oder es ist aller Tage Weihnachten
Und wieder eine Bergbaugeschichte, ich kann ja unmöglich aller Tage bessere Welten bauen also freue ich mich auf aller Tage Weihnachten.
Auch wieder das legendäre Bergbau-Unterland-Wochenende, immer noch im Val de Travers. Ursprung dieses Objektes, eine Heiligabend-Befahrung, konkret am 24.12.2018.
Und wie üblich viel geile Untertagebilder also viel Untertagebilder und wenig Bla.

Bei so viel Taschenlampen war Lichtspiel Pflicht und der Ventilator Wetterstrecke ein willkommenes Bestrahlungsopfer.

Das ehemalige Zementsteinbergwerk diente in letzter Phase als weitläufige Champignonzucht. Etliche Artefakte aus dieser Nutzungepoche stehen noch heute in den Spitzbetonierten Hallen rum,

was Inspirationen schafft zu kunstvoller Ausleuchtung.

An der Decke hängt noch ein Plastiklüftungskanal mit viel Effektpotential.
Aber eigentlich galt unser Hauptinteresse dem Bergbau und weniger der Landwirtschaft.

Zwischen obere und untere Pilzchensohle steht noch der alte Verbindungsschacht, auch wieder clean in Spritzbeton verpackt.

Schön das dies Pilzchen-Bergwerk en kleiner Durchschlupf kennt welcher ins alte 19.Jahrhundert Werk alter Zementsteiner führt.

In dieser Zone kommt richtig Bergbaufeeling auf.

Hallen in wuchtigen Formaten mit kristallklaren Bergseen im Hintergrund.

Eine weitere Sehenswürdigkeit offenbart sich mir bei Nach-Befahrung im alten Trakt. Der Hauptförderstollen Nummer 3 ist bei Strassenunterfahrung mit Kunstvoller Verstärkung ausgebaut. Leider ist der Durchgang ins noch ältere Untertagewerk zugemauert.
Ziel meiner Nachbefahrung lang eigentlich an ganz anderem Eck. Damals als unser illustres Grüppchen jedes noch so kleine Loch durchstöberte lang die letzte und tiefste Zone des Bergbaus im verborgenen. Das letzte Feld Nordost war leider unerreichbar. Nach sportlicher Schuttbekletterung fanden wir zwar eine Tunnel der das Feld, so vermutet, erschliessen würde doch der Tunnelboden lang rund 2.6 Meter unter uns und eine Leiter um durch den schmalen Spalt ins Tunnelinnere zu gelangen fehlte.
Nun eine erneute Befahrung mit fleissigen Gehilfen sollte dies Rätsel knacken und die Leiter an Ort und Stelle schaffen.

Mit Hilfe der mühsam in Position gebrachten Stahlleiter gelang uns den Einstieg ins Tunnelreich.

Dem Tunnel, ca. 70 Meter, und einer, ca. 40 Meter langen, Versturzzone folgend erreichten wir, mein Begleiter und ich, dies mächtige Bergwerk. In quadratisch angeordnetem Pfeilerbau sich kaum Verstürze ausmachbar. Dieser Bergwerksteil verfügte über elektrisch Licht, Lampen hängen hin und wieder an den Isolatorenträgern. Leere Sprengstoffkisten wie auch alte Blech-Fässer stehen sporadisch rum. Ausser den Schienen schien alles noch beisammen zu sein. Diverse Jahreszahlen, zwischen 1941 und 1949, mögliche Hinweise auf die Auffahrungsjahre, finden wir an den Wänden.
Die Entfernung Stollenbrunst zu Mundloch Hauptstrecke 2 liegt bei 1.2 Kilometer.

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Mein QGIS-Plänchen visualisiert die Bergwerksausdehnung soweit mir bekannt. Die gelben Punkte markieren unpassierbare Verstürze in wichtigen Strecken. Die blauen Glück-Ab-Symbole markieren unbefahrbare Mundlöcher. Die roten Glückauf-Zeichen stehen fürs offene Mundloch doch effektiv Zugang in die grosse Untertagewelt gewährt nur noch Mundloch 5 ganz im Osten.
Der vollständigkeitshalber eine kleine Aufzählung der Zugänge von West nach Ost:
- Hauptstrecke 1 = Heute Wasserreservoir
- Hauptstrecke 2 = Schiesskeller bis zu gelbem Punkt
- Hauptstrecke 3 = Aussen verstürzt / innen Zugemauert nach Strassenunterfahrt
- Hauptstrecke 4 = Aussen verstürzt
- Hauptstrecke 5 / Ehemals Wetterstrecke = Befahrbar bis Schluss
Und der Weihnachtsbeitrag gibt’s unter Saint-Sulpices Zementer und weitere Pilze
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