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Blei und Silbermine Gnadensonne

Die Suche nach den vergessenen Silber und Bleischätzen geht offensichtlich weiter. Momentan noch bequem aus dem Sessel heraus erforsche ich die geheimen Gänge in den Zwischenebenen welche bis anhin nur Wenige seit 1800 zu sehen bekamen.

Die Stollen sind nur über vertikale Schächte im Berginnern zu erreichen. Da ein guter Freund und guter Kletterer uns bei der seiltechnischen Erkundung behilflich sein will, bin ich nun diese Expedition geografisch am Aufarbeiten.

Die Frage von wo dies Holzzeugs herkommt, offensichtlich ein richtig zerdebertes Gerüst, und recht viele Steine, lässt mir keine Ruhe. Das Zeugs versperrt knapp den Durchgang des Hauptförderstolles und stammt vom vertikalen Schacht welcher hier auf dem Foto im Hintergrund pfeifengerade nach oben verläuft.

Grubenplan, gross machen, Anklicken

Ein Blick, damals im Sommer 2010, in den schwarzen Schlund trotz Lenser-LED brachte keinerlei Klarheit. Einzig über die Meter, 30 locker, verschwand das Licht. Der rechte Schacht mit dem Fragezeichen auf meinem Plan ist unter anderem Verbindungsknoten zu weiteren Stollen die Anno 1970 rege Blei und Silber zeigten. Was die mir zu Füssen liegenden Gerüstreste erklärt.

Erstmalig jedoch jage ich der Frage nach was hier unten, wo sich der Holzbalken zeigt, im ersten vertikalen Schacht liegen dürfte. Auf meinem Plan habe ich Seitenarme mit Fragezeichen eingezeichnet. Damals bei der zweiten Gnadensonneexpedition glaubte ich so was wie Seitengänge gesehen zu haben. Diese jedoch waren rund 7 Meter tiefer so dass wir unmöglich über die spiegelglatten Wände hintutersteigen könnten. Klar, hier müssen wir auf die Hilfe eines erfahrenen Kletterers bauen.

Der Grubenplan von Anno 1800 lässt einige Geheimnisse offen die nach weiterer Erkundung schreien. Doch wie jedes Erkunden unbekannter Gänge und Stollen erfordert auch dieser Ausflug ins schöne Lauterbrunnental eine gewisse Vorbereitung. Somit wollte ich die Geografie rund um das Stollensystem näher erforschen. Mögliche Zusammenhänge zwischen der Wanderwegtechnisch weit entfernter Grube Gute Hoffnung und der, inzwischen recht bekannten Grube, Gnadensonne wollte ich genauer unter die Lupe nehmen. Die Tatsache das der Hauptförderstollen bis zu 3 Meter Höhe aufweist und doppelstöckig gebaut war,  legt die Vermutung das eine Verbindung zwischen Gnadensonne und Gute Hoffnung über eine mögliche Silber-Bleiader geplant war.

Grubenplan Gnadensonne, gross machen, Anklicken

Ein Winkelexaktes und Massstabsgetreues einfügen des Grubenplans in die Umgebungskarte zeigt das der Hauptstollen Gnadensonne Förderschacht Richtung Gute Hoffnung getrieben wurde. Der Stollen Gute Hoffnung verläuft im Berginnern steil rechts als wäre dortig Richtung Gnadensonne die Ader vermutet worden. Von Gnadensonne aus müssen diverse Stollen  schräg zur Grube Gute Hoffnung getrieben worden sein.

In Gute Hoffnung ist abgebaut worden so wie in Gnadensonne. Eindeutige Abbauspuren indes sind mir nur von Gute Hoffnung bekannt. In Gnadensonne bekam ich bis anhin, bis auf etwas Ausgeräumte Felsspalten, nur die aufwendige Förder-Infrastruktur zu Gesicht.

Abenteuer Trachsellauenen, Links auf meinen Blog
Die Erstgeschiche Das Innenleben der Postkartenschweiz
Die Fortsetzung Gnadensonne

5 Kommentare zu “Blei und Silbermine Gnadensonne”

  1. Sandra-Lia sagt:

    Hm, warum sind die Stollen Senkrecht rauf gebaut? Naja, die hatten damals ja noch ideen^^

  2. Luisa sagt:

    Werte Sandra

    Ist nicht ganz Richtig.
    Die Stollen welche in den Förderstollen Gnadensonne gebaut wurden sind von oben nach unten gesprengt worden. Die Bohrkronenspuren sind noch heute deutlich sichtbar.

