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Archiv des Monats April 2018

Goldene Sonnen und sonstige thermografische Spielereien

am 15. April 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein herrlicher Samstag, und fast schon jährliche Tradition, führte mich in Relikte früherer Goldfieber- Hotspots. Diesmal mit begleitend Sandra, bekannt aus langer Freundschaft. Wie so oft bei Luisischen Ergüssen, ist auch dieser Artikel reichlich bespickt mit viel Bildmaterial.

Goldene Sonne

Der Aufstieg am Südhang des Felsberger Calandas zeigte sich stellenweise recht beschwerlich. Unser Erstziel waren die, historisch als minimal ergiebig überlieferten, Gruben „Fliden“.

Goldene Sonne

Zeitweilig machten sich hartgefrorene Lawinenkegel die, etwas Mühsam, überklettert werden mussten, auf unserem Weg breit.

Noch gegenwärtig ist das Gold- und vor allem das Kristallfieber, in der Gegend um Felsberg, Epidemienartig allgegenwärtig.

Goldene Sonne

Die, gemäss Gemeindeverordnung, illegalen Pochplätze unterhalb die obere Fliden-Grube wachen, so schien es mir, alle Jahre, munter vor sich hin. Bei unserem Ausflug indes sind uns keine fleissigen Knappen begegnet.

Goldene Sonne

Mundloch oben ist nicht einfach zu finden und so bin ich alle Jahre wieder, mit Gästen unterwegs, etwas ob meiner Fährtenlesekompetenz verunsichert. Nichts desto trotz, auch mit Sandra, traf ichs Mundloch der Goldgrube auf die Erste.

Da mich, auf meinen Wanderungen, stets mein Themografiefähiges Streichelfon begleitet und  die die Erkenntnisse des Vorbeitrags „Thermische Wetter“ nicht restlos beweisbar erschienen war passende Gelegenheit zu einer Thermografischen Fotografie des gleichen Stolleneingangs. Nach wie vor interessiert ob ein Luftzug mittels Thermografie eindeutig ausmachbar ist.

Goldene Sonne

Klar, die Stollenmitte ist eindeutig kälter. Klar ist auch, mein Standort beim Knipsen entspricht nicht dem oberen Bild. Irgendwie sind viele heisse Äste in Kameras Blickfeld. Obwohl ich weiss dass die Grube eine zweite Öffnung, rund 10 Meter höher, führt, ist ein Luftzug, zumindest gefühlt, nicht ausmachbar. Es müsste gekühlte Luft, die von oben eingesogen wird, an abgelichteter Stelle austreten.

In der Grube verfolgte ich die mir bekannten Luftwege.

Goldene Sonne

Im Bild, diesmal Untertage, die Tagführende schmale Spalte welche des Quarzes beraubt wurde.

Goldene Sonne

Die Thermografie scheint aus meinem Verständnis heraus nur minder zuverlässig trotzdem leuchten schmale Felsspickel, die eindeutig im, nicht fühlbarem, Luftzug liegen, leicht erhitzt.

Goldene Sonne

Mit solch freudiger Erkenntnis wagte ich mich an die Verbruchstelle der alten Hauptstrecke. Im Hintergrund sichtbar der Versturzkegel welcher die alte und damals einzige Hauptstrecke unpassierbar verfüllt.

Goldene Sonne

Die Thermografie ist da leider, obschon ich deutlich näher an den Versturz trete,  kaum aussagekräftig. Fest steht, der Verbruch ist einige Meter lang und gefühlt absolut dicht. Im Bild ist die weiche Erdmasse etwas dünkler aber kaum kälter als der feste Stollenfels links und rechts im Bild.

Doch abgesehen ausgefallener Thermografiespielchen war ich auch zur näherer Erkundung des Werkes unterwegs. Während Sandra, meine Begleiterin, überzeugt vom Goldsegen, alle herumliegenden Steine minutiös nach möglichem Edelmetall untersuchte, blieb mir genügend Zeit um Neues auszukundschaften.

Goldene Sonne

Eines meiner Fetische ist der mysteriöse Schacht mit deren Holzeinbauten. Niemand weiss über dessen Tiefe näheres. Interessant ist deren saubere  Ausarbeitung mit Holzverstrebten Versatzpackungen.

Goldene Sonne

Die ehemaligen Holzstreben sind ausgelegt  fürs schwere Gestein. Auf der Schachtgegenseite scheint einst eine Bühne gestanden haben. Beide Schachtstirnseiten mit dessen Einbauten wecken in mir die Hoffnung eines heute verstürzten tieferen Systems. Im Schacht liegt heute ziemlich viel Steinzeugs welches den Zugang zum Schachtboden, in unbekannter Tiefe, versperrt. Eindeutige Erkenntnisse indes sind nur möglich mittels Ausräumung des Schachtes, was, in schwierigem Bündner Ländle, einzig mit tausendfacher Bewilligung, möglich ist.

Also liess ich ab von irgendwelcher Muskelarbeit und bekannte mich stattdessen zum gekonnten Bild.

Goldene Sonne

Und dies wie üblich wieder mit altbekanntem Lampenversenken.

