Flachlandwochenende 2026 Part I

Sie scheinen legendär zu sein, die rede hier, von ominösen Flachlandwocheneden ganz im Zeichen des Bergbaus. Ob nun Flachland hier die richtige Bezeichnung sei, liegt im Sinne des Kartenbetrachters. Das diesjährige Flachlandwochenende führte uns nach Ganna und Umgebung ein kleiner Ort in mitten einer imposanten Berglandschaft zwischen Ponte Tresa und Varese. Trotzdem, die Höhen waren beschaulich was den Titel Flachlandwochenende durchaus berechtigt.

Trotz einigen Fahrkilometern der Ausflug lohnte und die Bergbaurelikte lockten mit spektakulären Anlagen.

Und so nebenbei, bei prächtig südländischer Landschaft sind uns reiche Lostplaces über den Weg gewandert die, auch so, einer weiterer Erkundung bedurften.

Bergbaustandorte Flachlandwochenende 2026

Standorte, wie üblich im QGIS-Plänchen.

Antro delle Gallerie

Ein scheinbar kleines Bergwerk hat im Innern richtig was zu bieten.

Antro delle Gallerie

Mundloch Hauptstrecke

Eine ca. 100 m lange Hauptstrecke führt an diversen Abzweigern, Vertikal wie Horizontal, vorbei. Die Abzweiger bilden ein unübersichtliches, weit verzweigtes Netz an Stollen, die in allen Richtungen verlaufen und verschiedenste Bodenschätze anfuhren.

Antro delle Gallerie

Es liegen kurze Schächte offen die weitere tiefere Strecken erschliessen.

Antro delle Gallerie

Grössere Abbaulinsen sind kunstvoll bis Decke versetzt.

Über die Bodenschätze wie auch über die Geschichte des Bergwerks herrscht etwas Unklarheit. Dem heutigen Betrachter eröffnen sich keine abbauwürdigen Reichtümer. Die Annahme wonach dies immer so war und dies Bergwerk nie die grossen Erträge hervorbrachte scheint naheliegend.

Genannt wird als primäre Rohstoffe, Siderit, Bleiglanz oder auch Galenit.  Es solle einst um 1500 eine Konzession auf Gold und Silber auf dies Bergwerk, erteilt worden sein. Der Sandstein, welcher im Berginnern allgegenwärtig ist, fand teilweise Verwendung in Regionalen Glasmanufakturen.  Auch übers Alter der Anlage gibt’s reichlich Uneinigkeit. Es wird berichtet von römischen Ursprungs doch schlüssige Dokumentation fehlt. Die Römer betrieben an verschiedenen Standorten in genannter Umgebung Blei-Bergbau.

Die Stollen zeugen indes von verschiedenen Bergbauepochen unter Einsatz verschiedenster Fördertechniken. Da die Stollen mehrheitlich den Sandstein durchqueren sind vorwiegend Schrämspuren zu beobachten. Mitte des 19. Jahrhunderts endete die, immer wieder unterbrochene, Bergbautätigkeit. Es gibt somit auch keine Anzeigen für Grossindustrielle Förderung.

Steinbrüche von Viggiù

Im beschaulichen Ort Viggiù liegen umfangreiche Untertagesteinbrüche.

Steinbrüche von Viggiù

Der von mir geklaute Plan, weisst einige Unstimmigkeiten auf. Einerseits passt die Nordausrichtung des Grubenplans nicht so richtig zu den bekannten Mundlöchern anderseits stimmen, meiner Meinung nach, die Verknüpfungen der Steinbrüche 1 bis 4 nicht so richtig. Nichts desto trotz eine Übersicht mag das Planwerk zu vermitteln.

Steinbrüche von Viggiù

Die Eingangseinschnitte sind mit Trockenmauerwerk ausgebaut. Viel Moss zeugt von langer Aufgabe der oberen Stolleneingänge.

Steinbrüche von Viggiù

Die interessante Schicht ist etwa 10 bis 20m stark und verläuft etwa 30 Grad ins Berginnere.

Steinbrüche von Viggiù

Bei so viel Licht durfte am diesjährigen Flachlandwochenende die Taschenlampen-Tauchaktion nicht fehlen. Wasser in schmucken Seen gabs immer wieder.

Steinbrüche von Viggiù

Der unterste Steinbruch, Nummer 4 auf dem Plan, ist neueren Datums. Es finden sich allerlei Artefakte aus beginnendem 21. Jahrhundert.

Steinbrüche von Viggiù

Moderne Technik schnitt in dieser  Zone grosse Blöcke aus dem Fels.

Steinbrüche von Viggiù

So liegt noch heute die Drahtseil-Steinsäge verstreut im Untertagebau herum.

Auch über dies umfangreiche Untertagewerk gibt’s historische Unklarheiten. Möglicherweise ist dies Untertagewerk seit der Spätantike bekannt. Im 12. Jahrhundert stammen Steinmetze von Bruderschaft der Comacini-Meister hauptsächlich aus Viggiù.

Zahlreiche Villen in der näherem Umgebung sind mit Elementen verziert die aus den Steinbrüchen von Viggiù stammen.

Teil II folgt demnächst.

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