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Bliberg Schmitten

Ein schöner Ausflug in eine reich ausgewachsene Industrieanlage des 19ten Jahrhunderts solle hier mein Plätzchen füllen. Wir, Sepp, Matti und ich, nennen den Samstag bei herrlichem Sonnenschein der unserige.

Luisa im Bliberg

In Luftiger Höhe, bei rund 2000 Meter über Meer scheint der Schnee nicht weniger zu werden trotzdem, eine prächtige Berglandschaft tut sich auf. Da dies, auf 2500 müm angesiedelte, Industrierelikt teils ausgiebig Dokumentiert ist, will ich mich hauptsächlich auf die schönen Bilder konzentrieren und, äh, nen Selfie darf an dieser Stelle unter gar keinen Umständen fehlen.

Bliberg

Und schön geht’s gleich weiter bei reichlich Schnee und absolute Himmelsklarheit während des beschwerlichen Aufstiegs.

Bliberg

Auf rund 2500 Meter die ersten Gebäudereste die einst von regem Bergbautreiben zeugen. Zwei noch auffindbare Mauerrechtecke verfügen über stattliche Seitenkanten von über 10 Meter. Die Mauerstärke ist noch gut und gerne 50 cm dick. Der Legende nach solle einst um 1920 im einten Gemäuer noch ein Stahlofen gestanden haben. Auch so solle seitlich der einten Ruine ein Holzdepot bestanden haben. Beides ist heute offensichtlich weg. Nun die Legende besagt weiter dass um die Jahre 1920 ein armer Aroser sich des Heizgeräts bemächtigte und dieses, eben, nach Arosa schleppte. Es sei, dies muss gesagt werden, heute, diese Leistung bei weitem ein Reinhold Messner übersteigend den nach Arosa führen rund 8 Kilometer Wegdistanz bei 1000 Höhenmetern und so ein Heizgerät wiegt ohne Umschweife gute 40 Kilo plus. Ob das Holz der gleiche Sportler übers Welschtobel nach Arosa schleppte, ist nicht weiter bekannt.

Any, eigentlich ist mein Ziel die Bleimine im Bliberg. Dieses Untertagewerk, sich mittels Halde oberhalb der Gebäuderuinen ankündigend, blieb nicht lange des Verborgenen.

Bliberg

Mundloch Ahoi,
gesagt sei, dies edle Bergwerk wird seit vielen Jahren von Rich Item gepflegt. Wiederentdeckt war dies, seit 1848 stillgelegte, Werk am Tage meines 2 Geburtstages also, 17 August 1967. Bis heute waren viele Hände und Tage von Nöten um den Zugang wieder zu gewährleisten. Das Eingangstor ist verschlossen und Schlüsselhalter ist Richi Item Junior welcher, heute, in Nachfolge seines Vaters, die Pflege dieser Untertageanlage übernahm. Wer Einblicke in dies Geheimnis erhaschen möchte kann sich bei Richi Item über dessen Webseite www.erzgruben.ch melden. Zeitweilig bittet Richi interessante Führungen in dies Relikt an. Unser Team indes war einzig mit Schlüssel unterwegs dafür fuhr uns Richi in nahe 1976 Meter über Meer hoch. So standen uns nur noch 600 Höhenmeter zwischen drin, in diesem Sinne, nochmals, ganz liebs Dankeschön fürs Hochfahren und Abholen.

Bliberg

Zurück ins dunkle Untertägige. Nach rund 10 Meter Förderstollen, im Bild rechts, öffnet sich eine wuchtige Halle die nordwestlich allmählich aufsteigt.

Bliberg

Zerklüftete Gänge bilden im Abbaufeld bizarre Lichtspiele. Immer wieder sind Abwurfschächte in die unterhalb liegende Förderstrecke getrieben worden. Kurze Durchschlüpfe lassen auf ehemalige Förderstrecken schliessen. Noch heute sind an eingen Stellen feine Bleiglanzäderchen zu beobachten.

Bliberg

In einem der oberen Stollenwerken ist noch eine prächtige Bühne, Baujahr 1848 oder früher, erhalten.

