WWW-Links

Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Archiv der Kategorie 'Steinerne Unterwelten'

Weihnachtliches Bitumen

am 02. Januar 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es war der 25. Dezember und das traditionelle Bitumen-Wunderkerzensuchen stand wieder an. Wie üblich gibt’s im Val de Travers einige Sehenswürdigkeiten die auf Erkundung warteten. Wie üblich auch ist der 25. Dezember ideal für den Blick hinter die Gartenzäune.

Geologischer Atlas Val de Travers

Auf der Geologischen Karte lagen immer noch uns unbekannte Mundlochsymbole die auf uns warteten.

Erste Station unseres Ausflugs lang im bekannten St. Sulpice. Beim letzten Besuch, auf Saint-Sulpices Zementer und weitere Pilze beschrieben, blieb noch ein kleines Fragezeichen zu einer unbekannten Asphaltmine offen.

Asphaltmine St. Sulpice

Das Mundloch war schnell gefunden und das unterste Viertel war idealerweise offen doch leider füllte das heraus drückende Wasser die gesamte Öffnung. Ein Tauchgang wär nötig gewesen, ganz und gar nicht mein Ding insbesondere beim Dreckswetter welches vorherrschte.

Also weiter ins Dörfchen Travers respektive aufs riesige Minengelände „La Presta“.

Grubenplan La Presta 1920

Grubenplan aus der Geotechnischen Serie 009 geklaut

Ein Grossteil der Gruben ist heute als Besucherbergwerk genutzt doch einige Sehenswürdigkeiten sind durchaus noch offen und längst vergessen. Eines dieser Untertagebauten liegt im westlichsten Zipfel des La Presta Areals und hört auf den Namen „Galerie Essai“.

Galerie Essai Travers

In einer prächtigen Stützmauer, tief im Wald, sind, an den äussern Enden, zwei Mundlöcher fahrbar wovon das einte bald verstürzt erscheint.

Galerie Essai Travers

Das zweite Mundloch indes führt in eine reichlich belebte Asphaltmine der „La Presta Gruppe“.

Nahe dem Eingangsbereich tummeln sich zwei Dachse in erstaunlicher Ausgelassenheit durch die Grundstrecke. Die verlassene Grube scheint in der Tierwelt als absoluter Geheimtipp zu gelten. Leider verzogen sich die beiden Dachse in eine Spalte während wir die Fotoapparate hervor kramten.  Der strenge Stollendurft und die zahlreichen Tierskelette blieben uns indes bis zum Schluss erhalten.

Und nicht weit an erster Stollenkreuzung machten sich zwei ausgewachsene Füchse bemerkbar. Der Einte folgte, im Fluchtmodus, der Hauptstrecke durchs kalte Nass während zweites Tier die Querstrecke bevorzugte.

Galerie Essai Travers

Die Querstrecke endet in Stollenbrust. Auch der einte Fuchs, welcher am Gegenende des Tümpels unser Treiben beobachtete, machte solch Feststellung. Nun ja, somit steht fest, der Plan von 1920 stimmt, eine erhoffte Verbindung in die benachbarte „Nouvelle Mine“ existiert nicht. Und auch die damaligen Mundlöcher der  „Nouvelle Mine“ gibt’s definitiv nimmer.

Aber, auf em Weg zu weiteren Geheimnissen, lohnte doch noch ein Blick in den Besucherstollen „La Presta“. Zum Glück war der Lichtschalter nicht weit.

Hauptstrecke La Presta

Im Bild der letzte Hauptstollen des Asphaltbergwerks La Presta, bis 1986 als Förderstollen aktiv, aktuell, eben, als Besucherbergwerk amtend. Leider war eine intensivere Befahrung nicht möglich.

Asphaltfabrik La Presta

Und auch die Asphaltfabrik, die heute das Tiefbauamt nutzt, verwehrte uns den Zugang zum Hauptförderschacht.

Asphaltfabrik La Presta 1930

1930 sah die Fabrik deutlich besser aus, wenn doch der Hauptbau noch heute in etwa der historischen Fotografie entspricht.

Gut gibts im Val de Travers noch einige spannende Bergbau und Industrierelikte.

Mittelspannungsschaltanlage Travers

Nicht unweit der Asphaltfabrik thront noch heute der Mittelspannungsschaltturm welcher einst Travers, die Asphaltfabrik  und die nachfolgende Asphaltweiterverarbeitungsfabrik miteinander verknüpfte.

Asphaltverarbeitung Travers

Die Asphaltweiterverarbeitungsfabrik steht noch heute, Einziger Unterschied, bis ca 1940 war diese Anlage Teil eines feinen Kalkbergwerks welches Kalkkies für die Bitumenbeimischung förderte.

Das Bergwerk mit Namen „Petite Mine“ gibt’s noch heute und tut, gemessen am grossen Asphaltbruder, mit bescheidenen 2200 Stollenmetern, dem Namen alle Ehre. Anno domini führte, aus dem Mundloch, eine Schienenbrücke direkt über die Silos der Asphaltbeimischeinrichtung.  Heute ist die Brücke rückgebaut doch der Hauptstollen, welcher den Kalkhügel anfährt, lebt noch.

Petite Mine Travers

Zwar ist dieser Hauptförderstollen etwas ramponiert doch, trotz eingebrochener Seitenwände, irgendwann, gefühlte 30000 Kilometer, erreicht man das Hauptbergwerk.

Petite Mine Travers

Schneeweisser Kalk wohin das Auge reicht und hin und wieder 60er Schienen. Im Bild die Schienen über eine Arbeitsgrube verlegt.

Petite Mine Travers

Nicht unweit das passende Fahrwerk einer Kipplore.

Petite Mine Travers

Nahe dem Eingang steht noch immer ein Zündersafe ohne dazugehörige Türe,

Petite Mine Travers

Und in greifbarer Nähe das passende Sprengstoffmagazin.

Das Kalkbergwerk schliesst, über verschiedene Durchgänge an ein Untertagesteinbruch.

Petite Mine Travers

Der Steinbruch, auch in leuchtend heller Kalkfarbe, diente einst der Quaderherstellung fürs Bauwessen. Einige Indizien deuten auf eine Betriebszeit um Ende 19. Jahrhundert.

Petite Mine Travers

Auch in dieser ehemaligen Arbeitsstätte verewigten sich Arbeiter mittels gehauenen Texttafeln. Was auf der Tafel zu lesen ist konnte ich indes nicht weiter entziffern.

Zur Petite Mine gibt’s vom Speleoclub Travers gebaut, ein ausführliches PDF mit Grubenplan unter: Plan_PetiteMine.pdf.

Und meine Vorgeschichten zu Val de Travers

Weihnachten 2018 Saint-Sulpices Zementer und weitere Pilze

Weihnachten 2016 Heimische Erdöle

Schiefrige Öler oder andersrum?

am 25. November 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ist bereits en paar Monde her, damals auf der Durchreise Richtung Comer See, siehe Vorbeitrag, als noch en Schmuckes Bergwerk auf Schweizer Seite uns lockte. Dies Bergwerk, bekannt unter Namen wie Tre Fontane oder Serpiano, liegt am Monte San Giorgio und solle bis in die 1950er Ölschiefer gefördert haben.

Das Bergwerk, man nennt etwa 1500 Stollenmeter, ist durchwegs sehenswert und gut und gerne grösstenteils fahrbar.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Wenn doch der Einstieg über die Galleria Arnaldo eher sportlich erscheint.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Bald jedoch, nach einem Versturz welcher noch im 1989 die Weiterfahrt sperrte, wird’s wieder stehend und bequem. Die berühmte Lore vor dem damals nicht passierbarem Versturz, ziert zahlreiche Fotografien  kreuz und quer durchs www. Versatzwände sind kunstvoll entlang der Abbaufelder gesetzt.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Die einzige verbleibende Streckentafel erleichtert die rückwirkende Orientierung ungemein.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Die Förderstrecke Arnaldo ist mit 60er Schienen neuerem Datums ausgebaut. Die Öllschieferschicht fällt knappe 40 Grad Ost-West.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Zeitweilig wieder reichlich versetzte Abbaustrecken mit punktuell eingelassenen Abwurfgesenken.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Manche dieser Abwurfgesenke wurden in späteren Epochen zu Fahrgesenken umgerüstet. Mittels solchen Gesenken gelang uns die etwas holprige Fahrt in tiefer gelegenen Sohlen.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Auf Sohle Santa Barbara oder sonst so einer Heiligen, ist ein improvisierter Kunstraum mit diversen Exponaten zeitgenössischer Kunst eingerichtet. Ich selbst indes beschränk mich in dieser Geschichte definitiv aufs Bergbausachthema.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

In der untersten Sohle, nach bekannten Plänen Galleria Fortuna, wird’s  in Tagrichtung, nicht weit vom Mundloch fern, richtig brüchig. Die einzige gefundene Türstockzimmerungsstrecke ist eindeutig durch und Schrot.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Auf Gegenseite, Tag ins Berginnere, versuchte einst jemand eine Lore in feinem Karton nachzubilden. Nicht weit hinter dem Selbstbaugefährt ist der Stollen eingebrochen. Die Stelle ist, wie bereits erwähnt, vom Bergwerkinnern aus bis an die zusammengedrückte Türstockzimmerung fahrbar.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Gut zu erkennen aktuell die 5 Halden vor den ehemaligen Mundlöchern. Der Einstieg ins System ist gegenwärtig nur noch über die Galleria Arnaldo, am schmalen Einstieg auf 716053 / 85340 / 740 m, möglich. Der unterste, vergitterte Stollen ist nach wenigen Metern eingeknickt und nicht mehr fahrbar.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Der Seigerriss ist  nicht über jeden Zweifel erhaben. Es geistern einige teils, was Gesamtlänge des Bergwerks anbetrifft, recht widersprüchliche Pläne umher. Ob meine Zeichnung hier ein tauglicher Kompromiss sei,  kann ich leider nicht eindeutig beurteilen. Die Verwendung verschiedenster Werkzeuge wie auch relativ genaue Mundlochkoordinaten veranlassten mich zu besagter Stollenausdehnung von maximal 185m auf Santa Barbara.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Der Grundriss folglich ergibt in etwa dies Bild. Beide bekannte Mundlöcher sind als blaue Punkte dargestellt. Die Orange Fläche ist ein ungefähres Abbaufeld und Rot sind die Stollenverläufe eingetragen.

