Kategorie: Militärisches

Geheimes und nicht so geheimes auf und unter dem Boden

Ansstein noch Eine

Schönwetter war gestern und Luisa ganz alleine Zuhause also raus aus den Federn zur Festung Ansstein, genannte A6256. Noch immer reizt mich der Einblick in dies Untertagewerk und dies ohne Verletzung hiesig festgeschriebener Paragrafen.

Ergo klettern war, als Alternative zur Akku-Flex, angesagt. Konkret war mein Ziel die Anlage zu befahren über den Notausgang oder über den Beobachterstand dies ganz ohne Gewaltanwendung. Inzwischen kenn ich die Struktur klassischer Reduit-Artillerie-Festungsanlagen recht genau. Jede Festungsanlage verfügt über minimum einen erreichbaren Notausgang, Beobachterklappen und grosse Explosionsdruckausgleichsstollen. Letztere sollten im Falle einer Explosion im Munitionslager den entstehenden Druck nach aussen führen ohne grössere Schäden im Werk zu bewirken. Diese Explosionsdruckausgleichsstollen sind die Achillesferse einer jeder Festung weswegen diese meist gut getarnt und unerreichbar angelegt sind.  Anders bei den Notausgängen respektive bei den Beobachterständen diese sollten eine effiziente Evakuation der Festungsanlage möglich machen.

A6256

Von der Strasse aus sind einige Gefechtsstände gut sichtbar in der Felswand, Blick West zu Ost. Nach Grundriss Vorbeitrag ist, sehr spekulativ, die MG-Stellung mit Beobachtertor und Panzerabwehrkanonenstellung oberhalb der Panzersperre lokalisierbar.

A6256

Die Sicht vom kleinen Fürstentümchen in die Schweiz, Nord-Süd-Blick, offenbart die zwei Bunkerkanonen 7.5cm sowie den möglichen Beobachterstand in der Mitte. Alle diese Stellungen sind ohne Seil kaum erreichbar. Die linke Stellung dürfte gemäss Grundriss den Explosionsdruckausgleichsstollen beherbergen. Kurzum, für mich an nem Samstagnachmittag unerreichbar, die Flex ist da die deutlich sinnvollere Alternative.

Trotzdem ich machte mich an die Westflanke und folge minutiös der Felswand die gut verborgen, im Urwald, kaum zu erreichen war. Meine Hoffnung irgendwo ein Aufstieg in den Notausgang zu finden hielt sich immer noch hartnäckig fest in meinem Köpfchen. Früher waren die Gefechtsstände mit Tarnungen ausgestattet die, vor Schussabgabe, teilweise von aussen her bedient werden mussten. Meistens waren die Stände über abenteuerliche Steigen erschlossen.

A6256

Doch die Steigen, konventionelle Leitern, waren alle samt demontiert. Manchmal gelang mit das Hochklettern unter beizug diverser herum wachsender Bäume und Sträucher, auf ein nächstes erfolgsversprechendes Felsbänklein.

A6256

Nach kurzer Sporteinlage gelangs mir eine der zwei PAK-Stellungen zu entern doch noch immer war ich kilometerweit vom Notausgang entfernt. Der geschlossene  Panzerdeckel  schien auch gänzlich unverrückbar den zustieg zu erschweren.

Fazit, einige Positionen wären mit Seilsicherung durchaus save zu erreichen doch, allen Anschein nach, sind die Öffnungen, von innen her, verschweisst was etwas Arbeit am Fels nötig macht.  Der Einstieg ins Felsenwerk gelang mir nicht doch, wo ich konnte, schickte ich die Fotomaschine auf Forschungsmission.

A6256

Im Bild die Eingangshalle des, erstaunlich schlecht gesicherten, Eingangs in die Festung.  Soweit erkennbar sind alle Installation demontiert, was sich mit meinem Wissensstand deckt. Auch ein ABC-Vollschutz ist nicht zu erkennen, keine Drucktüren.

Aber, trotz verborgener Einblicke, sind mir viele neue interessante Details ins Auge gestochen die in etwa die Funktion und die Verteidigung solch eines Werkes veranschaulichen.

Um die A6256 gruppieren sich etliche Infanterie-Einrichtungen die Einblicke über die  Aussenverteidigung und deren Schwachstellen geben.

A6256 Inf-Unterstand

Zweifelsohne, auch der durchtrainierteste Füssel ist irgendwann mal müde. So wies aussieht ist der zugeschweisste Deckel in der Wiese, nahe der A6256, die Unterkunft für die Sicherungskompanie welche für die Aussenverteidigung zuständig war.

A6256 Inf-Unterstand

Um die Festung sind diverse kürzere Stollen in den Berg geschlagen. Teilweise sind diese Bauwerke mit Schiessscharten bestückt.

Zufahrt A6256

Auf meiner Reise sind mir 5 solcher Infanteriestellungen aufgefallen. 3 postieren sich ums Eingangsportal  und zwei solche Stellungen sichern die A6256 Zufahrtsstrasse.

Stand der Vegetation gestern Nachmittag, vom Norden her kommend, wär mir, rein taktisch betrachtet,  mit einer kleinen Handgranate, die Überraschung richtig gelungen. Ergo liegt zwischen Panzersperre und Felswand eine optimale Vegetationsdeckung die per se so eine Festung ziemlich verletzlich macht. Gut zu wissen dass solch Bauwerke, im Zeitalter der Uranmantelmunition, definitiv ausgedient haben.

A6256 Aussenanlagen Inf

An dieser Stelle die Gesamtansicht im Flugbild. Kein Zweifel, ich bin sicher nicht die Erste die solch eine Zeichnung erstellt. Wahrscheinlich lagern einige Zeichnungen dieser Anlage in etlichen Archiven militärischer Nachrichtendienste. Die A6256, zur Sarganser-Gruppe gehörend, war lange strategisch ein interessantes Bauwerk. Einige der Sarganser Felsenwerke sind noch in den Jahren um die 1990, Kalter Krieg, auf ABC-Vollschutz umgerüstet worden.  Die A6256 indes, blieb, soweit ich dies beurteilen kann, auf Stand 1940.

Trotzdem, rein Militärhistorisch ein repräsentatives Stück Reduitgeschichte.

Und der Vorbeitrag

A6256 eine kleine Geschichte

A6256 eine kleine Geschichte

Zweifelsohne, ich bin eine neugierige Person, wahr ich schon immer.

Und was mich nicht heiss macht, macht mich umso heisser.

Aber erstmals von Anfang an,

Es war der 27.3.2010 und ich, als noch IG BDSM-Präsidentin, so ziemlich auf der Suche nach dem Partylokal schlechthin, für die weitere, qualitativ gelungene BDSM-Party. Damals war ich, so nebenbei als Zweitbeschäftigung, ganz der Militärhistorik hingeben.

Eines der unscheinbaren Orte die meine Aufmerksamkeit erregten war damals die kleine Zufahrt zur, bis anhin mir unbekannten, Artelleriefestung Ansstein.

Festung A6256

Die kleinen aber frechen Panzersperren hatten meine Fantasie entzündet.

Festung A6256

Und auch der Eingang mit Sicht auf die 414er Balzers St. Luzisteig schien wie geschaffen für die Sackgeile SM-Party.

Meine Idee der Stillvollen Party, mit etwas zurückgeschraubten BDSM-Formulierungen, teilte ich, mit einer Zuständigkeitsanfrage, den, mir bis anhin, einzigen bekannten Festungsoberguru Herrn Hans Rudolf Schneider, Macher der Seite www.festung-oberland.ch mit.

Nun die Zeit verstrich und es meldeten sich, per Mail, Bündner Obrigkeiten  die mich nach der Herkunft meines Wissens fragten. En kleiner Moment dachte ich, ich wäre ne ganz grosse Nummer im internationalem Spionagezirkus.

Wie ich letztlich beim Kommandant des Kommandos der Führungsunterstützungsbasis SKS Oberst i Gst Werner Heeb landete ist mir heute nimmer so eindeutig klar. Tatsache ist jedoch dass dieser, wohl verstanden recht symphytische Herr, mich, auf ein freudiges Kennenlernen, ins  Ausbildungscamp der Führungsunterstützungsbasis bei Rümlang einlud.

