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Berner Oberländer Braunkohle

Nicht nur in mittelländischen Gefilden war die Suche nach der begehrten  Braunkohle in Kriegszeiten im vollen Gange.

Es sei hier berichtet von unserer Reise in die Berneroberländischen Höhen genauer gesagt zu den Schlafegg Braunkohlegruben auf rund 1800 Meter Höhe. Ein herrliches Wetter trieb uns  diesen Samstag in dies Bergwerk welches so berichtet wird von mächtigem Ausmass sein solle.

Erst beim Anblick der teils schwarz gefärbten Halde wird die Mächtigkeit möglicher Untertagsbauten klar. Selten sah ich solch ausgedehnte Schutthalden bei Untertagsbauwerken. Also klar, gespannt war ich auf dass was mich da zu erwarten hätte. Das Bergwerk kann bequem mit dem Auto, zwar über äusserst schmale Strassen, erreicht werden, was erklären würde wieso alles ratzeputz weggebaut wurde. Denn, bis 1946 solle dies Bergwerk Braunkohle in mittelmässiger Qualität gefördert haben bis mangels Ausbeute die Gruben schlossen.

Diesmal ausgestaltet mit  wahrhaft exakten Koordinaten, sei hier der Dank ausgesprochen den Projektwochen-Macher, war das Auffinden des Haupt-Mundlochs fast schon so einfach wie eine Navifahrt über Deutsche Autobahnen.

Mundloch Hauptstollen Schlafegg 619 258 / 155 777, Höhe 1798,0 m. ü. M. (Stimmt haargenau)

Trotz genauer Angaben erschien mir das Wagnis, über das kleine Schneefeld, hin zum Mundloch mich zu angeln zu gefährlich. Unter dem Mundloch war früher eine Gerüsteinrichtung um die kohlegefühlten Wagen auf den etwa 10 Meter hohen Silos zu entladen.  Weder Silos noch Gerüst sind heute vorhanden. Der mögliche Tiefenfall wäre um die 10 bis 12 Meter gewesen. Angesichts des unsicheren Untergrundes beschloss ich umzukehren und stattdessen mich etwas genauer auf dem Areal umzuschauen. Auch dieser Schnee wird schwinden womit der Einstieg etwas sicherer sein dürfte.

Als Erschwerung war das Mundloch zu früheren Zeiten mit Mauerwerk versiegelt worden was zwar heute gegenwärtig zerfallen ist doch die Steine sind immer noch gnadenlos im Weg.

Sicht auf den ehemaligen Siloauschnitt

dazugehörig Seigerriss Schlafegg , gross machen, anklicken (Quelle: Projektwochen Berner Oberland).

Die Kohle war früher mittels Seilbahn ins Örtchen Kandergrund transportiert worden. Dazu war Bergseits ein grosser Installationsplatz eingerichtet worden auf welchem  die Silos wie auch die Seilbahnbergstation zu stehen kamen. Das Stollen-Mundloch ist auf dem Foto oberhalb ersichtlich. Auch deutlich zu erkennen, die Fahrspur für den Abraum. Leider ist diese Fahrspur vor dem Stollen eingebrochen was ein erreichen des Stollens noch zusätzlich erschwert. Von den Anlagen ist heute kaum noch was Auffindbar. Was  nicht Niet und Nagelfest war wurde weg geklaut.

Ich machte mich, aus gewonnenen Erfahrungen, auf die Suche nach weiteren oberhalb liegenden Stollen. Da ich Metangas im Stollensystem vermutete wollte ich allfällige Wetterschächte aufspuren ehe ich mich in mögliche Löcher hinein begebe. So stieg ich empor den schwarzen Steinen und den Kohlestückchen folgend bis zur Lawinen und Steinschlagverbauung. Gefunden habe ich keine weiteren Stollen unterwegs. Obschon ich ein Mundloch am Felsen auf rund 20 Metern oberhalb erblickte, wagte ich auch hier den Aufstieg nicht. Die verbogenen Eisenbahnschienen lassen hier bösartige Steinschläge erahnen. Der Zeitpunkt, Schnee und Eisschmelze eher provokativ um dortig empor zu klettern.

Grubenplan, gross machen, anklicken, welcher die Weitläufigkeit dieser Anlage nur erahnen lässt, gezeichnet von Eduard Böhringer anno 40erjahre (Quelle: Projektwochen Berner Oberland).

Es blieb folglich ein scheues Begehen ehe, sobald kein Schnee dortig liegt und die Ausrüstung stimmt, wir versuchen in die Gruben zu steigen.

Umso genüsslicher schlürften wir, nach dieser etwas gefährlichen Begehung, an unserem Bier.

Allen Nachahmern, seihet sehr Vorsichtig. Dies Bergwerk ist ungewohnt weitläufig, einiges dürfte verstürzt sein, anderes wartet auf die entscheidende Provokation. Metangas wird nicht lange auf den zündenden Funken warten und auch deren Einatmung  bekommt dem Leben eher minder.

Relevanter Link
Gruppe Projektwoche Berner Oberland mit dem Infoheft als PDF Schiefer und Kohle

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