Beide Pläne gibt’s im Grossformat als PDF als Seigerriss auf plan_tre_fontane.pdf und als Grundriss auf trefontane.pdf

Geschichtliches

Seit dem 18. Jahrhundert wurde am Monte San Giorgio Ölschiefer wegen des brennbaren Öls Bergmännisch gefördert. Ab ca. 1900 begann man die Öle, in der eigens erbauten Fabrik bei Meride, für medizinische Zwecke zu nutzen. Unter dem Namen „Saurolo“ vermarktete man das pharmazeutische Produkt welches hauptsächlich zur Behandlung von Hauptkrankheiten verwendet wurde.

Um 1916 waren die heute 5 bekannten Stollen auf eine Gesamtlänge von 900 Meter aufgefahren.  Das Bergwerk lieferte bis zu diesen Jahren geschätzte 2100 Tonnen verwertbaren Ölschiefer. In desn Jahren um die 1940er wuchs die Stollengesamtlänge auf 1500 Meter an.

1950 wurde der Abbau von Ölschiefer, 1954 auch die Produktion und der Vertrieb von Saurolo eingestellt.

Die alte Fabrik steht noch immer bei Spinirolo

Links

Zu den Ölschieferbergwerken auf Monte San Giorgio

Die Bergwerke um 1989 auf Familie Keller

Ein Wochenende am Comer See

am 15. November 2019 unter Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Wahrscheinlich gibt’s wenige Menschen die sich gezielt der wärmenden Sonnenstrahlung entziehen.  Obschon der Comer See, im nahen Italien, wahrhaft hübsche Ecken kennt und das Wetter paradiesisch brüllte, lockte mich und meine Freunde ein mächtiges Eisenbergwerk in die Dunkelheit.

Und wieder mal war ein entspanntes Wochenende unter Freunden angesagt darum nur kurz eine kleine Bildergeschichte. Ich dürfte, ohne forschenden Anspruch, etwas durch die mächtigen Hallen spazieren was deutlich an Entspannung beitrug. In diesem Sinne, es Dankeschön an Graziano Ferrari und an Elena Rognoni für die gewährten Einblicke.

Tunnel Sasso Rancio

Das, um 1910 stillgelegte, Bergwerk schneidet, mittels Erbstollen, das Strassentunneldach im rechten Winkel.

Tunnelschalenträger Sasso Rancio

Im Erbstollen liegen noch die Aussenschalenprofile, welche die Strassentunnelquerung offenbaren.

Mine Sasso Rancio

Dieser Erbstollen verbindet eine Reihe von Abwurfschächten die in höher gelegene Abbaukammern führen. Folglich waren einst, in diesem Stollenwerk, Schienen verlegt auf welchen die Hunte das gesammelte Erz nach Tag auf die auf die wartenden Schiffe transportierte. Dies aber, ohne Zweifel, in letzter Betriebsperiode um die 1900.

Mine Sasso Rancio

Im eigentlichen Abbaufeld öffnen sich riesige Hallen die teils über unwegsame Stollen miteinander Verknüpft sind. Der Erzgang verläuft, zeitweilig beachtlich breit, senkrecht aufwärts.

Mine Sasso Rancio

Im neueren Abbau waren kaum Rollbahnen unterwegs, dementsprechend Kunstvoll  sind Höhenunterschiede überbrückt. Irgendwo in einer Fahrstrecke sind noch tief im Lehm eingedrückte Schubkarenspuren sichtbar.

Mine Sasso Rancio

Wo Versatz fehlte sind regelmässige Treppen in den Fels gehauen.

Mine Sasso Rancio

Abwurfschächte waren, auf dieser Anlage, unabdingbare Transportstrecken. Im Bild der Abwurf, eingebaut in ein Zweigeteiltes Gesenk. Die zweite Gesenkhälfte  diente als Fahrsteige in die nächsthöhere Abbausohle. Die Zweiteilung erfolgte mittels Versatzausbau.

Mine Sasso Rancio

Artefakte des Erztransportes oder neuer, so genau ist dies nicht erkennbar,

Mine Sasso Rancio

Fest steht, die Höhendifferenzen in den Abbauhallen sind beachtlich.

Mine Sasso Rancio

Auch im Sasso Rancio-Bergwerk gibts, nachweislich Minimum eine Namenstafel. Wenn doch die noch erhaltene Kritzelei, mit Jahreszahl 1847, nicht restlos entziffert ist womit die Bezeichnung Namenstafel eher meiner Annahme  entspricht.

Die Kritzelei befindet sich im oberen, eindeutig älteren und unübersichtlichem Bergwerksteil.  

Mine Sasso Rancio

Das mittlere Mundloch klafft, als grosse Spalte, aus der Felswand

Mine Sasso Rancio

und auch der obere Bergwerkszugang, aus der ersten Epoche um 1700, fällt bald in die Tiefe.

Mine Sasso Rancio

Die Aussicht, nahe der mittleren Installationsfläche, aufs benachbarte Acquaseria könnte nicht prächtiger sein an sonnigen Tagen.

Mine Sasso Rancio

Das Bergwerk Sasso Rancio ist nicht gänzlich unbekannt. Die Schweizer Siegfriedkarte nennt den Ort „La Miniera“. Mein Overlay visualisiert die drei Mundlöcher als blaue Punkte, wovon das Untere vergittert und im Privatbesitz ist. Weiter dargestellt ist die ungefähre Abbauzone in orange. Die Eisenmine war, in verschiedenen Abbauperioden zwischen 1700 und ca 1910, aktiv.

Näheres zur Mine von Graciano Ferrari und Freunde auf: https://www.researchgate.net/publication/333432540_SASSO_RANCIO_AN_IRON_MINE_ON_LAKE_COMO_ITALY

Crazy Times

am 13. Oktober 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ich glaub die letze Woche war kaum auszuhalten. Noch heute liegt der Ärger ganz tief in den Knochen und ich fürchte dass ich allmählich zur Wutbürgerin mutiere. Die Wahlen stehen auch noch an und eigentlich ist mir nach kompletter Verweigerung und Ablehnung hiesiger Systeme. Da sagte einst meine Holde in mitten des Gotschnatunnels „dies Land ist bedacht die Menschen permanent dumm zu halten“ und ich fürchte dem ist genau so.  Leider sind jene Repräsentanten im fernen Bundesbern  genau solch ein Teil dieses Systems. Obschon ich den Ärger, der definitiv rein politisch ist und von Gewerkschaften geschürt wurde, allmählich kanalisiere, scheinen diese düsteren Wolken auch noch die Existenz meiner Lebensgefährtin zu gefährden.

Angesichts solch verrückter Zeiten war eine Lasertherapie, um mich mal auf andere Gedanken zu trimmen, durch und durch angesagt. So bot sich das stille Relikt, die Seemühle, zur Weitervermessung an und da auf uns, zu düsterer Stund, ein leckeres Rehrücklein wartete, blieb reichlich Zeit für Vermessendes, Neuentdeckendes und Wiederentdeckendes.

Seemühle

Ja wahrlich, noch heute benennt die bizarre Dame, sichtlich in die Jahre gekommen,  vom Sprenghäuschen herunter, die Crazy Times. Welch kluger Beobachtungsgeist mir, in beeindruckender Kontinuität, entgegenschlägt.

Alleweil wars so um den Februar 2018 als ich bereits an die verrückten Zeiten erinnert wurde, auch en Bild auf Seemühlegezeichne. Die Zeiten indes haben, aus meiner Sicht, an Absurdem so richtig zugelegt.  

Seemühle

Nichts desto trotz gibt’s en Gelindekreuz an den ich, ohne Übertreibung ,eine Trilliarde male vorbeispazierte und welchem ich wahrscheinlich einige Zentausend tiefere Eingebungen schenkte und doch ist dies Symbol immer wieder eine Neuentdeckung, ergo Alzheimer lässt grüssen. Aber, keine Sorge, ist auf dem neusten Plan genannter Feld1_2_3_4_V8.pdf vermerkt.

Seemühle

Auch immer wieder lustig, der Wasserstollen unter der Staumauer. Ich kenn  diesen aus der Förderbandzeit also gut und gerne vor em Jahr 2000. Ausnahmsweise schien hier mein Gedächtnis noch einigermassen korrekt zu rattern.  

Seemühle

Und, meiner Stimmung entsprechend, der Verfall naht, Verlader am Walensee.

Seemühle

Während allmählich die Nacht übers Land zog, freuten wir uns, zu dritt, aufs warm servierte Waidmannsglück.

Kurzum, tolle Ablenkung auf eine kommende Woche hin und, eben, en neuer Plan gibt’s auch noch unter Feld1_2_3_4_V8.pdf .

