Monat: Januar 2015

Ein jeder ein Propagandaminister

Einiges zum Sonntagsbetrachten oder die Scheisse dampft so richtig zur Pinnwand heraus.

Ein Text in die Rubrik fallend „was mich beschäftigt“.

Nicht erst seit des Aufstiegs sozialer, nein sorry, asozialer Medien glaubt jeder richtig dick in der Manipulationssuppe rühren zu dürfen doch zweifelsohne die Facebücker und co machten den Informationskrieg erst so richtig möglich.

Der Eindruck indes täuscht gewaltig, „das Schweigen der Lämmer“ könnt heut „das Teilen der Lämmer heissen“ und manch einer glaubt, bei kritischem Blick, in mitten der Kampfzone zu stehen.

Schnell nach Russland,
Aufgeschnappt neulich im RT-Deutsch-Putin-Propaganda-Portal, teilenden Freunden sei Dank.

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Mit solch pittoreskem Staubildchen will RT-Deutsch uns Transpersonen die Freude an Moskauer Autofahrt wecken oder wollen die RT-Deutschler, in gewohnter Pediga-Schnauze, die ARD der „Lügenpresse“ bezichtigen, gemäss dazugehörigem Artikel doch eindeutig Zweiteres. Transgender stehen in der Russischen Föderation, wissen wir alle längst, auch ohne, nach Pedigas Wortwahl „Lügenpresse“, auf der Abschussliste und diese Liste wird in erschreckender Konsequenz durchgearbeitet . Zu tiefst Zynisch wirkt an Stelle, zum Bild gehörende, Artikeltitel „Entgegen ARD-Propaganda: Freie Fahrt für Transgender auf russischen Strassen“, dies im Wissen um Wladimir Putins bestreben Gesetze zu kreieren die LGBT-Personen (Lesbian, Gay, Bisexual und Trans) stigmatisieren womit einer Verfolgung Tür und Tor geöffnet ist. Und solch RT-Deutsch-Propaganda-Schrott, da gibts schlicht keine weiteren Worte, findet Millionenfache Verbreitung, FB und teilenden Schafen sei Dank.

Szenenwechsel,
IS-Idioten lesen ein altes Buch und glauben fortan jedes Verbrechen legitimieren zu können. Verbrechen bleibt Verbrechen und es ist Augenwischerei zu Glauben durchs Herumteilen etwelcher Gräueltaten könne die Welt eines Besseren bekehrt werden. Die Welt , respektive die Mächtigkeit der Welt, interessiert sich grundsätzlich allererst für Kohle, Benzin oder sonstwas Reichtumförderndes. Menschenrechte, Menschlichkeit oder ein, im Sinne der Aufklärung, funktionierendes Zusammenleben interessiert so ziemlich am Arsch.

Ob nun der Islamischer Staat, Boko Haram, Al-Qaida, Putin oder, im gleichen Zug nennend, Pediga, absolut sekundär sie alle dürfen sich, zugegeben die einten mehr die anderen weniger, des Titels Verbrecher bemächtigen, und deren Existenz legitimiert zweifelsohne eine florierende Waffenindustrie den, klar, Verbrecher brauchen Waffen. Das Herumteilen alltäglich standfindender Taten wird nie und nimmer die Weltverbesserung schaffen im Gegenteil wir alle mutieren zum Spielball genannter Mächtiger.

Massenmedium FB und Verwandte macht aus jeder nur so unscheinbare und unbedeutende Stinoperson ein Propagandaminister und dies in einer Welt in welcher die Einten sich am Waffenhandel und an den Schwächeren mächtig bereichern während die anderen alte Bücher lesen und diese als Verbrechenslegitimation hervorkramen. Doch der Eindruck täuscht, all die Propagandaministerchen  sind Handzahme, fein Instrumentaltiere Schäfchen die im Sinne der Kriegstreiber mächtig mitmischen.

Und, nein ich bin nicht Charlie Hebdo, ich bin Luisa, ich mach das was ich kann und dies ist genau gut so. Klar, meine Solidarität ist mit all denen die Kopf, Kragen und vieles mehr, zugunsten einer freien, aufgeklärten Welt riskieren. Indessen lese ich in Kommentarspalten und in denen hier thematisierten, nicht wirklich soziallen Medien, wüsste Texte die jene Grenze freier Meinungsäusserung bei weitem überschreiten. Noch erschreckender, diese Hetze findet millionenfache Verbreitung.

