Luisas Blog

Wo sich Bundes-Chasperlis verstecken

Einblicke in die erste Generation Bundesratsbunker, genannter K3 Harnischhuet in Bolligen bei Bern und weitere Verstecke

Gründe wieso sich Bundes-Chasperlis verstecken müssen gibt’s unzählige. Man denke an die kleine Episode eines totalitär anwachsenden Massnahmenstaates. Das Ideal eines jeden Diktators, eine gehorchende Untertanenschaft doch, die bittere Seite, eine versprengte Gruppe Abtrünniger trachtet den Eliten nach dem Leben.  

Zu den militärischen Führungsstrukturen die in tiefen Felsen verborgen waren, gesellten sich ebenso eingegrabene Zivilregierungsverstecke. Insbesondere der gar nicht beliebte Bundesrat suchte, ab dem 2 Weltkrieg, im In und Ausland nach geeigneten Unterschlupfmöglichkeiten. Gegenwärtig sind 4 solcher, mehr oder minder klassifizierter, Bunker auf Schweizer Boden bekannt. Hinzu kommen mögliche Exilverträge mit ausländischen Regierungen, etwa Dänemark während der P26 Ära. Allen in allem, die vereinigten Bundes-Chasperlis haben allen Grund sich zu verkrümmeln und ich en Haufen spannende Sachen anzukucken.

Bundesratsbunker

Die aufwendig zusammengestellte kartografische Darstellung offenbart die bevorzugte Nähe zu der Bundeshauptstadt. Viele dieser Anlagen stammen aus der Reduit-Strategie ab Beginn des 2. Weltkriegs.

Kleine Auflistung ohne Gewähr und keineswegs Vollständig

K1 Ried Armeeführungsbunker aufgegeben 2615794 / 1210568 (ehemals Untertage-Sandsteinbruch Zulieferer Burgdorf)

K2 Oberburg Armeeführungsbunker aufgegeben 2613190 / 1209507 (ehemals Untertage-Sandsteinbruch Zulieferer Burgdorf)

K3 Harnischhuet 1. Bundesratsbunker aufgegeben 2606351 / 1204240 1209507 (ehemals Untertage-Sandsteinbruch Zulieferer Bern)

K4 Kleiner Rugen Armeeführung / Luftwaffe aufgegeben 2632133 / 1169394 (Untertagebau Militär)

A1865 KP Goldey Armeeführung aufgegeben 2631525 / 1170948 (Untertage-Steinbruch Zulieferer Interlaken)

K8/A8760 Brindlistollen 2. Bundesratsbunker aufgegeben 2693986 / 1180935 (Untertagebau Militär)

K10 Alpenrösli Bundesratsbunker (Daten mir unbekannt)

K20 Eggeschwand Bundesratsbunker / Klassifiziert 2617313 / 1147169 (Untertagebau Militär Baujahr ca 1985)

Der K3, Innenansichten

Dieser Bundesratsbunker war nur kurzer Zeit in Betrieb. Man munkelt dass, noch während der Bauphase, ein grosser Deckenabbruch, im ungeschützten Teil, ein Militärfahrzeug unter sich begrub. Nach dieser Erfahrung verzichtete Armeeführung auf den Endausbau stattdessen bauten die Verteidigungsstrategen den, etwas edleren K8/A8760 Brindlistollen für die Führungselite.

Der K3 wirkt sehr spartanisch und nicht wirklich fertiggestellt trotzdem deuten einige Indizien auf langen militärischen Nutzen hin.

K3 Bundesratsbunker

Am nahegelegenen Kommandogebäude, heute Wohnhaus, klebt aktuell die Aufgebotstafel  Fortbildungsdienste Truppe Stand 2011. Sowohl das Kommandohäuschen wie auch der umwerfende K3 Steinbruch sind gegenwärtig in privaten Händen.

K3 Bundesratsbunker

Der Haupteingang in den ungeschützten Teil wird dominiert von Wildwuchs und Erdeinsturz. Schwer vorzustellen das einst durch dieses, rund 20 Meter hohes Tor Fahrzeuge ein und aus kurvten.

K3 Bundesratsbunker

Im Innern des ungeschützten Bereichs sind die Dimensionen beeindruckend.

K3 Bundesratsbunker

Der geschützte Bereich besteht aus einer Steinbruchunterteilung mittels massiver Betonwände. Ein kleiner Durchgang, im Bild an der hinteren rechten Wand erkennbar, ermöglichte den Eintritt vom Untertageparkplatz in den geschützten Kommando / Bundesratsteil.

K3 Bundesratsbunker

Der geschützte Bereich verfügt zusätzlich über einen separaten Zugangsstollen im Norden der Anlage.

K3 Bundesratsbunker

Im Kommando-Führungsbereich, ehemals Teil des Steinbruchs, sind einige Infrastruktur-Einbauten aus der Zeit des Bundesratsbunkers erhalten geblieben.

K3 Bundesratsbunker

Ein Kamin sorgte für Entrauchung einer Zentralheizung. Auf den Dächern der Versorgungsbaten hätten Baracken für die Landesregierung Platz gefunden. Die Baracken sind nie eingebaut worden. Es blieb bei den spartanischen, heute noch erhaltenen, Versorgungsbauten.

K3 Bundesratsbunker

Fürs Brauchwasser sorgten zwei Zisternen im Bundesratsteil.

K3 Bundesratsbunker

Geschichtliches und Sonstiges

Der Sandsteinbruch ist wahrscheinlich noch vor dem 19. Jahrhundert entstanden und diente als Zulieferer für zahlreiche Bauwerke der Berner Innenstadt.

Die heute ersichtliche Kubatur stammt aus der Epoche gegen Ende des 19. Jahrhundert als in Bern zahlreiche Bauten emporwuchsen. Der Hunger nach Sandstein war enorm und um Bern herum, Ostermundigen, Bolligen bis Krauchttal erblühten etliche grössere Steinbrüche. Auch die heute bekannte Justizstrafvollzugsanstalt Thorberg, mit damals angegliedertem Steinbruch, hat als Strafanstalt, Ursprung im aufkommenden 19. Jahrhundert.

Der Sandsteinbruch Harnischhuet mit angegliedertem Betriebsgebäude, später Kommandohäuschen, stand in naher Konkurrenz mit den, per Betriebsbahn erschlossenen Steinbrüchen von Ostermundigen. Womit, mit aufkommendem 20. Jahrhundert, Harnischhuet allmählich in Vergessenheit geriet.

Erst die Reduitstrategie ab 1941 hauchte den Hohlräumen neues Leben ein. Der Bundesratsbunker-Bau endete jedoch abgrubt nachdem ein grosses Stück Stollendach auf ein Armeefahrzeug stürzte und dieses bis zur Unkenntlichkeit zerdrückte. Der Bundesrat solle nie die Anlage besucht haben. In gleichen Jahren entstanden Zahlreiche weitere Führungsbunker, zu erkennen an der Bezeichnung K.

Die Anlage K3 indes, so glaube ich, blieb noch einige Jahre in militärischer Bedeutung.

K3 Bundesratsbunker

An einer Wand im K3 Bunker ist ein schematischer Grundriss abgebildet. Die Zeichnung entstand sicher nach der Ära Bundeschasperli. Über deren Bedeutung lässt sich streiten.

Die schematische 5 km Markierung zielt weder auf die weiteren Steinbrüche noch aufs Bundeshäusle aber die Abschlusslinie deutet auf eine abrupte Trennung. Mögliche Talt-Kabeltrennung?

Die Pfeile markieren Durchgänge, am rechts stehendem Pfeil gibt’s keinerlei Stollen auch Kabelreste fanden wir keine an besagter Stelle. Die Bezeichnung A1X könnte auf ein mögliches Felsenwerk hindeuten. Alle A-Bezeichnungen beziehen sich auf Felsenwerke. Ich kenne im Umkreis von 5 Km kein solches Werke, anmerkend jedoch, ich kenne recht wenig Militärisches. Mein Kernthema ist definitiv Bergbau.

Noch mehr Mysterien

Trotzdem fuhren wir, meine Begleiterin und ich, zum nächstgelegenen Steinbruch, ca 1 km Luftlinie (oberhalb Bolligen). Auch an dieser Position stach uns ein militärisches Geheimnis ins Auge. Getrieben von der Neugierde suchten wir die nähere Gegend um diesen neuen Steinbruch ab und fanden,

eine verschlossene Panzertür neuerer Bauart, ein vermutet Belüftungsturm und eine zweite Türe oberhalb eines alten Steinbruch-Zugangs. Das Ganze ist umschlossen von massivem Maschendrahtzaun.

