Kategorie: Steinerne Unterwelten

Schweizer Bergbau und Sonstiges

A6325

Kleine Einblicke in damalige Verteidigungsanlagen zwischen 2. Weltkrieg und kaltem Krieg. Geografisch angesiedelt als Teil der Sargansergruppe am südlichsten Ende. Ich bin in dieser Sache nicht gänzlich unbelastet durfte ich während meiner Dienstpflicht so manch Anlage, noch bei voller Action, erleben.

Und auch mal wieder eine kleine Geschichte unter der Rubrik „und schon wieder stand die Tür einladend offen“.

A6325 steht, das A, für Felsenwerk, die vierstellige Nummer, für die geografische Bezeichnung. A6325 ist das Felsen, Artilleriewerk Haselboden mit integriertem Spital. Das Werk  A6325 ist seit einigen Jahrzenten demilitarisiert und wird in wenigen Jahren vom  Zementwerk Untervaz komplett verschluckt werden.

Folglich ein bitternötiger Augenschein dieser, zunehmend dem Zementsteinbruch zum Opfer fallenden, Anlage.

Neuburg

Früh war die strategische Bedeutung  des Westhangs bekannt. Die Neuburg im Bild wird Urkundlich 1345 erstmals erwähnt. Unterhalb des Burgbaus liegt die, aus der 2.Welkriegepoche stammende Minenwerferstellung A6329 Neuburg, Bewaffnung 2x 8.1 cm Festungsminenwerfer. Des weiteren liegt in Burgnähe die Infanteriekaverne A6369 wie auch der Übermittlerunterstand F13442.

Meine Geschichte indes dreht den Blick 180 Grad südwärts, genanntes Felsenwerk A6325 unterhalb des anwachsenden Zementsteinbruchs Haselboden.

A6325

Die Eingangsfront mit oberhalb liegender Aussenverteidigung versinkt im, vom Steinbruch herunterfallendem, Bruchsteinen. 

A6325

Eine lange Eingangshalle ermöglichte zu Betriebszeit eine gedeckte Lastwagenentladung. Am linken Rand der Zugangstüre liegt der Überdruck-Abluftauslass. Heute ist die Zufahrt mittels hohem Bruchsteinwall versperrt.

Versorgungsstollen mit leeren Installationsbalken. Die Beton-Installationsbalken trugen Kabel, Rohre und Lüftungskanäle. Heute sind alle Versorgungsleitungen wie auch sonstige sekundäre Architekturelemente ausgebaut.

A6325

Eingangsschleuse, auch wieder, Türen und  Leitungen  sind Rückgebaut. Der Ablauf ist offenbar verstopft.

A6325

Wachlokal und Unterkunft des Festungszugs.

A6325

Zugang zum Munitionslager.

A6325

Munitionslager, die herumstehenden KS-Blöcke bildeten zu Betriebszeit Regaleinheiten. Heute ist der ehemalige Regalstandort anhand der grauen Farbunterbrüche erkennbar.

A6325

Weitere Druckschleuse Stollen Süd.

A6325

Maschinenraum, 3 Notstromaggregate, Filteranlagen, Belüftung und Elektrohauptverteilung alles ausgebaut.

A6325

Ehemalige Küche.

A6325

Innerer Versorgungsstollen, Zisternenzugang,

A6325

höher gelegene Hauptwasserzisterne, Blick vertikal noch oben gerichtet.

A6325

Blick aus der Geschützöffnung

A6325

4,7 cm Kanone, MG-Stand

Die Geschützstellungen liegen in teils luftiger Höhe der Felswand. Heute sind diese, dem Zerfall ausgeliefert, ohne Tarnung gut erkennbar.

A6325

Im Bild die Aussenansicht des  Beobachter, MG-Standes Nord.

A6325

7,5 cm Befestigungskanone 1 und 7,5 cm Befestigungskanone 2 an der Südflanke

A6325

MG-Stellung und teils eingebrochener Notausgangsschacht rechts der Stellung.

A6325

Das Felsenwerk A6325 besteht, Standardmässig, aus der Versorgungs- und Unterkunftseinheit, in hiesiger Anlage 4 Kavernen, umringt von Geschützständen mit dazugehörigen Munitionslagern. In der Versorgungs- und Unterkunftseinheit sind Spital, Feuerleitstelle, Unterkunft, Trickwasserzisterne und Maschinenraum untergebracht. Als Eigenart, dem Festungsbaustandart abweichend,  verfügt dies Felsenwerk über eine abgesetzte Unterkunftkaverne für die Wach und Betriebsmannschaft. Die Zuluft wurde über eine tiefgelegene Ventilatorenkaverne angesogen.  

Über die ehemalige Bewaffnung herrscht meinerseits nur beschränktes Wissen. Gemäss gefundenen Unterlagen waren ursprünglich vier 7.5cm Befestigungskanonen, eine 4,7 cm Panzerabwehrkanone und einige MG-Stellungen im Einsatz. Die Anlage wurde indes in späteren Jahren umgebaut. Zwei der 7.5cm Befestigungskanonen sind beim Umbau ausgemustert worden, die Geschützöffnungen sind zugeschweisst respektive umfunktioniert. Anstelle der zwei 7.5cm ausgemusterten Befestigungskanonen im A6325 Haselboden kamen, in den 1990ern, zwei 15,5 cm Festungskanonen 93 Bison vors Felsenwerk A6315 Molinära.

Die zwei Artilleriebeobachter liegen abgesetzt oberhalb des Hauptwerks. Beide Kavernen sind über einen Vertikalschacht zugänglich. Leider fehlt aktuell die Aufstiegsleiter womit die Beobachter-Posten unerreichbar bleiben.    

Sargansergruppe

Nochmals an dieser Stelle die bei weitem nicht vollständige Karte der Felsenwerke Sargansergruppe.

Sarganser Gruppe

Das Felsenwerk A6325 ist Teil der südlich gelegenen Sperre Trimmis. Zusammen mit der Gegenüberplazierten A6315 Molinära bildeten diese zwei Werke die Artillerieverteidigung der Sperre. Beide Werke sind heute aufgegeben und demilitarisiert.

Artilleriefelsenwerke

In einer Zeit der mobilen und hybriden Kriegsführung  haben die trägen Artilleriefelsenwerke definitiv ausgedient. Zu teuer, zu wenig Feuerkraft und absolut unflexibel stehen die Dinger, der Uranmantelmunition schutzlos ausgeliefert, blöd in der Landschaft.  Nichts desto trotz, die Werke sind beeindruckend ohne Zweifel ein Besuch wert und mein Langzeitprojekt einer geilen Technoparty in solch Untergrund ist auch noch lange nicht vom Tisch. Klar ist, die Dinger sind Wespennester Geduld da ist durchaus eine Tugend.

Und kleiner Einschub an dieser Stelle, heut im Blick aufgeschnappt

Bekanntlich dreht die Welt und Bundesrat Martin Pfister kommt allmählich in Stress. Seine, zum gordischen Knoten  anwachsende Aufgabe, namentlich  die Bevölkerung  auf die Armee einschwören, scheint doch komplexer als gedacht.

Herr Pfister liess ein neues Lehrmittel kreieren welches sich an Schüler und Lehrlinge von 15 bis 19 Jahren richtet. Das Lehrmittel, ich finds nicht mal schlecht, gibt’s Online auf broschuere_wie-sicher-sind-wir_2aufl_2025.pdf

Und Luisa sagt, die Damen und Herren Bundesräte fickten uns vor nicht allzu langer Zeit was die Schmerzgrenze hergab. En „Sorry“ würd Wunder bewirken doch sie, die Damen und Herren Bundesräte, sind zu blöd um solch eine banale Logik zu rafen.

In diesem Sinne, Herr Martin Pfister viel Spass beim lösen des gordischen Knoten .