Als Zivilistin, mir solch Einblicke gewährt, füllte ich mich ohne Umschweife, zutiefst geehrt also montierte ich die wahrscheinlich steilsten Schuhe und den kürzesten Rock den ich finden konnte, zu solch Meeting.

Die Geschichte blieb spannend, und des Respekts willen, ab jetzt, tief in der Geheimhaltungsspalte.

Kurzum, meine kommende Station, die ich mit Handverlesener Delegation besuchen durfte,  war das Festungswerk A6225 Tschingel, die Festung aller Festungen.

Luisa in A6225

Damals, Oktober 2010, und ich nippe genüsslich am Bunkerwein.

Zur SM Party kams nie und die Geschichte schien, mit dem Ende meiner Führungsposition in der IG BDSM, ein definitives Ende zu nehmen.

Doch gestern erinnerte ich mich, bei der rasanten Fahrt die St. Luzisteigstrasse hinunter, an dies Felsenwerk-Projekt und klar musste ich wieder zwischen den Zaundrähten hindurchkriechen.

Panzerspeere A6256

Die Panzerspeere steht noch immer frech in der Zufahrt. Klar, meine Neugierde war wieder entflammt denn damals waren die Ereignisse, rund um meine Anfrage, durchaus Spekulationswürdig doch irgendwie verhangte ich zu jener Zeit an anderen Geheimnissen.  Gestern nun rekapitulierte ich wieder das erlebte und ich folgte dem, inzwischen rege überwuchertem Weg.

A6256

Diesmal, mit den Augen einer Bergbauforscherin, erkenne ich zunehmend interessante Betonteile im wuchernden  Urwald.

A6256

Auch das markante Eingangsportal steht noch nur die Landwirtsschaftsmaschinen sind weg.

A6256

Und im Detail scheint sich niemand am Tor, respektive an den 3 eher schlecht gebratenen Schweissnähte, zu schaffen gemacht haben. Naja, die Dorfjugend ist, in der heutigen Smartphöne-Betörungszeit, auch nimmer dass was unsere Generation noch drauf hatte.

Tatsache ist, ich war nicht drin und wenn ichs wäre so gebe es reichlich Leute die mir dies richtig übel nehmen täten.

Trotzdem wollte ich etwas das Innenleben erkunden und schneiderte aus mir bekannten Infos, hauptsächlich aus www.festung-oberland.ch , en Plan.

Grundriss A6256

Das Werk war eher grösserer Bauart und sollte, als Teil der Speerstelle Ansstein, den Zustieg über Lichtenstein nach St. Luzisteig sichern.

Die Festung ist Teil der Sargansergruppe und heute deklassifiziert.

Grundriss A6256

Mein Plan auf die Karte übertragen zeigt die Position rechts der Strasse 414.

Grundriss A6256

Gleicher Plan aufs Flugbild übertragen gibt weitere interessante Details frei die gewiss noch einen genaueren Augenschein erfahren dürften. Insbesondere die Position Notausgang könnte, nach dem Moto, das Tor stand offen, eine kleine Klettertor wert sein.

Kurzum, Militärhistorik ist keineswegs meine Königsdisziplin doch all die erfahrenen Umstände lassen die Phantasie richtig aufbegehren und vielleicht ist mal zwischendrin die Dorfjugend, soferns diese noch gibt, kreativ, bis dahin bleib ich Büsi.

Vorbeitrag Anno Domini

Frühlingsexkursionen

Üetliberger Mysterien

Es treibt mich die immerwährend sportliche Freundin zu ebenwürdigen Leistungen, also versuch ich 2 mal die Woche den Üetliberg zu erklimmen.

Üetliberg

Hoch über Zürich sind einige interessante Details die, klar mir als Bergbauforscherin, irgendwie magisch anziehen. Ohne irgendwelche hochstehende Erklärung stampf ich mal wieder eine lustige Bilderreihe in mein Blog.

Rundfunkturm Zürich Üetliberg

Wie so jede grössere Stadt hat auch das bescheidene Zürich ein Rundfunkturm stehen. Um dies Bauwerk finden sich verschiedene Lüftungstürmchen im eingezäunten Waldboden.

Rundfunkturm Zürich Üetliberg

Quelle Karte GIS ZH

Der Blick ins Kantonale Kataster-GIS zeigt die rot schraffierte Fläche der vergrabenen Geheimnisse. Zum harmlosen Fernseherturm dürften sich, soviel steht fest, weitere Militärische wie Zivile Geheimnisse moderner Rundfunktechnik tief im Erdreich verbergen. Denn, seit der Annaburgbesetzung um ca. 1987 wissen wir das mysteriöse Polizeistellen bevorzugt auf dem Üetliberg aufwendige Funküberwachungsanlagen pflegten. Da um die Antenne herum die Farbgebung der Auftagegebäude im dezenten SBB-Grün oder Herbstgelb erleuchtet,  könnten auch periodisch einige Uem-Spezis den Untergrund aufsuchen.

Nicht unweit des Turmes mit Supplement, dem Weg folgend, wird mir aufmerksam, ein weiterer Untergrund.

Üetliberg

Ein kleines Stahltörchen ganz alleine im Wald kündigt ein, zu erforschendes, Unterwerk an. Bereits die Ansicht des Torumfassenden Betons lässt ein Wasserspeicher vermuten.

Wasserreservoir Üetliberg

Doch so richtig genau weiss ichs erst nach Öffnung der Stahltüre. Es ist ein Wasserreservoir Quadratisch rund 5 x 5 x 5 Meter ohne Wasser dafür mit komplett durchgerosteten Eiseninstallationen.  Im GIS ist dieser Bau nimmer Dokumentiert und so wies aussieht ist dieser Tank länge Jahre bereits leer und verlassen.

Haus am Gratweg

Nicht weit des Reservoirs find ich die, damals dazugehörigen Nutzern, im Traum eines jeden Eigenheimbesitzers. Schmucke Waldhäuschen, 4 in der Zahl kleben am Nordgrat des Üetlibergs. Wie die Häuschen an so exklussiver Lage zu stehen kamen und wer diese Besitzt war nicht zu klären. Einst standen 5 dieser Häuschen wovon eines dem Feuertod zum Opfer viel. Dieses 5. steht seit vielen Jahren in zögerlicher Neuaufbauphase. Heute dürften die Häuser, in denen ich nie Spuren eines Bewohners erblickte, mittels Druckerhöhungspumpe, zum begehrten Wasser kommen.

Üetliberg

Quelle Karte GIS ZH

Wer die Häuser bewohnt und wem diese gehören  weiss auch das KatasterGIS nicht zu beantworten. Die Geschichte um das ähnlich gelagerte Haus Annaburg, welches um 1990 dem Abbruchbagger zum Opfer fiel, beherbergte sehr viel Tragik in deren Ursprüngen um die Jahre um den Beginn des 20. Jahrhunderts. Meine Häusergruppe stammt, so wills das GIS ZH wissen, auch so aus den Jahre 1876 bis 1900.

Bei meiner Recherche ist mir einzig ein Artikel aus der NZZ vom 11.1.2004 mit Namen „Wohnhaft im Wald, zu Hause in der Computerwelt“ welcher eines der Häuser nennt, aufgefallen.

Links
Annaburg auf Alt Zürich

Stollen in heimischen Gefilden

Zweifelsohne, nicht fern meines Wohnortes und oft an meiner Wandertrainigsroute finden sich nicht minder interessante Untergründe. Diese Unterwelten jedoch gründen auf eine gewollte und zum Glück nie benutze Verteidigungslinie während des 2. Weltkriegs.

Beobachter Uetliberg

Das besagte Stollenwerk am Uetliberg ist mir bekannt als altgedientes Klo worauf ich auf einen weiteren Besuch geflissentlich verzichtete.

Denn, es gibt auch weitere, sehr engagierte Untergrundforscher mit exzellenten Publikationen.
Genannt in diesem Zusammenhang die „Die Verteidigungswerke der Stadt Zürich“ von Matthias Dürst und Felix Köfer

Abtrünniges Engadin

Oder die wohl heute in die Jahre gekommene Befestigungslinie an Orte des globalen Uninteresses.

