K20 noch Eine

Ja, bekanntlich, was ich nicht wissen sollte macht mich besonders heiss. Solch Grundgesetz wissen wohl auch Bundesräte, dessen legitimes Recht.

Nun, en Hausfriedensbruch ist mir diese Anlage, angesichts ganz vieler toller Unterwelten, nicht Wert. Nichts desto trotz, en bisschen schnüffeln werd auch ich dürfen.

Und so bin ich neulich auf einen NZZ Artikel mit Namen „Das letzte Versteck des Bundesrats“ gestossen. Dieser Artikel verfügte über viel Inspirationspotential.

K20 im 1995

(Bild: Alessandro della Valle / Keystone)

Das Foto im besagten Artikel bedurfte einer zweiten Betrachtung ehe ich den reellen Unterschied zu meiner Erkundung erkannte. Die Differenz zum jetzigem Zustand liegt in der Bauphase den das Bild aus dem NZZ-Artikel stammt von genau dieser Bauphase. Genannt wird das Jahr 1995.

K20 im 2026

Gleicher Fotostandort bei meiner Erkundung am 3.7.2026 zeigt eine vollständig geschlossene Fassade. Auch die provisorische Brücke ist inzwischen weg. Das Sichtmauerwerk ist ums Brückenlager ergänzt und die Linken 3 Fassanden-Elemente sind eingebaut. Die Bauzeit wird im Artikel mit 1995 angegeben und das Bild von Alessandro della Valle scheint unmissverständlich aus dieser Zeit zu stammen.

Das, mehr oder minder, bekannte Baujahr inspirierte mich wiederum zur Analyse allfälliger Luftbilder aus jener Zeit und da im offiziellen Landeskartenportal einige Zeitreihen an Karten und Luftbilder zugänglich sind war alles nur noch eine Frage des Fleisses.

Baustelle K20

Auf dem Luftbild gut ersichtlich die Baustelle Süd mit der provisorischen Brücke welche in der Frontansicht von Alessandro della Valle auch so abgebildet ist.

Wenn ich nun anhand der Notbrücke und anhand des, auf dem Bild von 1995, ersichtlichem Lichtsignals eine möglichst gerade Linie, den Strassenverlauf folgend, in den Berg ziehe so ist eine neue Hauptstollenrichtig denkbar.

Baustelle K20

Der Schnittpunkt zum Lötschbergtunnel ist näher Tag sowohl ab Tunnelportal wie auch ab Bunkereingang.

Resultierend könnt nun der Bunkerhaupterschliessungsstollen einen ganz anderen Winkel aufweisen.

Baustelle K20

Den zwei von uns erkundeten Stollen könnten somit einer durchaus logische Bedeutung, während der Bauphase um 1995, zuteil werden. Nach wie vor denke ich dass diese Stollenwerke an den Lötschbergtunnel anschliessen doch deren Bedeutung, respektive deren Funktion, dürfte mit dem  K20-Bau zusammenhängen.

Baustelle K20

Auf dem Luftbild am Nordportal Lötschberg von gleicher Bau-Zeitepoche glaube ich Schüttgutwagen zu erkennen die auf Parallelgeleisen stehen oder fahren.

Baustelle K20

Der Geleiseverlauf stimmt mit der Stollenrichtung jener zwei, heute verlassenen Stollen, überein. Auch die bauten aussenrum, gut Sichtbar auf em ALT3D, sprechen dafür. Auf den Luftbild von 1995 sind weitere Bauinstallationen zu erkennen. Zeitgleich sind in Folge sowohl am K20 Portal wie auch am Lötschbergportal diverse Baukräne und Baracken  zu erkennen.

Baustelle K20

Im Wald ist die, im ALT3D ersichtliche, mächtige Portalmauer der beiden Parallel-Stollen einfach zu finden. Im Vordergrund liegt eine Meterhohe Aufschüttung welche die beiden Stollenmünder fast vollständig zudeckt.

Baustelle K20

Aber eben, nur fast.

Baustelle K20

Kurz nachdem die beiden Parallelstollen zusammenkommen sperrt eine Vermauerung die Weiterbefahrung. Es ist anzunehmen dass die Mauer den Zugang in den Lötschbergtunnel sperrt. Entweder liegen hinter der Wand Parallelgeleise die zur Schuttabführung des K20 dienten oder aber hinter der Mauer liegen die regulären Lötschbergbahngeleise welches während der Bauphase auch als Schutttransportgeleise diente.

Die Lokalbevölkerung spricht vom Bundesratsbunker mit einem Bahnhof. So richtig wissen was hinter der Wand liegt wissen wir erst wenn wir ein kleines Löchlein in die KS-Steine gebohrt haben. Ansonsten bleibt die Geschichte weiterhin Geheimnisvoll.

Ich denk aber dass nachdem ich und weitere Neugierige so viel über diese Anlage in Erfahrung brauchten sich wohl kaum ein Bundesrat hier her verkrümeln wird. Viel eher denk ich dass dies, von der P26 damals entwickelte Konzept, einer Verlegung der Regierung ins Ausland durchaus noch Bestand haben könnte.   

Meine Vorgeschichte K20

K20 Bundesratsbunker ???

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