Monat: Mai 2017

Bergüner Würfe

Und sonstig königliche Dekrete.

Die wahrscheinlich  verbotstafelreichste Gemeinde  der  Schweiz ist um ein neues Dekret reicher.

Bergüner Verbots-Schilderwald

Das Kind nennt sich „Gesetz über Fotografierverbot“ und es verbietet ab  dem 30. Mai 2017 jegliches Fotografieren auf Bergüner Gemeindeboden.

Die Gemeindeversammlung beschloss am Tage 29. Mai des 2017, wahrscheinlich nach einer wahrhaft berauschenden Versammlung, das allfälliges Fotografieren auf Gemeindeboden zu verbieten sei. Ob dies ein Marketinggang der, mir bis anhin vorwiegend als Vorurteilsreiche Gemeinde, zu interpretieren ist, tue ich hiesig ernsthaft anzweifeln. Abgesehen davon das dies Fotografierverbot juristisch kaum durchzusetzen ist, wirkt der Beschluss alles andere als Gastfreundlich. Aber bekannt ist, all die bescheuerten Unterländer-Vorurteile müssen fleissig gefüttert werden.

Da ich doch immer wieder in der Gemeinde Bergün tätig bin und meine Arbeit letztlich auch ein Mehrwert für all die dortigen Gemeindeversammler darstellt, tue ich sowohl Hotelwahl wie auch meine offene Informationspolitik mal wieder gründlich überdenken.

Meine Tätigkeit als Planzeichnerin und Forscherin, die mit die Bergüner Bergbauvergangenheit aufarbeitet, hat bis anhin viele Stunden Fronarbeit verschlungen. Käumlich werde ich meinerseits irgendwas an Material aus meiner Feder, respektive aus meinem CAD, der Gemeinde in irgendwelcher Form zukommen lassen indessen wird solch abstruses Verbot mich nicht des Ablichtens abhalten. Bei all des königlichen Getues, die Gerichte werden hier das allfällig letzte, verbindliche Wort zu sprechen wissen.

Meine Vorgeschichten, sehr zum Missfallen des Gemeindepräsidenten Peter Nicolay, eben, auf Gemeindeboden handelnd.
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Minas del Carmen

Als Kind waren mir wie auch meinem Vater die beeindruckenden Ruinen am Fusse des Cerro del Piquete in Auge gestochen. Eines Tages, es dürfte gut und gerne 40 Jahre her sein, als Papa und ich damals noch klein Luis, die sehr kleine Fassung einer Luisa, uns aufmachten dies beeindruckende Ding zu erklimmen.

Minas del Carmen

Über den steilen Bremsberg erreichten wir, ich mag mich noch genauestens erinnern, das oberste Mundloch doch weder Geleucht noch Mut war unser eins und so blieben 40 Jahre Erinnerung an dies, mir irgendwie wage als Bleibergwerk bekanntes Gerät.

Minas del Carmen

Und, 40 Jahre danach bin ich mit Freuden an gleicher Stelle mit forschender Intention unterwegs. Diesmal im Bild, welches Matti (Bergwerke.ch) ablichtete, wieder ich am selben Bremsberg 40 und mehr Jahre  danach. Gegenwärtig weiss ich es ist ein Bleibergwerk mit zugehöriger Aufbereitung Poch- und Flotationsanlage. Auch wieder über den Bremsberg können alle Anlagenteile des Bergwerks „Minas del Carmen“ erreicht werden.

Minas del Carmen

Das Bergwerk ist oberhalb der Aufbereitungsanlage angesiedelt wobei die Aufbereitungsanlage bereits etwa 70 Höhenmeter verschlingt.

Oberhalb des Erzsammlers liegen zwei Tiefsohlen die einzig der Erzlogistik dienten und keinerlei Erzgänge anfuhren.

Minas del Carmen

Beide Sohlen sind als Fahrstrecken konzipiert welche Abwurfschächte erschlossen. Die tiefste Sohle schliesst an 2 Schächte, beide an Tag führend. Die nächsthöhere Sohle erschliesst 3 Schächte die am oberen Ende im Abbaufeld untertägig münden.

Erst ab Level Drei, etwa 200 Meter höher und deutlich nördlich der Verarbeitung, wird’s interessant. Eine wuchtige Halde kündigt, von weit her sichtbar, das eigentliche Bergwerk. Und tatsächlich am Orte der Neugierde angekommen öffnet sich eine Fahrstrecke zur näheren Erkundung. Nach knapp 100 gefühlten Metern die Abbauhalle Pfeilerbei, welche leicht steigend wie auch fallend, unsere Fahrstrecke allmählich auseinander schneidet.

Minas del Carmen

Die Hallen gewinnen drastisch an Kubik fasst schon Seemühleartig irrt man durchs Labyrinth des Abbaus.

Minas del Carmen

Neuere wie auch ältere Abbauten schneiden in wilden Durcheinander die komplexen Pfeilerhallen.