Es war wieder einst ein Wochenende ohne Stollen und doch trieb mich magisch die Neugierde in solch hohe Bündner Gefilde. Anfänglich genussvoll schlürften wir, meine Holde und ich, an Monsteiner Weizen, anschliessend sollte das Essen nicht lange auf sich warten und nach gefülltem Magen war der längst vermisste Pass des Albulas gewünschtes Reiseziel unser beiden.

Christina

Auf der Fahrt dort inne das scharfe Auge meiner Liebsten die Steine in eigenartig geordnet militärischer Formation erkennt.

Geschützbunker Albula

Die genaue Analyse zeigt Eindeutiges, hinter den Hauptverlesen-formierten Steinen verbargen sich einst schwere MGs. Deren 3 plus Beobachterluke vermute ich hinter schwerer Panzerung.

A7660 Infanteriebunker

Die geordneten Felsbrocken lassen sich mittels Seilzug genauso geordnet anheben und,  wie genannt, dahinter, hinter fetter Panzerung, die Geschützstellungen.

Auf  782515 / 161417 / 2222 m sollte einst aus allen Rohren gefeuert werden.

Albulapass

Der Blick des damaligen Infanteristen neigt geradewegs ins Albulapässchen.

Nicht minder interessant  die Hinteransichten des Bunkerkolosses . Auch hier sei höchste Kunst in Tarnung und Aussehen gesetzt worden.

A7660 Infanteriebunker

Hinter Felsfarbene Türe findet sich der Einstieg ins Geheimnis und da geschlossen obliess ich des Hausfriedensbruchs stattdessen sande ich den Fotoautomat aus Erkundungsmission.

A7660 Infanteriebunker

Hinter den zwei Steinverzierten Türen, durch ein schmaler Spalt fotografiert, zeigt sich der Einstieg ins Geschützreich.

Wer nun glaubt dies sei einziges Drohnenfutter täuscht. In näherer Umgebung sind einige Spuren übereifriger Infanteristen auffindbar. Etwa zwischen Strasse und Wanderweg  zu finden verstürzte Schützengräben.

Felsenwerk Albula

Hoch oben in den Hängen des Albulatals thront eine weitere Stellung, annehmend ein einsames Rak, auf 782725 / 161650 / 2293.4 m oder gar zweiter Beobachter. Ob dieser Posten wie auch die gesamte Stellungsanlage das geteilte Graubünden vor möglichen Angriffen schützt, tue ich heute ernsthaft anzweifeln.

Diese Relikte stammen aus längst verschollenen Tagen grossflächiger Panzeroffensiven. Heute wagt sich kaum schweres Menschengefahrenes Geballer über die unwirkliche Steinwüste des Albulapasses. Nicht mal abtrünnige Engadiner  wären gelüstet die hinter liegende Schweiz zu attackieren.

Einzig bleibt uns Verrückten interessantes Studienobjekt für kommende Ausflüge.

Mehr zur Festung:
Albula bei Festung Oberland

Wirklich relevanter Link:
Festung Oberland

Die Tollkühnen Männer der Gasturbinen

Es ist zweifelsohne die Welt so bunt wie die zahlreichen menschlichen Betätigungsfelder, oder wars umgekehrt??.

Immer wieder begegne ich aussergewöhnlich kreativen Menschen mit ebenso kreativen Konstruktionen und da ich lange schon aufmerksam die Webseite des Danieldüsentriebs unter den Gasturbinentüftlern, genannt diese C-Turbinen, verfolge, war höchste Zeit solch Ideenreichtum Life zu erleben.

Eine kleine Begegnung in Zürcher City, vielleicht warens die Seile auf meiner Schulter die eine gebührende Aufmerksamkeit erregten,  war ausschlaggebend zum Erstkontakt und zur weiterer Erkundung dieser Höllenmaschinen.

Genannt hierbei der Herbstanlass im Militär- und Festungsmuseum Full-Reuenthal, ein Stelldichein diverser militärhistorisch Interessierter zu Schau und Fest. An diesem Treffen, welches, teils Freudetrübend, gerne zum Rechtskonservativen neigte, zuteil auch die Tollkühnen Männer mit ihren Turbinen-Maschinen. Und, als Technikinteressierte dürften meine Wenigkeit und meine Herzallerliebste hierbei keineswegs fehlen.

2PW8 Generatorturbine

Der Danieldüsentrieb, oder präziser formuliert, der Marco-Düsentrieb  unter den Gasturbinentüftlern, am starten einer, früher einst Stromproduzierenden, Gasturbine.

Gänzlich unbekannt mir die verschiedensten Anwendungen mit Gasturbinen ausserhalb der Luftfahrt darum Anlass hier dies nicht alltägliche Thema etwas genauer zu illustrieren. Nicht alltäglich da zumal solch Maschinen selten die Armeemagazine verlassen. Hierbei erwähnt, solch Aggregate glänzen durch einen exorbitant schlechten Wirkungsgrad. In Zeiten allgemeiner Spritverteuerung und Klimaverschandung finden sich diese Gerätschaften höchst bei fremdländischen Armeen. Hierzulade schnattert immer noch das altbekannte Kolbenhubmotörchen in jeder nur denkbaren Lebenslage.

Dank denen, etwas verspielten, Männern welche die längst eingemotteten Turbinen aus den Kellern hervorholen und sie in minutiöser Kleistarbeit wieder zu neuem Leben erwecken, war mir Einblick in eine, mir etwas fremd anmutende Technik gewährt.

Nun an dieser Stelle hier, ehe ich die Leserschaft weiterhin mit Maschinchenbilder nerve, ein kleiner Abrissriss zur Funktion dieser Antriebe. Wir üblich wiederum mit einem Plänchen auch meiner Maus.

Das auf meinem Bild gezeigte Gerät könnte eine GTD-5M Generatorturbine sein. Ich liess mich von derer inspirieren, indes ist mein Bild eine Fantasiezeichnung die Vereinfacht die Funktion nahebringen soll. Wie üblich, auch bei dieser Grafik, gross machen, anklicken.

Prinzip Gasturbine

Bild gross machen, Bild abklicken

Das Gasturbinenantriebsaggregat  setzt sich zusammen aus einem Getriebeblock welcher die gewonnene, sehr schnelle, mechanische Drehbewegung in handliche Umdrehungszahlen (3000 U/min respektive 3600 U/min) wandelt, und der eigentliche Antriebsteil, die Turbine.

Am Getriebe sind alle Hilfsbetriebseinrichtungen aufgebaut und mechanisch gekoppelt, wie Treibstoffpumpe, Oelpumpe und der Anlassermotor. Die Turbine wiederum am Getriebe gekoppelt, zieht die nötige Verbrennungsluft zu einer seitlichen Öffnung in den Verdichterraum. Während die Luft in den Verdichterraum gesogen wird strömt diese durch einen, an der Einlassöffnung montierten, Oelkühler. Somit wird das durch Hitze stark belastete Oel ständig gekühlt.

Im Verdichterraum pressen 4 rotierende Turbinenräder die Luft, durch sich verengende Kanäle, in die, seitlich am Turbinengehäuse, angebrachten, Brennkammern.

In der Brennkammer wird der Treibstoff unter Druck in die Kammer geschossen welcher  anschliessend mit der verdichteten Luft zerstäubt. Einmal gezündet, mittels Hochspannungszündung, Brennt das Treibstoffluftgemisch dadurch entsteht ein hoher Ausdehnungsdruck welcher nur über die Triebturbinenräder ins Freie entweichen kann.

Die mit hoher Geschwindigkeit ausströmenden Verbrennungs-Gase treiben die Triebturbinenräder welche wiederum mechanisch gekoppelt mit den Verdichterturbinen  sind. Es entsteht eine Drehzahlhohe Umdrehungsenergie welche erstmals im Getriebe in nutzbare Werte gewandelt werden muss.

Mein Beispielchen sollte ein 2 Pol Wechselstromgeneratörchen a 50 respektive 60 Herzer treiben was die Drehzahlheruntersetzung von 3000 U/min respektive 3600 U/min erklärt.

Augenmerk hierbei sei dem Startvorgang geschenkt. Naja, ich durfte hin und wieder den Maestros über die Schulter schauen.

