv also eindeutig was für Hochsommertage.

Wieder auf Erzgangkurs, denn Berg in Südrichtung aufsteigend, öffnet sich nach rund 150 Höhenmetern das kommende Bergbaurelikt.

Schwarzwaldsegen

Ein mächtiger Gang-Aufschluss schneidet die Waldlandschaft auf ca. 20 Meter Länge. Im hinteren Teil schwindet der Aufschluss ins Untertägige um 9 Meter. Ohne Zweifel ist dies Bergwerk eher älterem Datums vielleicht gar aus Mittelalterszeiten. Zwar steht angelehnt an rechter Wand eine Fahrte die irgendwie gar nicht ins Bild passt mag den dies Leitergerät dürfte eher zu gierigen Mineraliensammlern des  21. Jahrhundert passen.

Schwarzwaldsegen

Der Blickt hinunter zeigt eindrücklich die Breite des Abbauschlitzes. Der Erzgang könnte an dieser Stelle eine durchaus ergiebige Breite erlangt haben.

karte gottesehre

Kartenbasis udo.lubw.baden-wuerttemberg.de

Der Blick in die Karte zeigt die Stollenpositionen. Das nördliche Revier Gottesehre war zuletzt im Abbaurecht, wie so oft bei Schwarzwald-Flouriter, bei Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH. Die südlichen Reviere Schwarzwaldsegen sind Eindeutig älterer Geschichte. Der Stollen I Gottesehre liegt 3.912 Km südlich ab Kuppel Kloster St. Blasien auf 3 434 102 / 5 287 835 im Urbachtal.

Noch gibt’s einige weitere Stollenbauten in den Revieren zu erforschen, in diesem Sinne dürfte dieser Beitrag hier durchaus Fortsetzung erfahren. Da jedoch die Schwarzwälder Behördenpferde momentan eher scheuen will ich mich ungewohnt diskret verhalten. Die Schweiz hat noch viele Bergwerke die auf Erforschung warten und das diesjährige Almeria steht auch noch an.

Üetliberger Mysterien

am 22. Februar 2018 unter Militärisches, Steinerne Unterwelten abgelegt

Es treibt mich die immerwährend sportliche Freundin zu ebenwürdigen Leistungen, also versuch ich 2 mal die Woche den Üetliberg zu erklimmen.

Üetliberg

Hoch über Zürich sind einige interessante Details die, klar mir als Bergbauforscherin, irgendwie magisch anziehen. Ohne irgendwelche hochstehende Erklärung stampf ich mal wieder eine lustige Bilderreihe in mein Blog.

Rundfunkturm Zürich Üetliberg

Wie so jede grössere Stadt hat auch das bescheidene Zürich ein Rundfunkturm stehen. Um dies Bauwerk finden sich verschiedene Lüftungstürmchen im eingezäunten Waldboden.

Rundfunkturm Zürich Üetliberg

Quelle Karte GIS ZH

Der Blick ins Kantonale Kataster-GIS zeigt die rot schraffierte Fläche der vergrabenen Geheimnisse. Zum harmlosen Fernseherturm dürften sich, soviel steht fest, weitere Militärische wie Zivile Geheimnisse moderner Rundfunktechnik tief im Erdreich verbergen. Denn, seit der Annaburgbesetzung um ca. 1987 wissen wir das mysteriöse Polizeistellen bevorzugt auf dem Üetliberg aufwendige Funküberwachungsanlagen pflegten. Da um die Antenne herum die Farbgebung der Auftagegebäude im dezenten SBB-Grün oder Herbstgelb erleuchtet,  könnten auch periodisch einige Uem-Spezis den Untergrund aufsuchen.

Nicht unweit des Turmes mit Supplement, dem Weg folgend, wird mir aufmerksam, ein weiterer Untergrund.

Üetliberg

Ein kleines Stahltörchen ganz alleine im Wald kündigt ein, zu erforschendes, Unterwerk an. Bereits die Ansicht des Torumfassenden Betons lässt ein Wasserspeicher vermuten.

Wasserreservoir Üetliberg

Doch so richtig genau weiss ichs erst nach Öffnung der Stahltüre. Es ist ein Wasserreservoir Quadratisch rund 5 x 5 x 5 Meter ohne Wasser dafür mit komplett durchgerosteten Eiseninstallationen.  Im GIS ist dieser Bau nimmer Dokumentiert und so wies aussieht ist dieser Tank länge Jahre bereits leer und verlassen.

Haus am Gratweg

Nicht weit des Reservoirs find ich die, damals dazugehörigen Nutzern, im Traum eines jeden Eigenheimbesitzers. Schmucke Waldhäuschen, 4 in der Zahl kleben am Nordgrat des Üetlibergs. Wie die Häuschen an so exklussiver Lage zu stehen kamen und wer diese Besitzt war nicht zu klären. Einst standen 5 dieser Häuschen wovon eines dem Feuertod zum Opfer viel. Dieses 5. steht seit vielen Jahren in zögerlicher Neuaufbauphase. Heute dürften die Häuser, in denen ich nie Spuren eines Bewohners erblickte, mittels Druckerhöhungspumpe, zum begehrten Wasser kommen.

Üetliberg

Quelle Karte GIS ZH

Wer die Häuser bewohnt und wem diese gehören  weiss auch das KatasterGIS nicht zu beantworten. Die Geschichte um das ähnlich gelagerte Haus Annaburg, welches um 1990 dem Abbruchbagger zum Opfer fiel, beherbergte sehr viel Tragik in deren Ursprüngen um die Jahre um den Beginn des 20. Jahrhunderts. Meine Häusergruppe stammt, so wills das GIS ZH wissen, auch so aus den Jahre 1876 bis 1900.

Bei meiner Recherche ist mir einzig ein Artikel aus der NZZ vom 11.1.2004 mit Namen „Wohnhaft im Wald, zu Hause in der Computerwelt“ welcher eines der Häuser nennt, aufgefallen.

Links
Annaburg auf Alt Zürich

Stollen in heimischen Gefilden

am 18. Februar 2018 unter Militärisches, Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne, nicht fern meines Wohnortes und oft an meiner Wandertrainigsroute finden sich nicht minder interessante Untergründe. Diese Unterwelten jedoch gründen auf eine gewollte und zum Glück nie benutze Verteidigungslinie während des 2. Weltkriegs.

Beobachter Uetliberg

Das besagte Stollenwerk am Uetliberg ist mir bekannt als altgedientes Klo worauf ich auf einen weiteren Besuch geflissentlich verzichtete.

Denn, es gibt auch weitere, sehr engagierte Untergrundforscher mit exzellenten Publikationen.
Genannt in diesem Zusammenhang die „Die Verteidigungswerke der Stadt Zürich“ von Matthias Dürst und Felix Köfer

Seemühlegezeichne

am 18. Februar 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Oder, Luisa erfreut sich wieder bester Gesundheit

Und, nicht zu unterschätzen, dies solle der erste Artikel sein der mögliche Tücken meiner HTACCESS-Schlacht aufdecken könnte.

Klar ist, über die Seemühle, ehemalige Bergbaudynastie Borner, ist aus meiner Tastatur bereits einiges getippt. Da dieser letzte Ausflug, in mystischer Nebellandschaft, eher Unspektakulär, der Vermessung Feld 3 galt, hier hauptsächlich Bilder um die Mystik weiterzugeben.