Nix da heimische Erdöle

Es gibt zwar heimische Erdöle und diese finden sich mehrheitlich im Val de Travers doch die Mine le Furcil ist en Kalk/Zementsteinbergwerk auch wenn ich mal vor 9 Jahren was von Bitumen behauptete. Spassiger Fakt ist, seit langem kopieren alle publizierfreudigen Befahrer rege meine Fehler. a) Luisa ist nicht unfehlbar (Geologisches Wissen = eine Nilpe) b) heut weiss ichs besser Kalk/Zementstein und nicht Asphalt, Bitumen oder sonst was Stinkendes. Trotzdem, Bitumen, Asphalt Erdöl und eben sonst fürchterlich stinkendes Zeugs gibt’s im Bergwerk le Furcil bei Noiraigue auch.

Aber dies ist nicht Hauptthema der Geschichte viel eher will hier wieder ein fett bebilderter Befahrungsbericht stehen. Und wie vor 9 Jahren, auch wieder eine klassische Heiligabend-Befahrung.

Mine de Furcil Noiraigue

Das Mundloch ist  immer noch einladend offen.

Mine de Furcil Noiraigue

Nach wie vor, das Bergwerk ist von gigantischen Dimensionen. Nach der Ära Kalk/Zementstein ca 1910 bis 1980 dienten die Stollen lange als Champignon-Zucht.

Mine de Furcil Noiraigue

Die heute auffindbaren Installationen wie auch die blaue Desinfekt-Farbe stammt aus der  Champignon-Produktion.

Mine de Furcil Noiraigue

Einige grössere Hallen dienten die letzten Jahre zeitweilig als Autoeinstellhalle.

Mine de Furcil Noiraigue

Bei unserer Befahrung indes waren, bis auf etwas weniges an Anhängern, keine Fahrzeuge mehr in den Stollen.

Mine de Furcil Noiraigue

Im alten Bergwerksteil, Grundstrecke H, finden sich noch wenige felsgeschlagene Stollenabschnitte ansonsten sind die Strecken mehrheitlich mit Spritzbeton ausgebaut.

Mine de Furcil Noiraigue

Vermutlich erfolgte um die 1960er ein Betriebsumbau auf Pneubetrieb. Aus dieser Epoche dürften die ersten Spritzbetonausbauten stammen.

Mine de Furcil Noiraigue

In den Grundstrecken sind viele Abbaubereiche mittels KS-Mauern unzugänglich gemacht worden.

Mine de Furcil Noiraigue

Ein komplexes Wettertüren-Ventilatoren-Konzept optimierte die Belüftung der, von kleineren Dieselfahrzeugen (Dumper) befahrenen Strecken.

Mine de Furcil Noiraigue

 Auf 5 Sohlen sind, soweit heute überblickbar, zwei Kalkstein-Zementsteinschichten angefahren.

Mine de Furcil Noiraigue

An Sohle 5 / Abbaustrecke 8 setzt ein vertikaler Wetterschacht an.

Lange galt dies Bergwerk für mich und andere Besucher als unüberblickbar und Orientierungskillend. Unser Interesse lang schwergewichtig beim Verständnis des unlogisch wirkenden Schneckenaufstiegs.

Den bis anhin bilden die bekannten Grubenpläne einzig die unterste Grundsohle ab. In dieser Grundsohle ist jedoch ein grosser Teil des nördlichen Bergwerks verfallen.

Mine de Furcil Noiraigue

Wir wissen seit langen, anhand der Beschriftung  an den Wänden, dass 5 Hauptsohlen aufeinander sitzen. Die Logik dieser 5 Sohlen mussten wir jedoch erstmals ausknobeln.

Mine de Furcil Noiraigue

Zu diesem Zwecke zeichnete ich ein QGIS-Plänchen auf welchem die zwei Mundlöcher, den Schacht und alle Strecken dargestellt sind.

Anschliessend machte ich eine ungefähre, nicht wirklich Massstabsgetreue Schnittzeichnung durchs Bergwerk von Süden zu Norden.

Mine de Furcil Noiraigue

Nun scheint die Logik eher zu passen. Die 5 Sohlen fahren zwei Schichten des begehrten Materials an. Da beide Abbauten immer wieder zugemauert wurden sind die einzigen noch durchgängig zugänglichen Strecken die Steigen welche, gefühlt, schneckenförmig bis an den Wetterschacht führen. Über diese Strecken erfolgte die Logistik.

Mein Vorbeitrag als ich noch als Bitumen glaubte Heimische Erdöle

Subterrane Führungsstrukturen

Ein Spaziergang durch die ehemaligen Untertage-Steinbruche um Burgdorf die in Weltkriegsjahren zu Kommandoanlagen ausgebaut wurden. Ein aktuelles Update zeigt, unsichere Zeiten überschatten unsere aktuelle Lebensrealität. Unter anderem artikuliert sich diese zunehmende Weltpolitische Instabilität im aktuellem, klangheimlichen Ausbau einstig vergessener Führungsanlagen.

Ich bin gerne Wissende in Zeiten des subtil stetig anwachsendem Unterordnens. Wer nun die Funktion der Machtausübung übernimmt ist mir mehrheitlich scheissegal. Relevant ist einzig das mein selbstbestimmtes Leben zunehmend beschnitten wird was mich nervt. Da weiss ich gerne wer, wie, wo wirkt.

Ein Ausflug zu den historisch bekannten Mastern unter den Bunkern.

K1 und K2 um Burgdorf

Genannt hier die,

K1 Ried 2615794 / 1210568 und K2 Oberdorf 2613190 / 1209507 , beide damals um 1940 für den Armeestab ausgebaut. An beiden Anlagen wurde nach dem 2. Weltkrieg immer wieder herumgebastelt.

K1 Ried

Diese Anlage ist technisch auf neustem Stand. Was deren aktuelle Bestimmung ist, konnte ich so auf die Schnelle nicht eindeutig eruieren.  

K1 Ried

Fakt ist, bei Ankunft brennt helles PIR-Gesteuertes Licht, auch die Hausglocke am Tor funktioniert einwandfrei. Leider öffnete mir niemand die Türe. Der Bunker ist in eine Steinbruchdoppelkaverne eingepasst und, wie erwähnt, erst kürzlich modernisiert. Am Eingang montiert, die GSM-Antenne der IP-TUS-Alarmübermittlung also Hände weg von den Türen. Auch im Eingangsbereich sitzt eine 2 m-Bandantenne die, vermutet, als Funkverbindung zur benachbarten Logistikbasis amtet. Markant auch, im Innern summt gemütlich eine moderne ABC-Schutz-Klimatisierungsanlage vor sich hin.

K1 Ried

Der Nebeneingang, Notausgang, ist mit Schrott zugemüllt.

K1 Ried

Die Haupttüre indes, bei Lastwagenrampe, ist feinste Tresorschliesstechnik.

Kurzum, dieser Bunker ist in Bereitschaft, sprich in Betrieb und permanent klimatisiert. Der Genaue Zweck der Anlage entzieht sich meiner Kenntnis.

K2 Oberburg

K2 Oberburg

Auch dieser Führungsbunker versteckt sich in einem ehemaligem Steinbruch doch im Unterschied zum K1 dürfte bei besagter Anlage lange nichts mehr gegangen sein. Der Bunker beansprucht in hiesigem Fall nur ein kleiner Teil des imposanten Steinbruchs. Vor dem Haupteingang liegt viel Versturzmasse was auf eine geologisch instabile Sachlage hindeutet.

K2 Oberburg

Der einzige gefundene Zugang wirkt unscheinbar und inzwischen etwas in die Jahre gekommen. Einbauzylinder wie auch das abdeckende Vorhängeschloss sind eher neueren Datums.

K2 Oberburg

Die Tarnung indes ist perfekt irgendwo diskret hinter Bauernhäusern.

Und für Kulinarik ist auch gesorgt, die Pilzsuppe in der Wirtschaft Steingrube war herrlich.