Ehe diese Dinger sich richtig Austoben, muss die nötige Stimmung erzeugt werden. Machbar ist diese Stimmung mit vielen Batterieamperes denn, erstmals muss das Kraftpaket mittels DC-Motor angetrieben werden so das die Verdichterstufe genügend Luft in den Brennraum einbläst. Anschliessend tut eine Treibstoffpumpe Dienst und drückt den Stoff mit viel Druck durch die Düsen in den Brennraum. Als letztes meldet sich eine Hochspannungszündung zu Wort und entzündet  das Gemisch im Brennraum. Sofern das Feuerchen nicht erlischt können Anlasser wie auch Elektrozündung abgeschaltet werden.

Viele bunte Kraftwerksexoten

Doch keineswegs ist hier des Bastlers Herz am Ende der Bastelfreuden angelangt, im Gegenteil, Triebkonstruktionen und Weiterentwicklungen gibt’s etliche.

Anlasserturbine

Dies niedliche Ding macht mächtig Luft und war einst gedacht als Anlasserturbine für die Triebwerke eines Düsenjets. Hierbei, ein seitlicher Auslass, rechts angebracht, leitet ein Teil der verdichteten Luft in die Verdichterstufen des eigentlichen Düsenjettriebwerks.

Und, entgegen etwelchen gehegten Vorurteilen, können die Gas-Turbinen tatsächlich klein und niedlich daherkommen.

Gasturbine Eingenbau mit Smart-Turbolader

Das hier gezeigte Exemplar macht ganz schön Kraft mittels einem Smart-Turbolander. Im Bild sichtbar die Verdichterstufe, welche einst das Smartmotörchen anblasste, hier geführt über ein Chromstahlrohr in eine eben so Chromstahlige Brennkammer. Die Brennkammer wiederum speist den Fächerkrümmer und der dahintergeschlossene ehemalige Abgasturboteil.

Gasturbinen Eingenbau mit Turbolader

Der Vollständigkeitswillen ein Gesamtbild der filigranen Turbogasturbinen vom, ebenso virtuosen Triebwerkstüftler, Dragan gebaut.

Pulso

Und allerletzt ein Gerätchen, auch aus Marcos Schmiede, welches gänzlich ohne bewegliche Teile auskommt wenn doch nicht minder interessant zumal dies Prinzip definitiv das Raumfahrtzeitalter einläutete. Genannt hier der Gasbetriebene Pulso als Strahltriebwerk wie es unter anderem in der Wunderwaffe der Nazis, der V1 zum Einsatz kam.

Die Links
Klar, C-Turbinen
Fieseler Fi 103 oder im Volksmund genannt V1
Militärmuseum Full

Die Herkunft des Klosters Einsiedeln

Vorweg, der moderne Mensch heute ist geneigt zu glauben dass Bauwerke förmlich aus dem Boden gestampft werden. Die Erkundung alter Baugeschichten macht klar, nichts von dem. Es bedarf manchmal einzig der Neugierde, der Wanderslust und des kombinatorischen Denkens um fehlende Steine im Felsen an Fassaden wieder zu finden.

Eine bebilderte Geschichte über die Herkunft des Klosters Einsiedeln insbesondere in der Bauzeit um 1704, genannt die Ära Caspar Moosbrugger, in umkehr der Reise jener verwendeten Sandsteinblöcken folgend bis zu deren Geburtsort.

Eine Geschichte auch denen gewidmet die mittellos, halsringbeschmückt oft unfreiwillig Tonnen an Sandsteinmaterial den Etzel entnahmen um dieses zum 7 Kilometer entfernten  Bauplatz Kloster Einsiedeln  hinunter zuschleiften.

Das Kloster Einsiedeln wie es sich mir am 11.12.2011 zeigte. Es sei hier die Barocke Sandsteinfassade, mehr oder minder in der Form wie sie der Architekt und Klosterbewohner Caspar Moosbrugger Plante, teil meiner Neugierde gewesen.

Wir schreiben das Jahr 1705 als der dritte Komplett-Neubau des Klosters in Angriff genommen wird.

Caspar Moosbrugger Westfassade  (Quelle http://www.klosterarchiv.ch)

Die barocke Westfassade verschlingt eine Unmenge an Sandsteinblöcke die, in einer ausgesprochenen Nagelfluhgegend, vom 6797 Meter entfernten Etzelsteinbruch hinuntergeschleppt werden müssen.

Blick auf den damaligen Sandsteinblöckeweg anno 1700 als Kartenbasis, die Siegfriedkarte stand 1890 (Quelle http://www.swisstopo.ch)

Die Teufelsbrücke

Eine zu bestehende Königsdisziplin war der Bau einer Brücke über die Sihl mit, für damalige Verhältnisse, hoch angesetzter Maximalgewichtsbelastung. So entstand im 17ten Jahrhundert eine steinerne Rundbogenbrücke mit Bedachung an Stelle der bereits vorhandenen, etwas schwächer dimensionierten, Brücke.

Die Brücke war keineswegs nur der Baulogistik willen errichtet worden, viel eher ziert dies Bauwerk den Jakobsweg welcher vom Etzelpass herab auf gleicher Fahrstrasse wie die Sandsteinroute verläuft. Dies dienend auch als Erklärung für die üppig gestaltete Dachkonstruktion  wie auch für den wachenden Heiligen Johannes Nepomuk (dem Schutzpatron der Brücken) in Form einer Statue in Mitte des Bauwerks.

Hinaufsteigend zum Etzelpass zeigt sich der klösterliche Reichtum in aller Fülle. Edle Gehöfte sind am Rande der Strasse auf welcher einst bemitleidenswerte Kreaturen Sandsteine zogen, noch heute 300 Jahre danach, angesiedelt.

Der Steinbruch

Am Etzelpass zweigt links, Richtung Etzel, der edel ausgebaute 4 Meter breite, Steinbruch- Erschliessungsfahrtweg ab. Streckenweise ist dieser luxuriös mit Steinplatten ausgepflastert. Die robusten Stützmauern stellenweise lassen eine damalige zeitweilig hohe Gewichtsbelastung des Fahrbelags erahnen. Da der Weg relativ steil und geradlinig zum Steinbruch empor klettert neige ich zur Annahme dass vor 300 Jahren grosse Steinblöcke auf Holzschlitten den Berg hinter geschleift wurden. Indes sind im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Fahrtwegen, hier auf dieser Strecke nirgends Spuren von Kufen oder sonst welchen Abnützungen erkennbar.

Der Steinbruch selbst ist in 4 erkennbare Zonen aufteilbar wovon Steinbruch West mit dessen ausgedehnter Halde und Steinbruch Ost am ehesten als Steinbruche identifizierbar sind.

Die Zonen Nord sind anhand der Zugangswege erahnbar. Im Nordteil liegt ein Steinwald in mitten des Waldes obschon ein klassischer Felsbruch gänzlich fehlt. Die Vermutung dass vielleicht gar Untertagssteinbruche die herumliegenden Sandsteinquader herausspukten erscheint mir nahe liegend. Verstärkend meiner Vermutung, die Anwesenheit im Felsinneren einer Armeebefestigung aus Jahren 1942 welche wie ich glaube alte Untertagssteinbruche nutze aber hierbei ist eindeutig eine Fortsetzungsgeschichte notwendig.

Im Steinbruch Ost offenbart sich mir leicht abgeneigt eine rund 6 Meter hohe geschrämte Wand in dessen ein Mundloch am Rande zur Erkundung lädt.

Das Muster und die Tatsache dass diese Wand kaum Unebenheiten aufweisst dürfte ein klares Zeichen für gekonnte Handwerkskunst sein. Die Wand wie auch der darin sitzende Stollen könnte, so meine Annahme, zur Ära Caspar Moosbrugger gehören. So war der Stollen, durch mich und Marlene schnell befahren doch leider, es zeigte sich, entgegen meiner anfänglich gehegten Vermutung, dieser Vortrieb war nach kleiner Verstürzung, einzig rund 15 Meter ins Gestein führt.

