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Archiv der Kategorie 'Kartografie'

Der DistoX2 das unbekannte Helferchen

am 02. Juli 2017 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Es ist ein feines Kerlchen der gepimpte Disto X310 welcher, nach Austausch der Hauptplatine, zum DistoX2 mutiert, doch irgendwie entgleiten mir die einten oder anderen Eigenarten dieses Vermessungstools. Insbesondere die Kalibrierung  macht mir wie auch einiger meiner Freunde richtig Mühe darum hier eine kleine Anleitung für all jene die auch so wie ich am räumlichen Verständnis scheitern.

Mal in Kürze repetitiv,

der DistoX2 ist entwickelt worden um unterirdische Hohlräume zu vermessen. Die Hauptplatine wie auch die nötige Firmware stammt aus Beat Heebs Küche und sollte zur Erfassung von Höhlen dienen. Klar auch Bergbauforscher und Forscherinnen greifen gerne auf dies nützliche Gerät zurück. In Kombination mit einem Tablett und dem App „Topodroid“ kann während der Vermessung das Untertagewerk auch gleich rudimentär gezeichnet werden.

DistoX2

Kurzum, der DistoX2 verfügt über Kompass und Neigungsmesser. Die Messwerte kann er mittels Bluetooth an ein Tablett übermitteln. Auf dem Brett wiederum kann, eben mit entsprechendem Programm, die Unterwelt zeichnerisch umgesetzt werden. All diese verbauten Sensoren benötigen jedoch eine periodische Kalibrierung zur fehlerfreien Funktion und diesem Prozedere will ich mich, für mich und andere, diesem Texte widmen.

Der DistoX2 misst die Länge und die Richtung des Laserstrahl unabhängig davon wie der Disto gehalten wird. Um Neigung wie Azimut genau bestimmen zu können müssen die Sensorwerte durch Multiplikatoren. Diese Faktoren sind im DistoX2 gespeichert und müssen, wie bereits erwähnt, mittels Kalibrierung spätestens alle Jahre erneuert werden.

Zur Kalibrierung müssen 56 Messungen im Würfel durchgeführt werden.

Der Kalibrierwürfel

Die 56 Messungen setzen sich zusammen wie folgt:

Im Würfel sind 7 Strecken zu erfassen. 2 Horizontale,  der Kantenlänge entsprechende, eine Vertikale, der vertikalen Würfelkante entsprechend, und 4 Messungen vom Würfeleck aufs diagonal gegenüberliegende Würfeleck.

Alle Messungen werden Vorwärts und Rückwärts erfasst womit aus 7 Messstrecken 14 werden. Jede Messstrecke wird 4 mal gemessen will heissen bei jeder einzelnen Messung muss der DistoX2 um 90 Grad abgedreht werden, also Display oben, Display seitlich, Display unten, Display gegenüberliegende Seite.  Total sind wir somit bei 56 Messungen aus denen mittels Kalibrierprogramm, in meinem Fall der „Topodroid“ die Kalibrierungs-Koeffizienten entstehen. Diese Koeffizienten werden am Schluss des Kalibrierungsrituals per Bluetooth an den DistoX2 übermittelt.

Der Würfel kann in einer Höhle oder, in meinem Fall bevorzugt, im Wald wieder gefunden werden. Wichtig hierbei, alle magnetischen Störeinflüsse müssen möglichst eliminiert werden. Also, weit weg von Siedlungen, Hochspannungsleitungen, Sendeantennen, Bahnlinien usw. Auch sollten alle magnetischen Teile bei der Kalibrierung abgelegt und in reichlicher Distanz zum Disto deponiert werden, Handy, Uhr, Gürtelschnalle und sonstig Metallisches.  Ich war, im meinem Falle, am Hönggerberg weit des Sendemasten und auch so möglichst fern der Siedlungen.

Der Kalibrierwürfel

Im Wald braucht’s 4 Bäume um den Kalibrierwürfel aufzubauen. Einer der Bäume sollte ein gut erreichbarer Ast, zum Aufbau der Vertikalstrecke, haben, ca 1.80 Meter hoch gelegen. Die Streckenlängen sind im Kalibrierwürfel sekundär.

Der Kalibrierwürfel

Im nächsten Schritt markierte ich meine Punkte mittels Malerklebband. Auf das Klebband muss ein gut sichtbarer Punkt, wasserfester Filz, gemalt werden. Auf diesen Punkt muss ich letztlich mein Laser möglichst präzise richten und die Messung starten.

DistoX2 und Topodroid

Nach Verzierung der 4 Bäume wird der DistoX2 eingeschaltet und der Topodroid aufgerufen. Im Modus „Disto verwalten“ wird nun der zu kalibrierende Disto selektiert. Meiner heisst „X310 3010 Luisa“. Nun wird auf das Symbol zweier Schwanzbeissender  Pfeile geklickt worauf am Disto die Anzeige CAL 000 erscheint. Anschliessend das Zahnrad anklicken um eine neue Kalibrierdatei vorzubereiten. Nach erfolgter Dateispeicherung Ordnersymbol anklicken und der Topodroid ist bereit zur Datenverarbeitung.

Nun können die Kalibriermessungen gestartet werden.

Am besten beginnt man mit den einfachsten Messungen, genannte Horizontale, auf meinem Plan die Grünen, anschliessend die Vertikalstrecke, die Blaue, und am Schluss, als Zückerchen, die Eck zu Eck Messungen, auf meiner Zeichnung die roten Linien.

Es ist sinnvoll wenn die genaue Reihenfolge an jeder Messstation befolgt wird, DistoX2 um 90 Grad abdrehen, also Display oben, Display seitlich, Display unten, Display anschliessend die gleiche Strecke in Umkehrrichtung. So kann auch Mensch mit eher minderem räumlichen Verständnis bis zum Schluss die Übersicht behalten des weiteren erscheinen die Messungen beim Herunterladen bereits in korrekter Reihenfolge. Jede Messung wird auf dem Distodisplay anzeigt, CAL 001 bei Abschluss der ersten Messung und, logisch, CAL 056 bei erfolgter letzter Messung. Die kleine Zahl oberhalb rechts im Display zeigt die noch nicht heruntergeladenen Kalibriermessungen. Am Ende des Messrituals, vor Upload, sollte  folglich eine 56 stehen.

Nach Abschluss der 56 Messungen müssen diese auf Topodroid geladen werden. Dazu der uns best vertraute Herunterladepfeil betätigen.

DistoX2 und Topodroid

Wenns richtig funzt landen 56, in weiss dargestellte, Messungen im Topodroiddisplay. Als nächstes sind die Zahlen, mittels „123…“ Symbol, richtig zu gruppieren. Und auch da, wenns hinhaut entstehen 4er Gruppen alternierend Hellblau/Gelb so wie auf meinem Foto.

DistoX2 Kalibrierung

Und jetzt, einmal Zaubern bitte.

Wieder das bekannte Zahnrädli und los geht’s. Auf dem Tablett-Display erscheint, nach einiger Rechenzeit, ein übergelagertes Fenster mit den begehrten Kalibrierungskoeffizenten. Nun zur Feier des Tages auf den Hochladen Botton drücken und im Disto beginnt die Bluetooth-Anzeige zu blinken.

Nach Abschluss der Aktion erscheint kurzzeitig eine Meldung die besagt dass die Übertragung erfolgreich war. Nun kann die Programmseite, mittels Backtaste, wieder verlassen werden und der Disto, im Distoauswahlmenu, wieder, mit den Schwanzbeisserpfeilen, auf Normalbetrieb gesetzt werden.

Die Kalibrierung  kann im Topodroid gespeichert wie auch exportiert werden. Die Exportdatei liegt im Verzeichnispfad „\TopoDroid\ccsv“

Kalibrierdatei DistoX2

Ins Exel importiert sind die 56 Messungen mit den Rohsensorwerten erkennbar. Auch erkennt der Leihe die erfolgreiche Gruppierung in 14 Messstrecken. Wenns so kommt, kommts gut.

Wie bereits erwähnt, der DistoX2 hat eine regelrechte Aversion gegenüber allem was irgendwie magnetisch ist.  Magnetismus hat einen schlechten Einfluss auf die Kalibrierung. Nach Kontakten mit magnetischen Störgrössen sollte die Kalibrierung unbedingt erneuert werden.

In meinem Fall warens die hochaktiven Eisenbergwerke auf Gotschens die mich zur Erneuerung der Kalibrierung  veranlassten.

Und, Wichtig-ergänzend die Tutorials des DistoX2-Machers
http://paperless.bheeb.ch/download/DistoX2_Bedienungsanleitung.pdf
http://paperless.bheeb.ch/download/DistoX2_Kalibrierung.pdf

Macherwebseite
Disto X2 http://paperless.bheeb.ch
Topodroid http://marcocorvi.altervista.org/
Appseite Topodroid https://sites.google.com/site/speleoapps/home/topodroid

Erfolgreiches Kartengeschraube Part II

am 05. Januar 2017 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Nachdem die Schweizer sich versuchen ein GIS Denkmal zu bauen will ich hier mithelfen mit einer ebenwürdigen KML-Datei der verlassenen Schweizer und Süddeutschen Bergwerksrelikten. Ich habe lange gebastelt zumal hier, in solch bergig, schneereicher Gegend, Tags wie Bold oder BR noch nicht angekommen sind, trotzdem, die Karte mit KML-Datei ist ne feine Sache.

Die Karte steht neu auf meiner Bergbauübersicht

Auf der Luisa.net-Startseite gibt’s weitere Infos zur KML-Datei

OSM bleibt nach wie vor die Wave-Gothic-Treffen-Karte und die Katakomben-Geheimnisse der Via Casilina in Rom, Zweitere müssen indes etwas vertiefter gesucht werden.

Und nochmals, die Jagd nach verschollenen Cementern

am 07. April 2016 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Noch immer Mühlehorn diesmal vollbespickt mit neuen Erkenntnissen und allmällich wachsendem Markscheiderinnen-Verständnis. Es ist konkret das ehemalige Cementwerk Mühlehorn beim Mülital, von welchem inzwischen einige sehr alte Pläne herumkurven, Objekt immer wieder kursierender Neugierde. Zuletzt nahm ich mich dem schmucken noch vorhandenem Untertagebau im Artikel Mühlehornische Cemente an.

Bergwerk Mühlehorn

Quelle Staatsarchiv des Kanton Zürich

Einer dieser schönen Pläne kursiert im Staatsarchivs des Kanton Zürichs und zeigt so in etwa die Ansichten um 1860. Inzwischen wuchs das Werk Untertage wie Auftage an bis am 8. und am 10. November 1924 ein Felssturz die Anlagen schwerwiegend vernichtete. Trotzdem sind noch heute einige Untertageanlagen fahrbar und Einiges ist fragmentweise  über den Bau bekannt. So sollen zuletzt am Ende des Betriebs 9 Stollen in den Berg geführt haben. Bis anhin jedoch war uns einzig das Westwerk mit bescheidenen 5 Stollenarmen bekannt. Des Zufalls Willen entdeckte ich ein weitere Eingang beim Vermessen der Umgebung.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Dieser Eingang, mit gleicher Schlosstechnik versehen, lässt den neugierigen Wanderer mittels Torx T30 Schraubendreher in deren Geheimnisse blicken.

Sepp und ich waren neulich dortig zur genaueren Betrachtung der Unterwelten unterwegs. Abgesehen von ganz schönen Fotos blieb auch etwas Zeit um uns der Markscheiderei mit DistoX2  und Topodroid hinzugeben.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Unterschiedlich zum Westwerk sind im Ostwerk lauter eher kleinere Seen in verstürzten Untertagegängen entstanden. In Richtung Westwerk nimmt die Versturzintensität tendenziell zu.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Dieser prächtig tiefblaue Stollensee könnte der Duchgang zum, bis 1924 zusammenhängendem, Westteil gewesen sein.  Da wir die Gegenseite kennen besteht Gewissheit, Weder Tech-Taucher noch Kampfforellen werden je mittels Wasserschwum das Westbergwerk erreichen.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Die Stollen sind teils in stattlicher Profilhöhe von bis zu 10 Metern ausgeführt, Teilweise sind diese jedoch wieder etwas mit Material aufgefüllt.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Wasser und rege Kalk bildete eine harte Sinterschicht über die ausgedehnten, liegengebliebenen Materialflächen. Im Unterschied zur Westhaue ist in dieser Zone ein noch intakter Pfeilerabbau beobachtbar.

Ohnehin scheint auch hier Wasser allgegenwärtig, was zu aussergewöhnlichen, nicht immer eindeutig physikalisch erklärbaren Fotoeffekten führt. Böse Zungen wären vielleicht gar geneigt zu behaupten der Spuk täte hier sein Unwesen. Das hin und wieder schlagende Glockengeräusch einer englischen Standuhr indes stammt eindeutig von einem Wassertropfen welcher periodisch ein gut gefedertes Blechdächlein trifft.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Auch in diesem Stollensystem sind die, bereits bekannten, altertümlich anmutenden Messapparaturen eingebaut. Das Hammerwerk der englischen Standuhr stammt von solch einer Apparatur die, mit Miniblechdach ausgestattet, begehrtes Ziel für herunterfallende Wassertropfen ist.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Der östlichste Stollenarm, Nummer 9, von Westen her zählend,  ist noch in tadellosem Zustand. Eine kleine Holzbrücke eher neueren Datums hilft zur bequemem Befahrung. Indes aus längst vergangenen Tagen liegt eine Kipplore, als Brückenlager amtend, Kopfstehend am Boden. Das Gerät stammt eindeutig aus Anno-Domini 1890irgenwas als noch so ziemlich jede Metallverbindung im Nietverfahren ausgeführt wurde.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Am Stollenende findet sich ein Zapfen in der Decke, 8 Meter über Kopf, welcher auch so, doch eher sehr alt sein dürfte. Dies Holzwerk, so vermuten wir, solle einst ein Einbruch gestoppt haben. Auf Plänen von 1888 sind auch so merkwürdige Gebilde dargestellt die, bei Studium dieses Exemplars, durchaus, in zeichnerischer Form, Sinn machen.  Tatsache ist, die Holzkonstruktion hält noch im 2016 und hält zumindest sich selbst. Die weiteren Zeichnerisch dargestellten Holzdinger liegen eindeutig im gegenwärtigem Versturzteil.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Im Stollen 9, diesmal Tagwärts, findet sich an der verstürzten Mundlochverengung ein interessantes Zementrohr welches wohl eine Entwässerungsfunktion inne haben muss.

Bergwerk Mühlehorn Ost

Ausserhalb, nie vorherig aufgefallen, nochmals 4 solcher Exemplare. Es scheint erwiesen, nach dem verehrenden Felssturz um 1924 wurde versucht, mit viel Aufwand, dies Bergwerk doch noch zu retten. Infolge dürften die Zementröhren durch die Versturzmassen eingebaut worden sein.  Untertage ist nur noch die einte Röhre im Stollen 9, der östlichste Stollen, eindeutig erkennbar alle anderen müssen wohl oder übel unter der Versturzmasse liegen.

Die Bergwerksanlage wie auch das Zementwerk wird oft im Zusammenhang mit den Schweizerischen Bundesbahnen genannt. Die Pläne aus Tage um den November 1888 sind auch so mit Schweizer Bundesbahnen signiert hinzukommend war Hauptopfer des Felssturzes die Bahnlinie welche 4 Monate unterbrochen blieb da diese auf heutigem Autobahntrasse A3 verlief.  Die SSB dürfte demzufolge auch so aktuell mögliche Felsverschiebungen, mittels alten und neuen Apparaturen, periodisch prüfen. Der Kerzerbergbahntunnel ist rund 72 Meter von tiefster Stollenbrust entfernt.

Doch abgesehenen von schönen Fotos und allerlei historischen Hintergründen gabs auch einige Markscheiderische Erkenntnisse so etwa ein sauber herausgepützelter Grubengrundriss stand Frühling 2016.

Ursprung des Grubenplans war eine Handübung in DistoX2 von Beat Heeb und den Topodroiden von Marco Corvi

Die Handhabung der Messtools ist bis anhin nur spärlich in unser Bergbauforschendes Wissen eingeflossen. Darum, eine exzellente Gelegenheit, in Erzloser Umgebung, etwas drauflos zu vermessen. Die einte Gruppe, Matti und Sepp, nahm sich vor einiger Zeit des Westftlügels an, wir, Sepp und ich plagten die Ostseite scheu mit den Laserschwertern in Gestalt der umgebauten Leica-Distos. Zeichnerisch setzte ich mich hinters Visio und machte aus den Daten ein schöner Plan.

Bergwerk Mühlehorn

Plan gross machen, Plan anklicken.

Im Westwerk stand als Grundlage der SSB Plan von 1888 Pate, die roten Stollenflächen sind eindeutige Stollen. Im Ostteil stand mein Erinnerungsvermögen, Stand März 2016, Pate, rote Stollenflächen  sind hier eindeutig vermessene Stollen.

Meine besten Zeichnungsresultate gelangen mir mittels Export in PNG und Nur-Text wie folgt.

Die Vermessungsdaten und meine Skizze aus dem Samsun-Tablett welche ich, im Topodroiden vor Ort, erarbeitete, saugte ich in Form der PNG-Grafik und in Form einer Nur-Text-Datei herunter.

Vermessung Mühlehorn Ost

Die PNG-Grafik ergab Massstabsgetreu im Visio Positioniert eine passable Zeichnungsgrundlage.

Die reinen Messdaten wiederum musste ich in Horizontal-Vertikal-Werte berechnen ehe mittels diesen ein schöner Grundriss wachsen konnte. Dazu bediente ich mich der längst vergessenen Trigonometrie.

Vermessung Mühlehorn Ost

In eine Exeltabelle gepappt und intensiv beformelt sah die Sache in etwa so aus. Falls sich ein fleissiger Markscheider, fleissige Markscheiderin, einst, so wie ich, mit längs vergessener  Trigonometrie und grossem MS-Exel-Unverständnis konfrontiert sieht, die Tabelle mit den Formeln darf gerne auf Mühlehorn_data.xlsx heruntergeladen werden.

Plausibilisierung Bergwerk Mühlehorn West

Die Plausibilisierung des Westteils sah im Plan recht passabel aus. Mögliche Fehler waren gering und liessen sich mit der Tabelle exakt korrigieren.

Alles in allem, DistoX2 und Topodroid sind ein sauber aufeinander abgestimmtes Dreamteam. Die Kalibrierung des DistoX2 indessen verlangt einiges an Geduld und Akrobatik. Der genauer beschriebene Kalibriervorgang ist auf der Seite des hoehlenverein-blaubeuren.de zu finden.

Was auch nicht ohne ist, die Handhabung sollte etwas geübt werden ehe die Markscheiderei in nicht so magnetisch koschere Hauen zum Einsatz kommt.

Die Links nochmals:
DistoX2 von Beat Heeb
Topodroid von Marco Corvi
Exeltabelle von Luisa Mühlehorn_data.xlsx
Kalibriervorgang auf der Seite vom hoehlenverein-blaubeuren.de

Und die Vorbeiträge zum Thema:
Steinbruch Schnür Part II
Steinbruch Schnür
Die Suche nach verschollenen Zementern
Mühlehornische Cemente

Erfolgreiches Schachtgepumpe

am 06. Dezember 2015 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine weitere Cava-Sul -Rhein-Geschichte findet nun hier dessen klärende Aufschlüsse. Genannt eben die schmucke Bleiglanz / Zinkblende-Grube Cava sul Rhein im beschaulichem Rueun mit noch verbleibenden Unbekannten. Lange war eines der letzten Geheimnisse hoffnungslos mit Wasser gefüllt nun, nach 2 Tägiger Zusammenarbeit, ist auch dies Geheimnis definitiv Geschichte.

Es nannte sich dies Mysterium, der, bis Stollendach Wasser gefüllte, Stollen am Schachtende nahe des Eingangsbereichs. Am letzten Wochenende konnte nun, mit viel Technik, das Wasser aus der Unterwelt gepumpt werden.

Schachtpumpen

Der Materialtransport verlange alles von meiner alten Zitronen-Dame. Nach langer Donnersttäglichen Fahrt nun doch noch, mit Generator, Tauchpumpe und viel Zugemüse, erfolgreich angekommen.

Schachtpumpen

Noch immer war im Schacht genau bis Stollendenke Wasser hartnäckig festgesessen. Also musste in den Stollen eine Tauchpumpe gesenkt werden die wiederum vom, auf dem Polenweg stehenden, Benzingenerator getrieben wurde.

Schachtpumpen

Dank des ersten Schachtpumpversuch, vor ziemlich genau einem Jahr, siehe Silber und Bleibergwerk Cava Sul Rhein, wussten wir um die benötigten Schlauchlängen und dessen Förderhöhen. Eine schwierige Aufgabe schien eben diese lange Schlauchdistanz von 30 Metern bei rund 6 Meter Förderhöhe zu sein, also war mit im Gepäck eine zwischenschaltbare Druckerhöhungspumpe, die, zum Glück, nicht notwendig wurde.

Während die Pumpe vor sich hin förderte blieb etwas Zeit um der Stollenvermessung zu föhnen. Noch immer schienen Kompässer für so manch Stollenfrontalkollision zu sorgen. Während ich mit meiner Akkubosch Senkbleimesspunkte anbohrte waren die erfahrenen Vermessern mit zwei Leica DISTO D810er unterwegs. Wie den Prospekt zu entnehmen ist, solle eine Kompassfunktion integriert sein was für unsere Tätigkeit das genau richtige sein könnte.

Schachtpumpen

Tatsächlich konnte mit dem Leicastativ haargenau die Senkbleispitze anpeilt werden doch der Leica-Kompass liess eindeutig zu wünschen übrig. Einerseits konnte die Kompassfunktion weder mit der Distanz-Messung noch sonst irgendwie fixiert werden anderseits schienen die Differenzen, vor und Rückwärtsmessung, exorbitant hoch auszufallen. Letztlich ermittelten wir zeitweilig 20 Grad Ungenauigkeiten und auch der zweite Disto D810 brachte ein kaum besseres Resultat. Entweder steckt noch viel Magnetisches Zeugs in der Mine oder wir müssen doch wieder auf den etwas veralteten Distoumbau X1 zurückkommen.

Doch währenddessen,

Mundlochfeuer

Da das Wetter saukalt war und wir mit rund 2 Tagen Pumparbeit rechneten machte ein wärmendes Feuer an prächtiger Rheinstrandpromenade durchaus Sinn. Das Feuer brannte 2 Tage lang mit dem zusammengesammeltem Holz welches zu ziemlich jeder Holzfäller über Jahre hinweg vors Bergwerk kippte.

Kleiner Nebeneffekt, der kleine Strandbereich mit dazugehörigem Bergwerk wirkte wieder äusserst ordentlich und gepflegt.

Geheimer Stollen Cava sul Rhein

Währenddessen sich im Wasserstollen der Pegel langsam senkte und nach rund 1.2 Metern Absenkung die ersten mutigen den Einstieg, mittels Watstiefeln, riskierten. Der Stollen zeigte neue Einblicke so, war den ein Seitenstoss in südlicher Richtung mit einer Länge von 4.5 Metern auch noch zum System dazugehörend. Trotz der Watstiefel, die Mutigen wurden trotzdem nass. Einerseits liegt eine sehr hohe, nicht wirklich tragfähige, Schlammschicht auf dem Stollenboden, anderseits waren auch die Watstiefel selbst nicht über jeden Dichtigkeitszweifel erhaben.

Geheimer Stollen Cava sul Rhein

Trotzdem konnten auch die Warmduscher, mich damit meinend, trockenen Fusses das Werkende, nach 11 Metern, bestaunen. Dies Wasser so vermute ich liegt einige Jahre im Werk. Alte Pläne, aus den 1960ern zeichnen einen Wassergefluteten Schacht. Wahrscheinlich ist dies Wasser noch das Überbleibsel einer richtig heftigen Hochwasserperiode welche das gesamte Bergwerk flutete. Während das Wasser in der Hauptsohle wieder abfliessen konnte blieb, in den tieferen Zonen auf alle Ewigkeit, das Wasser bestehen. Wenn doch die Tauchpumpe viel Wasser fortschaffen konnte so wird wahrscheinlich dieser Wasserstand bis in aller Ewigkeit weiterbestehen.

Nichts desto trotz entstand wieder ein Grubenplanupdate.

Grubenplan

Wie üblich, anklicken und er werde grösser.

Das Bergwerk ist nun grösstenteils erkundet, einzig meine Arbeit des Zeichnens bleibt noch offen. Wenn doch die Kompassrichtungen in den tiefer verlaufenden Stollenwerken nicht restlos geklärt sind. Ich für meinen Teil tue mich vom Mundloch her zeichnerisch allmählich ins Berginnere annähern.

Und ja, noch nen kleines Selfi von mir um des neugierigen Lesers willen.

Luisa am Mundloch Cava sul Rhein

Luisa am Mundloch Cava sul Rhein

Die Vorbeiträge Cava sul Rhein
Cava sul Rhein das Messpraktikum
Rueuner Bergbaugeheimnisse
Silber und Bleibergwerk Cava Sul Rhein
Cava Sul Rhein Rueun

Kompassische Verwirrungen

am 16. August 2015 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Als Grubenplanzeichnerin, dem Fachbegriff „Markscheiderin“ frönend, bin ich mit manch Stollentroll konfrontiert. Insbesondere der Einsatz eines magnetischen Kompasses scheint die Winkelbestimmung richtig rege zu verwirren.

OL Kompass

Modell Orientierungslauf ist doch eher Suboptimal um den Stollenpunkt anzupeilen doch auch die Kompasse mit Zielvorrichtung sind nicht aller Zweifel erhaben. Die Geologie und mein fehlendes Wissen könnten schnell mal für gehörige Verwirrung sorgen.

Mein hier gezeigtes OL-Exemplar steht auf meinem Schreibtisch und zeigt konsequent in Richtung Telefonantenne meines Schnurrlosapparates. Im Stollen fuchtle ich oft mit einer LED-Lampe um die Kompassnadel herum in der Hoffnung, mit meinen müden Augen, was von der Gradskala entziffern zu können. Zweifelsohne, mögliche Fehlerwerte etwelcher Elektromagnetischer Bauteile können gehörig zu buche schlagen.

GPS Kompass

Die GPS Basierenden Kompasse sind punkto Genauigkeit und Stabilität zwar absolut der Hammer doch, trotz der potenten Beleuchtung, im Stollen geht da gar nix.

Der hier gezeigte Messaufbau, Kompass auf Kantholz, dient zur Winkelbestimmung des Anfangstollens respektive der Stützmauerrichtung des Eingangsportals Grube Platenga. Zur Geländeintegrierung des Mundlochs ist solch Kompass ne feine Sache, Untertage indes mussten Alternativen her.

Die Erfahrung zeigte schlicht, schnell führen kleine Winkelverstimmungen in absurde Fehlpfade.

Grubenplan Rueun

Rueun, die CAD-Zeichnung bringt die Wahrheit, Knall auf Fall, zu Tage, der Joint zwischen Messpunkt 13 und 31 geschweige den zwischen Punkt 31 zu 32 muss guten Jahrgangs gewesen sein dies obschon ich lange des Kiffens abstinent bin. Entgegen beobachteter Tatsachen, der westliche Parallelstollen trifft den nördlichen Anschluss definitiv nicht.

Das nicht nur ich Fehler mache, zeigt dies nachfolgende Beispiel aus fernen Affeier, genannte Lisagruabana.

Grubenplan Platenga

Zwar ist dies Plänchen auch in Luischens Vektorgrafikküche gebraut worden doch diente mir als Vorlage die Aufnahme von Thomas Staub aus Jahren 1978. Meine Integration des Geländes zeigt ein offensichtlicher Kompassfehler. Der südöstliche Stollenausläufer bricht frech durch die Höhenlinie 1310 obschon der Stollen eher Steigens bedacht ist. Im Innern ist klar Schluss und auch im Gelände gibt’s kein Indiz zu nem geheimen Stolleneingang.

Ergo war mir nach Basteln und ich baute ein Winkelmessgerät.

Winkelmessgerät Eigenbau

Die Konstruktionsidee ist nicht ganz neu und damals anno 1800 in Form einer Messingbüchse mit Gradskala und Zielschlitze realisiert. Ich bediente mich zur Peilung eines handelsüblichen Laserpointers welcher auf einer Gradskala herumfahren kann. Das Gerät auf ein Fotostativ geschnallt kann im ersten Schritt die Referenznulllinie anpeilen. Dazu kann die Skala mittels Flügelschraube auf Null geeicht werden, im zweiten Schritt wird mit dem horizontal beweglichem Laserpointer der zu messende Punkt anvisiert. So rein theoretisch, ich habs bis anno dato einzig in der Wohnung getestet, sollte der Gradwert ablesbar auf der Skala erscheinen.

Ob dies Spielzeug wirklich wie gewollt läuft, wird sich in Rueun erstmals so richtig herausstellen.

Markscheiderhölzchen Val Tisch

Ansonsten gibt’s nur eines, Markscheiderhölzchen einschlagen und Schnüre zwischendrin spannen. Das gezeigte Fotobeispiel entstammt aus Val Tisch Höhen und ist mit passendem Plan die absolute Luxuslösung aus Jahren 1943.

Any, demnächst in diesem Theater, die gemachten Erfahrungen mit meiner Messingbüchsenadaption.

Im Land der Kartografen

am 20. Juli 2014 unter Kartografie abgelegt

Mal wieder hier ein kleiner aber wichtiger Querschlag setzend zu meiner Luisa-Net-Seite

Zweifelsohne ist lange mir der übermächtige Google-Player mit seinen durchwegs umstrittenen Datensammel-Praktiken ein Dorn im Auge. Insbesondere die Kartografie und damit verbundene sensible Geodaten eines jeden Einzelnen scheint Google zunehmend zu kontrollieren. Der Fetisch aller Überwachungsapparate, von NSA bis zum kommerziellen Werbeanbieter, genannt Kartennutzerspezifische Geodaten sind zunehmend begehrte Ware.

Demgegenüber steht die Idee, der Grundgedanken, Informationen frei zugänglich, also ohne unerwünschte Nebenwirkungen in Form von Überwachung, bereitzustellen. Ich selbst mit dieser und weiterer Seiten aus meiner Küche, lebe diesen Grundgedanken.

Umso wichtiger hier die Alternativen aufzuzeigen zu bekanntem WWW-Weltherrschaftsmief, Google, Microsoft, Apple, aufzuzeigen.

Openstreetmap ist eine Kartografische Alternative zu den übermächtigen Playern. Der Grundgedanke hierbei, die Karten sind frei nutzbar und werden entwickelt, respektive Weiterentwickelt durch den Nutzer, ist mir sehr sympathisch. Openstreetmap verfügt über keine Überwachungsspezifischen Funktionen die IP-Basierende Googlische Geodaten-Sammelwut entfällt. Ein Jeder, eine Jede, kann sich Kartografisch beteiligen und die Karten weiterbauen.

Kurzum, Openstreetmap verdient, trotz zweifelsohne einiger Nachteile, auf meiner Seite Digitale Onlinekartografie genauere Vorstellung.

Felsenau geradegerückt

am 20. Mai 2014 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Nein besoffen war ich keineswegs neulich bei Bergmännischer, oder sollte ich treffender schreiben, Bergfrauischer Befahrung.

Bergwerk Felsenau

(Bild Matti)

Darum, kleiner Nachtrag, ohne schlechtes Gewissen, zum Thema Gips-Bergwerk Felsenau. Der Grubenplan des Originals ist definitiv komplett im Schilf. Zwar entdeckte mein Begleiter Matti auf der Originalfassung den Nordenpfeil doch ich verliess mich stattdessen lieber auf meine Koordinatenwerte beider Mundlöcher.

Bergwerk Felsenau

Aus den ermittelten Differenzen liess sich nun der Berg mit samt dem Bergwerk soweit drehen das die Koordinaten wieder im Feld der gesegneten Swissgitter passte,

Bergwerk Felsenau

Wie gewohnt, Plan gross machen, Plan anklicken.

Ergo der Grubenplan Grundriss in richtiger Position, so wie sichs gehört.

Bergwerk Felsenau

Und weils so schön war, viel Wind um wenig Norden.

Diese Geschichte wird fortgesetzt an warmen Sommertag den das kalte Nass ist momentan doch etwas zu kalt.

Bis dahin, Vorgeschichten:
Gipsbergwerk Felsenau Part II
Gipsbergwerk Felsenau

Spanien gibt Gas

am 06. Mai 2012 unter Kartografie abgelegt

Oder, kleiner Vergleich ganz tauglicher Onlinekarten hier und dort

Wer denkt die Schweiz seie der Nabel des Universums was Kartografie anbetrifft solle sich das neuste Kind Iberischer Onlinekartografie zu Gemüte führen.

In Zentimeterschritten wandert die Maus über die Landschaft und gibt synchron dazu die Meter über Meer in 10 Zentimeterschritten an.

Iberpix neu

Ansonsten ist diese neuste Version voll gespickt mit nützlichen Tools um durchaus taugliche Karten zu erstellen oder bequem aus dem Bürosessel heraus Interessantes zu erkunden und zu analysieren. Nachteil, die Ladezeit der Karten stösst gerne an Grenzen meiner Geduld.
URL: www.ign.es/iberpix2/visor/

Iberpix alt

Auch die ältere Version, diese nur in Meterschritten navigierend, was bei weitem reicht, ist durchaus brauchbar. Vorteil, die Ladezeiten funzen.
URL: www2.ign.es/iberpix/visoriberpix/visorign.html?

Beide Dienste verfügen über eine 3D-Funktion die mit Brille, ich hab keine, das Gelände plastisch formen sollte.
Urheber des Kartendienstes: Instituto Geografico National

Im Vergleich, der Schweizer Kartendienst Metergenau auch mit vielen nützlichen Funktionen ausgestattet indes sind die Spanischen Karten ein Plus und einige Pixel schöner.

Swisstopo Onlinekarte

Indes ist im Schweizer Dienst eine Vielzahl verschiedenster Karten abruf- und überblendbar was wiederum die Schweizer Onlinekarte zu einem äusserst leistungsstarkem Werkzeug mach.
URL: map.geo.admin.ch/

Urheber: Bundesamt für Landestopografie swisstopo

GPS-Navigation, Grenzbereiche

am 13. Oktober 2010 unter Kartografie, Seitwärts parkieren abgelegt

Eine nicht mehr allzu aktuelle Diskussion zum Thema Spurassistenten bei TomTömer, sprich irrtümlich geglaubte Fahrspurgenauigkeit bei GPS-Geräten, erinnerte mich an die gestrige Auswertung meines Römerstollentracks.

Wir wissen, GPS allesamt, Garmin, Magellan, TomTom und wie sie alle heissen mögen, hassen Felswände, dies gleiche gilt natürlich auch für Hochhausschluchten. Da wir neulich den Römerstollen, uns der Felswand hochangelnd,  erreichten, blieb ein interessantes Trackbild, die Aufzeichnung unseres Weges, im Speicher hängen.


Aufzeichnung gross machen, drauf klicken.

Auch hier zeigte sich, je näher wir uns an die Felswand wagten desto ungenauer wurde die Wegaufzeichnung. Zu allerletzt behauptet die Aufzeichnung, sollen wir gar 150 Meter hohe Felswände mit rund 20 Km/h hinauf gesprungen sein.

Nochmals wiederholend, je mehr sich das Gerät im Sendeschatten einiger Satelliten befindet desto ungenauer wird es. Sind nur noch drei Satelliten empfangbar ist baldig,  sobald einer sich ins Schattenreich entfernt, Schluss mit Positionsaufzeichnugen. Erst wenn wieder genügend Satellitensignale verfügbar sind wird die Aufzeichnung fortgesetzt. Der abenteuerliche Flug über die Felswand geschah nachdem ich, mit dem GPS in der Handtasche, wieder aus dem Stollen kroch und das kleine Gerätchen wieder was an Satellitensignale aufspürte.

Zum Spurassistenten, den gibt’s doch das Gerät, welches auch immer, ist nicht befähigt zu erkennen in welcher Spur man gerade fährt. Es wird einzig bei mehrspurigen Strassen anhand von Kartenmaterial die zu fahrende Spur signalisiert unabhängig davon ob man sich auf dieser befindet oder nicht.

Mehr zu GPS in diesem Blog auf:
GPS und deren Grenzen
und
GPS-Kartografie die Zweite

GPS-Kartografie die Zweite

am 06. Oktober 2010 unter Kartografie, Seitwärts parkieren abgelegt

GPS-Ungenauigkeiten, nicht zu unterschätzen, Faktor Mensch

Wer glaub es sei banal Koordinaten aus einer Karte zu ermitteln respektive Objekte punktgenau in eine Karte zu übertragen hat weit gefehlt. Bei dieser Tätigkeit schleichen sich gerne quadratisch perfide Ungenauigkeiten ein.

Wir, die Goldene-Sonne-Forscherinnen hatten beim Thema Koordinaten aus Karten herauslesen so unsere Mühe. Vielleicht hatten auch die einzelnen Karten welche uns die Daten lieferten so ihre Ungenauigkeiten.


Kleiner Auszug unserer Wegpunkte, die blauen Fähnchen  sind letztlich die effektiven Standorte.

Einige Karten kursierten im Netz etwa,
die Standorte der Gruben von Mirco Brunner genannt „Die ersten Schürfstollen am Calanda“
die Karte von Hansjürg auf Goldene Sonne
oder etwa die Siegfriedkarte auf map.geo.admin.ch
Aus diesen Karten versuchten wir Wegpunke zu generieren. Aus Übertragungsfehlern der Zeichner und aus Ablesefehler unsererseits entstanden bis zu 300 Meter Differenzen zu den Punkten, dies gepaart mit topografischen Schwierigkeiten machte die Gruben schier unauffindbar. Was die 5 Versuche zu erklären vermag. Erst das Auffinden des Weges machte die Gruben erreichbar.

