Monat: April 2025

Die Staumauer und die Bergwerke

Die Staumauer Isabel II oberhalb des Ortes Nijar war mir bereits am 4. September 2011 ein Beitrag Wert, dieser zu finden im Blog auf Die Staumauer die nie Wasser stauen wollte . Damals stellte ich rudimentär die Geschichte dieses, 1850 eingeweihtes Bauwerk zusammen. Bis heute ist der Stausee trocken geblieben so blieb auch die wuchtige Mauer bis Heute ohne nennenswerte Funktion.

Pantano Isabel II

Die Mauer schliesst an ein langes Kanalnetz welches ein Hauptkanal und ein Sickerwasserkanal umfasst. Beide Kanalsysteme blieben die letzten 175 Jahre mehrheitlich trocken.

Pantano Isabel II

Beide Kanäle lassen sich zu Fuss bis an deren Endpunkte bewandern. Ich war diesmal nicht in solch sportlicher Laune zumal mich vorwiegend die Bergwerke interessierten.

Pantano Isabel II

Auch die Überlaufkanäle sahen über Jahrzente kaum Wasser. Nichts desto trotz blieb die Anlage, trotz der langen Aufgabe-Zeit, in beachtlich gutem Zustand.

Pantano Isabel II

Auch das Verwaltungsgebäude steht noch immer.

Pantano Isabel II

Zwar etwas ramponiert doch noch immer sind beide Etagen zu erkennen. Die Annahme das dieses Gebäude, im Gegensatz zur Staumauer, weit ins 20. Jahrhundert noch genutzt wurde scheint naheliegend denn nicht unweit finden sich Bleiglanzbergwerke die geschätzt bis etwa 1920 in Betrieb waren. Das Verwalterhaus könnte in letzter Epoche als Knappenhaus gedient haben.

Pantano Isabel II

Die zahlreichen Gruben liegen in greifbarer 200-Meter Nähe.

Alle Bleiglanzgruben sind über Zahlreiche Förderschächte erschlossen.

Pantano Isabel II

Einer dieser Förderschächte ist in mitten des Haspelgebäudes platziert.

Die steilen Abbaugesenke wiederum können per Fahrstollen erreicht werden.

Minas Pantano Isabel II

Gut verborgenes Mundloch Fahrstrecke zum Abbaugesenk.

Minas Pantano Isabel II

Die ans Gesenk anschliessenden Zwischenstrecken sind in knappem Querschnitt gehalten und eher beschwerlich zu befahren.

Minas Pantano Isabel II

An die Zwischenstreckenenden schliessend liegen zugemüllte Schächte an. Im Illustrierten Schachtboden fanden wir, zwischen Felsbrocken, die Knochenreste eines Esels.

Minas Pantano Isabel II

Ein kleiner Plan (gross machen, anklicken), aus meinem Gedächtnis heraus gezeichnet, gibt eines dieser steilen Gesenke wieder. Die Grubennummer 371 basiert auf die Vorkommen-Nummerierung des aktuellen (1984/85) Rohstoffinventars Almeria / Garrucha.

Die Bleifabrik

Na wenn eine, eine Reise tut und ich war wieder mal in Almeria um Industrierelikte aufzusammeln. Eine dieser Sehenswürdigkeit liegt im nördlichen Teil der Sierra de Gador und amtete, bis Ende 19. Jahrhundert, als Blei-Abbau und Schmelzwerk. Die Besonderheit, das grosse neuere Schmelzwerk ist noch grösstenteils erhalten und auch die zahlreichen kleineren Bleiglanzgruben lassen sich, eher unbequem, bekriechen. In diesem Sinne hier eine kleinere Fotostrecke zumal die historischen Zusammenhänge kaum überliefert sind.

Das neue Schmelzwerk im Ort «La Barriada de Alcora» ist noch heute in gutem Zustand und auf dem Luftbild eindeutig erkennbar.

Fundicion La Barriada de Alcora

Die einzelnen Anlageteile, Baujahr ca Mitte 19. Jahrhundert sind plausibel zuordnungsbar.

Fundicion La Barriada de Alcora

Auf der Erzvorbereitungsfläche steht eine, erstaunlicherweise, noch nicht geklaute Steinmühle.

Als Eigenart gilt indessen die gut erhaltene Ofenanlage mit all den anliegenden Betriebsbauten.

Fundicion La Barriada de Alcora

Doppelschmelzofenanlage

Fundicion La Barriada de Alcora

Hinter den Öfen steht der Kamin des einstigen zentralen Kesselhauses der Dampfmaschinen.

Fundicion La Barriada de Alcora

Lagerhaus der Schmelze.

Fundicion La Barriada de Alcora

Bescheidene Küche des Arbeiterhauses.

Im Gebäude an die Strasse angrenzend, damals vermutet Wohnen Kader, ist aktuell ein Bed and Breakfast untergebracht.

Schmelze Buenavista

Die zweite Schmelze am Gipfel des Hügels Buenavista (799 müm) ist leider deutlich ramponierter.

Fundicion Buenavista

Diese einzelne Schmelzanlage verfügt über ein Kondensationskanal und ein eingestürzter Kamin auf der Gipfelspitze. Der Schmelzofen selbst ist verbrochen einzig etwas Schlackenmaterial liegt um den Ofenstandort herum verstreut.

Bleiglanz-Gruben

Die Schmelzwerke verfügten über ein rund 2 Quadratkilometer grosses Bleiglanz-Einzugsgebiet.

Minas Loma de la Balsilla

Zumeist in kleineren Gruben bauten die Knappen, in engen Stollen, das benötigte Rohmaterial ab.

Minas Loma de la Balsilla

Die steilen Erzgänge wurden zumeist mit Schächten angefahren und mittels Handhaspel gefördert. Im Bild Gebäude mit mittig liegendem, sehr tiefem, Schachtbau.

Minas Loma de la Balsilla

Manche dieser Tiefbauten können zusätzlich über Stollen oder Gesenke befahren werden.

Minas Loma de la Balsilla

Auf meiner kleinen Karte sind einzig die besuchten Gruben und die dazugehörigen Schmelzen abgebildet. Insbesondere in Südwestrichtung finden sich weitere zahlreiche Gruben verschiedenster Grösse.