Das Stollenende  mündet in rund 3 Meter hoher Halle. Wir sind, wie uns die rechte Wand mitteilen möchte, nicht einzigen Besucherinnen in diesem Gewölbe. Eine Jasmin, in schwarzer Asche bekritzelte Inschrift,  schien sich hier bereits anno 2010 verewigt zu haben.

Obschon dieser Steinbruch sehr alt sein dürfte, lange vor 1700, sind etliche Spuren der Neuzeit auffindbar. So ist der Berg der Jahre um 1941 besäht worden mit zahlreichen unterirdischen Befestigungsanlagen. Im Bereich Steinbruch ist, wie ich nach intensiven Recherchen herausfinde, die A7107 das Artillerie-Beobachterwerk Etzel Kulm eingebaut. Es ist durchaus möglich dass dies Werk in ehemalige Untertagssteinbruchstollen nutzte. Das sichtbare fehlende Bergvolumen  ist, meiner Meinung nach, weniger als die erkennbarenbaren Caspar Moosbrugger Klosterbauten.

Beim Umherstreifen durch die verlassenen Brüche finde ich noch und nöcher 60er Geleiseelemente, wie sie im Bergbau ab 1900 verwendet wurden. Industriegeschmiedete Ringe sind im Felsen eingemauert die an Material-Seilbahnzeiten des Zweiten Weltkriegs erinnern. Alles in allem zeigt sich ein durchaus lebendiger Steinbruch dies weit nach der Caspar Moosbrugger Zeit. Was sich jedoch für weitere Geheimnisse im Berge verbergen, ist mit Sicherheit Gegenstand einer weiteren Geschichte. Hierbei solle der Fokus der Fortsetzung auf das A7107 Artillerie-Beobachterwerk Etzel Kulm gesetzt sein.

Links zur Geschichte
Kloster
Kloster Einsiedeln
Klosterarchiv Einsiedeln

Armeehistorik
Festung Oberland mit Etzel
Stiftung Schwyzer Festungswerke

Seemühle, was war?

Die Geister meiner Neugierde die ich rief neulich vor vielen Jahren, hier genannt ausstehende Antworten, sollten baldig sich offenbaren, wenn doch, ernüchternd, nur Teilweise. Allen Anfangs, das Objekt meiner Neugierde, bekannt bei mir seit knappen 15 Jahren, war immer wieder Thema meiner Faszination für Vergangenvergessenes oder Wollenvergessenmachentun. Wenn doch, zugegeben meiner Neugierde fleissig Futter liefernd, immer wieder neue Player  sich in diese Geschichte mehr oder minder suspekt einfügten. Anfänglich die Gemeinde Walenstadt, bis hin zu einigen Armeeexponeten welche gekonnt versuchten dies Bauwerk, auf Tags wie auch unter Tags,  tief im Dickicht zu vergraben, so reagieren heute verdächtig Hippernervös Steinewerfer der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft auf allfällige Seemühle-Publikationen.

Doch erstmals waren wir mit einer illustren Gruppe Bergwerksinteressierter aus diversen namhaften Untertags-Vereinen, an schönem Samstagnachmittag unterwegs in Seemühlerischen  Unterwelten. Ein gelungener Samstag welcher dank dazutun einiger wirklich  Unter-Tags-Erfahrener viele neue Erkenntnisse wie auch interessante Informationen zur Seemühle zu Tage förderte. So war für mich die Basis gelegt um erneut im Vergangenen nach der Geschichte zu diesem Bauwerk zu forschen

Also, sorry,  wieder eine Seemühlegeschichte

Geschichtlich Wiederholendes

Im Jahre 1892 entsteht die Seemühle Borner AG. Das Werk fördert Kalk aus felsigen Untiefen um diesen in den Öfen, am Walensee anstossend, zu brennen. Ein stetig verzweigtes Netz an Stollen und Kavernen wächst in den Berg hinein. Im Jahre 1941 baut die Armee im oberen Seemühleteil innerhalb der grosszügigen Kavernen ein Barackendorf um dortig ein Bobensicheres chirurgisches Spital einzurichten. 6 Jahre später verschwindet das Barackendorf klangheimlich aus der Untertagshöhle. Die Seemühlefabrik wächst zum stattlichen Areal mit den 4 Kalkbrennöfen, der Absackerei und der Villa Borner. Die sinkende Nachfrage nach Kalk jedoch zwingt die Familie Borner 1968 zum Konkurs. Es wird erzählt, die Armee habe das gesamte Grundstück erworben. 1968 werden alle Gebäude gesprengt, man nannte dies damals eine Luftschutzübung. Einzig die Untertagsbauten blieben bis heute erhalten.

Dank einiger Teilnehmer an dieser kleinen Untertagebegehung sind mir interessante Informationen zu Händen gekommen welche ich wiederum mit gemachten Beobachtungen verknüpfen konnte. Es war folglich nahe liegend erneut ein Spaziergang durch die Seemühle zu wagen, diesmal ausgestattet mit Doppelmeter, Distanzmessgerät und meinem Fotoapparat.

Ein wichtiges Info war in etwa der Situationsplan des Militärspitals welcher ich mit tatsächlich Vorgefundenem vergleichen könnte. Auch mir zu Händen  ein Kartenauschnitt 25tausender Anno 1946.

Daraus destillierte ich die oben ersichtliche Situation (gross machen, Anklicken) in den Jahren 1946. Die Spurensuche beginnt.

Die Seemühle Borner AG

Die Kalifornieöfen der Seemühle anno 1950.

Am Herbstsamstag 2011 zeigt sich mir die Seemühle folgend

Kalifornie, Gebäudekante Nord, entsprechend dem Foto um 1950 die linke gemauerte Unterkante der Holzverschalten Ofenbatterie.

Im Wald, wahrscheinlich ein Nebengebäude, der Kalifornieöfen.

Mit in der Seitenwand einer kleinen Öffnung durch welche mein Fotoapparat eine mysteriöse Unterkellerung aufzeichnet.

Chirurgisches Militärspital Lochezen

Auch Interessant, dank eines tauglichen Plans des Barackendorfs Militärspitals Lochezen, Hans Peter sei dank, die Situation vor Ort welche ich rudimentär mit Doppelmeter und Laserdistanzmessgerät etwas in Zahlenwerte packte.

Blick vom Vorplatz der Operationsbaracke Richtung Süd zu jener Geheimnisumwitterten Versatzwand welche den Zugang zu dem Seemühle-Labyrinth verwehren sollte und offensichtlich nirgends Erwähnung finden darf. Die Wand, man achte, ist mit Gitter ausgestattet, 1 x 1,4, ganz im Hintergrund, welches die Seemühlebergwerke vom Militärspital trete. Sowohl die Versatzwand wie auch dies Gitter dürften von 1940 oder noch älter sein.

Der Plan, von mir gepimmt und mit tatsächlich Vorgefundenem verglichen zeigt spannende Details zu den damaligen Verhältnissen.

Obschon genannt dieser Ort Lochezen so gehörte diese teils 14 Meter hohe Kaverne mit all deren Fahrstollen zu der Seemühle und folglich vormalig der Familie Borner. Der benachbarte Untertagssteinbruch welcher wiederum Unterirdisch mit der Seemühle verknüpft ist, war benamst Lochezen  und solle in früheren Jahren der See Kies AG gehört haben.

Anno 1941 baute die Armee ein Bombensicheres Spital in die rissigen Kavernen ein. Bis 1943 waren in den Höhlen 44 Einzelbaracken und Stollenabtrennungen entstanden. Das Spital war ausgelegt für rund 400 Verwundete. Da die Anlage immer wieder Erweiterungen erfuhr zeigten sich vor Ort einige Differenzen zum mir bekannten Grundrissplan von 29.8.1941. Unter anderem war die Küchenbaracke auf stattliche Dimensionen von 8.1 x 3,5 Meter angewachsen. Auch im Bereich der Operationsbaracke scheint manches erweitert worden zu sein, leider jedoch kann ich hier kaum ein vernünftiges Muster in den zerdepperten Fundamentresten erkennen. Interessant auch, die Niederspannungsfreileitung, welche an Trägern in der Kavernendecke eingemauert festlag, verläuft entgegen des Originalplans, über eine differente Strecke. Absolut Geheimnisvoll, die Fahrstollen stimmen mit dem Istzustand, indes fehlt auf der Originalzeichnung jegliche Darstellung der Verbindung in die Seemühle. Die Wuchtige 16 Meter lange Versatzwand hinter dem Wachlokal und dem KP fehlt und auch das Gitter wird nicht erwähnt.  Die Tatsache jedoch dass dies Gitter wahrscheinlich schon zu Zeiten des Militärspitals dortig weilte lässt die Vermutung aufkommen das dieser Ort vielleicht gar zu Zeiten Borners, Objekt der Begierde mancher Militärstrategen war. Auf meinem Plan ist absichtlich die Wand wie auch das Gitter Massstabsgetreu eingezeichnet.