Die Seemühlegeschichten

Die Seemühle
Lochezen, die verlorene Zugskomposition
Seemühlegezeichne
Und immer wieder lockt das vermeidliche Lebenswerk
Seemühle, das ewige Werk
Seemühle, jähes Ende letzter Geheimnisse
Das Tor stand offen
Seemühle überall
Seemühle, was war?
Die Geheimnisse der Seemühle
Seemühle Borner AG
Das Geheimnis des Steinebrechers

Buffalora, ein Plan entsteht

am 06. Oktober 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es stieg mal wieder ein Buffalora-Wochenende, dies in einer Zeit die den Ärger förmlich anzieht. Somit meinerseits ein willkommenes Wochenende der Ablenkung und des Beginns eines neuen Lebenswerks ehe ich mich auf einen erbitterten Juristenkampf vorbereite.

Buffalora stand dies Wochenende, zumindest für mich,  ganz im Zeichen der Vermessung. Ein Plan hat dies würdige Werk aus Betriebszeit 1300 durchaus verdient und ich kann durchaus noch einige Lebenswerke vertragen.

Buffalora

Doch ehe untertägig mit der Laservermessung mittels DistoX2 und Topodroid gestartet werden konnte mussten erstmals die Distos einer Kalibrierung unterzogen werden. Dazu mussten erstmals Bäume zu virtuellen Würfelstrecken umfunktioniert werden ehe mit den Distos die markierten Würfelstrecken abgelasert werden könnten . Eine Tätigkeit die ich als äusserst unspassig betrachte und die durch en gemütlichen Freitagnachmittag doch noch irgendwie belohnt wurde.

Buffalora

Am Folgetag wars so weit und wir konnten, mit 2 Teams, diese komplexe Vermessung starten.  Nach wie vor schien uns das Herbstwetter,  durch und durch, wohlgesonnen  was wieder, ehe wir im Untergrund verschwanden, eine wunderschöne Sicht auf die prächtige Bergwelt öffnete.

Minarias da Fiern Buffalora

Im Untergrund war die Herausforderung indes durchaus Sportlich. Selten fand ich ein bequemes Zeichnungseck alla  Seemühle

Minieras da Fiern

und manch Messpunkt verlange nach unmöglicher Position.

Minarias da Fiern Buffalora

An den wenigen Stellen welche ein angenehmes durchkommen möglich machten, lauerten, vor bösen Geistern warnende, Andreaskreuzer im Stollenprofil. Gut zu wissen dass dies Relikt dem Aberglauben des 12. Jahrhunderts entstammt.

Minarias da Fiern Buffalora

Trotzdem ist das Bergwerk genannt Minieras da Fiern auf Buffalora immer wieder ein Werk welches mich zutiefst staunen lässt. Insbesondere die noch heute erhaltene Knappen-Handwerkskunst ist, gemäss meinem Wissenstand, einzigartig in der Schweiz.

Minarias da Fiern Buffalora

Und en Plan wächst auch heran, wobei dieser noch viele Stunden Arbeit benötigen wird.

Weitere Buffalorageschichten auf:

Buffalora, Hunde und sonstig Hochtechnologisches
Buffalora Ergänzendes
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora

Ansstein noch Eine

am 15. September 2019 unter Militärisches, Steinerne Unterwelten abgelegt

Schönwetter war gestern und Luisa ganz alleine Zuhause also raus aus den Federn zur Festung Ansstein, genannte A6256. Noch immer reizt mich der Einblick in dies Untertagewerk und dies ohne Verletzung hiesig festgeschriebener Paragrafen.

Ergo klettern war, als Alternative zur Akku-Flex, angesagt. Konkret war mein Ziel die Anlage zu befahren über den Notausgang oder über den Beobachterstand dies ganz ohne Gewaltanwendung. Inzwischen kenn ich die Struktur klassischer Reduit-Artillerie-Festungsanlagen recht genau. Jede Festungsanlage verfügt über minimum einen erreichbaren Notausgang, Beobachterklappen und grosse Explosionsdruckausgleichsstollen. Letztere sollten im Falle einer Explosion im Munitionslager den entstehenden Druck nach aussen führen ohne grössere Schäden im Werk zu bewirken. Diese Explosionsdruckausgleichsstollen sind die Achillesferse einer jeder Festung weswegen diese meist gut getarnt und unerreichbar angelegt sind.  Anders bei den Notausgängen respektive bei den Beobachterständen diese sollten eine effiziente Evakuation der Festungsanlage möglich machen.

A6256

Von der Strasse aus sind einige Gefechtsstände gut sichtbar in der Felswand, Blick West zu Ost. Nach Grundriss Vorbeitrag ist, sehr spekulativ, die MG-Stellung mit Beobachtertor und Panzerabwehrkanonenstellung oberhalb der Panzersperre lokalisierbar.

A6256

Die Sicht vom kleinen Fürstentümchen in die Schweiz, Nord-Süd-Blick, offenbart die zwei Bunkerkanonen 7.5cm sowie den möglichen Beobachterstand in der Mitte. Alle diese Stellungen sind ohne Seil kaum erreichbar. Die linke Stellung dürfte gemäss Grundriss den Explosionsdruckausgleichsstollen beherbergen. Kurzum, für mich an nem Samstagnachmittag unerreichbar, die Flex ist da die deutlich sinnvollere Alternative.

Trotzdem ich machte mich an die Westflanke und folge minutiös der Felswand die gut verborgen, im Urwald, kaum zu erreichen war. Meine Hoffnung irgendwo ein Aufstieg in den Notausgang zu finden hielt sich immer noch hartnäckig fest in meinem Köpfchen. Früher waren die Gefechtsstände mit Tarnungen ausgestattet die, vor Schussabgabe, teilweise von aussen her bedient werden mussten. Meistens waren die Stände über abenteuerliche Steigen erschlossen.

A6256

Doch die Steigen, konventionelle Leitern, waren alle samt demontiert. Manchmal gelang mit das Hochklettern unter beizug diverser herum wachsender Bäume und Sträucher, auf ein nächstes erfolgsversprechendes Felsbänklein.

A6256

Nach kurzer Sporteinlage gelangs mir eine der zwei PAK-Stellungen zu entern doch noch immer war ich kilometerweit vom Notausgang entfernt. Der geschlossene  Panzerdeckel  schien auch gänzlich unverrückbar den zustieg zu erschweren.

Fazit, einige Positionen wären mit Seilsicherung durchaus save zu erreichen doch, allen Anschein nach, sind die Öffnungen, von innen her, verschweisst was etwas Arbeit am Fels nötig macht.  Der Einstieg ins Felsenwerk gelang mir nicht doch, wo ich konnte, schickte ich die Fotomaschine auf Forschungsmission.

A6256

Im Bild die Eingangshalle des, erstaunlich schlecht gesicherten, Eingangs in die Festung.  Soweit erkennbar sind alle Installation demontiert, was sich mit meinem Wissensstand deckt. Auch ein ABC-Vollschutz ist nicht zu erkennen, keine Drucktüren.

Aber, trotz verborgener Einblicke, sind mir viele neue interessante Details ins Auge gestochen die in etwa die Funktion und die Verteidigung solch eines Werkes veranschaulichen.

Um die A6256 gruppieren sich etliche Infanterie-Einrichtungen die Einblicke über die  Aussenverteidigung und deren Schwachstellen geben.

A6256 Inf-Unterstand

Zweifelsohne, auch der durchtrainierteste Füssel ist irgendwann mal müde. So wies aussieht ist der zugeschweisste Deckel in der Wiese, nahe der A6256, die Unterkunft für die Sicherungskompanie welche für die Aussenverteidigung zuständig war.

A6256 Inf-Unterstand

Um die Festung sind diverse kürzere Stollen in den Berg geschlagen. Teilweise sind diese Bauwerke mit Schiessscharten bestückt.

Zufahrt A6256

Auf meiner Reise sind mir 5 solcher Infanteriestellungen aufgefallen. 3 postieren sich ums Eingangsportal  und zwei solche Stellungen sichern die A6256 Zufahrtsstrasse.

Stand der Vegetation gestern Nachmittag, vom Norden her kommend, wär mir, rein taktisch betrachtet,  mit einer kleinen Handgranate, die Überraschung richtig gelungen. Ergo liegt zwischen Panzersperre und Felswand eine optimale Vegetationsdeckung die per se so eine Festung ziemlich verletzlich macht. Gut zu wissen dass solch Bauwerke, im Zeitalter der Uranmantelmunition, definitiv ausgedient haben.

A6256 Aussenanlagen Inf

An dieser Stelle die Gesamtansicht im Flugbild. Kein Zweifel, ich bin sicher nicht die Erste die solch eine Zeichnung erstellt. Wahrscheinlich lagern einige Zeichnungen dieser Anlage in etlichen Archiven militärischer Nachrichtendienste. Die A6256, zur Sarganser-Gruppe gehörend, war lange strategisch ein interessantes Bauwerk. Einige der Sarganser Felsenwerke sind noch in den Jahren um die 1990, Kalter Krieg, auf ABC-Vollschutz umgerüstet worden.  Die A6256 indes, blieb, soweit ich dies beurteilen kann, auf Stand 1940.

Trotzdem, rein Militärhistorisch ein repräsentatives Stück Reduitgeschichte.

Und der Vorbeitrag

A6256 eine kleine Geschichte

A6256 eine kleine Geschichte

am 08. September 2019 unter Militärisches, Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne, ich bin eine neugierige Person, wahr ich schon immer.

Und was mich nicht heiss macht, macht mich umso heisser.

Aber erstmals von Anfang an,

Es war der 27.3.2010 und ich, als noch IG BDSM-Präsidentin, so ziemlich auf der Suche nach dem Partylokal schlechthin, für die weitere, qualitativ gelungene BDSM-Party. Damals war ich, so nebenbei als Zweitbeschäftigung, ganz der Militärhistorik hingeben.

Eines der unscheinbaren Orte die meine Aufmerksamkeit erregten war damals die kleine Zufahrt zur, bis anhin mir unbekannten, Artelleriefestung Ansstein.