Minas del Carmen

Trotzdem ist die Struktur des Abbaus dank Fahrstrecken und Abwurfschächte einigermassen überblick bar. In abgeschiedenen Abbauzonen nächtigen grosse Kolonien Fledermäuse. Der untertägige Abbau schätze ich auf Dimensionen von ca 1200 Meter mal 100 Meter wobei die oberen Bergbauzonen auf Tage münden.

Wieder auf dem Rückweg tat ich mich mit den Aufbereitungsanlagen tiefer auseinandersetzten und deren Funktion einigermassen zu erahnen.

Minas del Carmen

In der obersten Ebene unterhalb des Sammlers wirkte ein Steinbrecher, Kreiselbrecher, was auch immer, so genau kann ich dies nicht bestimmen. Die Brecher sind Rückgebaut. Der Bremsberg endet am Brecherwerk.

Unterhalb des Brechers ist erneut ein Sammler ins  schmale Tal eingepasst. Südlich des Sammlers das robuste Gemäuer einer Wasserbeckens (Balsa).

Es gibt keine Zweifel, die nächste Verarbeitungsstufe war äusserst wässerig.

Minas del Carmen

Ich glaube die hier gemauerten Waschtröge, sollten mittels Flotationsverfahren die schweren Bleierze aussondern. Überlaufleitungen die vom Werk wegziehen, verleiten mich zu solch Annahme.

Minas del Carmen

Und im untersten Anlagenbereich waren Silos, Transformer, Kompressoren und die Lastwagenverladerampe angebracht. Das Bergwerk könnte, meiner Beurteilung nach, bis ins Jahr 1960 Blei gefördert haben. Der Zustand des Mauerwerks wie auch die wenigen Innereien legen solch Erkenntnis nahe. Im Bergwerk selbst sind Spuren des Altbergbaus um 19. Jahrhundert sichtbar. Die Schienen waren auf Holzschwellen eingepasst also eher unmodernes Rollmaterial. An vielen Orten kamen noch Körbe (Espuertas) zum Einsatz.

Ich vermute dass auch dies Bergwerk eher eine alte Tradition um die Maurenherrschaft kennt. Die letzte Bergbauperiode der Moderne dürfte indes alte Spuren ziemlich effizient vernichtet haben.

Linklistenoffensive

Momentan steh ich total auf Elektronikaproduzierende, starke Frauen. Deswegen erlebt meine hiesige Linkliste gegenwärtig eine regelrechte Erweiterungsoffensive.

Es gibt’s zu viel Gutes und noch Geileres ausserhalb des allgegenwärtigen Trump-Zirkus was weit mehr als Savewürdig ist.

Darum, immer wieder hier vorbeischauen und auch mal der einte oder andere Link auspröbeln.

Momentan neues hauptsächlich im Soundteil.

Viel Spass

Luisa

Baños de Alfaro

Eine Geschichte über die längst verschwundenen Thermalbäder von Alfaro. Es waren viele Jahre die heilenden warmen Wässerchen der Sierra Alhamilla weit bekannt. Man sagt die Römer hätten als erste Bäder auf der Sierra Alhamilla gebaut. Zwei sind noch heute überliefert. Das Thermalbad „Los Baños“ welches mit einer um 1990 gebaute Strasse zu neuem Glanz erstrahlte und das Bad „Baños de Alfaro“ welches irgendwo um 1800 bekannter weise erstmals genannt wird. Zweiterem will ich mich in diesem Texte widmen.

Wenig ist bekannt über dies wuchtige Gebäude welches um 1865 ganze 35 Zimmer beherbergt haben soll.

Baños de Alfaro

Damals, so wird berichtet, war das an der Quelle gefasste Wasser knappe 21 Grad warm und die Menge bescheidene 2 Liter die Minute. Trotzdem wuchs ein stattliches Gebäude in vollkommener Abgeschiedenheit der Wüste Tabernas. Der versierte Besucher wird diese Anlage keineswegs einfach finden, erst die moderne Kartografie machte mir dies ehemalige Juwel zugänglich.

Baños de Alfaro

Man sagt das Wasser sei lange über Aquädukte geflossen ehe dieses im Speicher rund 15 Meter oberhalb des Thermalbads landete. Im Hintergrund das noch gut erhaltene Wasserspeichergewölbe (Aljibe) in welchem das Wasser knapp 21grädig gesammelt wurde.

Baños de Alfaro

Die Innenansicht zeigt ein recht gut erhaltenes Wasserreservoir obschon das Bad und die dazugehörende Infrastruktur anfangs 20. Jahrhundert aufgegeben wurde.

Baños de Alfaro

Indessen musste das Wasser, um der Bezeichnung Thermal gerecht zu werden, erstmals in grossen Ofenanlagen  angenehme Temperaturen beheizt werden. Die Öfen sind gut erkennbar am Eingang des Thermalbadareals.

Baños de Alfaro

Ich wage zu behaupten das hinter diesen zwei Fenstern einst eine Kapelle residierte.

Baños de Alfaro

Die noch erhaltene Heiligennische könnte solch ein Indiz sein.

Das Bad von Alfaro, am Fusse des gleichnamigen Hügels, war zweifelsfrei einiges grösser als das Bad Los Baños.