K3 Bundesratsbunker

Im Situationsplan gelb markiert die Fläche des K3 Bundesratsbunkers nach Schweizerischer Landesvermessung, anmerkend, der K3 ist im Privatbesitz, eine Immobilienfirma, und folglich der betreffende Hohlraum in der Landesvermessung aufgenommen. Etwas westlich davon das kleine Kommandohäuschen, auch dieses ist im Privatbesitz und aus der Geheimhaltung ausgenommen. Westlich davon markiere ich eine unbekannte Anlage die ohne Zweifel auch länger aufgegeben ist.

Kurzum, weiterhin, eine spannende Geschichte.

Anmerkend zu Koordinaten

Alle hier publizierten Koordinaten sind mittels Desktoprecherche im beheizten Zimmerchen ausgeknobelt. Auch wenn gewisse Objekte noch heute der Geheimhaltung obliegen bin ich nicht die Erste die dieser Geheimnisse auf die Pelle rückte.

Und wenn Martin Pfister, wie sichs gebührt fürs Bundeschasperli, heute kräftig die Kriegsrhetorik schwingt so bin ich keineswegs die zu verhaftende Spionin. Ich gebe einzig weiter was ich aus etlichen Quellen heraus extrahierte.  

Eine wichtig wertvolle Quelle, en grosses Dankeschön in diesem Sinne, Hans Rudolf Schneider mit https://www.festung-oberland.ch

Der Drachenbändiger

Ich spazierte gestern am Bezirksgericht vorbei.

Bezirksgericht Zürich Drachenbändiger

Das Emblem unterhalb des Giebels war uns seit geraumer Zeit aufgefallen doch, wie so oft, schenkten wir der Symbolik keinerlei Bedeutung. Unser einzig Hoffnung nie innerhalb dieser Mauern stehen zu müssen überwiegte aller Interpretationslust.

Doch es wurd alles anders, eine Wohnungskündigung, ein Erstreckungsverfahren und eine mich vertretende Anwältin mit  welcher ich mich ganz und gar nicht verstand, liess mich und insbesondere meine Partnerin Christina, zu Interpretierungsversuch ansetzten.   

Die Frage aller Fragen ist wieder einmal, wer ist Drache und wer ist Drachenbändiger. Und ja, die Antwort fällt nicht schwierig, wir, das Volk, die Kaste der Dienenden sind Drache. Der Drachenbändiger residiert im Gerichtsgebäude. Dessen Aufgabe ist es uns, mich, unter Kontrolle zu halten und gegebenenfalls mit der Lanze abzustechen.

Das Gerichtsgebäude, meine Anwältin, die Schlichtungsbehörden, Teil des Systems einer managenden Kaste zudienend jenen die Millionen schaufeln.

Sihlfeldstrasse 95

Die Ära Sihlfeldstrasse nimmt für uns, Christina und mich, ab dem 30. April 2026, ein definitives Ende.

Die Drachenbändiger obsiegten und doch ein klein bisschen, 8000 SFR plus lohnten.

Die Geschichte hat durchaus positive Aspekte. Wir werden in ein weniger Lastenveloverseuchtes Quartier ziehen. Eine gewisse Distanz zur grassierendem Hipsterkultur wird Basis zu neuen Horizonten sein und Bodmerhof ist auch cool.

Und wissen tun wir, Drachentöter und schlafende Hunde obliegen gleicher Gesetzesmässigkeiten, „nur nicht wecken“. Diesem Grundsatz solle unser stetig Antrieb werden. Ganz dem Motto einer Bundesdienstzeit folgend, „Verschlaufen ist alles“.

Längerfristig ist eh ein Verlassen dieses übergrossen Freiluft-Knastes angedacht.

Also auf baldig neue Impressumsadresse

Wasserfallenstollen

Es gibt auch hierzulande manch baugeschichtliches Kuriosikum welches einer näheren Betrachtung lohnt. Und wenn so mach dieser Relikte nicht zwingend in der Bereich Rohstoffgewinnung fällt so gibt’s  auch in diesen Bauwerken einige Unterwelten zu erkunden.

Wasserfallen-Bahn

Projektierte Wasserfallenbahn Oensingen – Liestal, rote Linie. Gelbe Quadrate, Schachtbauten Wasserfallentunnel.

Die Rede ist, bei meiner aktuellen Geschichte, vom nie fertiggestelltem Bahntrasse Oensingen – Liestal. Konkret führt meine Reise in die Überbleibsel des begonnenen Wasserfallentunnels, das Herzstück der damaligen Bahnverbindung. Der Bau des Tunnel wie auch des Bahntrasses endete abrupt 1875 nach gescheiterter Finanzierung.

Wasserfallentunnel

Heute ist einzig noch das kurze Teilstück, ca. 78 m, des geplanten Bahneinschnittes fahrbar. Alle weiteren Strecken, damals per Schacht angefahren, sind seit vielen Jahrzenten verschüttet. Dieses Teilstück ist hinter der Talstation Seilbahn Wasserfallen in Reigoldswil per Mundloch erreichbar.

Wasserfallentunnel

Der Eingangsbereich sammelte über die Jahre hinweg reichlich Schutt was zu einer effizienten Wasserstauung führte.

Wasserfallentunnel

Ziemlich bald steigt das sich stauende Wasser auf Oberschenkelhöhe. Wer dies Bauwerk bewundern möchte muss in die Fischerstiefel steigen. Stollenhöhe ist gut 2 m, konzipiert für Kipploren.

Wasserfallentunnel

Der Stollen steigt sanft an so dass, trotz zahlreicher Quellen, die Wassermenge stetig abnimmt.

Wasserfallentunnel

Die Stollenbrust liegt, gemäss Vortriebsplan, bei etwa 78 m. Gemäss erwähnter Aufzeichnung solle das nächstfolgende Stollenteilstück nach ca 7 m Kalkstein folgen. Dieser zweite Stollenabschnitt, gemäss Plan 106 m lang, war mittels Schacht A in beide Richtungen vorgetrieben. Lieder sind die Schächte alle Aufgefüllt und nicht zu erreichen doch es bleibt die Hoffnung, mittels Stollenvortrieb, die 7 m, das nächste Teilstück zu befahren. Solch ein Projekt zur Aufwältigung des zweiten Teilstücks besteht und so war ich an beschriebener Befahrung im Sinne einer näheren Projektkonkretisierung beteiligt.

Ob nach 7 m tatsächlich ein wassergefüllter Stollen erscheint oder stattdessen eine dickflüssige Schlammbrühe aus dem Vortrieb quillt gilt, sinnvollerweise mittels Bohrloch, abzuklären. Noch ist bei 78 m Schluss.

Vortriebsplan Wasserfallentunnel

Ob der Vortriebsplan, von mir aus der Originalfassung übertragen, tatsächlich stimmt ist nicht restlos geklärt. Erst eine exakte Vermessung des aktuell offenen Teilstücks kann nähere Erkenntnisse schaffen. Sollten die 78 m Stollenlänge resultieren kann von einer tatsächlichen Vortriebsleistung ausgegangen werden. Noch ist nicht klar ob die vermerkten Vortriebsfelder Zielvorgaben wiedergeben oder ob diese Flächen effektiv abgebaut wurden. Tatsache ist, von den 4185 m Wasserfallen-Tunnel sind nur Bruchteile, rund 300 m, ausgehoben. Der Tunnelbau war den auch der Todesstoss fürs Bahnlinienprojekt welches das Berliner Unternehmen Schneider, Münch & Jerschke vergeblich zu stemmen versuchte.

Links Wasserfallentunnel / Projekt

2-Wasserfallen-Bergbau auf ahoy.ch

Wikipedia

Gottschalkenberg schon wieder Eine

Wenn ich nicht gerade mit Anwälten streite, Thema „auch wir sind Sugushäuschen“, gibt’s sporadisch Zeit um in alten Stollen herumkriechen.

