Eine Geschichte die seit geraumer Zeit auf Publikation wartet hier in Kurzform schnell zusammengestellt. Ein Ort der, in seiner beeindruckender Grösse, tiefe Einblicke in die Koloniale Eisenerzgewinnung am Fusse der „Sierra de los Filabres“ gewährt. Und ein Ort vergessen jeglicher Zivilisation. Kurz, ein bedeutender Montan-Industriestandort der Zeitepoche Ende 19. Jahrhundert / Anfang 20. Jahrhundert.

Bild, Silo
Und, lohnenswerte Bilder, schlicht eine Geschichte die sich zu erzählen lohnt.
Im engen Tal des Arroyo del Verdelecho steht eine markante Röstofengruppe.

Heute stehen noch zwei von drei, rund 8 Meter hohen, Röstöfen. Der dritte Ofen fiel vor einigen Jahren still und unerwartet in sich zusammen.
Die Ofengruppe gehört zu einer wichtigen Eisenerzsammelstelle die Erze von verschiedenen Bergwerken, klassischer Erzgangstollenbau, einsammelte und je nach Qualität weiter verarbeitete, respektive weitertransportierte.

Im Bild, geschmolzenes Schwefel auf der Halde
Namentlich ist das gewonnene Eisenerz stark mit Schwefel verunreinigt was die Qualität und somit den Handelswert mindert.
Mit Hilfe der Ofen konnte der Schwefel heraus geschmolzen werden um qualitativ hochwertigeres Erz zu gewinnen.
Die zwei im oberen Bild ersichtlichen Öfen sind unvollständig. Zur Funktion eines Erzbrandes ist ein obere Stahlhut von Nöten. Leider sind die Stahlhüte, welche den nötigen Wärmestau erzeugten, demontiert.

Kompletter Röstofen mit Stahlturmaufbau im Werk „Lucainena de las Torres“
Ein Exemplar eines solchen Stahlblech-Aufbaus findet sich in der rund 40 Kilometer entfernten Eisenerz-Mine „Lucainena de las Torres“.
Doch die Arroyo del Verdelecho-Anlage war mehr als nur Röstanlage.

Oberes Erzsilo, mittig Ofen, rechts im Bild Betriebsgebäude.
Ein komplexes System verschiedener Silos, 60er Bahnen und Seilbahnen ermöglichte die effiziente Sortierung der Eisenerze nach Qualität und nötigen Weiterverarbeitungsschritten.

Gesamtanlage mit Umladestellen und Silos.
Die Arroyo del Verdelecho-Anlage war Knotenpunkt verschiedener Erzzulieferer aber auch Bergwerksbetrieb mit einer 2000 Meter langen Hauptstrecke die einen Erzgang in Süd-Nord-Richtung anfuhr.

Die Hauptstrecke fuhr verschiedene Erzgangabbaustellen an. Die Strecke verfügte einst über ein60er Geleise welches bis, auf Tag mittels ausgedehnter Wendestrecke, das obere Silo erschloss.

Die Abbauten verlaufen vertikal in Höhen bis zu 30 Meter ab Grundstrecke.

In der Luftbildansicht mit einer Rekonstruktion der heute rückgebauten Seilbahnen und Grubenbahnen, wird die Anlage in ganzem Umfang ersichtlich. Um mittels beladener Grubenbahn den Höhenunterschied bis aufs höchstgelegene Sortiersilo zu überwinden, war eine ausgedehnte Wendeschlaufe im flacherem Gelände nötig.
Die in Südrichtung führende, 11 Kilometer lange Seilbahn führte das veredelte Eisenerz an den Eisenbahnverlader „Funte Santa“.
Die Seilbahn westlich ziehend mündete am Bergwerk Pompeyo. Die ein stückweit dem Bachlauf folgende Stollenbahn transportierte per Maultier ankommende Erze der nördlichen Minen Cristina.

Mein Übersichtsplänchen (Karte stand 1895 bis 1910) zeigt die Anrainerminen die Erze zur Arroyo del Verdelecho-Anlage transportierten.
Die Minen waren, entgegen den gehegten Erwartungen, nie wirklich gewinnbringend. Die Erzgänge erwiesen sich als zu mager für die industrielle Ausbeutung. Auch die Qualität des gewonnenen Rohstoffes vermöchte wenig zu überzeugen. Demgegenüber standen massive Aufwendungen, Untertagebergbau, Transportwege und Brennholzverschlingende Röstverfahren.
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