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Archiv der Kategorie 'Steinerne Unterwelten'

Silberlöcher von Röschenz

am 06. Februar 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es gibt nimmer viel Geheimnisse in diesem Ländle, naja zugegeben, solch Leute wie ich tragen bei zur Entschlüsselung letzter Mysterien. Doch hin und wieder steht Ruhm und Ehre ganz anderen Forschern zu. Ich kann einmal mehr nur noch zusammenfassend Vorhandenes wiedergeben. Ergo so geschehen bei den Silberlöchern von Röschenz. Das wenig Bekannte stammt nicht von mir trotzdem, der Ausflug war äusserst gelungen.

Tief im Wald liegt ein Bergwerk begraben grossen Ausmasses, eindeutig meine Beobachtungen. Denn, die Literatur, insbesondere „Thomas Bitterli“, nennt eine Höhle die in Frühzeit ums 11. Jahrhundert, zum Bergwerk aufgeschlossen wurde.

Silberlöcher Röschenz

Tatsache ist, der Zugangsweg ist immer wieder verstellt durch umgekippte Bäume und wild wachsende Sträucher. Ein See welcher vom Bächlein befüllt wird, weisst den Weg zum, kaum zu verfehlenden, Erbstollen. Dieser Erbstollen, eindeutig ein künstlich geschaffener Stollen, ist an zwei Stellen eingebrochen und, dieser Erbstollen tut Name aller Ehre, folglich ist er voll des Wassers.

Silberlöcher Röschenz

Doch die erste Öffnung, welch ein Glück, ermöglichst den Einstieg trockenen Fusses in die Grundstrecke.

Silberlöcher Röschenz

Leider war bei zweiter Einbruchstelle schon wieder Schluss. Hinter dem Versturzkegel staunt sich Wasser bis knapp aufs Dach. Da war auch das vor sich hin schwimmende Brett wenig Hilfreich. Nun ja dacht ich mir, Frau kann nicht immer gewinnen und berichtet wird von 3 Stollenzugängen.

Silberlöcher Röschenz

Und ja, der nächste Zugang eine Perle Bergleutskunst. Ein rund geschlagener Schacht gute 2 Meter tief mit Anschluss an ein Stollenbau.

Silberlöcher Röschenz

Auch dies Ding führt weiter und im Innern öffnen zwei kleine Stollenwerke plus ein Gesenk welches offensichtlich auf die, wieder mal Wassergefüllte, Erbstrecke führt.

Silberlöcher Röschenz

Die zwei Stollen sind klein, eng und dreckig so wies Frau liebt. Leider finden beide Stollen nach kurzem Meter wieder zusammen um an einem Versturz zu enden.

Silberlöcher Röschenz

Also auch dieser Streckenabschnitt verlangt Badelust um weiterführende Erkundungen durchzuführen.

Silberlöcher Röschenz

Der dritte Zugang war denn genau so schnell, etwas nördlicher, gefunden doch auch hier machte sich bald ein Hindernis bemerkbar.

Silberlöcher Röschenz

Der vermeidliche Stollen wird bald zum Schacht unbekannter Tiefe was mich von der Bekletterung abhielt. Interessant indes, in diesem Grubenbau sind moderne Bohrlöcher (Pressluftbohrer) ausmachbar. Der vorhandene Plan welcher 1992 Thomas Bitterli mit Team zeichnete, differiert stark mit der vorgefundenen Eingangssituation. Es ist nicht von der Hand zu weisen dass der Stolleneinschnitt nach 1992 nochmals gründlich aufgewältigt wurde.

Ich habe bei meiner Befahrung einzig künstliche Untertagebauten wiedergefunden doch nach Plan verstecken sich im Innern klassische Höhlengänge.  Der Bergbau war in frühen Jahren stark vom Aberglauben durchzogen. Dass manche Anlageteile viele Jahre auf den Buckel tragen ist offensichtlich. Insbesondere der Rundschacht wie auch den Erbstollen könnten älteren Datums sein, gut möglich ums 12. Jahrhundert, wie berichtet wird. Grössere Bergbauepochen wie Bitterli berichtet, sind, ist auch meine Meinung, wahrscheinlich im 18. und 19. Jahrhundert angesiedelt.  

Interessant indes erscheinen mir die überall herumliegenden Artefakte modernster Ölraffinerien.

Silberlöcher Röschenz

Wäre Siedlungsgebiet in der Nähe so würd ich dies stille Örtchen als banale Mülldeponie abtun doch die Fundorte sind eher ungünstig gelegen für den Landwirtschaftsabfall der 1970er Jahre.

Silberlöcher Röschenz

Am Bergwerk zu standen, heute zerfallene Gebäude wovon, an einer Ruinenstelle, moderne Industriebacksteine, recht im Bild,  auszumachen sind.  

Kurzum, die Zone ist zwar wenig bis gar nicht dokumentiert und doch war immer wieder geschäftiges Treiben am „Unzegrabe“. Der Flurname „Unzegrabe“ könnt auch so seine Bewandtnis gehabt haben bei abenteuerlicher Legendenbildung und so scheint’s naheliegend dass immer wieder neue Aufwältigungsarbeiten getätigt wurden. Ob nun das geglaubte Silber, die Wassernutzung  oder schlicht die Neugierde, einige griffen immer wieder, zu verschiedenster Zeitepochen, zur Schaufel. So verwunderst auch kaum dass aktuell die Schweizerische Gesellschaft  für Höhlenforschung am Werken ist. Da sag ich nur, gut interessiere ich mich nur für Bergwerke.

Silberlöcher Röschenz

Kleiner Blick auf Ortofoto zeigt die Stollen, Höhlenanlage in mitten des Waldes. Der nördlichste Eingang, jener mit Zeitgemässen Bohrlöchern, nennt sich Friedrichsschacht und ist, ohne Zweifel, seit Neuzeit in aller Munde.

Silberlöcher Röschenz

Das nicht immer Urwald war, zeigt die Siegfriedkarte. Klar erscheint hierzu, das aus dem Erbstollen fleissende Wasser könnte die Landwirtschaft stark begünstigt haben. Auch auf dem Luftbild von 1937 ist ein blühendes Feld, anschliessend an den Erbstollen, ausmachbar.

Die Koordinaten nach Bitterli, ohne Gewähr:
Eingang I (Erbstollen) 602 860 / 254 165
Eingang II (Rund gehauener Schacht) 602 845 / 254 210
Eingang I (Friedrichschacht) 602 845 / 254 300

Ob jemals die erhofften Schätze gefunden wurden, entzieht sich meinem Wissen. Ich konnte kaum abbauwürdige Spuren von Eisenerz ausmachen ansonsten entdeckte ich viel Lehm, gut bearbeitbaren Sandstein und Kalkstein im Friedrichsschacht.

