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Das Geheimnis der zwei Fragezeichen

Die Gottschalkenberg Molassekohle Fortsetzungsgeschichte
Die Erstgeschiche genannt hier im Blog  Gottschalkenberg

Klar, ich war wieder mal am Aufspüren verborgener Molassekohlestollen im Gottschalkenberg. Diesmal mit Stollenerkunderin Marlene konnte faktisch nichts mehr schief gehen. Und da auch über Tage hinweg kein Regen fiel, beschlossen wir zur Einstimmung erstmals die Fragezeichen auf meinem Grubenplan von Anno 13.11.2010 zu beseitigen.

Hiesig die Aufgabenstellung das Erkunden der unteren Ebene des Bergwerks im Wurf, nach Hansjürg Keller der Stollen Nummer 1. Erstmalig jedoch musste ich den Stolleneingang in der hohen Waldwiese wieder finden welcher, von Jahr zu Jahr, kleiner zu werden schien. Nachdem wir doch noch das Mundloch fanden schritten wir erstmals den oberen Stollen ab. In diesem zuhinterst fand sich eine Fledermaus im Tief-Schlaf-Delirium welche wir nicht zum Schlafmodus heraus werfen wollten, folglich verzichtete ich auf mein obligates Fotoblitzgewitter. Und so war den nach kurzer Biologieeinlage nun doch der mühsame Abstieg ins untere Werk unser.

In der unteren Ebene findet sich tatsächlich noch die Zimmerung von Anno Domini, man sagt die Jahre 1940 als noch von Menschen getriebene Schienenwägelchen den Gang vorwärts und Rückwärts gondelten. Folglich, nach rund 50 Meter gebücktes hinunter kriechen durch den schmalen Abbauschlitz, 40 Grad Neigung, erreichten wir wieder luxuriöse Stollenhöhen von 180 bis 200 Zentimeter.

Interessant hierbei, entgegen meiner Vermutung ist auch auf dieser Höhenebene nicht Schluss. Wieder findet sich ein Abbauschlitz, wie gewohnt mit Versatz teilweise gefühlt, welcher wieder eine Ebene tiefer führt.

Ich glaubte beim Heruterleuchten mit meiner LED-Leuchte ein Quergang entdeckt zu haben. Des weiteren wäre auch hier naheliegend das dieser Abbauschlitz von unten her erschlossen war um möglichst  effizient die Molassekohle abzubauen und herauszufördern.  Auch in der unteren von uns besuchten Ebene ist das Molassekohle Flöz kaum breiter als 10 cm. Diesem Flöz war von Stollenebene zu Stollenebene gefolgt worden was die engen, teils mit Versatz ausgestopften, Verbindungswege erklärt.

Any, um hier mich einer bestehenden Nummerierung (Hansjürg Keller) zu bedienen wird der unterste Stollen als Wurf 1 bezeichnet während alle höher liegenden Stollen folglich fortlaufend nummeriert sind. So wage ich entgegen meiner Informationen zu behaupten dass das noch offene Mundloch zum Wurf 3 gehört. Im Wurf 2 findet sich die von mir dokumentierte Zimmerung womit durch den noch offenen Abbauschlitz der Zugang zum Hauptstollen Wurf 1, welcher nahe der Strasse und des Mülibachs früher zugänglich war, möglich sein sollte.

Behaupten tue ich sowohl das Mundloch von Wurf 1 wie auch jenes von Wurf 2 sind verstürzt sind. Einzig das Mundloch Wurf 3 ist offen und folglich begehbar. Die Verbindung Wurf 2, der mit der Zimmerung, und der unbekannte Stollen Wurf 1 schien uns den doch zu Eng um durchzukriechen womit auch diesmalig nicht restlos dies Bergwerk erkundet sei.
Naja, der Sommer kommt bestimmt und so bleibt auch jetzt noch bis zur Stunde etwas spekulatives an meinen Aufzeichnungen.

Aufzeichnungen, des Verständnis willen packte ich die gesammelten Erkenntnisse in eine Karte so war wir in etwa der Verlauf der Stollen rückverfolgbar. Grubenplan gross machen, Grubenplan anklicken.

Hier noch nachliefernd den Grubenplan ohne Fragezeichen, wie gehabt, Grubenplan gross machen, Grubenplan anklicken.

Zurück zum Sonntagsspaziergang mit Marlene
Alle uns bekannten Mundlöcher versuchten wir Minutiös wieder aufzuspüren. Hierbei führte uns der Spaziergang zwangsläufig  an den Eingang Grube im Greit 6 jener Stollen welcher dank herumnervender Spinnen bereits gebührende Erwähnung in meinem Artikel Gottschalkenberg fand.

Und dank Marlene war der letzte noch existierende Stollen auf der Sparenweid gefunden worden.

Mundloch Sparenweid

Dies Mundloch, eindeutig das grösste aller Dreien, sah nach oberflächlicher Betrachtung durchaus Begehbar aus. Zwar liegt ein grosser Felsblock im Eingangsbereicht hinter der Zimmerung doch dies Hindernis sollte umgehbar sein. Trotzdem beschlossen wir zugunsten der Eissäulen die den Stolleneingang versperrten auf eine Begehung zu verzichten.