Neulich erreichte mich ein Kommentarschreiber welcher meine Neugierde weckte. Die Rede war von einer Gottschalkenberger-Grubenaufwältigung die ich mir so nicht wirklich sinnig erklären konnte. Ich musste diesem Geheimnis, welches offenbar nicht weiter ein grosses Geheimnis war, näher in die Tiefe blicken. Genannt wird der Hauptstollen 1, Baujahr 1942, welcher das Köhleflöz am Mülibach anfährt. Im Volksmund die unterste Grube „Im Wurf“. Der Hauptstollen war kurz nach Bergwerksaufgabe um 1943 verfallen. Der einzige Zugang in dies umfangreiche Untertagewerk führte über den oberer Einsturztrichter Hauptstollen 2.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Einsturztrichter in Stollen II, Stecke aus der Epoche 1942 die auf Basis eines bereits vorhandenen Stollens aus 1840 vorgetrieben wurde. Noch heute ist dies feine Loch, gut zugänglich aber nicht allen bekannt, bequem fahrbar.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Im Innern weitet sich die Förderstrecke auf übliche 2WK Kipplorenbreite. An den Seiten klaffen die Aufhauen früherer Betriebperioden. Etwas Wasser tröpfelt von nächsthöher gelegenem Abbaugesenk. Versatz aus der Bauzeit 1942 bis 1943 ist allgegenwärtig.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Das, tausendfach fotografierte, kunstvoll versetzte Abbaugesenk der letzten Betriebsepoche führt, per Hosenboden-Rutschpartie, in die nächste Hauptsohle von 1942.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Die untere Hauptstrecke dient seit en paar Jährchen als improvisierte Andachtsstätte inklusive sichtlich ramponiertem Sagex-Buddha.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Indessen ist dies Karbidleuchten-Gekritzel kaum als Andachtsanküdigung zu verstehen. Der Buddha ziert die Stollenbrust seit ca 5 Jahren. Das Russgekritzel dürfte tatsächlich aufs Jahr 1944 fallen. Deren Interpretation, sofern überhaupt ein tieferer Sinn darin liegen sollte, war mir bis heut nicht möglich.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

An der Streckengegenseite schimmert bald etwas Licht hervor. Links im Bild die teils versetzten Abbauten vom. 19. Jahrhundert. Auffällig auch, das warme Klima in der sonst eher gewohnt kühlen Hauptsohle.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Bald stehe ich in einer Stahlröhre, zu meiner Verwunderung vor, von ausserhalb verschlossener Türe. Ein Relikt welches eine 2025er Bergbau-Epoche einzuläuten scheint den im Juli 2025, siehe Gottschalki immer schön, war keine Spur dieses Werkes erkennbar.

Infolge war eine Tagseitige Erkundung logische Konsequenz um meine entfesselte Neugierde zu befriedigen.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Da ich diese Grube seit 15 Jahre regelmässig besuche, wusste ich wo die Türgegenseite zu suchen sei.

Und tatsächlich tat sich unter der Fahrstrasse die Stahlblechröhre auffällig hervor.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Auch der Türverschluss konnte ich, anhand des Zahlenschlosses, eindeutig identifizieren.

Über den Zweck dieser Aufwältigung kann ich nur spekulieren. Wir Bergbauinteressierte erreichen die Hauptstrecke bequem, in weniger als 15 Minuten, über die Hauptgesenk-Rutschbahn, ab obere offene Strecke. Mobillitätseingeschränkte Stockgänger und Gängerinnen dürften die kurze Kletterpartie zwischen Fahrstrasse und Stahlrohr kaum meistern können und die noch vorhandene Kohle stinkt fürchterlich beim Verbrennen. Kurzum die Logik dieser Arbeit, es mussten doch einige Kubik verschoben werden, ist nicht weiter begründbar. Der Zweck scheint so manchen Kennern nicht so richtig einzuleuchten. Anderseits wird mach einer in gleicher Form verwundert Kopfschüttelnd auf unsere Erdbewegungen blicken. Naja wenns Spass macht, haut drauf. Ich bevorzuge nach wie vor die lustige Rutschbahn zwischen kunstvollem Versatz.   

Bei dieser Gelegenheit schweifte mein Blick wieder mal durch die alten Auftagerelikte des 19. Jahrhunderts am Mülibach.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Die alten Stollenmünder sind zwar aussendurch noch leicht auszumachen doch offen ist da keines mehr. Nichts desto trotz lassen sich innendurch viele der alten Stollen gefahrlos besuchen.

Wie immer bei solch heroischer Tat müssen Pläne wieder angepasst werden. Ich will dieser Aufgabe keineswegs fernbleiben, in diesem Sinne die Fassung November 2025.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Die Blechröhre liegt rechts des Null-Messpunktes aus der Epoche 1942.

Gottschalkenberg Bergwerke
Gottschalkenberg Bergwerke

Auch so gibt’s auf der QGIS-Übersicht am unteren Wurfbergwerk (links auf der Karte) zwei gelbe Punkte stehend für offene Stollenmünder.

Wie üblich, Plan gross machen, Plan Anklicken.

Und mein erstes Gottschalkenberg-Post, exakte 15 Jahre her, am 15. November 2015, auf Gottschalkenberg.

Sparrenweid Gottschalkenberg

oder Sparenweid

Im Sammelsurium schöner Bergwerke sticht ein Objekt ganz besonders hervor. Es ist das oberste Kohlebergwerk des Gottschalkenbergs auf 1004 Meter über Meer. Insbesondere die noch erhaltenen Stollen aus den Jahren 1942 bis 1943 sind ein imme wiederkehrender Besuch wert.

Ich war wieder mal oben erspare mir indes die geschichtlichen Hintergründe da ich denen bereits den Beitrag Kohlebergwerk Sparrenweid vom 12. November 2013 schenkte.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Das ehemalige obere Mundloch ist leider inzwischen etwas zusammengefallen. Das Holz ist nimmer so am richtigen Platz und auch die Kriechecken dünkten mich deutlich mühsamer.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Die schönen Spundwände mit Zimmermannskralle stehen jedoch, zu meiner freudigen Überraschung, immer noch.

Der Fuchs ist definitiv ausgezogen und mit ihm der süssliche Geruch halbierter Feder-Nutztiere und Kotthäufchen.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Beide Gesenke sind noch immer prallgefüllt mit Kristallklarem Wasser.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Kohle indes ist in diesem Kohlebergwerk eher die Seltenheit was erklären würde wieso die letzte Betriebsperiode mit Unterbrüchen nur gerade 2 Jahre dauerte.  Im Bild der letzte hintere Streckenabschnitt mit 10 cm Kohleflöz an der Stollenwand.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Wohlmerkend dies Bergwerk kennt ganz andere Reize als deren Ursprungsbestimmung die Kohle. Infolge bekannt,  über Landesgrenzen hinweg, die Goldbestückte Decke auf der verstürzten Tagesstrecke. Das Gold ist leider nur wertloses Pyrit doch der Effekt ist, über weite Abschnitte hinweg, manch ausgedehnte Fotosession wert.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Manchmal wechselt die Pyrit-Patina von Decke zu Wand, auch schön, und in der Tendenz, auch Nass.

Für jene die wissen wollen wo es liegt, obligates Plänchen.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Gross machen, anklicken und sich am PDF erfreuen

aber,

klar und deutlich, der Einstieg muss verdient sein.

Vorbeitrag, exakt 12 Jahre, auf Kohlebergwerk Sparrenweid

Andere Gottschalkenberger Gottschalki immer schön

Und, die Sache mit dem R respektive dem Doppel-R im Flurnamen bleibt umstritten. Es gibt beide Versionen.

Über Trans und weitere Variationen

Oft beginnen Geschichten mit,

„Wir“,

etwa, „Wir Katzen….“

Auch meine Geschichte beginnt hier und jetzt mit dem Wörtchen „Wir“

folgend,

Wir Trans haben unsere Geheimnisse, gut gehütet sind diese unergründlich für jene, alle kompromisslos, Aussenstehende.

Verschiedenste Gründe bewegen uns Trans diese Geheimnisse tief einzuschliessen.

Seien es die Liebsten die mit allerlei Fragezeichen konfrontiert wären, seinen es die panischen Frühsexualisierungsneurotikerinnen welche Weltbilder wegbrechen sähen oder seien es verirrte Männer die um ihre geglaubt, schwindende, Männlichkeit kämpfen, unbestritten, wir Trans sind aussergewöhnlich, geheimnisvoll. Ein Umstand den, so pauschal gesprochen, wie sich gegenwärtig beobachten lässt, nicht nur Sympathien bildet. Es bleibt eine mögliche Übersetzung des Begriffes „Katoy (กะเทย)“, neben zig weiteren bekannten Übersetzungsmöglichkeiten, die „Aussergewöhnlichen“.

Wir Trans verfügen über zweierlei Konditionierungen womit wir ein hohes Einfühlungsvermögen für beiderlei Geschlechterrollen aufbringen. Einige unserer Spezies lebten in der Vergangenheit klassische, teils exzessive Männerbiografien, Militärkarriere ect.  

Wir Trans durchleben zwei nacheinander geschaltete Pubertätsepochen. Phasen durchflutet von wuchtigen Gefühlsschwankungen dies oft im Wissen um eine solche, bereits durchlebte, Gefühlsschwankungsphase. Wir waren begehrenswert, interessant und attraktiv gleichermassen. Wir sahen toll aus, wussten um Sexy-Ausdrucksweise und waren richtig durchgeknallte Partynudeln.

