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Bergbaueinsichten Brenden

Ein grosszügig bebilderter Reisebericht wieder eines ehemaligen St Blasien Reviers, wobei dies Historisch nicht eindeutig belegt ist.  Also nochmals eine mögliche Fortsetzungsgeschichte, die mit auch die Grösse und vor allem den Reichtum  der damaligen Klostergemeinschaft begründet indes will ich, auf dieser Geschichte,  hauptsächlich Einblicke in den neuzeitlichen Bergbau gewähren. Der Beginn des 18. Jahrhunderts läutet das definitive Ende mächtigen Einflussnahme damaliger Klostergebiete ein. Industrieinvestoren  übernehmen allmählich die Schwarzwälder Erzgruben.

Bei Brenden im Südschwarzwald scheidet ein Schwerspat, Flussspat-Band mit Bleieinschlüssen die Landschaft im 7.5 Grad Azimut.

Revier Brenden

Dieses Erzband ist an verschiedenen Stellen, in verschiedenen Zeitepochen, angefahren worden. Noch heute kann man das Erzband, den zahlreichen  Aufbrüchen folgend, in der Landschaft präzise nachvollziehen. Etliche Tagebauschlitze zeugen von reger, wahrscheinlich spätmittelalterlicher Bergbautätigkeit.

Einige dieser Schlitze sind in später Zeit erneut aufgewältigt worden.

Revier Brenden

So auch dies Exemplar welches auf 3442529/5288907 erkennbar rund 15 Meter in die Tiefe ragt. Meine Begleiter und ich glauben, im Gegensatz zu  Hegle Steen, Autor Bergbau auf Lagerstätten des Südlichen Schwarzwaldes, dass dieser Schacht im 20. Jahrhundert als Lüftungsschacht erweitert wurde. Heute indes scheint dies Werk, der Nase nach zu urteilen, als Tier-Friedhof zu dienen. Man erkennt noch an einer Abflachung  die Wirbelsäule eines verstorbenen Säugers.

Nahe der Mettma liegt ein sauber Betoniertes Mundloch mit neuzeitlichem Gittertor  am Berghang.

Revier Brenden

Obschon die Gitterstäbe elegant durchgesägt sind, ich bin mal wieder Unschuldig, mündet dies Stollenwerk nach wenigen Metern im endgültigen Versturz. Interessant ist, das Mundloch sitzt westlich versetzt zum Erzgang.

Revier Brenden

Am Erzverlauf indes wird, nahe dem vergitterten Mundloch, baldig eine weitere Öffnung sichtbar die unmissverständlich zur Erkundung ruft.

Revier Brenden

Im Innern des Parallelstollens, wahrscheinlich Baujahr 19. Jahrhundert, sind vor einer Einbruchstelle einige moderne Lüftungsrohre deponiert. Die Rohre passen eindeutig zum vergitterten Mundloch und so ist auch schnell der Verbindungsstollen in die moderne Hauptstrecke, Baujahr um 1950, gefunden.

Revier Brenden

Die Hauptstrecke, ausgestattet mit 60er Schienen, Pressluftleitung und Drehstrom-Taltkabel , ist in Tagrichtung nahe Mundloch auch inseitig unmöglich passierbar.

Revier Brenden

Bergseitig folgt eine Lochblechverzimmerung die mit kleinem Durchschlupf  versehen ist.

Revier Brenden

Dem Durchschlupf folgend wird wieder ein Stück des alten Stollens fahrbar. Beidseitig ist dies Stollenwerk auch wieder unwiderruflich verbrochen. Indes schneidet dieser kleine Abschnitt ein Querschlag aus alten Tagen.

Revier Brenden

Eine Datierung dieser Haue erscheint schwierig zumal kaum ausmachbare Arbeitsspuren sichbar werden. Grob geschätzt könnte dieser Querschlag noch aus Sprengstofffreier Zeit stammen. Die Stollenhöhe ist minim und zeugt von allbekannter Klösterlicher Nächstenliebe gegenüber Besitzlosen.

Revier Brenden

Zurück in der modernen Hauptstrecke scheint Wasser allgegenwärtig zu sein umso mehr erstaunt bin ich ab des gutem Zustand der H-Träger-Lochblechauszimmerung.

Revier Brenden

Wenig Meter Bergwärts, wahrscheinlich in einer weiteren, ehemaligen Verbindung zu alter Hauptstrecke, man beachte den zugemauerten Stollen hinter dem Gestell, liegt die Sprengkammer mit zusätzlichem Zündersafe. Beides scheint nicht allzu fortschrittliche Schlisstechnik genutzt zu haben. Bei unserem Besuch indes waren beide Türen offen und die Spassmacher bereits weggeräumt.

Revier Brenden

Alte, ehemalige Strecke und neue Strecke treffen sich ab etwa 80 Meter Bergtiefe. Auch an diesem Punkt ist die alte, aus 19. Jahrhundert stammende, Grundstrecke verbrochen. Diese im Bild recht in den Versturz führend. Nun befindet sich der 20. Jahrhundert Stollen im Schwerspat, Flussspat-Band. Insbesondere der Schwerspat schien in der letzten Abbauperiode zu interessieren. Die par versprengen Bleikrümmel  die herumliegen dürften einzig das Herz einiger Mineraliensammler erhellt haben.

Revier Brenden

Wasser ist im Stollen immer noch allgegenwärtig. Die Gummistiefel erfreuen sich des würdigen Einsatzes.

Revier Brenden

In gefühlter tiefer Untertägigkeit, ich unterlasse weitere geschätzte Meterzahlen, folgt eine Stollenverbreiterung mit erstem erkennbarem Bergmännischem Abbau. Am Rand steht ein grosser Druckbehälter welcher viele Presslufthämmer erahnen lässt.

Revier Brenden

Der Blick in die Vertikale zeigt ein erster rund 10 Meter hoher Firstbau mit bergwärz zunehmender Höhe.

Revier Brenden

Nach weiteren Wasserreichen Passagen folgt ein nächster viel grösserer Abbau, diesmal ist dieser Firstbau auf der Hauptstrecke mit, leider ziemlich mittgenommenen, Rollenschanuzen  ausgestattet. Zu unserem Missfallen staut sich das Wasser im Rollenschnauzenbereich auf gut und gerne einen Meter.  Zwar starten wir den Versuch auf dem Pressluftrohr die Wassermassen zu umgehen doch dies Pressluftrohr durchquert eine Felsnase die wir nimmer passieren können. Auch die Idee mit der Wasserabsenkung mittels aufweitung des Wasserkanals ist schnell verworfen. Für uns ist leider an dieser Stelle Schluss.  Zur weiteren Befahrung sind Fischerstiefel notwendig.

Revier Brenden

Auch auf dieser Anlage obliegt das Nutzungsrecht auf die Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH. Beide Feldnummern 42911 und 42931 sind noch, wie aus der Karte des Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau zu entnehmen ist, violette Fläche, auf die Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH eingetragen.

Quellen
Topokartenbasis, udo.lubw.baden-wuerttemberg.de
Konzessionskartenbasis, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau
Historisches, Bergbau auf Lagerstätten des Südlichen Schwarzwaldes Helge Steen

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