Das Mundloch Sparenweid findet sich auf den Swissgrind Koordinaten  692545 / 224149 in Höhe 1007 Meter.

Naja, nach solch ausgedehntem Sonntagsspaziergang, mein GPS berichtet von rund 10 Kilometer Wanderstrecke war ich den aussergewöhnlich müde für einen Sonntag.

Die Links, meine
Gottschalkenberg

Fremde
Hansjürg Kellers Bergwerksseite
Hoherone von Hansjürg Keller
Kohlebergwerk am Griet (PDF) von Katja Hürlimann
Der Bergknappe “Die Molassekohlengruben Greit und Wurf am
Gottschalkenberg” (PDF) von HJ Keller

7 Kommentare zu “Das Geheimnis der zwei Fragezeichen”

  1. norbert sagt:

    was zum teufel ist molassekohle…….

  2. norbert sagt:

    a) Kohlengas

    Durch die Entgasung von Steinkohlen, Braunkohlen, Molassekohlen, Torf oder Holz wurde in der Schweiz im Zeitraum 1843 bis etwa 1969 Gas für die öffentlichen Gasversorgungen gewonnen. Das entgasungsfähige Material wird unter Luftabschluss grosser Hitze ausgesetzt und das so gewonnene brennbare Gas nach der Reinigung den Verbrauchern zugeführt.

    Für diesen Gastyp waren die anwendungsspezifischen Bezeichnungen wie Leuchtgas, Kochgas oder Stadtgas sowie die herkunftsspezifischen Bezeichnungen wie Steinkohlengas,Kohlengas oder Holzgas gebräuchlich. Die minderwertigen Entgasungsmaterialien wie Braunkohle, Molassekohle,Torf oder Holz hatten ausschliesslich in Notzeiten ihre Bedeutung.

    Bei der Kohlenentgasung stellten die Nebenprodukte Koks und Teer usw. mehr oder weniger wichtige Einnahmequellen dar. Aus einer Wagenladung Steinkohle von 10 Tonnen (zweiachsiger Eisenbahnwagen) wurden folgende Produkte gewonnen:

    4000 m3 Gas für Haushalt, Gewerbe und Industrie,
    5500 kg Koks für Heizzwecke,wovon etwa die Hälfte für das Gaswerk selbst gebraucht wurde,
    450 kg Teer für die chemische Industrie,
    500 kg Ammoniakwasser für die chemische Industrie,
    100 kg Benzol für die chemische Industrie.

    Das Gasgemisch selbst ist leichter als Luft und setzt sich typischerweise aus folgenden Anteilen zusammen:

    51% Wasserstoff
    21% Methan
    15% Stickstoff (inert)
    9% Kohlenmonoxid (giftig!!!)
    4% Verschiedene
    Der Energieinhalt bzw. Brennwert, bezogen auf einen Norm-Kubikmeter Kohlengas,
    beträgt etwa 5 kWh (Kilowattstunden).
    DIDEDIDELDUMSCHRUMMSCHRUMM……alles klar

  3. Luisa sagt:

    Lieber Norbert

    Schön Dich hier wieder zu lesen.
    Nach Wikipedia ist die Molasse das Abtragungsmaterial eines Gebirges. Die Kohle im Gottschalkenberg ist ein hoch verdichteter Wald der nach so vielen Jahren noch rund 10 Zentimeter hoch ist. Und da dieser Wald hin und wieder, da Molasse, herumgewirbelt wurde ist dieser nicht fortlaufend im Fels anzutreffen. Einzig die ersten 100 Meter ab Erdoberfläche geleitet ein Molassekohlestreifen den Stollenbesucher. Insbesondre in der wilden Grietgrube wirbelt dieser Streifen bei zunehmender Tiefe im Sandstein umher.

    Vergast wurde die Gottschalkenbergkohle wahrscheinlich kaum. Zu klein war die Kohleausbeute um in der Gasi Schlieren Stadtgas zu werden. Man sagt dass die Zürichseeschifffahrtgesellschaft eine Zeit lang Kohle aus dem Gottschalkenberg nutze.

    Ansonsten, danke für die Infos bezüglich der Stadtgaserzeugung.

    Liebi Grüessli

    Luisa

  4. norbert sagt:

    ich bin doch neugierig und lernfähig….
    und ich habe einen wüsten absinth destilliert das zeugs haut rein mit dem könnte man auch heizen!!!!!!!!!!!!!!!

  5. Luisa sagt:

    Na wenn das nicht hochexplosive Molassekohle ist.

    Ernsthaft, bin neugierig dies Wässerchen zu kosten.

    Liebi Grüessli

    Luisa

  6. Die Illusion der Unabhängigkeit | Luisa-Net sagt:

    […] nach in meinem Blog, wie folgt. Die Reise beginnt am Gottschalkenberg Ein weiteres Kapitel will Das Geheimnis der zwei Fragezeichen erklären, was damalig nicht gelang. Die Gottschalkenberger Kohlegruben weitere Erkenntnisse und […]

  7. norbert sagt:

    ich lese…

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