Als der Zerfall…………

am 31. Januar 2021 unter BDSM, Grungisches, Politischer Grunk, Stadtindianer, Steinerne Unterwelten abgelegt

Kleine Bildreise durch die versinkende Welt einer einstmal sehr freizügigen Welt.

Bolero Hauenstein

Damaliger Eingang einer strahlenden Glitzerwelt ob der Passhöhe Hauenstein.

Bolero Hauenstein

Vom Glitzer sind heute, analog des gegenwärtigen Gesellschaftlichen Befindens, nur noch reichlich Scherbenhaufen geblieben.

Bolero Hauenstein

Trotzdem liegt im unaufhaltsamen Zerfall eine gewisse Ästhetik.

Bolero Hauenstein

Der Zerfall und der Aufstieg oder umgekehrt, eine Geschichte in die ich mich die nächsten Wochen hineinknien werde. Eine Geschichte um neu gewonnene Freiheiten in den Jahren um die 1990er, neue Eroberungen, neue Körperausdrucksformen, neue Sinnlichkeiten. Es ist aber auch eine Geschichte um verstaubte Altachtundsechziger die allmählich die neue gesellschaftliche Prüderie einläuten.  

Und dann kam Corona und dann war alles nur noch Schrott.

Und es leben die Chronistinnen und erst recht jene die des Fachwissens Berge Versetzten mächtig sind.  

Punker-Innen vereinigt Euch, in diesem Sinne,

Schöne Sunntig

Zeglinger Gipser und teuflische Sänder

am 31. Januar 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine kleine, eher bildlastige Geschichte ohne viel Bla und sonstige Ambitionen.  Kleiner Turi-Rundgang durch vergessene Basler-Länder Industrielandschaften.

Die Orte welche uns grosse Gipsschätze bescherten sind zahlreich und keineswegs nur aufs Felsenau-Bergwerk beschränkt. So sind verlassene Gipsbergwerke in Kantonsgebiete von Aargau bis Solothurn reichlich auffindbar.

Zeglingen nennt solch eines, einst gehörend zur Gipsfabrik Läufelfingen.

Zeglinger Gipsgrube

In der letzten Abbauphase, bis in die 2000er, wars hauptsächlich der Tagebruch welcher genutzt wurde.

Zeglinger Gipsgrube

Trotzdem gibt’s noch zwei feine Stollen, im Bild der obere, Kurze, die befahrbar sind.

Zeglinger Gipsgrube

Strecke unten ist deutlich länger und auch einiges Interessanter.  Die Sprengstoffkammer beim Mundloch zu lässt eher grössere Aktivitäten erahnen.

Zeglinger Gipsgrube

Die Hauptstrecke führte in Z-Richtung ins Berginnere.

Zeglinger Gipsgrube

Doch, wie üblich fürs Gipsbergwerk, die Decke verspürt den unaufhaltsamen Sprungdrang und wo nicht Verstürze zu Unwegsamen beitrugen warens die Schuttdeponien letzter Abbauepochen.

Zeglinger Gipsgrube

Leider gibt’s am Ende der Hauptstrecke ein Versturz der a) grösseres erahnen lässt b) unüberwindbar erscheint.

Zeglinger Gipsgrube

Pländli zur Verdeutlichung, am Rande des Tagebaus liegen zwei Stollen offen. Der obere, keine 30 Meter tief der untere geschätzte 150 Meter bis Versturz.  Was hinter der Versturzmasse liegt ist unbekannt doch die Grösse der Hauptstrecke wie auch die gefundene Hunde-Ausweichstrecke lassen grösseres erahnen. Ein Fuchs, riecht streng, solle den weiterverlauf kennen doch wie dies so ist mit em Gips, respektive Anhydrit, graben ist ein Höllenkommando.

Also, es bleibt dabei, ein Ausflug wert, Stollen sind wie üblich fürs übervertretene Anhydrit, hoch Einsturzgefährdet ansonsten ganz Büsi.

Zeglinger Gipsgrube

Die alte, wiederaufgebaute  Seilbahntalstation kann heute auf dem Areal des Silo 21 in Läufelfingen bestaunt werden.

Eine weitere Bergleut -Sehenswürdigkeit liegt zwischen den bekannten Gipshotspots unscheinbar in einer saftigen Kuhwiese.  

Schacht Hauensteinbasistunnel

Auf der Vertikalen zum Hauenstein-Basistunnel lässt sich ein Blick in den Bau und Entlüftungsschacht erhaschen. Dies über 100 Meter Tiefe Schachtwerk stammt auf dem Jahre 1855 und war eines der drei Zugänge für den Eisenbahntunnelbau. Noch heute donnern laut die Schachtwände bei Durchfahrt einer Zugskomposition im Basistunnel.

Kantonswechsel, mal was ganz Anderes,

Nicht unweit, oberhalb des Autobahngeplagten Örtchens Hängendorf in der Tüfelsschlucht, liegt ein Sandabbau der ganz besonderen Art.

Sandloch Tüfelsschlucht

In einer ehemals natürlichen Höhle sind diverse Bergmännische Arbeiten zu beobachten.

Sandloch Tüfelsschlucht

Hauptinteresse galt dem Sandabbau welcher zeitweilig gänzlich aus den härteren Gesteinsschichten ausgekratzt wurde. Der wenig rationelle Abbau deutet auf eine sehr alte Sandgrube einer eher kleineren Manufaktur, Glas / Giesserei.

Sandloch Tüfelsschlucht

Die Sandgrube/ Höhle ist ca. 60 m X 40m gross mit mittigem Pfeiler.

Eine schöne Dokumentation mit Plan liegt bei der Arbeitsgemeinschaft für Speläologie Regensdorf unter  Sandloch (Tüfelsschlucht) auf

Die Röchlins und sonstige Erzsteinsammler

am 20. Januar 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne, die Reisefreiheit nahm ein abruptes Ende also Zeit um etwas in Erinnerungen zu schwelgen,

oder

kleiner Spaziergang durch die heute vergessene Industrielandschaft des Röchlin-Imperiums  

Keineswegs war, im Nordfranzösischem Örtchen Angevillers, einzig die Familiendynastie Röchlin des Bergbaus tätig doch deren umstrittene Kollaboration mit den Nazis hinterliess prägende Eindrücke. Insbesondere Hermann Röchlin dürfte, als massgeblich an der Kriegsindustrie Beteiligter, einigen Platz in den Geschichtsbüchern eingenommen haben.

Aber, trotz der umstrittenen geschichtlichen Hintergründe,  war die damalige Erkundung der Minenanlagen „Angevillers“ und „Rochonvillers“, im März 2019, ein durch und durch Impressives Erlebnis.

Mine de Rochonvillers

Das Minenareal Rochonvillers lockt mit imposanter Industrieruine. So per Handgelenk geschätzt, um die 1910 stammend, möglich aus der Röchlin-Epoche stammend.

Mine de Rochonvillers

Der Erzbunker indes ist eindeutig neueren Datums.