Steibrüch Burgdorf

Ich bin ja grundsätzlich Bergwerksforscherin da darf en kleines Bergwerklein nicht fehlen. In und um Burgdorf gibt’s Tonnen Untertagesteinbrüche. Ein bei einschlägig bekannter UrbanExplorer-Szene bekanntes Objekt liegt nahe der Anlage K1 Ried also quasi auf dem Weg dorthin. Gut passende Gelegenheit zu einer Befahrung.

Steibrüch Burgdorf

Das Emblem gibt’s tausendfach im Netz, da darf ich mich keineswegs dieser Bildliflut entziehen.

Steibrüch Burgdorf

Die Eingangsportale, 3 oder 4, sind, wie die Tage doch immer wieder gesehen, von beeindruckender Grösse.

Steibrüch Burgdorf

Im Innern sind alle Hallen miteinander verbunden. Ein riesiger Deckenversturz indes sperrt den horizontalen Zugang in jedes Eck. Der Versturz jedoch lässt sich so ziemlich von jeder Ecke aus gut besteigen. Wie immer in solch Hohlräume reicht auch mein Licht  nur spärlich zu umfassender Ausleuchtung.

Nebenbei erwähnenswert, nebenan liegt ein ebenso eindrücklicher Auftagesteinbruch offen. Der Hauptstollen liegt auf 2614893 / 1210913.

UTA Unterfels-Tank-Anlage Stockeren

Als wir neulich den Bundeskasperlis ins historisch vergangene, tief Vergrabene folgen blieben reichlich Fragen offen. Die Neugierde war keineswegs befriedigt und die Panzertüre in südwestlicher Kilometerdistanz leider immer noch fest im Riegel.

Panzertüre Stockeren I

Eine tiefgründige Recherche mit etwas Feldforschung schien längst überfällig. Ein Ausflug im Zwecke weiterer Erkundung folgte Zeitnah. Inzwischen bekannt, die Anlage oberhalb Bolligen, ehemals Sandsteinbruch, wie K3, war massgeblich beteiligt am Bau des Bundes-Kaspeli-Hauses in Bern. Im Stockeren-Hügel wurde seit einigen Jahrhunderten  Sandstein gebrochen. Wann genau erste Abbauten begannen ist indes nicht weiter bekannt. So wie am Harnischhuet begannen erste Arbeiten auftage. Erst in tiefen Lagen zeigten die Sandsteine eine zunehmende Qualität was letztlich zum Untertagebau führte.

UTA Stockeren

Riesige Einschnitte zeugen von grosser Abbautätigkeit. Auffällig die gemauerte Terrassierung im Einschnitt.

UTA Stockeren

Auch der nördliche Einschnitt, rechts neben der Panzertüre, zeigt solch eine nicht restlos erklärbare Terrassierung.

UTA Stockeren

An einem der Schlitze zieht ein Beton-Kamin am Felsen entlang in die Höhe. Alles bei Tageslicht betrachtet öffnet neue Perspektiven. Bin anno Dato Ausflug hatte ich noch keinerlei Ahnung über den Anlagenzweck. Klar war, militärischer Nutzen und in etwa Zeitgleich mit dem Bundesratsbunker entstanden. Die Panzertüre ist baugleich derer im K3.

Am südlichen Steinbruch-Haupteingang wird der volle Umfang der Anlage richtig klar.

UTA Stockeren

Die künstliche Felswand erreicht Höhen von geschätzten 80 Metern. Oberhalb des Tores prangt ein gemeisseltes Emblem welches nochmalig die militärische Bedeutung der Anlage herausstreicht.

UTA Stockeren

Soldatenkopf wie auch Schweizer Wappen lassen keine Zweifel offen, hier taten Armeestrategen die Untergründe richtig fett ausbauen.

Auch in der näheren Umgebung, namentlich an der Zufahrtstrasse, finden sich vielsagende Militärrelikte.

UTA Stockeren

Eine Türe im Waldboden lockte unsere Neugierde und, zu unserer Freude, die Türe war unverschlossen.

UTA Stockeren

Die Türe öffnet ein Beobachterstand mit 3 Gewehrscharten.

Mit diesen doch recht eindeutigen Impressionen war eine weitere Desktoprecherche leichtes Spiel. Infolge war dies Mysterium schnell geknackt und weitere Informationen lokalisiert.

Zweierlei  Adressen brachten meine Forschungstätigkeit weiter,

Einerseits  besteht ein DRS-Aktuell-Betrag vom 13.03.2003 mit Namen „Ehemaliges Bundes-Tanklager hat ausgedient„.

Anderseits fand ich eine private Webseite, Stand 2004, genannte „Virtuelles Museum der Toten Orte“  die mich weiter Informierte zum Bundestanklager Stockeren.

Aus vorhandenem Grubenplan und meinen Beobachtungen war es mir möglich eine einigermassen Massstabsgetreue Zeichnung aufzubauen.

UTA Stockeren

Die Unterfels-Tank-Anlage Stockeren besteht aus zwei Hauptkavernen die über zwei Haupteingänge erschlossen sind.

Im Norden liegt das Tanklager Stockeren I, ehemals eine Kaverne über ein Zugang im Einschnitt erschlossen. Dieses Lager umfasste 14 Stahltanks die im 2003 alle ausgebaut wurden.

Das Tanklager Stockeren II liegt im Süden in der Hauptsteinbruchanlage. Eine ehemals über vier Eingänge erschlossene Kaverne beherbergte die 17, heute auch rückgebauten, Stahltanks.

Die Steinbruch-Kavernenzugänge sind im Zuge des Baus des Bundestanklagers, so um 1941, mittels Betonriegel verschlossen worden. Vor den Betonriegeln entstand ein komplexes Netz an Erschliessungsstollen die auch beide Tanklager verbanden. Soweit ich dies Beurteilen kann, ist ein Grossteil dieser Stollen im Tagebauverfahren entstanden. Eine mächtige Abraumüberdeckung schützte die Versorgungsbauten. Dies erklärt die Terrassierung in verschiedenen Steinbruchzonen.

Unsere damals erkundete Türe führte folglich in das Treibstoff-Tanklager  Stockeren I. Indes ist mir nicht restlos erschlossen wieso der Zugangsstollen Stockeren I Bergmännisch erstellt wurde dies obschon nebenan der Einschnitt mit Terrassierung genügend Bombenschutz  gewährt hätte.

Auch der Lüftungskamin ist nicht restlos erklärt. Auf meiner Planvorlage, Quelle vimudeap, ist dazu nichts vermerkt.

Da ich nun mehr zum regionalem Sachverhalt kenne war auch en Update meiner QGIS-Zeichnung überfällig.

K3 Harnischhuet / UTA Stockeren

Nochmals Ausschnitt Harnischhuet, im Südwesten das Bundestanklager welches, soweit ich dies beurteilen kann, zeitgleich mit dem Bundesratsbunker K3 entstanden ist. Im geheimen Bundestanklager lagerten bis in die 1990ern Treibstoffe für die Landesverteidigung.

Quelle Grubenplanbasis vimudeap

Wo sich Bundes-Chasperlis verstecken

Einblicke in die erste Generation Bundesratsbunker, genannter K3 Harnischhuet in Bolligen bei Bern und weitere Verstecke

Gründe wieso sich Bundes-Chasperlis verstecken müssen gibt’s unzählige. Man denke an die kleine Episode eines totalitär anwachsenden Massnahmenstaates. Das Ideal eines jeden Diktators, eine gehorchende Untertanenschaft doch, die bittere Seite, eine versprengte Gruppe Abtrünniger trachtet den Eliten nach dem Leben.  

Zu den militärischen Führungsstrukturen die in tiefen Felsen verborgen waren, gesellten sich ebenso eingegrabene Zivilregierungsverstecke. Insbesondere der gar nicht beliebte Bundesrat suchte, ab dem 2 Weltkrieg, im In und Ausland nach geeigneten Unterschlupfmöglichkeiten. Gegenwärtig sind 4 solcher, mehr oder minder klassifizierter, Bunker auf Schweizer Boden bekannt. Hinzu kommen mögliche Exilverträge mit ausländischen Regierungen, etwa Dänemark während der P26 Ära. Allen in allem, die vereinigten Bundes-Chasperlis haben allen Grund sich zu verkrümmeln und ich en Haufen spannende Sachen anzukucken.

