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Goppensteiner Unterwelten

Mal wieder eine längst verhängte Goppensteiner Geschichte zu neulicher Befahrung jener Bleiminen am Rotengraben. In Begleitung einer lang bekannten Freundin galt unser Interesse hauptsächlich den letzten Relikten aus Ära Dionisotti 1946 bis ca 1965.

Bleimine Goppenstein

Die von Dionisotti wieder eröffneten Stollen liegen unter anderem in stattlicher Höhe zwischen 1800 und 1890 über Meer. Der Aufstieg ist heftig und Steil zugleich beginnt doch dieser ab Parkplatz 1216 müm. bei nur 2 Km Horizontaldistanz. Noch immer steht die Bergstation der Seilbahn, dem Zahn der Zeit trotzend, unverrückt an seinem Platze.

Bleimine Goppenstein

Die aufwendige Abbraum-Gleisanlage indes ist teils schweren Erdrutschen zum Opfer gefallen. Im steilen Hang finden sich immer wieder vergessene Zeugen jener letzten Betriebsepoche.

Bleimine Goppenstein

Stollen sind an Stelle Dionisotti etliche offen, dieses Exemplar jedoch könnte aus Vorzeiten stammen.

Bleimine Goppenstein

Dieses Stollenwerk mit dessen filigranen 60er Schienen stammt wenn doch eindeutig aus genannter Dionisotti-Ära. Im Innern folgt ein Abwurfkanal fürs wertvolle Bleiglanz welcher die Strecke 1820, Seilbahnnieveau verbinden solle.

Bleimine Goppenstein

Auch so im Stollen Rollenschnauzen die ein oberes Feld erschlossen. Wie jedoch die Spuren zeigen waren Dionisottis Erfolge eher bescheiden. Bleiglanz tritt mir als Leihen nur sehr sporadisch vors Sichtfeld und auch die Zeugen des effektiven Abbaus lassen auf ein riesengrosses Pleiteunternehmen schliessen. Alleweil ist oberhalb der Rollenschnauzen einzig eine kurze Erzbandauffahrung gebaut. Das Erzband wiederum konnte ich kaum erkennen.

Bleimine Goppenstein

Nicht minder Interessant die Talstation mit spektakulärer Verarbeitungsanlage auf 1237 müm

Bleimine Goppenstein

welche aktuell allmählich in der Wildnis versinkt.  Im Bild die Schütteltische der Flotationsanlage.

Ein gelungenes Highlight war die Befahrung des lang ersehnten Tiebelstollens  welcher am oberen Ende der Verabeitungsanlage startet. Dieser Stollen stammt, wies der Name sagt, auf Ingenieur Tiebels Epoche welche um 1902 dessen Blüte feierte. Leider lang auch Tiebel, mit dessen wuchtig überdimensionierten Bergbau-Infrastrukturen, weit unter den Erwartungen. Der Stollen indes sollte, über alle weiteren Bergbauepochen hinweg, immer wieder Neuaufwältigung und Pflege erfahren.

Bis anhin war mir der Besuch des Tiebelstollens bei 50 cm Wasser eine definitiv zu nasse Angelegenheit doch diesmal schienen mir die Barbaras wohlgesinnt zu sein und das Wasser war zeitig nur minimal überm unteren Pressluftrohr.

Bleimine Goppenstein

Auf dem Rohr tänzelnd konnte ich, trockenen Fusses, somit beide Wasserstauungen überbrücken bis ins Tiebelsystem.

Bleimine Goppenstein

Nach 200 Stollenmeter gabelt sich das Werk ein zweitmalig in Hauptstrecke und Abzweiger.  Diesmal die oft erwähnte Verbindung zum Dahlstollen als Bremsberg. Leider ist bald, nach 15 Meter, unwiderrufliches  Ende,  der Bremsbergstollen ist bis Stollendach mit Wasser gefüllt.

Bleimine Goppenstein

Staunenswert, die Bremsbergseilwinde die noch immer, auf verfaulten Querhölzern, oberhalb des Hauptstollens thront. Die zahlreichen Drahtseilwindungen auf der Trommel lassen auf ein sehr tiefes Gesenk schliessen.

Bleimine Goppenstein

Bald kreuze ich, an nächster Verzweigung,  die oben an mir fliessende „Roti Lowina“.  Wuchtiger Regenfall im Stollen erklärt die Herkunft des Wassers. Die schützenden Wellblecher sind leider vom Gestell gefallen womit ich diese Wasserschlacht, der linken Strecke folgend, auf mich nehmen musste. Der rechte verstürzte Abzweiger indes sparte ich mir auf kommende Besuche auf. Ob dieser weiterführt bezweifle ich, viel eher vermute ich eine verfüllte Abwurfvorrichtung.

Bleimine Goppenstein

Kleiner Plan zur Verdeutlichung, gross machen, Anklicken. Quelle Kartenbasis map.geo.admin.ch

Der rote, orange und gelbe Stollen stammt aus der Tiebelära. Die höher liegenden Stollen, in Pink dargestellt, sind der letzten Dionisotti-Ära zuzuordnen. Am Tiebelstolleneingang, oberhalb der Lötschbergverladestation, liegt die aktuell gut versteckte Aufbereitungsanlage, diese auch aus der Dionisotti-Epoche. Im Berg sollen bis 2200 müm noch etliche Stollen aufgefahren worden sein die ich indes nicht weiter kenne und auch, meines Wissens, sehr schwierig zu erreichen seien.

Vorgeschichte zum Goppenstein Bleibergwerk
Goppenstein die Zweite

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