Da ich neulich mich der Anlage im Verdelecho-Tal annahm und die Geschichte irgendwie ziemlich unfertig wirkte hier en Blick über weitere Berge dortiger Region. Ein Blick auch mit ganz tollen Fotos dortig ansässiger Bergbauanlagen.
In der Sierra de los Filabres verbergen sich unzählige Eisenminen die, Ende des 19. Jahrhunderts den Kolonialen Bergbau einläuteten. Dieser Eisenerzabbau wurde im grossen Masse von Britischen Gesellschaften initiiert, allen voran sticht die „Alquife Mines and Railway Company“ hervor.
Ich kenn, dank verschiedener Erkundungen, einige aber längst nicht alle Minen in der Südflanke Sierra de los Filabres zwischen Gergal und Olula de Castro.

Die Bergwerke liegen mehrheitlich verstreut im unwegsamen Gebirgsgelände. Im 19. respektive anfangs 20. Jahrhundert führte der Transport des mittelwertigen Erzes über ein weitverzweigtes Seilbahnennetz. Ab Seilbahntalstation wechselte das Roherz auf Bahnwagons der Linie Linares – Almeria. In Almeria letztlich gelangte das Roherz auf Schiffe welche die englischen Hochöfen belieferte. Die mir bekannten Minen waren allesamt defizitär. Die Mischung aus Abgeschiedenheit, aufwendiger Transport , und geringer Erzertrag Untertage machten den Bergbaubetrieb unrentabel. Die ersten Betriebe im Gebirge schlossen um 1920 trotzdem blieb die „Alquife Mines and Railway Company“ in der Region bis in die 1980er präsent, dies Hauptsächlich an der Tagebau-Grube Marquesado.
An dieser Stelle einige vom mir besuchte Gruben im Überblick.
Mina de los Malagueños
Die Grube liegt im Westen der Rambla de Gergal.

Noch erhalten ist der Schrägfahrschacht, der 40 Meter tiefe Förderschacht und einige wenige Stollen. Der Erzgang ist mehrheitlich leergeräumt und die Strecken in Folge weitläufig eingebrochen. Im Bild Schrägfahrschacht, ca auf Höhe Sohle 2, Plan gibt’s auf malegenos.pdf
Mina Arturo, auch bekannt als Paco y Yo
Kleine Grube mit markanter Erzader östlich der Rambla Gergal

Die Grube ist noch grösstenteils erhalten und einfach zu befahren. In dieser Abbaustelle dominierte Handarbeit und Handförderung. Strecken sind nicht für Rollwagen ausgelegt.
Gruppe Soria
Dieser Bergabaubetrieb zählt zu den grössten in der Region. Der Erzgang schneidet den Barranco La Val im rechtwinklig.

Zahlreiche Ruinen zeugen von einst geschäftigem Treiben. Stollen sind wenige erhalten insbesondere im Kilometerlangen Abbau ist kein Durchkommen mehr möglich. Der ca 20 Meter tiefe Schacht ist indes noch über Umwege fahrbar. Plan gibt’s auf sir_thomas.pdf (zweiter Plan)
Sir Thomas Querschlag
Noch weiter östlich, ein schmales Tal hinauf zwängend, liegt der lange Querschlag mit Namen Sir Thomas. Auch dieser Bergwerk sticht hervor durch seine Grösse.

Der Querschlag Sir Thomas schneidet zwei Erzgänge, im Bild die Ausmauerung unter Tagnahen Erzgang 1. Querschlag Sir Thomas ist fahrbar bis kurz vor Tagfernem Erzgang 2. Die Abbauten sind grösstenteils verfüllt. Plan sir_thomas.pdf (erster Plan)
Sir Thomas Tagesspalten
Auf rund 120 Meter ob dem Querschlag Sir Thomas finden sich verschiedene Installationen einer früheren Abbauepoche.

Im Bild, Seilbahnverladesilo Seilbahn Soria. Plan entsprechend sir_thomas.pdf (erster Plan)
Mina Cristina
Das Minenareal ist riesig trotzdem zeugen die einzelnen Stollen, fasst alle fahrbar, von sehr bescheidenem und unrentablem Abbau.

Der Erztransport erfolgte über ein unsinniges Bremsberggewirr einer Achterbahn ähnelnd um, im Verderecho-Tal, auf Maultieren weiterzuführen. Diese Maultiere schleppten die gewonnenen Erze weiter zur Seilbahnstation Arroyo del Verderecho.

Bremsberge Mina Cristina, gross machen, anklicken.
Trafostation, Knappenhaus wie auch östliches Minenareal sind für die überrissene Summe von 125 000 Euro zu haben, Inserat https://www.idealista.com/inmueble/107067438/
Mina Cortijo de Jose Maria Martinez
Dies Stollenwerk liegt im Verderecho-Tal an der Route fleissig, zwischen Cristina-Bremsbergverlader und Seilbahnstation Arroyo del Verderecho, pendelnder Maultiere. Der Stollen, obwohl sehr gross und durchaus bedeutend, ist auf keiner Karte aufgeführt. Den Namen Mina Cortijo de Jose Maria Martinez bezog ich auf den Anreiner-Cortijo mit Namen Cortijo de Jose Maria Martinez.

Im Bild die Halde mit darunterliegenden verlassenen Olivenbäumen.
Die grosse Halde lässt ein ebenso grosser, weitläufiger Untertagebau erahnen. Leider fehlte bei unserem Besuch die Schaufel um das verschüttete Mundloch aufzuwältigen. Einzig ein scheuer Blick durch die enge Versturzspalte war uns gewährt.
Heute weiss ich, der Stollen, von mir benannt nach dortigem Cortijo, entspricht der Erzgang-Richtung Pompeyo. Folglich zielt die Fahrstrecke zu den Bergwerken Pompeyo und La Vinagre. Ob die Strecke bis 40 m unter den Schachtkopf La Vinagre oder gar noch weiter bis Pompeyo 2 führt, gilt dies Jahr im April herauszufinden.
Arroyo del Verdelecho
Diese Anlage ist, wie bereits im Vorvorbeitrag beschrieben, dreh und Angelpunkt einiger in der näheren Umgebung ansässigen Minen.

An der Anlage treffen verschiedene Seilbahnen und Saumpfade zusammen. Mittig stehen zwei von einst drei Röstöfen die dem Eisenerz den Schwefel entzogen.

In greifbarer Nahe zur Anlage Arroyo del Verdelecho liegt ein kleines Dorf das einst den Bergleuten von nah und fern Quartier bot. Heute ist diese kleine, halb zerfallene Siedlung Paradies eines jeden Urban-Exers.
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