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Sierra Alhamilla

Eine Rundreise durch jenes Fleck welches, so wird erzählt, 9 Paläste beheimatete und auf welchem sich, in wechselnder Zusammensetzung Mauren, Mönche und Piraten ein, nicht immer nur friedliches, Stelldichein lieferten.
Eine Reise 1000 Jahre später in mitten längst vergangener, aber nicht minder gloriosen, Epochen.
Und eine Rundreise durch meine Erinnerung als ich klein, Abuelo, mein Grossvater von goldenen fruchtbaren Zeiten am Fusse der Sierra Alhamilla im Tal der Rambla Espinanza erzählte.

Ich war dort, des wohl verdienten Urlaubs willens und die Neugierde lockte mich in dies damalig so leuchtet prächtige Gebiet.

Kleines Zufallsüberraschel, mein kurzer Wohnsitz war, sinnigerweise während eines Teils meiner Ferien im romantischen Thermalbad Balneario Sierra Alhamilla angesiedelt. Im Bild vom Palmenpark aus betrachtet im Hintergrund.

So war denn Hauptfrage meiner nie ruhenden Neugierde,
Was geschah mit jenen beschriebenen 9 Palästen?
Wo blieben all die grünen Felder die aus Erzählungen meines Grossvaters oberhalb Pechina das Land in ein sattes Grün tauchten.

Ursprung unserer Reise war das legendäre Thermalbad  Sierra Alhamilla welches wir einige Tage als Hotel nutzten. Der Blick aus dem Schlafzimmerfenster zeigt eindeutig eine Palmenbedeckte Oase die weit tief ins Tal hinunterreicht so glaubt man zumindest. Das nahe dem Thermalbad aus dem Berg emportreibende Wasser erreicht eine Temperatur von knapp 58 Grad Celsius, was als Hotelgast doch etwas gewöhnungsbedürftig war, zumal eine kalte Dusche schlicht Wunschtraum blieb. Indes wusste dies schöne Örtchen durch ganz andere Reize solch Unannehmlichkeiten gebührend zu kompensieren.

Aber nach wie vor wollte ich über das Verbleiben jener legendären Paläste  Weiteres erfahren. Hierbei Hilfreich der Ursprung der noch verbleibenden Geschichte, das schöne Thermalbad-Hotel mit begrüntem Innenhof. Ansichten mir bis anhin nur aus Märchen von 1001 Nacht bekannt.

Das Gebäude, so weiss eine Steintafel zu berichten, wurde vom Bischof von Almeria 1779 auf damaligen den Fundamenten eines alten Thermalbades errichtet.

Mir damalig aufgefallen, die massiven Granitsäulen im Patio. Granit war mir in dieser Gegend bis anhin nicht begegnet. Nahe liegend dass beim Bau der Säulen einige in der Gegend herumstehender Prachtshäuser als Rohstofflieferanten herhalten mussten. Folglich dürften die Paläste längst versunkene Geschichte sein und doch,,,

Das Gebäudeinnere selbst ist nachempfunden der maurischen Baukultur, reich verziert in deren Rundbögen. Indes zeugt die Verzierung, mehrheitlich aus Gips, von neuerer Zeit, zu behaupten wage ich, 21. Jahrhundert. Trotzdem, dank dieser Architekturelemente  könnte ich eine Idee entwickeln über die Innenansichten der im 11 Jahrhundert dortig ansässigen Bauwerke, die verschwundenen 9 Paläste. Das Tal der Rambla Espinanza welches von der stark Eisenhaltigen Thermalquelle am Fusse der Sierra Alahmilla auf rund 480 Meter über Meer bis zur Mündung in den Rio Andarax auf 106 Metern reicht, war nicht nur bekannt für seine Pflanzen und Artenvielfalt. Auch waren längst hier die Mauren am Abbauen wertvoller Eisen und Silbererze. Die damaligen Paläste begründen sich einerseits im der Vielfalt möglicher Schätze unter dem Boden wie auf dem Boden, anderseits als folge davon, eines florierenden Handels in und um die Region. Die Zeit um des 11. Jahrhunderts bescherte viel Kulturerbe dem Tal welches noch heute sich aus Flurnahmen ableiten lässt. Die Region durchlebte in der Folge eine bewegte Geschichte den immer wieder waren ansässig unternehmerische Bauern, Kaufleute, Bergknappen, Mönche, und gar ein Bischof aus Almeria aktiv tätig.

Als rund 1890 der erste und einzige Eisenkalkofen neben dem Thermalbad errichtet wird und die alten Maurenminen ein regelrechtes Revival erfahren, findet auch die Bahn bis hin zu den Baños de Sierra Alhamilla sein Trasse.

Es ist die Zeit des grossen Aufschwungs, die Industrie um 1900, genannt Eisenerz, verschlingt jedoch Unmengen an Wasser, Raum und Holz. Der anfängliche gefundene Reichtum schien wieder zu versiegen, das Wasser schwand schneller als gedacht im Boden und die Gortijos im Tal wurden alle schnell aufgeben. Die Eisenerzmine, verhältnismassig klein, rentierte als bald kaum noch und das Thermalbad, so erzählte mein Grossvater, solle die Tore 1930 geschlossen haben. Nicht lange nach der Schliessung der Eisenminen waren auch die Eisenbahnanlagen weggefegt und demontiert. Heute zeugen einzig der Bahndamm und die sporadisch herumstehenden Brückenpfeiler von jener Bahn-Epoche.

Die reichen Felder mit deren üppigen Cortijo-Bauten welche entlang des Palmenbegleiteten  Bahndammes aufgebaut wurden zerfielen allmählich.

Heute noch zeugen etliche Cortijo-Ruinen entlang der längst abgebauten Bahnlinie von goldenen Zeiten im Tal der Rambla Espinanza.

Im Jahre 1990 wurde eine neue Zufahrtstrasse genannt AL-P-816 oberhalb des Tals zu den Thermalquellen und zu dem rund 30-Seelenort Baños  Sierra Alhamilla errichtet. Wenig später war das dem zerfall preisgegebene Thermalbad renoviert worden.

Heute ist dies Thermalbad ein schmucker Rückzugsort für jene, die weitfern nervender Playakultur, Entspannung, Ruhe, Erholung und interessantes Kulturwissen suchen. Indes wird im Zimmer manch gewohnter Luxus, wie etwa eine kühlende Klimaanlage, umsonst gesucht. Was, so war mein Empfinden, durch dies wunderschön der Maurenzeit nachempfundene Gemäuer kompensiert wird. Die Oase schrumpfte auf bescheidene überschaubare Grösse und im Ort, so solle berichtet werden, finden nur noch knappe 30 Einwohner ihre Heimat. Trotzdem war das Bier in der Dorfkneipe und der kühlende Nachtwind in der Oase ein kaum beschreibbares Erlebnis.

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Thermalbad Baños de Sierra Alhamilla balneario sierra alhamilla

2 Kommentare zu “Sierra Alhamilla”

  1. beisser sagt:

    top wie immer,grüssend norbert

  2. Luisa sagt:

    Ein lieben Dank zu Deinem wirklich lieben Kommentar.

    Liebi Grüessli

    Luisa, voller Geschichten im Kopf leider jedoch mit bescheidener Zeit um diese gebührend zu erzählen.

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