Mine de Rochonvillers

Auf dem Luftbild, stand 1950 bis 1965, sind noch die Eisenbahnwagons vor dem Erzbunker zu erkennen. Die Mine so glaub ich, könnte um die 1980er deren Letzter Tage erlebt haben.

Leider war das grosse Hauptmundloch am Tage unseres Besuches konsequent zugemauert. So als Gast im fremden Land war, angesichts weiterer Sehenswürdigkeiten, ein Unzugänglich belassen durchaus gewollt.

Also war die darüber liegende Grubenanlage Mine de Angevillers nächstes Ziel unseres Abenteuers.

Mine de Angevillers

Die Hauptstecken in dieser nie enden wollenden Stollenanlage sind in stattlicher Breite ausgebaut, zeitweilig auf doppelspur 60er.

Einige Gesenke erschliessen tieferliegende  Erzfelder.

Mine de Angevillers

Um die Grubenhunde effizient den Bremsberg aufwärts zu ziehen, waren Schlepplifte, ähnlich den Skiliften, installiert. Eine mir bis anhin gänzlich Unbekannte Antriebsvariante die jedoch, in besagter Mine, immer wieder Anwendung fand.

Mine de Angevillers

Und im Bild die Talstation mit den noch hängenden Stahlseilen und vergessenen Geleisen.

Mine de Angevillers

Es sind nur noch wenige Geleise in den, einigen Hundert Kilometern langem, Stollennetz geblieben. Insbesondere an bösartigen Versturzzonen sind noch massive Geleise erhalten.

Mine de Angevillers

Auch sehr eindrücklich und immer wieder im www herumgeisternd, die Bogenelement-Auszimmerung die sichtlich bessere Tage kannte.

Mine de Angevillers

Hin und wieder Spuren einer längst vergangenen Kipp-Loren-Generation.

Mine de Angevillers

Teile des riesigen Bergwerks diensten einst als Schutzraum. In diversen Nebenstrecken finden sich noch alte Bettgestelle jeglichen Fabrikats.

Kurz ein sehr rudimentärer Plan zu Verdeutlichung.

Mine de Angevillers

Wer den Plan gross will, diesem gibt’s im PDF

Die Anlage ist viele hundert Kilometer gross, die Koordinaten sind im Meter (Lambert-93), angegeben. Ich habe auf meiner Zeichnung mich auf die Hauptstrecken konzentriert. Der Kammerabbau umfasst Kammer an Kammer zwischen meinen roten Linien. Die orangen Linien sind neuere Hauptförderstrecken die weitere Minen miteinander verbinden. Strecken Charles, Luoise und Guillaume führen ins gefühlte, aber leider nicht erkundete Unendliche. Verbunden sind diese Hauptstrecken von meiner Anlage Angevillers über teils 130 Meter tiefe Schächte.

Link zu weiten Bildern Mine de Rochonvillers gibts auf Luisa.net unter Urbex Streifzüge

Dürrifluh und Klus

am 30. Dezember 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

wenn das nid Weihnachten ist.

Kleine Bildergeschichte zum Bergwerk Schwarzenmatt, erzählt hab ich ohnehin schon jede Menge darüber. Anlass war eine kleine Befahrung des gemeinberüchtigten Kohlebergwerks mit Vorstandsmitgliedern des noch jungen Vereins Freunde Kohlenbergwerke Boltigen.

Bergwerk Dürrifluh

Wie üblich ist dies Eck, ein Traum jedes Landschaftsliebhabers und im Schneebehauchten Winter umso mehr. Ich war zuletzt in denen Stollen im Jahre 2014 umso grösser die Freude mal wieder einen Blick in diese 1940er-Unterwelt zu wagen.

Bergwerk Dürrifluh

Die Haldenfläche liegt tief getaucht in weiser Pracht. Was noch 1948 als Abraum zeigte, ist heut mit regem Baumwuchs bewaldet.

Bergwerk Dürrifluh

Das Dürrifluhmundloch ist heute aufgeräumt und ohne lästige Steinwand am Zugang. Dafür, liebe Leser und Leserinnen, ist der Eingang, aktuell und durchaus berechtigt, mit Gittertor verschlossen.  Ganz lieb Fragen beim Verein kann das den Sesam, und klar das Bergwerk, öffnen. Gleiches gilt fürs Taubental ohne Tauben.

Bergwerk Dürrifluh

Beim Wechsel in die Klus-Tagesstrecke könnt punktuell die Stimmung eines Flohmarktes  aufkommen. Noch heute steht die Bergwerkseinrichtung zusammengepfercht auf dieser kurzen Strecke. Indessen liegt kein  Rollunterbau und kein Schienenstück weit und breit.  

Bergwerk Dürrifluh

Die Neugierde um hinter Versturzstellen zu kriechen konnt ich mir, auch an diesem  verschneiten Tag, nicht verkneifen. Im Bild die Fahrte die das, nimmer fröhliche, Silodach bediente. Wahrscheinlich eine Stelle die ich bereits tausendfach besuchte und doch ist die Faszination immer wieder Hundertprozent.

Bergwerk Dürrifluh

Strecke Bergwärts alte Bekannte aus etlichen Lichtbildern bekannt. Schön zu wissen das die Holzdinger noch heute entspannt vor sich hin ruhen.

Bergwerk Dürrifluh

Mancher Holzbau ruht gar unbeeindruckt aller Feuchtigkeitsstrapazen trotzend.

Bergwerk Dürrifluh

Noch heute schlängelt die Grundstrecke befahrbar bis zum finalen Versturz. Die CO2 Werte sind immer noch am Ende der fahrbaren Strecke auf gefährlichem Level. Und noch heute gilt, der Versturz ist eine tödliche Falle.

Bergwerk Dürrifluh

Seigerriss der aktuelle vom August 2014 gibt’s bei mir mittels anklicken des Bildchens.

Alle Schwarzmatter von mir

Taubentäler

Taubentaler Untergründe
Bergwerk Taubental ob Boltigen

und pure Schwarzmätter

Schwarzenmattische Untiefen
Und nochmals Bergwerk Schwarzenmatt
Kohlebergwerk Klus Schwarzenmatt Boltigen, weiter geht’s
Boltingen Bergwerk Klus, Langzeiteinblicke

Der Bergwerksverein https://kohlenbergwerke-boltigen.ch

Weisse Weihnachten oder sonst so was

am 26. Dezember 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ich liebe Traditionen und so ist es langer Brauch am 25. des letzen Monats alte Zeugen früheren Bergbauepochen aufzusuchen. Seit einigen Jahren liegt unser Schwerpunkt in der westlichen Welt genannter Jura mit dessen Kalk und Bitumenschätzen.

Diesmal war unser Ausflugsort die Kalk und Zementstein-Minen Grands-Crets nahe Vallorbe.

Mines des Grands-Crêts

Zu jeder Mine gibt’s eine Fabrikantenvilla, ausnahmsweise steht da tatsächlich noch eine und dies in prächtiger Winterlandschaft, was will Frau mehr an nem geheiligten 25.