    Indes waren nicht alle Vertikale so gebaut worden. Die Abbaugebiete wurden wahrscheinlich mittels langen Eisenlanzen von unten nach oben ausgeräumt. Die typische damalige Bergknappenkopfbedenkung machte also hier durchaus Sinn.

    Wieso von oben nach unten liegt in der Geschichte zu Grunde.

    Erstmals zur Entstehung, die Sondierung

    Die Wissenschaftliche Sondier-Methode
    Damalig waren Gruben anhand von Gesteins und Sollbruchstellenvergleiche angelegt worden. Wahrscheinlich glänzende Steine an den Ufern der Weissen Lütschine wurden an den oben liegenden Felsen verglichen bis eine ungefähre Übereinstimmung gefunden wurde. Anhand dieses Vergleichs wurden folglich Stollen, den Gesteinsadern nach grabend, angelegt.

    Die eher weniger Wissenschaftliche Methode
    In Schweizerzeiten um 1600 war das Wünschelrutenlaufen sehr verbreitet um grosse Mineralienschätze aufzuspuren. In der Schweizer Bergbaugeschichte wird indes nur von wenigen Erfolgen berichtet. Ob in Trachsellauenen so Sondiert wurde entzieht sich meiner Kenntnis, möglich wärs.

    Die Silber und Bleiminen Trachsellauenen beginnen anhand der Namen ableitend wahrscheinlich an der Grube „Beschertes Glück“ auf 636210 / 151610 / 1892 m. Anhand des Namens nehme ich an das diese Mine um 1600 oder früher ausgehoben wurde. Die Funde hier waren eher zufällig was den Namen „Beschertes Glück“ erklären täte. Anhand des bescherten Glücks wurde eine zweite Grube ausgehoben welche ebenfalls ergiebig war worauf diese „Segenzuwachs“ genannt wurde.

    Leider jedoch war das bescherte Glück für, wahrscheinlich die Valser welche das Tal bevölkerten, von befristeten Dauer und es wurde anhand weiterer Steinfunde am Gegenufer der Weissen Lütschine auf die Gnade der Sonne gebaut. Ich vermute anfänglich im Tagbau fanden sich Gesteinsandern welche Richtung Nordwesten in den Felsen führten. Es wurden erste Stollen den Adern folgend in den Felsen getrieben. Zu dieser Zeit wird angenommen dass die Ader quer zum Berg Vertikal verläuft, was perse so stimmt. Der Stollen „Gute Hoffnung“ wird gebaut und Minimenschen, nicht ich und nicht Christina, graben sich durch schmale Spalten Richtung Nordwesten. Der Name „Gute Hoffnung“ ist somit durchaus berechtigt zumal die Hoffnung hier gut war. Ein Auswerten meines Fotomaterials lässt erahnen das weiter oben auch schon gegraben wurde jedoch ohne Glück und folglich auch ohne Namen.

    Anno ca 1760 beginnt eine regelrechte Technikschlacht. Ein automatisches Pochwerk wird an der Weissen Lütschine gebaut. Der Schmied, der Vorläufer des Metallurgenberufsstands, leistet sich ein pikfeines Labor mit allen möglichen Öfen und Essentypen. Und ganz wichtig der Förderstollen, leicht im Zickzack verlaufend, zwecks Sondierung, wird angelegt. Parallel dazu werden die zwei mir bekannten Vertikalen Schächte von den alten Minen „Gnadensonne“ her ausgebrochen. Nachdem die oberen Gruben mit dem untenliegenden Förderschacht verbunden sind, wird ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem erstellt.

    Im Endausbau hätte die Mine „Gute Hoffnung“ wahrscheinlich mit dem Förderstollen „Gnadensonne“ verbunden werden sollen. Inzwischen jedoch liess die Ausbeute nach, demgegenüber stand ein unverhältnismässiger Aufwand um die Silbersteine in Holzschlitten ins Pochwerk zu schaffen.

    Die Mine schliesst in Jahren 1800 und versinkt grösstenteils in die Vergessenheit.

    So, sorry, mein Erguss ist wahrlich etwas länger geraten, vorweg, danke fürs lesen.

    Liebi Grüessli

    Luisa

  3. Sandra-Lia sagt:

    Es ist jedenfalls sehr interessant, und Lehrreich. Danke für deine Mühe und Arbeit.

  4. norbert sagt:

    gelesen!!

  5. Luisa sagt:

    Werter Norbert

    Gratuliere zu Deiner Ausdauer.
    Zweifelsohne der Gnadensonnenerguss ist nicht von geringer Länge.

    Liebi Grüessli

    Luisa

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