Kleine Einblicke in damalige Verteidigungsanlagen zwischen 2. Weltkrieg und kaltem Krieg. Geografisch angesiedelt als Teil der Sargansergruppe am südlichsten Ende. Ich bin in dieser Sache nicht gänzlich unbelastet durfte ich während meiner Dienstpflicht so manch Anlage, noch bei voller Action, erleben.
Und auch mal wieder eine kleine Geschichte unter der Rubrik „und schon wieder stand die Tür einladend offen“.
A6325 steht, das A, für Felsenwerk, die vierstellige Nummer, für die geografische Bezeichnung. A6325 ist das Felsen, Artilleriewerk Haselboden mit integriertem Spital. Das Werk A6325 ist seit einigen Jahrzenten demilitarisiert und wird in wenigen Jahren vom Zementwerk Untervaz komplett verschluckt werden.
Folglich ein bitternötiger Augenschein dieser, zunehmend dem Zementsteinbruch zum Opfer fallenden, Anlage.

Früh war die strategische Bedeutung des Westhangs bekannt. Die Neuburg im Bild wird Urkundlich 1345 erstmals erwähnt. Unterhalb des Burgbaus liegt die, aus der 2.Welkriegepoche stammende Minenwerferstellung A6329 Neuburg, Bewaffnung 2x 8.1 cm Festungsminenwerfer. Des weiteren liegt in Burgnähe die Infanteriekaverne A6369 wie auch der Übermittlerunterstand F13442.
Meine Geschichte indes dreht den Blick 180 Grad südwärts, genanntes Felsenwerk A6325 unterhalb des anwachsenden Zementsteinbruchs Haselboden.

Die Eingangsfront mit oberhalb liegender Aussenverteidigung versinkt im, vom Steinbruch herunterfallendem, Bruchsteinen.

Eine lange Eingangshalle ermöglichte zu Betriebszeit eine gedeckte Lastwagenentladung. Am linken Rand der Zugangstüre liegt der Überdruck-Abluftauslass. Heute ist die Zufahrt mittels hohem Bruchsteinwall versperrt.

Versorgungsstollen mit leeren Installationsbalken. Die Beton-Installationsbalken trugen Kabel, Rohre und Lüftungskanäle. Heute sind alle Versorgungsleitungen wie auch sonstige sekundäre Architekturelemente ausgebaut.

Eingangsschleuse, auch wieder, Türen und Leitungen sind Rückgebaut. Der Ablauf ist offenbar verstopft.

Wachlokal und Unterkunft des Festungszugs.

Zugang zum Munitionslager.

Munitionslager, die herumstehenden KS-Blöcke bildeten zu Betriebszeit Regaleinheiten. Heute ist der ehemalige Regalstandort anhand der grauen Farbunterbrüche erkennbar.

Weitere Druckschleuse Stollen Süd.

Maschinenraum, 3 Notstromaggregate, Filteranlagen, Belüftung und Elektrohauptverteilung alles ausgebaut.

Ehemalige Küche.

Innerer Versorgungsstollen, Zisternenzugang,

höher gelegene Hauptwasserzisterne, Blick vertikal noch oben gerichtet.

Blick aus der Geschützöffnung

4,7 cm Kanone, MG-Stand
Die Geschützstellungen liegen in teils luftiger Höhe der Felswand. Heute sind diese, dem Zerfall ausgeliefert, ohne Tarnung gut erkennbar.

Im Bild die Aussenansicht des Beobachter, MG-Standes Nord.

7,5 cm Befestigungskanone 1 und 7,5 cm Befestigungskanone 2 an der Südflanke

MG-Stellung und teils eingebrochener Notausgangsschacht rechts der Stellung.

Das Felsenwerk A6325 besteht, Standardmässig, aus der Versorgungs- und Unterkunftseinheit, in hiesiger Anlage 4 Kavernen, umringt von Geschützständen mit dazugehörigen Munitionslagern. In der Versorgungs- und Unterkunftseinheit sind Spital, Feuerleitstelle, Unterkunft, Trickwasserzisterne und Maschinenraum untergebracht. Als Eigenart, dem Festungsbaustandart abweichend, verfügt dies Felsenwerk über eine abgesetzte Unterkunftkaverne für die Wach und Betriebsmannschaft. Die Zuluft wurde über eine tiefgelegene Ventilatorenkaverne angesogen.
Über die ehemalige Bewaffnung herrscht meinerseits nur beschränktes Wissen. Gemäss gefundenen Unterlagen waren ursprünglich vier 7.5cm Befestigungskanonen, eine 4,7 cm Panzerabwehrkanone und einige MG-Stellungen im Einsatz. Die Anlage wurde indes in späteren Jahren umgebaut. Zwei der 7.5cm Befestigungskanonen sind beim Umbau ausgemustert worden, die Geschützöffnungen sind zugeschweisst respektive umfunktioniert. Anstelle der zwei 7.5cm ausgemusterten Befestigungskanonen im A6325 Haselboden kamen, in den 1990ern, zwei 15,5 cm Festungskanonen 93 Bison vors Felsenwerk A6315 Molinära.
Die zwei Artilleriebeobachter liegen abgesetzt oberhalb des Hauptwerks. Beide Kavernen sind über einen Vertikalschacht zugänglich. Leider fehlt aktuell die Aufstiegsleiter womit die Beobachter-Posten unerreichbar bleiben.
Sargansergruppe
Nochmals an dieser Stelle die bei weitem nicht vollständige Karte der Felsenwerke Sargansergruppe.

Das Felsenwerk A6325 ist Teil der südlich gelegenen Sperre Trimmis. Zusammen mit der Gegenüberplazierten A6315 Molinära bildeten diese zwei Werke die Artillerieverteidigung der Sperre. Beide Werke sind heute aufgegeben und demilitarisiert.
Artilleriefelsenwerke
In einer Zeit der mobilen und hybriden Kriegsführung haben die trägen Artilleriefelsenwerke definitiv ausgedient. Zu teuer, zu wenig Feuerkraft und absolut unflexibel stehen die Dinger, der Uranmantelmunition schutzlos ausgeliefert, blöd in der Landschaft. Nichts desto trotz, die Werke sind beeindruckend ohne Zweifel ein Besuch wert und mein Langzeitprojekt einer geilen Technoparty in solch Untergrund ist auch noch lange nicht vom Tisch. Klar ist, die Dinger sind Wespennester Geduld da ist durchaus eine Tugend.
Und kleiner Einschub an dieser Stelle, heut im Blick aufgeschnappt
Bekanntlich dreht die Welt und Bundesrat Martin Pfister kommt allmählich in Stress. Seine, zum gordischen Knoten anwachsende Aufgabe, namentlich die Bevölkerung auf die Armee einschwören, scheint doch komplexer als gedacht.
Herr Pfister liess ein neues Lehrmittel kreieren welches sich an Schüler und Lehrlinge von 15 bis 19 Jahren richtet. Das Lehrmittel, ich finds nicht mal schlecht, gibt’s Online auf broschuere_wie-sicher-sind-wir_2aufl_2025.pdf
Und Luisa sagt, die Damen und Herren Bundesräte fickten uns vor nicht allzu langer Zeit was die Schmerzgrenze hergab. En „Sorry“ würd Wunder bewirken doch sie, die Damen und Herren Bundesräte, sind zu blöd um solch eine banale Logik zu rafen.
In diesem Sinne, Herr Martin Pfister viel Spass beim lösen des gordischen Knoten .













































































































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