WWW-Links

Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Buffalora

am 01. September 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Der Beginn einer hiesigen Schwerindustrie als kulturelles Importgut aus dem fernen Tirol

oder ein Forschungsintensiver Rundgang durchs hochindustrialisierte 16. Jahrhundert in luftiger Höhe nahe des Ofenpasses. Vorweg eine kleine Gruppe mit Namen „amis da las minieras Val Müstair“ öffnet, seit dem Jahre 2004, in undankbarer Sisyphus-Tätigkeit, Stollenwerke rund um die Buffalora-Alp.

Alp Buffalora

Gemäss Daniel Schläpfers Disertationsarbeit verbergen sich rund um den Flurnamen „Minieras da Fiern“, steht für Eisenbergwerke über 80 Stollenbauten. Nur minimal wenige dieser Stollenbauten waren zum Zeitpunkt der Disertationsarbeit 1960 zugänglich.

Minieras da Fiern

Die riesigen Halden am Fusse des Munt Buffalora indes sprechen noch heute eine eindeutige Sprache und so versuchten sich immer wieder engagierte Forscher und Forscherinnen im öffnen der Stollen. Mit viel Fleiss schafte die Gruppe „amis da las minieras Val Müstair“ bedeutende Durchbrüche in der Offenlegung der Hauptabbaustellen.

Uns, eine kleinen Gruppe Bündner Bergbaufreunde, war der Einblick in dies Tief gewährt und so erlebten wir, allesamt der Industriegeschichtsforschung begeisterte, 2 richtig intensive Tage im Val Müstair.  Aktuell sind etwa 7 Stollen von vermuteten 80 offen. Die oberen Werke sind indes die wahrhaft interessanten da diese produktiv Eisenerze, zwischen 1300 bis anfangs 1600, förderten. Einer dieser Stollen, genannter San Rafael (ein Heiliger, es gibt deren 4 verrät mir das Heiligenlexikon https://www.heiligenlexikon.de) führt in ein verzweigtes System von Abbauten und Abwurfanlagen.

Minieras da Fiern

Mitteldornschienen als Standard in allen Förderstollen

Die Hauptförderstollen, in Längen um die 350 Metern, sind ausgestattet mit handwerklich sauber ausgearbeiteten Mitteldornschienen-Stecksystemen. Periodisch angeordnete Geleuchtnischen, für damalig verwendende Oellampen, wie auch die verschiedenen Abwurfanlagen,  lassen auf äusserst rationelle  Transportwege schleissen.

Minieras da Fiern

Verbindungsschrägschacht

Die Ebene San Rafael, die wir zum Einstieg nutzen, verläuft Erzarm bis an eine enge Schräg-Schacht-Anlage welche die zentrale Strecke erschliesst.

Minieras da Fiern

Die zentrale Strecke, respektive eine der zentralen Strecken, endet in Tagrichtung in einer unüberwindbaren Verstürzung  zusammengebrochener Türstöcke. Indessen sind jene Exemplare die noch dem Bergdruck trotzen in guter Verfassung und geben Aufschluss übers handwerkliche Können der damaligen  Tiroler Bergknappen. Die Holzeinzahnung liegt satt ohne Spalte auf dem Unterholz, die Konstruktion wirkt noch heute in alle Richtungen sauber versteift und folglich äusserst vertrauenserweckend.

Minieras da Fiern

Die Gegenseite der zentralen Förderstrecke erschliesst das produktive Eisenbergwerk. Der Hauptstollen endet an Stollenbrust bei geschätzten 350 Metern, wovon rund 150 dieser Meter ab Tag von uns schnell-kartographiert wurden.

Zeitweilig liegt viel Material im Förderstollen so das die Schienen nicht mehr zu erkennen sind. Ab 140 Meter öffnen erste stark ansteigende Erzaufhauen.  Ich erkenne, über die Länge von 210 Metern 3 mir eindeutig erscheinende Abbauten eines 60 Grad steilen Erzgangs.

Minieras da Fiern

In den verwinkelten Aufhauen, die sowohl aufwärts wie abwärts der Hauptstrecke anliegen,  sind Abwurfschächte eingebracht welche die Transportwege optimieren sollen.

Minieras da Fiern

Ein grösseres Abbaugesenk verbindet eindeutig eine untere Förderstrecke. Diese Abbauhalle könnte in letzter Betriebsphase auch als Abwurf funktioniert haben.

Minieras da Fiern

Die untere, anschliessende Förderstrecke ist gleicher Charakteristik wie die bis anhin bekannten. Auch in diesem Stollenwerk sind, in regelmässigen Abständen die  Geleuchtnischen zu finden und auch so ist das Werk konsequent mit Mitteldornschienen ausgebaut.

Minieras da Fiern

Im Stollen liegt immer noch, als wär dieser erst vor kurzer Zeit in Verwendung gestanden, ein gut erhaltener Erztrog. Es ist nicht der erste Erztrog den ich ausmache, deren 4 glaube ich bei meiner Expedition erkannt zu haben.

Ohnehin scheint dies Bergwerk voller Artefakte, die viel über das damalige Schaffen zu erzählen wissen.

Minieras da Fiern

In der grossen Abbauhalle sind in einer Geleuchtnische verschiedene eingeritzte Inschriften erkennbar. Schrifttypus könnte in die Jahre um 1600 oder früher passen. Unwahrscheinlich erscheint mir dass die Niederschriften aus Neuzeit stammen. Ich glaube, anhand der Versturzspuren, dass dies Stollenwerk kurz nach deren Betriebsende um ca. 1620 unerreichbar blieb.  Der Text ist schwierig zu entziffern, ich behaupte  „Ciao Andrea“ oder „Gio Andrea“ zu erkennen der  folgende Teil könnte sowas wie „S…pano“ sein. Die weiteren Zeichen und Initialen wirkend auf mich indes äusserst Nebulös. Klar ist, in der Geleuchtnische brannte nicht still vor sich hin ein Öllampenflämmchen sondern eher ein ölgetränkter Lappen welcher die nötige Russunterlage hinterliess. Was wiederum erklärt wieso einzig in dieser Geleuchtnische die Texte zu finden sind.

Minieras da Fiern

Die Ritzarbeit stammt, meiner Meinung nach, von einem der zahlreich herumliegenden Bergeisen. Dies Exemplar hier lagert  ein einer weiteren Geleuchtnische.

In einer Abwurfzwischenstrecke liegt ganz offensichtlich ein Materiallager mit erstaunlich gut erhaltenen Gerätschaften.

Minieras da Fiern

Fein säuberlich auseinandergebaut liegen die einzelnen Komponenten einer Haspelaufzugsanlage, einzig der eigentliche Haspel schein ich im Depot nicht zu finden. Die Holmen sind mit einen Hornlager, zur Aufnahme der Haspelachse, ausgestattet.  Es ist mir nie solch ein gut erhaltenes Exemplar unter die Augen gekommen.

Minieras da Fiern

Nicht unweit des Materiallagers liegt ein weiterer Gegenstand aus dem damaligem Bergbauwerkzeugkasten.