Vielleicht hierbei um das Verständnis der Gesamtsituation zu ermöglichen, mein schematischer Grubenplan welcher bereits hier im Blog herumgeisterte.

Wie gehabt, gross machen, anklicken.

Seemühle, letzte Abbauperiode

Es war, bei unserem Rekoausflug Die Geheimnisse der Seemühle, die Frage entbrannt wieso alte Zeitungen aus den 50er Jahren, im südlichsten Stollenbereich, herumliegen. Eine Frage die einige Exkursionsteilnehmer durchaus einleuchtend zu beantworten wussten. Alte Zeitungen waren gerne zur Sprenglochabdichtung verwendet worden. Das gar die letzten Blätter aus den Jahren 1959 stammen denk sich in etwa mit der Einstellung der Untertagstätigkeit.

Es ist, wäre ich nicht etliche male über die Geleise des Hauptmundlochs gestolpert, mir am Bild von Peter Kuhn welches den Schienenverlauf zum Hauptmundloch Richtung Tag zeigt, nichts Aussergewöhnliches aufgefallen. Bei genauer Ansicht jedoch zeigt sich das nur noch der links Richtung Süden abdriftende 52er Schienenstrang durchgehend verläuft. Der rechts anschliessende Strang vom Silolader herkommend ist unterbrochen. Auch die Pressluftleitung, links abzweigend, scheint besseren Zustandes zu wirken als jene, die Teils unterbrochen, in die nördlicheren oberen Bereiche verzweigt.

Die Vermutung liegt nahe dass die unterste, südlich liegende Abbauebene die letzte noch bearbeitete Ebene war. Da die Zeitungspapierfunde aus den Jahren 1950 bis 1960 stammen dürfte folglich der südliche Stollenbereich in dieser Zeit und etwas später entstanden sein. Was mich brennend interessierte, war der hinaufführende unterirdische Teil welcher die Kavernen des ehemaligen Militärspitals  verband.

Meine Erkenntnis wonach dieser Bergwerksbereich vor 1950 ausgehoben wurde, also als die 52er Schienen vom Hauptmundloch Richtung Bildrechts verliefen, dürfte sich hierbei klar ergeben.

Es gab demzufolge die 16Meterige Versatzwand und den Durchgang zum Seemühleteil  bereits zu Zeiten des Militärspitals nur wissen die Militärs dies geflissentlich aus ihrem Situationsplan zu verbannen so wie heute kaum jemand Eingeweihter über die Existenz der Seemühle untertags ein Wörtchen verliert.

Wieso, bleibt noch heute Geheimnis.

Ein lieben dank an die Beteiligten dieser Geschichte von den Vereinen:
Freunde des Bergbaues in Graubünden
Schweizerische Gesellschaft für historische Bergbauforschung SGHB
Schweizerische Gesellschaft für Militärhistorische Studienreisen

Und, meine Links, der Vollständigkeitshalber
Die Zweitgeschichte Die Geheimnisse der Seemühle
Der Vorbeitrag Seemühle Borner AG
Die Seite Seemühle Seemühle

Sonntagsspaziergang im Reuenthal

Nicht das der Eindruck heranwachse ich hätte der Schweiz definitiv der Rücken gekehrt, hier nun definitiv wieder ein Urschweizerisches Thema.

Ja, wir waren heute hoch zu Felsenauischen Bergwerksanlagen diesmal wieder ausgestattet mit Geologiekarte 25tausender mit dem Ziel verborgene Löcher aufzuspüren. Der Geologieatlas weiss von vielen Einsturzkratern oberhalb der Bergwerksstollen zu berichten. Danach war mir diese Aufzuspüren und auf mögliche gefahrlose Befahrung zu prüfen.

Es gibt sie tatsächlich, die Einsturzkrater und hin und wieder lässt sich gar ein möglicher darunter liegende Stollen vermuten. Indes, ein Einstieg erscheint angesichts der niederen Stollendecke ziemlich gefährlich. Ich liess  jedenfalls davon ab und konzentrierte mich stattdessen auf den verbleibenden Sonntagsspaziergang.

Denn solch ein Spaziergang anerbot sich stattdessen um die Aussenanlagen der A-Festung Reuenthal genauer zu erkunden.

Und schnell war der erste Infanterieunterstand oberhalb der Festung im Waldrand aufgespürt.

Die Festung selber mit den Beobachtertürmen, hinten links, und den Zwei 7,5 cm Kanonen 38 Stellungen, vorne rechts,  präsentierte sich in einem sehr gepflegtem Zustand. Auch die Aussenpanzersperren sind noch gut erhalten vor der Festung platziert. Im Gegensatz zu unseren gewohnten beschwerlichen Industrie-Archäologie-Trips war dies wahrhaftig ein gediegener Sonntagsspaziergang.

Alleweil ein Sonntagsspaziergang wert und wer das angesiedelte Festungsmuseum besuchen möchte sollte denn Sonntagsspaziergang auf den Samstag verlegen zumal besagtes Museum nur Samstags öffnet.

Links von mir
Die Vorgeschichte Gipsbergwerk Felsenau

Links Fremd
Festung Oberland mit A4263 Artilleriewerk Reuenthal
Festungsmuseum Reuenthal

Versorgungungsstollen Schafloch

Es nennt sich bestes Wetter und der Berg ruft.
Wir erhörten dies Rufen und bemühten uns  in der Folge auf hohe Pfade.

Zweierlei Missionen bewegten uns.
a)  Ich wollte meine neue Errungenschaft die 1000 Lumenleuchte (1000 Lumen, was dies auch immer uns sagen wolle) die WORKX 503 in relativ sicherem Terrain und trotzdem in Gebirgsverhältnissen testen.
b) War lange schon der geheime Militärische Versorgungsstollen aus den Jahren 1940 Ziel meiner Ausflugswünsche.

Der Berg ruft, gesagt getan.
Erstmals oben angekommen dem Justistal emporsteigend war unser Hauptinteresse die Erkundung  der damaligen militärischen Geheimnisse.

Der Eingang Süd 625469 / 175470 / 1770 m, eine riesige natürlich gewachsene Höhle wird bewacht von einer im Fels eingelassener Geschützstellung. Auch in dieser Höhle untergebracht das vermutete Wachlokal.

Die Leuchte machte das was sie sollte, sie gab bei massigem Stromverbrauch richtig viel Licht so dass die Stollenerkundung richtig Spass machte.

In der Höhle findet sich in einer Nische den Verbindungsstollen zu der Infrastruktur Süd.

Der Stollen rund 500 Meter lang ist teilweise luxuriös ausgemauert. Am Boden ist ein Kabelkanal eingelassen mit Talt-Telefonkabel drinne. Auch in Mitten des Stollens ein kleiner Brunnentrog welcher als Wasserfassung dienend die Trinkwasserversorgung sowohl von uns neugierigen Wessen wie auch von den damaligen armen Soldaten die dortig stationiert waren, sicherstellte. Im Hauptstollen vermutete ich Schienen welche die Naturhöhle Schafloch mit der Materialseilbahnbergstation verband.

Am Gegenende endet der Fussgängerstollen nach einer Verzweigung im gekröpften Eingang Nord auf den Koordinaten 625185 / 175971 / 1807m.

Das Ende der Schienenanlage indes war vermutlich bis zur Materialseilbahnbergstation gelegt. Über diesen Weg sollen mögliche  Truppen versorgt worden sein. Das in solch menschenfeindlicher Umgebung tatsächlich Soldaten stationiert waren, beweisen diverse Inschriften an den Stollenwänden.