Baños de Alfaro

So richtig klar wird dies bei Betrachtung des Satellitenbildes. Und auch die dazugehörige Infrastruktur mit Zufahrtsstrassen und Brücken lässt auf eine goldene Zeit schliessen. Heute jedoch ist kaum Weiteres bekannt zu diesem Bau.

Das andere Thermalbad Los Baños ist auf meiner Luisa.net-Seite ausführlich dokumentiert unter Minas Los Baños Sierra Alhamilla

Wenn eine, eine Reise tut, schon wieder

Ich war schon lange nicht mehr zu Ferien unterwegs, Grund gegeben dies ausgiebig, exzessiv nachzuholen. Einerseits wollte ich den Geburtstag meiner Mutter im heimischen Madrid feiern, anderseits sollte die Zeit noch reichen zu gemeinsamer Fahrt nach Denia, Mutters Wohnort, und drittens wollte ich mit meinen Bergbaufreuden die Tiefen Andalusischer Bergbaureviere erkunden. Also Kilometerintensive Ferien, genannte 6000.

Llanca

Doch allererst gabs nen Zwischenhalt in Llanca

Ehe die Reise nach Madrid weiterführte.

In Madrid nächtigte ich nicht unweit des Mataderos im Madrider Chinatown im Viertel Usera.

Matadero Madrid

Der, eben, in der Nachbarschaft angesiedelte ehemalige Schlachthof (Matadero) war mir ne kleine Fotoserie wert.

Nach zweitägigem Abstecher nach Denia führte mir die Strasse weiter in den Süden.

Gabo de Gata

Diesmal Zmittagessen am Gabo de Gata bei der längst vergessenen Kirche, Objekt immer wiederkehrender Besuche.

Und, nachdem nun meine Freunde per Flieger zu mir stossten, waren die Untergründe nicht weit.

Balneario Alfaro

Die Ruinen der Alfaro-Thermalbäder wussten sich über Jahre hinweg meiner Neugier zu entziehen. Diesmal, Luisa mit viel geiler Kartografie ausgestattet, gabs kein verbergen. Wir fanden das mächtige Thermalbad Baujahr 1848, im Bild der Wasserspeicher.

Nächtigen taten wir im legendären Thermalbad Los Baños am Fusse der Sierra Alhamilla. Auch diese Region weis viel Geschichte zu erzählen was mich bereits vor Jahren zur Seite Minas Los Baños Sierra Alhamilla animierte.

Cementerio Los Banos

Geschichten sind längst nicht alle Erkundet geschweige den Erzählt. Der verlassene Friedhof und deren Verbleib einiger sterblicher Überreste ist noch wie vor noch Buch der sieben Siegel. Die herumliegenden Grabsteine datieren auf die Jahre 1932.

Minas Primero de Mayo

Aber eigentlich galt unsere Hauptmission den Bergmännischen Untergründen. Im Bild, eine Hauptstrecke keine 100 Meter von unserem Nachtquartier entfernt.

Auch der kommende Tag knüpfte an vergangene Familientraditionen und so bestiegen wir  die Minas de Gador, ist auch eine Geschichte auf meiner Seite unter Bergbau, Gador und Benahadux .

Minas las Balsas

Im Bildchen das Revier Las Balsas.

Minas las Balsas

Und in guter Mitte das Haus des Meisters.

Am Tage der Arbeit war grosse Arbeit angesagt zumindest was Höhenunterschiede und Rückwärtsfahren anbetrifft.

Minas del Carmen

Zu Gast waren wir im steilen Blei-Bergwerk Mina del Carmen bei El Marachal de Enix. Im Bild die Aufbereitungsanlage ehe uns die Stollenwerke lockten.

Minas del Carmen

Unterirdisch ist dies Bergwerk locker in die Grössen-Liga Seemühle einzuordnen.

Nächster Tag, ein Riesenrevier, war auch mal Thema auf meiner Seite unter Goldminen Rodalquilar

Also, wie genannt, Gold in rauen Mengen aber, leider, in noch raueren Mengen Stein gebunden.

Mina Maria Josefa

Im Bild Maria Josefa obere Sohlen.

Mina Maria Josefa

Und die schöne Landschaft mit, zu Füssen gelegener, Aufbereitung.

Mina las Ninas

Auch zur Gruppe Rodalquilar gehörend, Mina las Niñas

Mina Primero de Mayo

Doch wie üblich bei unseren Ausflügen war auch diesmal etwas Handarbeit gefragt. Im Bild die Stollenöffnung einer Hauptstrecke gehörend zur Gruppe Primero de Mayo nahe unserer Unterkunft in Los Baños.

Mina Felisa

Und, weils so schön war, Mina Felisa in der Sierra Alhamilla.

Und ich mich versah, waren die Ferien durch.

Llanca

Also nochmals eine Nacht in Llanca und ab nach Zürich.

Allen Beteiligten es grosses Dankeschön. An dieser Stelle nen grossen Musiker zitierend „Ihr ward Geil“.

Und, die Geschichten tue ich sicher noch weiter ausarbeiten.