Ein jeder vernünftige Mensch weiss, oder sollte wissen, dass einzig mittels Dialog ein weiterfunktionieren der Gemeinschaft, global betrachtet, möglich ist und doch lässt sich die Schafherde instrumentalisieren noch und nöcher. Es dürfte klar sein wer an dieser Instrumentalisierung eindeutiges Interesse hegt und diese zu steuern weiss.

Abschliessend
Es ist einer der wenigen Artikel bei denen ich weitläufig auf Copyright scheisse. RT-Deutsch pisst mir als Person mit Transsexueller Biografie richtig eins an Bein ich wiederum bedien mich meines Webbrausers Caches zu solch schönem Bildchen, folglich gibts auch keinerlei Anlass zur Quellenangabe.

Und ja es gibt Menschen die lesen alte Bücher, ob dies nun der „Koran“ oder das „Alte Testament“ ist, sei dahingestellt, jedoch keines dieser Werke darf je als Legitimation des Verbrechens missbraucht werden.

Links nur Einer
Und wenn ich nicht jede These wirklich teile, so find ich einige Ergüsse von Jürgen Todenhöfer durchaus Teilenswürdig und dies keineswegs des unreflektierten Teiles willen.

Ergo, Jürgen Todenhöfer Webseite

Bachstollen, Kilometer 0.012

Noch bleibt unser Bachstollen eindeutig nach 7 Metern verschlammt, respektive verlehmt, doch dies sollte bei zweitem Versuch ändern.

Bachstollen Rufi

Obschon alle Anfänge viel spannende Einblicke versprachen und wir, Matti und ich, liebevoll den Einstiegsbereich abstützten war trotz Schaufel und Bickel der Lehmkegel Tendenz zunehmend.

Bachstollen Rufi

Unser Versuch, der Innenkurve folgend, den abartig klebenden, Lehm durchzulochen scheiterte mit zunehmender Kompaktheit des Versturzkegels. Wir konnten in der Folge damals, wie im Beitrag Mythus Bachstollen beschrieben, einzig die ersten, und wahrscheinlich die ältesten, 7 Meter des Bachstollens befahren.

Indes war bekannt aus alten Grubenplänen dass der Beachstollen über zwei Eingänge verfügte.

Bachstollen Rufi

Einer dieser Eingänge, bis anhin mit Felsblöcken und einer Betonmauer verstellt, führte einst vom tonnlägigen Schacht, welcher zu frühen Zeiten in maximaler Tiefe von 439m endete, ins Berginnere. Heute ist dieser, 1923 noch zur Kohleförderung benutze, Schacht bis auf ca 485m Metern verfüllt. Indessen ist uns nicht 100pro klar ob tatsächlich rund 50 Meter Material den Schacht füllen. Auch möglich dass gar irgendwo zwischendrin eine Betonplatte der Schacht stopfe.

Ergo sitzt heute, im Jahr 2015, der Schachtboden auf Kote 485 und an der Schachtseite, zwischen Betonmauer und Fels, wird ein, zunehmend verengender, Spalt sichtbar. Lange lag die Vermutung nahe dass zwischen denen Felsblöcken, quasi hinter dem Betonbau, ein Einstieg in den Bachstollenweiterverlauf möglich wäre.

Leider indes verengte sich dieser Spalt ziemlich bald auf 10cm Breite was den Einstieg verunmöglichte. Wir mussten die ersten 4 Meter den Spalt weihten, dies wiederum brachte neue Probleme. Felsen waren eher lose am Spalt anliegend, ehe wir diese a) untergraben b) anspitzten könnten, musste eine Abstützung her.

Bachstollen Rufi

Am Schachtkopf respektive am Schachtboden, der Schacht ist heute höchstens 2 Meter tief schlugen wir unsere Baustelle auf. Bewaffnet mit Jumbo-Gartenpfählen, Säge, Schaufel, Pickel und Batteriespitzmaschine machten wir uns auf ins Felsreich.

Bachstollen Rufi

Erstaunlich schnell gelang uns, mit allerlei Handarbeit, ein Vorstossen in Bachstollenregionen.

Bachstollen Rufi

Nicht wirklich ungefährliche Einblicke sollten baldig folgen. Inzwischen waren enorme Felsklötze teils ordentlich untergraben eine Abstützung wiederum war nur gegen seitliches Verrutschen möglich.