Festung A6256

Die kleinen aber frechen Panzersperren hatten meine Fantasie entzündet.

Festung A6256

Und auch der Eingang mit Sicht auf die 414er Balzers St. Luzisteig schien wie geschaffen für die Sackgeile SM-Party.

Meine Idee der Stillvollen Party, mit etwas zurückgeschraubten BDSM-Formulierungen, teilte ich, mit einer Zuständigkeitsanfrage, den, mir bis anhin, einzigen bekannten Festungsoberguru Herrn Hans Rudolf Schneider, Macher der Seite www.festung-oberland.ch mit.

Nun die Zeit verstrich und es meldeten sich, per Mail, Bündner Obrigkeiten  die mich nach der Herkunft meines Wissens fragten. En kleiner Moment dachte ich, ich wäre ne ganz grosse Nummer im internationalem Spionagezirkus.

Wie ich letztlich beim Kommandant des Kommandos der Führungsunterstützungsbasis SKS Oberst i Gst Werner Heeb landete ist mir heute nimmer so eindeutig klar. Tatsache ist jedoch dass dieser, wohl verstanden recht symphytische Herr, mich, auf ein freudiges Kennenlernen, ins  Ausbildungscamp der Führungsunterstützungsbasis bei Rümlang einlud.

Als Zivilistin, mir solch Einblicke gewährt, füllte ich mich ohne Umschweife, zutiefst geehrt also montierte ich die wahrscheinlich steilsten Schuhe und den kürzesten Rock den ich finden konnte, zu solch Meeting.

Die Geschichte blieb spannend, und des Respekts willen, ab jetzt, tief in der Geheimhaltungsspalte.

Kurzum, meine kommende Station, die ich mit Handverlesener Delegation besuchen durfte,  war das Festungswerk A6225 Tschingel, die Festung aller Festungen.

Luisa in A6225

Damals, Oktober 2010, und ich nippe genüsslich am Bunkerwein.

Zur SM Party kams nie und die Geschichte schien, mit dem Ende meiner Führungsposition in der IG BDSM, ein definitives Ende zu nehmen.

Doch gestern erinnerte ich mich, bei der rasanten Fahrt die St. Luzisteigstrasse hinunter, an dies Felsenwerk-Projekt und klar musste ich wieder zwischen den Zaundrähten hindurchkriechen.

Panzerspeere A6256

Die Panzerspeere steht noch immer frech in der Zufahrt. Klar, meine Neugierde war wieder entflammt denn damals waren die Ereignisse, rund um meine Anfrage, durchaus Spekulationswürdig doch irgendwie verhangte ich zu jener Zeit an anderen Geheimnissen.  Gestern nun rekapitulierte ich wieder das erlebte und ich folgte dem, inzwischen rege überwuchertem Weg.

A6256

Diesmal, mit den Augen einer Bergbauforscherin, erkenne ich zunehmend interessante Betonteile im wuchernden  Urwald.

A6256

Auch das markante Eingangsportal steht noch nur die Landwirtsschaftsmaschinen sind weg.

A6256

Und im Detail scheint sich niemand am Tor, respektive an den 3 eher schlecht gebratenen Schweissnähte, zu schaffen gemacht haben. Naja, die Dorfjugend ist, in der heutigen Smartphöne-Betörungszeit, auch nimmer dass was unsere Generation noch drauf hatte.

Tatsache ist, ich war nicht drin und wenn ichs wäre so gebe es reichlich Leute die mir dies richtig übel nehmen täten.

Trotzdem wollte ich etwas das Innenleben erkunden und schneiderte aus mir bekannten Infos, hauptsächlich aus www.festung-oberland.ch , en Plan.

Grundriss A6256

Das Werk war eher grösserer Bauart und sollte, als Teil der Speerstelle Ansstein, den Zustieg über Lichtenstein nach St. Luzisteig sichern.

Die Festung ist Teil der Sargansergruppe und heute deklassifiziert.

Grundriss A6256

Mein Plan auf die Karte übertragen zeigt die Position rechts der Strasse 414.

Grundriss A6256

Gleicher Plan aufs Flugbild übertragen gibt weitere interessante Details frei die gewiss noch einen genaueren Augenschein erfahren dürften. Insbesondere die Position Notausgang könnte, nach dem Moto, das Tor stand offen, eine kleine Klettertor wert sein.

Kurzum, Militärhistorik ist keineswegs meine Königsdisziplin doch all die erfahrenen Umstände lassen die Phantasie richtig aufbegehren und vielleicht ist mal zwischendrin die Dorfjugend, soferns diese noch gibt, kreativ, bis dahin bleib ich Büsi.

Vorbeitrag Anno Domini

Frühlingsexkursionen

Geschichte

am 01. September 2019 unter BDSM, Betrachtungen, Steinerne Unterwelten, Vergangenes abgelegt

Ich glaub ich habe in meinem Leben richtig viel geiles Zeugs gemacht.

Für einmal sind weniger die geschriebenen Geschichten die für mein tun sprechen, stattdessen  Fotos, welche beim Erlebten so entstanden sind.

Oft fehlt mir die Zeit, in, noch immer, sehr bewegten Tätigkeit, um reflektierend auf Vergangenes zurückzublicken. Dies Wochenende war indes Zeit zu genüge um wieder an meiner Hauptseite www.luisa.net zu schleifen.

Und, so ist aus meinem Lost Places-Bilderfundus eine, etwas morbide Seite, namens  Urbex Streifzüge entstanden. Auch längst überfällig die Aktualisierung der Reisen Seite.

Und im Bild, zwei dunkle Gestalten  beim Bauen eines legendären Projektes am Tage 13 des Julis 2001, weitere Kommentare erübrigen sich, wer mich kennt, kennt die Details.

Ansonsten, ja, die Hauptseite ist auch um einige Beiträge gewachsen und auch die Bergbauseite Bergbauübersicht erfuhr längst überfälliges Update.

Und, ganz zuletzt, alle die meine Unterseite Bergbauübersicht verlinken, die korrekte und aktuelle URL lautet: http://www.luisa.net/?page_id=3184

Schwarzwälder Sehenswürdigkeiten

am 25. August 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Bei herrlicher Herbststimmung zogs mich gestern ins schöne Schwarzwald. Noch viele Sehenswürdigkeiten warten auf Entdeckung und, abgesehen vom Europaweit rückständigstem Bergbauamt, gibt’s noch immer schöne, erreichbare Bergbaurelikte die richtig viel Geschichte zu erzählen haben.  

Schwarzwald auch, ein ruhiges Eck wo noch Autofahren Spass macht und das Bier mit einem freundlichem Lächeln serviert wird. Kurzum, die Wellnessoase aller Bergbauinteressierte.

Erstmals jedoch war noch eine offene Baustelle auf unserer Ausflugsliste genannte Friedrich Augustgrube am Dachsberg. Bei unserer letzten Tour, Beitrag St Blasien Reviere noch Eine, herrschte tiefster Winter. Die fehlenden Mundlöcher mussten, aus Sicherheitsgründen, auf allfällige Erkundung warten. Gestern wars genau ideal zu systematischer Suche, Zeit war da, angenehmes Klima herrschte und die Völkerwanderung hielt sich in Grenzen.

Nach wie vor Thema, die Erkundung des gesamten Areals Friedrich August.

Friedrich Augustgrube

Das unterste Mundloch, respektive der ganze Stollen,  ist,  wie wirs kennen, auch im Sommer, fast bis Dach, Wassergefüllt. Also eher eine Geschichte für Neopren-Schwimmerinnen. Wird mir, wohl oder übel, so nen Anzug zulegen müssen wenns mich nach weiterer Einsicht gelustet.

Und das Zwischensohlemundloch ist, ziemlich sicher, verschüttet. Der Eingang lang unterhalb der Nickelgrube-Tagebauhalden die noch heute, deutlich erkennbar, kein Gras an Vegetation zulassen.

Friedrich Augustgrube

In mitten dieser Haldenlandschaft, uns im Winter entgangen, stehen noch Reste einer alten Siloanlage.

Das oberste Mundloch im hinteren Teil des Tagbaueinschnittes ist, wie wirs exklusiv in Baden-Württemberg immer wieder vorfinden, mit einem masslos überdimensioniertem Stahltor verschlossen.

Friedrich Augustgrube

Keine Frage, das Tor liesse sich mit entsprechendem Aufwand öffnen doch die schwere dieses möglichen Kapitalverbrechens dürfte die Deutsche Justiz total aus em Konzept werfen. Da empfehle ich einer kreativen Dorfjugend doch eher den Bergtechnischen, juristisch nicht wirklich beweisbaren, Einstieg oberhalb, rechts an Rahmenkante.

Für mich ein definitiv nicht lohnendes Unterfangen, zu viele Bergwerke gibt’s die auf Erforschung warten.   

Also, Szenenwechsel, Brandenberger Reviere.

Mal wieder Erzgänge, Fluorit, Blei und Silber in rauen Mengen wobei, seit den 1940er, der Bergbau auf  Brandenberger Gebiet kaum noch rentierte. Die neueren Gruben, westlich der Ortschaft Brandenberg, schlossen um die 1960er.

Während die neuen Stollen restlos verfallen sind, finden sich noch zahlreiche kleinere Aufhauen aus 18tem Jahrhundert oder älter.

Stollen Brandenberg

Solch ein schönes Untertagewerk, Gesamtlänge 30 Meter, liegt östlich des Ortes nicht unweit des Tiefkängelbachs. Am Stollen sind feine Bohrlöcher auszumachen die auf eine Betriebszeit um das 18. Jahrhundert deuten.