Die Stollen, formidabel Dokumentiert von den Lausanner Speleos, teilen sich in 5 unterschiedlichen Ebenen auf, wovon richtig Zementsteinschürfend nur die Viertoberste wirkte.

Die unteren Stollen waren für Transport und Zementzusatzstoff zuständig.

Mines des Grands-Crêts

Im Bild die tiefste Strecke die den Stein eines Abwurfschachtes sammelte und den Transport ins, heute zerfallene, Zementwerk vereinfachte.

Mines des Grands-Crêts

Vom Türstockausbau lebt nimmer viel auf dieser Fahrstrecke.

Mines des Grands-Crêts

So richtig interessant wird’s jedoch im Hauptwerk welches über eine, doch eher schlanke, Rollstrecke zugänglich ist.

Mines des Grands-Crêts

Nach kurzem Eintritt in die Unterwelt öffnen sich gigantische Dimensionen, locker 20 m Deckenhöhe sind keine Seltenheit.

Mines des Grands-Crêts

Bald auch wird klar dass dies schmucke Bergwerk eine lange Zeit als Champignon-Zucht amtete. Mit Dachpappe belegte Maschendrahtgeflechte sollten die Stollenhöhe etwas minimieren um ein Pilzwohlfühlklima zu gewährleisten. Am Boden das klebrige Torfzeugs welches einer Befahrung eher hinderlich wirkte.

Mines des Grands-Crêts

Da war die Freude gross als endlich wieder Bergbaufeeling einkehrte dies mit bekannten seemühlischen Dimensionen .

Mines des Grands-Crêts

Die kleine Öffnung im unteren Bildteil ist die Rollstrecke während oberhalb ein riesiger Abbau klafft.

Mines des Grands-Crêts

Da war die oberste Mine fast schon en Zwergenabbau mit bescheidenen 5 bis 6 Meter hohen Decken.

Und, kleine Anmerkung zu den geglaubten Suizid-Füchsen

Mines des Grands-Crêts

Beim Besuch der untersten Rollstrecke, am Boden des grossen Abwurfschachtes, könnte man geneigt sein zu Glauben Füchse hätten sich in grosser Zahl ins tiefe Ungewiss gestürzt. Tatsächlich liegt eine grosse Zahl an Fuchs-Skeleten am Boden des Schachtes.

Die Auflösung des Rätsels liegt am oberen Zugangs des Abwurfschachtes.

Mines des Grands-Crêts

Der Abwurfschacht ist zugänglich über ein, heute aktuelles Fuchsloch. Und wies der Name bereits andeutet, ist dieser Zugang die eindeutige Präferenz des Fuchses. Bis zum Abwurfschacht sinds noch locker 60 Meter Stollenlänge, per se genug Wohlfühlfläche für die gesamte Fuchsfamilie doch Füchse und Menschen hegen einige Gemeinsamkeiten. Füchse wie auch Zweibeiner sind enorm Neugierig. Entgegen meines Glaubens, sind Füchse in 100 Prozent Dunkelheit 100 Prozent blind, geht mir und der Schar Homosapiens genauso. Tastsinn ist ne feine Sache, sowas hab ich und sowas hat der Fuchs eindeutig in ausgebauter Form. Der Fuchs nutzt dazu hauptsächlich die steifen Haare an der Schnauze. Der Fuchs kann, dank dieser tastsensitiven Schnauze, ideal  in halb verfallenen Stollen, navigieren doch wehe der Boden rutsch den 4 Pfoten weg. Es scheint als wären etliche Füchse in diese Abwurfschachtfalle getappt und dies wahrscheinlich ohne Menschliches dazutun. Wir zumindest liessen ab von einem engen Einstieg in die obere Abwurfrollstrecke.

Und die Links zu dieser Geschichte

Georeferenz https://s.geo.admin.ch/8dca2a0d08

Und weitere Infos aus Lausanner Speleo-Küche http://www.speleo-lausanne.ch/09_Divers/Mines/Ciment/GrandCret/_Ciment-GrandCret.htm 

Buffalora-Arbeit

am 13. Dezember 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Wissenschaft, zweifelsohne eins der meist gefickten Begriffe seit Simonetta-gesponserten-Printmedien.

Das ichs besser mach beweist schon nur die Tatsache das Satzfragmente wie „ich nehme an“ oder „ich vermute“ in meinen Texten zahlreich enthalten sind. Somit, entgegen des aktuellen Zeitgeistes, ist ein Diskurs meinerseits nicht nur erwünscht sondern auch, meiner Meinung nach, wichtiger Bestandteil von „Wissen schaffen“.

Anderseits tue ich mich gegenwärtig mit längst vergessener Spätmittelalter-Industriekultur beschäftigen also kaum emotionell besetzt. Die Tatsache dass auf Nigerianischen Minen heute vergleichbare Verhältnisse vorherrschen wie damals im schweizerischen Buffalora scheint niemand zu interessieren, Hauptsache das neue Elektroauto steht vor der Tür.   

Eines ist jetzt schon klar, sollte jemals eine Historische Aufarbeitung der Pandemieereignisse   stattfinden werde ich dies Thema auf sicherer Distanz halten. Viel zu gefährlich erscheint mir das Ganze da steig ich lieber in alte Bergwerke ab.

Und mein Bericht Buffalora, nicht mal so Zeitfern, befeuern wir doch alle die geheiligte Elektromobilität,  gibt’s auf: Buffalora

Und wers auf die Rechtschreibung abgesehen hat, schön zu wissen dass es Menschen gibt die nen Auge fürs Wesentliche haben.

Seemühlebildergeschichte

am 05. Dezember 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Weils neulich sowas von schön war. Kleines Treffen mit gut bekannter Mitstreiterin in tiefen der stillen Zementsteine.

Eine kleine Geschichte ohne viel Bla stattdessen en paar Bildchen aus meinem Maschinchen.

Seemühle

Eingangstunnel Feld 1 im Winter 2020.

Seemühle

Bahnhof Feld 4 noch immer dem Steinschlag trotzend.

Lochezen

Und wenn sich Nebel breit macht so könnt dies die Ankündigung eines Endes mit nur schrecken sein. Der damalige Sonntag zeigte sich in Form seiner tiefenphilosophischter Seite.

Lochezen

Tiefer Bacheinschnitt in die unterirdischen Geheimnisse.

Lochezen

Treppe ins Gegenwärtig nix.

Lochezen

Zeugen längst vergangener Industriekultur.

Bla-Geschichten gibts auch, unter anderem auf: www.luisa.net/industriearchaologisches/die-seemuhle/

Neue Hoffnung in hoffnungsloser Zeit

am 14. November 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Kleiner Rundgang durch den Neuhoffnungsstollen und Verwandte

Ja, mein Blog erfuhr ein langer Stillstand. Einerseits vergrub ich mich in die Buffaloraauswertung anderseits probte ich den Aufstand. Nun denn, abgesehen konfliktbeladener Zeiten gabs wieder mal ein Höhenflug tiefsichtiger Zeitepochen.

