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Felsenau, the next Level

Das Gips-Bergwerk Felsenau war vergangen immer wieder gerne ein Ausflüglein wert. So auch neulich am letzten Freitag. Immer noch gibt’s potentielle 25 Stollen-Kilometer im 1970 stillgelegtem Bergwerk zu erkunden obschon, realistisch einschätzend, heute wahrscheinlich, mehr oder minder gefahrlos, ein Bruchteil fahrbar ist.

Bergwerk Felsenau

Trotzdem, ohne viel Aufwand offenbart sich ein beeindruckendes Industriedenkmal. Auf meinem Foto die Mundlochtüre aus, ich vermute, Jahre 1917 mit dahinterliegendem deutlich modernerem Ventilator.

Unser Hauptaugenmerk indes galt, an dieser aktuellen Befahrung, den tieferliegenden Sohlen insbesondere deren B die beim letztmaligem Ausflug doch eher einem Hallenbad glich.

Bergwerk Felsenau

Und zu unserer, Mattis und meiner Freude war das Wasser bis aufs Stollendach Sohle C abgesunken. Im Bild der Bremsberg auf Niveau Sohle B an dieser Stelle wären wir bei letzter Befahrung im Mai 2014 bereits ein Meter im Wasser gestanden. Folglich scheint in diesem Stollensystem das Wasser minimum um 2 Meter zu variieren doch wir erfreuten uns trockenden Fusses und so suchten wir erstmals die hinterletzten Winkel der B-Stollen ab. Mögliche Durchschlüpfe ins C vielleicht gar trockene waren unser Hauptinteresse. Soviel ist klar, da ich im Besitze bin damaliger Grubenpläne, kann angenommen werden dass mir Bekanntes kaum 2 % überschreiten dürfte trotzdem, die Optimistin stirbt zuletzt.

Die Sohle B zeichnet sich aus durch ein äusserst regelmässiges Schachbrettmuster womit die Orientierung recht einfach erscheint hinzukommend sind die Stollendimensionen auf genannter Sohle von wuchtigen Dimensionen.

Bergwerk Felsenau

Genannt zumeist in der seit 1950 stillgelegen Ebene B 4m x 6 m Stollenprofil. Mein Fotografisch versierter Begleiter schwindet fast in deren Stollenquerschnitten.

Der ominöse Lastwagenstollen, Gegenstand vielerlei Spekulationen, eines der angestrebten Ziele an solch ruhigem Freitagnachmittag. Und nicht lange blieb uns dies Werk verborgen oder wir glaubten dies zumindest.

Bergwerk Felsenau

An Position des Lastwagenstollens, dieser solle im Jahr 1968 zu regem Treiben erwacht sein, finden wir eine wuchtige Türstockzimmerung die jedoch untendurch mit abartig viel Humus und Strassenrandlittering verfüllt ist. Der gelenkige Mensch, Matti und mich mit eingeschlossen, schlängelt sich gekonnt zwischen Holzeinbauten und dem Strassenrandmüll-Humusgemisch. Den möglichen Lastwagenstollen schneidend, treffen wir auf ein Stollenweiterverlauf welcher jedoch durch eine Betonplatten verschlossen bleibt. Gemäss Grubenplänen sollte hinter dem Betonmäuerchen die Zone West der Sohle B erreichbar sein indessen, wie erwähnt, der Beton respektive die Erbauer wollen uns den Weg definitiv verwehren.

Interessant auch hierbei, ich lag im Glauben der Lastwagenstollen solle von Tag direkt die Sohle C erschliessen doch diese Zimmerung und die Tatsache dass bedingt durch Absenkung zwischen Holzbau und Humus, die Sicht offen stand, lief Zweifel zum Lastwagenstollenverlauf aufkommen. Wir konnten die Humusschicht an 3 weiteren Stellen überklettern und immer wieder erreichten wir weitere Stollenverläufe wenn doch diese nur von kurzer Länge. Ergo gibt’s tatsächlich einige Unstimmigkeiten zum Originalgrubenplan den diese 3 Stollenstummel sind nicht erwähnt.

Bergwerk Felsenau

Meine Zeichnung, wenn Grossformat gewünscht so bitte den Plan anklicken, zeigt die bis anhin erkundeten Stollen. Beim vermuteten Lastwagenstollen, welcher mit etlichen Humus-Strassendreckgemisch verfüllt ist, bin ich mir nicht sicher über deren Verlauf. Meiner Beurteilung nach schneidet dieser sehr wohl Sohle B sinkt indes ab bis ins C. Stellenweise muss folglich dieser Stollen 10 und mehr Meter Hochprofilig sein. Folglich könnte ein genauso hoher Erde-Müllhaufen sich auftürmen. Klar ist, ich bin kein Lastwagen und auch wenn ich einer wäre, ein durchkommen über diese Route ist unmöglich. Somit führt als sicherster Weg ins C der Bremsberg doch da wir wissen das C bis fast aufs Dach Wasservoll ist, bleibt uns C nach wie vor verborgen.

Auf dem Weg zurück erkunden wir alle fahrbaren Seitenzweige im B und finden allerlei Schächte die, klar Wassergefüllt, auch die C Sohle erschliessen.

Bergwerk Felsenau

Dieses Gestell respektive der darunterliegende Schacht führt zwar auf gleiche Höhenebene wie C doch das angeschlossene System ist getrennt von C als Entwässerungsstollen amtend. Der hier vergessene Habegger Seilzug tat vielleicht in letzten Zügen eine gerettete Tauchpumpe emporziehen. Tatsache, am Schachtkopf liegt eine Druckleitung mit durchtrenntem Druckschlauchstummel.

Übrigens finden sich auch auf Sohle B, entgegen einschlägiger Literatur, Indizien für eine erfolgte Champignon-Zucht vielleicht diese aus alten Tagen knapp nach 1950.

Alleweil wissen wir, das Wasser variiert, vielleicht wird in Trockenzeit gar Sohle C Wasserfrei. Über den Bremsberg geht’s, an einigen fetten Brocken vorbei, ohne grosse Probleme ins nächsttiefere Level. Ob dies Wasser je C offenbaren wird indes stell ich in Frage, das Grundwasser, respektive der Rheinpegel, kommt bereits empfindlich nahe.

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