Wahrscheinlich ist dieser Keramikteil die verbleibende Hälfte einer Öllampe die einst der Magaziner  zur Verstauung des demontierten Hapselaufzuges benötigte. Leider ist von der Lampe ein beträchtliches Stück abgebrochen und faktisch unauffindbar trotzdem kann in etwa erahnt werden wie das damalige Geleucht ausgehen haben könnte.

Der Flurname „Ofenpass“ respektive „Pass da Fuorn“ hat Ursprung in der damaligen überregionalen Bedeutung des Hüttenwesens. Um 1600 oder früher standen einige Ofenanlagen in der Nähe an der heutigen Passstrasse. Nicht unweit der Passhöhe liegt „Il Fourn“ was für „der Ofen“ steht und tatsächlich solle noch eine Ofenruine im Nationalpark auffindbar sein.  Auf Buffalora stand einst eine ausgedehnte Siedlung die, so wird berichtet, um 1499 verschwand und nicht nur das Bergwerk bediente. Auf Buffalora erwuchs damals ein reger Handel mit Waren aller Art von nah und fern. Gleichzeitig leben Knappen und Metallurgen in Ort Buffalora. Heute sind kaum noch Spuren des Ortes ersichtlich.

Wir bauten eine Schnellvermessung des befahrenen Stollens welche ich zu einem sehr rudimentären Plan zusammenschusterte um einen Überblick des Stollens auf 815391 / 168649 zu erhalten. Dieser Plan möchte ich keineswegs dem neugierigen Leser / Leserin vorenthalten.

Minieras da Fiern

Plan gross machen, Plan anklicken

Leider reichte die Zeit nimmer um das gesamte Werk zu vermessen, nein, das Gesamte Werk würd den Rahmen von 2 und mehr Tagen bei weitem sprengen. Trotz des einzigen Vermess-Drittels ist eine gute Übersicht über den systematischen Eisenerz-Abbau im Mittelalter möglich. Der Stollen nennt sich San Rafael, eine Bezeichnung gegeben im 21 Jahrhundert der damalige Namen ist unbekannt. Hauptförderstrecke in Rot liegt knappe 16 Meter unter der gelben Grundstrecke die merklich keine Erzgänge anfuhr aber heute die noch existente Schachtverbindung in die Hauptförderstrecke offen hält.  Meine rote Hauptstrecke fährt 3 Abbauten eines 60 Grad steilen Erzganges an.  Unsere Vermessung indes reicht nur bis Ende erste Abbauzone.  Am Ende unserer Vermessung folgt der erste Abwurf, welcher, so angenommen aber nicht bewiesen, eine tieferliegende Hauptstrecke erschliesst.

Abwürfe finde ich minimum 2 weitere die einher mit den Abbauten sich anreihen. Der hinterste Abwurf, durch die letzte Abbauhaue verlaufend, erreicht tatsächlich die untere Hauptförderstrecke die jedoch in Richtung Tag zugeschwemmt ist.  Ein überbrücken der Schwemmstelle könnte am ersten Abbau möglich sein, ist aber, wie erwähnt nicht bewiesen, unser Seil war zu kurz um den gesamten Schacht absteigen zu können. Auch nach oben sind Abbauten weit hinauf fahrbar vermutlich sind auch in oberen Lagen Hauptfahrstrecken erreichbar. Leider reichte die Zeit nicht zur tieferen Erforschung der oberen Stollenbauten.

Minieras da Fiern

Plan gross machen, Plan anklicken

Die Verknüpfung des Plans mit dem Satellitenbild zeigt den Stollenverlauf unter allen Halden hindurch.  Unser befahrene Stollen dürfte eine Länge von 350 Metern inne haben ergo reicht dieser bis unter alle Halden hindurch. Die Halden auf dem Satellitenbild stammen alle von höher liegenden Stollenbauten. Mit Einbezug des  Erzgangverlaufes ist mit einer weit verzweigten untertägigen Verbindung der einzelnen Förderstrecken, im Bereich der 100 Höhenmetern, zu rechnen.

Die unten angelegten Stollen, etliche müssten es gewesen sein, sind indes wahrscheinlich alle durch taubes Gestein getrieben worden.

Der Erzgang liegt folglich zwischen 2500 und 2390 müm, alle tiefen Werke, bis 2260 müm führen kein Erz. Unser Forschungsbereich erstreckte sich zwischen 2390 und 2422 müm und, wir haben nur ein Bruchteil der Werke gesehen.

Wer die Minen besuchen möchte, solle sich an die „amis da las minieras Val Müstair“ wenden.

Wer suchtet der findet

am 18. August 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Wieder mal eine Val Tisch Geschichte anknüpfend an vorhergehende Erkenntnisse. Konkret starten wir, eine Hand voll Freunde, die Suche nach der ältesten Untertageabbaustelle der Eisenbergwerke Minas da Fier im Val Tisch.

Bekannt ist über dies Stollenwerk, welches vermutlich aufs Jahr um 1700 oder älter datieren könnte, nur sehr wenig. Der letzte bekannte Abbau unter Albertini endete um 1845. Eine spätere Untersuchung unter Federführung von Walter Fisch, Büro Fisch Zürich,  nennt im Jahre 1943 den angegeben Stollen II mit dazugehörigem Theodolitwinkel und Distanz. Wer hier was angab und ob Fischs Leute das Mundloch im Theodolitfernrohr erkannten ist heute gänzlich unbekannt.

Val Tisch Minas da Fier

Klar ist, „Stollen I“ ist gründlich untersucht und kartiert. „Stollen II vermutet“ ist recht eindeutig innendrin wie aussenrum als verstürzte Stelle ausmachbar. „Stollen II angegeben“ indes ist ein noch zu entdeckendes Mysterium.

Val Tisch Minas da Fier

Plan gross machen, Plan anklicken

Auf meinem Plan erscheint die Position fast schon selbsterklärend und auch die Höhendifferenzen aus Fischs Aufzeichnungen sind recht eindeutig. Nun musste einzig die Stelle gesucht werden. Einfacher gesagt als getan.

Val Tisch Minas da Fier

Erstmals musste richtig viel Werkzeugs auf rund 2515 müm geschleppt werden. Da das Gebiet überaus Steil aufstieg mussten wir erstmals eine Installationsplattform einrichten ehe wir, an der vermuteten Stelle, mit der Grabung beginnen konnten.

Die Stelle scheint eindeutig, ein Felsvorsprung im Schutze möglicher Lawinen, anstehendes Erz und eine senkrechte Felskante ist wie geschaffen für nen Stollen.

Val Tisch Minas da Fier

Die Umkehrsicht zum Theodolitenstandort von 1943 scheint auch aufzugehen, siehe rote Linie.

Val Tisch Minas da Fier

Bild Lukas Rösli

Und auch die Perspektive aus Lukas Drohne scheint eindeutig.

