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Buffalora Ergänzendes

Nach einigen QGIS-Schiebereien und weiteren Austausch mit beteiligten Mitforschern sind mir nun die Stollennamen des Produktiven Bergwerks bekannt. Auch tretten immer wieder neue spannende Funde die einer Geschichte würdig sind. Klar, im Munt Buffalora liegt ungeahnt viel Geschichte drin. Wenige Industrieanlagen aus der Zeit zwischen 1100 und 1600 sind in solch ursprünglichem Zustand erhalten geblieben.

Stollen Buffalora

Soviel steht fest, es gibt minimum ein produktives Bergwerk welches Eisenerz förderte und eine Vielzahl von Suchstollen wovon der grösste Teil keine nennenswerte Erze zu Tage förderte. Wenige Suchstollen trotzten dem Zahn der Zeit noch bis heut oder sie waren nicht überliefert wieder aufgewältigt worden. Fest steht, von den rund 80 Stollen die Daniel Schläpfer in seiner  Disertationsarbeit erkannt haben will, sind 2 bis 3 offen geblieben oder undokumentiert wieder geöffnet der Rest lang oder liegt noch tief im Schutt.

Die Ersten Bergmännischen Erfolge traten auf Tage am „Crap Gotschna“ dem roten Stein bei 2507 müm auf. Dieser Rote Stein ist ein Eisenerzhaltige Felsblock welcher noch heute gut erkennbar auf Luftbildern wiederzufinden ist. Ab Crap Gotschna begann ein aktiver, immer mehr Untertage-wirkender, Bergbau welcher dem Erzgang unter Crap Gotschna folgte. Crap Gotschna, wissen wir heute, ist der Erzausbiss eines Ganges welcher in Nordrichtung steil fällt.

Halden Buffalora

Über einige Jahrhunderte sind, mit Unterbrüchen, etliche Stollen entstanden welche den Erzgang unterfuhren und somit die Transportlogistik zunehmend verbesserten. Das produktive Bergwerk welcher sich unter den roten Stein grub dürfte rund 10 Hauptförderstollen umfasst haben.  Bekannt sind heute deren 4. Die unteren 2 nennen sich „Sonch Michael I und II“ die oberen sind die genannten „Sonch Rafael I und II“ beide Stollennamen basieren auf neuzeitliche 21. Jahrhundert Namensgebung. Die unteren Halden im Bild könnten zu „Sonch Rafael“ gehören. An den Halden indes sind keine Mundlöcher mehr offen.

Bis Sonch Michael I könnte der Erzgang geführt haben. Sonch Michael I ist in kurzen Abschnitten Fahrbar doch an keiner Stelle sind Anzeichen einer Abteufung sichtbar. Alle tieferen Stollenbauten waren wahrscheinlich gut gebluffte Bauernfängerei denn, das Eisenfieber grassierte in damaliger Bergbau und Händlersiendlung  Buffalora und etliche Abenteurer versuchten sich im Eisenschürfen. Währenddessen, so berichtet „CAMPELL“ um 1571, das ansässige Wirtepaar im Dorfe Buffalora sich der Dieberei und des Raubtums betätigte.

Halden Buffalora

Wer den Blick in die untenstehenden Bergwerksanlagen schweifen lässt wird, mit bescheidener Phantasie, unsäglicher Arbeits- und Materialaufwand anno 1560 wiedererkennen und dies ohne erkennbares Resultat. Manche der heute aufgewältigten Stollen, etwa „Scheraweg I“ messen über 200 Meter Länge ohne den Hauch eines Erzkrümelchens.  Der Erzgang, so kann ichs heute zurückverfolgen, wäre wenn überhaupt,  erst ab einer Stollentiefe von rund 400 Meter auffindbar. Die 400 Stollenmeter ohne Gewinn hätte auch damals jede Gesellschaft in den Ruin getrieben. So muss sich auf Buffalora ein illustres Grüpplein schlauer Händler, rauer Bergleut und diebischer Leut zusammengefunden haben. Der 3 Länderknoten, Bormio, Sta. Maria, Zernez war aber zweifelsohne auch Handwerkskunstdrehscheibe und vermutlich Testgelände moderner ferner Bergbau und Hüttenkunst.

Während vermutlich die Pächter der rund 40 unteren Stollenbauten sämtliche Investitionen in den Schutt setzten rollten die Erzgefüllten Hunte auf den oberen Anlagen.  Der heutige Einstieg ins produktive Bergwerk erfolgt über, einen Schacht Baujahr 2017, welcher die Nebenstrecke „Sonch Rafael I“  anschneidet.

