Wiedererwarten gestaltet sich die Geschichte doch etwas Bildintensiver als anfänglich geglaubt darum hier ein zweiter Teil.
Miniera Valvassera
Im beschaulichem Seitental des Val Ganna liegt eine umfangreiche Minenanlage der Bleiproduktion. Diese immer wieder modernisierte Anlage war über einen beachtlichen Zeitraum in Betrieb folglich war ein kilometerlanges Stollennetz zu erwarten.
Der Ursprung des Bergwerks, Römisch oder gar Keltisch, könnte im mächtigen Abbauschlitz liegen.
Unterhalb des Abbauschlitzes fuhren rund 20 Strecken den vertikalen Erzgang auf verschiedenen Höhen an.
Von diesem verzweigten Stollensystem ist heute leider wenig erhalten trotzdem gibt’s ein reiches Sammelsurium an verschiedensten Installationen zu bestaunen.
Insbesondere die Epoche des beginnenden 20. Jahrhunderts hinterliess einige Bauten auf der Talhöhe.
Nahe der oberen Stollen sind noch zahlreiche Bauten zu bestaunen. Im Bild rechts ein Probierofen und links ein Wasserkanal möglicherweise für ein Wasserrad.
Mundloch 655 müm zu einer Hauptförderstrecke um ca. 1910.
Im Abbau ersichtlich der Vertikale Abbau welcher unterbrochen durch enge Durchschlüpfe etwa 10 Meter Höhe aufweist.
Schächte verbinden weitere unterhalb und oberhalb liegende Strecken.
Das höchstgelegene Mundloch liegt auf ca 700 müm. Der tiefste Stollen des Erzgangaufschlusses stammt aus den 1950ern und misst eine Höhe von 588 müm.
Auf der Höhe des um 1950 gebauten Stollens liegt die moderne Erzwaschanlage, heute kaum erreichbar, verwachsen im Brombeer-Dschungel.
Noch unter Spannung steht die wuchtige Trafostation welche die Aufbereitungsanlage und sonstige Bergwerksbetriebe einst mit Energie versorgte.
Im Talboden des Val Ganna neben der ehemaligen Bahnlinie Varese – Ponte Tresa steht noch das zerfallende, zweistöckige Knappenhaus der Bergbaugesellschaft Miniera Valvassera.
Auch zu diesem Bergbauort ist wenig überliefert. Insbesondere deren Ursprünge sind nur wage erforscht. Anhand gemachter Funde ist Römischer, oder gar Keltischer Ursprung denkbar. In den 1950ern wird die neue, für die damalige Zeit moderne Aufbereitungsanlage installiert. 1966 wird der Bergwerksbetrieb mangels Rendite eingestellt.
Der Übersichtlichkeit willen kleines Plänchen mit Kartenwerk von 1958, respektive links älter.
Gelb visualisiert der Erzgang welcher an verschiedenen Stellen angefahren wurde zuletzt auf einer Höhe von rund 520 müm. Der linke Kartenausschnitt zeigt die alten Installationen und Auftagebauten des Betriebs bis etwa 1940.
Sie scheinen legendär zu sein, die rede hier, von ominösen Flachlandwocheneden ganz im Zeichen des Bergbaus. Ob nun Flachland hier die richtige Bezeichnung sei, liegt im Sinne des Kartenbetrachters. Das diesjährige Flachlandwochenende führte uns nach Ganna und Umgebung ein kleiner Ort in mitten einer imposanten Berglandschaft zwischen Ponte Tresa und Varese. Trotzdem, die Höhen waren beschaulich was den Titel Flachlandwochenende durchaus berechtigt.
Trotz einigen Fahrkilometern der Ausflug lohnte und die Bergbaurelikte lockten mit spektakulären Anlagen.
Und so nebenbei, bei prächtig südländischer Landschaft sind uns reiche Lostplaces über den Weg gewandert die, auch so, einer weiterer Erkundung bedurften.