Bliberg

Im obersten Hallenbereich weitet sich in der Decke eine verschlossene, äusserst gefährliche Tagöffnung. Einer der Stützbalken ist gebrochen und der Deckel droht herunter zustürzen. Die im Bild sichtbare Fahrte (Leiter) ist auch so aus dem Bergbaunachlass um 1848 und nahe der Tagöffnung stehend. Zwar ist die Leiter nimmer zu verwenden doch noch heute als eine solche zu erkennen. Auch so, noch an der Fahrte wiedererkennbar, die saubere Holzarbeit aus damaliger Bergbauzeit.

Bliberg

Klar, auch auf dieser Tour mussten wir wieder dem Taschenlampenversenken frönen. Diesmal sind wir wieder auf der Hauptstrecke an einer Sammelgrube die wahrscheinlich ursprünglich als Suchschacht diente.

Bliberg

Wieder auf Tag die Ansicht in die Bildmittig sichtbare, heute noch abgedeckte, Tagöffnung. Sichtbar die eindeutigen, Auftageabbauten die einst zur Entstehung dieses Grubensystems führten. Wahrscheinlich war die Tagöffnung das allererste Bergwerk welches sich anfänglich vertikal dem Bleiglanz folgend in die Tiefe schlängelte. Erst grössere, mit fundiertem Bergbauwissen, arbeitende Gewerkschaften, fuhren die Erzschichten mittels horizontale Stollen an. Diese Unternehmungen dürften auch so eine gewisse Mechanisierung in Form von Schienen und Grubenhunten eingebracht haben.

Bliberg

Kleine Ministollen, kaum 5 Meter lang, finden sich auch immer wieder oberhalb und unterhalb der Hauptgrube.

Die Karte von 1888 zeigt etliche damaliger Überbleibsel auf Bliberg wenn doch diverse Stollenpositionen nicht über jeden Zweifel erhaben sind. Einige Stollen sollen vor Ort nicht logisch erscheinen wiederum anderen Untertagewerken fehlt die erklärende Halde. Der Plan, auch nicht unbedingt über jeden Zweifel erhaben, der letzten französischen Bergbaugesellschaft auf Bliberg, zeigt ebenso ein Hauptwerk und diverse unbedeutende Stollenbauten. Klar ist, es standen einst weitere Hochbauten auf Bliberg. So solle auch, gemäss Plan der Franzosen, ein Vorbau, ein Pochhaus, vor dem Stollen des Hauptwerks gestanden sein. Die Siegfriedkarte 1888er wie auch, von Richi Senior, gefundene Holzspuren bestätigen diesen Vorbau.

Bliberg

Plan gross machen, Plan anklicken

Wahrscheinlich wird auch mein Plan, welcher sich an die Version von Boudehen ,1847 anlehnt, einige Fehler mit einkopiert haben. Ich habe diesen versucht anhand von Satellitenbilder nach Norden auszurichten und farblich aufgepeppt. Soweit ersichtlich waren erste Abbauten, berichtet wird ums 15. Jahrhundert, oberflächlich auf Tagbaustellen. Eine dieser Tagbaustellen schien, bei zunehmender Tiefe, zunehmend ertragreiche Bleiglanzstücke offenbart haben womit ein Schacht in die Tiefe wuchs.

Erst in der Epoche der Vorindustrialisierung und Industrialisierung wurde das Bleiglanzvorkommen mittels Horizontalen Stollen angefahren. Der tiefste Stollen, nahe der Unterkunftsbaracke, könnte der letzte, jedoch nie vollendete Versuch gewesen sein dass Vorkommen nochmals 20 Meter tiefer anzufahren. Der Stollen solle kaum 80 cm breit sein und selten über nen Meter Profilhöhe verfügen trotzdem zeigt der Bau geradewegs aufs Hauptwerk. Obschon ich nicht die Möglichkeit einer Befahrung dieses Tiefenstollens hatte, scheint mir eindeutig, die Bleiglanzausbeute lies zu wünschen übrig währenddessen die Vortriebskosten den Hauptgrubenertrag verschlungen.

Die französische Gesellschaft, die Unsummen in Infrastruktur, Wege, Verhüttungsanlagen auf Schmelzboden und Gebäude investierte, gab 1848 auf.

Mehr zum Bliberg und deren Geschichte auf Richis Homepage www.erzgruben.ch

Und ja, ganz zuletzt,

Pokemon auf dem Matterhorn

keine Sorge, Pokemons gibt’s definitiv nur auf nem Matterhorn.

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