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Kohlebergwerk Horn, es war einmal

Folgend meine Fortsetzungsgeschichte aus dem Kohlebergwerk Horn hoch zu Kandergrund. Wir nannten es Sonntag und wollten bei herrlichem Wetter, top vorbereitet, den Kohlegruben die allerletzten Geheimnisse entlocken.

Ziel war unser die Hauptstrecke zu erreichen mittels Ausschöpfung aller vorhandener Schrägschächte. Bis anhin glaubten wir das unterste Mundloch führe in einen noch intakten Abraumfahrstollen der Eindruck indes täuschte. Wir kamen nicht besonders weit, der Grubenplan weiss hierbei genaueres. Indes entdeckten wir eine neue Strecke welche nicht im Grubenplan verzeichnet ist, auch hier siehe Grubenplan welcher sich zur Vergrösserung anklicken lässt.

Quelle Original-Grubenplan, Kulturgutstiftung Frutigland

Die Rot markierten Strecken waren von uns teils unter hohem Risiko erkundet worden. Einzig der Fahrstollen auf 1608 m Richtung Süden, jener von uns entdeckte also nach 1945 gebaut war mehr oder minder gefahrlos begebar. Im hinteren Teil führt ein Schrägstollen ca 30 Grad auf 1598 Meter wo nach einer äusserst gefährlichen Verstürzung tatsächlich ein grosses etwa 3 Meter hohes Kohlenest auftauchte.  Um dies Kohlenest war das umgebende Gestein äusserst brüchig.

Zur Verdeutlichung der Schrägschachtstruktur seie ein Augenmerk auf den Seigerriss (zur Vergrösserung diesen Anklicken) gerichtet welcher dies Bergwerk quer über alle Ebenen darstellt.

Wir waren bei dieser Erkundung, reichlich mit ausgearbeiteten Grubenplänen, der Meinung dass wir den Querschlag und zugleich Hauptstrecke, über den Fahrstollen auf 1607 Meter, erreichen könnten. Was sich leider als Irrtum herausstellte. Grösstes Hindernis waren die unüberwindbaren Verstürzungen hauptsächlich in den Schrägschächten. Als wären die Schrägschächten mit teils recht steilen Winkeln und überall herumliegende Zimmerung nicht schon Hindernis genumg.

Aber nun doch schnell der Reihe nach die Mundlöcher abklappernd.

Mundloch 1 / 1662,58m
Dies Mundloch wird als Hauptmundloch genannt. Tatsache ist, hier war die Wertvolle Kohle heraufgeholt worden. Der dazugehörige Stollen ist ein äusserst gefährlicher Schrägschacht Richtung Hauptstrecke führend. Genaueres zu diesem Schacht und einige Bilder des Durcheinanders innen drin findet sich im Beitrag Kohlebergwerk Horn.

Mundloch 2 / 1662,58m
Dieses Mundloch führt auch in einen Schrägschacht welcher zugeschüttet ist. Mundloch 1 und 2 liegen beieinander an der Bergstation der Seilbahn. Da dieser Schrägschacht nicht im Grubenplan vermerkt ist kann angenommen werden dass er nach dem  31.10.1945 gebaut worden ist. Unsere Konstruktion nimmt an das dieser auch mit der Hauptstrecke verbunden war und zur doppelten Kohleförderung dienen sollte.

Mundloch 3 / 1646,6m
Dies Mundloch haben wir nicht gefunden, wir nehmen an des es restlos verschüttet ist. Spuren von verstürzungen in dieser Gegend sind uns einige aufgefallen. Dieser Stollen führte in die Hauptstrecke und war eindeutig als Abraumstollen konzipiert.

Mundloch 4 / 1651,4m
Wieder ein Mundloch welches Unauffindbar blieb. Dieser führte damals, so sagts der Grubenplan,  in obere Abbaubereiche. Die Annahme verschüttet ist nahe liegend.

Mundloch 5 / 1629,82m
Auch ein Stollen welcher eindeutig verschüttet ist. Ein Bild dazu findet sich im Artikel Kohlebergwerk Horn. Auch dieser Stollen war Abraumstollen für die tiefer liegende Abbauebene.