Stollen Brandenberg

Auch ein kleiner Stollen, diesmal aus Mittelalterzeit, mit versteckter Panzerabwehrgrantenhülle welche definitiv nicht in die Zeitepoche des Mittelalters passt, liegt am Nordufers des Wiese-Bachs.

Die letzte noch aktive Grube, die bis in die 1960er bewirtschaftet wurde, liegt genau hinter der Ortschaft Brandenberg. Diese Blei, Silber und zuletzt Fluoritgrube solle eine der ältesten Gruben des Schwarzwaldes überhaupt sein. Die erste urkundliche Benennung geht auf Jahr 1288 zurück.

Das ehemalige letzte Mundloch ist komplett verschüttet, an dessen Existenz erinnert heute nur noch die Bergbauhinweistafel. Der Erzgang jedoch, welcher ziemlich genau mit der 800er Höhenlinie übereinstimmt, lässt sich anhand der Aufschlussarbeiten, recht gut verfolgen.

Immer wieder führen tiefe Einschnitte des ausgeräumten Erzgangs fast senkrecht ins Berginnere.

Brandenberger Grube

Einige dieser Schächte offenbaren äusserst spannende Einblicke. Im Bild ein angefahrener Stollen vermutlich aus dem Spätmittelalter. Die offenen Schächte sind sehr gefährlich und sollten, wenn überhaupt, mit aller Vorsicht, Vertikalseiltechnik, befahren werden. Viel Versturzmasse klemmt irgendwo im ausgeräumten Erzgang welche den trügerischen Eindruck einer guten Standfestigkeit vermittelt. Der Erzgang könnte auf einer Vertikalhöhe von 80 Metern leergeräumt worden sein. So genau kann ich dies heute nicht beurteilen.

Brandenberger Grube Ostschacht

Sicher ist, der östlichste Schacht reicht tief ins Berginnere und ich soweit sichtbar kaum mit Steinblöcken verstellt. Möglich das über diesen Schacht der Einstieg in die Hauptförderstrecke, rund 60 Meter tiefer, gelingen könnte. Wie erwähnt, ich war nicht unten, und wenn so fordert diese Befahrung die nötig, saubere Vorbereitung.

Brandenberger Reviere

Wie üblich, der Übersicht halber, die Karte mit den Details zu meinem Brandenberger Ausflug. Die Rote Linie gibt meine Trackaufzeichnung wieder. Die östlichste Trackspitze war unser Grillplatz der importierten Cervelats und am südlichen Trackende gibt’s Bier, alle Geschichten dazwischen sind selbsterklärend. Und wers noch gnauer wissen will, mein Plan gibt’s auch als PDF und zwar hier.

Links von Luisa

Vorbeitrag St Blasien Reviere noch Eine

Links fremd

Einblicke vom 1995

Geburi der 54igste

am 20. August 2019 unter Betrachtungen, Kulinarik, Steinerne Unterwelten, Vergangenes abgelegt

Mal wieder, alle Jahre en Geburtstag, en toller Geburtstag.

Geburtstagschueche 2019

Dies Jahr mit Hammerkuchen den Christina, meine Lebensgefährtin, für mich montiert hat.

Und, mein Finger, der dritte Bergbauunfall, ich sollt mal wieder etwas vorsichtiger sein, wächst allmählich wieder zusammen was ein Grund zur Freude ist.

Denn üblichen, ich-treff-mal-wieder-en-Arschloch-Scheiss, scheint auch so, nach etwas Juristengegrunke, neuem Handelsregistereintrag und Mehrwertsteueranmeldung die nötige Neutralisation zu erfahren.

Die Depri-Phase ist somit mehr oder minder durch, also Raum für Neues.

Kurzum, viele Gründe zu Konstruktivem aber, ganz sachte;    

Da meine Greiferchen nicht unentwegt grosse Sprünge zulassen gibt’s eher Wellness alla Seemühlevermessen

Seemühle Bruchweg

oder Luisa-Net-Pflege mit eben dieser neuen Seemühleseite auf Die Seemühle

Maschinenhaus

Auch so, neu auf meiner Hauptseite, die Quecksilberdampf-Blabla-Gleichrichter-Überhaupt-Seite diese unter HG-Dampfgleichrichter zu finden. Heute ist dies Kind nun fertiggestellt.

Die Domain luisa.net ist bis ins Jahr 2039 bezahlt und auf meinen Namen registriert, da gibt’s Platz und Zeit für einige Inhalte.

In diesem Sinne wünsch ich viel Spass einer möglichen Leserschaft.

Buffalora, Hunde und sonstig Hochtechnologisches

am 01. August 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Noch lange sind nicht alle Geheimnisse um dies umfangreiche Eisenbergwerk gelüftet und immer wieder kommen spannende Neuentdeckungen dazu. Für mich, wenn doch äusserst Sportlich, eine überaus spannende Industriegeschichtsepoche aus Spätmittelalter.

Buffalora

Die Landschaft war, wie jedes mal, überwältigend und obschon dieser Ausflug der Materialintensiven Erkundung des Ostschachtes galt, gabs doch noch hin und wieder die Möglichkeit um das einte oder andere Relikt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Buffalora

Der Weg in die Ostzone der oberen Sohlen führt durch enge, ausgebaute Abbauten.

Buffalora

Bis in die nächsthöher gelegene Grundstrecke „Sonch Rafael I“. Diese, wie auch alle anderen Grundstrecken, ist in Tagrichtung verstürzt. Auch Tagseitig an den grossen Halden ist kaum noch die Spur eines Stollens ausmachbar. Die zu erforschende Schachtanlage liegt auf der Sohle „Sonch Rafael I“ und verbindet vermutlich die nächsthöher gelegene Grundstrecke. Leider jedoch liegt der Schacht an sehr schwer zugänglicher Stelle, etliche Einstürze müssen überklettert werden, was den Materialtransport massiv erschwerte.

Buffalora

Der Schacht selbst konnten wir leider auch nicht bis an deren Ende auskundschaften. Die Wände sind zu schwach um Anker zu setzen. Ein Heraufschlossern funktionierte, wie ich schmerzlich erfahren durfte, nicht. So ist heute einzig die kurze Zwischensohle bekannt die wir mittels Ausziehleiter noch erreichen konnten.  Dass dieser Schacht weiterführt in eine neue Abbauzone ist heute klar doch die Erschliessung der oberen Zone ist nur mit Leiter und Einbau einer Zwischenbühne möglich. So wissen wir was uns bühnt, nochmals den beschwerlichen Weg mit 12 x 8 er Kantholz und Gerüstbrettern zurücklegen.

Trotz aller Spitzensportleistung bliebt etwas Zeit um verbleibende Artefakte genauer zu untersuchen und deren Gesamtzusammenhang aufzuschlüsseln.

Das Bergwerk welches um 1590 die Tore schloss, fuhr einen oder mehrere, immer wieder auskeilende, Eisen-Erzgänge an. Es gibt zum eindeutigen Hauptgang welcher sich über mehrere Grundstrecken hinweg zieht, kleinere Erzgänge die mittels Parallelsystemen erschlossen waren.

Die Variation an verschiedenen Abbau- und vor allem Transporttechniken lässt auf einen, für damalige Verhältnisse, sehr fortschrittlichen Bergbaubetrieb schliessen. Die Handwerkstechniken Zeugen von umfangreichem Wissen im Untertagebau. In einem westlichen Parallelerzgang findet sich ein kleines Minibergwerk im Bergwerk mit eigenständiger Transportinfrastruktur und kleinen, kurzen Grundstrecken.

Buffalora

Eine dieser kleinen Grundstrecken die nachweislich keine direkte Verbindung ans Hauptbergwerk hat, ist mit Rundholzschienen ausgestattet was zu damaliger Zeit eher unüblich war. Die Rundholzschienen sind entsprechend der Stollenkrümmung gebogen und im exakten Abstand auf Schwellen montiert. Die Rundschienen führten nachweisslich an einen Abwurfschacht welcher an eine zweite kurze Strecke anschloss, diese noch teilweise mit Mitteldornschienen ausgestattet.

Grubenhunde, weder für die Rundschienen noch für die Mitteldornbretter, sind uns bis anhin keine begegnet doch zum Glück gibts vergleichbare ausgestellte Funde in namhaften Technikmuseen.

Grubenhund

Dieser Hund, Bild Hans Peter, steht irgendwo in nem Deutschen Technikmuseum und stammt aus der Zeit um 1500. Interessant ist die seitliche Öffnungsmöglichkeit die in Buffalora, wahrscheinlich an beiden Hundtypen, eingesetzt wurde.

Georgius Agricola im "De re metallica libri XII" um 1556 beschriebene Deutsche Spurnagelhunt

Der von Georgius Agricola im „De re metallica libri XII“ um 1556 beschriebene Deutsche Spurnagelhunt dürfte folglich in Buffalora auch in etwas abgeänderter Form im Einsatz gestanden sein.

Anhand bis anhin gefundener Holzbauten, insbesondere Schienen und Haspelaufzugs-Holmen, ist davon auszugehen dass die Gerätschaften in Buffalora alle samt kleiner und filigraner gearbeitet waren. Der Spurnagelhunt könnte, im Gegensatz zu Agricolas Fassung, auch über eine seitliche Öffnungsmöglichkeit verfügt haben. Auch die Räder, ist anzunehmen, waren gleich gross und mittig verteilt.  Agricolas Hunt dient als Vorderkipper, in Buffalora indes war viel so ausgelegt das Erz und Abraumtransport über seitlich angelegte Abwürfe erfolgte.

Ein starker Einfluss der aus Italien kommenden Renaissance-Bewegung kann in den Grubenbauten vermutet werden. Holzgeräte sind von hoher handwerklicher Qualität und die Gesamtstruktur der Untertageanlagen lässt ein durchwegs Systematisches Arbeiten erahnen.