Matti und ich beschlossen an regnerischem Tag uns, mit unseren Laserschwertern, ins trockene zu verziehen. Die Seemühle mit angenehmem Wetter war dazu ideales Objekt und die Lebensaufgabe, Vermessung der Anlagen, ist bei weitem nicht abgeschlossen.

Seemühle

Also erstmals über den Zungangstunnel ins Feld 1.

Seemühle Bahndamm Feld 2

Bei angenehm gefühlten 20 Grad führte uns der Weg, über Rolloch Süd, ins alte, aus ca. 1905 stammende Feld 2. Der mächtige Bahndamm, wahrscheinlich einige 100 000 mal abgelichtet, war mir auch dies mal nen Bild wert.

Seemühle Feld 3

Über die Verbindungsöffnung erreichten wir letztlich die Zone Militärspital. Thermik sein dank, die grossen Hallen markierten eine mystische Grenze zur stark benebelten Aussenwelt.

Seemühle Feld 3

Noch immer wartet die obere Sohle, mit mächtigem Schacht, auf eine Zeichnungsfähige Auslaserung. Aus Sicherheitsgründen verschoben wir diese Vermessungs-Expedition auf trockene Zeiten. Meinem Plan fehlt fehlte noch die Sohle oberhalb des Militärspitals.

Seemühle Feld 3

Bei gespenstischem Nebelzug erkundeten wir das kleine Sprenghäuschen an oberer Tagöffnung Feld 3. Wie üblich glaube ich eine Neuentdeckung gemacht  zu haben bis mich das heimische Fotoarchiv eines besseren belehrte. Vielleicht verwirrte mich die, kunstvoll aufgesprayte, monströs wirkende Wächterin des Sprengstoffes.

Seemühle Feld 3

Alleweil war die Dame an der Seitenwand nur minder Erfolgreich denn der Sprengstoff ist längst zusammengeklaut. Die Schliesseinrichtung an der Stahltüre  macht, auch so, ein ziemlich ramponierter Eindruck.

Aber eigentlich war unsere Mission, unabhängig etwelcher herumlungernden Geistern, die Markscheiderei mit Disto X2 und Topodroid.

Seemühle Feld 3

Also ab in die Fahrstrecke D des Feldes 3. Da die Topodroidsoftware einiges an Neuigkeiten erfuhr  und sonst welche Tools auf ausgiebiges Kennenlernen warteten, ein idealer Ort, nicht allzu kompliziert, um all das auszuprobieren.

Plan Seemühle

Und auch den Anschluss ins zeichnerische Handwerk, bei solch komplexem Plan, galts meinerseits wiederzufinden. Obschon wir nur die Fahrstrecke D ablaserten und ich auch nur diese, sehr rudimentär umsetzte, so war doch dieser Nachmittag ein voller Erfolg und für mich, seit zwei Monaten Bergbau nur noch in der Theorie betrachtend, eine grosse Freunde.

Und ja, die Gelegenheit war gegeben um ein neues Spielzeug, auch aus Marco Corvi Küche , auszutesten, genanntes Cave3D.

Seemühle Feld 3 3D

Zwar bin ich noch nicht sonderlich beübt in der verständlichen 3D Darstellung unserer Vermessung doch was nicht ist wird bestimmt noch werden.

Und wenn die Luisa nicht gestorben ist so wird’s noch viele Seemühlegeschichten geben denn, die Vermessung hat bis zur Stunde rund 1/4 der gesamten Untertage-Anlage abgedeckt.

Die Summe aller bis heute gesammelten Messlinien beträgt Stolze
53.266 Kilometer und 39 Zentimeter

Links zu Vermessung von mir
Der DistoX2 das unbekannte Helferchen

Links zu Seemühle von mir

Auf Luisanet
Die Seemühle

Und im Blog
Und immer wieder lockt das vermeidliche Lebenswerk
Seemühle, das ewige Werk
Seemühle, jähes Ende letzter Geheimnisse
Das Tor stand offen
Seemühle überall
Seemühle, was war? ,
Die Geheimnisse der Seemühle
Seemühle Borner AG
Das Geheimnis des Steinebrechers

Bilderseite zu den Werken
Seemühle

Mina Rica

am 28. Januar 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

oder das Geheimnis verschollener Unterwelten

Ich bin, vorweg, seit Wochen am herum kränkeln. Das erklimmen eines Berges, geschweige den der Einstieg in ein Untertagewerk sind Tätigkeiten die ich mir momentan ganz und gar nicht zutraue, trotzdem will ich weiterhin verborgene Unterwelten erforschen. In Hinblick auf die kommende Almeria-Studienreise im Mai wollte ich, vorbereitend, eines mir noch unbekanntes Geheimnis tiefer erkunden. Fotos vom letzten Almeriaausflug, Satellitenaufnahmen, Konzessionsgesuche und bis anhin gemachte Erfahrungen standen mir bei dieser Fernforschung zur Seite.

Minas de Alfaro

(Quelle Karten/Bildbasis IGN)

Konkret liegt mein Focus am südwestlichem Eck der Sierra Alhamilla bei der Geheimnisumwitterten „Mina Rica“ was für reiche Mine steht.

Mina Rica

Im Bildhintergrund der markante  Berg Alfaro, im Vordergrund, Bildmittig die Halde, des, als Mina Rica, kartografisch ausgewiesenen Punktes. Die gelbliche Halde passt tatsächlich zu einer tiefen Schachtanlage mit zugehörigem Aufzugsmaschinenhaus.

Mina Rica

Tatsächlich lässt die Grösse des nebenstehenden Gebäudes ebenso Grosses im Untergrund erahnen doch eines fehlt mir gänzlich, namentlich grosszügige Transportwege. Die Erschliessung des Schachtes mittels Fussweg ist für die grosse Kelle eines Eisenbergwerks um Längen unterbemessen.

Oberhalb der Mina Rica findet sich ebenso ein interessanter Flurnamen genannte Mina Felisa die auch so Eisenerze förderte.

Mina Felisa

Dies Bergwerk verfügte einst über eine  60er Stollenbahn mit anspruchsvollen Bremsbergteilstücken.

Mina Felisa

Im Untergrund die strickte und rationelle Trennung zwischen Transportanlagen und Abbaubereiche. Die Förderstrecke unterfährt den eigentlichen, im Bild ersichtlichen, Bergbauteil. Die Mina Felisa ist somit auch für Anfänger bequem zu befahren. In der Transportsohle liegen zwar einige verstorbene Ziegen rum doch diese stören den Forschungstrieb nicht wirklich. Das Bergwerk Felisa, um 1895 in vollem Betrieb, erscheint logisch und verständlich. Die gesamte Erschliessung passt zum fehlenden Volumen im Berginnern. Das Eisenerz in diesem Werk ist gegenwärtig bis auf letzten Kiesel ausgeräumt und auch die umliegenden Sondierstollen brachten keine neuen Reichtümer, Eisenerz, Blei, Schwerspat, hervor. Ergo, dies Bergwerk ist bis auf den letzten Tropfen leergeräumt.

Das Bergwerk Felisa war für damalige Verhältnisse, trotz bescheidener Grösse, mit moderner Infrastruktur ausgerüstet.