Mundloch 6 / 1629,82m
Eine unserer grossen Favoriten als Zugang zu der Hauptstrecke war nach rund 20 Meter verstürzt. Zwar liess sich die Verstürzung mit etwas Mut und sehr hoher Risikobereitschaft überkriechen doch die nächste Verschüttung liess nicht lange auf sich warten. Am Beginn des Schrägschachtes liegt ein unüberwindbarer Dreckdeckel. Dieser Stollen dürfte damals als Arbeitszugang zu den Abbaufeldern gedieht haben.

Mundloch 7 / 1607,44m
Strecke Süd nach dem 31.10.1945 gebaut
Dieser Eingang führt in eine Stellenweise sehr gut erhaltene neuere Strecke Richtung Süd.

Zwar ist hin und wieder die Zimmerung komplett verwüstet doch der Stollen scheit grösstenteils intakt zu sein.  Dieser Stollen nicht auf dem Grubenplan vermerkt war vermutlich auch nach 1945 gebaut worden. Er diente als Sondierstollen und durchquert die Bergnase bis Tag ohne gefundene Kohlenester. Indes findet sich im hinteren Stollendrittel ein Schrägschacht welcher zu einem Kohlefeld, grösstenteils unberührt,  von rund 3 mal 3 Meter führt. Um das Kohlenest ist brüchiger Stein und wilde Verstürzungen eine hohe Gefahrenquelle.

Mundloch 7 / 1607,44m
Strecke Nord vor dem 31.10.1945 gebaut
Unsere grosse  Hoffnung zu der Expedition, die Hauptstrecke, zeigte sich leider von der bösartigsten Seite. Schrägschächte waren in diesem Stollen einige angelegt worden und auch die Zimmerung war anfänglich besser erhalten.

Die Idee über einer dieser Schächte die Hauptstrecke zu beklettern schien folglich nahe liegend.

Doch leider war alles was irgendwie ein etwas erweitertes Profil aufwies in teils desolatem Zustand.

Gegen Mitte dieser Strecke schwindet die Zimmerung zu unseren Füssen. Alles was irgendwie berührt wird kracht still und leise in sich zusammen.

Ich erreichte über einen Schrägschacht eine Zwischenebene der hierbei weiterführende Schrägschacht war indes gnadenlos mit Schutt aufgefüllt.

Mundloch 8 / 1727,2m
Ein Mysterium schweizerischer Bergmannskunst. Zwar eindeutig als Wetterschacht konzipiert ist dies Bauwerk weit in der Felswand oberhalb angesiedelt. Ein Hinaufkommen in solch luftige Höhe erschien uns unmöglich.

Fazit

Leider wird dies Bergwerk nicht lange der Nachwelt erhalten bleiben. Die felsigen Untiefen stürzen vor sich ein. Wir selbst könnten nur einen Bruchteil der Stollenstrecken besuchen, man erzählt sich es seien 15 Kilometer Fahrstollen angelegt worden. Eine Begehung ist sehr gefährlich und meinerseits kaum weiter zu empfehlen.

Geschichte

Die  Bergbaugesellschaft Kandergrund AG betrieb dies Bergwerk von 1941 bis 1947 erzählt wird gar von einer Betriebszeit bis 1951. Bekannt indes war eine Gesamtförderung von 1941 bis 1947 von 55 000 Tonnen Braunkohle. Die auf dieser luftigen Höhe arbeitende und wohnende Belegschaft umfasste Zeitweise  220 Mann. Für damalige Verhältnisse war das Kohlebergwerk Horn mit moderner Technik ausgestattet. So solle im Hauptfahrstollen eine Batterie-Elektrolok Kohle und Abraum hin und her gefahren haben. Im Maschinenhaus, so wird erzählt sollen 5 Kompressoren mächtig Luft gemacht haben und auch die Unterkünfte waren für damalige Verhältnisse isoliert und solid beheizt.

Die Links

Von mir
Die Zweitgeschichte, die Anschlussgeschichte Kohlebergwerk Horn
Die Erstgeschichte mit schönen Bildern, Kandergrunder Kohle

Links fremd
Gruppe Projektwoche Berner Oberland mit dem Infoheft als PDF “Schiefer und Kohle”
Kulturgutstiftung Frutigland mit der PDF Broschüre “Frutiger Schiefer und Kandergrunder Kohle”

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