Grubenplan Buffalora

Plan in Gross als PDF gibts auf Gruben 22.7.2019

Auf meiner, aus dem Gedächtnis heraus aktualisierten, Grubenskizze kristallisieren sich zunehmend 3 Hauptabwürfe um den Erz- Abraumtransport unterirdisch, mittels Schwerkraft, bis in die unterste Grundstrecke zu befördern. Noch ist nicht eindeutig erwiesen welches die tiefste Grundstrecke ist, die noch Anschluss an die Abwurfanlagen hat. Mögliche Kandidaten für die Hauptförderstrecke könnten sein „Sonch Michael I“ auf 2383 müm oder eine tiefer auf 2365 müm. Leider ist dieser tiefere Bergwerksteil stark verbrochen so das ein genaues Erkunden schier unmöglich erscheint. Gesichert jedoch ist, die Bergknappen waren durchwegs Tagesscheu, Abwurfschächte  führen, versetzt über etliche Grundsohlen hindurch, bis an die untersten Sohlen. Die Transportinfrastruktur erinnern an moderne 1970er Bergwerke mit Wechselspiel aus Abwurfschächten und Rollstrecken.

Gesichert ist auch, dies wird kaum meine letzte Geschichte sein zu dieser Anlage.

Die Vorgeschichten gibt’s hier:

Buffalora Ergänzendes
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora

Heimische Eisenerzer

am 14. Juni 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine Ferrera-Tal-Geschichte den es wird nicht alles Almeria sein und irgendwie muss ich wohl mal wieder hierzulande ankommen.

Val Ferrera, konkret dreht meine Geschichte ums Eisenwerk am „Ual Martin“, Bach Martin, heute Ual da Martegn und die nahegelegenen Erzgruben.

Schmelze Martegn

Trotz der verhältnismässig kurzen Betriebszeit, von 1806 bis 1827,finden Schmelzwerke auf einigen alten Dokumenten Erwähnung und noch heute sind Reste einer grossflächigen Industrieanlage auffindbar.

Und doch, liegt erstaunlich wenig Überlieferung zu dieser Anlage und den umliegenden Gruben. Für mich ein interessantes Forschungsrevier mit reichlich ungeklärten Fragen welches mich bereits im Februar des Jahres 2011 faszinierte, indes, mangels Zeit, irgendwo in der Versenkung landete. Gelegenheit im 2019, nach reichlich Almeria-Eisen, mich dieser Geschichte anzunehmen. Also führten mich die letzten zwei Wochenenden in dies Industrierelikt. 

Schmelze Martegn

Von der grossen Verhütungsanlage sind hauptsächlich die gemauerten markanten Pfeiler, welche Strickwände umschlossen, erhalten geblieben. Drei solche, wahrscheinlich als Lagerräume oder Stähle genutzte, grössere Gebäudeumrisse sind im Gelände der Kraftwerke Hinterrhein ausmachbar. Daneben finden sich zahlreiche kleinere Gebäudereste, wie auch Kanalanlagen weit verstreut. Die beiden Öfen, respektive wenige Reste davon, wahrscheinlich ehemalige Blashochöfen,  liegen unmittelbar etwas oberhalb des Averser Rheins in der Nähe des Ual da Martegn. Eine erahnbare Kanalanlage könnte das Blasbalg-Triebwasser vom Ual da Martegn abgeleitet haben. Könnte, denn, meine Beobachtungen widersprechen sowohl der historischen Tuschzeichnung wie auch der Siegfriedkarte Erstausgabe doch zu diesen Wiedersprüchen will ich an späterer Stelle, nach kurzem Bergwerksrundgang, eingehen.

Nicht unweit der Schmelzanlage, nahe dem Bach Martegn, 300 Meter westlich und auf einer Höhe von ca. 1550, liegt die erste grössere Zuliefergrube.

Grube Martegn

Das Areal ist heute, trotz komplettem Kahlschlag um 1826, schwer zu erreichen. Die Vegetation eroberte sich, in den fast 200 Jahren Erholungszeit, grosse Flächen der Anlagen zurück. Markant an dieser Abbaustelle sind die zahlreichen kleineren Gebäuderesten welche nördlich des, rund 140 Meter langen, Abbauschlitzes gruppiert sind.

Grube Martegn

Der Abbauschlitz erreicht teils Tiefen um die 20 Meter.

Grube Martegn

Noch heute stützen unermüdlich ein paar wenige Stempel die überhängende Schlitzdecke. Die Grube macht, trotz einiger Verstürze, einen gesamthaft stabilen Eindruck.

Grube Martegn

Zeitweilig schwindet der Tagbauschlitz ins Untertägige.  Die 140 Meter Abbauschlitz sind mittig mit einem Steindamm getrennt. Auf Höhe des Steindamm findet sich Grundmauerreste die auf eine ehemalige Bergbau-Schmiede hindeuten. In der Grube sind Bohrlöcher erkennbar die auf den Einsatz von Sprengmittelns schliessen lassen.

Über den Erztransport, Siderit / Hämatit lässt sich heute nur spekulieren. Erdrutsche, Lawinen, und die wiederblühende Vegetation veränderten die nähere Umgebung frappant. Auffällig jedoch, die geordnete Haldenaufschüttung und Südposition des Tagschlitzes diese teilweise durch Stützmauerwerk abgesichert.

Das Bergwerk liegt exakt oberhalb der Weiterverarbeitungsanlagen.  Es ist durchaus denkbar das ein Abwurfgraben genutzt wurde um das Erz in die Anlage zu befördern. Wege sind aktuell keine eindeutigen auffindbar.

Was jedoch auf der Martegn-Seitigen Grube nicht zu beobachten war, war ein Röstofen wie er an den weiteren Standorten erkennbar ist.

Szenenwechsel, Gegenseite, diesmal östlich der Schmelze, in rund 200 Meter Luftlininie ferne und Gegenseite auf des Averser Rheins aber aus damaliger Erschliessungssituation, wahrscheinlich einiges schwieriger zu erreichen, eine weitere Eisenerzgrube.

Diesmal eine Erz-Grube mit eigenem Röstofen.

Grube Martegn Ost

Der Ofen ist heute, anhand des noch verbleibenden Steinhalbkreises, eindeutig ausmachbar. An der Ofenwand klebt noch ein kleiner Rest Schlacke welcher unbeschadet die vielen Jahre überdauerte.   

Grube Martegn Ost

Das eigentliche Bergwerk ist, dank einer noch heute intakter Versatzwand, leicht auszumachen. Der letzte genutzte Untertagezugang liegt wahrscheinlich oberhalb des Felsvorsprungs, quasi hinter der Versatzwand. Ein weiterer Zugang in dies, verhältnismässig kleine Werk, liegt auf der Gegenüberliegenden Flanke.

Grube Martegn Ost

Innendrin, hinter der seitlichen Versatzwand, ists vorwiegend eng und weitläufig eingebrochen. Trotzdem spricht viel für ein kleines Bergwerk mit eher geringer Ausbeute welche jedoch, zur Optimierung, im Ofen auf eine höhere Güte getrimt wurde.    

Grube Martegn Ost

Ich klaute aus der herumliegenden Erzauswahl ein kleines Stück Siderit welches, behaupte ich, noch des Ofens verschont blieb.

Die letzte Grube die ich besuchte liegt im Gebiet „Gruoba“ und ist auch auf der Ostseite des Ferreratals aber bereits auf stolzen 1720 müm. Die Bergknappen mussten bereits 300 Höhenmeter überwinden um das Eisenwerk zu erreichen.  Folglich findet sich auf diesem Grubenareal sowohl Ofen, Schmiede wie auch Schlafgebäude.

Grube Gruoba

Die Grube selbst ist, wie bereits beobachtet, ein Abbauschlitz welcher unbekannt in die Tiefe reicht, denn, seit Überlieferung, steht Wasser im Gesenk. Es wird berichtet dass in optimaler Jahreszeit, wenns Wasser frisch und klar wirkt, ein tiefer Verlauf mit abgesoffener Türstockzimmerung sichtbar wird. Bei meinem Besuch lag das Wasser trübe und abgestanden über die Geheimnisse. Auch das obligate Lampenversenken brachte einzig eine 30 cm Sichterweiterung. Auch in dieser Abbaukammer folgten die Bergknappen der schmalen Sideritschicht ins dunkle Tief.

Grube Gruoba Schlafhaus

Das Leben der Bergleute war alles andere als entspannt dies verdeutlicht das kleine Schlafgebäude welches den Aufrechten Gang in keinerlei Stelle erlaubte. Der Bau mit Gibeldach ist kaum über 1.30m  und platzbietend für eng aneinander liegende 10 Knappen. Die Bergschmiede ist da deutlich grösser ausgelegt.

Gruben Innerferrera

Die Situation im Überblick

Das ehemalige Eisenwerk steht heute auf dem Areal der Kraftwerke Hinterrhein. Durch den Bau der Turbinenkavernen, nördlich des Eisenwerks, ist viel der ursprünglichen Industrielandschaft verloren gegangen. Die Gruben westlich wie östlich des Werkes sind indes noch heute erhalten. Die Grube Gruoba ist leider abgesoffen  dies wahrscheinlich knapp nach Ende des Bergwerksbetriebs. Ein angefangener, tiefer gelegene Querschlag könnte ein Indiz sein für den Lösungsansatz des Wasserproblems. Leider ist der Querschlag nur bis ein Meter angefahren, Richtung und Höhe hätte bei Vollendung indes doch einige Liter vernichtet.

