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Das Geheimnis des Steinebrechers

Oder tiefe Einblicke in längst verborgene Unterwelten der Lochezen-Steinbrüche was mal einst zu den Zementwerken Walenstadt / Unterterzen gehörte. Also solle ausnahmsweise  die Familie Borner verschont von meinem getippsel  bleiben dafür steig ich den Schmidheinys tief ins Steinegewalze.

Also beginnen tut diese Geschichte erstmals bei, genannt in der Fachsprache, einer Befahrung wenn doch eindeutig zu Fuss unterwegs. Any, Matti rief und viele Bergbauinteressierte fanden, letzen Samstag zusammen, zur Erkundung Walenstädter Unterwelten. Auch mir, als wahre Kennerin besagter Anlagen, waren neue Erkenntnisse zuteil.

Begonnen diese Befahrung, wie so oft, über die Bornerischen Dynastien beginnend beim Fahrstollen Seemühle Sohle 443 Meter.

Seemühle Fahrstollen

Zweifelsohne, immer wieder beeindruckende Eindrücke die in solcher Tiefe, hier im Bild die besagte unterste Sohle, zurückbleiben,  trotzdem sei mein Artikel hier ganz speziell dem Steinbruch, den Steinbrechern und den Förderbandanlagen des Lochezen/Engen-Werkes gewidmet.

Es waren bis anhin mir verborgen, die unterirdischen Anlagen des Steinbruchs Lochezen. Die Tatsache das perse geschlossene Türen ein Konflikt darstellen, hielt mich davon ab in die verbotenen Untergründe zu steigen. Diesen Samstag indes waren Tür und Tore einladend offen womit mit grösster Vorsicht die weiteren Anlagen bestaunt werden konnten.

Tor Steinbrecher Ost

Mittels Fahrstollen Sohle 560 Meter, den 60er-Schienen folgend, erreicht man ein mächtiges Tor, dieses ausnahmsweise verschlossen,  welches ganz Grosses dahinter verspricht. Für mich kein Zweifel, dahinter dürfte eine ganz grosse Maschine ruhen, oder wie sich später herausstellte, ruhte.

Gegenüber, an mächtigem Platz vorbei, wo Steinschlagnetze getestet werden, findet sich ein, wenig kleineres, Mundloch welches auch Grosses erahnen lässt.

An malerischem Wasserfall vorbei führt der, zum Mundloch gehörende, Stollen baldig in grosse Hallen.

Fahrstollen Steinbrecher Engen

Erste Räume, im Bild linksliegend, deuten auf wuchtige Transformatoren hin. Die grosse Halle ist leer doch die Spuren sind eindeutig. Hier war einst viel Energie von Mittelspannung in Niederspannung gewandelt worden. Meine  Neugierde, in der Folge, war rege geweckt.

Eine weitere Halle, diesmal tief abwärts reichend, enthüllt den mir bekannten, aber nie selbst gesehenen, Steinbrecher respektive die umfangreiche Steinbrechanlage.

Steinbrecher Engen

Auf einem Zwischenboden mag mein Kamerablitz kaum annähernd die Mächtigkeit  der grossen Maschinenhalle ausleuchten. Trotzdem wird mittels Treppe eindrücklich die Grösse der Halle klar.

Steinbrecher Engen

Im ausgebauten Hallenteil finden sich zwei Kreiselbrecher die einst aus dem gebrochenem Felsen feines Gestein zur Zementherstellung malten. Im Bild der untere kleinere Brecher mit 160 Kilowatt Leistung  welcher wahlweise zur Weiterzerkleinerung des Steins zwischengeschaltet werden konnte.

Steinbrecher Engen

Eine Ebene höher des kleinen Brechers, der Fülltrichter und nochmals höher liegend das Zwischensilo welches die Steine, die den ersten Kreiselbrecher durchschritten, sammelte. Die herumliegenden Steine im Hintergrund lassen indes ganze Arbeit des ersten Kreiselbrechers erahnen.

Auch im Hintergrund, auf meinem Bild links wegführend, ein Stollen mit langer Treppe welcher auf eine unterirdische Förderbandstrasse schliesst.

Steinbrecher Engen

Im Transport-Stollen, neben den demontierten Förderband, die längst vermisste Mittelspannungsleitung, im Bodenkanal platziert, welche die rund 50 Meter höher liegenden Transformer mit Futter versorgte.  Dieser Stollen hat nach meiner kartografischen Messung eine Gesamtlänge von rund 430 Metern und mündet weit oberhalb der gemeinberüchtigten Bruchsteinstaumauer welche hier als Sammler amtet.

Verlader Silo Ost

Knapp vor Tag findet sich ein Antriebsblock mit diversen Schüttelbändern die eine weitere Bruchstein Sammelstelle, respektive ein Silo, erahnen lassen. Und in der Tat, das kleine oberhalb liegende Treppenlabyrinth  führt an das zuoberst in meinem Blog dargestellte Tor nur der dazugehörige Steinbrecher wurde bereits abgebaut.