Goldene Sonne

Auch so, immer wieder faszinierend, die Sicht aus dem Stollen heraus aufs zu Füssen liegende Domat Ems.

Trotz des äusserst Fotogenen Werkes  gabs noch weitere Gruben die ich meiner Begleitung keineswegs vorenthalten wollte.

Nicht weit unterhalb findet sich ein Weiteres, nicht minder interessantes Grubenwerk mit Flurnamen „Tschengels“

Goldene Sonne

Diese Grube besteht aus einem Stollen welcher sich mittig gabelt und ohne merkliche Anzeichen eines Abbaus ins Berginnere, als Doppelstollen, weiterführt. Die Grube kennt nur einen Eingang und keinerlei weitere Öffnungen also keinerlei Luftzug irgendwo hin. Trotzdem war auch hier nen kleines Thermobildchen, zum Vergleich, fast schon Pflichtprogramm.

Goldene Sonne

Zum Stollen heraus fliesst ein Bach mit kaltem Wasser heraus. Die interessante Textur um das Mundloch herum gründet auf eine dichte und unterschiedlich warme Blätterschicht um die Felsöffnung herum.

Goldene Sonne

Im Stollen liegt reichlich Wasser und fröhlich herum trollende Frösche.

Kurzum die Werke der Goldenen Sonne locken mich immer wieder zu neuer Erkundung. Zuviel blieb in der Geschichte dieser, kaum effizienten Goldbergwerke, unbekannt. Mich beschäftigten die Gruben etliche Artikel lang, teil meiner Sammlung hier mal gelistet:
Goldene Sonne oder, der Glaube versetzt Berge
Goldene Sonne, wahrscheinlich die Abschlussgeschichte
Goldene Sonne Part II
Goldene Sonne

Thermische Wetter

am 03. April 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Da war ich neulich, eigentlich des Vermessens willen, in Seemühlischer Höhen und dies bei mässig warmer Witterung. Zwar schien allmählich der Frühling zu erwachen doch die Kälte liess nicht ab.

Die Diskussion ob verschüttete Stollenmünder mittels Wärmebildkamera sichtbar würden, war nicht zu Ende gefochten und die Bedingungen fürs Wärmebildexperiment, diesmal mit eindeutigen Stollenzugängen und bekanntem Thermikverlauf, ideal.

Mundloch Seemühle

Der unterste Zugang, Feld 1, müsste so rein aus meinem Verständnis heraus, kalte Umgebungsluft, in den etwas wärmeren Berg einsaugen. Da in meinem Streichelhandy des Typs Cat 60 eine Wärmebildkamera der Marke FLIR verbaut ist, mussten einige Bilder geknipst werden.

Mundloch Seemühle

Im Wärmebild sind tatsächlich kalte Zonen ums Mundloch herum sichtbar. Auch die Sträucher erscheinen sichtlich gekühlt wobei meine Interpretation hier doch sehr frei gestaltet wirkt. Die Sonne beginnt, noch ganz zaghaft, erste grössere Flächen aufzuheizen wie etwa die Verbotstafel am Gitter. Trotzdem ist diese Aufnahme nicht eindeutig interpretierbar.

Walensee

Noch ist früher Nachmittag, ca 13:00 Uhr, und etwas Aprilhafte Meteobewegung macht sich am Himmel breit. Aussenrum führt uns der Weg direkt in unser Vermessungsgebiet Feld 3 des Seemühlewerkes.

Am späten Nachmittag, nach reichlich Vermessarbeit, es dürfte um 16:00 Uhr das Glöcklein gehämmert haben, suchte ich die obere Bergwerksöffnung Feld 1 auf.

Mundloch Seemühle

Diesmal jedoch wirkt der Warme Luftzug im Foto. Warme Luft strömt aus dem, abwärts verlaufendem Stollenbau, förmlich glühend, aus der Wandöffnung. In Tat und Wahrheit ist die Temperaturdifferenz Warm zu Kalt knappe 5.2 Grad. Der Luftstrom ist gebündelt und rauscht, ohne merklich die Umgebung zu erwärmen, in den kalten Frühlingstag. In dieser Situation ist das Mundloch eindeutig Wärmebildtechnisch ausmachbar wobei auch meine Augen eindeutig eine, 1.5 m mal 1 m, Öffnung in der Wand erkennen.  Auch könnte solch eindeutiger Luftstrom sich durch äusserst schmale Spalten drücken.

Der Weg der Luft in der Seemühle

Die Luft, auf meinem Plan als pinke Linie visualisiert, hat reichlich Zeit, respektive Weg um sich zu erhitzen und, knapp 80 Meter oberhalb, aus der Öffnung zu drücken. Ob dies auch in kleineren Bergwerken funktioniert müsste der Praxistest zeigen. Alleweil ist das Handy  Cat 60 mit entsprechend grosser Speicherkarte , 256 Gb, nen feines Teil. Einzig nervig, die Soundplayer, für mich absolut Lebensnotwendig, laufen scheisse instabil aber vielleicht kann ich dies Problem auch mal irgendwie fixen.