Das Gebiet um die 3 mir bekannten Gruben und ums Eisenwerk war um die 1826er ziemlich kahl geschoren. In den 21 Jahren der Eisenproduktion vernichteten die Öfen eine Unmenge an Wald womit das Eisenwerk mangels Rendite um 1826 die Tore schloss. Die Gruben rund herum wurden indes noch längere Zeit betrieben. 

Der Weg auf Gruoba und zu weiteren, noch höher gelegeneren, Gruben ist im Inventar historischer Verkehrswege unter Nummer GR 7855. Noch heute zeugt diese Verkehrsverbindung von schwerer Transportlast wie dies üblich ist beim Eisenerzbergbau.

Zulieferbergwerke sind etliche weitere bekannt die ich jedoch an dieser Stelle nicht näher beschrieben werde, ein andermal.

Gruben Innerferrera

Interessantes Detail welches mir einiges an Kopfzerbrechen bereitet sind die unterschiedlichen Kartografischen Erzeugnisse die irgendwie alle nicht so recht mit den Beobachtungen auf dem Industrieareal passen.

Stand Siegfried Karte die Erste um rund 1875 mit meiner Anlagenüberlagerung zeigt erste mir nicht passende Unstimmigkeiten. Der Bach Martegn fliesst diesmal nördlich meiner Schmelze. Eingezeichnete Ruinen mit dem Vermerk ehem. Eisenschmelze liegen nördlich des  Martegn Baches was mit der historischen Tuschzeichnung am Anfang meines Artikels übereinstimmen würde.

Ein Teil des Martegn Bachs fliesst heute in aller Gemütlichkeit durchs Bergwerk was für eine aktive Umleitung des Wassers sprechen würde anderseits könnte einfach nur die Siegfriedkarte an dieser Stelle reichlich Ungenauigkeiten beinhalten.

Gruben Innerferrera

Den wenn jetzt die Verkehrswege der Siegfriedkarte auf die aktuelle Karte übertragen werden, zeigen sich einige merkwürdig anmutende Unstimmigkeiten zwischen  Gewässer und Wege.

Luftbild 1944 Schmelze Martegn

Exakt 75 Jahre vor meinem Besuch, also am 9.6.1944, Fotografierte ein Flugzeug die Gegend. Auf dem Bild ist meine gewohnte Ansicht durchaus wiedergegeben. Zwar liegen im Norden einige wenige Mauerreste die infolge des Kraftwerkbaus geschliffen wurden doch die Ofenanlage will ich an der von mir beobachteten Stelle wiedererkennen.

Auf dem Luftbild ist deutlich weniger Wald sichtbar was den Blick was die Sicht ins damalige wiederum deutlich vereinfacht.  

Somit bleibt aus meiner Sicht die plausibelste Erklärung die einer reichlich unpräzisen Siegfriedkarte.

Geschichte

Der Namen Ferreratal lässt sich eine frühe Eisenbergbautradition ableiten. Berichtet wird von Römern die bereits nach Eisen und Bundmetallen suchten. Erste schriftliche Überlieferungen indes datieren auf die Jahre 1605.

Sowohl die Gruben wie auch die Schmelzen könnten demzufolge bereits lange vor deren Industrieller Ausbeutung, in Form kleinster Betriebe, existiert haben.

Die Industrielle Gewinnung von Eisen an den Standorten Innerferrera  und Ausserferrera begann anfangs 19tes Jahrhundert.

Im Jahre 1806 erbauten die Gebrüder Venini aus Veltlin die Eisenschmelze Innerferrera und öffneten erste Erzgruben. 200 Arbeiter förderten und verhüteten grosse Eisenerzmengen bis 1827 die schrumpfenden Waldbestände eine rentable Eisengewinnung verunmöglichten. Die Veninis schlossen in der Folge die gesamte Eisenproduktion.

1829, ein Marietti aus Mailand übernimmt die Gruben im Ferratal doch da kaum noch Holz zur Verhütung zur Verfügung steht, kommt’s nie zu aktivem Bergbau.

1830 betreibt die Firma del Negri die Erzgruben im Ferreratal. Del Negri und dessen gutbetuchter Teilhaber Gaspere Ordogno de Rosales waren politische Flüchtlinge die den italienischen Unabhängigkeitskrieg unterstützen. Sie wollten mit dem gewonnenen Erz Waffen für den Freiheitskampf in Italien herstellen. Da im Ferreratal kaum noch Holz zu finden war, bauten Del Negri  und Rosales zwei neue Schmelzen in Sufers und Andeer.

Haus Rosales

Während die Schmelze Sufers dem Autobahnbau A13 weichen musste, steht die Schmelze in Andeer im Haus Rosales noch heute.

Die aufwendige Produktion stand in keinem Verhältnis zum erreichten Ertrag, das Vermögen von Rosales neigte sich dem Ende worauf 1848 der Bergbau eingestellt wurde.

Es sind noch, nach 1848, immer wieder neue Prospektionsversuche im Ferreratal  unternommen worden. Bekannteste Gesellschaft war die  Bergbau AG Chur unter der Leitung des Ingenieurs Markwalder die zwischen 1917 und 1921 Manganerz auf Starleta abbaute.

Quellen:

Tuschkarte erzminen-hinterrhein.ch / Landeskarte, Flugbild 1944 map.geo.admin.ch

Texte / Recherchen erzminen-hinterrhein.ch , boehm-geologie.ch

Weitere Texte von mir zum Ferreratal

Buntmetalle im Ferreratal Ursera 2018

Haus Rosales

Euterpe

am 30. Mai 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Euterpe ist, entgegen meinen Erstbehauptungen, eine Sterbliche und Teil der 9 Musen aus altem Griechenland. Gerne wird sie dargestellt mit gewelltem Haar und Flöte in der Hand. Soviel zum Altgriechischen, was keineswegs in meiner Steckenpferdsammlung  liegt.

Euterpe auch, ohne Flöte und Dingsdangs, eine richtig spektakuläre Mine auf den Hügelspitzen der Sierra de Gador.  Eine Geschichte passend zu meiner letzten Almeriareise und die Aufarbeitung zahlreicher Sierra de Gador-Geheimnisse.

Während im nordöstlichem Eck der Sierra de Gador oft beschriebene Schwefelfelder Bergbau begünstigten, finden sich in weiten Teilen des mächtigen Hügelmassivs, bis 2200 müm, zahlreiche Bleivorkommen.  

Karte Sierra de Gador

Die westliche Hälfte der Sierra de Gador war somit bis weit in die 1970er immer wieder Schauplatz grosser Bergwerksbetriebe. Blei, aus Römerzeit bekannt, bis zu Silber, Zink und zuletzt Fluorit wurden, mehr oder minder Erfolgreich, dem Erdreich entzogen.

Von denen vielen Minen, auf meiner Karte die pinken Punkte, gilt mein Augenmerkt der vermutlich höchstgelegenen Anlage „Euterpe“. Bereits im Mai 2012 wagte ich den Aufstieg in die Bergbaureviere über den Westzugang beschrieben unter Lavaderos del Segundo / Minas de Almagrera. Diesmal führte die Reise über den Ostzugang auf den weitläufigen Satteln der Sierra de Gador.

Mina Euterpe

Wie bereits erwähnt, liegt die Bergwerksanlage auf stattlicher Höhe, Mundloch bei 1840 müm. Im Bild das Areal vom oberen Betriebsgebäude aus betrachtet.

Mina Euterpe

Im Netz immer wieder anzutreffen, die Ansicht des Pferdegöpel-getriebenen Haspels oberhalb des Schachtes San Diego. Noch heute ist die Mechanik mit Stirnradgetriebe gut erhalten.  Der Schacht ist, nicht gänzlich unbegründet, mit einem Armierungseisen-Gitter abgedeckt.

Mina Euterpe

Die Pferde, respektive die Maultiere, trieben den Erzaufzug, wie sich herausstellen sollte, bis zur Tiefe von 210 Metern. Folglich, denke ich, war die Aufzugsvorichtung mit Gegengewicht ausgestattet womit das Aufzugseil permanent nur wenige Windungen um dem Haspel gewickelt lag.

Im Hintergrund das wahrscheinlich um die 1970er neu hergerichtete Betriebsgebäude. Naheliegend folglich dass bis in die Jahre 1970er, in letzter Bergbauperiode, Maultiere Fluorit zu Tage zogen.

Mina Euterpe

Ein weiterer, wir nicht bekannter, Exot damaliger Bergbaukunst liegt am Mundlochzugang. Der Untertageeingang liegt unter einem halb verbrochenen Steiniglu. Das Iglubauwerk  war von zwei Auftage-Galerien  erschlossen. Da auf knappen 2000 Metern Schnee doch hin und wieder vorkam ist einzige Erklärung für diesen überdeckten Mundloch Zugang die Gewährleistung der Schneefreiheit vor und nach Mundlocheinstieg.

Mina Euterpe

Der Eingang fällt steil ins Berginnere. Noch liegt das prächtige schmiedeeiserne Tor, halb verbrochen, im Eingangsbereich. Mittels etlichen Stufen müssen, in erstbefahrung, erstmals 64 Höhenmetern vernichtet werden ehe das eigentliche Bergwerk sich öffnet.  

Mina Euterpe

Wenige Förderstrecken, mit Horizontalem Verlauf, schliessen an Schächte. Von den Zahlreichen Schachtanlagen die auftage offen stehen, können zwei eindeutig  der Euterpe-Mine zugeordnet werden. Beide Förder-Schächte sind noch heute Untertage erreichbar.

Mina Euterpe

Sauber ausgeführte Trocken-Versatz-Ausbauten durchfahren Abbauzonen.

Mina Euterpe

Generell jedoch, wie bei den meisten Andalusischen Gruben, beeindrucken die oft umständlichen, immer wieder grosse Höhenunterschiede überwindende, Fahrstrecken. Die Anlagen  zeugen von schwerster Handarbeit und Korbförderung vergleichbar hiesige Gruben-Arbeitsbedingungen des endenden 18ten Jahrhunderts.

