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Eisenbergwerk Val Tisch, Neues

Es ist diese Geschichte, zugegeben bequem aus dem Bürosessel heraus entstanden. Eine Geschichte die anhand gesammelter Informationen versucht den Betrieb eines Eisenbergwerks im Val Tisch zu illustrieren.

Vorgeschichte

Allmählich kristallisieren sich  genaue Koordinaten heraus, ein Dank hierbei denen fleissige Tracker. Die Standorte erscheinen Eindeutig. Kombiniert mit den Satellitenbildern wird ein klareres Bild um die Jahre 1840 ersichtlich.

Minas da Fier Val Tisch

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Die Hauptgrube wahrscheinlich damals die ergiebigste und grösste Grube liegt am Tiefsten genannt der Koordinatenpunkt 781768 / 165017 / 2432m (Wohlgemerkt 10 Meter Ungenauigkeitstoleranz) Die Erzlagerstätte ist, wie auf alten Aufzeichnungen beschrieben, mit einem langen Stollen erschlossen worden. Da dies Mundloch verschüttet ist bleiben die vorhandenen Aufzeichnungen einziges Wissen zu diesem Stollenwerk.

Stollen 3 dürfte eben so ergiebig gewesen sein wenn doch dieser deutlich älteren Datums. Klar wird im laufe aller Abbauperioden dass die von oben her gefolgte Hämatitschicht tief, fast senkrecht in den Berg abdriftet.  Auch dieser Stollen ist vollkommen verschüttet einzig die enorme Halde wie schon beim Hauptstollen lassen eine genaue Positionsbestimmung zu. Hierbei war auch das Satellitenbild des schweizerischen Geodienstes http://map.geo.admin.ch eine grosse Hilfe. Der Koordinatenpunkt zu diesem ehemaligen Mundloch dürfte folglich auf 781751 / 165112 / 2501m liegen.  Auch hierbei, wie bei allen Koordinatenwerten, 10 Meter Ungenauigkeitstoleranz macht Sinn.

Der Stollen Nummer 2 ist noch heute teilweise erhalten. Dieser folgt konsequent einer Hämatitspur rund 12 Meter in den Berg hinein indes dürfte dieses Werk eher älteren Datums sein. Die Stollenrichtung zieht in eine heute ausgewaschene Runse hinein. Der Schutt, durch Wasser eingeschwebt, nimmt gegen Stollenende massiv zu. Dieser Stollen, in der Felsregion versteckt, ist auf den Koordinaten 781730 / 165097 / 2476 m zu finden.

Der letzte Stollen Nummer 4 ist ein reiner Sondierstollen welcher über die gesamte Strecke im tauben Gestein verläuft. Dessen Position war meinerseits in Vorbeiträgen falsch bestimmt worden. Nun sind exakte Koordinaten eines Stollensuchers eingeflossen die ein neues und stimmendes Bild der Gesamtsituation zeichnen. Der rund 30 Meter lange Sondierstollen findet sich neu und richtigerweise auf 781871 / 165028 / 2473m.

Dies ergibt nun folgende Annahme des Areals um 1840 in letzter Abbauperiode.

Minas da Fier Val Tisch

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Entgegen meiner ersten These wonach Stollen 3 und Stollen 1 unterirdisch verbunden waren, glaube ich heute dass die Erze oberirdisch zum Verladeplatz geschleppt wurden. Der Verladeplatz kann eindeutig beim Mundloch 1 also dem Hauptstollen angenommen werden. Auch die Schlittenstrasse Talwärts ist auf dem Satellitenbild eindeutig Sichtbar. Wahrscheinlich stand neben dem Hauptmundloch ein Geräteschuppen am exponierten Hang.    Eine Spur auf dem Satellitenbild lässt mich weiter eine Erzrutsche, die Stollen 2 und 3 mit dem Schlittenstrecke verband, erahnen. Oberhalb, am Rande der Runse, nahe den zwei oberen Mundlöchern ist ein markanter Eck aus dem Fels gebrochen worden, so als wären einst hier Minierzschlitten zu der Erzrutsche gezogen worden. Obschon die oberen Gewerke eher älter sind, dürften diese auch in Albertinis Zeiten rege genutzt worden sein.

Solch Erzrutschen sind in Trockenmauerung nicht allzu aufwendig zu bauen und erlauben eine einigermassen gesittete Erzbeförderung Talwärts.

Als Beispiel einer solchen Erzrutsche hier ein Exemplar aus der Marvel Dexter Dynastie zu finden im Eisenbergwerk Los Banos Sierra Alhamilla.

Erzrutsche Sierra Alhamilla

Wohlgemerkt einziger Bezug dieses Bildes ist die Erzrutsche wie ich sie mir im Val Tisch vorstelle. Ein Kanal gebaut aus minderwertigem Erztrockenmauerwerk. Mein Exemplar hier liegt indes 2000 Kilometer vom Val Tisch entfernt.

Zurück zum Val Tisch

Das hochauflösende Panoramabild, von Matti und Michael, gebaut gibt weitere sehr aufschlussreiche Informationen zu der Bergwerkssituation preis.

Panorama Minas da Fier Val Tisch

Auch hierbei, wers ganz Gross will kann dieses Anklicken.

Man sieht klar die Hauptverladestelle beim Hauptmundloch mit davorliegender Halde rechts an der Runse. Auch sichtbar den oberen Stollen welcher zumindest  im Tagbereich noch ziemlich in takt ist, dieser linkerhand der kleineren Runse. Die Runse wiederum ist verantwortlich für den auffühlenden Schutt am Stollenende. Die grosse Halde liegt oberhalb des sichtbaren Stollens zwischen den zwei Runsen. Die genauen Stollenpositionen sind im Vorbeitrag auf dem Panoramafoto markiert.

Das Bergwerksareal war unbewohnt, die Unterkünfte befanden sich auf dem gegenüberliegenden Hügelzug den Igls Sanglients.

Quellen
Satellitenbild: http://map.geo.admin.ch
Panoramabild: Matti / Michael

Links von mir, Vorbeiträge hier:
Minas da Fier Val Tisch
Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch
Bergbausachverständige am graben
Val Tisch, die Fortsetzung
Das Geheimnis von Val Tisch

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