Val Tisch Minas da Fier

Und doch, der Stollen will und will sich nicht zeigen. Kubikmeter sind inzwischen einige den Hang hinunter gepurzelt. Nach wie vor, es gibt kein Zweifel, oben muss ein Untertagezugang in die alte Abbauspalte existiert haben, wo dieser genau liegt ist unbekannt. Die Suche könnte sich noch länger hinziehen so wie damals bereits beim Stollen IV.

Trotzdem, wir bleiben dran.

Val Tisch Minas da Fier

Trotz des eher bescheidenen Erfolges, die Aussicht ist immer wieder Hammer und überaus lohnenswert.

Die Vorgeschichten
Val Tisch und die verschollenen Unterwelten
Val Tisch im 2017
Fopa da Chianols, noch mehr Geschichten
Wer war Anton ?
Eisenbergwerk Val Tisch so is es
Internationale Val Tischer Bergwerke
Eisenbergwerk Val Tisch, Neues
Minas da Fier Val Tisch
Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch
Bergbausachverständige am graben

Männer, ich finds schön dass es Euch gibt

am 18. August 2018 unter Betrachtungen, Grungisches, Politischer Grunk abgelegt

Gewalt hab ich viele erlebt, dies sowohl als Mann, als Transperson wie auch als Frau.

Der Gewalt-Erfahrungs-Peak lang eindeutig in der Phase meiner Transition. Es war aber auch jene Phase in welcher ich mich am ehesten in Gefahrenherde, Streetparade, Club, ect, begab. Heute erlebe ich keine Gewalt den jene Orte die ich aufsuche, bleiben für das Gross einer, aus meinem Erfahrungsschatz bekannten, Tätergruppe gänzlich unerreichbar.

Soweit ich dies Festmachen kann, waren die Aggressoren fast ausschliesslich Männer mit  Migrationshintergrund. In meinen Verhalten als Frau sind klare Strategien entstanden die Gewalt meiden sollen. Ein wichtiger Faktor dieser Strategie ist die Beurteilung, aus der sicheren Distanz heraus, etwelcher Männergruppen. Die geglaubte Herkunft spielt hierbei eine Elementare Rolle in meinem Schutzmechanismus.

Ich habe recht viele ganz tolle Männer kennengelernt, es sind mir aber auch einige wenige richtig grosse Scheisstypen begegnet. Von wo diese stammen ist mir prinzipiell sowas von egal und trotzdem kenne ich als Frau Strategien die mich, anhand Erfahrungswerten, sicher über die Klippen des latent gefährlichen Machotums hinweg bringen.

Die momentan laufende Debatte kotzt mich ganz übel an denn diese sorgt für eine zunehmend polarisierende,  gehässige Sprache. Mich packt die Angst das vielleicht auch ich, als Transperson, üble Vorverurteilung erfahre und dies, ich kanns kaum glauben, von  jenen ZeitgenossInnen denen ich einst eine gleiche Einstellung zuschrieb.

Beatenberger Kohlen

am 12. August 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es ist zweifelsohne nicht mein Forschungsgebiet jenes ob Beatenberg genannte Gruben am Niederhorn, respektive am Flöscherhorn.

Flöscherhorn

Bis zu 10 Stollen sollen einst zwischen die Felsplatten, ins Kohleflöz getrieben worden sein. Die Suche all diesen Stollen, im abartig steilem Gelände, gestaltete sich schwieriger als gedacht hinzukommend geizen bisherige Forscher mit genauen Koordinaten oder sonstwie verlässlichen Angaben. Wohlgemerkt war auch unser Ausflug eher Touristisch als Wissenschaftlich motiviert.  So wars hauptsächlich ein netter Familienausflug in prächtiger Landschaft mit abwechslungsreicher Stolleneinlage.

Flöscherhorn

Klar ist, bei soviel gebirgiger Steilheit wär vielleicht was mehr Kletterausrüstung durchaus angebracht gewesen.

Stollen am Beatenberg

Von den 10 überlieferten Stollen sind uns letztlich deren 2 begegnet und diese sind aktuell touristisch gut erschlossen  und kaum zu verfehlen. Die weiteren Untertägigkeiten verbergen sich gut in den zahlreichen Felsbändchen. Wenn man bedenkt das der Beatenberger Bergbau 1857 endgültig einging so erscheint die Möglichkeit einen weiteren Stollen aufzuspüren sehr, sehr gering.  Da dies nicht mein primäres Forschungsgebiet ist, bleib ich hauptsächlich bei schönen Bildern.

Stollen am Beatenberg

An einem steilen Taleinschnitt liegt der wiederentdeckte und fein gepützelte Jägerstollen. Zum Glück führt heute eine Holztreppe ans Mundloch. Nach wie vor ists Gelände nur was für Schwindelfreie.

Jägerstollen

Der Kohlestollen, welcher ein Jäger in der Neuzeit wiederentdeckte, die Namensgebung sei geklärt, ist in gutem Zustand und von einem Freiwilligen-Trupp im den Jahren um 2005 neu hergerichtet. Folglich ist dies Bauwerk bedenkenlos Familientauglich. Viele Holzeinbauten stammen aus diesem Jahrtausend.

Jägerstollen

Das Südost fallende Kohleflöz wird in der Horizontale, auf eine Länge von rund 140 Meter, geschnitten.

Jägerstollen

Ein grösserer Aufhau folgt dem Flöz knappe 10 Meter, die durchgehende Flözstärke ist selten über 10 cm. Der Jägerstollen war folglich, so wie dieser sich heute zeigt, nicht Hauptabbau.

Jägerstollen

Sehr schmuck am Jägerstollen, der kleine See an Stollenbrust der zum Lampenversenken förmlich einlädt.

Vorsassstollen

Ein weiteres Stollenwerk, in aller Munde und wahrscheinlich in allen  Wanderführern, ist der Vorsassstollen, leicht unterhalb der Niederhorn-Seilbahnmittelstation Vorsass gelegen. Dieser Stollen trägt auch gerne den Namen Begegnungsstollen und ist, trotz reichlicher Vegetation drum rum, recht einfach zu finden ergo ein richtiger Begegnungsstollen welcher unmöglich zu verfehlen ist.

Vorsassstollen

Auch dieser Stollen macht, bis auf wenige Ausnahmen, einen sehr aufgeräumten Eindruck. Die unterdimensionierte Holzzimmerung, aus den 2000er stammend, ist bereits wieder verfault und wie üblich an gut zugänglichen Stellen, ist auch hier ein Geocache versteckt was am Littering, ums Mundloch herum, erkennbar wird.

Der Vorsassstollen stammt aus dem Jahre 1842 und sollte das Kohleflöz treffen, was jedoch bei rund 140 Meter nicht geschah. Da die Vortriebskosten die zu erwartende Rendite zu übersteigen drohte, wurden die Arbeiten bei 140 Metern niedergelegt.

Stollen im Niederhorn

Plan gross machen Plan anklicken

Die Stollenbrust des Vorsassstollens ist  weit weg vom Kohleflöz noch hinzukommend scheint das Flöz, bei zunehmender Tiefe, allmählich auszukeilen. Die blauen Punkte sind Stollen die ich aus älteren Karten zusammenreimte. Kennen tue ich heute einzig den Jägerstollen und den Vorsassstollen. Die rote Linie markiert unser, eher erfolglose, Suchtrack.