Standorte, wie üblich im QGIS-Plänchen.
Antro delle Gallerie
Ein scheinbar kleines Bergwerk hat im Innern richtig was zu bieten.
Mundloch Hauptstrecke
Eine ca. 100 m lange Hauptstrecke führt an diversen Abzweigern, Vertikal wie Horizontal, vorbei. Die Abzweiger bilden ein unübersichtliches, weit verzweigtes Netz an Stollen, die in allen Richtungen verlaufen und verschiedenste Bodenschätze anfuhren.
Es liegen kurze Schächte offen die weitere tiefere Strecken erschliessen.
Grössere Abbaulinsen sind kunstvoll bis Decke versetzt.
Über die Bodenschätze wie auch über die Geschichte des Bergwerks herrscht etwas Unklarheit. Dem heutigen Betrachter eröffnen sich keine abbauwürdigen Reichtümer. Die Annahme wonach dies immer so war und dies Bergwerk nie die grossen Erträge hervorbrachte scheint naheliegend.
Genannt wird als primäre Rohstoffe, Siderit, Bleiglanz oder auch Galenit. Es solle einst um 1500 eine Konzession auf Gold und Silber auf dies Bergwerk, erteilt worden sein. Der Sandstein, welcher im Berginnern allgegenwärtig ist, fand teilweise Verwendung in Regionalen Glasmanufakturen. Auch übers Alter der Anlage gibt’s reichlich Uneinigkeit. Es wird berichtet von römischen Ursprungs doch schlüssige Dokumentation fehlt. Die Römer betrieben an verschiedenen Standorten in genannter Umgebung Blei-Bergbau.
Die Stollen zeugen indes von verschiedenen Bergbauepochen unter Einsatz verschiedenster Fördertechniken. Da die Stollen mehrheitlich den Sandstein durchqueren sind vorwiegend Schrämspuren zu beobachten. Mitte des 19. Jahrhunderts endete die, immer wieder unterbrochene, Bergbautätigkeit. Es gibt somit auch keine Anzeigen für Grossindustrielle Förderung.
Steinbrüche von Viggiù
Im beschaulichen Ort Viggiù liegen umfangreiche Untertagesteinbrüche.
Der von mir geklaute Plan, weisst einige Unstimmigkeiten auf. Einerseits passt die Nordausrichtung des Grubenplans nicht so richtig zu den bekannten Mundlöchern anderseits stimmen, meiner Meinung nach, die Verknüpfungen der Steinbrüche 1 bis 4 nicht so richtig. Nichts desto trotz eine Übersicht mag das Planwerk zu vermitteln.
Die Eingangseinschnitte sind mit Trockenmauerwerk ausgebaut. Viel Moss zeugt von langer Aufgabe der oberen Stolleneingänge.
Die interessante Schicht ist etwa 10 bis 20m stark und verläuft etwa 30 Grad ins Berginnere.
Bei so viel Licht durfte am diesjährigen Flachlandwochenende die Taschenlampen-Tauchaktion nicht fehlen. Wasser in schmucken Seen gabs immer wieder.
Der unterste Steinbruch, Nummer 4 auf dem Plan, ist neueren Datums. Es finden sich allerlei Artefakte aus beginnendem 21. Jahrhundert.
Moderne Technik schnitt in dieser Zone grosse Blöcke aus dem Fels.
So liegt noch heute die Drahtseil-Steinsäge verstreut im Untertagebau herum.
Auch über dies umfangreiche Untertagewerk gibt’s historische Unklarheiten. Möglicherweise ist dies Untertagewerk seit der Spätantike bekannt. Im 12. Jahrhundert stammen Steinmetze von Bruderschaft der Comacini-Meister hauptsächlich aus Viggiù.
Zahlreiche Villen in der näherem Umgebung sind mit Elementen verziert die aus den Steinbrüchen von Viggiù stammen.
Neueste Kommentare