Konkret wieder mal Silberberg diesmal in mir gänzlich unbekannte Gefilde, genannt das Baumann-Lager benannt nach selbigem Herrn und Aufwältiger  des bereits bekannten Bleierzlagers.

Da viel übers Silberberglein in schriftlicher Form vorliegt will meine Geschichte hauptsächlich schöne Bildchen zeigen, also kein Anspruch auf Wissenschaftliche Tiefblicke. So quasi eine Ergänzung zu meiner ersten Silberberggeschichte auf http://blog.ateliereisen.ch/?p=5153

Silberberg

Der Bergleute von anno dazumal, wir nenns Jahr 1830 oder früher, hatten ein wahrhaft geschultes Auge für schöne Landschaften.

Neuhoffnungsstollen

Bergmännisch indes lag die Glückseligkeit ganz wo anders. Wo nicht Stein jedem Pickel stand hielt, bröckelte dieser von selbst den Wänden entlang abwärts. Am relevanten Stollenkreuz Neuhoffnungsstollen stehen, etwas lädiert, prächtige Holzeinbauten.

Neuhoffnungsstollen

Manche dieser Einbauten müssen über die Betriebszeit hinweg einige Unterhalts-Zimmerleute beschäftigt haben.

Neuhoffnungsstollen

Manchmal sind gar riesige Baumstämme im Stollen verbaut um den Bergdruck zu bezwingen.

Im Neuhoffnungssystem gibt’s viel Stollen und wenig Erzglück. Stollenlängen schlängeln sich grösstenteils durch arg taubes Gestein nur an kleiner Stelle öffnet sich ein Abbaugesenk welches aber, so wird berichtet, in letzter Bergbauperiode zum alten Mann gehörte.

Baumannlager

Der Abbauschlitz, genanntes Baumannlager, ist unterteilt mit Versatzbefüllten Holzbühnen. Zu erreichen ist der oberste Teil über ausgesparte  Öffnungen.

Baumannlager

Und immer wieder forderte die Bergdynamik massives Holzbauwerk.

Oberhalb des Neuhoffungsstollens liegt der Hüttenstollen. Einst waren beide Systeme miteinander verknüpft. Heute indes ist diese Verbindung, in Form eines Abbaugesenks, verstürzt. Und auch der Hüttenstollen selbst ist arg in die Jahre gekommen.

Hüttenstollen

Die ehemalige Grundstrecke mit schöner Ausbauarbeit ist über weite Teile eingedrückt. Das ehemalige Mundloch schlicht unerreichbar unter einer Waldbodenpinge und der Streckenweiterverlauf begraben von tausenden, grosser Steinblöcke.

Hüttenstollen

Und auch wieder die bekannte Bühnenunterteilung mit offener Aussparung.

Hüttenstollen

Erreichbar ist das Hüttenstollensystem heute über eine Waldbodenöffnung welche in ein steiles Abbaugesenk führt.

Da die Standorte immer wieder nebulös im Vereinswessen entschleichen  meinerseits eine kleine Visualisierung der bekannten Standorte.

Silberberg

Karte gross machen, Karte anklicken

Kurzum ein gelungener Forschungsausflug ohne grössere Neuentdeckungen trotzdem supernett und meinem, Gemütszustand folgend, bitter nötig.

Die Vorgeschichte nochmals erwähnt http://blog.ateliereisen.ch/?p=5153

Und eine gute Zusammenfassung, nicht von mir, gibt’s auf: http://www.sghb.ch/wp-content/uploads/2012/12/Minaria-Helvetica-Nr.-26b-2006.pdf

Der Kruks mit den fliegenden Fotografen

am 13. September 2020 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Das Luftbild ist ohne Zweifel ein ideales Analysetool für kaum überblickbare, verfallene Industrieanlagen.

Buffalora

Die Drohnen schaffen heute qualitativ hochwertiges Bildmaterial und erreichen ferne Ecken in effizienter Zeit.

Luftbild Buffalora

Mit Hilfe dieser Luftbilder lassen sich mögliche Erdbewegungen, Terrassierungen, Mauern was auch immer, sehr genau lokalisieren und dies an Stellen  die unter Umständen sehr schwer zu erreichen sind. Im Bild die mittleren Grubenabschnitte des produktiven Bergwerks Buffalora.

Doch eine weitere Auswertung, im Sinne einer präzisen Georeferenzierung, gestaltet sich schwierig. Die Drohne sieht eine flache Momentaufnahme eines Geländes welches in Tat und Wahrheit durchsetzt ist von zahlreichen unsymmetrischen Dreidimensionalen Formen.

Ergo, Sportgeist muss sein.

Wie üblich kann QGIS mit Hilfe des entsprechenden Plugins, richtig geil Georeferenzieren. Die QGIS-Tutorialseite liefert dazu ganz nützliche Tipps und Anleitungen.

Mit den Georeferenziertool können auf dem Foto markante Punkte gesetzt werden die sich nun, in der QGIS geöffneten Karte, markieren lassen. Ab drei Punkte kann eine Georeferenzierung gestartet werden doch je mehr Punkte anliegen desto genauer lässt sich eine Referenzierung bauen.

Soweit so schön doch meine Gegend ist seit gut und gerne 400 Jahren reines Brachland und allfällig Kartografisch interessante Ecken längs in die Vergessenheit der Plantas abgetaucht.

Also bleibt mir nur eines, den Zugriff auf bereits bekannte Luftbilder, im konkreten Fall „SWISSIMAGE“. Doch leider sind die SWISSIMAGE-Bilder auch nicht vor Fehlern geweiht.   

Nun, Spass muss sein, da hilft nur eines, ein vorsichtiges Antasten an optisch markante Geländeformationen.

Luftbild Buffalora

Durch Vergleich und nochmals Vergleich suche ich Gemeinsamkeiten zwischen meinem Bild und dem georeferenziertem SWISSIMAGE-Bild. Eine richtig Nervenaufreibende Arbeit.

Ich finde ganze 8 Übereinstimmungen aus denen ich die Georeferzierungsbasis baue.

Luftbild Buffalora

Was zu einem doch eher ernüchterndem Resultat führt. Im Süden scheints  zwar recht sauber zu stimmen doch die nördliche Hälfte ist eindeutig was weniges im Schilf.

Im vorliegendem Beispiel ist die Problematik eher gering da die interessanten Bergwerksanlagen eh eher in der Südhälfte liegen trotzdem liegt, insbesondere in undokumentierten Zonen, einiges an Schwierigkeiten drin.