Bundesratsbunker

Die aufwendig zusammengestellte kartografische Darstellung offenbart die bevorzugte Nähe zu der Bundeshauptstadt. Viele dieser Anlagen stammen aus der Reduit-Strategie ab Beginn des 2. Weltkriegs.

Kleine Auflistung ohne Gewähr und keineswegs Vollständig

K1 Ried Armeeführungsbunker aufgegeben 2615794 / 1210568 (ehemals Untertage-Sandsteinbruch Zulieferer Burgdorf)

K2 Oberburg Armeeführungsbunker aufgegeben 2613190 / 1209507 (ehemals Untertage-Sandsteinbruch Zulieferer Burgdorf)

K3 Harnischhuet 1. Bundesratsbunker aufgegeben 2606351 / 1204240 1209507 (ehemals Untertage-Sandsteinbruch Zulieferer Bern)

K4 Kleiner Rugen Armeeführung / Luftwaffe aufgegeben 2632133 / 1169394 (Untertagebau Militär)

A1865 KP Goldey Armeeführung aufgegeben 2631525 / 1170948 (Untertage-Steinbruch Zulieferer Interlaken)

K8/A8760 Brindlistollen 2. Bundesratsbunker aufgegeben 2693986 / 1180935 (Untertagebau Militär)

K10 Alpenrösli Bundesratsbunker (Daten mir unbekannt)

K20 Eggeschwand Bundesratsbunker / Klassifiziert 2617313 / 1147169 (Untertagebau Militär Baujahr ca 1985)

Der K3, Innenansichten

Dieser Bundesratsbunker war nur kurzer Zeit in Betrieb. Man munkelt dass, noch während der Bauphase, ein grosser Deckenabbruch, im ungeschützten Teil, ein Militärfahrzeug unter sich begrub. Nach dieser Erfahrung verzichtete Armeeführung auf den Endausbau stattdessen bauten die Verteidigungsstrategen den, etwas edleren K8/A8760 Brindlistollen für die Führungselite.

Der K3 wirkt sehr spartanisch und nicht wirklich fertiggestellt trotzdem deuten einige Indizien auf langen militärischen Nutzen hin.

K3 Bundesratsbunker

Am nahegelegenen Kommandogebäude, heute Wohnhaus, klebt aktuell die Aufgebotstafel  Fortbildungsdienste Truppe Stand 2011. Sowohl das Kommandohäuschen wie auch der umwerfende K3 Steinbruch sind gegenwärtig in privaten Händen.

K3 Bundesratsbunker

Der Haupteingang in den ungeschützten Teil wird dominiert von Wildwuchs und Erdeinsturz. Schwer vorzustellen das einst durch dieses, rund 20 Meter hohes Tor Fahrzeuge ein und aus kurvten.

K3 Bundesratsbunker

Im Innern des ungeschützten Bereichs sind die Dimensionen beeindruckend.

K3 Bundesratsbunker

Der geschützte Bereich besteht aus einer Steinbruchunterteilung mittels massiver Betonwände. Ein kleiner Durchgang, im Bild an der hinteren rechten Wand erkennbar, ermöglichte den Eintritt vom Untertageparkplatz in den geschützten Kommando / Bundesratsteil.

K3 Bundesratsbunker

Der geschützte Bereich verfügt zusätzlich über einen separaten Zugangsstollen im Norden der Anlage.

K3 Bundesratsbunker

Im Kommando-Führungsbereich, ehemals Teil des Steinbruchs, sind einige Infrastruktur-Einbauten aus der Zeit des Bundesratsbunkers erhalten geblieben.

K3 Bundesratsbunker

Ein Kamin sorgte für Entrauchung einer Zentralheizung. Auf den Dächern der Versorgungsbaten hätten Baracken für die Landesregierung Platz gefunden. Die Baracken sind nie eingebaut worden. Es blieb bei den spartanischen, heute noch erhaltenen, Versorgungsbauten.

K3 Bundesratsbunker

Fürs Brauchwasser sorgten zwei Zisternen im Bundesratsteil.

K3 Bundesratsbunker

Geschichtliches und Sonstiges

Der Sandsteinbruch ist wahrscheinlich noch vor dem 19. Jahrhundert entstanden und diente als Zulieferer für zahlreiche Bauwerke der Berner Innenstadt.

Die heute ersichtliche Kubatur stammt aus der Epoche gegen Ende des 19. Jahrhundert als in Bern zahlreiche Bauten emporwuchsen. Der Hunger nach Sandstein war enorm und um Bern herum, Ostermundigen, Bolligen bis Krauchttal erblühten etliche grössere Steinbrüche. Auch die heute bekannte Justizstrafvollzugsanstalt Thorberg, mit damals angegliedertem Steinbruch, hat als Strafanstalt, Ursprung im aufkommenden 19. Jahrhundert.

Der Sandsteinbruch Harnischhuet mit angegliedertem Betriebsgebäude, später Kommandohäuschen, stand in naher Konkurrenz mit den, per Betriebsbahn erschlossenen Steinbrüchen von Ostermundigen. Womit, mit aufkommendem 20. Jahrhundert, Harnischhuet allmählich in Vergessenheit geriet.

Erst die Reduitstrategie ab 1941 hauchte den Hohlräumen neues Leben ein. Der Bundesratsbunker-Bau endete jedoch abgrubt nachdem ein grosses Stück Stollendach auf ein Armeefahrzeug stürzte und dieses bis zur Unkenntlichkeit zerdrückte. Der Bundesrat solle nie die Anlage besucht haben. In gleichen Jahren entstanden Zahlreiche weitere Führungsbunker, zu erkennen an der Bezeichnung K.

Die Anlage K3 indes, so glaube ich, blieb noch einige Jahre in militärischer Bedeutung.

K3 Bundesratsbunker

An einer Wand im K3 Bunker ist ein schematischer Grundriss abgebildet. Die Zeichnung entstand sicher nach der Ära Bundeschasperli. Über deren Bedeutung lässt sich streiten.

Die schematische 5 km Markierung zielt weder auf die weiteren Steinbrüche noch aufs Bundeshäusle aber die Abschlusslinie deutet auf eine abrupte Trennung. Mögliche Talt-Kabeltrennung?

Die Pfeile markieren Durchgänge, am rechts stehendem Pfeil gibt’s keinerlei Stollen auch Kabelreste fanden wir keine an besagter Stelle. Die Bezeichnung A1X könnte auf ein mögliches Felsenwerk hindeuten. Alle A-Bezeichnungen beziehen sich auf Felsenwerke. Ich kenne im Umkreis von 5 Km kein solches Werke, anmerkend jedoch, ich kenne recht wenig Militärisches. Mein Kernthema ist definitiv Bergbau.

Noch mehr Mysterien

Trotzdem fuhren wir, meine Begleiterin und ich, zum nächstgelegenen Steinbruch, ca 1 km Luftlinie (oberhalb Bolligen). Auch an dieser Position stach uns ein militärisches Geheimnis ins Auge. Getrieben von der Neugierde suchten wir die nähere Gegend um diesen neuen Steinbruch ab und fanden,

eine verschlossene Panzertür neuerer Bauart, ein vermutet Belüftungsturm und eine zweite Türe oberhalb eines alten Steinbruch-Zugangs. Das Ganze ist umschlossen von massivem Maschendrahtzaun.

K3 Bundesratsbunker

Im Situationsplan gelb markiert die Fläche des K3 Bundesratsbunkers nach Schweizerischer Landesvermessung, anmerkend, der K3 ist im Privatbesitz, eine Immobilienfirma, und folglich der betreffende Hohlraum in der Landesvermessung aufgenommen. Etwas westlich davon das kleine Kommandohäuschen, auch dieses ist im Privatbesitz und aus der Geheimhaltung ausgenommen. Westlich davon markiere ich eine unbekannte Anlage die ohne Zweifel auch länger aufgegeben ist.