Also bleibt eindeutig:
Jägerstollen 625118 / 172671
Vorsassstollen 625318 / 172194

Alle anderen sind noch zu entdecken wobei Einiges inzwischen bereits darüber verfasst wurde indessen eher dürftig in dessen Genauigkeit.

Plan-Zöller,-1802

Vielleicht am ehesten Hilfreich der Plan von Zöller aus 1802 welcher, als Nummer zwei, vermutlich den heutigen Jägerstollen ausweisst. Jedoch, wo Zöller Niederhorn meint ist her Flöscherhorn zu verstehen. Auch im Plan zu erkennen, der Jägerstollen scheint zu damaliger Zeit eher klein und unbedeutend gegenüber den zwei südlich gelegenen Stollenbauten.

Im 1771 wird der dortige Kohlebergbau urkundlich erstmals genannt.
1796 sollen indes die Arbeiten, mangels Rendite, wieder eingestellt worden sein.
1801 Beginn einer weiteren Abbauperiode mit viel Stollen wie im Plan von Zöller genannt.
1834 sind 8 Stollen aufgefahren mit einer maximalfördermenge von 250 Tonnen pro Jahr.
1841 Der Staat Bern übernimmt die Bergbaubetriebe am Beatenberg.
1842 Baubeginn des Vorsassstollens.
1857 Endgültiges Aus der Abbauarbeiten.
In den folgenden 2 Weltkriegen werden lediglich Untersuchungen auf Abbauwürdigkeit durchgeführt. Die Stollen indes verfallen allmählich.

Heute ist klar, insbesondere der Transport der begehrten Kohle wirkt, aus heutiger Sicht, wie ein Kamikazekommando. Erstmals musste die Kohle auf die Felskante geschleppt werden ehe sie bequem nach Beatenberg hinunter geschlittelt werden konnte. Der Vorsassstollen wäre die Lösung eines, schier unüberwindbaren, Transproblems gewesen wäre dieser nicht weit fern eines Abbauwürdigen Kohleflözes gelegen.  Weder im ersten Weltkrieg noch im zweiten Weltkrieg erschien das Projekt Vorsassstollen, angesichts eines doch sehr dürftigen Flözes, realistisch.

Und so warten die vielen Stollen immer noch  auf Entdeckung.

PS-Protzerei

am 09. August 2018 unter Seitwärts parkieren, Vergangenes abgelegt

Meinem Beruf ist es zu verdanken dass mir hin und wieder Einblicke in geballte  Kraftpakete gewährt sind.

Gasmotor V20

Das kleine Motörchen, mit Erdgas gefüttert, schafft gemütlich 1400 PS mechanischer Power da können so ziemlich alle Sportwagen einpacken.

Und was lehrt uns das Ganze, alles ist relativ, ist auch gut so.

Und was mach ich, ich tüftle am Energieerhaltungsgesetz.

Taubentaler Untergründe

am 08. August 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Nach doch 4 Jahren endlich die Fortsetzung einer nie abgeschlossenen Befahrung.  Die Erstgeschichte, genannte Bergwerk Taubental ob Boltigen verfasste ich am 13. Juli 2014. Inzwischen verfeinerten sich unsere Vertikaltechniken und wir konnten den Einstig in den unbekannten Schrägschacht, übers hoch einsturzgefährdete Silo wagen. Wenn doch diesmal doch eher  Horizontaltechnik, in Form einer Seilbahn über die Gefahrenstelle, gefragt war.

Bergwerk Taubental

Die Seilbahn sollte uns den Übergang über die Siloöffnung ermöglichen, was ganz gut klappte. Kante Gesenk zu Querschlagboden sind gemäss Seigerriss 7 Meter drin

Bergwerk Taubental

wobei zwischendrin, siehe Bild, eine sehr instabile Silodecke steckt. Ein Berühren dieser Holzkonstruktion, von oben her, erschien uns zu gefährlich also schlosserten wir uns seitwärts ins Gesenk.

Bergwerk Taubental

Im Schrägschacht finden sich einige interessante Details die wir bis anhin nur aus den Plänen des Büros für Bergbau kannten, rechts im Bild etwa die ominöse Wasser-Quelle mit kleiner Ministaumauer und 3/4 Zoll-Anschluss.

Bergwerk Taubental

Ziemlich bald folgt die erste, merkwürdigerweise bis zu unserer Befahrung versiegelte, Rollstrecke. Wir fanden den Holzdeckel zugenagelt bis zu oberst. Die fehlenden Bretter auf em Bild sind mein Verschulden,  dafür liegen diese fein aufgetürmt links an der Stollenwand.

Bergwerk Taubental

Es solle niemand den Teufel an die Wand malen oder ist es eine Teufelin. Fact ist, die klassische Karbid-Lampen-Russ-Zeichnung kündigt die erste, wirklich lange, Rollstrecke an. Der Transportstollen erschliesst das obere Ramsern-Flöz unterteilt in 8 Feldern. An dieser Kreuzstelle muss es dem Bergmanne wohl besonders langweilig gewesen sein wenn doch die teuflische Warnung  durchaus berechtigt ist. Das Gaswarngerät zeigt stark sinkenden Sauerstoffgehalt in der Luft. In den Abbauten sinken die Werte bis unter 17 Volumenprozent was gar nicht gut ist. 20.9 ist gewohnte Atemluft und ab 15 Volumenprozent wird’s tödlich.

Bergwerk Taubental

Der Förderstollen Nummer 1 ist auf eine Länge von ca 90 Meter ganz schön aufgeräumt bis ein Versturz kurz vor Planstollenbrust folgt.

Bergwerk Taubental

In den alten Querstollen finden wir noch intakte Magazinseiten aus der Bergbauperiode um 1945. Der gute Zustand der Blätter lässt auf sehr wenige Besucher schliessen. Auch sonst scheint wenig zertrampelt oder sonst wie Dorfbubenramponiert zu sein.

Bergwerk Taubental

Trotz Gasgepfeife, die Neugierde war stärker und so stiegen wir, mit nötiger Vorsicht, in den einten oder anderen Abbauschlitz.

Bergwerk Taubental

Der Blick aufwärts, dem ausgeräumtem Flözhohlraum folgend, sind immer wieder intakte Holzeinbauten zu bestaunen.

Bergwerk Taubental

Zeitweilig führen schmale fast senkrecht verlaufende Gänge in leergeräumte kleine Kohlelinsen. Trotz der anhaltenden Trockenheit auf Tage erwies sich dieser Aufstieg als äusserst nasses Unterfangen. Wasser plätschert überall herum.

Bergwerk Taubental

Ein kleines Artefakt aus Vortriebszeiten, um 1945, steckt noch immer im Bohrloch, genannte nicht detonierte Sprengladung im oberen Drittel des Hauptschrägschachtes. Trotz des tobenden 1. Augustes blieb dies Feuerwerk, auch nach unserer Befahrung, aus, was uns durchaus erfreute. Es ist zwar anzuzweifeln ob dies kleine Teil noch deren Wirkung entfalten täte doch ausprobieren würd ichs definitiv nicht.