Links

Tutorial QGIS http://www.qgistutorials.com/de/index.html

GIS Welt https://www.giswelt.ch

Buffalora, schon wieder eine Geschichte

am 12. September 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne ist diese Forschungsstätte momentan eines meiner beliebtesten Projekte. Die Zeitepoche zwischen 1300 und 1600 ist Bergbautechnisch überaus interessant und der kleine, auf Buffalora, aktive Völkermix Lombarden / Tiroler sorgt für spannende Geschichtsschreibung. Attraktiver Nebeneffekt, ich bin weit weg vom Covid-Idiotismus was einer Erholung sehr nahe kommt. Grossstädte, respektive Möchtegerngrossstädte, kultivieren momentan ein hohes Mass an Unerträglichkeit. 

Da Christina und ich neu eine Drohne in unserem Forschungswerkzeug mit haben, die Gelegenheit um das Fluggerät auf Buffalora hochsteigen zu lassen.

Noch hinzukommend waren mir, trotz zahlreicher Buffalora-Ausflüge, die oberen Anlageteile gänzlich unbekannt. Also führte die Wanderung erstmals an den obersten Punkt den genannten roten Stein.

Roter Stein Buffalora

Der rote Stein, eigentlich ein  Eisenerzhaltiger Felsausbiss, soviel steht fest, war Anfang der Eisenerzentdeckung für eine Kommerzielle Nutzung. Wann dies genau war ist zur Stunde schwierig zu datieren alleweil vor 1300. Um den roten Stein herum starteten kleinere Tagbauten die sich des Erzes bedienten diese sind jedoch kaum Sinnvoll datierbar. Und auch das herumliegende Holz scheint auf den ersten Blick eher eingeschleppt nach 1300.

Roter Stein Buffalora

Im Luftbild die rundumabbauten die heute kaum die damalige Tiefe inne haben.

Nahe dem roten Stein nennt Siegfried zwei Gebäude die ich jedoch vor Ort nicht so genau ausmachen konnte.

Roter Stein Buffalora

Eines könnte knapp an der Nationalparkgrenze gestanden haben, im Bild auf em rechten Viertel.

Wenige Meter vom roten Stein entfernt, in nördlicher Richtung, folgten die Bergleute einem weiteren Erzausbiss welcher allmählich in den Untergrund abtauch.

Roter Stein Buffalora

Am Ende des Abbauschlitzes schliesst ein Stollenwerk an.

Plaun Cotschen

Diese Grube steuert, mit kaum nennenswerten Kurskorrekturen, den roten Stein an.

Plaun Cotschen

Das Stollenwerk hat als ziemlich einziger Bau dem Zahn der Zeit bis zum heutigen Tage getrotzt. Der Vortrieb erreichte mit knapp 25 Metern die Unterfahrung des roten Steins nicht ganz. Im Innern sind nur wenige Erzspuren erkennbar die, in roter Stein Richtung, eh komplett auf Null auskeilen.

Der eigentlich interessante Erzgang, welcher über Jahrhunderte hinweg bearbeitet wurde, liegt 90 Grad versetzt  und unterfährt, heutiger Wissensstand, den roten Stein Kurs Nordost, dem Hang abwärts folgend.

Buffalora Eisenerzbergwerk

Diesem Hangzug folgend langen zahlreiche Stollenbauten die den Erzgang auf verschiedenen Höhen anfuhren.

Buffalora Eisenerzbergwerk

In den höheren Regionen, zwischen 2470 und 2500 Meter über Meer, sind, vermutet, lange Schlitze ausgehoben die gegen Bergtiefe in Untertagestollen mündeten. 

Buffalora Eisenerzbergwerk

Fest steht, der Bergbau erfolgte von oben nach unten, will heissen, die zukünftigen Stollen mussten sich erstmals mühsam einen Weg am Rande der Halden vorheriger Bauten bahnen.  Infolge sind einige Stützbauten zu erkennen welche die nachrutschende Abraumhalde vom Stolleneingang fernhalten sollten. Heute liegen die Holzspuntwände, dank des Wassers welches tiefe Erosionsschlitze in die Halden grub, weitgehends offen.

Buffalora Eisenerzbergwerk

Knapp unterhalb des markanten Haldenzugs liegt ein mächtiger Poch und Erzscheideplatz mit ebenso mächtigen Sortierhalden. Wahrscheinlich stammen diese Einrichtungen aus Zeiten mittlerer Bergbauepochen um 1400. 

Die Übersicht

Es gibt die unteren Stollenbauten (2200 – 2300 müm), Nordöstlich gelegen, die in guter Hoffnung einzig in Sondierstollen endeten. Diese Gruben sind teils bis zu 150 Meter in den Berg getrieben und vollkommen taub. Auf meinen Plan sind diese bekannten, zur Stunde 4 derer offen, in oranger Farbe gehalten. Es gab aber einst etliche weitere Stollenwerke, heute alle Verstürzt, von denen kaum welche Resultate zu Tage brachten. Bergbaurelevante Spuren sind als blaue Punkte markiert.

Buffalora Eisenerzbergwerk

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Und es gibt ein produktives Eisenerzbergwerk, 2390 – bis 2508 müm, Südwestlich angeordnet welches heute bekannte 4 Erzgänge abbaute. Die heute vermessenen Stollen sind in gelber Farbe gehalten.

Das Produktive Bergwerk im Detail

Buffalora Eisenerzbergwerk

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Heute ist die Gelbe Fläche vermessen. Diese Fläche ist Bestandteil der Förderinfrastruktur der letzen Bergbauepochen um 1500. Oberhalb liegen diverse Stollen die in früheren Epochen die bekannten Erzgänge anfuhren. In der Mitte der Revierfläche sind Terrassierungen angelegt die auf Gebäude oder Installationsflächen hindeuten. Im Osten liegt der grosse Pochplatz welcher wahrscheinlich noch vor dem Bau der grossen Erschliessungsstollen aktiv war. Die grossen Erschliessungstrecken waren  um die 350 Meter lang Heute sind alle ursprünglichen Eingänge verstürzt. Wir nutzen für unsere Vermessungstätigkeit ein, im 2018, fertiggestellter Schacht welcher Zugang ins Hauptbergwerk öffnet.

Vorgeschichten:

Buffalora, ein Plan entsteht
Buffalora, Hunde und sonstig Hochtechnologisches
Buffalora Ergänzendes
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora

S-charl und weitere Sehenswürdigkeiten

am 17. August 2020 unter Reisen, Steinerne Unterwelten, Vergangenes abgelegt

Das momentan akkurate Prädikat fürs Städtchen wär Unaushaltbar.  Die Gründe dazu seinen vielseitig und potenzieren aktueller Pandemieerscheinung. Die Menschen drehen im engen Raum rot und dies bei steigenden Temperaturen, kein angenehmes Klima.

Ergo ab in die Berge, meiner Freundin einige Bergbauhistorische und Landschaftlich wichtige Eckpunkte zeigen und nebenbei noch selber reichlich Neues entdecken.

In S-charl liegt immer noch einem schier unbewandertem Revier die historisch wichtige Blei und Silbergrube Mot Madlain.