Kurzum, weiterhin, eine spannende Geschichte.

Anmerkend zu Koordinaten

Alle hier publizierten Koordinaten sind mittels Desktoprecherche im beheizten Zimmerchen ausgeknobelt. Auch wenn gewisse Objekte noch heute der Geheimhaltung obliegen bin ich nicht die Erste die dieser Geheimnisse auf die Pelle rückte.

Und wenn Martin Pfister, wie sichs gebührt fürs Bundeschasperli, heute kräftig die Kriegsrhetorik schwingt so bin ich keineswegs die zu verhaftende Spionin. Ich gebe einzig weiter was ich aus etlichen Quellen heraus extrahierte.  

Eine wichtig wertvolle Quelle, en grosses Dankeschön in diesem Sinne, Hans Rudolf Schneider mit https://www.festung-oberland.ch

Wasserfallenstollen

Es gibt auch hierzulande manch baugeschichtliches Kuriosikum welches einer näheren Betrachtung lohnt. Und wenn so mach dieser Relikte nicht zwingend in der Bereich Rohstoffgewinnung fällt so gibt’s  auch in diesen Bauwerken einige Unterwelten zu erkunden.

Wasserfallen-Bahn

Projektierte Wasserfallenbahn Oensingen – Liestal, rote Linie. Gelbe Quadrate, Schachtbauten Wasserfallentunnel.

Die Rede ist, bei meiner aktuellen Geschichte, vom nie fertiggestelltem Bahntrasse Oensingen – Liestal. Konkret führt meine Reise in die Überbleibsel des begonnenen Wasserfallentunnels, das Herzstück der damaligen Bahnverbindung. Der Bau des Tunnel wie auch des Bahntrasses endete abrupt 1875 nach gescheiterter Finanzierung.

Wasserfallentunnel

Heute ist einzig noch das kurze Teilstück, ca. 78 m, des geplanten Bahneinschnittes fahrbar. Alle weiteren Strecken, damals per Schacht angefahren, sind seit vielen Jahrzenten verschüttet. Dieses Teilstück ist hinter der Talstation Seilbahn Wasserfallen in Reigoldswil per Mundloch erreichbar.

Wasserfallentunnel

Der Eingangsbereich sammelte über die Jahre hinweg reichlich Schutt was zu einer effizienten Wasserstauung führte.

Wasserfallentunnel

Ziemlich bald steigt das sich stauende Wasser auf Oberschenkelhöhe. Wer dies Bauwerk bewundern möchte muss in die Fischerstiefel steigen. Stollenhöhe ist gut 2 m, konzipiert für Kipploren.

Wasserfallentunnel

Der Stollen steigt sanft an so dass, trotz zahlreicher Quellen, die Wassermenge stetig abnimmt.

Wasserfallentunnel

Die Stollenbrust liegt, gemäss Vortriebsplan, bei etwa 78 m. Gemäss erwähnter Aufzeichnung solle das nächstfolgende Stollenteilstück nach ca 7 m Kalkstein folgen. Dieser zweite Stollenabschnitt, gemäss Plan 106 m lang, war mittels Schacht A in beide Richtungen vorgetrieben. Lieder sind die Schächte alle Aufgefüllt und nicht zu erreichen doch es bleibt die Hoffnung, mittels Stollenvortrieb, die 7 m, das nächste Teilstück zu befahren. Solch ein Projekt zur Aufwältigung des zweiten Teilstücks besteht und so war ich an beschriebener Befahrung im Sinne einer näheren Projektkonkretisierung beteiligt.

Ob nach 7 m tatsächlich ein wassergefüllter Stollen erscheint oder stattdessen eine dickflüssige Schlammbrühe aus dem Vortrieb quillt gilt, sinnvollerweise mittels Bohrloch, abzuklären. Noch ist bei 78 m Schluss.

Vortriebsplan Wasserfallentunnel

Ob der Vortriebsplan, von mir aus der Originalfassung übertragen, tatsächlich stimmt ist nicht restlos geklärt. Erst eine exakte Vermessung des aktuell offenen Teilstücks kann nähere Erkenntnisse schaffen. Sollten die 78 m Stollenlänge resultieren kann von einer tatsächlichen Vortriebsleistung ausgegangen werden. Noch ist nicht klar ob die vermerkten Vortriebsfelder Zielvorgaben wiedergeben oder ob diese Flächen effektiv abgebaut wurden. Tatsache ist, von den 4185 m Wasserfallen-Tunnel sind nur Bruchteile, rund 300 m, ausgehoben. Der Tunnelbau war den auch der Todesstoss fürs Bahnlinienprojekt welches das Berliner Unternehmen Schneider, Münch & Jerschke vergeblich zu stemmen versuchte.

Links Wasserfallentunnel / Projekt

2-Wasserfallen-Bergbau auf ahoy.ch

Wikipedia

Gottschalkenberg schon wieder Eine

Wenn ich nicht gerade mit Anwälten streite, Thema „auch wir sind Sugushäuschen“, gibt’s sporadisch Zeit um in alten Stollen herumkriechen.

Neulich erreichte mich ein Kommentarschreiber welcher meine Neugierde weckte. Die Rede war von einer Gottschalkenberger-Grubenaufwältigung die ich mir so nicht wirklich sinnig erklären konnte. Ich musste diesem Geheimnis, welches offenbar nicht weiter ein grosses Geheimnis war, näher in die Tiefe blicken. Genannt wird der Hauptstollen 1, Baujahr 1942, welcher das Köhleflöz am Mülibach anfährt. Im Volksmund die unterste Grube „Im Wurf“. Der Hauptstollen war kurz nach Bergwerksaufgabe um 1943 verfallen. Der einzige Zugang in dies umfangreiche Untertagewerk führte über den oberer Einsturztrichter Hauptstollen 2.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Einsturztrichter in Stollen II, Stecke aus der Epoche 1942 die auf Basis eines bereits vorhandenen Stollens aus 1840 vorgetrieben wurde. Noch heute ist dies feine Loch, gut zugänglich aber nicht allen bekannt, bequem fahrbar.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Im Innern weitet sich die Förderstrecke auf übliche 2WK Kipplorenbreite. An den Seiten klaffen die Aufhauen früherer Betriebperioden. Etwas Wasser tröpfelt von nächsthöher gelegenem Abbaugesenk. Versatz aus der Bauzeit 1942 bis 1943 ist allgegenwärtig.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Das, tausendfach fotografierte, kunstvoll versetzte Abbaugesenk der letzten Betriebsepoche führt, per Hosenboden-Rutschpartie, in die nächste Hauptsohle von 1942.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Die untere Hauptstrecke dient seit en paar Jährchen als improvisierte Andachtsstätte inklusive sichtlich ramponiertem Sagex-Buddha.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Indessen ist dies Karbidleuchten-Gekritzel kaum als Andachtsanküdigung zu verstehen. Der Buddha ziert die Stollenbrust seit ca 5 Jahren. Das Russgekritzel dürfte tatsächlich aufs Jahr 1944 fallen. Deren Interpretation, sofern überhaupt ein tieferer Sinn darin liegen sollte, war mir bis heut nicht möglich.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

An der Streckengegenseite schimmert bald etwas Licht hervor. Links im Bild die teils versetzten Abbauten vom. 19. Jahrhundert. Auffällig auch, das warme Klima in der sonst eher gewohnt kühlen Hauptsohle.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Bald stehe ich in einer Stahlröhre, zu meiner Verwunderung vor, von ausserhalb verschlossener Türe. Ein Relikt welches eine 2025er Bergbau-Epoche einzuläuten scheint den im Juli 2025, siehe Gottschalki immer schön, war keine Spur dieses Werkes erkennbar.

Infolge war eine Tagseitige Erkundung logische Konsequenz um meine entfesselte Neugierde zu befriedigen.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Da ich diese Grube seit 15 Jahre regelmässig besuche, wusste ich wo die Türgegenseite zu suchen sei.

Und tatsächlich tat sich unter der Fahrstrasse die Stahlblechröhre auffällig hervor.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Auch der Türverschluss konnte ich, anhand des Zahlenschlosses, eindeutig identifizieren.

Über den Zweck dieser Aufwältigung kann ich nur spekulieren. Wir Bergbauinteressierte erreichen die Hauptstrecke bequem, in weniger als 15 Minuten, über die Hauptgesenk-Rutschbahn, ab obere offene Strecke. Mobillitätseingeschränkte Stockgänger und Gängerinnen dürften die kurze Kletterpartie zwischen Fahrstrasse und Stahlrohr kaum meistern können und die noch vorhandene Kohle stinkt fürchterlich beim Verbrennen. Kurzum die Logik dieser Arbeit, es mussten doch einige Kubik verschoben werden, ist nicht weiter begründbar. Der Zweck scheint so manchen Kennern nicht so richtig einzuleuchten. Anderseits wird mach einer in gleicher Form verwundert Kopfschüttelnd auf unsere Erdbewegungen blicken. Naja wenns Spass macht, haut drauf. Ich bevorzuge nach wie vor die lustige Rutschbahn zwischen kunstvollem Versatz.   

Bei dieser Gelegenheit schweifte mein Blick wieder mal durch die alten Auftagerelikte des 19. Jahrhunderts am Mülibach.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Die alten Stollenmünder sind zwar aussendurch noch leicht auszumachen doch offen ist da keines mehr. Nichts desto trotz lassen sich innendurch viele der alten Stollen gefahrlos besuchen.

Wie immer bei solch heroischer Tat müssen Pläne wieder angepasst werden. Ich will dieser Aufgabe keineswegs fernbleiben, in diesem Sinne die Fassung November 2025.

Gottschalkenberg Bergwerk im Wurf

Die Blechröhre liegt rechts des Null-Messpunktes aus der Epoche 1942.

Gottschalkenberg Bergwerke
Gottschalkenberg Bergwerke

Auch so gibt’s auf der QGIS-Übersicht am unteren Wurfbergwerk (links auf der Karte) zwei gelbe Punkte stehend für offene Stollenmünder.

Wie üblich, Plan gross machen, Plan Anklicken.

Und mein erstes Gottschalkenberg-Post, exakte 15 Jahre her, am 15. November 2015, auf Gottschalkenberg.

Sparrenweid Gottschalkenberg

oder Sparenweid

Im Sammelsurium schöner Bergwerke sticht ein Objekt ganz besonders hervor. Es ist das oberste Kohlebergwerk des Gottschalkenbergs auf 1004 Meter über Meer. Insbesondere die noch erhaltenen Stollen aus den Jahren 1942 bis 1943 sind ein imme wiederkehrender Besuch wert.

Ich war wieder mal oben erspare mir indes die geschichtlichen Hintergründe da ich denen bereits den Beitrag Kohlebergwerk Sparrenweid vom 12. November 2013 schenkte.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Das ehemalige obere Mundloch ist leider inzwischen etwas zusammengefallen. Das Holz ist nimmer so am richtigen Platz und auch die Kriechecken dünkten mich deutlich mühsamer.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Die schönen Spundwände mit Zimmermannskralle stehen jedoch, zu meiner freudigen Überraschung, immer noch.

Der Fuchs ist definitiv ausgezogen und mit ihm der süssliche Geruch halbierter Feder-Nutztiere und Kotthäufchen.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Beide Gesenke sind noch immer prallgefüllt mit Kristallklarem Wasser.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Kohle indes ist in diesem Kohlebergwerk eher die Seltenheit was erklären würde wieso die letzte Betriebsperiode mit Unterbrüchen nur gerade 2 Jahre dauerte.  Im Bild der letzte hintere Streckenabschnitt mit 10 cm Kohleflöz an der Stollenwand.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Wohlmerkend dies Bergwerk kennt ganz andere Reize als deren Ursprungsbestimmung die Kohle. Infolge bekannt,  über Landesgrenzen hinweg, die Goldbestückte Decke auf der verstürzten Tagesstrecke. Das Gold ist leider nur wertloses Pyrit doch der Effekt ist, über weite Abschnitte hinweg, manch ausgedehnte Fotosession wert.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Manchmal wechselt die Pyrit-Patina von Decke zu Wand, auch schön, und in der Tendenz, auch Nass.

Für jene die wissen wollen wo es liegt, obligates Plänchen.

Bergwerk Sparenweid Gottschalkenberg

Gross machen, anklicken und sich am PDF erfreuen

aber,

klar und deutlich, der Einstieg muss verdient sein.

Vorbeitrag, exakt 12 Jahre, auf Kohlebergwerk Sparrenweid

Andere Gottschalkenberger Gottschalki immer schön

Und, die Sache mit dem R respektive dem Doppel-R im Flurnamen bleibt umstritten. Es gibt beide Versionen.

Buffalora im Herbst 2025

Auch dies Wochenende ist nun Geschichte, der Schnee wird sich über den Eingangsschacht legen und meine zeichnerische wird wieder exzessive Züge annehmen.

Buffalora 2025

Nicht desto trotz, eine kleine Geschichte mit schönen Bildern muss sein.

Die Mission war klar und die Gruppen vorweg definiert. Gruppe Kletterbegeisterte vermessen die obersten Sohlen und alle darunter erreichbaren Strecken. Gruppe Schaufelbegeisterter begab sich wieder in die tiefste Strecke zur Aufwältigung der  18 Meter langen Verbindung Sohle 1 zu Sohle 2.

Buffalora 2025

Wie oft an Herbsttagen vermöchte die wirkende Natur zu verzaubern. Trotz herrlichem Bergwetter verzogen wir uns mehrheitlich in den Untergrund.

Das Projekt beschäftigt uns seit 2024 mit vielen ungeahnten Wendungen.

Strecke 1 zu 2 Buffalora 2025

Kurz zusammenfassend,

Das Bergwerk, nach Eisenerz suchend, entstand von oben nach unten. Mit bis zu 500 Meter langen Galerien folgen um 1500 Bergleute den begehrten Erzen. Die unterste Strecke stand, kurz vor Betriebsaufgabe, an einigen unvollendeten Baustellen. Andere Streckenbauten verfüllten die Knappen kurz vor Betriebsende mit Abraummaterial. Eine dieser Strecken vermuteten wir, anhand des Hauptplans als verbindende Strecke zwischen Sohle 1 und Sohle 2.

Wir begannen im 2024 der bis Dach verfüllte Stollen auszugraben in der Hoffnung, a) interessante Einblicke ins Unbekannte Bergbaugeschichtliche zu erhaschen, b) eine Kurzverbindung, ohne Vertikaltechnik,  in die obere Sohle zu ermöglichen. Eine Stollenlänge von gesamt verfüllt 18 Meter auf einer Höhendifferenz von 5 Metern konnten wir, mittels Vermessung, ausmitteln.  

Ab 12 Meter artikulierte sich der dritte und leider grösste Hochstoss welcher uns vom Kurs abbrachte. Statt der linken Stollenwand zu folgen, lenkte uns die Stollendecke weg vom  Stollenweiterverlauf hin zu oberster Hochstossweitung.

Eine Abteufung ab ca Meter 13 war nötig um den Streckenverlauf wieder aufzuspüren.

Strecke 1 zu 2 Buffalora 2025

Die Abteufung legte eine nicht erwartete Spundwand offen die Einblicke in den damaligen Verfüllprozess  gewährte. Dank dieser Abteufung liess sich nun wieder die Kursbestimmende linke Stollenwand verfolgen. Aber auch, dank dieser Abteufung, sind neue Erkenntnisse möglich.

Erztrog Buffalora 2025

Insbesondere die Bestimmung, respektive die letzte Bestimmung des, der in der Fahrstrecke 1, gefundenen Erztrogs ist nun eindeutig und passt zur aufgefundenen Terrassen- Verfüllarbeit in unserer Baustelle.  

Buffalora 2025

Währenddessen lang unser Ziel, oberhalb gefundener Spundwand, wieder einige Meter näher. Die Höhensteigung setzt ein doch der Verbindungsstollen weicht vom Hochstoss ab. Hinter dem Stein in Bildmitte sind leichte aber gut erhaltene Holzeinbauten auszumachen.

Buffalora 2025

Ich habe kurz nach Beendigung des Einsatzes den Streckenverlauf dargestellt. Die Grüne Fläche auf der rechten Zeichnung gibt des zugebauten Stollen wieder. Dies Material, geschätzte 4 m2, müssen noch heraus und auf die 3 Untertagedeponien verteilt werden.

Kurzum, es gibt noch reichlich zu tun, packen wirs an, auf ein 2026.

Buffalora 2025

Und weils scho schön war, en Abschlussbildchen unserer Feierabendsicht.

Hauptplan

Buffalorageschichte 2024

Mot Madlain Projekt Erbstollen

Seit geraumer Zeit, konkret seit Entdeckung des Erbstollen-Austritts im 2022, sind wir am Aufwältigen dieses Bauwerks.

Luisa in S-charl

Für mich mal Anlass wieder zur kleinen Bildergeschichte anknüpfend an den damaligen Bericht erbstollen_V1.pdf und an die damalige Webseite S-charl

Der Erbstollen ist zwischen 1508 und 1562 entstanden. Er diente zur Entwässerung des damalig Bergseitig absinkenden Bleiglanzflözes des Bergwerks Mot Madlain. Der Aufschluss eben solchem Flöz sorgte für beträchtliche Wasserhaltungsprobleme. Der unterfahrende Erbstollen sollte dies zunehmende Problem lösen. Doch der Bau, insbesondere die Finanzierung des kaum Ertrag bringenden Werks, gestaltete sich harzig.  Immer wieder ruhte die Baustelle mangels eingehender Knappenentlöhnung.

Der Erbstollen ist seit der Vermessungsaktion um 2009 bekannt. Vom Bergwerk Mot Madlain aus ist dies Bauwerk vermessen doch wo, das angestaute Wasser zu Tage tritt konnte lange nicht schlüssig beantwortet werden.

Nach intensiven Suchwochenenden  gelang uns, im 2022, die Entdeckung  des Erbstollenaustritts im Innern einer Felsspalte.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Obere Ansicht des, durch Felsspalten zerklüftete Gelände.

Seit der Entdeckung beschäftigt uns die komplexe Offenlegung dieser Strecke und die Entwässerung der letzten Erbstollenmeter.  

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Die Spalte ist über einer der zahlreichen Wasserfälle des Val dal Poch erreichbar.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Val dal Poch verlauf mit Sicherungsseil zur unteren Baustelle.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Höhenmittig Spalte sind Laufbretter eingebaut die ins Schuttinnere führen

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Es trennen uns noch heute etliche Meter vom eigentlichen Erbstollen. Solange nicht ein festes Stollendach sichtbar wird, müssen wir das in der Felsspalte eingekeilte Material auf der gesamten Höhe ausbauen. Eine immens aufwändige riskante Tätigkeit die unsere Topkletterer im Team bewerkstelligen.

Dank dieser Grabungsarbeiten sind weitere Erkenntnisse zu dieser Anlage und der näheren Umgebung möglich.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

So wissen wir heute dass nahe dem Erbstollenaustritt eine kleine Manufaktur angesiedelt war die etwas weniges an gefundenem Eisenerz zu Bergbauwerkzeugen verarbeitete. Im Seitenstoss des Erbstollens und an verschiedenen Orten dieser Sohle sind Eisenerze beobachtet wurden. Im Südufer des Val dal Poch liegt ein Kohlehorizont offen. Nicht unweit dieser Sichtung finden sich einige Schlackenreste. Auch den teilweisen Schuttabtransport vom Bergbaubetrieb scheint plausibel. Gebäude für Knappen und Schmiede unterhalb des Bergwerks Mot Madlain auf der Val dal Poch Südseite  sind durchaus denkbar.

Die Bauwerkspuren am Nordwestfelsen indes sind bis heute nicht erklärbar.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Auch eine Schnittrekonstruktion der letzten Erbstollenmeter war, dank gefundener Spuren, möglich. Es scheint so, als hätten die Knappen, im Gegensatz zu uns, ein Holzdach zum Eigenschutze in der  Spalte eingebaut. Die Spalte ermöglichte ein rascher Vortrieb durch die weiterlaufende Störung. In der Bauzeit standen keine Sprengmittel zur Verfügung. Im Val dal Poch waren verschiedene Holzgerüste aufgebaut um möglichst effizient, auch bei Bachhochwasser, die Baustelle zu erreichen.

Val dal Poch Erbstollen Mot Madlain

Wir haben kein Holz zur Verfügung, zu aufwendig wäre der Materialtransport in dies unwegsame Gelände. Stattdessen räumen wir alles Material aus der Spalte. Da wir alles ins Val dal Poch runter schmeissen können und sowohl vom Val dal Poch wie auch aus dem Mot Madlainbergwerk Wasser herausdrückt sind uns einige Helfer wie Schwerkraft oder Wasserfluss zuteil.

Trotzdem, es bleibt noch reichlich was zutun und die Projekte werden auch nicht weniger.

Links

Bericht 2022 erbstollen_V1.pdf

Webseite S-charl

Bergwerke

Es ist klar, unser Nachbarland setzt enorme Energien frei um die Befahrung alter Bergwerke zu unterbinden. Die Wertung des Straftatbestands liegt weit jenseits des normalen Menschenverstands.

Im Wissen um diese Tatsache und im Wissen auch dass meine Tätigkeit ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Industriegeschichte beiträgt, will ich hier mich zurückhaltet geben.

Trotzdem, weil so geil war,  en paar Bilder aus einem Nachbarstaat welcher nix besseres zu tun hat als meine Seiten nach möglichen Georeferenzen abzuscannen.

Kernthema dieses Labyrinths ist Gips, der Lachsfarbene unbeliebte und der andere.

Wasser plätschert an mach Ecklein vor sich hin.

Bremsberge bremsen lange nimmer,

Drahtseile warten geduldig auf deren Abtransport,

und doch wissen die immensen Hallen immer wieder tief zu beeindrucken.

Jene die mich und meine Seitenstruktur kennen, wissen wies funktioniert, alle anderen, Behördenfuzis, wer auch immer, sind von diesem Wissens-Pot ausgeschlossen.

Seiet ungehorsam und seiet neugierig,

viel Spass

Luisa

Taspegn

Ein wahrhaft lohnender Einblick in den historischen Bergbau bieten die Buntmetallminen um die Alp Taspegn. Neulich ergab sich eine Gelegenheit dies historische Industrierelikt, ein Bruchteil des gesamten Abbaugebietes, zu erkunden. Die Alp Taspegn, respektive die unteren Installationen  Plan Tischatscha, liegen weit oberhalb Zillis in schwer zugänglicher Berglandschaft. Um die ersten Bergbauanlagen zu erreichen müssen rund 1000 Höhenmetern auf schmalsten Alpstrassen überwunden werden. Kein Wunder dass sich kaum Neugierige in dies unwegsame Gelände verirren. Umso spannender die kaum besuchten Stollen weit fern der Zivilisation. Zwar gibt’s auf der Alp Taspegn ein kleines Besucherbergwerk welches hin und wieder befahren wird doch unser Interesse galt den abseits liegenden, kaum bekannten, Anlagen. Da sich die Stollen auf verschiedene Reviere im  Flächenrechteck von 1 x 2 km verteilen gabs Tagesfüllende Entdeckungen ohne je in die Nähe der Besucherstollen zu erahnen.