Bei den verfolgen Bergbauanlagen unterhalb Felisa, namentlich des, in Karten beschriebenen Werkes Mina Rica, fehlte mir ein fetter Transportweg welcher die rentable Menge an Eisenerz schlucken konnte. Anderseits waren in tieferen Regionen, am Südhang der Sierra Alhamilla, auch andere, weitaus wertvollere, Mineralien abgebaut.  So sind genannt neben Blei und Silber auch kleine Mengen an Gold. Die Flurbezeichnung Mina Rica basiert auf Kartenüberlieferungen und nicht auf Konzessionsgebietsnamen, welche erst ab ca 1860 konsequent erfasst wurden. Ergo könnte die Mina Rica ein immer wieder von neuen aufgewältigtes Bergwerk sein, dies vielleicht gar bis in die Römerzeit zurückreichend.

Mina Rica

Unterhalb der Mina Rica finden sich weitere, eher bescheiden erschlossene, aber nicht minder kleine Schachtanlagen. Dies Exemplar scheint seitlich eingebrochen zu sein.

Bekannt ist mir eine Seilbahn in zwei Etappen, 1650m und 3500m, welche das Gebiet um Mina Felisa und Mina Rica erschliessen sollte doch so richtig genau schnallte ich die Transportsituation bis anhin nie. Die Seilbahn stammt aus der Investition von Hermann Borner um 1893 welcher, um gleiche Zeit, die zwei Bergwerke betrieb.

Zum Glück gibt’s heute nützliche GIS-Dienste die ein Forschen aus bequemem Bürosessel heraus möglich machen. Da ich im besitze bin einer Kopie der Seilbahn-Planunterlagen von 1893 ist es nun möglich die Masswerte in Gelände zu übertragen um nach der Transportinfrastruktur zu suchen.

Transport Minas de Alfaro

Bild gross machen Bild anklicken (Quelle Karten/Bildbasis IGN)

Und siehe da, im Satellitenbild wird’s klar. Die obere Verlandestation liegt weit weg des Geografischen Punktes Mina Rica. An der Verlandestation steht gut erkennbar ein riesiger Erztricher. An diesen Trichter führen verschiedene Bahnen, die alle recht gut auf dem Satellitenbild erkennbar sind. Die längste Bahntraverse führt bis an die Mina Felisa und ist mit 2 Bremsbergen, zur Überwindung des Höhenunterschieds, ausgestattet. Der Ursprungsort  Mina Rica war tatsächlich weit weg von den 60er Bahntrasses.

Erschliessung Minas de Alfaro

Karte gross machen Karte anklicken (Quelle Karten/Bildbasis IGN)

Die aktuelle Karte zeigt hier ein kleiner Wanderpfand welcher an Mina Rica vorbeiführt.

Erschliessung Minas de Alfaro

Karte gross machen Karte anklicken (Quelle Karten/Bildbasis IGN)

Und auch in der historischen Karte, um die 1930, ist wenig von grosser Erschliessung erkennbar.

Im Satellitenbild sind um den Verlader herum einige künstliche Bergfurchen erkennbar die auf mögliche Bergwerke schliessen lassen. Ich vermute das an diesen Stellen die bekannte Mina Rica zu finden ist.  Alleweil muss viel Material, mittels Kesseli-Seilbahn, den Berg hinunter gekarrt  worden sein, dies passt in diese Region.

Die Talstation der Seilbahn lag an der rückgebauten Bahnlinie Chorrillo Almeria dies zwischen Chorrillo und Pechina.

Chorrillo

Auf einem älteren Bild aus meinen Fundus ist noch die Wassertanke mit wahrscheinlich nebenanliegender Seilbahntalstation zu erkennen. Mittig vorne ist noch scheu erahnbar das alte 90er Bahntrasse. Im Hintergrund mittig die Berggipfeln mit darunterliegenden Bergbaurevieren. Leider ist heute dieser Bahntrasseabschnitt mit allen nebenan liegenden Relikten zu Gunsten grosser Filmproduktionen, Exodus, Games of Thrones, komplett wegplaniert.

Links zu Vorgeschichten
Sierra Alhamilla
Sierra Alhamilla um 1900
Minas Los Baños Sierra Alhamilla

Und immer wieder lockt das vermeidliche Lebenswerk

am 26. Dezember 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Die Seemühle ist keineswegs mein Lebenswerk, im Gegenteil ein ganz kleiner Bereich solle mir des Kuchens zuteil werden doch dieser Kuchen ist nid minder unbedeutend und umfasst die zeichnerische Umsetzung der Untertagewerke. An diesem Kuchen arbeite ich mit Freunden seit bald 2 Jahren.

Doch erstmals, dies nicht ohne Grund, war ich, ausgleichend dem vorherrschenden Familienfeierstress, in Turi-Mission, ohne Vermessungswerkzeuge, ohne Schaufel und ohne Speleozeugs, unterwegs. Mal ganz gemütlich Wellness im Bergbau zusammen mit Sandra locker etwas Bilder knipsend so nach Lust und Laune.

Somit eine kleine Bildergeschichte ohne jener oft gehegter Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Umso mehr als sich gegenwärtig um dies Objekt herum eine, gehörig sich profilieren wollende, Hobbyforschergemeinde gruppiert.

Also, Lichteinfall war saugeil also lasst Bilder sprechen.

Seemühle

Immer wieder schön, Trockenbaumauern in den oberen Strecken.

Seemühle

Pressluftkompressor, diesmal der Kleine.

Seemühle

Und dazu passende Lufttanks im aufkommenden Gegenlicht.

Seemühle

Bahnhof Förderstrecke Feld 4 und 5

Seemühle

Und die Leiter welche den See quert steht, zu meiner Freude noch heut.

Seemühle

Plan Luisa stand dieser Tage und einige Anmerkungen dazu.

Wie so jeder Mensch schätze auch ich den regen Austausch mit engagierten Mitforschern. Die Seemühle, respektive all die Hobbyforscher welche um dies Objekt herumschwirren wissen sich gänzlich des fairen Austausches zu entziehen was mich zeitweilig ziemlich nervt. Es ist geil dass solch ein Plan existiert und es ist für mich voll ok wenn diese Erkenntnisse weiterverwendet und weiterentwickelt werden doch ein Wort der Würdigung oder gar Teil des Informationsaustausches sein, so wie ich dies von den Graubündner Kantonsarchäologen kenne, wär absolut wünschenswert und ein Zeichen der Wertschätzung.

Ich weiss, das Internet ist ein Selbstbedienungsladen und wer publiziert ist eh der Dumme und doch ist mir der Austausch wichtig, nein gar nötig.  Als solches will ich mein Wirken verstanden sehen und so werde ich, immer noch, eine  sehr offene Informationspolitik verfolgen. In diesem Sinne gibt’s mein Plan auch, bei lieben Anfragen, in druckbarer 1:500 Massstab-Fassung.

Und allerletzt,

Es gibt kein geheimer Rundkurs auch wenn dies noch heute von gewissen Zeitgenossen hartnäckig behauptet wird. Mein Plan ist bis Mitte Feld 3 grösstenteils abgeschlossen und stimmt, was die Gangführung anbetrifft, recht genau.

Vorbeiträge
Auf Luisanet
Die Seemühle

Und im Blog
Seemühle, das ewige Werk
Seemühle, jähes Ende letzter Geheimnisse
Das Tor stand offen
Seemühle überall
Seemühle, was war? ,
Die Geheimnisse der Seemühle
Seemühle Borner AG
Das Geheimnis des Steinebrechers

Bilderseite zu den Werken
Seemühle

Bergbaueinsichten Brenden

am 12. November 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein grosszügig bebilderter Reisebericht wieder eines ehemaligen St Blasien Reviers, wobei dies Historisch nicht eindeutig belegt ist.  Also nochmals eine mögliche Fortsetzungsgeschichte, die mit auch die Grösse und vor allem den Reichtum  der damaligen Klostergemeinschaft begründet indes will ich, auf dieser Geschichte,  hauptsächlich Einblicke in den neuzeitlichen Bergbau gewähren. Der Beginn des 18. Jahrhunderts läutet das definitive Ende mächtigen Einflussnahme damaliger Klostergebiete ein. Industrieinvestoren  übernehmen allmählich die Schwarzwälder Erzgruben.

Bei Brenden im Südschwarzwald scheidet ein Schwerspat, Flussspat-Band mit Bleieinschlüssen die Landschaft im 7.5 Grad Azimut.

Revier Brenden

Dieses Erzband ist an verschiedenen Stellen, in verschiedenen Zeitepochen, angefahren worden. Noch heute kann man das Erzband, den zahlreichen  Aufbrüchen folgend, in der Landschaft präzise nachvollziehen. Etliche Tagebauschlitze zeugen von reger, wahrscheinlich spätmittelalterlicher Bergbautätigkeit.

Einige dieser Schlitze sind in später Zeit erneut aufgewältigt worden.

Revier Brenden

So auch dies Exemplar welches auf 3442529/5288907 erkennbar rund 15 Meter in die Tiefe ragt. Meine Begleiter und ich glauben, im Gegensatz zu  Hegle Steen, Autor Bergbau auf Lagerstätten des Südlichen Schwarzwaldes, dass dieser Schacht im 20. Jahrhundert als Lüftungsschacht erweitert wurde. Heute indes scheint dies Werk, der Nase nach zu urteilen, als Tier-Friedhof zu dienen. Man erkennt noch an einer Abflachung  die Wirbelsäule eines verstorbenen Säugers.

Nahe der Mettma liegt ein sauber Betoniertes Mundloch mit neuzeitlichem Gittertor  am Berghang.

Revier Brenden

Obschon die Gitterstäbe elegant durchgesägt sind, ich bin mal wieder Unschuldig, mündet dies Stollenwerk nach wenigen Metern im endgültigen Versturz. Interessant ist, das Mundloch sitzt westlich versetzt zum Erzgang.

Revier Brenden

Am Erzverlauf indes wird, nahe dem vergitterten Mundloch, baldig eine weitere Öffnung sichtbar die unmissverständlich zur Erkundung ruft.

Revier Brenden

Im Innern des Parallelstollens, wahrscheinlich Baujahr 19. Jahrhundert, sind vor einer Einbruchstelle einige moderne Lüftungsrohre deponiert. Die Rohre passen eindeutig zum vergitterten Mundloch und so ist auch schnell der Verbindungsstollen in die moderne Hauptstrecke, Baujahr um 1950, gefunden.

Revier Brenden

Die Hauptstrecke, ausgestattet mit 60er Schienen, Pressluftleitung und Drehstrom-Taltkabel , ist in Tagrichtung nahe Mundloch auch inseitig unmöglich passierbar.

Revier Brenden

Bergseitig folgt eine Lochblechverzimmerung die mit kleinem Durchschlupf  versehen ist.

Revier Brenden

Dem Durchschlupf folgend wird wieder ein Stück des alten Stollens fahrbar. Beidseitig ist dies Stollenwerk auch wieder unwiderruflich verbrochen. Indes schneidet dieser kleine Abschnitt ein Querschlag aus alten Tagen.

Revier Brenden

Eine Datierung dieser Haue erscheint schwierig zumal kaum ausmachbare Arbeitsspuren sichbar werden. Grob geschätzt könnte dieser Querschlag noch aus Sprengstofffreier Zeit stammen. Die Stollenhöhe ist minim und zeugt von allbekannter Klösterlicher Nächstenliebe gegenüber Besitzlosen.

Revier Brenden

Zurück in der modernen Hauptstrecke scheint Wasser allgegenwärtig zu sein umso mehr erstaunt bin ich ab des gutem Zustand der H-Träger-Lochblechauszimmerung.

Revier Brenden

Wenig Meter Bergwärts, wahrscheinlich in einer weiteren, ehemaligen Verbindung zu alter Hauptstrecke, man beachte den zugemauerten Stollen hinter dem Gestell, liegt die Sprengkammer mit zusätzlichem Zündersafe. Beides scheint nicht allzu fortschrittliche Schlisstechnik genutzt zu haben. Bei unserem Besuch indes waren beide Türen offen und die Spassmacher bereits weggeräumt.

Revier Brenden

Alte, ehemalige Strecke und neue Strecke treffen sich ab etwa 80 Meter Bergtiefe. Auch an diesem Punkt ist die alte, aus 19. Jahrhundert stammende, Grundstrecke verbrochen. Diese im Bild recht in den Versturz führend. Nun befindet sich der 20. Jahrhundert Stollen im Schwerspat, Flussspat-Band. Insbesondere der Schwerspat schien in der letzten Abbauperiode zu interessieren. Die par versprengen Bleikrümmel  die herumliegen dürften einzig das Herz einiger Mineraliensammler erhellt haben.

Revier Brenden

Wasser ist im Stollen immer noch allgegenwärtig. Die Gummistiefel erfreuen sich des würdigen Einsatzes.

Revier Brenden

In gefühlter tiefer Untertägigkeit, ich unterlasse weitere geschätzte Meterzahlen, folgt eine Stollenverbreiterung mit erstem erkennbarem Bergmännischem Abbau. Am Rand steht ein grosser Druckbehälter welcher viele Presslufthämmer erahnen lässt.

Revier Brenden

Der Blick in die Vertikale zeigt ein erster rund 10 Meter hoher Firstbau mit bergwärz zunehmender Höhe.

Revier Brenden

Nach weiteren Wasserreichen Passagen folgt ein nächster viel grösserer Abbau, diesmal ist dieser Firstbau auf der Hauptstrecke mit, leider ziemlich mittgenommenen, Rollenschanuzen  ausgestattet. Zu unserem Missfallen staut sich das Wasser im Rollenschnauzenbereich auf gut und gerne einen Meter.  Zwar starten wir den Versuch auf dem Pressluftrohr die Wassermassen zu umgehen doch dies Pressluftrohr durchquert eine Felsnase die wir nimmer passieren können. Auch die Idee mit der Wasserabsenkung mittels aufweitung des Wasserkanals ist schnell verworfen. Für uns ist leider an dieser Stelle Schluss.  Zur weiteren Befahrung sind Fischerstiefel notwendig.

Revier Brenden

Auch auf dieser Anlage obliegt das Nutzungsrecht auf die Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH. Beide Feldnummern 42911 und 42931 sind noch, wie aus der Karte des Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau zu entnehmen ist, violette Fläche, auf die Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH eingetragen.

Quellen
Topokartenbasis, udo.lubw.baden-wuerttemberg.de
Konzessionskartenbasis, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau
Historisches, Bergbau auf Lagerstätten des Südlichen Schwarzwaldes Helge Steen

Vorgeschichten Reviere St Blasien und Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH
Gurgelnde Bergleuts und sonstig Süddeutsche Erkundungen
Altbergbau vs. moderne Zeiten
Noch mehr Segalerbacher Fluoriter
Segalenbacher Flourite
Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

Goppensteiner Unterwelten

am 29. Oktober 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Mal wieder eine längst verhängte Goppensteiner Geschichte zu neulicher Befahrung jener Bleiminen am Rotengraben. In Begleitung einer lang bekannten Freundin galt unser Interesse hauptsächlich den letzten Relikten aus Ära Dionisotti 1946 bis ca 1965.

Bleimine Goppenstein

Die von Dionisotti wieder eröffneten Stollen liegen unter anderem in stattlicher Höhe zwischen 1800 und 1890 über Meer. Der Aufstieg ist heftig und Steil zugleich beginnt doch dieser ab Parkplatz 1216 müm. bei nur 2 Km Horizontaldistanz. Noch immer steht die Bergstation der Seilbahn, dem Zahn der Zeit trotzend, unverrückt an seinem Platze.

Bleimine Goppenstein

Die aufwendige Abbraum-Gleisanlage indes ist teils schweren Erdrutschen zum Opfer gefallen. Im steilen Hang finden sich immer wieder vergessene Zeugen jener letzten Betriebsepoche.

Bleimine Goppenstein

Stollen sind an Stelle Dionisotti etliche offen, dieses Exemplar jedoch könnte aus Vorzeiten stammen.

Bleimine Goppenstein

Dieses Stollenwerk mit dessen filigranen 60er Schienen stammt wenn doch eindeutig aus genannter Dionisotti-Ära. Im Innern folgt ein Abwurfkanal fürs wertvolle Bleiglanz welcher die Strecke 1820, Seilbahnnieveau verbinden solle.

Bleimine Goppenstein

Auch so im Stollen Rollenschnauzen die ein oberes Feld erschlossen. Wie jedoch die Spuren zeigen waren Dionisottis Erfolge eher bescheiden. Bleiglanz tritt mir als Leihen nur sehr sporadisch vors Sichtfeld und auch die Zeugen des effektiven Abbaus lassen auf ein riesengrosses Pleiteunternehmen schliessen. Alleweil ist oberhalb der Rollenschnauzen einzig eine kurze Erzbandauffahrung gebaut. Das Erzband wiederum konnte ich kaum erkennen.

Bleimine Goppenstein

Nicht minder Interessant die Talstation mit spektakulärer Verarbeitungsanlage auf 1237 müm

Bleimine Goppenstein

welche aktuell allmählich in der Wildnis versinkt.  Im Bild die Schütteltische der Flotationsanlage.

Ein gelungenes Highlight war die Befahrung des lang ersehnten Tiebelstollens  welcher am oberen Ende der Verabeitungsanlage startet. Dieser Stollen stammt, wies der Name sagt, auf Ingenieur Tiebels Epoche welche um 1902 dessen Blüte feierte. Leider lang auch Tiebel, mit dessen wuchtig überdimensionierten Bergbau-Infrastrukturen, weit unter den Erwartungen. Der Stollen indes sollte, über alle weiteren Bergbauepochen hinweg, immer wieder Neuaufwältigung und Pflege erfahren.

Bis anhin war mir der Besuch des Tiebelstollens bei 50 cm Wasser eine definitiv zu nasse Angelegenheit doch diesmal schienen mir die Barbaras wohlgesinnt zu sein und das Wasser war zeitig nur minimal überm unteren Pressluftrohr.

Bleimine Goppenstein

Auf dem Rohr tänzelnd konnte ich, trockenen Fusses, somit beide Wasserstauungen überbrücken bis ins Tiebelsystem.

Bleimine Goppenstein

Nach 200 Stollenmeter gabelt sich das Werk ein zweitmalig in Hauptstrecke und Abzweiger.  Diesmal die oft erwähnte Verbindung zum Dahlstollen als Bremsberg. Leider ist bald, nach 15 Meter, unwiderrufliches  Ende,  der Bremsbergstollen ist bis Stollendach mit Wasser gefüllt.

Bleimine Goppenstein

Staunenswert, die Bremsbergseilwinde die noch immer, auf verfaulten Querhölzern, oberhalb des Hauptstollens thront. Die zahlreichen Drahtseilwindungen auf der Trommel lassen auf ein sehr tiefes Gesenk schliessen.

Bleimine Goppenstein

Bald kreuze ich, an nächster Verzweigung,  die oben an mir fliessende „Roti Lowina“.  Wuchtiger Regenfall im Stollen erklärt die Herkunft des Wassers. Die schützenden Wellblecher sind leider vom Gestell gefallen womit ich diese Wasserschlacht, der linken Strecke folgend, auf mich nehmen musste. Der rechte verstürzte Abzweiger indes sparte ich mir auf kommende Besuche auf. Ob dieser weiterführt bezweifle ich, viel eher vermute ich eine verfüllte Abwurfvorrichtung.

Bleimine Goppenstein

Kleiner Plan zur Verdeutlichung, gross machen, Anklicken. Quelle Kartenbasis map.geo.admin.ch

Der rote, orange und gelbe Stollen stammt aus der Tiebelära. Die höher liegenden Stollen, in Pink dargestellt, sind der letzten Dionisotti-Ära zuzuordnen. Am Tiebelstolleneingang, oberhalb der Lötschbergverladestation, liegt die aktuell gut versteckte Aufbereitungsanlage, diese auch aus der Dionisotti-Epoche. Im Berg sollen bis 2200 müm noch etliche Stollen aufgefahren worden sein die ich indes nicht weiter kenne und auch, meines Wissens, sehr schwierig zu erreichen seien.

Vorgeschichte zum Goppenstein Bleibergwerk
Goppenstein die Zweite

Hauptgrube Mürtschenalp

am 22. Oktober 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein kleiner Höflichkeitsbesuch mit neuen Entdeckungen.

Momentan bin ich im Trainingsmodus, ich weiss die Bündner Bergbaufreude werden mich im 2018 wahrscheinlich wieder ziemlich fordern abgesehen davon könnt ich auch noch ruhig wieder etwas schlänker werden also, die Gelegenheit zu sportlichem Sonntagsspaziergang.

Bevor ich jedoch die Hauptgrube bestieg wollte ich den Erzbetteinstieg auf mögliche Zugänglichkeit prüfen.

Erzbett Mürtschenalp

Fazit, das superschmale Mundloch steht immer noch jetzt indes fein säuberlich mit Steinen abgedeckt. Hinein würd weiterhin funktionieren doch a) brauchts eine äusserst aktive Schaufel innen und aussen und b) es wird eng und sehr gefährlich. Ich bin froh das ich dies Bergwerk kenne und ichs sauber auf Kupfergrube Erzbett Mürtschenalp Dokumentiert habe. Nochmals dies Martyrium tue ich mir wahrscheinlich nicht mehr an.

Somit zogs mich weiter ins Hauptwerk über den sauber ausgebauten Verbindungsweg. Wie üblich liess mich der Orientierungssinn im Stich und ich verpasste sträflichst die Abwärtsabzweigung. Also angelte sich die ungeschickte Luisa das abartig steile Bachbett hinunter bis ans Mundloch. Unten angekommen erkannte ich den grosszügig ausgebauten Weg welcher, trotz blauer Markierung, ich oberhalb definitiv verpasste.

Hauptgrube Mürtschenalp

In der Tagestrecke, oberste Sohle, wie üblich schönstes Stollenfeeling.

Hauptgrube Mürtschenalp

Die Lichtverhältnisse verlangen noch ein Foto, diesmal eines rückwärtsgerichtet zum Mundloch hin.

Hauptgrube Mürtschenalp

Und auch wieder, das obligate Bild den Hauptschacht hinter, welchen ich diesmal nicht befahren mochte. Ich entschied mich für die Welnesstour über den nicht so steilen Schacht aus der Weinmann-Ära.

Hauptgrube Mürtschenalp

Auch die unteren Strecken sind immer noch äusserst Fotogen.

Hauptgrube Mürtschenalp

Und noch eines ehe ich mich allmählich wieder der Forschung zuwandte.

Hauptgrube Mürtschenalp

Wie üblich gibt’s da noch die mysteriöse Abteufung die, gemäss einiger Forscher, eine Tiefe von über 12 Meter drauf haben solle. Die bekannten Grubenplänen spezifizieren eine Maximaltiefe von + 5 Metern. Indes ist der Schacht nicht ohne Grund angelegt worden und im Aussenbereich findet sich ein genannter „Tiefer Stollen“ welcher gut und gerne 12 Meter unter meinen Füssen, nur kurze 6 Meter, in den Berg getrieben wurde.

Hauptgrube Mürtschenalp

Dieser  Tiefe Stollen ist am Mundloch zu praktisch ganz zugefallen im Innern indes von stattlichen 2.5 Metern Höhe dafür, wie erwähnt, nur von sehr kurzer Länge und, eben, noch weit weg von der Abteufung. Im Stollen selbst gibt’s nicht das scheue Anzeichen eines Kupfererzes. Interessant jedoch der Tiefe Stollen wie auch die Abteufung sind im Plan von Emil Stöhr aus 1865 genannt. In den Aufzeichnungen von Fehlmann 1919 wird auf diese Bauwerke nicht näher eingegangen. Will heissen in letzter Abbauperiode, Gustav Weinmann 1916 bis 1919, blieb die Abteufung wahrscheinlich uninteressant Wassergefüllt.

Hauptgrube Mürtschenalp

Mal der Vollständigkeitshalber ein Bild des Hauptmundlochs mit, ausnahmsweise, wenig Vegetation also mehr oder minder freie Sicht. Ich wollte nach wie vor mich dem alten Knappenweg annehmen was bei bescheidener Begrünung deutlich einfacher erschien.

Anfänglich war die Transportinfrastruktur recht fix eruierbar und auch weitere, mir bis anhin verborgen gebliebene, Details traten zu Tage.

Hauptgrube Mürtschenalp

Oberhalb des Knappenwegs und unterhalb der alten Gruben steht, gut getarnt, eine wuchtige rund 2 Meter hohe Mauer im Tal. Leider reichte die Zeit nimmer um mich in diese Zone zu begeben den allmählich schien der Tag ins Dunkle zu wechseln und ich wollte ja noch die Spuren des alten Knappenwegs bei guter Lichtsituation aufspüren.

Hauptgrube Mürtschenalp

Der Blick abwärtsgerichtet zeigt die heutige Alp und die kleine Baumgruppe, Bildmittig, wo einst das Pochwerk stand. Also rein Theoretisch banal um hier den Weg zu finden würde man meinem doch weit gefehlt, nach rund 100 Meter verliert sich jede nur so kleine Spur des Weges und ich fand mich wieder in der schier unüberwindbaren Steinwüste.

Doch auch dies Hindernis war mir wohlgesonnen womit ich noch bei Sonnenlicht  den Gsopnbach erreichte.

Noch nachliefernd hier ein aktueller Plan des Hauptbergwerks um meinem Texte was Weniges an Verständlichkeit einzuhauchen..

Hauptgrube Mürtschenalp

Plan gross machen, Plan anklicken.

Sumasumarum, in der Mutschenalp gibt’s noch einige ungeklärte Geheimnisse die auf Klärung warten. Obs dies Jahr noch reichen wird mag ich indes bezweifeln, der Schnee dürfte bald mal die Gegend eindecken.

Vorgeschichten Mürtschenalp
Kupfergrube Erzbett Mürtschenalp
Uranier und sonstwie Hochdekorierte
Kupfer und Silberbergwerk Mürtschenalp
Mürtschenalp, eine Wanderung
Die Bilderseite: Mürtschenalp

Gurgelnde Bergleuts und sonstig Süddeutsche Erkundungen

am 21. Oktober 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es ist mir klar dass die wohl fleissigsten Leser und Leserinnen, wobei Zweitere ich anzweifle, in der Abteilung 9 des Regierungspräsidiums Freiburg domiziliert sind.  Insbesondere meine Süddeutschen Geschichten werden mit Argusaugen minutiös mit verfolgt. So stelle ich mit Freuden stelle ich fest dass meine Grubenpläne derer, etwas realitätsfremden Herrschaft überaus zu gefallen scheint. Nun dieser Beitrag ist mal denen da drüben vom fernen Eck gewidmet wenn doch ich, diesmal, da pfeifengerader  Erzgang, ich aufs Plänchen gänzlich verzichte.

Ohnehin weiss ich reichlich wenig übers Revier Grafenhausen.

Bergmann Gurgelholz

Unteranderem vielleicht dass dieser arme Facharbeiter seit 1972 ohne Arbeit sei. Darum diese Geschichte hauptsächlich der Bilder willen hier sein Plätzchen.

Es gibt im Schwarzwald reiche Flussspat und Schwerspatvorkommen die sich in verschiedenen Zeitepochen als immer wieder Abbauwürdig erwiesen. Am Gurgelholz und am Müllersberg bei Grafenshausen verläuft ein Schwerspatgang von Nord nach Süd. Dieser, mit reichlich Blei angereicherte, Erzgang inspirierte anfänglich das Kloster St Blasien, im Mittelalter, zum Abbau.

Schurf am Müllersberg

Aus Mittelalterszeit stammt dieser handgeschrämte Schurf am Müllersberg.

Die neueren Geschichten Datieren bis ins Jahr 1974 und standen unter der Regie der Fluss- und Schwerspatwerke, Pforzheim.

Schwerspatgrube Gurgelholz

So auch dieses schmucke Gitter am Gurgelholz welches ins Zeitgenösse Bergwerk führt. Sorry Abteilung 9, das Tor stand offen und mit etwas Realitätssinn, wird man unschwer erkennen können dass dies Tor immer wieder offen stehen wird.

Schwerspatgrube Gurgelholz

Nun ja, im Eingangsbereich, alles was zum 1970er Bergbau gehört, Sprengmittelkammer mit separatem Zündersafe, Stollenbahnausweichstrecke und jede Menge Zeugs was irgendwie doch eher sekundär zum Bergbau passt. Badewanne, Leitplanken und PKW-Getriebe sind definitiv nach Ära Fluss- und Schwerspatwerke, Pforzheim in den Stollen gewandert.

Schwerspatgrube Gurgelholz

Anschliessend Rollenschnauzen vom Feinsten, zwischendrin jeweils Fahrtürme welche die Befahrung bis zum First möglich machten. Der Erzgang verläuft, wie bis anhin gewohnt im Schwarzwald, senkrecht durchs Gestein.

Schwerspatgrube Gurgelholz

Und noch mehr Rollenschnauzen, diesmal im Blick zurück.

Schwerspatgrube Gurgelholz

Nicht jede Rollenschnauze überstand den Zahn der Zeit, manche dieser Bauwerke sind unter dem Schuttdruck komplett eingebrochen. Um den rund 400 Meter langen Stollen endzubefahren muss zwischendrin ein Rollenschnauzeneinbruch überklettert werden.

Schwerspatgrube Gurgelholz

Oberhalb der Rollenschnauzen öffnet sich ein etwa 50 Meter mächtiger Schlitz. An zwei Stellen ist dieser Schlitz, wie bereits Erwähnt, ausgebaut mit Fahr und Fördertürmen um den Abbaufirst zu erreichen.

Schwerspatgrube Gurgelholz

Im Fahr und Förderstollen sitzt die Pressluftleitung fest verankert. Am Boden liegen immer wieder Bewetterungsrohre was und zur genauen Prüfung der Luftqualität veranlasste. Indes gibt’s bezüglich Atemluft keinerlei Grund zur Sorge, Werte sind bis Stollenbrust normal.

Revier Grafenshausen

Wers besuchen will, dies schmucke Bergwerksrelikt, kleines Plänchen geklaut von udo.lubw.baden-wuerttemberg.de

Karten-Stao

Und weitere Schwerspat / Flussspatgeschichten aus dem Schwarzwald
Altbergbau vs. moderne Zeiten
Noch mehr Segalerbacher Fluoriter
Segalenbacher Flourite
Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

Revier Gnadensonne

am 01. Oktober 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Wieder ein mal, nach langer Abstinenz, wagte ich ein kleines Hallo ins Berner Oberländle. Einer meiner ersten erkundeten Bergbaurelikte, genannte Gnadensonne bei Trachsellauenen, liess seit 2011 einige Fragezeichen offen. Unterdessen, mein Begleiter Matti und ich, durchwegs im Seil beübt, stiegen wir ab in allerlei Zwischensohlen dieses legendären Bleibergwerks. Die Gegend, das Japanerüberlaufene  Lauterbrunnental, zweifelsohne, schon nur der Landschaft willen, immer wieder ein Besuch wert. Und das Bergwerk, welchem seit 1470, in wechselenden Abbauperioden, deren 6 sind genannt, immer wieder Aufmerksamkeit geschenkt wird, war diesmal auch unser Hauptziel. Die Stollenwerke folgten einem Barytgang und dienten vorwiegend der Förderung von, eben Schwerspat, Blei und Zink wobei das Hauptinteresse damals dem Blei galt. Ich selbst, mit doch eher minimalen Gesteinskenntnissen, erkannte kein, fast senkrecht verlaufender, Barytgang in den Wänden und Firsten. Einzig die UV-Lampe meines Begleiters könnte den Schwerspat punktuell etwas zum Erhellung bringen.  Nun ja, die Gesteinskunde ist auch keineswegs meine Kerndisziplin indessen offenbarten sich mir einige fein entwickelte Handwerkskünste damaliger Bergbautradition.

Die gefundenen Artefakte wie auch die schwer erreichbaren Stollen  machen diese hiesige Geschichte definitiv äusserst Bildintensiv. Mal beginnend, ganz entgegen meiner Tradition, sollen erstmals die Pläne sprechen.

Bergwerk Hauriberg um 1790

So richtig Leben kehrte ins Bergwerk um die Jahre 1790 ein, damals sind etliche Anlagen entstanden aus dem Bergwerk im Hauri entsteht das mächtige Revier Gnadensonne.  Johann Niklaus Schiel malte, um 1790 die Bergwerksanlagen in Aquarell. Das hier gezeigte Bild, mit Seigerrissdarstellung der Gruben, hängt gegenwärtig im Schloss Oberhofen. Eine zweite Fassung dieses Bildes, gleicher Künstler und gleich Datiert, zeigt die gleiche Landschaft indes mit aufgesetzter Stollenanlage in Grundrissdarstellung. Dieses Bild weilt heute in Privatbesitz bei Prof. Dr. Ernst Niggli.

Zweifelsohne war meinerseits das Verständnis der Grubenanlagen nie bedingungslos gegeben zumal ich nur Teile des Erbstollens kannte.

Gnadensonne Grubenplan Escher

Quelle: ETH Bibliothek

Auch die um 1805 entstandene Markscheiderrei  von Hans Conrad Escher war nicht restlos einleuchtend also versuchte ich mich am 15. März 2014 in verständlicher Transkribierung und es entstand, im Beitrag „Auf, ab, hinten, vorne Trallala“ beschrieben, die Grundbasis eines Luisaplanes in leuchtenden Farben.

Trotzdem war immer noch nicht jede Logik logisch, es fehlte der Einblick.

Grubenplan Gnadensonne bei Trachsellauenen nach Luisa

Plan gross machen, Plan anklicken.

Der heutige Plan ist etwas angewachsen und lebt von meinen Ergänzungen.  Ich glaube um 1800 begannen umfangreiche Erschliessungsarbeiten um ein kommerziell rentabler Abbau starten zu können.  Weder die Rendite noch der Abbau wurde je so richtig geweckt,  die Expertise vom, ebe,n genannten Herrn Hans Conrad Escher war vernichtend und verpasste dem Bergwerksbetrieb den letzten Todesstoss. Nur noch wagemutige, äusserst Bergbauinteressierte oder die nahe Dorfjugend stieg in dies Unterwerk. Eine umfangreiche Inauguraldissertation  von Jean Pierre Saheurs aus dem Jahre 1974 liegt vor, auf die ich mich oft bei meinen Ausführungen beziehe.

So will ich nun, nach solch langatmigem Vorwort, den Leser, die Leserin, ins Tief Trachsellauischer Bergwerke führen.

Oben beginnend,

Schurf A1 Gnadensonne

Alter Schurf A1, an dieser Stelle dürften die Erze damals entdeckt worden sein. Der kleine Schurf rund 5 x 5 Meter liegt parallel zum Felsbandverlauf neben Mundloch 3.

Und eins tiefer,

Gnadensonne

Die erste Sohle (A6 und 5) war, übers Mundloch 3  schnell mittels Seil erreicht. Auf dieser Ebene führen zwei Schächte in die noch unbekannte Tiefe. Über dem vorderen Schacht liegen zwei handgewiefelte Fahrten neuerer Zeit, sprich Bubenleitern um 1970, ob diese Jean Pierre Saheurs baute mag ich indes bezweifeln. Der hintere Schacht führt bis auf den Erbstollen A11, der vordere Schacht mit der Nummer 7 schliesst an A8. Am Schacht 7 ist eine sauber gezimmerte Schachtkopfverbauung eingepasst in welcher,  noch heute gut sichtbar, Stirnseitig , die Aussparungen für die Haspelstützen offen liegen. In diesem Schacht war eindeutig bis zuletzt ein Haspelaufzug im Einsatz. Im Vordergrund liegt noch ein leeres Schächtelchen Blitzleuchten.  Bei diesem Artefakt, wie auch bei allen weiteren ausgebrannten Blitzlampen, verdächtige ich indes Jean Pierre Saheurs da solch Dinger im 1970 sehr beliebt waren und in der DIS von Saheurs, reichlich zu tode geblitzte, Stollenbilder zu finden sind.  Das Seil wie auch mein Militärrucksack im Bild gibt ein ungefährer Einblick der Stollen-Proportionen. Stehen ist in der ganzen Stollenanlage möglich und die Hunte, vermutlich auf allen Ebenen im Einsatz, waren einst das Mitteldornsystem.

Gnadensonne Strecke 5

Das frühere Mundloch, auf meinem Plan Nummer 2 im Kreis, ist bald verstürzt. Nach Grubenplan könnten rund 2 Meter des Stollens 5 eingebrochen sein Ansonsten überrascht die Anlage mit dessen tadellosen Zustand.

Gnadensonne Schacht 7

Eine Sohle tiefer, Blick aufwärts, zeigt Schacht 7 mit ausgebautem Schachtkopf. Im Schacht steht ein Baumstamm welcher auch eher neueren Datums ist. Der Stamm lässt in meiner Fantasie der verzweifelte Versuch eines Hochstiegs aus misslicher Lage erahnen, das passende Skelett indes ist mir nicht begegnet.

Gnadensonne A8

Eine ebene Tiefer, diesmal nach Plan die grüne Sohle A8, wird erstmals etwas weniges Wasser sichtbar. Jede Menge verrottetes Holzzeugs liegt herum. Ich glaube gar zeitweilig etwas Holz der Mitteldornbahn am Boden zu erkennen.

Gnadensonne A14

Der Abstieg in die nächste Sohle erfordert wieder ein Seil. Entgegen meiner mitgebrachten Ausrüstung, waren  am Schachtkopf indessen die begehrten 2 Schlaganker, durch den Vorbefahrer, bereits vorbereitet.  Dieser Abstieg beschrieb  Saheurs als äusserst wässerig womit er auf die Erkundung der, nach Matti Lachsfarbene Sohle, verzichtete. Wir wussten uns, in Gummistiefel, gekonnt über den See hinaus zu schwingen.  Auch in diesem Stollen A14 liegen interessante Artefakte. An der Wand angelehnt ein Stückt Holmen einer Fahrte.

Gnadensonne A14

Diese Sohle schliesst gefährlich an den 2 grossen Schacht Nummer 18 an. Einzig ein kleiner Weg führt in den weiteren Stollen. Im Schacht 18 hängt noch ein altes Seil eines Vorerkunders. Wir indes nutzen, den mit unserem Seil erschlossenen, Schacht 10 um die letzte Sohle mit dem Gross an Ausrüstung zu erreichen.

Gnadensonne Schacht 10

Dieser Schacht 10 ist als angefangener Strossenbau  durchgängig bis Erbstollen A11. In dieser Zone ist ein scheuer, aber gezielter Abbau erkennbar ehe das Bergwerk die Tore definitiv schloss. Schacht 10 wie Schacht 18 bildeten zusammen mit der Grundstrecke A11 die Vorrichtstrecke.

Nachdem nun die schwere Ausrüstung, dank der Schwerkraft, die unterste Sohle erreichte, sammelten wir Seile ein und genossen unser Mittagslunch ehe wir die Erbstollenanlage genauer untersuchten.

Gnadensonne Mundloch N11

Der Eingang ist gegenwärtig wunderschön herbstlich beblumt

Gnadensonne Mundloch N11

und links des Mundlochs schmückt, in hübscher Kaligrafie, die Stollenwerkbezeichnung N11.

Gnadensonne N11

Querschlag N11 gewinnt bald an stattlicher Profilhöhe bis zu 3 Meter. Der Stollen war als zweiteilig konzipiert,  in den unteren 50 cm sollte die Wasserhaltung funktionieren im oberen Teil war einst ein Bretterboden  mit Mitteldornschienensystem eingepasst. Heute sind nur noch die Eintiefungen der Kalthölzer in der Stollenwand ersichtlich.

Gnadensonne Schacht 10

Baldig kreuzen wir unser Abseilschacht Nummer 10, inzwischen jedoch dieser ohne Seil, im Bild Blick nach oben.

An Schacht 10 stösst Querschlag N11 auf die Grundstrecke A11. Der Südöstliche Stollenfortsatz A11 ist in kurzer Höhe von 2 Meter geschlagen und mit wenig Erzreichtum belohnt. Die Nordwestliche A11 Strecke indes gewinnt Zusehens an Profilhöhe bis etwa 3.5m.

Gnadensonne A11

Auch diese Strecke ist grösstenteils als Wasserhaltungsstrecke gebaut Wasser gibt’s somit genügend und unsere Gummistiefel erfreuen sich eines ausgedehnten Einsatzes. Im ca Meterabstand sind auch in diesem Werk die Kantholzvertiefungen noch gut erhalten.  Auch in dieser Zone war einst ein Holzboden mit Schienensystem, oberhalb 50 cm Stollenboden, eingepasst.  Neu jedoch, ab Schacht 10, solle, so glaube ich,  dieser Streckenabschnitt  als Förderstrecke für den oberhalb angesetzten Firstenbau dienen. Bevor jedoch der eigentliche Abbau begann schloss die Bergwerksgesellschaft.

Gnadensonne A11 Nische Heilige Barbara

Nicht unweit des Schachtes 10 glaube ich die Nische der heiligen Barbara gefunden zu haben.

Gnadensonne A11

Bei Kreuzung Schacht 18 wird die Stollenwand allmählich rostiger. Von Schacht 18 ist einiges interessantem Material herunter gedonnert. Insbesondere die Holzreste lassen interessantes erkennen.

Gnadensonne A11

Ein Balken mit noch zwei eingeschlagenen Fahrtenklammern liegt am Schachtrand. Das dieses Teil einst, im oberen Bergwerksteil A15, eine Leiter festklammerte, liegt auf der Hand. Indes kennen wir bis heute diese wahrscheinlich ältere Grube „Im Hauri“ gar nicht. Das Mundloch 4  zur Grube A15 ist verschüttet. Die einzige Möglichkeit der Erkundung besteht über Schacht 18 in Vertikaltechnik ein Projekt dessen wir uns gerne mit gebührender Vorbereitung annehmen werden.

Gnadensonne A11

A11 wird zunehmend Fotogen. Eine kleine Wassersammelabteufung Nummer 28 muss überturnt werden ehe der Weiterverlauf fahrbar wird. Nun beginnen einige verzweifelte Suchstollen die jedoch keinerlei Erzreichtum von sich gaben. Der Stollen mindert dessen Profilhöhe erneut.

Gnadensonne A11

Im Bild auf A11 die Sicht vom Absatz aus in Richtung Tag.

Gnadensonne Installationsfläche

Und allerletzt ein Blick auf die Installationsfläche vor dem Erbstollen Gnadensonne. Links am Felsen das Mundloch.

Die Vorbeiträge zu Gnadensonne zu finden auf:
Die Erstgeschiche Das Innenleben der Postkartenschweiz
Die Fortsetzung Gnadensonne
Eine weitere Geschichte Blei und Silbermine Gnadensonne
Die Zweitletzte Gnadensonne, ich wills genau wissen
und die Letzte Auf, ab, hinten, vorne Trallala