Mot Madlain

Die Ruhe dortiger Felsabbrüche wird kaum von Wanderbeigeisterten Gestört,  namentlich ist der alte Erzweg Sackgasse und mündet zuhinterst am Barbarastollen.

Barbara-Stollen

Welche Barbara die den gleich des Besuches ladet. Im Innern Altbekannte und bereits im Vorbeitrag S-charl Dokumentierte womit ich weitere Ausführungen an dieser Stelle auslasse. Stattdessen blick ich in Dingern die mir beim letzten Besuch verborgen blieben und einer Erzählung würdig sind.

Schmelze S-charl

Wer konsequenterweise dem Erzwege, dieser was in der Hirz-Dynastie als Pferdefuhrwerk-Weg ausgebaut, abwärts folgt, wird zwangsläufig in der Blei und Silberveredlung, auch aus Hirzzeiten 1820, landen. Die noch heute erhaltenen Mauerresten zeugen vom aufkommenden Industriezeitalter grösserer Gebäudeanlagen und verfeinerter Verfahrenstechnik. Das zweiteilige Hauptgebäude bringts auf eine  Kantenlänge von 60 x 30 Metern.

Verwaltergebäude

Auch das ehemalige Verwaltungsgebäude lässt eine gewisse Wichtigkeit erahnen. Das Verwaltungshaus ist in neuerer Zeit wieder aufgebaut worden und dient heut als Bergbau und Bärenmuseum.

Schmelze 1939

Aber, bekanntlich bin ich kompetent im erstöbern  von herumliegenden Sehenswürdigkeiten und in S-charls solls einige davon geben.

So steht nicht unweit der Schmelze ein Kalkofen welcher noch heute hin und wieder Rauch und Funken speit um Kalkstein in geschmeidigen Mörtelkalk zu verwandeln.

Kalkofen S-charl

Das schmucke Ding mit Überdachung ist noch aktuell eines der wenigen funktionsfähigen Kalkbrennereien. Wahrscheinlich liegt deren Ursprung in der letzten Bergbauepoche zur Herstellung des Kalkmörtels für die zahlreichen Bauten.

Szenenwechsel,

In den Jahren 1977, ich, ein ungeliebtes Avrona-Kind, war fasziniert von grosser Architektur der Gründerjahre nur wenige Kilometer vom besagtes S-charl fern.  Das Kind nennt sich Kurhaus Tarasp am Inn gelegen und war, wie ich bereits erwähnte, in meiner zarten Jugend willkommenes Ausflugziel dies nicht zwingend im Bereich des Legalen.

Kurhaus Tarasp

Der aus 1864 stammende  Kurhausbau steht noch heute, leider, wahrscheinlich über die Jahre hinweg ziemlich todrenoviert doch das drum rum macht die Sehenswürdigkeit aus.

Kesselhaus Kurhaus Tarasp

Deutlich schmucker das ehemalige Kesselhaus welches das Kurhaus mit Heisswasser für Bäder und Heizung  versorgte. 1977 mein Einstiegsort ins Kurhaus, heute wird dieser Bau als Hotel genutzt während das eigentliche Kurhaus leersteht.

Und ganz klar der Joker unseres Ausfluges am gegenüberliegendem Innufer, ein wahres Juwel umgesetzter Jugendstilarchitektur.   

Büvetta Trinkhalle

Die Büvetta Trinkhalle in ganzer Pracht, erbaut von Simon Bernhard um die Jahre 1875 bis 1876. Heute ist dieser Prunkbau damaliger Mineralquellen-Trinkkultur ein begehrtes Lost-Place-Objekt.

Büvetta Trinkhalle

Trotz des Stolzes welches das Bauwerk ausstrahlt liegt der Baustruktur ein, damals kostengünstiger, Ständerbau zu Grunde welcher allmählich in sich zusammenfällt.  

Büvetta Trinkhalle

Und, trotz mieser Bausubstanz, auch das innere lässt sich sehen.

Weitere interessante Details zur Trinkhalle finden sich im Bericht der Kantonalen Denkmalpflege https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/are/themen/Tarasp_Trinkhalle.pdf

S-charl

am 01. August 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Der kleine beschauliche Ort mit Namen S-charl liegt fern bekannter Zivilisation und nennt als Bergbaudorf eine lange, sehr lange Geschichte deren Eigen.

Ja klar, wer sich für Tiroler Bergbau, im schweizerisch eher grösserem Stile, interessiert wird irgendwie, fast schon magisch angesogen, diesen Ort aufsuchen. Ich bin da definitiv nicht die Ausnahme und die Gelegenheit ergab sich um Spuren vergangener Tage aufzusuchen.

Knappenhaus S-charl

Das Knappenhaus, S-charls, Dorfplatzmittig, zuletzt als Grenzwachtposten amtend, lässt grosse Bergbautätigkeit vermuten. Zwei relevante Blei und Silber-Minen sind bekannt, Mot Madlein und Cuogn Nair in beiden war mir ein kleinwenig Einblick gewährt den beide verfügen über kilometerlange Stollennetzte die kaum aufrechten Gang erlauben.

Knappenhaus S-charl

Auf Bergmannswegen liegen noch heute Zeugen damaliger Knappenbehausung aus letzter Epoche, 1819 bis 1829, offen.

Mot Madlain

Und wie üblich liegen auch diese zwei Untertageanlagen an bester Landschaftslage.

Wer mit Sepp unterwegs ist muss sich die Untergründe erstmals schwer abverdienen. Respektive, trotz reichlich sauberer Stollendokumentation aus Jahren 2007, liegen noch einige Geheimnisse verborgen. Insbesondere die Erbstollenaustrittstelle Mot Madlain ist nie eindeutig gefunden worden.

Mot Madlain

Geheimnisse die unser aller brennend interessierten. Also machten wir uns, über zweier Wasserfälle,  in Richtung des potentiellen Erbstollens.

Mot Madlain

In unwirklicher Felslandschaft liess ein erster bekannter Stollenfund nicht lange auf sich warten.

Mot Madlain

Doch dies Mundloch besass keinerlei Qualifikationen zum Erbstollenausgang. Der Stollen endet wenige Meter nach Eingang in Stollenbrust hinzukommend liegt deren Richtung entgegen des Planerbstollens.

Mot Madlain

Der Erbstollenausgang wusste sich gekonnt vor uns zu verbergen doch stattdessen sind uns nicht minder interessante Bergbauspuren begegnet die potentielle Hinweise auf eine Erbstollenbaustelle lieferten. In der Felswand sitzt ein kleiner Tunnel paar wenige Meter lang welcher eine Felsnase unterquert. Am Tunnelende sind böse, kaum begebbare Felsen womit uns weitere Details unsichtbar blieben.

Am benachbarten Gehänge sind weiter zahlreiche Balkenlager im Fels eingelassen als hätten einst auf denen weite Dachkonstruktionen geruht.

