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Versoffene Drucksonden

Einmal, wiedereinmal und Ausnahmen-bestätigen-die-Regel-Blabla hier mal kein Bergbauthema wenndoch auch mich beschäftigend und mit meinem Beruf eindeutig verknüpft.

Genannt sei hier mein kleines Experimentierstündchen an regnerischem Samstag mit einer hoffnungslos abgesoffenen Drucksonde.

Die Hintergründe falls jemand hier doch weiter an dieser Geschichte interessiert ist.
Eine Drucksonde erfasst Wasserdruck und macht dazu ein proportionales elektrisches Signal, Strom von, 4 bis 20mA respektive je nach Bauform, Spannung von 0 bis 10 Volt.

Wer solch Gerät im Wasser versenkt wird anhand des Ausgangssignals immer wissen wie hoch das Wasser über der Sonde steht. Kunzum solch Ding fährt mit an beweglichen Hubböden in Schwimmbäder. Die Sonde weiss nun immer wie tief das Wasser vom verstellbaren Schwimmbadboden aus steht.

Alles genial, wäre da nicht das böse Schwimmbad-Chlor welches alles im Wasser zersetzt und somit auch nach einer gewissen Zeit solch sensible und teuere Drucksonden ertränkt.

Ich war konfrontiert mit solch einer defekten Sonde und wissen wollte ich wo die Schwachstelle an denen Gerätchen liegt. Auch war mein Interesse zu erfahren wie sich solch eine  Schwachstelle artikuliert.

Ich wollte ehe ich dies Helferlein mit Brachialgewalt einer Autopsie unterziehe, erstmals die Funktion durchsimulieren. Nicht mit einer Wassertiefe von 0 bis 2 Meter, dazu fehlte schlicht das Schwimmbad, sondern einzig von 0 bis 0.2 Meter. Die Sonde beschaltete ich dazu mit dem entsprechenden Wandler 4 bis 20 mA auf 0 bis 10 Volt.

Erstmals trocken liegend also kein Wasserdruck womit folglich 0 Volt am Multimeterdisplay erscheinen sollte. Der Spannungswert indes lag bei 0.43 Volt was mich nicht unbedingt verwunderte zumal auch effektiv ein gewisser Luftdruck in meiner Wohnung herrscht.

Das eintauchen ins Wasser indes brachte die Störung klar zu Tage. Kaum erreichte das Wasser den Kabelausgang schoss die Spannung auf 10.76 Volt also etwas mehr als 2 Meter Wassertiefe und dies in meinem Haushaltwasserkessel mit kaum 12 Liter Fassungsvermögen. Es zeigt sich, kaum dringt Wasser in die Elektronik ein schnellt der Ausgangswert auf ein Maximum. Auch ein erneutes Herausziehen der Sonde brachte kaum Änderung der Wert blieb mehr oder minder stabil.

So war der nächste Schritt ein Aufschrauben dieses fehlbaren Geräts.

Die Dichtung zwischen den zwei Sondenhälften scheint ok zu sein. Indes findet sich am inneren Spannring, welcher die Elektronik fixiert, auf dem Bild ganz rechts, Rostspuren. Die Aufhängung ehemals aus Messing welche die Sonde am beweglichem Boden fixierte ist komplett  zersetzt, Grünspann, und gebrochen, Bildmitte. Dies erklärt auch das grüne Zeugs an der Sonde selber. Auf der Elektronik selber finden sich Spuren von Feuchtigkeit.

Die Annahme wonach die Aufhängung brach, worauf die Drucksonde nur noch am Kabel hängend mit dem Boden mitfuhr und folglich über das bereits zerfressene Kabel leck schlug, dürfte somit nahe liegend sein.

Das neue Modell meiner Drucksonde ist etwas kleiner und gibt explizit nur noch eine Signalspannung von 0 bis 10 Volt ab gespiessen wird diese mit 24 VDC. Die Aufhängung ist eine Rohrschelle aus V4A. Hier im Bild ist diese knapp unter dem Bodenblech am Hubboden montiert. Dies Model hier im Bereich 0 bis 200 mbar von der www.sensortec.ch .

Schwachstelle wissen wir nun, das Kabel und der Chlorgehalt im Wasser welcher die Weichmacher in der Kabelisolation zersetzt bis das Kabel steif, brüchig und porös wird. Irgendwann dringt Wasser über den Kabelanschluss ins Gerät worauf dieses den Geist aufgibt.

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