Schaltanlage Brecher Engen

Der Blick durchs Gitter aufs Schaltbrett des Steinbrechers, ich will mich hier doch hüten einen Hausfriedensbruch zu begehen, zeigt die ungefähre Funktionsweise des Steinbrechers und der Förderanlage.  Aus gesammelten Erkenntnissen entstand mein nachfolgender Seigerriss des Werkes auch ist mir klar nun die räumliche Positionierung der Anlagen auf Lochezen dazu meine weiter unten platzierte Übersicht.

Seigerriss Steinbrecher

Seigerriss Steinbrecher gross machen, Seigerriss Steinbrecher anklicken.

Diese Anlage scheint neueren Datums zu sein, anhand Schaltanlage tippe ich auf 1970. Klar ist, das Steinbrecherwerk, bestehend aus zwei Kreiselbrecher, bearbeite das Gestein zweier Steinbrüche in der Endepoche der Unterterzer Zementwerke. Damals war Schmidheiny im Rennen und  die Zementwerke bäumten sich noch einst so richtig auf ehe der Betrieb, zu Gunsten der Untervazer Werke, eingestellt wurde. Das einte Steinbruchareal befand sich im Westen und bearbeitete den Berg im Tagbau das westliche Areal wiederum war als Mischbau, Tagbau/Untertagbau, konzipiert. Vom Westbruch, auch Engen genannt, gelange das Gestein mittels Trichter (7) im Steinbruchboden in die grosse Steinbrecherhalle. Die Ostbrüche wiederum fugten das Gestein mittels Trax, Dumper, was auch immer, über den Stollen am Wasserfall und an der Trafostation (4) vorbei zum Brechertrichter des Kreiselbrechers (8). 500V Elektromotoren trieben den rotierenden Malkreisel der Brecher (8) und (9) an die Leistung derer Motörchen oben 200 kW unten 160kW. Nach bearbeiten im oberen Brecher (8) fand das Gestein Zwischenlagerung im Silo oberhalb des zweiten Brechers (9). Auf meiner Zeichnung ist dieser Zwischenspeicher gestrichelt dargestellt. Nach dem ersten Brechdurchgang konnte wahlweise der untere Brecher  oder ein Bypassweg gewählt werden um das Hauptsilo (11) anzufüllen. Unter dem Silo erreicht der Förderbandstollen die Klappenanlage (13) welche das Förderband mit Material belud. Abgebaut im Steinbruch wurde sowohl Kalkstein wie auch Zementsein. Beide Materialien wurden mittels Förderband (17) rund 420 Meter lang, in die Sammelschlucht geworfen.  Diese Schlucht, verschlossen mittels Staumauer, lagerte die Rohmaterialien ehe untendurch, wiederum ein Förderband, diese ins nächste Ladesilo, im See gelegen, transportierte. Letztlich fand die Reise der Steine auf dem Schiff den Weiterweg zum, heute abgebrochenen, Zementwerk Unterterzen.

Situation Stollen Lochezen

Situation Stollen Lochezen gross machen, Situation Stollen Lochezen anklicken.

Die Gesamtsituation zeigt die beiden Steinbrüche Engen, westlich gelegen, und Lochezen, östlich plaziert. In gelber Farbe der Förderstollen auf Niveau 560m welcher die riesigen unterirdischen Abbaufelder im Lochezensteinbruch unterfährt.

Verlader Lochezen

Grubenhunt in Verladestation

Mittels Abwurfschächte und darunter liegende Grubenhunt-Verlader gelangte das gebrochene Gestein in die Wagen und letztlich in den demontierten, unterirdischen Steinbrecher Ost. Der modernere, auch unterirdische, Steinbrecher west dürfte wahrscheinlich hauptsächlich den Tagbaustellen Engen und Lochezen gedient haben.

Beide Steinbrecher sind mittels Stollen, in rot dargestellt, und darin gebautem Förderband durchgehend verbunden. Der Förderband-Stollen endet am Abwurf, in schwindelerregender Höhe, am Sammler.

Ein kleines Wort hier der Ermahnung

Gewisse selbsternannte Bergwerkseigner sind keineswegs begeistert über den stattfindenden Besucherandrang auf genannten Anlagen. Wiederum welche sind der Freizeit überdrüssig so das Googel und deren Suchmaschine zu permanentem Begleiter werden. Allerletzt sind Steinewerfer, Namen seinen an dieser Stelle keine genannt, auch flink im Werfen etwelcher Anwaltsdrohungen.

Darum,

  • Tür und Tor stand offen mein besagtes Leitmotto
  • Publizieren dürfen einst leider nur die ganz frechen
  • Geocaching kommt gar nicht gut

Zuallerletzt

Quellen:
Satellitenbild, sorry ohne Einverständnis, map.geo.admin.ch

Bilder / Zeichnungen:
Luisa

Vorbeiträge Lochezen / Seemühle

Auf Luisa.net
Die Seemühle

Im Blog
Das Tor stand offen
Seemühle überall
Seemühle, was war? ,
Die Geheimnisse der Seemühle
Seemühle Borner AG.

Bilderseite zu den Werken
Seemühle

Und ein grosses Dankeschön an all jene, Namen seien wiederum keine genannt, die mit vom Erkundungstrupp, neulich Samstag, waren.

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