Als wir neulich den Bundeskasperlis ins historisch vergangene, tief Vergrabene folgen blieben reichlich Fragen offen. Die Neugierde war keineswegs befriedigt und die Panzertüre in südwestlicher Kilometerdistanz leider immer noch fest im Riegel.

Eine tiefgründige Recherche mit etwas Feldforschung schien längst überfällig. Ein Ausflug im Zwecke weiterer Erkundung folgte Zeitnah. Inzwischen bekannt, die Anlage oberhalb Bolligen, ehemals Sandsteinbruch, wie K3, war massgeblich beteiligt am Bau des Bundes-Kaspeli-Hauses in Bern. Im Stockeren-Hügel wurde seit einigen Jahrhunderten Sandstein gebrochen. Wann genau erste Abbauten begannen ist indes nicht weiter bekannt. So wie am Harnischhuet begannen erste Arbeiten auftage. Erst in tiefen Lagen zeigten die Sandsteine eine zunehmende Qualität was letztlich zum Untertagebau führte.

Riesige Einschnitte zeugen von grosser Abbautätigkeit. Auffällig die gemauerte Terrassierung im Einschnitt.

Auch der nördliche Einschnitt, rechts neben der Panzertüre, zeigt solch eine nicht restlos erklärbare Terrassierung.

An einem der Schlitze zieht ein Beton-Kamin am Felsen entlang in die Höhe. Alles bei Tageslicht betrachtet öffnet neue Perspektiven. Bin anno Dato Ausflug hatte ich noch keinerlei Ahnung über den Anlagenzweck. Klar war, militärischer Nutzen und in etwa Zeitgleich mit dem Bundesratsbunker entstanden. Die Panzertüre ist baugleich derer im K3.
Am südlichen Steinbruch-Haupteingang wird der volle Umfang der Anlage richtig klar.

Die künstliche Felswand erreicht Höhen von geschätzten 80 Metern. Oberhalb des Tores prangt ein gemeisseltes Emblem welches nochmalig die militärische Bedeutung der Anlage herausstreicht.

Soldatenkopf wie auch Schweizer Wappen lassen keine Zweifel offen, hier taten Armeestrategen die Untergründe richtig fett ausbauen.
Auch in der näheren Umgebung, namentlich an der Zufahrtstrasse, finden sich vielsagende Militärrelikte.

Eine Türe im Waldboden lockte unsere Neugierde und, zu unserer Freude, die Türe war unverschlossen.

Die Türe öffnet ein Beobachterstand mit 3 Gewehrscharten.
Mit diesen doch recht eindeutigen Impressionen war eine weitere Desktoprecherche leichtes Spiel. Infolge war dies Mysterium schnell geknackt und weitere Informationen lokalisiert.
Zweierlei Adressen brachten meine Forschungstätigkeit weiter,
Einerseits besteht ein DRS-Aktuell-Betrag vom 13.03.2003 mit Namen „Ehemaliges Bundes-Tanklager hat ausgedient„.
Anderseits fand ich eine private Webseite, Stand 2004, genannte „Virtuelles Museum der Toten Orte“ die mich weiter Informierte zum Bundestanklager Stockeren.
Aus vorhandenem Grubenplan und meinen Beobachtungen war es mir möglich eine einigermassen Massstabsgetreue Zeichnung aufzubauen.

Die Unterfels-Tank-Anlage Stockeren besteht aus zwei Hauptkavernen die über zwei Haupteingänge erschlossen sind.
Im Norden liegt das Tanklager Stockeren I, ehemals eine Kaverne über ein Zugang im Einschnitt erschlossen. Dieses Lager umfasste 14 Stahltanks die im 2003 alle ausgebaut wurden.
Das Tanklager Stockeren II liegt im Süden in der Hauptsteinbruchanlage. Eine ehemals über vier Eingänge erschlossene Kaverne beherbergte die 17, heute auch rückgebauten, Stahltanks.
Die Steinbruch-Kavernenzugänge sind im Zuge des Baus des Bundestanklagers, so um 1941, mittels Betonriegel verschlossen worden. Vor den Betonriegeln entstand ein komplexes Netz an Erschliessungsstollen die auch beide Tanklager verbanden. Soweit ich dies Beurteilen kann, ist ein Grossteil dieser Stollen im Tagebauverfahren entstanden. Eine mächtige Abraumüberdeckung schützte die Versorgungsbauten. Dies erklärt die Terrassierung in verschiedenen Steinbruchzonen.
Unsere damals erkundete Türe führte folglich in das Treibstoff-Tanklager Stockeren I. Indes ist mir nicht restlos erschlossen wieso der Zugangsstollen Stockeren I Bergmännisch erstellt wurde dies obschon nebenan der Einschnitt mit Terrassierung genügend Bombenschutz gewährt hätte.
Auch der Lüftungskamin ist nicht restlos erklärt. Auf meiner Planvorlage, Quelle vimudeap, ist dazu nichts vermerkt.
Da ich nun mehr zum regionalem Sachverhalt kenne war auch en Update meiner QGIS-Zeichnung überfällig.

Nochmals Ausschnitt Harnischhuet, im Südwesten das Bundestanklager welches, soweit ich dies beurteilen kann, zeitgleich mit dem Bundesratsbunker K3 entstanden ist. Im geheimen Bundestanklager lagerten bis in die 1990ern Treibstoffe für die Landesverteidigung.
Quelle Grubenplanbasis vimudeap













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