Wir Trans sind sehr mutige Menschen. Bekannt als Kriegerinnen in einigen indianischen Kulturen, sind wir uns gewohnt mit teils heftigsten Anfeindungen umzugehen. Fast alle neuinterpretierten Buchreligionen neigen zur aktiven Verfolgung von Transpersonen. Manche dieser Religionsauswüchse tötet unsereins auf bestialische Weise. Alle von uns, alle, erfuhren in der Phase des Coming-outs Gewalt verbal oder gar physisch. Dieser Umstand schärft unsere Sinne und macht uns zunehmend kräftig.

Historisch gründen einige Gesellschaftliche Freiheiten auf das Engagement vieler unermüdlicher Transpersonen. Genannt an dieser Stelle die Transfrauen Sylvia Rivera  und Marsha P. Johnson als Initiantinnen der Stonewall-Aufstände und der daraus resultierenden LGBT-Bewegung.

Aber, die Gesellschaft ist ironischerweise voller Widersprüche. Dies, unser Geheimnis fasziniert mehr als uns manchmal  lieb ist. Dies Geheimnis wird als Tür zu unbegrenzten Freiheiten gelesen. Ein Honigtöpfchen welches viele Verlockungen verbirgt.

Aus diesem Honigtöpfchen wollen viele naschen. Wohl prominentester Honigtopfnascher, wenn wir hier schon mal die Historik hervorkramen, Andy Warhol.

Etwas dümmliche Männer glauben im Transfrauenumfeld, neue sexuelle Höhen zu erklimmen. Grosse Teile der Thailändischen Sexindustrie bauen auf eben diese Männer. Ob dies zutrifft müssten diese Männer beantworten. Zweifelsohne, die Komplexität des Themas haben wahrscheinlich die wenigsten genannter Männer begriffen.

Die Freiheit „Sich“ zu sein, das eigene „Ich“ Performen,  unabhängig äusserlicher Widerstände, beeindruckt viele in Sachzwängen Verfallener. Logisch, das die Fachrichtung Gender Studies sich des Experimentierfeldes „Trans“ dankend annahm. In der Folge, auch logisch, schmückt sich aktuell die serbelnde Linke gerne mit den Trans-Federn der Vielfalt. Es bleibt, dem Zeitgeist geschuldet, die Linke hat ein Identitätsproblem nicht wir Trans.

Und doch, weiterhin kompliziert

Die kurzen Momente in denen wir ein hochmotorisiertes Fahrzeug besteigen und eine Passfahrt absolvieren artikuliert sich unsere, äusserlich als Widerspruch wahrgenommene, Doppelkonditionierung. Längst hat auch die Werbeindustrie dies kleine Detail erkannt (Seat).

Nun, die Sache mit den Trans ist und bleibt definitiv schwer verständlich. Auch ich könnt kaum sinnvoll dies Phänomen Trans äusserlich plausibel näherbringen. Auch wenn ich weiss dass einige Unbeteiligte aus diesem Honigtöpfchen naschen möchten, dies Honigtöpfchen ist kaum erreichbar. Die Konfrontation mit dem eigenen „Ich“ kann heftig unangenehm ausarten.  

Meine Versuche dies Honigtöpfchen wenigstens punktuell verständlich zu machen schweiften in kulturgeschichtliche Tiefen ab, zwar wichtig aber eben, nur die halbe Geschichte.

Die Geheimnisse sind unergründlich währenddessen sich Irrtum breit macht.

In der Community gern verwendete Sätze wie „Ich war schon immer Frau“ fallen für mich in den Bereich „Flacherdler“ und banalisieren die Trans-Thematik schwerstwiegend. Es gibt schlicht, aus meiner bescheiden zu betrachtenden Sicht, ganze Herden an verirrten Schafen die, ob gewollt oder nicht, im Eilzugstempo ein Klima zunehmender Intoleranz schaffen.

Lieder ist und bleibt Manches nicht in eindeutigen Schwarzweis-Kontrasten erkennbar. Wer in die Tiefe blickt wirft Fragen auf, manche dieser Fragen bleiben ein Geheimnis wiederum andere dieser Fragen können nicht mal wir schlüssig beantworten.  

Und doch

Trotz all dieser, von uns gut gehüteten Geheimnisse, Geheimnisse die oft auch wir nicht genau zu erkunden wissen, sind wir viel mehr als nur Trans.

Alle verfügen wir über einen bunten Strauss an Fähigkeiten und Eigenschaften die uns gleich der Restbevölkerung macht. Diese Gleichheit und diese Verschiedenheit ist was ein Zusammenleben, zusammen Agieren lebenswert interessant macht.

Alle diese Verschiedenheiten sind eine Change zur Weiterentwicklung zur Koexistenz uns Menschen.

Buffalora im Herbst 2025

Auch dies Wochenende ist nun Geschichte, der Schnee wird sich über den Eingangsschacht legen und meine zeichnerische wird wieder exzessive Züge annehmen.

Buffalora 2025

Nicht desto trotz, eine kleine Geschichte mit schönen Bildern muss sein.

Die Mission war klar und die Gruppen vorweg definiert. Gruppe Kletterbegeisterte vermessen die obersten Sohlen und alle darunter erreichbaren Strecken. Gruppe Schaufelbegeisterter begab sich wieder in die tiefste Strecke zur Aufwältigung der  18 Meter langen Verbindung Sohle 1 zu Sohle 2.

Buffalora 2025

Wie oft an Herbsttagen vermöchte die wirkende Natur zu verzaubern. Trotz herrlichem Bergwetter verzogen wir uns mehrheitlich in den Untergrund.

Das Projekt beschäftigt uns seit 2024 mit vielen ungeahnten Wendungen.

Strecke 1 zu 2 Buffalora 2025

Kurz zusammenfassend,

Das Bergwerk, nach Eisenerz suchend, entstand von oben nach unten. Mit bis zu 500 Meter langen Galerien folgen um 1500 Bergleute den begehrten Erzen. Die unterste Strecke stand, kurz vor Betriebsaufgabe, an einigen unvollendeten Baustellen. Andere Streckenbauten verfüllten die Knappen kurz vor Betriebsende mit Abraummaterial. Eine dieser Strecken vermuteten wir, anhand des Hauptplans als verbindende Strecke zwischen Sohle 1 und Sohle 2.

Wir begannen im 2024 der bis Dach verfüllte Stollen auszugraben in der Hoffnung, a) interessante Einblicke ins Unbekannte Bergbaugeschichtliche zu erhaschen, b) eine Kurzverbindung, ohne Vertikaltechnik,  in die obere Sohle zu ermöglichen. Eine Stollenlänge von gesamt verfüllt 18 Meter auf einer Höhendifferenz von 5 Metern konnten wir, mittels Vermessung, ausmitteln.  

Ab 12 Meter artikulierte sich der dritte und leider grösste Hochstoss welcher uns vom Kurs abbrachte. Statt der linken Stollenwand zu folgen, lenkte uns die Stollendecke weg vom  Stollenweiterverlauf hin zu oberster Hochstossweitung.

Eine Abteufung ab ca Meter 13 war nötig um den Streckenverlauf wieder aufzuspüren.

Strecke 1 zu 2 Buffalora 2025

Die Abteufung legte eine nicht erwartete Spundwand offen die Einblicke in den damaligen Verfüllprozess  gewährte. Dank dieser Abteufung liess sich nun wieder die Kursbestimmende linke Stollenwand verfolgen. Aber auch, dank dieser Abteufung, sind neue Erkenntnisse möglich.

Erztrog Buffalora 2025

Insbesondere die Bestimmung, respektive die letzte Bestimmung des, der in der Fahrstrecke 1, gefundenen Erztrogs ist nun eindeutig und passt zur aufgefundenen Terrassen- Verfüllarbeit in unserer Baustelle.  

Buffalora 2025

Währenddessen lang unser Ziel, oberhalb gefundener Spundwand, wieder einige Meter näher. Die Höhensteigung setzt ein doch der Verbindungsstollen weicht vom Hochstoss ab. Hinter dem Stein in Bildmitte sind leichte aber gut erhaltene Holzeinbauten auszumachen.

Buffalora 2025

Ich habe kurz nach Beendigung des Einsatzes den Streckenverlauf dargestellt. Die Grüne Fläche auf der rechten Zeichnung gibt des zugebauten Stollen wieder. Dies Material, geschätzte 4 m2, müssen noch heraus und auf die 3 Untertagedeponien verteilt werden.

Kurzum, es gibt noch reichlich zu tun, packen wirs an, auf ein 2026.

Buffalora 2025

Und weils scho schön war, en Abschlussbildchen unserer Feierabendsicht.

Hauptplan

Buffalorageschichte 2024

Mot Madlain Projekt Erbstollen

Seit geraumer Zeit, konkret seit Entdeckung des Erbstollen-Austritts im 2022, sind wir am Aufwältigen dieses Bauwerks.

Luisa in S-charl

Für mich mal Anlass wieder zur kleinen Bildergeschichte anknüpfend an den damaligen Bericht erbstollen_V1.pdf und an die damalige Webseite S-charl

Der Erbstollen ist zwischen 1508 und 1562 entstanden. Er diente zur Entwässerung des damalig Bergseitig absinkenden Bleiglanzflözes des Bergwerks Mot Madlain. Der Aufschluss eben solchem Flöz sorgte für beträchtliche Wasserhaltungsprobleme. Der unterfahrende Erbstollen sollte dies zunehmende Problem lösen. Doch der Bau, insbesondere die Finanzierung des kaum Ertrag bringenden Werks, gestaltete sich harzig.  Immer wieder ruhte die Baustelle mangels eingehender Knappenentlöhnung.

Der Erbstollen ist seit der Vermessungsaktion um 2009 bekannt. Vom Bergwerk Mot Madlain aus ist dies Bauwerk vermessen doch wo, das angestaute Wasser zu Tage tritt konnte lange nicht schlüssig beantwortet werden.

Nach intensiven Suchwochenenden  gelang uns, im 2022, die Entdeckung  des Erbstollenaustritts im Innern einer Felsspalte.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Obere Ansicht des, durch Felsspalten zerklüftete Gelände.

Seit der Entdeckung beschäftigt uns die komplexe Offenlegung dieser Strecke und die Entwässerung der letzten Erbstollenmeter.  

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Die Spalte ist über einer der zahlreichen Wasserfälle des Val dal Poch erreichbar.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Val dal Poch verlauf mit Sicherungsseil zur unteren Baustelle.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Höhenmittig Spalte sind Laufbretter eingebaut die ins Schuttinnere führen

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Es trennen uns noch heute etliche Meter vom eigentlichen Erbstollen. Solange nicht ein festes Stollendach sichtbar wird, müssen wir das in der Felsspalte eingekeilte Material auf der gesamten Höhe ausbauen. Eine immens aufwändige riskante Tätigkeit die unsere Topkletterer im Team bewerkstelligen.

Dank dieser Grabungsarbeiten sind weitere Erkenntnisse zu dieser Anlage und der näheren Umgebung möglich.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

So wissen wir heute dass nahe dem Erbstollenaustritt eine kleine Manufaktur angesiedelt war die etwas weniges an gefundenem Eisenerz zu Bergbauwerkzeugen verarbeitete. Im Seitenstoss des Erbstollens und an verschiedenen Orten dieser Sohle sind Eisenerze beobachtet wurden. Im Südufer des Val dal Poch liegt ein Kohlehorizont offen. Nicht unweit dieser Sichtung finden sich einige Schlackenreste. Auch den teilweisen Schuttabtransport vom Bergbaubetrieb scheint plausibel. Gebäude für Knappen und Schmiede unterhalb des Bergwerks Mot Madlain auf der Val dal Poch Südseite  sind durchaus denkbar.

Die Bauwerkspuren am Nordwestfelsen indes sind bis heute nicht erklärbar.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Auch eine Schnittrekonstruktion der letzten Erbstollenmeter war, dank gefundener Spuren, möglich. Es scheint so, als hätten die Knappen, im Gegensatz zu uns, ein Holzdach zum Eigenschutze in der  Spalte eingebaut. Die Spalte ermöglichte ein rascher Vortrieb durch die weiterlaufende Störung. In der Bauzeit standen keine Sprengmittel zur Verfügung. Im Val dal Poch waren verschiedene Holzgerüste aufgebaut um möglichst effizient, auch bei Bachhochwasser, die Baustelle zu erreichen.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Wir haben kein Holz zur Verfügung, zu aufwendig wäre der Materialtransport in dies unwegsame Gelände. Stattdessen räumen wir alles Material aus der Spalte. Da wir alles ins Val dal Poch runter schmeissen können und sowohl vom Val dal Poch wie auch aus dem Mot Madlainbergwerk Wasser herausdrückt sind uns einige Helfer wie Schwerkraft oder Wasserfluss zuteil.

Trotzdem, es bleibt noch reichlich was zutun und die Projekte werden auch nicht weniger.

Links

Bericht 2022 erbstollen_V1.pdf

Webseite S-charl

Bergwerke

Es ist klar, unser Nachbarland setzt enorme Energien frei um die Befahrung alter Bergwerke zu unterbinden. Die Wertung des Straftatbestands liegt weit jenseits des normalen Menschenverstands.

Im Wissen um diese Tatsache und im Wissen auch dass meine Tätigkeit ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Industriegeschichte beiträgt, will ich hier mich zurückhaltet geben.

Trotzdem, weil so geil war,  en paar Bilder aus einem Nachbarstaat welcher nix besseres zu tun hat als meine Seiten nach möglichen Georeferenzen abzuscannen.

Kernthema dieses Labyrinths ist Gips, der Lachsfarbene unbeliebte und der andere.

Wasser plätschert an mach Ecklein vor sich hin.

Bremsberge bremsen lange nimmer,

Drahtseile warten geduldig auf deren Abtransport,

und doch wissen die immensen Hallen immer wieder tief zu beeindrucken.

Jene die mich und meine Seitenstruktur kennen, wissen wies funktioniert, alle anderen, Behördenfuzis, wer auch immer, sind von diesem Wissens-Pot ausgeschlossen.

Seiet ungehorsam und seiet neugierig,

viel Spass

Luisa

Taspegn

Ein wahrhaft lohnender Einblick in den historischen Bergbau bieten die Buntmetallminen um die Alp Taspegn. Neulich ergab sich eine Gelegenheit dies historische Industrierelikt, ein Bruchteil des gesamten Abbaugebietes, zu erkunden. Die Alp Taspegn, respektive die unteren Installationen  Plan Tischatscha, liegen weit oberhalb Zillis in schwer zugänglicher Berglandschaft. Um die ersten Bergbauanlagen zu erreichen müssen rund 1000 Höhenmetern auf schmalsten Alpstrassen überwunden werden. Kein Wunder dass sich kaum Neugierige in dies unwegsame Gelände verirren. Umso spannender die kaum besuchten Stollen weit fern der Zivilisation. Zwar gibt’s auf der Alp Taspegn ein kleines Besucherbergwerk welches hin und wieder befahren wird doch unser Interesse galt den abseits liegenden, kaum bekannten, Anlagen. Da sich die Stollen auf verschiedene Reviere im  Flächenrechteck von 1 x 2 km verteilen gabs Tagesfüllende Entdeckungen ohne je in die Nähe der Besucherstollen zu erahnen.

Minen Taspegn

Ca. 6 Minengebiete sind bekannt unter Berücksichtigung dass womöglich längst nicht alle Stollen entdeckt wurden. Ich spezifiziere 4 Reviere auf meiner Karte. Das auf der Karte unten mittig markierte Gebiet Oberes Revier Ost kann an geführten Besichtigungen besucht werden. Der Verein Erzminen Hinterrhein bietet jeweils am Mittwochnachmittag Führungen an.

Unser Interesse galt den Anlagen des unteren Reviers, des mittleren Reviers und der Erzwäsche bei Plan Tischatscha.

Crap Ner mittleres Revier

Minen Taspegn

Östlich der Alpstrasse liegt dem Betrachter meine monumentale Steinlandschaft zu Füssen. Erst bei genauerer Betrachtung wird ein tiefer, mit Trockenmauer, ausgebauter Geländeeinschnitt sichtbar. Dies frühere Stollenerschliessungsbauwerk ist gegen das Mundloch hin von massivem Blöcken verstellt. Das eigentliche Mundloch ist leider unter Meterhohen Gesteinsbrocken verschwunden. Es ist aber anzunehmen dass dieser Einschnitt ein grosses Minenfeld und einige Stollen unterfuhr. So war die Sichtung weiterer Bauten oberhalb unverzichtbar.

Minen Taspegn

Weitere Stollen, oft verstellt mit scharfkantigen Gneisblöcken, lassen nicht lange auf sich warten. Die Hauen sind meist Eng und doch mit Sprengmittel-Brachialkraft in harten Gneis geschlagen. Bohrlocher sind einige zu beobachten.

Minen Taspegn St. Anna

Der grösste Stollen liegt unter einer Felskluft. Leonhard Selb nennt diese Grube um 1812, in seinen Mineralogische Studien, St. Anna – Grube mit Gruben – Gletscher. Tatsächlich schlummern noch heute zwei ausfüllende Gletscher in tief getriebenen Schachtbauten. Am einten Schacht liegt eine Fahrte im Eis vergossen. Auch noch erhalten steht der einte Haspelholmen am Bodenholz.

Die Gesellschaft von Tiefenkastel solle, keineswegs als erste, am besagtem Orte bei Taspegn nach Blei und Silber gegraben haben. Diese um 1807 gegründete Gesellschaft, mir nicht unbekannt, begegnete mir bereits an weiteren Orten wie Tgant Ladrung oder auch im Andiasttal.

Kurz darauf um 1865 tat die britische Gesellschaft Val Sassam Mines Company, bekannt aus Ursera, nach den begehrten Metallen graben.

Minen Taspegn

Die Metalle, Blei mit wenig Silberanteil, lassen sich am ehesten in der St. Anna – Grube beobachten. Der Bleiglanzgang eingeschlossen in Quarzbändern verläuft vertikal über weite Strecken.

Minen Taspegn

Oberhalb der St. Anna – Grube liegen weitere 2 Stollen offen verteilt im Felsgelände. Das mich beglückende Sonnenscheinwetter ermöglichte eine überaus spektakuläre Fernsicht am den hoch liegenden Mundlochöffnungen.

Minen Taspegn

Das Minengebiet Crap Ner umfasst einige, eher sportlich zu befahrende, Untertagebauten. Alle Stollen sind vom Felsschlag und vom  Gneisbruch schwer gezeichnet. Der Einstieg erfordert manch  Akrobatiknummer in einer Umgebung messerscharfer Felskanten.

Nicht minder interessant die noch vorhandenen Gebäudemauern alter Knappen-Unterkünfte.

Spadel unteres Revier

Die Stollen und Installationen rund um den Flurnamen Spadel sind mehrheitlich verfallen. Bis auf den Kalkwandstollen, welcher am Rande eines schmucken Wasserfalls zu finden ist, sind alle weiteren Stollen tief im Wald vergraben.

Minen Taspegn

Der Kalkwandstollen ähnelt eher einer zerklüfteten Höhle als einem Bergwerksbetrieb. Was dieser Kalkwandstollen  an Mineralien offen legte konnte ich nicht so eindeutig erkennen. Ohnehin scheint das Gebiet um Spadel, mit all den längst überwachsenen Halden, kaum Erze offenzulegen.

Trotz fehlenden Erzfunden sind die Bergbauspuren allgegenwärtig.

Minen Taspegn

Nicht unweit des Kalkwandstollens, mittig zwischen Kalkwandstollen und verfallenem Waldstollen jedoch auf gleicher Kote, steht ein wuchtiger Kalkofen welcher auf grössere Bautätigkeit hindeutet.

In der näheren Umgebung sind einige Gebäudereste auszumachen. Auch in greifbarer Nähe liegen weitere verfallene Mundlöcher mit davorstehenden Halden. Der als Kohlplatzstollen überlieferte Untertagebau ist erfolgreich im 2025 geöffnet worden. Auch dies Werk zeigt, zumindest vordergründig, Haldenmaterial und so, keine spannenden Erze. Um den Kohlplatzstollen gruppieren sich zahlreiche Mundlochpingen und Halden.

Minen Taspegn

Die Stollen sind mehrheitlich verfallen ausgenommen, wie bereits erwähnt, der Kalkwandstollen und der neu aufgewältigte Kohlplatzstollen. Wer in dieser Region Bergbau betrieb ist nicht restlos geklärt. Die Val Sassam Mines Company war, soviel steht fest, in diesem Waldstück nicht am werken.  Potentiell waren die Männer der Gesellschaft von Tiefenkastel, um anfangs 1800, in diesem Eck aktiv. Der Bergbau in Taspegn begann, so will es von Salis wissen, ab 1570. 

Plan Tischatscha Poche und Flotationsanlage

Auf Plan Tischatscha liegt eine der wenigen noch erhaltenen Erzwaschanlagen. In unmittelbarer Nähe stand auch ein Pochwerk und diverse Knappenunterküfte. Die Seilbahntalstation welche die Erze von den höher gelegenen Minen herunter transportierte ist etwas versetzt oberhalb der ehemaligen Poche zu finden. Alle Installationen um Plan Tischatscha stammen aus der Ära Val Sassam Mines Company (ca 1865). Über frühere Verarbeitungsanlagen auf Plan Tischatscha ist wenig bis gar nichts bekannt.

Minen Taspegn

In den 4 Flotationsbecken sollte der Bleiglanz vom Nebengestein, mittels unterschiedlichem spezifischem Gewicht getrennt werden. Das fein gepochte Abbaumaterial floss, im Wasser verdünnt, in die grossen Becken. Der schwere Bleiglanz sollte am Beckenboden liegen bleiben während das leichtere Nebengestein  am Beckenrand abfloss. Soweit die Theorie, das im Stollen abgebaute Nebengestein war oft harter und schwerer Quarz. Die spezifischen Gewichtsdifferenzen beider Materialien waren gering. Der Flotationsprozess erwies sich als wenig wirksam.  Eine Zeit lang versuchte die Val Sassam Mines Company das gepochte Material  im fernen Lineares (Granada) zu verarbeiten. In Lineares stand eine Verarbeitungsanlage die, gleich wie Val Sassam Mines Company, zur Gruppe John Taylor and Co, gehörte. Die Verarbeitung des Bleiglanzes schien in Lineares besser zu funktionieren doch die Transportkosten waren immens. Im Jahr 1868 stand der Bergwerksbetrieb still, wenig später  wurde die Val Sassam Mines Company liquidiert. Seither ruht der Bergbau auf Taspegn.

Links

Verein Erzminen Hinterrhein (extern)

Gruppe John Taylor and Co, Val Sassam Mines Company in Ursera (Luisa)

Gesellschaft von Tiefenkastel in Tgant Ladrung, im Andiasttal (Luisa)

Pompeyo

Bei schönen Wetter und noch schönerer Erinnerung ist mir nach kleinem Reiseberichtchen an Orte vergangener Industrietätigkeit. Genannt die umfangreichen Installationen des kolonialen Eisenerzbergbaus um die Jahre 1910 im Gebirge von Olula del Castro / Almeria. Quasi an dieser Stelle das fehlende Puzzleteil der Bergbauanlage Arroyo del Verdelecho

Secundo Pompeyo

Über Flurnamen lässt sich bekanntlich reichlich streiten. Ob das bekannte Industriedorf Pompeyo heisst oder doch eher den älteren Namen Mina La Vinagre trägt, ist nie restlos geklärt worden. In den Jahren zwischen 1890 und 1920 herrscht reger Wildwuchs im Gebirge. Wer Grundbesitzend ist beantragt eine Minenkonzession in der Hoffnung diese für teures Geld den Britischen Bergbauunternehmen weiter zu verpachten. Die Minen scheitern kläglich am Ertrag und die lokalen Grundeigentümer, mit kaum Pachtzinseinnahme,+ enden als definitive Verlierer im Kapitalmonopoly.

Fact ist, den Engländer investieren massiv in Geräte und Installationen der Ertrag indes lag in bescheidenem Rahmen. Was noch Wert hatte wurde bei Betriebsaufgabe demontiert und weiter verhökert. Die Minen lebten nur kurze Zeit.

Näher hier beschrieben, die Installationen Mina La Vinagre respektive Pompeyo wovon Pompeyo zwei bekannt sich, Pompeyo I der südliche Erzgangeinstieg und Pompeyo II die Schachtanlage und Seilbahninstallation auf dem Plateau Penicula.

Secundo Pompeyo

An besagtem Plateau entstand in den Jahren zwischen 1900 und 1920 ein umfangreiches Bergbaudorf mit verschiedener Wohn und Industriebauten.

Secundo Pompeyo

Auf Pompeyo ist, neben einer klassischen Förderanlage, ein Dampfbetriebener Seilbahnantrieb gebaut worden. Dieser Antrieb, rechts im Bild die Maschinenhalle, sollte die beladene Erzseilbahn über den kleinen Hügel in Richtung Arroyo del Verdelecho hieven.

Secundo Pompeyo

In der Maschinenhalle liegt noch ein breites Sammelsurium verschiedenster Ziegelerzeugnisse aus der Epoche 1910.

Secundo Pompeyo

Die Anlagen verfügten über einen zentralen Dampfkessel welcher die rundum verteilten Maschinen mit Druckdampf versorgte. Im Bild die drei noch stehenden Druckleitungsstützen und im Hintergrund das Steigerhaus.

Secundo Pompeyo

Übersicht Aussenanlagen, gross machen, anklicken.

Die Schachtanlage ca 60 Meter tief, fuhr 3 Sohlen des vertikalen Erzgangs an. Ob weitere Zugänge ins Schachtsystem existieren ist nicht weiter überliefert. Klar ist, der besagte Erzgang ist von diversen Bergwerken aus angefahren worden. Alle diese Arbeiten bewegten sich mehrheitlich in der Zeitepoche zwischen 1899 und 1940.

Auch zum Erzgangverlauf liegen widersprüchliche Angaben vor. Insbesondere die Verlaufswinkel änderten immer wieder je nach Jahrgang der geologischen Untersuchung.

Gruben Olula del Castro

Eisenerzgruben Olula del Gastro , gross machen, anklicken.

Heute glaube ich die Zusammenhänge und den resultierenden Erzgangverlauf recht genau zu kennen. Die Bergbauspuren, teilweise sehr alte und nicht datierbare, weisen auf einen eindeutigen Erzgangverlauf hin.

Es sind zwei Haupterzgänge südlich von Olula del Castro bekannt. Gang Arroyo del Verdelecho und Gang Pompeyo beide Gänge sind an verschiedenen Stellen angefahren.

Erzgang Pompeyo

Eine Halde, 40 Meter unter Schachtkopf Pompeyo, stimulierte unsere Neugierde ganz besonders. Dieser Stollen liegt etwas oberhalb im Bett des Arroyo del Verdelecho auf Höhe der verlassenen Hausgruppe Huelga del Medico.

Lieder war der dazugehörige Stollen im Jahr 2024 verschüttet. Im Jahr 2025 indes waren wir mit Schaufeln ausgestattet.

Erzgang Pompeyo

Und tatsächlich, dank einiger helfenden Händen, gelang der Einstieg ins System bis an den, im rechten Winkel dazu stehenden, Erzgang.

Erzgang Pompeyo

Der Stollen war über die gesamte Länge mit, aktuell rückgebauten, 60er Schienen ausgestattet. Zwei Einbrüche erschweren den Zugang. Ab zweitem Einbruch liegt eine CO2-Belasstung von 4 Volumenprozent, steigender Tendenz, auf.

Der Erzgang ist ziemlich zusammengefallen potentiell jedoch mit Atemschutz fahrbar.

Hulega del Medico

Weiter, dem Tal Arroyo del Verdelecho folgend, Bildmittig, der kleine Weiler Huelga del Medico.

Auf Bachboden sollen einst Maultiere Erze vom Bremsberg Cristina in die Anlage Röstofenanlage Arroyo del Verdelecho transportiert haben.

Mina Cristina Verlader

Nicht unweit von Olula del Castro steht am Talboden, Ende des Bremsberges,  die Silo und Verladeanlage Cristina.

An dieser Stelle einige Worte der Warnung!

In beiden Erzgängen haben wir hochtoxische CO2 Konzentrationen beobachtet.

CO2 in Pompeyo

Alle Werte ab 3 Volumenprozent CO2 sind hochtoxisch und können zu Bewusstlosigkeit und Tod führen. In beiden Erzgängen ist äusserste Vorsicht angesagt, allgemeine Speleovertikal-Auf und Abstiege sind definitiv zu unterlassen. Die Verbindung zwischen Schwefelhaltigem Erz und organische Fledermausscheisse begünstigt die CO2 Bildung.

Vorbeiträge

Arroyo del Verdelecho

Eisenminen Gergal und Olula de Castro

Tiergarten

Wenn Luisches Neugierde getriggert wird.  

Und wieder mal eine „es-war-einmal-Geschichte“ mit viel Bildmaterial aus meiner Abenteuer-Cam.

Kurz vor meinem 60sten war mir nach Erkundungstouren.  Einige Untertagebaustellen langen lange auf meiner Warteliste und das Wetter wirkte zu unstabil um mich in die Mürtschenalp zu verkrümeln. Da war sowas was immer wieder bei A3-Fahrten aufpoppte und nie eine tieferreichende Erkundung erfuhr. Und am Gegenende des putzigen Hügels warten einige Urbanlegenden, des Kalten Krieges entstammend, auf tieferreichende Erspähung.

Also los, eine kleine Geschichte,

Der Ort nennt sich Tiergartenhügel und, fahrend auf der A3 nahe Mels im Blick zum Seitenfenster heraus, sticht ein markanter Steinbruch hervor.

Google-Street-View, A3 Richtung Süden kurz vor Mels.

Im Steinbruch ist scheu eine Untertageöffnung mit  Stahltreppe zu erkennen doch bei schneller Autobahn-Fahrt kaum genauer analysierbar.

Etwas gemächlicher von der Hügel-Rückseite aus betrachtet klaffen einige interessante Tore aus dem Fels heraus.

Tiergarten Mil-Kaverne

Die Tore sind eindeutig militärischen Ursprungs und aktuell deklassifiziert denn die zivile Nutzung, Käselager und Weiteres, ist teilweise äusserlich, per Hinweistafel, ersichtlich.

Trotzdem, der Hügel hat noch viel zu bieten, und eine genauere Internetrecherche fördert wiederum sehr Interessantes zu Tage. Also Gelegenheit um dem Hügel und die nähere Umgebung genauer in Augenschein zu nehmen.

Tiergarten Steinbruch

Amtliche Verbote sind mein absoluter Trigger. Bei solch Hinweistafel packt mich die Forschungslust  richtig intensiv und da ich je kein Fest veranstaltete hatte ich auch nichts zu befürchten.

Klar ist, mein erster Gedanke schweifte in Richtung ausartetende  Goa-Partys. Ein durchaus verlockender Gedanke.

Tiergarten Steinbruch

Bald stehe ich im Steinbruch und dies ohne irgend eine Abschrankung zu überklettern geschweige den irgend en Verbot zu missachten. Ganz neue Sitten fürs Luischen.

Die ins Dunkle führende Metalltreppe ist schnell gefunden und der Aufstieg überraschend bequem.

Tiergarten Steinbruch

Im Innern  ist, entgegen meinen Erwartungen, ein Umfangreiches Partygemäuer aufgebaut. Etliche Terrassen, unterbrochen von zahlreichen Bar-Konstruktionen, zieren die Untertagehallen. Hinter den Einbauten steckt, wie ich an einer betonierten Inschrift ermitteln kann, der Feuerwehrverein Heligkreuz-Mels.

Angesichts der Tatsache dass in Untertageanlagen, so ziemlich jede bewilligende Behörde ein latentes Problem hegt, dürfte dies Verbot sich hauptsächlich auf den Feuerwehrverein beziehen. Also leider doch keine arschgeil ausufernde Goa-Party.

Doch trotz fehlender Goa-Party, weitere Attraktionen liessen nicht lange auf sich warten.

Bei Autobahnfahrt sichtbar, das verfallene Steinbruchgebäude.

Tiergarten Steinbruch

Im Innern antike Maschinen vom feinsten. Als wär kunterbunt die Zeit stehen geblieben, findet sich ein Sammelsurium verschiedenster Geräte aus eben so verschiedenster Zeitepoche.  

Tiergarten Steinbruch

Ein reges Durcheinander sorgt für erschwerte Fortbewegung innerhalb des Steinbruchgebäudes.

Tiergarten Steinbruch

Die beiden Druckgefässe legen den Schluss nahe das im Gebäude hauptsächlich Pressluft hergestellt wurde. Trotzdem sind an den beiden geglaubten Kompressoren einige Ungereimtheiten verbaut die mein technisches Verständnis leicht überschreiten. Zuweilen einer der Hauptkompressoren mit Exzenter-Steuerung ausgestattet ist, was ich bisweilen einzig von der Dampfmaschine, Dampflok kenne.

Tiergarten Steinbruch

Neben der Kompressorhalle liegt eine feine mechanische Werkstatt mit aller nur erdenklichen Werkzeugmaschinen, Baujahr maximal 1940. Leider ist in dieser Arbeitsstätte, Dach und alles oberhalb, in sich zusammengefallen.

Nach lustiger Steinbruchbesichtung  bestieg in den Tiergartenhügel um mir einen Gesamtüberblick zu verschaffen.

Tiergarten Steinbruch

Die südliche Ansicht vom Hügel herunter zeigt einiges an Militärbauten respektive ehemalige Militärbauten. Vieles bleibt noch verborgen andere Objekte sind, wie zu erkennen ist, aus der Geheimhaltung entlassen.

Im Tiergartenhügel sind einige von Süden her zugängliche Lagerkavernen geschlagen worden.

Tiergarten Mels

Die Amtliche Vermessung spezifiziert die nicht weiter als Geheim klassifizierten Stollen als Untertagebauten.

Fest steht, hinter dem Tiergartenhügel befindet sich eine wichtige Versorgungslogistik in ungeahnter Grösse. Einige, im gegenüberliegendem Fels versteckte Anlagen, sind wahrscheinlich immer noch als aktive Armeelogistikbauten ausgewissen.  

Ich vermute dass die Anlagen zur Versorgung der Sarganser Festungs- und Sperrstellen-Gruppe dienten und das Ende der komplexen Not-Transportstrecke Riesetenpass / Pragelpass war.

Sarganser Gruppe

Die Sarganser Gruppe, ein Relikt der Reduit-Strategie die bis weit in den Kalten-Krieg hinein bestand hatte. Auf meiner Karte die mir bekannten grösseren Anlagen die noch zu meiner Dienstzeit aktiv waren. Oben Links die Punktegruppe rund um die A6445 sind die Tiergartenbauten.

Und des Vergleiches Willen,

Tiergarten

Luftbild 2005  vs

Tiergarten

Luftbild 1942, klar ersichtlich hierbei, der Steinbruch war einst viel grösser. Auch klar erkennbar, die Zufahrtsrampe der Logistikkaverne, bildmittig auf der Hügelsüdseite.

Der Steinbruch, soweit ich erfahren habe, gibt’s seit über 150 Jahren (1854). Heute wird dieser von Ackermann Bau bewirtschaftet.

Guadix

Eine kleine Bildliche Rundreise aus Luisas Almeria 2025-Abenteuern. Guadix die Kleinstadt die zu grossen Teilen aus Wohnhöhlen besteht, besticht durch einige Sehenswürdigkeiten die das Herz eines jeden Urbanexplorers in Rage versetzt. Aber auch die nähere Umgebung kennt einige Industriegeschichtliche Hinterlassenschaften mit durchaus spannender Geschichte.

Guadix

Alte Industrieanlage am Bahnhof.

Guadix am Bahnhof beginnt meine Reise. Während ich auf die Ankunft eines Freundes wartete blieb genügend Zeit um diesen magischen Ort etwas näher zu erkunden. Ein Ort welcher in römischer Zeitepoche, dank umliegender Kupfer, Blei, Silber-Minen, zu Glanz und Mächtigkeit aufstieg. Guadix indes auch längst verwelkt, ein Paradies der Urbanexplorer und Bahnfetischisten. Die um 1895 fertiggestellte Bahnlinie „Linares Baeza-Almería“ bescherte der Kleinstadt, auf Kilometer 151,142 ab Linares Baeza gelegen, ein beispielloser Industrialisierungssprung. Noch heute sind die Relikte einer grossen Industrieepoche allgegenwärtig ums Bahnhofsareal verstreut.

Guadix

Der Kran an den aufgegebenen Lokwerkstätten steht noch immer.

Guadix

In den 1920er genoss die Bahninfrastruktur ein kräftiges Update. WC-Gebäude, Bar und ein kleiner Park gruppierten sich südlich der Geleise. Der Koloniale Bergbau, angeführt von den Briten, ist in dieser Zeitepoche in vollem Gange. Heute sind Park und Gebäude vergessen und vergammelt. Die Natur erobert sich die Flächen zurück.

Nicht unweit des Städtchens liegt ein Relikt früherer Kupferproduktion. Die Ursprünge dieser Kupferabbaustelle am Fusse der Sierra Nevada reichen bis in die Römerzeit. Die Betriebszeit der „Mina Santa Constanza“ endete um die 1960er.

Mina Santa Constanza

Oft fotografiert, das markante Fördergerüst im Zentrum des Industrieanlage.

Mina Santa Constanza

Etwas die Hügeln hinaufsteigend wird der gesamte  Bergwerksbetrieb sichtbar. Links hinten, die Kupferschmelze, mittig die Förderanlage, Vordergrund, Lastwagenrampe.

Etwas östlich gelegen, nur wenige Kilometer vom schmucken Kupferwerk entfernt, klafft eine wuchtige Öffnung im Boden.

Minas de Alquife

Dies Loch, respektive diese Locher, teils Kilometer breit und einige hundert Meter tief, sind die letzten Überbleibsel des kolonialen Eisenerzbergbaus. Die Bergwerke sind traditionell in zwei rivalisierende Gesellschaften aufgeteilt demzufolge nennt sich die eine Grube „Minas del Marquesado“ die andere Grube tragt den Flurnamen „Minas de Alquife“. Obschon beide nebeneinander liegen haben beide Betriebe eine eigene Bahnlinie.

Die Minas del Marquesado sind heute wieder teilweise reaktiviert und auf Prospektion von seltenen Erden.  Die Minas de Alquife sind indes mehrheitlich verfallen obschon die Anlagen teilweise aneinander verwoben sind.

Minas de Alquife

Minas de Alquife Werksgebäude.

Minas de Alquife

Innenansichten.

Minas de Alquife

Bohrjumbo aus den 1970ern.

Die Bergwerke waren in meiner Kindheit, in den 1990, als mächtige Eisenerzlieferanten bekannt. Insbesondere die endlos wirkenden Erzzüge die durch Gador rumpelten  sind meinem Gedächtnis tief vermerkt.

Minas de Alquife

Beide Bergwerke besassen eigene Bahnlinien wovon die einte, Minas del Marquesado, bis gegen Ende der 1990er gepflegt wurde. Die zweite, früher stillgelegte Bahnstrecke, ist in etlichen Sergio Leone-Western verewigt. Im Bild der Zugang ins Minengelände Minas del Marquesado übers neuere Bahntrasse.

Bahnhof Huéneja-Dólar

An der Anschlussstelle Bahnhof Huéneja-Dólar steht noch der letzte vollgeladene Erzzug.

Bahnhof Huéneja-Dólar

Im Innern der Silowagen feinstes Roherz aus den Marquesado-Gruben.

Und der Vollständigkeitshalber, eine weitere Mine aus der Region die in der Neuzeit ein erneutes Revival erlebte.

Minas Las Piletas

Die Rede ist vom Bergwerksbetrieb Las Piletas mit schöner Schachtanlage.

Aktuelle Webseite der Bergwerksgesellschaft https://www.oxidosferricos.com/3rd-project

Und kleine Karte zu den einzelnen Standorten.

Guadix

In diesem Sinne, jene die all die Orte aufsuchen, viel Spass.

Sasso San Gottardo

Na weils so schön war, damals Einblicke, jenseits der Touristenrouten, in die Sagenumworbene Gotthardfestung Codename A8583.

Und, um Bildliche Vergleiche zu ermöglichen, eine Artelleriefestung mit Ausstattung. Auch wieder etwas Bilder, diesmal jedoch, da Offiziell, mit Ortsangaben und QGIS-Plänchen.

Sasso San Gottardo

Am Gotthardpass wirkt auf den stillen Betrachter, die stille Betrachterin, als erstes die zweifelsohne überdimensionierte Trafostation in mitten einiger Bauten.

Sasso San Gottardo

Nicht unweit die Verteidigungsanlagen aus den Napoleonischen Epoche. In dieser Anlage sind bis in die 2000er verschiedene Ausbauten getätigt worden.

Sasso San Gottardo

Eine moderne Truppenunterkunft vergammelt vor sich hin in den altehrwürdigen Gemäuern.

Über ein verworrenes System an Stollen sind alle Teile verschiedenster Epochen miteinander verbunden.  

Sasso San Gottardo

Eines dieser Stollen, oder besser beschrien Schacht, führt in die Trinkwasserversorgung.

Sasso San Gottardo

Im Bild die Zisternenanlage der A8583

Sasso San Gottardo

Auch die originale Energieversorgung der Festung, Baujahr 1943, ist noch erhalten

Sasso San Gottardo

inklusive der 3 Dreizylinder Notstromgruppen.

Sasso San Gottardo

Auf stattlicher Berghöhe Munizionsmagazine, Mitteltüre Zünder, rechts Munition, links Ersatzlafette, rechts kleine Türe Ersatzlauf 11.9er Kanone.

Sasso San Gottardo

Die verschiedenen Geschützebenen sind mittels Bremsberge erschlossen. Im Bild ein Ersatzlauf auf dem Bremsberg-Rollwagen geschnallt.

Sasso San Gottardo

Die 11.9er Kanone auf dem Parkplatz hinter der Lafette.

Und das vielbeschriebene Plänchen der Anlage Sasso San Gotthardo A8385.

Sasso San Gottardo

Die gelben Punkte stellen die Eingänge ins Untertagewerk dar. Rot sind Stollen und Kavernen.

Der Vollständigkeitshalber, der betreuende Verein des Felsenwerks https://www.sasso-sangottardo.ch

In diesem Sinne, es Dankeschön für die gewährten Einblicke.

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