Das Hauptgesenk ist leider, nach Besuch der zweiten Rollstrecke, in den letzten Metern verbrochen. Mich hätte das Umlenksystem der damaligen Standseilbahn interessiert. Von der besagten Aufzugsanlage ist leider heute nicht mehr viel übrig. Ich erhoffte, vielleicht zuoberst, Ende Schrägschacht, ein Blick auf frühere technische Artefakte zu erhaschen doch leider tat das kreuzende Flöz, respektive die bösen Brackwasserschichten, wir nennens Drachendreck, dem Zugang ein kompromissloses Ende.

Bergwerk Taubental

Plan gross machen, Plan Anklicken

Den Blick auf die Seigerrisszeichnung aus Bestand des damaligen Büros für Bergbau zeigt die Details deutlich und mehrheitlich so vorgefunden wie wirs vorfanden. Die Felder 1 bis 8 ab Rollstrecke 1 sind nur minimal bewirtschaftet. Ab Rollstrecke 2 gibt’s keinerlei erkennbarer Abbau. Die tieferen Querstollen sind alte Relikte auf den früheren Ramsernstrecken die heute, ab Hauptquerschlag beginnend, ziemlich wüsst verbrochen sind. Im Zuge dieser Ramsern- Aggression, wir nennens Drachendreck,  bleibt auch der Hauptquerschlagfortlauf in die Ebnet-Zone verbrochen was wir schmerzlich bereits vor 4 Jahren feststellen mussten.

Bergwerk Taubental

Der Übersicht willen ein Grundrissplan wies idealerweise aussehen könnte aber leider nimmer ist. Der Hauptquerschlag erreichte einst eine Länge von 850 Metern. Zwei Hauptflöze schnitt die Hauptförderstrecke, als erstes Flöz folgt die Ramsernzone ab 390 m und anschliessend bei Meter 750 folgt die Zweite Flözzone genannte Ebnet. Wie bereits erwähnt ist ab Ramsern-Flöz der Stollen und alle Seitenstollen kaum widerruflich verbrochen, Drachendreck, eine Kombination aus brüchiger Kohle, Brackwasser und Lehm, ist Schuld.

Die Vorgeschichte
Bergwerk Taubental ob Boltigen

und weitere Boltigen Bergbau Geschichten
Schwarzenmattische Untiefen
Und nochmals Bergwerk Schwarzenmatt
Kohlebergwerk Klus Schwarzenmatt Boltigen, weiter geht’s
Boltingen Bergwerk Klus, Langzeiteinblicke

Sonne Mond und Sterne

am 05. August 2018 unter Betrachtungen, Vergangenes abgelegt

Meine Freundin Christina ist zweifelsohne Astronomieinteressiert und es war am 27.7 ein Laufbahnenphänomen der Superlative zu beobachten, genannt der Blutmond respektive die totale Mondfinsternis.

Sternenberg

Also war mal, auf Sternenberg, rege Aufbauen angesagt. Ein lustiges Völkchen äussert ambitionierter Fotografen  und Astronomen machte sich, bei zunehmender Dunkelheit, auf dem Parkplatz breit.

Sternenberg

Ab so viel Ehrfurcht vor solch geballtem Wissens wendete ich mich nach Westen und Fotografierte, banal, den Sonnenuntergang.

Für alle die den Standort, ideal zur Sternenbeobachtung, kennen möchten, dieser liegt auf 712923 / 249073

Gottes Ehre und noch viel mehr Fluriter

am 05. August 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ich weiss auch diese Geschichte wird jene im fernen Freiburg richtig nerven. Mir egal, hat Spass gemacht und brauchte einige Aufklärung.

Nun denn, zu den Fakten, die Fortsetzungsgeschichte zu Gottesehre namentlich die Fertigbefahrung der Grube Neuhoffnung im Revier Gottesehre und der Grube Neuglück im Revier Schwarzwaldsegen doch diesmal, im Unterschied zur Erstbefahrung, mit Fischerstiefel um Gepäck und bei hitzigen Hochsommertemperaturen.

Plan Gottesehre

Erstmals, der Übersicht willen, ein sehr rudimentärer Plan ohne Anspruch auf exakte Masswerte. An beiden Gruben, jene im Norden wie auch jene im Süden, sitzen festgefahrene Fragezeichen an den Versturzstellen. Will heissen, so richtig eine Stollenbrust, Horizontal wie Vertikal wollte uns keine begrüssen, alle Gruben müssen einst um einiges Länger gewesen sein. In der Grube Neuglück führt, im Abbau, ein Schacht empor welcher mit viel Schutt, ab Meter 4 Stollenboden, dicht ist.

Aber erstmals wieder in nördlichen Gefilden genannte Grube Neuhoffnung.

Grube Neuhoffnung

Im Hochsommer zeigt sich der Stolleneinschnitt, nur scheu in mitten des Urwaldes.

Grube Neuhoffnung

Dafür gabs im Stollen, im Gegensatz zur Erstbefahrung, kaum Wasser.

Grube Neuhoffnung

Zeitweilig jedoch hartnäckiger Schlamm am Stollenboden.

Leider ist dies Stollenwerk, nach geschätzten 70 Metern, verbrochen. Zwar zweigt der Bau in zwei Arme wovon einer Handwerklich verfüllt erscheint während der Zweite, wahrscheinlich genau unter dem Urbächle, verstürzt ist. Die Unterfahrung des Hauptwerks Gottesehre können wir heute folglich weder bestätigen noch dementieren. Klar ist, Schwer und Flussspat steht an, UV-Check, indessen ist die moderne, aber zugemauerte Hauptstrecke, noch weitere 200 m ab Versturz entfernt. So setzte ich meine Hoffnung dies Geheimnis je lüften zu können ganz auf die lokale, neugierige Dorfjugend. Die Zumauerung, um den Fledermausschlitz, an der neuen Hauptstrecke, besteht auf Kalksteinen die mit wenig zutun Neues offenbart.

Die Südseite des Mühlebächles kennt indes ein eben so schmuckes Bergwerk welches wir auch nicht Endbefuhren da damals zu viel Wasser definitiv zu kalt war.

Grube Neuglück

Solle man der Vergitterung Glauben schenken so muss  Deutschland ein potzereiches Land sein. Trotz feinster Verzinkerei, war der Eintritt zum Glück an beiden Mundlöchern, auch mit etwas Speck um die Hüften, relativ trivial.

Grube Neuglück

Die Grube Neuglück ist wahrscheinlich bereits im Mittelalter aufgefahren worden. Letzte industrielle Prospektionen indes durften auf die Neuzeit um die 1960 datiert sein.

Grube Neuglück

Wie bekannt gabelt sich das Untertagewerk in einen mit Schutt verfüllten Stollen und einen mit Wasser gefüllten Stollen. Mit meinen Fischerstiefeln lässt sich die nasse Abzweigung gut abschreiten.