Das Bauwerk Erbstollen Mot Madlain solle über einen Zeitraum von 70 Jahren erstellt worden sein. Wer das Bergwerk  Mot Madlain kennt, weis der Erbstollen in dessen heute Wasserführenden Funktion ist Goldwert. Wo nun das Wasser, viel Wasser, zu Tage tritt wissen wir nicht.

Mot Madlain

Das Bergwerk selbst liegt im wunderschönem Tal auf, Barabarastollen, 2821048 / 1179300 / 2165 müm (LV95er Koordinaten)

Barbarastollen Mot Madlain

Wie üblich für Tiroler Bergbau, in Ursprüngen Mittelalter, sind die Roll-Strecken eng und die Türstöcke kaum grosser 120 x 80 cm, also härteste Kinder-Schutter-Arbeit.

Barbarastollen Mot Madlain

Ziehen und Stossen der Grubenhunde über die Rollstollen war zumeist Kindern vorenthalten. Um Höhenunterschiede mit schweren Hunden zu bewältigen sind seitlich der Laufbretter Steigbäume eingepasst.

Barbarastollen Mot Madlain

Alte Abbauhallen sind noch heute geräumig mit Stempeln verstützt.

Barbarastollen Mot Madlain

Wasser war und ist, in den gesamthaft 10 Kilometer langen Stollen, ein Thema. Zeitweilig sind aufwendige Teuchel-Leitungen, die das Wasser einst in den Erbstollen lenkten, auffindbar.

Barbarastollen Mot Madlain

Das Gerät meiner Begierde steht an einer anderen Zone. Dieses lieferte plausible Antworten auf Fragen zum Buffalora-Haspel welcher, in dortigem Buffalora, mir nur in demontierter Form bekannt ist. Hier auf Mot Madlain steht ein montiertes Exemplar ohne Kuhhornlager womit die nächste offene Frage des wieso Kuhhorn geklärt wäre. Eindeutig ohne die Kuhhornlagerung würde die Achse gnadenlos ins Holz einschneiden was im S-charler Haspel auch geschah. Eine nachträgliche Reparatur des Führungsschlitzes, in Form eines eingepassten Holzes, zeigt die Problematik des Lagerlosen Haspels. Meine gezeichnete Version liegt unter Haspel als PDF abrufbar.

Mot Madlain

Wieder Auftage die Ansicht des letzen Mundlochs mit Vorbau auf 2820874 / 1179144 / 2150 müm aus der Ära Johann Hitz 1819 bis 1829.

Da die Grubenpläne gut gehütete Geheimnisse sind, ich nicht so recht über ein mögliches Verbreitungsrecht verfüge und das Ganze abzeichnen mich anscheisst hier mal nur eine Grobübersicht der Minenanlagen.

Mot Madlain

Sollte ich irgendwelche, mir bis dato unbekannte, Urheberrechte verletzten darf man mich gerne kontaktieren (Bildquelle, keine Ahnung)

Die Zweite Mine die interessante Einblicke und Erkenntnisse versprach liegt an gegenüberliegender Talseite und nennt sich Cuogn Nair. Dies Werk ist schwierig zu erreichen sind doch deren 2 Mundlöcher an ungemütlicher Felswand platziert.

Auch dies Blei/Silber Bergwerk kennt deren Anfänge so um 1300.  Und auch wieder in letzter Epoche Johann Hitz 1819 bis 1829 (Silberberg Davos).

Cuogn Nair

Trotz bekanntem Sprengstoff, in den grossen Johann Hitz-Stollen auf Cuogn Nair finden sich keine Bohrspuren stattdessen sind verrusste Stollenwände vom Feuersetzten weit verbreitet.

Cuogn Nair

Abbaukammern, aufs Minimum geweitet, erinnern an klassische Mittelalter-Hauen.

Cuogn Nair

Auch in diesem Werk gibt’s punktuell Rundholzschienen in kleinere Abbaukammern. Ob einst Fahrzeuge auf den Schienen rollten oder diese nur zur Führung der Erztröge dienten, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsächlich sind keine Schwellen an den Schienen montiert was die Dinger fürs Rollmaterial eher unbrauchbar macht.

Cuogn Nair

Grubenplan Cuogn Nair auch wieder in kleiner Auflösung ums Geheimnis zu wahren. Hauptmundloch unten liegt auf 2820603 / 1179225 / 2056 müm in luftig unwohliger Felswandhöhe.

Die Blei und Silberminen ob S-charl sind seit em Jahre 1300 bekannt. Hauptsächlich unter Tiroler Führung waren die Gruben immer wieder Gegenstand spekulativer Geschäfte.

Lange Zeit waren diese verpachtet an die Familie von Planta aus Zuoz. Am Erbstollen Mot Madlain solle 70 Jahre lang gearbeitet worden sein.

Die letzte bahnbrechende Investition, neue Schmelze, neue Transportwege und erweiterte Rollstollen tätigte der Silberberg Davos Betreiber Johann Hitz in den Jahren 1819 bis 1829. Während dieser Zeit resultierte ein Gewinn von 8.060 kg Blei und 200 kg Silber.

Heute steht sowohl Knappenhaus wie auch Verwaltungsgebäude. Im Zweiterem ist gegenwärtig das Bergbau- und Bärenmuseum untergebracht.

Buffalora 2020

am 19. Juli 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eigentlich hätt ich wieder einst richtig viel Geschichten im Köcher. Ich bin, wie vielleicht inzwischen bekannt, mit einigen Freuden fleissig am Vermessen dortiger Bergwerke.

Luisa auf Buffalora

Bild, Hansjürg www.familie-keller.ch/bergwerke/

Die Geschichten, so wies gegenwärtig aussieht, sprengen manch Rahmen und je mehr ich Plan-Zeichne desto eher müssen Erkenntnisse neu überdacht werden.

Plan Buffalora

Der Plan wird immer grösser und die Erkenntnisse immer tiefer.

Bis dahin gibt’s en paar nette Bilder die Freunde knipsten und mich beim vermessen zeigen.

Luisa im Erzband 2

Luisa im Erzband 2 (Bild Andreas Schatzmann)

Soweit ist klar, die Bergleute Anno 1300 bis 1600 machten Einiges anders als ichs getan hätte. Reichlich vorhandene Muskelkraft und kaum resultierende Kosten machten enorme Bergbewegungen möglich. Tonnen Material bewältigten, in schwerster Handarbeit,  gewaltige Höhenunterschiede.

Piz Dahint

Nicht minder Theatralisch, die Dramatik des Berges in mitten des Gewitters.

Kurzum, die Geschichte wird grösser, aufwendiger und platzfüllender. Eine Geschichte fürs luisa.net.

Bis dahin meine Vorbeiträge

Buffalora, ein Plan entsteht
Buffalora, Hunde und sonstig Hochtechnologisches
Buffalora Ergänzendes
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora