Monat: Juni 2012

Essen wie die Minenbesitzerinnen

Nein, nicht wirklich, einzig Zufall zumal ich mich als des Samstags als eher Kochfaul outete. Bekannt sind mir durch mein Bergbauinteresse manch kulinarische Spezialitäten.

So gibt’s am Fusse des Silberbergs keineswegs nur Silber oder richtigerweise Zink, nein berichtet wird hier vom höchst gebrautem Bier auf Monsteiner Höhen.

Monsteiner Bier

Es solle gar ein äusserst edler Brau zustande kommen. Anlass diesen, hier in Form des leckeren Weizenbiers, genüsslich unser Degustationskunst zu stellen. Und tatsachlich vermöchte dies, in kleiner Monsteiner Brauerei, gefertigte Bier uns durchaus zu überzeugen.

Aber eigentlich wollten wir bei herrlich romantischem Sonnenuntergang am Ufer der Albula uns kulinarisch verköstigen. Doch ehe unsere Mägen die eher unerwünschte Weitung fanden, kreuzte ein Relikt vergangener Tage unsere Wege.

Wiesner Kalkofen

Ich glaubte von weitem in diesem Monstrum eine Weiterentwicklung des Rennofens erkannt zu haben indes war stattdessen, wie die Hinweistafel zu erzählen wusste, hier einst ein Kalkofen in Betrieb. Nicht unlängst kennen wir diese Gerätschaften aus meinen Seemühleartikeln wenn doch dies Exemplar hier aus vorindustrieller Zeit stammt und auf eine hohe Handwerkskunst des Ofenbauers hindeutet.

Mich hier wieder dem Ofen verabschiedend, möchte ich die Geschichte fortsetzten und die Kulinarikerlebnisse, in wahrhaftig schöner Erinnerung, weitererzählen.

Also wir brausten weiter in die Schmelze aller Schmelzen da wo einst aus Val Tischer Eisenerze und Monsteiner Zinkerze edelste Metalle wurden.

Belaluna

Genannt das Belaluna was einstig die Bergbaugesellschaft beherbergte und wo streng der Patron anno 1800 über die Arbeiter wachte. Heute jedoch kann an warmen Tagen eine experimentell, klassische Küche auf prächtiger Terrasse genossen werden.  Auch dies Essen, wenn doch mein Wertemassstab sehr hoch angesetzt wird, kann ohne bedenken weiterempfohlen werden. Meine Wildkräutersuppe schmeckte vorzüglich und auch das Cordon Blue Bündnerstyle schmeckte hervorragend.

Tatsächlich, seit langem aus der Routine ausbrechend, am Samstag auswärts essend, waren die 350 Kilometer hin und zurück durchwegs lohnend.

Die Links in gesonderter Form
Der Silberberg
Die Monsteiner Brauerrei Biervision
Das Belaluna

Und mein Vorartikel Das Geheimnis von Val Tisch

Fickibook und sonstig kollektives Gegrunze

Spaziergang durch ein menschlich animalisches und wirklich unästhetisches Artikulationsfeld.

Meine Betrachtungen einer puren, ungefilterten Darstellung absoluter Loser in der von Schrott weit überladenen Facebook-Welt.

Was sind meine Wertmassstäbe und lieg ich nicht mit meiner Kulturanschauung  jenseits einer effektiv ablaufenden Realität? Eine Frage die mich immer wieder aufzuwühlen vermag umso mehr als ich mit meiner Denkensform scheinbar mit der sogenannten demokratischen Mehrheit schmerzlich kollidiere.

Sind meine Freude die falschen Freude
oder sind meine Freude, schlicht und ordinär gesprochen, fragwürdiger Schnitt durch eine wirklich existierende Zombiegemeinschaft?

Man sagt uns, die kapitalorientierte Hochfinanz, ficket und seiet ruhig, nur so lässt sich, meiner Meinung nach, die absurd ungleiche Güterverteilung begründen. Börsenkotierte Facebücker und sonstig sogenannte  soziale  Medien, die logisch überhaupt nicht sozial sind, dienen dazu Transportgefäss zu sein um die animalischen Grundbedürfnisse dem Massenmob schmackhaft machen und deren mögliche Bedürfniserweiterung eng zu halten. Güterverteilung lässt sich somit im Sinne der Besitzenden noch optimaler Verteilen. Während die einten sich mit der billigen Darstellung ihrer Herumfickerei, und dem posten sexistischer Witze begnügen, schlürfen Börsenspekulanten und WWW- Manipulierer genüsslich an dessen, durch unseren Schweiss erwirtschafteten, Gewinn herum. Ein Gewinn per se welcher uns allen total Bescheuerten zustehen sollte.

Und doch, ich sollte vielleicht etwas genauer auf die dortig versammelten Individuen achten um halbwegs sinnvolle Erklärungen für das millionenfache Heranwachsen dieser Manipulationsplattformen zu finden.

Vier von deren wirklich fleissig kontaminierenden Grundcharakteren.

Der „Wichtigtuer-Loser“
Ein Zeitgenosse welcher sich mit deren generierten Like Frazebook-Bestätigung sein mentaler Orgasmus aufbaut. Er kann nichts, er ist nichst und er ist doof wie Katzendreck nur dessen Heizwert erreicht er nie.  Der Wichtigtuerloser will möglichst viel Lobgesagt und positive Kommentare ernten, dazu ist ihm keine Aktion zu spektakulär und kein Foto zu gewagt. Egoistisch seinem Selbstbeweihräucherungstrieb folgend ist ihm jede nur erdenkliche Grenze stink egal. Kritische Töne mag dieses Würstchen keine vertragen im Gegenteil ein Konstrukt möglichst Gleichgeschalteter muss her ehe diese Spezies die Sozi-Netzwerke mit richtig schlechten Bildern flutet.

Der „unkreativ saublöd Lustige“ auch genannt „Homo-Sauglatischmus“
Es ist die Masse an sexistischem Getue was letztlich eine durchaus destruktive Haltung artikuliert. Und es sind die richtig Doofen die solch Verknüpfung nicht mal realisieren. Wer herumsurft und nach Lustigem Ausschau hält wird meinen sich im düstersten Mittelalter wiederzufinden. Eine Zeitepoche wird dem kritischen Leser vor Augen geführt als all dies Andersartige mittels Gespött bis hin zu Feuer und Flamme zu Nichte gemacht wurde und dies im Jahre 2012. Der Homo-Sauglatischmus indes liegt weit fern im Verständnis dieser Kernbotschaft. Frohlockend postet dieser Schelm all den zusammengetragenen Scheiss um deren Verbreitung richtig fett zu Förden.

Der „Pfau mit fremden Federn“
Die Idee der Opensorce, gemeinsam wir Teil einer fliessenden Entwicklung, ist leider längst niedergeschmettert. Ein Regiment an federlosen Pfauen klaute zusammen was andere mit viel Begeisterung einst, auf dem Weg zu einer gemeinschaftlicheren Gesellschaftsstruktur, zusammenbauten.  Der Pfau mit fremden Federn ist ähnlich dem Wichtigtuer-Loser ein Schwerstabhängiger möglicher Lobgesänge. Im Gegensatz jedoch zum Wichtigtuer ist der Fremdfederpfau noch viel dümmer, folglich kann dies Federvieh nur dank der Produktionsvielfalt seiner Mitmenschen existieren. Absolut ätzend diesem Tier zugeordnet den stark verzerrten Realitätssinn.

Die „ach ich bis so geil Prinzessin“
Eine Spezies die zumeist weiblich, im gekonnt beschleunigtem, Tempo es versteht dessen eigenes Grab zu schaufeln. Mit jedem Post demontiert dies Persönchen ihr Recht auf selbstständige Entfaltung und kritisches Denken. Auch dieser Charakter ist stark abhängig von expotential sich vermehrendem Lobliedchen in Form von Likes und Kommentärchen. Indes hierbei Standbein das ad absurdikum Leben, leider noch existenter, Rollenstereotypen. Klar, hierbei, die geglaubt wichtigste Sache der Welt ficki ficki  ist Träger für die summierenden Likes und Kommentare. Wer diesem Prinzip unterliegt dem wird jegliche Kompetenz ausserhalb der Sexschiene  abgesprochen. Das kuriose daran, dies Frauenzimmer, von der Überzeugung genährt das Technik nur Männersache sein, lebt noch heute im Irrglauben das ein Publizieren im WWW absolut anonym geschieht.

Und doch, es gibt anders und dies freut mich.

Und meine Erkenntnis daraus,
Aufräumen ist angesagt!!!!

Luisa,
ich bin Frau, ich bin nett, ich bin kritisch, ich bin kreativ, ich bin schlau, ich bin intelligent, ich bin kompetent,
und hauptsächlich, ich bin Mensch.

Das Geheimnis von Val Tisch

Es ist wieder einst an der Zeit den interessierten Leser mit einer Bergbaugeschichte zu beglücken denn es führte mich diesbezüglich mein Forschungsdrang, bei bestem Sonnenschein, ins Bündnerische Val Tisch oberhalb Bergün.

Dortig, so wird berichtet, solle in ausgedehntem Stollensystem edelstes Eisenerz abgebaut worden sein. Legenden von Steigbäumen in hohen Schächten und verworrene Stollen tummeln sich noch heute um dies Werk.

Wer an der Albulastrasse, kurz vor Bergün, die ausgedehnten Ruinen der Schmelze erblickte oder im Belaluna, dem ehemaligem Direktionshaus der Bergwerksgesellschaft, ein kühles Bier zu sich nahm, wird wahrscheinlich sich gefragt haben wo all dies Erz herkam um solch grosses Schmelzwerk zu legitimieren. Ein sonniges Wochenende war uns Anlass genug dieser Frage nachzugehen, die Bergwerke aufzusuchen und zu erkunden.

Val Tisch

Ein wunderschöner Aufstieg führt uns in wahrhaft abgelegene Täler. Kaum vorstellbar das einst in dieser unwirren Gegend Holzschlitten mit Eisenerz beladen Talwärts donnerten.

Schneefeld Val Tisch

Unser Weg führt uns immer wieder über gefährlich wasserunterspülte Schneefelder ehe wir zum Aufstieg zu den Erzminen ansetzten welche, gemäss Karte, auf rund 2400 Meter Höhe zu finden sein sollen.

Schnell gewinnen wir, bei brennender Sonne und ohne Aussicht auf Schatten, an Höhe und erreichen zerklüftete Felslandschaften. Und tatsächlich ist erstaunlich Fix auf nicht ganz 2500 Meter das erste Mundloch gefunden. Leider jedoch, ehe die Befahrung gestartet werden kann müssen erstmals, von der Stollendecke gefallene, grosse Felsblöcke weggeräumt werden.

Mundloch Eisenminen Val Tisch

Eine Arbeit, die verstärkend mit den sich allmählich artikulierendem Sonnenbrand, mir einen Hochroten Kopf bescherte. Trotzdem, auch diese Hürde war dank ausgeklügelter Mechanik erstaunlich schnell genommen. Die Erkundung in kühlender Stollenfrische könnte somit folgen.

Stollen Eisenminen Val Tisch

Doch oh weh, nach nur wenigen Metern macht sich im Stollen ein schlammiger Schuttkegel breit. Zwar könnte dieser mit vertretbar geringem Aufwand etwas minimiert werden um so weiter ins Stollensystem einzudringen, doch einerseits lang uns viel daran weitere Stollen zu finden des weiteren fehlte uns den, dazu notwendigen, Amispaten. Also liessen wir ab und suchten nach weiteren Stollenwerken.

Etwas Östlich unterhalb unseres Mundlochs wird ein auffälliger Bergeinschnitt sichtbar. Ähnlich dem unserem wo wir die Felsen zum Stolleneingang wegräumten, vermuten wir auch unterhalb im besagten Einschnitt ein Mundloch. Deren genaue Sichtung indes ergibt die eindeutige Gewissheit. Der Einschnitt war tatsächlich  von Menschenhand gepickelt worden, die Konturen sind eindeutig sichtbar, auch liegt vor der Stelle eine auf dem Gefälle verteilte Abraumhalde doch das eigentliche Mundloch liegt tief begraben. Bei Annahne von 2 Meter Stollenhöhe dürfte der aufgeschichtete Schutt auf der Stolleneinfahrt rund seine 3 Meter locker übersteigen. Obschon auch dieser vermutete Stollen unsere Neugierde weckt ist hier eindeutig gröberes Gerät gefragt, wenn überhaupt.

Mit dem Privileg ausgestattet, von oben herab die Bergwelt systematisch absuchen zu können, wird erneut ein U-förmiger Einschnitt in der Felsformation  sichtbar. Auch führen diverse Wege, respektive Wegspuren, dorthin. Erstmals vermuten wir eine Fläche wo vielleicht einst ein Knappenhaus zu stehen kam. Auch die Siegfriedkarte will hier am Ende des Eisenerzschlittenweges von einer Ruine wissen.

Verfallener Stollen Eisenminen Val Tisch

Der genauere Augenschein indes lässt auch hier ein Mundloch erahnen. Dies Mundloch solle so glauben wir, von doch grosszügigem Profil gewesen sein. Wahrscheinlich gar stand hier einst ein grösserer Materialschuppen vor oder neben dem Stolleneingang. Wissen tun wir dies indes nicht. Klar ist, auch dies Mundloch liegt Metertief unter dem Geröll brachialer Naturgewalten. Obschon im Satellitenbild den Verlauf des Eisenerzschlittenweges  klar zu erkennen ist, war dieser in Natura beschnitten durch etliche tief eingefressene Bergbäche. Ein durchkommen über die Eisenerzstrecke war enorm beschwerlich indes immer noch sicherer als der teilweise schneebedeckte Talboden.

Grubenstandorte Val Tisch

Der einzige von uns befahrene Stollen, und dies auch nur auf einer Länge von rund 5 Metern, liegt westlich im Felsbereich die weiteren Stollen können nur erahnt werden. Auch die Stollenverläufe sind nur Mutmassungen. Die kommende Expedition dürfte gewiss weitere Erkenntnisse einbringen bis dahin erstmals bleiben tolle Erinnerungen an eine wunderschöne, aber nicht ganz handzahme, Wanderung. Die Steigbäume indes blieben aus und ich vermute dass diese zuletzt zu Siegfrieds Zeiten gesehen waren.

Mungeli in Val Tisch

Vielleicht sollten wir bei kommender Erkundung einer dieser, zum besten neugierigen, Bergbausachverständigen mit hinauf nehmen.

Ehe ich die Geschichte, anno vor Luisa, in die Tasten haue einige Impressionen des Erzgegenendes dortig wo aus Erz edelste Zweihandschwerter, wie sie meine Liebste, mag und vieles mehr wurde.

Eisenerzröstofen Belaluna

Nicht unweit Bergün, die Kantonsstrasse führt mitten durch, findet sich Hangseits eine Röstofenanlage. Die zwei grosszügig bemessenen Ofenkammern, die zum Vorrösten der Eisenerze verwendet wurden, lassen grosse Verarbeitungsmengen erahnen. Ansonsten finden sich in der näheren Umgebung etliche meterhohe Mauerreste die Einstig zu Gebäuden von Hammerwerken und Schmelzhallen gehörten.

Am Gegenufer der Albula restauriert und sauber herausgeputzt, ein schmuckes zweistöckiges Haus mit Glockentürmchen welches einstig, Direktionssitz der Bergwerksgesellschaft war.

Dierktionshaus Bergwerksgesellschaft  Belaluna

Heute im Haus untergebracht, die lauschige Gartenbeiz Belaluna. In dessen Durchgang zu einigen Gästezimmern wie auch zu den WCs steht eine Vitrine in welcher alte Bergbauzeugnisse zu sehen sind. So auch fanden wir wieder, einige Mocken des, im Val Tisch überall verstreuten, Hämatits.

Die Geschichte

Vorweg, wahrscheinlich können Einige diese eher wiedergeben. Mir ist nur Weniges bekannt zu denen Bergwerke. Erwähnt sind diese erstmalig um 1560. Am Fusse der Tschimas da Tisch und doch auf luftiger Höhe von 2500 Meter waren einst den Hämatitschichten folgend, Stollen getrieben worden um den begehrten Rohstoff Hämatit zur Eisengewinnung abzubauen.

Immer wieder erlebten die Minen kleine Unterbruche da zumeist der Erztransport aufwendig und damit kostspielig wurde. Über die Jahrhunderte entstanden am Gegenhang zahlreiche Bergknappensiedlungen. Um die Jahre 1790 werden weitere Stollen, tiefer gelegen, in den Berg, Richtung Erzgang, getrieben.

Man erzählt im Jahre 1840 vom Höhepunkt der Minen. Das Stollensystem ist deutlich angewachsen. Nahe der Alp Tisch stand ein Erzzwischenlager welches in deren Grösse die Charakteristik des eigentlichen Bergwerks zu übertreffen schien. Der Erzschlittenweg, war in dieser Zeit massiv ausgebaut worden. Währenddessen im Schmelzwerk nahe Bergün allmählich der letzte Baum im Schmelziwald der Eisen und Silberproduktion zum Opfer viel.

Da die Holzkohle aus umliegenden Wäldern immer seltener wurde und die Produktion somit kaum rentierte schlossen die Minen 1847. Während die Stollen allmählich verfielen vermehrten sich die Legenden um dies Werk. Erzählt wird von 5 Stollen und ein steil fallender Erzgang. Gefunden haben wir am 17.6.2012 deren 3 Stollen respektive Stollenspuren.

Links
Geostandort 1987
Geostandort 1887 (nach Siegfried)
Terra Grischuna Bündnerland

Update WGT 2012

Die wohl grösste Fetischparty der Welt liess meine Luisa-net-Seite exorbitant heranschwellen.

Agrahalle

Es ist in der schönen Stadt Leipzig längst nicht nur der Darkfetisch welcher mich zu neuen Geschichten animiert. Nein, in Leipzig zeigen sich etliche Fetische in einer unverblümt, lockeren Frische was zweifelsohne förmlich nach deren gebührende Dokumentation schreit.

Also kleiner Streifzug durch Leipziger WGT-Zeiten vom Konzert zur Architektur einmal hin und zurück auf Luisa.net unter “Wave-Gothic-Treffen Leipzig” und “Leipziger Stadtansichten”