Grube Neuglück

Über ein kleines Loch am stark verfüllten Stollen erreicht man den Abbau.

Grube Neuglück

Im Innern der Abbauhalle liegt ein Hochstoss mit neuzeitlicher Bühne. Ohne Zweifel dies Bergwerk ist heute noch aktiv wenn doch ohne offizielle Konzessionsnehmer und Nehmerinnen. Der Hohlraumboden ist übersät mit Barytkristallen. Die Holzbühne ist für eher schlanke Strahler konzipiert als für Bergleut mit schwerem Gerät. Es sind reichlich unprofessionelle aufhauen am Erzgang auszumachen.

Grube Neuglück

Im oberen Abbau führte einst ein Schacht weiter welcher jedoch heute mit Geröll und Holz dicht ist. Das noch heute aus dem Versturzdeckel herausragende Zimmerungsholz lässt auf eine weitere grössere Abbauzone schliessen diese Zone indes bleibt heute sowohl über Tag wie unter Tag gänzlich verborgen.

Vorbeitrag:
Gottesehre

Weitere Fluoriter:

Brenden Part II
Bergbaueinsichten Brenden
Gurgelnde Bergleuts und sonstig Süddeutsche Erkundungen
Altbergbau vs. moderne Zeiten
Noch mehr Segalerbacher Fluoriter
Segalenbacher Flourite
Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

Surminer Einblicke

am 22. Juli 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es ist wieder eine komplizierte Geschichte die auf gebührende Aufarbeitung wartet. Ob ich die Würdige bin um solch ein fernes Wirken auszuarbeiten sei, zugegeben, dahingestellt.  Trotzdem, ich will mich diesem Thema allmählich annähern und vorhandene Arbeiten zum besten geben.

Diese Geschichte handelt vom Fahlerz-Bergwerk Surmin und beginnt, da noch meine Erkenntnisse wenige sind, mit viel Bildmaterial und etwas Reisebeschrieb. Weiter bin ich am Zeichnen eines Grubenplanes welcher jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Ich war neulich, mit ein paar Bergbaufreunden, im Kupfervorkommen unterhalb Surmin. Es liegen einige Messdaten zum Surminer Bergwerk auf die ich in ein Planwerk einpappen sollte doch ohne Eigenvisualisierung ist solch ein Zeichnungswerk reine Spekulation also stieg ich in die gefährlichen Höhen des Bergbaus anno 1600.

Kupferbergwerk Surmin

Die Bergleute um die Jahre 1600 oder früher lebten gefährlich auf luftiger Höhe in der Felswand. Drei Gesenke erschlossen das Fahlerz-Vorkommen auf unterschiedlichen Niveaus. Punktuell sind Bohrlöcher auffindbar das gross der Stollen dürfte indes feuergesetzt oder schwerste Hebelarbeit sein.

Kupferbergwerk Surmin

Die Stollen, in Minimaldimension gehalten, winden sich wirr durch die kantige Felslandschaft.

Kupferbergwerk Surmin

Wahrscheinlich waren einst die 3 Gesenke zur optimalen Beförderung der Erze  miteinander verbunden. Fest steht, das Bergbauhandwerk  war auf dieser Baustelle nicht besonders ausgereift. Es sind kaum systematische Transportwege aufgefahren. Die Erschliessung ist auf ziemliches Minimum gehalten.

Kupferbergwerk Surmin

Zeitweilig wird’s richtig eng und richtig steinig. Zwar tat der Zahn der Zeit gehörig noch die Stollenwerke verengen doch in diesem Werk war gefährliche Kinderarbeit damaliger Alltag.

Kupferbergwerk Surmin

Holzeinbauten sind eher selten und nur an notwendigster Stelle improvisiert angebracht.

Kupferbergwerk Surmin

Manch Holz könnte lange nach der Bergbauperiode eingebaut sein. Im obersten Gesenk liegt ein enger Raum mit eingelassenen Nischen und ausgehauenem Trog. Die Szenerie wirkt auf mich wie eine liebevoll gestaltete Kultstätte welche über den Bergbau hinaus immer wieder Faszination oder gar Verwendung fand.

Kupferbergwerk Surmin

Der Blick aus dem Gesenk war, bei herrlichem Sonnenschein, trotz den Strapazen, kaum zu überbieten.

Kupferbergwerk Surmin

Am untersten Stolleneingang lehnt ein Steigbaum welcher jedoch, ohne Zweifel, aus Neuzeit gründet und keinerlei Bergmännische Bedeutung inne hat. Viel eher warens Neugierige die sich, improvisiert, den Zugang ins kleine Stollenwerk oberhalb ermöglichen wollten.

Kupferbergwerk Surmin

Indessen könnt der Deckel unterhalb des Steigbaumstolles durchaus aus der letzten Bergbauperiode stammen. Der Stollen mit dem Steigbaum ist der tiefst gelegene in der 3er Gruppe. Am Steigbaumstollen zweigt kurz nach Eingang  ein weiteres Gesenk an welchem, in einer Dachöffnung, der abgelichteten Holzdeckel eingebaut ist. Dem Steigbaumstollen könnte folglich eine transporttechnische Bedeutung zugekommen sein. Wahrscheinlich waren die Gesenke früher durchschlägig zum Steigbaumstollen.

Kupferbergwerk Surmin

Heute jedoch führt nur der Weg aussenrum, über die gefährliche Felswand, zu den oberen Gesenken. So richtig genau werden wir diese möglich Verknüpfung nach Fertigstellung des Plans beweisen können.

Kupferbergwerk Surmin

Ein vierter Fahlerz-Stollen liegt etwas abseits, knapp oberhalb der Bahnlinie Filisur Bergün. Auch dieser Stollen scheint hauptsächlich feuergesetzt zu sein. Allerlei rote Initialen an der Stollenwand zeugen von neuzeitlicher Verewigung deren tiefere Bedeutung jedoch entzieht sich meiner Kenntnis.

Kupferbergwerk Surmin

Die Übliche QGIS-Zeichnerei zeigt die Situation beider Gruben. Die untere ist nahe der RhB-Linie Filisur Bergün. Die oberen Stollen sind im Felsen, schwer erreichbar, auf knapp 1400 müm. Wahrscheinlich waren die Kupfererze in die damalig bereits vorhandenen Öfen von Belaluna, respektive damals Ballalüna, verhütet.

Kupferbergwerk Surmin

Meine Ansicht, der vermute Weg, in Giftgrün, um 1870 dies eindeutig lange nach der aktiven Bergbauepoche. Erwiesen ist dass die Bellalüna-Schmelzen, in etwas schlankerer Form, bereits um 1600 standen.

Alleweil wird der entstehende Plan, mit den Messdaten aus  Beat Heebs Vermessung, sicher noch einige Rätsel klären bis dahin verweile ich am Zeichnen respektive auf weiteren Bergbauabenteuern.

Brenden Part II

am 21. Juli 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ergo, die Fortsetzungsgeschichte zu Bergbaueinsichten Brenden

Zweifelsohne bliebt das Rätsel um den Fortlauf des neueren Schwerspatstollens, aus dem Fundus der Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH, lange im dunkeln und ich bin mir heute nimmer sicher ob wirklich letzte Klarheit übers dessen Ende besteht aber, die Neugierde war gross, und die Ausrüstung wird immer besser.

Darum, jene die sich nerven ab meinen Ergüssen oder, mich nicht einlochen können oder, irgendwas Stinkiges zu verbergen haben oder schlicht  Wasser aus der Mettma trinken, Back-Knopf benützen, hilft nicht nur gegen Durchfall.

Alle anderen freut Euch auf eine eher unwissenschaftliche Schwarzwälder Bergbaugeschichte mit viel sportlichen Elementen.

Genanntes Brenden, Thema einiger Forscher, prominentester an dieser Stelle Helge Stehen, denn ich gerne immer wieder zitiere. Nicht unweit des Ortes Brenden nahe des Bachs Mettma liegt ein markantes Abbaugebiet welches bis in die 1970er immer wieder, mehr oder minder gewinnbringend, bespielt wurde. Seit den, ich glaube 1973, tummeln sich nur noch Neugierige in den Stollen.

Brenden Schwerspatgrube

Der Parallelstolleneingang aus den 19. Jahrhundert ist noch immer Fahrbar und auch Mattis Auszugsleiter passte durch die enge Öffnung einzig speziell die darübergelegten Hölzer die so scheinen als wolle ein Zeitgenosse was unter dem Gehölz verbergen.

Brenden Schwerspatgrube

Auch diesmal wars Wasser, ab Meter 7, in allen Höhen allgegenwärtig. Die Watthosen taten besten Dienste.

Brenden Schwerspatgrube

Wo es trocken wird, wird’s Steinig wenn nicht gar Kriechig. Das System ist klar, das Erzband verläuft fast Senkrecht von Nord zu Süd. Ein Förderstollen mit 60er-Schiene unterquert die Firstabbauten.

Brenden Schwerspatgrube

Mittels Rollenschnauzen wurde der, Schwerspat in die Hunte gefüllt. Manche dieser Rollenschnauzen sind noch einigermassen ansehnlich der Grossteil jedoch  ist definitiv kaputt.

Unsere diesmalige Mission galt dem Stollenende zu diesem Zwecke war Watthose wie auch Auszugsteleskopleiter mit im Gepäck. Bekannt war uns dass der Wechsel zwischen Förderstrecke und Abbau, respektive das Umgekehrte, unumgänglich war zur weiterbefahrung. Die Leiter erwies sich zu diesem Zwecke sehr nützlich.

An der ersten Station kletterten wir, nahe dem Wetterschacht, in den Abbau. Vom Wetterschacht herunter, kappe 40 Meter durch den Abbauschlitz donnert Wasser in Zahlreicher Menge herunter. Die Tatsache das Wasser zu einer Deckenöffnung ca. 40 Meter ob uns, herausströmt wie auch der nahe herumliegende Tierfriedhof, lässt auf eine Tagöffnung schliessen. Unter der Hauptfontäne liegt ein etwas grauhaariger Dachs welcher allmählich in die Skeletform transformiert. An der nächstkommenden Rolllochöffnung wagten wir den Sprung ins nächste Biogewächs. Auch hier wieder einige Felltiere die aber nimmer so richtig zu erkennen waren. Einiges des Fellzeugs tümpelt im furchterregend stinkendem Wasser vor sich hin. Fliegen sind in dieser Zone definitiv die Hauptbewohner und das in die Meetma fliessende Wasser macht keinen gesundheitsfördernden Eindruck.

Brenden Schwerspatgrube

Mein Makrobegeisterterter Freund Matti versuchte ein Pilzgebilde abzulichten was ein Schwadron Kampffliegen mittels Zerstörung des Objekts erfolgreich zu unterbinden wusste.

Brenden Schwerspatgrube

Dazwischen auf unserer Reise eine Abbteufung unbekannter Tiefe. Auf dem Hinweg war ein tänzeln über die, sehr tief liegende, Pressluftleitung recht bequem machbar. Der Rückweg durch die, inzwischen rege getrübte Kloake, erwies sich indes als schwer zu meisternde Aufgabe.

Brenden Schwerspatgrube

Kein Ponyhof, der nächste, ziemlich dominierende Versturz, musste der Kante des Fahrtenkastens folgend, überwunden werden. Um weitere Meter zurückzulegen war eine Querung des Fahrtenkastens notwendig.

Brenden Schwerspatgrube

Im Innern der senkrechte Blick hinauf in wahrscheinlich einer weiteren Sohle die wir jedoch nicht erreichen konnten. Die nötigen Fahrten liegen leider, bis auf jene auf em Foto, zerbrochen am Boden.  Nichts desto trotz wirkte die Holzkonstruktion erstaunlich stabil.

Brenden Schwerspatgrube

Nach der erfolgreicher Überwindung des Hindernisses nochmals ein Blick zurück.

Im Weiterverlauf des Firstbaus wird’s allmählich hügelig. Es liegt ein hoher Schuttkegel im Weg welcher noch beklettert werden muss.

Brenden Schwerspatgrube

Oben angelangt nochmals die Sicht in Richtung Tag an den Fahrtenkasten welchen wir zuunterst durchquerten.

Brenden Schwerspatgrube

Aus einer Öffnung im Abbaudach guckt provokant ein Baumstamm hervor. Das Möbel ist, entgegen der Bildaussage, doch noch 5 Meter in greifbarer Ferne. Die Schwerspatlinie scheint auf em Niveau Grundstrecke kontinuierlich auszukeilen.

Brenden Schwerspatgrube

Bald ist nach Berg und Talfahrt der Hauptabbau langsam endig. Der Grundförderstollen könnte weiterführen man sieht an der Dachkannte etwas in die Tiefe doch weder Fluorit noch Baryt sind erkennbar.

Möglich dass die Hauptstecke noch um eine Zugskomposition weiterführt, möglich indes auch ein weiterverlauf der Grundstrecke in einen weiteren Abbau.

Fakt ist, entgegen unserer Empfindung, legten wir nur gerade etwa 500 bis 600 Stollenmeter zurück.  Die Position des Wetterschachtes ist Auftage bekannt.

Brenden Schwerspatgrube

Die Umsetzung im QGIS zeigt eine Stollenlänge bis Wetterschacht von  300 m bis 400 m. Die Dachse sind nur plusminus Vertikalflugbefähigt. Ergo gibt’s da wenig Abweichung im Nordsüd-Schachtverlauf.  Die Distanz zwischen dem Wetterschacht und dem Stollenende kann maximal 100 Meter betragen wobei ich auf weniger tendiere. Klar ist, am Ende öffnet eine zweite, gänzlich unbekannte Sohle ob ca 20 Meter Grundstrecke. Der Baumstamm welcher zur Öffnung herausschaut lässt auf ein grösseres Untertagewerk schliessen. Diese Sohle ist gegenwärtig, aktueller Wissensstand, nur über den Fahrtenkasten erreichbar.