GPS und deren Grenzen

am 05. Oktober 2010 unter Kartografie, Seitwärts parkieren abgelegt

Die Technikgläubigkeit der Menschen scheint hin und wieder keine Grenzen zu kennen. Insbesondere die Generation TomTom ist, so scheint es hin und wieder, ohne dieses Halleluja unbefähigt ein Auto an einen geografischen Punkt zu steuern.

Beim erkunden meiner Minen bin ich mit deren GPS-Helferlein immer wieder an Grenzen gestossen die Aufzeigen das auch dies Wunderteilchen nur mit Wasser kocht oder in Bergen sich schlicht hin und wieder verirrt.

Grundsätzliches
Die Dinger, meines heisst Oregon 450t (lieblich auch genannt das Grungi) von der Firma Garmin hergestellt, hört auf minimal 3 Satelliten welche deren Position und deren Zeit übermitteln. 3 Satelliten in möglichst grosser Distanz zueinander machen eine Zweidimensionale Messung möglich. Da jedoch diese Himmelskörper sich in etwa 20 000 Km Höhe bewegen, müssen andere Satelliten deren Platz übernehmen somit sind unter Berücksichtigung deren Bewegung zeitweise 4 von Nöten. Solle indes noch Dreidimensionalität, also Höhe mitberücksichtigt werden, müssen 4 bis zeitweise 5 Satelliten  her. So gilt ganz rudimentär, je mehr solche Atomuhrenbestückte Himmelskörper zu hören, respektive auf rund 1,5 GHz zu empfangen sind, je genauer die Positionsbestimmung dies Dreidimensional wenndoch Höhe die allergrösste Knacknuss für Grungi und Co ist.

Anny schnell zu deren Anwendung

Obersexi, das Ding führt mich an von mir zuhause gesetzte Punkte. Dies auf der Karte angezeigt kann hilfreich sein um diese Punkte genau anzugehen. In diesem Beispiel waren es die Goldgruben der Goldenen Sonne welche ich Zuhause auf die Karte setzte. Im Feld kann ich diese versuchen zu erreichen was ganz fix auch gelingt wenn nicht deren Nachteile wären. Der Blaue Pfeil weist mir jeweils die Marschrichtung. Die Anzeige, oben Links die Geschwindigkeit meiner Bewegung, unten links, die Höhenmeter, oben rechts die Himmelsrichtung in welche das Gerät zeigt.

Auch ganz nett, das GPSchen zeichnet den Weg auf den ich beschritten habe. Zuhause kann ich diesen auf einer PC-Karte, Google Earth oder sonst wie darstellen. Auch hier das Bespiel der Goldenen Sonne. Zwar nett anzuschauen doch nicht alles was schwarz auf bunter Karte liegt ist auch tatsächlich ein Weg welcher ich bewanderte.

Denn nun zurück,

Minimum 4 Satelliten sind notwendig um eine Dreidimensionale Positionsbestimmung zu erreichen. Hier sind 7 empfangbar einige von denen recht pegelstark welche liegen weit auseinander was eine Genauigkeit von 8 Metern ergibt siehe oben rechts. Unten rechts die Höhenmeter und oben links die Koordinaten hier in Swissgrid 03.

Doch, ich verweile ruhig und in empfangssicherer Distanz zu der Felswand in einer Baumlichten stelle. Optimale Bedienungen  fürs GPS ein doch recht seltener Zustand. Insbesondere bei einer Wegaufzeichnung, so genannt Track, werden die Grenzen der kleinen Helferchen eindeutig  Sichtbar.

Sie hassen Felsen oder gar Felswände,
kleiner Auszug visualisierter GPS Speicherdaten.

Der Wegpunkt den ich unterhalb der Felswand setzte ist hier eindeutig weit oberhalb der Felswand zu sehen obschon ich nie da oben war. Der Punkt gehört übrigens zum Guppen und ist auf dem Foto hier eindrücklich zu sehen. Ich war praktisch in der Felswand womit die Satelliten mir zum Rücken nicht empfangbar waren. Die Ungenauigkeit hier kommt locker an die 70 Meter.

Das GPS im Vollflash


Wir stehen vor dem Mundloch der Gnadensonne während das GPS selbständig einen Weg aufzeichnet. Jeder Punkt stellt eine Positionsaufzeichnung dar. Jede Sekunde wird diese Position erfasst und gespeichert. So ist ersichtlich wie wir alten Mädels den Berg hinauf nur wenig Distanz zurücklegten. Doch irgendwo oben nachdem wir scheu etwas Stollen erkundeten, klar mit dem GPS in der Handtasche, springt die Positionsmarke wild umher. Urplötzlich sollen wir in einer Sekunde rund 700 Meter zurückgelegt haben.

Folgend ist geschehen, die Genauigkeit schwindet beim Eintritt in die Stollen. Wieder bei Tag versucht das Teil mehr oder minder vergebens im steilen Lauterbrunnental möglichst viel Satelliten zu finden. Stattdessen reflektiert so einiges an Signalen irgendwo am Fels. Den Abstieg wagten wir über den gleichen Weg wie beim Aufstieg. Das kleine Helferlein indes benötigte den ganzen Weg hinunter um sich wieder einzurenken. Rund eine halbe Stunde zeigte das Teil vollkommen Abstruses an, naja zum Glück kannten wir den Weg.

Folglich wissen wir, in steilen Tälern werden die Geräte  richtig ungenau, Beispiel Lauterbrunnental.

Felsen können massige Abweichungen bewirken. Dies gleiche dürfte auch Strassenschluchten betreffen.

Und wers nun genauer wissen will
Eine kluge Seite zum Thema www.kowoma.de/gps
Der Hersteller meines Teils Garmin