Sonch Rafael I

Sonch Rafael I ist mit Holzlauf-Schienen für Mitteldornhunte ausgestattet, soweit nichts aussergewöhnliches, den alle grösseren Strecken sind mit diesem System ausgebaut. Einzig,  unser Einstiegs Sonch Rafael I fährt keine Erzlager an.

Alter Mann Sonch Rafael I

In Sonch Rafael  I führt ein Nebenstollen, ohne Erkennbaren Grund, durchs taube Gestein wieder Richtung Norden. Der Stollen ist gekennzeichnet mit Andreaskreuz, welches in Bergmannssymbolik auf die Gefahren des alten Mannes aufmerksam macht. Wie üblich im Mittelalterbergbau, folgt auch Sonch Rafael I grösstenteils einer weichen Verwerfung. Einzig der Seitenstollen, wie auch gegen Ende des Hauptstollens, ist ins Harte Gestein gearbeitet worden. Unser Sonch Rafael I endigt an harter Felsfront in eine Schachtanlage die auf die Förderstrecke Sonch Michael II knüpft.

Der Einstiegs- Sonch Rafael I kennt keinerlei, respektive nur sehr bescheidene Erzzeichen, die Erzfelder öffnen sich ab Laufmeter 100 an Aufwärts. Sonch Rafael I bis Schachtanlage erreicht die 100 Meter nicht. Im Innern des Bergwerk indes wird eine klare Struktur symmetrisch angeordneter Förderstollen ersichtlich.  Es gibt’s also, tief im Berginnern, eine zweite Sonch Rafael I Strecke die über einen separaten Zugang verfügte.

Es gibt’s somit ein Sonch Rafael I welcher uns als Zustieg dient und ein Sonch Rafael I welcher damals den Bergleuten als Transportstrecke diente.

Ich glaube der Sonch Rafael I wie wir in kennen hätte die Transportstrecke Sonch Rafael I anfahren sollen. Wir wissen nicht wie die Sonch Rafael I-Transportstrecke erschlossen war. Es könnte sein das der Aushub mühsam mittels Schacht ans Tageslicht gezogen wurde. Das Bergwerk zeigt eindeutige Zeichen periodischer Modernisierungsarbeiten. Der Transport war bei Stollenlängen um die 500 Meter richtig en Problem. Steigungen mit prall gefüllten Grubenhunten schmälerten den Gewinn eines Bergbaubetriebs teils massiv. Immer wieder treffen wir Rolllöcher und Abwurfbrücken die auf eine gewollte effiziente Transportlogistik hinweisen.

Unser Sonch Rafael I, so meine Theorie, hätte auf den Transportstollen Sonch Rafael I treffen sollen doch auf dem Weg dorthin machte sich hartes Gestein breit. Währenddessen entsteht, eine ebene Tiefer, heutiger Sonch Michael II. Die Schachtverbindung zwischen Sonch Rafael I und  Sonch Michael II sollte als Feuersetzkamin amten um Sonch Michael II wie auch eventuell Sonch Rafael I mit Feuersetztechnik Vorzutreiben. Heute ist Sonch Michael II eine, zwar zeitweilig verstürzte aber eindeutig leicht fallende Förderstrecke mit klar erkennbarer Halde.

Und auch die nächsttiefere Strecke war, soweit wir dies beurteilen können, durchgehend leicht fallend ohne Schacht Tageführend.

Die höchste uns bekannte Strecke des Werkes ist Sonch Rafael II indes, eindeutig erkennbar, weitere Strecken oberhalb.

Klar ist, Sonch Rafael I unser Zustiegsstollen endet genau an der Schachtanlage. Das Vorhaben diesen weiterzutreiben mit Hilfe des Mürbemachenden Feuers wurde nie realisiert.

Plan Minieras da Fiern

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Bestückt mit aktuellen Angaben lässt sich die Grubenstruktur, auch ohne Umfangreiche Vermessung, rudimentär recht gut zurückverfolgen. Die 4 Abbaufelder scheinen plausibel und auch die 4 Tageführenden Strecken sind einleuchtend. Sonch Rafael I bleibt unterteilt in Förderstrecke und vermutet Feuersetzstrecke.

Plan Minieras da Fiern

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Im Luftbild die erkennbaren Halden mit dazugehörigen Stollenwerken.

Plan Minieras da Fiern

Plan gross machen, Plan anklicken.

Auch die Schnittzeichnung darf sich einiger Anpassungen erfreuen. Neu sind die Namen klar und auch das Konstrukt der zwei Sonch Rafael I-Strecken erscheint mir plausibler den je.

Und abschliessend Buffalora wird, so fürchte ich, noch viele Geschichten beinhalten.

Die Vorgeschichten:
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora

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