Matti wagte den Einstieg in den vermuteten Bachstollen mit leider ernüchternder Erkenntnis.

Bachstollen Rufi

Die Stollendecke wird zwar eindeutig sichtbar doch auch hier versinkt der Stollen im weiterverlauf baldig im Lehmkegel. Linksseitig im Bild wahrscheinlich der Versturz welchen wir, bei der ersten Bachstollenmission, von der Gegenseite her, trotz viel Schweiss, scheu ankratzen. Geradeausfolgend der Bachstollen welcher, ins Berginnere verlaufend, allmählich im Lehm versinkt. Ein Knochen liegt Bildmittig welcher Wahrscheinlich ein Fuchs an der Stelle deponierte. Beim Graben treffen wir auf ein, unter Steinen verklemmtes, gezacktes Flacheisen welches uns an Bärenfallen usw erinnert. Durchaus möglich dass einst in diesem Durchschlupf jemand dem Bergbaubewandertem Fuchs böses antun wollte.

Alleweil wissen wir nun ganz genau, der Bachstollen ist nach rund 6 bis 12 Meter, je nachdem von welchem Mundloch aus gemessen, unüberwindbar verfüllt.

Bachstollen Rufi

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Es gibt’s widersprüchliche Angaben über die frühe Bergbautätigkeit, wenig ist aus den Anfängen bekannt zu diesen Gruben. Letsch nennt das Jahr 1824, mir wiederum ist bei meinen Archivstreifzügen auch schon die Jahreszahl 1812 ins Auge gestochen. Der Bachstollen, soviel steht fest und ist nachvollziehbar, war die erste Kohlegrube überhaupt in Rufi, Schänis.

In einer Nässibachkurve westlich des Bachstollens auf etwa 722’628.1, 227’562.1 tritt ein scheues Köhleflözchen zu Tage. Wahrscheinlich folgte ein findiger Unternehmer auf flacherem Terrain erfolgreich diesem, rund 70 Grad fallendem, Flöz.

Als Emil Letsch 1899 die Gruben dokumentiert sind bereits etliche Stollen, ober und unterhalb des Bachstollens, getrieben worden.

Bergwerk Rufi 1899

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Der Bachstollen ist inzwischen auf eine Länge von rund 500 Meter angewachsen. Das Flöz wird wahrscheinlich ab 1890 systematisch im Firstbau gefördert. Es erscheint naheliegend dass die Stollen alle samt voll Lehm sind. Die Angetroffene Situation erinnert mich an Sonnenberger Verhältnisse.

Ob wir je ein solcher Flözstollen befahren können, mag ich je länger je mehr anzweifeln. Und auch der 200 Meter lange, zugemauerte Querschlag aus Zeiten 1942 dürfte, so nehme ich an, höchstens bis ans ehemalige abgebaute Kohleflöz fahrbar sein.

Trotzdem war diese Befahrung eine ganz spezielle Erfahrung und durchwegs als Erfolg zu werten . Insbesondere die kleine Vortriebsaktion zeigte wie schnell doch, bei günstigen Verhältnissen, ein Schlauch von rund 4 Metern gebaut ist.

Alles in allem längst nicht die letzte Geschichte, noch wartet der 1942er Querschlag in 722’598.6, 227’646.1 wie auch der Versuchstsollen in 722’637.1, 227’649.4 auf Erkundung .

Quellen
Bilder: Matti / Luisa
Grubenplan 1899: „Emil Letsch“ „Die Schweizer Molasse Kohlen östlich der Reuss 1899“

Links Vorbeiträge
23.12.2014 Mythus Bachstollen
18.12.2011 Bergwerk Rufi, Nachtrag
25.10.2011 Kohlloch Rufi
4.6.2011 Das Fledermausparadies

Züri Hochalpin

Fotografische Impressionen einer, doch eher selten, verschneiten Stadt.

Züri Hochalpin

Meinrad-Lienert-Strasse bei friedlichem Eindunkeln.

Züri Hochalpin

Wienachtsboimli Helvetiaplatz.

Züri Hochalpin

Helvetiaplatz

Züri Hochalpin

Haus zum Hypster an der Kalkbreite.

Züri Hochalpin

Der Tag danach, der letzte des Jahres 2014, und der Blick hinaus, Küchenfenster.