Zurück im Südteil galt noch die natürliche Höhle zu erkunden. Hier sollte sich baldig zeigen dass auch meine 1000 Lumenleuchte baldig in den enorm gewachsenen Höhlen an Grenzen stossen würde.

Und auch der Blitz meiner Canon G7 schien nur am Rande etwas herumschwirrende und nervende Orbs zu erfassen. Es blieb beim einzigen Foto Richtung Tag von der Höhle emporsteigend.

Hinzukommend schien die Zeit wie im Fluge zu verstreichen. Da wir zeitig und bei Tageslicht den etwas gefährlichen 4,9 Kilometer langen Abstieg  in Angriff nehmen wollten war die Höhlenerkundung noch mit einigen Fragezeichen bespickt worden. Umso mehr, gewiss wieder ein Aufstieg, trotz der 700 Höhenmeter, wert.

Alleweil reichte mein Erinnerungsvermögen um ein Grundriss des Systems zu Zeichnen.
Wie bekannt, gross machen, anklicken.

Relevante Links:
Die Seite aller Seiten Festung Oberland mit Versorgungstunnel Schafloch

Wo Mühlen langsamstetig Blei mahlten und Faxe verfaxt waren

Kleine Reise durch die Tiefen des ungeahnt interessanten Wallis. Beginnend hierbei in den Bleiminen von Goppenstein.

Es war wie so oft dies Jahr ein wunderschönes Wochenende und es waren die schnellen Räder an meinem Auto befestigt es schien faktisch alles nach Walliser Bergen zu rufen. Insbesondere die Gruppenpläne und Aufzeichnungen von Huggenlocher 1931, gefunden auf Kellers Seite und die umfangreiche Dokumentation von Roger Widmer auf Bergwerkforschung Schweiz schienen mein Interesse so richtig zu entfachen.

Na wer krakselt den hier im Minikleid und Springerstiefel über die Halde.

Manchmalig spielt uns der Orientierungssinn wahrhaft bösartige Streiche. Da eine Lawinenverbauung die hier im Bild sichtbare Dionisottianlage scheinbar unüberwindbar trennte, war meine Meinung das ein dazukommen nur über die weitläufige Umgehung dieses Drahtschutzes möglich war. Wie sich herausstellte, nach einer Stunde Wandern, ein Irrtum. Es führt ein Weg schnurstracks von der Autoverladestation Goppenstein zum Bergwerk und eben zur Dionisottianlage.

Von oben bin ich gekommen, alle Lawinen und Steinschlagverbauungen umgehend, am Tiebelstollen respektive auf deren Höhe. Der Tiebelstollen auf 624715 / 134718 1302 m wird leider gegenwärtig als Wasserreservoir genutzt was eine Begehung eher erschwerte. Ich jedenfalls verzichtete darauf um stattdessen die noch verbleibende Nachmittagszeit die Bleiverabeitungsanlagen aus der Ära Dionisotti genauer zu erkunden. Im Bild der Kompressorstollen welcher damals viel Wind für die Presslufthämmer machte.

Blick von unten hinauf in den Silo welcher das gemahlene Gestein weiter auf die untere Anlage, von welcher heute nicht mehr viel zu sehen ist, leitete.

Zuunterst dem Weg folgend ein Blick zurück in das wilde durcheinander herumliegender Wägelchen und Siloteile die über den lang gezogenen Wald hinweg verteilt liegen. Im Schatten des links herumliegenden Siloteils hat sich eine grosse Ameisenkolonie niedergelassen welche genüsslich an den sterblichen Überresten einer Bergziege oder sonst wie eines Berggängigen Tiers, mittleren Grösse sich verköstigt.

Bleimine Goppenstein
Zweifelsohne hier ausgedehnt zur Mine berichten würde definitiv den Rahmen dieses Artikels sprengen. Gewiss werde ich bei Gelegenheit sobald ich etwas mich noch in den Stollen umgesehen habe etwas ausführlicher darüber berichten. Erstmals jedoch eine kleine Zusammenfassung zur Mine Goppenstein und interessante Links dazu.

Es wird berichtet von Abbaustellen um Goppenstein Anno 1500. Verschiede Bergbauperioden erschliessen immer wieder neue Gebiete. 1948 erwarb Dionisotti die gesamte Mine und baute diese massiv aus. Die heutigen auffindbaren Anlagenteile sind aus deren Zeit. 1953 schliesst die Mine und zerfällt seither.

Links
Goppenstein-net
Schweizerische Bergbauforschung zu Goppenstein
Hansjürg Kellers Seite zu Goppenstein

Aber  nun wieder zurück zur Walliser Tour, den das Wallis hat eindeutig viel mehr zu bieten als nur längst vergessene Bergwerke. Die Reise führte uns weiter vorbei an den Antennen die fleissig Tag für Tag Nachrichtensatelliten aushorchten und so war klar ein kleiner Ausflug ins schöne Leuk angesagt.

Ein Wald von Parabolantennen lauscht unermüdlich den geostationär positionierten Telekommunikationssatelliten im Orbit. Nicht unweit von Leuk entfernt stehen rund 20 solch ausrichtbare Antennen zur Belauschung etwelcher Satellitenrichtstrahllinks bereit. Telekommunikation über weite Distanzen kann erfolgen entweder über Kabel etwa Kupfereinzelldraht, Kupferkoaxial, Lichtwellenleiter oder alternativ mittels Satellitenrichtstrahllinks. Hier greift diese Anlage welche von der Führungsunterstützungsbrigade 41 betrieben wird. Da Wüstenstaaten gerne auf Satellitenlinks ausweichen um aufwendige und vor allem allfällige Kabel in Trockengebiete zu meiden sind diese begehrtes Lauschziel allerlei Geheimdienstler. So kommen Faxe gerne im schönen Leuk eher an als in den weit fernen US-Botschaften in bekannt Konfliktinvolvierten Staaten. So geschehen damals und so geschehen immer wieder. Die Anlage findet sich auf 615938 /  129699 / 928.7m

Interessante Links zur Satellitenbodenstation
Swiss ECHELON – Das ONYX / SATOS Projekt auf der Ravenseite
Wiki zu Onyx (Abhörsystem)

Verbrannte Erde neben dem Heiligtum aller Geheimdienstler

Neben der Parabolspiegelversammlung finden sich die letzten Zeugen eines Waldbrandes welcher sich tief den Hang hinauf frass. Welch Gegensätze hier und da, die kline Hightechwelt neben weit umher verbrannte Erde.

Und weiter geht’s ins schöne Örtchen Leuk. Mir aufgefallen bei der Fahrt durch den Ortskern die Botta-Verschmelzung zwischen Mittelalterarchitektur und  Postmoderne.

Schloss Leuk mit spektakulär anmutender Glaskuppe. Eine meiner Meinung nach gelungene Kombination. So wie schon vor manchen Jahren in Bellinzona gesehen war auch hier die Synergie zwischen altem Gemäuer und futuristischer Stahlkonstruktion durchaus gelungen wenn nicht gar harmonisch wirkend. Und doch füllte ich mich nach so viel Hightechspionen in einen Jamesbondfilm versetzt.

Links zu Leuk
Schloss Leuk
Mario Botta

Das Geheimnis des Deckels

Die Fortsetzungsgeschichte zu Gottschalkenberger Stollen

War nicht neulich, an einem verschneiten Samstag,  die Frage aller Fragen, was sich unter solch kunstvoll montiertem Schwenkdeckel verbergen könnte?

So machte ich mich auf die Suche nach brauchbaren Informationen zum Stahlding. Im Wissen das ich eh nur vermuten kann, zumal ich die Hallen untendurch nicht betreten habe, wird folglich auch heute keine eindeutige Gewissheit bestehen. Nichts desto trotz, die Neugierde trieb mich zur Suche.

Und, nach langer Suche und intensivem Vergleichen kommt, meiner Meinung nach, als verborgenes Teil unter der Luke  nur der 12 cm Festungsminenwerfer Modell 59/83 in Frage.

Der Minenwerfer besteht aus zwei Rohren welche pro Minute, aus beiden Rohren, bis zu 16 Wurfgranaten, Kanistergeschosse oder intelligente Munition, mit Reichweiten um die 8 Kilometer, verschiessen können. Bis heute sind noch solche Festungsminenwerfer im Einsatz wenndoch inzwischen einige Werfer, insbesondere in den Felsenwerken, abgebaut wurden.

Nahe liegend dass auch unter diesem Deckel noch verwendete Minenwerfer sich verbergen. Der Eingangsbereich des kleinen Werkes schien neueren Datums zu sein, wenndoch am besagten Standort, in nähe von ausgemusterten MG Stellungen, dies Werklein wenig Sinn machen dürfte. Naja wissen werde ich dies wohl kaum je genauer.

Links zum Thema:
Die Seite aller Seiten Festung Oberland
Konkretes auf Festung Oberland 12cm Fest Mw

Gottschalkenberger Stollen

Ein prächtiges Wetter lockte uns am Tage der dritten Kerze in winterliche Gefilde auf der Suche nach noch verborgenen Molassekohle-Abbau-Stollen. Namentlich waren die Koordinaten 689 900 / 223 250, welche uns eine nette Bekannte reichte, Gegenstand unserer Neugierde.

Mit, wie so oft, als Stadtverwöhnte Menschen, mangelnder Ausrüstung waren wir Unterwegs was die Tiefschneewaterei merklich erschwerte. Es blieb beim unentdeckten Stollen denn die Füsse meldeten allmählich aufsteigende Kälte.

Der Entdeckungslust war indes keineswegs genüge getan. Beim Abstieg fielen uns diverse Stellungen auf die einer genaueren Erkundung bedurften also war unser, ich wills mal so nennen, Spaziergang keineswegs zu Ende.

Ein scheues Anschleichen brachte 2 MG-Stellungen zu tage. Wir waren ab deren Entdeckung etwas verwundert zumal wir in solch friedlich, idyllischer Umgebung  hier kaum Stellungen vermuten. Diese Tatsache wiederum veranlasste uns genauer die Anlagen zu durchsuchen. Die Tafel am Eingang verriet das die Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug Besitzerin der Bunker ist. Auch die Webseite der gleichen Stiftung weiss hier von A7182  und  A7183 zu berichten. Interessant indes, auf dem Bunkern lagerte Tonnen Stacheldraht als wäre dieser aktuell bereitgestellt für den kommenden Einsatz.

Fast nicht zu glauben, etliche male spazierten wir an einem noch viel interessanterem Objekt, welches wir anfänglich für ein Wasserreservoir hielten, ohne es explizit als interessant zu erkennen, vorbei. Erst die genaue Betrachtung des Abluftstürmchens zeigte das dieses, mit viel Liebe zum Detail, Tarnfarbern bemalt war.

Nun war unsere Neugierde definitiv entfesselt und wir mussten diesen künstlichen Hügel genauer unter die Lupe nehmen.

Eine interessante Luke trat aus dem Schnee hervor welche den Spekulationen freien lauf gewährte.

Sollten hier aus dieser Luke etwa 12cm Mösergranaten emporschiessen können oder verbarg sich unter diesem Stahldeckel, welcher mechanisch zur Seite gefahren werden könnte, gar gröberes, Geschütz, vielleicht Ferngelenktes alla Rapir. Wissen tun wirs nicht, einzig der Deckel ist etwa 1,2 Meter im Durchmesser also muss sich unter diesem eine grosse Öffnung verbergen. Die Anlage ist neuerem Datums was uns sowohl Lüftungsturm wie auch Eingangsbereich verriet.

Trotzdem schein das Objekt nicht wirklich klassifiziert zu sein. Der Standort ist aus der  Karte welcher sich auf der Webseite der Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug befindet ersichtlich. Trotzdem verzichte ich hier bewusst auf die Publikation etwelcher Koordinaten. Naja, wers finden mag wird’s finden.

Interessante Links in diesem Zusammenhang
Woher diese Molassekohle herkam Gottschalkenberg
Festung Oberland mit der Raten-Sperre
Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug mit der PDF Auflistung Anlagen

Bloodhound, die Suche geht weiter

Und, nahe liegend, im Bloodhoundmuseum sind wir gelandet,  immer noch auf der Suche nach den verschwundenen Raketen welche, anhand der angenommenen unterirdischen Magazinen bei Kagiswil, im Erstartikel Bahnfahrende Bloodhound-Raketen erwähnt, unsere Neugierde so richtig entflammten.

Zwar trafen wir nun deren 9 BL64 auf dem Areal der früheren Abschussanlage und heutigem Bloodhoundmuseum an, doch umso spannender war die gewährte Führung welche die Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug organisierte. Insbesondere ich als Technikbegeisterte hatte am Samstagabend nach Abschluss der Führung den Eindruck dass ich nun die Funktionsweise dieser damaligen, 1959 bis 1999, Hightech-Boden-Luftrakete halbwegs verstanden hätte. In diesem Sinne sei ein Dankeschön an die Exponenten dieser  Stiftung gerichtet für die gewährten Einblicke.

Einblicke nun seinen aus meiner Sicht zusammengefasst

Die Bloodhound BL 64 auf der Abschlussvorrichtung.

Wer nähere Details zum Innenleben erfahren möchte solle dies Bild respektive den Verlinkten Text Bloodhounddetails anklicken. Ansonsten rudimentär hier die Funktion.

Die BL 64 folgt seinem Ziel mittels empfangenen, vom Ziel reflektierten, Radarsignalen, diese Signale werden vom Boden mit dem Beleuchtungsradar, siehe Beleuchtungsradar Details , erzeugt.

Beleuchtungsradaranlage, auch hier gilt, Einblicke gibt’s a) beim anklicken des Bildes b) bei anklicken des verlinkten Textes Beleuchtungsradar Details. Ansonsten auch  rudimentär, ich als Unwissende  in damalig so geheimnisvollen Angelegenheiten, sei mir dies verziehen. Der Beleuchtungsradar steht auf einem Stellantrieb. Zweierlei Antennen sind auf dieser ausrichtbaren Mechanik aufgebaut. Einerseits die schmale Beleuchtungsantenne und anderseits die Empfangsantenne welche die mechanisch gleich gekoppelte Beleuchtungssendeantenne ausrichtet. Die Empfangsantenne folgt folglich der Zielreflektion ursprünglich bewirkt durch die Signale des Beleuchtungsradars.

Abschliessend um mir weitere mögliche Peinlichkeiten meiner möglichen Unwissenheit zur BL 64 zu ersparen hier noch etwas Bilderimpressionen.

HF Teil des Beleuchtungsradars, namentlich, soweit ich dies beurteilen kann, der Oszillator. Bedenkend das ich kleines Mädchen recht wenig über solch hochfrequenziges Zeugs weiss.

Technik die Begeistert im Kontrollzentrum, echte Drehspulmessinstrumente, staun, auch ich weis mal was mit 100 % Sicherheit. Ansonsten, Technik vom Feisten, edelste Lötstellen im Innern und massivste Einschübe aus nahrhaftem Stahlblech.

Wichtiges Herzstück, das Innenleben der Bloodhound BL 64-Spitze, der Empfangsradar welcher im Fluge den Reflektionen des Beleuchtungsradars hinterher jagt. Auch hier Technik die mein Auge nur selten erblickte.

Folglich, ein gelungener Samstagnachmittag der mich mit meiner Unwissenheit konfrontierte doch ich lauschte gespannt und versuchte mir ein möglicher Reim aus denen kompetenten Erklärungen unseres Führers vom der Militärhistorischen Stiftung des Kantons Zugs und den von mir beobachteten Komponenten zu bilden.

Letztlich, etwas Links zu mehr oder minder relevantem

Zeugs von mir
Wie alles begann „Bahnfahrende Bloodhound-Raketen“
Wir reisen nach SchmidrütiBluthunde die Zweite“
Streng geheime Kartografie, Beispiel „Stao ehemalige Bloodhoundstellung Zug (heute Museum)“

Fremdes Zeugs
Auf Admin.ch BL-64 Bloodhound
Hat Kult ist Kult c-turbines.ch
Festung Oberland über Bloodhounds Bloodhound-Stellungen

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