Mina Euterpe

Selten trifft man auf kurze horizontale Fahrstreckenabschnitte die dafür umso kunstvoller ausgebaut wurden.

Mina Euterpe

Abbauzonen gibt’s etliche. Da die Zeit eher knapp war, beschränkten wir uns hauptsächlich auf reine Fahr und Förderstrecken.

Mina Euterpe

Wie wirs bereits von Schweizer Kohlebergwerken kennen. Die gelben Schwarzbefahrerpfeile waren auch auf Euterpe eher missverständlich. Wir bedienten uns eines, aus vermutet 1970 stammenden, Grubenplans welcher wichtige Orientierungshilfe leistete.

Mina Euterpe

Die mit dem Grubenplan korrespondierenden Messpunktnummern waren da deutlich hilfreicher.

Mina Euterpe

Die Vorbefahrer scheinen ein grosses Mitteilungsbedürfnis, dies nicht nur mit Gelber Spraydose, gehegt zu haben.  An prominenter Streckenstelle beschreibt einer der Befahrer die auftretenden Probleme mit der beschlagenen Brille. Ob an linker Blattseite Blut liegt entzieht sich meiner Kenntnis ein Skelett ist uns indes keines begegnet.

Wir erreichten eine Nominaltiefe von 160 Metern ehe wir den Rückzug antraten. Die Fahrstrecke, steil abwärts führend, indes war lange nicht zu Ende.  

Aus den  abfotografierten Plänen generierte ich ein halbwegs ansehnlicher Grubenplan zur Verdeutlichung der Anlagen. Obschon irgendwo im Netz auf nem Dokument die Jahreszahl 1953 auftaucht spricht vieles für die Vermessung um die 1970er. Einige Spuren deuten auf ein Wiederaufwältigungsversuch um die besagten Jahre.

Mina Euterpe

Im Grundriss, durchaus Handzahm wirkend, sitzt das Quadrad auf Masse 20 x 20 Meter. Die Ausrichtung ist, soweit ich dies rekonstruieren konnte, auf magnetisch Nord. Den Originalplan gibts Online auf San Diego / Euterpe bei Minas de Almeria.

Mina Euterpe

Erst die stark vereinfachte Seigerrissdarstellung macht das Ausmass der Anlage so richtig deutlich. Meine Darstellung basiert auf wenige gefundene Höhenangaben an ausgewählten Messpunkten.

Fest steht, der kleine Schacht mit Namen San Pedro rangt minimum 90 Meter in die Tiefe. Der grosse, mit Armierungseisen abgedeckte Haspel-Schacht nennt sich San Diego und erreicht Tiefen um 210 Meter. Fahrstollenende ist weder im Originalplan noch sonstwo ersichtlich. Wir haben nur ein Bruchteil des Werks erkundet und waren doch rund 5 Stunden unter Tage.  

Die Geschichte der Mine ist, wie so oft, eher schwierig zu rekonstruieren. Aus der Seite „Patrimonio Minero de Andalucía oriental“ ehemals Minig Andaluz  geht hervor:

1889 Nannte sich dies Bergwerk „Mina San Diego“ mit Konzessionsnummer 15409, Abbau von Blei. Noch heute ist die Mine auf der offiziellen Topolandeskarte als Mina San Diego ausgewiesen.

1944 beantragt Francisco Javier Brea Malgarejo die Konzession für die Bleiförderung  mit Namen Euterpe Nummer 38 478

1953 Erwerb durch  Fernando Brea Melgarejo ?

1971 Überschreibung an  D.Rufino Brea Malgarejo und Brüder.

Nutzungsrechte werden für 99 Jahre an Minas de Almagrera , S.A. überschrieben

1979 Abbau von Fluorit

 Links

Lavaderos del Segundo / Minas de Almagrera

Mein Grubenplan im PDF

Almeria 2019

am 25. Mai 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Die dritte Almeriastudienreise ist nun Geschichte und, in der Tat, viele Geschichten generierte diese letzte Reise. Geschichten die wahrscheinlich sein Weilchen auf Ausarbeitung warten werden denn, zu viele sind es.

Klar ist jetzt schon, viele Geheimnisse, die meine Kindheit stark prägten, sind entschlüsselt und viele noch heute herumgeisternde Mythen sind beseitigt.

Eines ist klar, der Bergbau in Almeria zeugt von tiefer Armut. Oft erinnern Anlagen aus ende 19tes Jahrhundert an hiesigen Mittelalterbergbau.  Handarbeit war im fernen Almeria billig und die Epoche der Leibeigenschaft nicht lange zurückliegend. Für mich interessante Einblicke vorindustrieller Zeitgeschichte.

Alleweil gabs auch viel Bilder im Gepäck von denen ich erstmals welche hier zum besten geben möchte.

Almeria 2019

Geht nicht gibt’s nicht, ist eines meiner Lebensmotti. Die Neugierde ist ein starkes Pferd welches gar mich zur Geisfuss-schwingender Bestie wandelt. (Bild Hansjürg)

Minas de Alfaro

Allen voran trug ich knappe 50 Jährige Mythen in meinem Köpfchen zum, vom Barrio Paulenca fern, sichtbarem Alfaro-Bergwerk. Dies Jahr, es hat 53 Jahre gedauert, schafte ichs da rauf,

Minas de Alfaro

mit zurück, beeindruckende Einblicke in eine längst mystifizierte Industrielandschaft.

Minas de Alfaro

Mal ausnahmsweise die Umkehrsicht. Stehend auf der Mittelförderstrecke, unter meinen Füssen die grosse Verladeeinrichtung, der ungetrübte Blickt, ziemlich Bildmittig, ins Barrio Paulenca.

Mittelspannungsunterquerung Gergal

Der Eisenerzspur folgend, in Richtung Nord,  liegen weitere Exoten damaliger Seilbahnlandschaften.  Im Bild eine sogenannte Mittelspannungsunterquerung, sowas hab ich hierzulande nie gesehen.

Soria Gergal

Im Soria-Revier sucht doch tatsächlich eine Fledermaus die direkte Konfrontation mit meiner Fotomaschine.

Schacht San Jorge

Nicht weit fern, Schachtansichten San Jorge, Revier „La Fee“ Los Malagueños / Gergal.

Nacimiento

Wer der zuwachsenden Erzstrecke folgt wird den Geisterbahnhof Nacimiento mit grosszügigen Bahnangestellten-Häusern nicht verfehlen. Ein muss für ausgesprochene Urban-Ex-Fetischisten.

Nacimiento

Die dazugehörige Bergbausiedlung ist, mittels gestempeltem T-Träger, aufs Jahr 1890 datierbar.

Pozo San Diego

Dies Bild taucht tausendfach im WWW auf. Die Spindel passt zu einer rund 200 Meter tiefen Schachtanlage ziemlich nahe des Sierra de Gador Gipfels. Den Untergrund kennenlernen war für mich eine grosse Freude und Wissenschaftlich äusserst lehrreich. Gibt sicher mal ne Sondergeschichte „Euterpe“ benannt nach einer der neun Musen.

Polvorin Rodalquilar

Rodalquilar ist auch immer wieder ein Ausflug wert. Die sehr kompakte Anlage zeigt auf engem Raum viele interessante  Bergbaurelinkte, im Bild das berühmte Sprengstoffmagazin-Tor.

Rodalquilar

Letzte Bergbauepoche in Rodalquilar, um die 1990 er, die letzte Cyanidlaugerei im Hintergrund.

Streetart Cortijo San Diego

Auch bereits prominent zu finden in der Streetartszene, die Graffitis in den San Diego-Häusern.

Cottijo del Fraile

Erinnerungen an Bud Spencer und co, der „Cortijo del Fraile“.

Balneario Sierra Alhamilla

Und wie üblicher wieder, 11 schöne Tage im romantischen Balneario mittig Bergbaugebiet Sierra Alhamilla,

Balneario Sierra Alhamilla

mit, wie sichs für en Thermalbad gehört, entspannendem Bad im 40 Grädigem-Eisenerzwasser.

Die mitgebrachten Geschichten sind viele an der Zahl, wichtig ist es diese zu erzählen und dies wird dauern denn ein minimaler wissenschaftlicher Anspruch ist auch mir zuteil gleichzeitig neige ich vieles zu vergessen was der Ausarbeitung weitere Steine im Wege legt.

Wie üblich bei Rückkehr aus Spanien plagen mich grosse innere Unruhen. Ich hinterfrage meine gesetzten und etablierten Lebensmodelle. Wieder packen mich Zweifel ob die hier gewählte Lebensform tatsächlich auch meiner gewünschten Lebensqualität entspricht. Leider hat mich dies Jahr auch nicht unbedingt das Auftragsglück heimgesucht und so tendiert mein berufliches Wirken eher Richtung Brotjob als  Richtung Berufung. Ich hab Lust auf viel in einer Umwelt die wenig Freiraum beinhaltet. Dieser Freiraum, wird zumindest in Mitteleuropa, für den unteren Mittelstand, in Zukunft tendenziell abnehmen. Es gilt hier wieder mal den Spagat zu finden zwischen maximaler Entfaltung und möglichst konstanter Solvenz. Nun ja, ich werds packen, wie weiss ich noch nicht doch eines ist klar, Wissenschaft ist Teilen, ergo was ich mach zu den Almeriabergwerken werde ich als erhaltenswertes Kulturgut  teilen.

Bis anhin gibt’s auf Luisa.net die,

Bergbau, Gador und Benahadux Seite,

Minas Los Baños Sierra Alhamilla Seite

und die

Goldminen Rodalquilar Seite