Brenden Schwerspatgrube

Im Seigerriss, aus der Erinnerung gezeichnet, sieht der letzte Abschnitt wir folgt aus. Ob ein weiterer Abbau folgt, etzieht sich gegenwärtig meiner Kenntnis. Um dies herauszufinden müsste das Ende mit schwerem Gerät leergeräumt werden.

Fest steht, es gibt noch etliche Abbauten oberhalb aus verschiedenen Zeitepochen. Auch Helge Steen beschreibt, bei Vortriebsarbeiten um die 1970er, mehrmaliges Antreffen alten Mannes. Anderseits verliert sich der Schwerspat/Flussspat Gang am Ende des erkundeten Abbaus. Es ist denkbar das der erkundete Hauptstollen nur gerade 600 Meter Länge misst indes oberhalb weitere, verstürzte Gruben liegen. So genau werdens wirs, fürchte ich, nie wissen.

Meine Vorgeschichte
Bergbaueinsichten Brenden

Weitere Flussspatgeschichten
Gurgelnde Bergleuts und sonstig Süddeutsche Erkundungen
Altbergbau vs. moderne Zeiten
Noch mehr Segalerbacher Fluoriter
Segalenbacher Flourite
Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

Fleissig Getorkenringt

am 08. Juli 2018 unter Seitwärts parkieren, Vergangenes abgelegt

Luisa, wieder mal im Bildarchiv gestöbert.

Torkenring

Industriearchäologie pur, das waren noch Zeiten, IBM Torkenring auf universeller Gebäudeverkabelung. Und ich dachte ich hät da richtig den letzten Technikschrei zwischen den Fingern. Ich glaub das war Globus um die 1999er Jahre, Projekt IT Erneuerung, Wechsel vom Typ 1 System zu ACO.

Neues aus der Hipsterfront

am 08. Juli 2018 unter Grungisches, Stadtindianer abgelegt

Neulich auf dem Weg nach Hause begegnet mir eine Bruchbude des Prädikats Spekulationsobjekt.

Geierbuden

An sich ein schönes Stadt-Haus mit welchen einiges zu machen wäre

Geierbuden

würden nicht welche nie den Hals vollkriegen und andere jeden nur erdenklichen Preis zahlen um ein bisschen hip zu sein.

Ergo, Zürich, die selbsternannte Geldhauptstadt versinkt im der Borniertheit Neureicher Finanzjongleure. Zeit für en richtig zundhaftes Züri-Brännt.

Böxli Part II

am 08. Juli 2018 unter Kulinarik, Reisen, Seitwärts parkieren abgelegt

Und wenn ich nicht in irgendwelchen Untergründen herumirre so bau ich meine Böxlis, eine Weiterentwicklung zur RTU die, ganz banal, Zählerdaten, Enegie und Verbrauchsdaten, lesen kann.

Beetlebox

Heute laufen nun alle 7 Böxlis was meinerseits nen gepflegtes Judihui entlockt. Ein weiterer Meilenstein nach 6 Wochen Vollgas, 6 Tagewoche, wär geschafft.

Picatta Milanese

Somit, was feines Kochen kommt gut. Abnehmen ist eine gemütliche Mission und schliesslich besteige ich noch immer den Üetliberg 2 mal Wöchentlich.

Luisa

Und all jene die inzwischen vergessen haben wie ich aussehe.  Voila ein aktuelles Bild von Luisa in der Üetlibergwildnis.

 

Ursera 2018

am 08. Juli 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

So genug Almeria, die Wintermonate werden kommen um weiterzumachen.

Nun jedoch ist das Wetter schön und die hiesigen Berge entfalten den gesamten, lockenden Charme. Ergo weils so schön war, und ich mich wieder hinauf traute,  Ursera, nochmals mit Bild und wenig Text.

Ursera

Wer die kleine Anhöhe eingangs Ferreratal erklimmt, ist allererst ob landschaftlicher Schönheit beeindruckt. Für mich jedesmal, dies Eck, ein Highlight. Und auch die noch gut erhaltenen Industriespuren lassen viel Einblicke in damalige, hauptsächlich um 1863 bis 1869 aktive, Kupfergewinnung zu. Am letzten Wochenende waren zahlreiche fleissige Hände am Erhalt und der Dokumentation der Anlage beschäftigt.

Ich war, offen gestanden, hauptsächlich als Touristin unterwegs und Stollen ein, Stollen aus unterwegs. Ergo darum hauptsächlich wieder mal Bilder und weniger Wissenschaftliches.

Ursera

Wer in den grössten Abbau übers Cantina-Stollenwerk einsteigen mag riskiert viel. Der Holzüberdeckte Schacht am Eingang zum Abbauschlitz ist mit Steinen reichlich übersät. Das Holzgerüst wird die Last nimmer lange tragen. Trotzdem, der Abbauschlitz, welcher 3 Stollensysteme miteinander verbindet, ist immer wieder eine Augenweide.

Ursera

Als letztes endete unsere Stollentour im System Bethlehem. Ein umfangreiches Werk an welchem noch heute Anschlüsse an ältere Untertageepochen zugänglich sind.

Ursera

Im Innern, an der Hauptstrecke, immer wieder  bizarr anmutende Abbauzonen.

Ursera

Zerbrechliche Spuntwände zeugen von der Vergänglichkeit menschlich geschaffener Bauwerke.

Ursera

Im Bethlehemsystem trafen wir die aktiven 3D Vermesser bei aufwendiger Scanarbeit.

Wir beschlossen die aufwändige Datenerhebung nicht weiter zu beeinträchtigen worauf wir uns in die alten Abbauten, wahrscheinlich Feuersetzzonen, verzogen.

Ursera

In dieser alten Haue ist nix mit stehen und auch das Durchkriechen wird, auf den spitzen Steinen, praktisch überall zur Tortur. Dieser alte Abbau wird unser 3D Scanner-Team kaum ablasern können, zu eng sind die Gesenke. Hier werden einzig unsere Distos helfen.

Darum an dieser Stelle kurz ein Plänchen um die Situation zu verdeutlichen.

Ursera

Plan gross machen, Plan anklicken

Die Gelbe Zone ist eindeutig sehr alt und nie so richtig vermessen worden. Mein gelber Fleck ist eindeutig Annahme. Ich habs nicht in jedes Eck geschafft.  Der Rest des Plans ist aus Eschers Aufzeichnungen übernommen. Die orange Zone ist die obere Sohle mit Abstieg und violett steht für untere Strecke mit Abbauten. Wer, was, wie, wo und vor allem wann,  ist heute schwer zu rekonstruieren. Tatsache ist, der grösste Aufwand betrieb die britische „Val Sassam Mines Company“ um 1863 bis 1868.

Weitere Urserageschichten
Auffahrt, Einfahrt zu Ursera
Fahrende Urserianische Kupfererze
Urserianische Kupfererze
Das Geheimnis von Ursera
Betlehem ist überall
Römerstollen
Wo sich Eisen versteckt