Minen Taspegn

Ca. 6 Minengebiete sind bekannt unter Berücksichtigung dass womöglich längst nicht alle Stollen entdeckt wurden. Ich spezifiziere 4 Reviere auf meiner Karte. Das auf der Karte unten mittig markierte Gebiet Oberes Revier Ost kann an geführten Besichtigungen besucht werden. Der Verein Erzminen Hinterrhein bietet jeweils am Mittwochnachmittag Führungen an.

Unser Interesse galt den Anlagen des unteren Reviers, des mittleren Reviers und der Erzwäsche bei Plan Tischatscha.

Crap Ner mittleres Revier

Minen Taspegn

Östlich der Alpstrasse liegt dem Betrachter meine monumentale Steinlandschaft zu Füssen. Erst bei genauerer Betrachtung wird ein tiefer, mit Trockenmauer, ausgebauter Geländeeinschnitt sichtbar. Dies frühere Stollenerschliessungsbauwerk ist gegen das Mundloch hin von massivem Blöcken verstellt. Das eigentliche Mundloch ist leider unter Meterhohen Gesteinsbrocken verschwunden. Es ist aber anzunehmen dass dieser Einschnitt ein grosses Minenfeld und einige Stollen unterfuhr. So war die Sichtung weiterer Bauten oberhalb unverzichtbar.

Minen Taspegn

Weitere Stollen, oft verstellt mit scharfkantigen Gneisblöcken, lassen nicht lange auf sich warten. Die Hauen sind meist Eng und doch mit Sprengmittel-Brachialkraft in harten Gneis geschlagen. Bohrlocher sind einige zu beobachten.

Minen Taspegn St. Anna

Der grösste Stollen liegt unter einer Felskluft. Leonhard Selb nennt diese Grube um 1812, in seinen Mineralogische Studien, St. Anna – Grube mit Gruben – Gletscher. Tatsächlich schlummern noch heute zwei ausfüllende Gletscher in tief getriebenen Schachtbauten. Am einten Schacht liegt eine Fahrte im Eis vergossen. Auch noch erhalten steht der einte Haspelholmen am Bodenholz.

Die Gesellschaft von Tiefenkastel solle, keineswegs als erste, am besagtem Orte bei Taspegn nach Blei und Silber gegraben haben. Diese um 1807 gegründete Gesellschaft, mir nicht unbekannt, begegnete mir bereits an weiteren Orten wie Tgant Ladrung oder auch im Andiasttal.

Kurz darauf um 1865 tat die britische Gesellschaft Val Sassam Mines Company, bekannt aus Ursera, nach den begehrten Metallen graben.

Minen Taspegn

Die Metalle, Blei mit wenig Silberanteil, lassen sich am ehesten in der St. Anna – Grube beobachten. Der Bleiglanzgang eingeschlossen in Quarzbändern verläuft vertikal über weite Strecken.

Minen Taspegn

Oberhalb der St. Anna – Grube liegen weitere 2 Stollen offen verteilt im Felsgelände. Das mich beglückende Sonnenscheinwetter ermöglichte eine überaus spektakuläre Fernsicht am den hoch liegenden Mundlochöffnungen.

Minen Taspegn

Das Minengebiet Crap Ner umfasst einige, eher sportlich zu befahrende, Untertagebauten. Alle Stollen sind vom Felsschlag und vom  Gneisbruch schwer gezeichnet. Der Einstieg erfordert manch  Akrobatiknummer in einer Umgebung messerscharfer Felskanten.

Nicht minder interessant die noch vorhandenen Gebäudemauern alter Knappen-Unterkünfte.

Spadel unteres Revier

Die Stollen und Installationen rund um den Flurnamen Spadel sind mehrheitlich verfallen. Bis auf den Kalkwandstollen, welcher am Rande eines schmucken Wasserfalls zu finden ist, sind alle weiteren Stollen tief im Wald vergraben.

Minen Taspegn

Der Kalkwandstollen ähnelt eher einer zerklüfteten Höhle als einem Bergwerksbetrieb. Was dieser Kalkwandstollen  an Mineralien offen legte konnte ich nicht so eindeutig erkennen. Ohnehin scheint das Gebiet um Spadel, mit all den längst überwachsenen Halden, kaum Erze offenzulegen.

Trotz fehlenden Erzfunden sind die Bergbauspuren allgegenwärtig.

Minen Taspegn

Nicht unweit des Kalkwandstollens, mittig zwischen Kalkwandstollen und verfallenem Waldstollen jedoch auf gleicher Kote, steht ein wuchtiger Kalkofen welcher auf grössere Bautätigkeit hindeutet.

In der näheren Umgebung sind einige Gebäudereste auszumachen. Auch in greifbarer Nähe liegen weitere verfallene Mundlöcher mit davorstehenden Halden. Der als Kohlplatzstollen überlieferte Untertagebau ist erfolgreich im 2025 geöffnet worden. Auch dies Werk zeigt, zumindest vordergründig, Haldenmaterial und so, keine spannenden Erze. Um den Kohlplatzstollen gruppieren sich zahlreiche Mundlochpingen und Halden.

Minen Taspegn

Die Stollen sind mehrheitlich verfallen ausgenommen, wie bereits erwähnt, der Kalkwandstollen und der neu aufgewältigte Kohlplatzstollen. Wer in dieser Region Bergbau betrieb ist nicht restlos geklärt. Die Val Sassam Mines Company war, soviel steht fest, in diesem Waldstück nicht am werken.  Potentiell waren die Männer der Gesellschaft von Tiefenkastel, um anfangs 1800, in diesem Eck aktiv. Der Bergbau in Taspegn begann, so will es von Salis wissen, ab 1570. 

Plan Tischatscha Poche und Flotationsanlage

Auf Plan Tischatscha liegt eine der wenigen noch erhaltenen Erzwaschanlagen. In unmittelbarer Nähe stand auch ein Pochwerk und diverse Knappenunterküfte. Die Seilbahntalstation welche die Erze von den höher gelegenen Minen herunter transportierte ist etwas versetzt oberhalb der ehemaligen Poche zu finden. Alle Installationen um Plan Tischatscha stammen aus der Ära Val Sassam Mines Company (ca 1865). Über frühere Verarbeitungsanlagen auf Plan Tischatscha ist wenig bis gar nichts bekannt.

Minen Taspegn

In den 4 Flotationsbecken sollte der Bleiglanz vom Nebengestein, mittels unterschiedlichem spezifischem Gewicht getrennt werden. Das fein gepochte Abbaumaterial floss, im Wasser verdünnt, in die grossen Becken. Der schwere Bleiglanz sollte am Beckenboden liegen bleiben während das leichtere Nebengestein  am Beckenrand abfloss. Soweit die Theorie, das im Stollen abgebaute Nebengestein war oft harter und schwerer Quarz. Die spezifischen Gewichtsdifferenzen beider Materialien waren gering. Der Flotationsprozess erwies sich als wenig wirksam.  Eine Zeit lang versuchte die Val Sassam Mines Company das gepochte Material  im fernen Lineares (Granada) zu verarbeiten. In Lineares stand eine Verarbeitungsanlage die, gleich wie Val Sassam Mines Company, zur Gruppe John Taylor and Co, gehörte. Die Verarbeitung des Bleiglanzes schien in Lineares besser zu funktionieren doch die Transportkosten waren immens. Im Jahr 1868 stand der Bergwerksbetrieb still, wenig später  wurde die Val Sassam Mines Company liquidiert. Seither ruht der Bergbau auf Taspegn.

Links

Verein Erzminen Hinterrhein (extern)

Gruppe John Taylor and Co, Val Sassam Mines Company in Ursera (Luisa)

Gesellschaft von Tiefenkastel in Tgant Ladrung, im Andiasttal (Luisa)

Pompeyo

Bei schönen Wetter und noch schönerer Erinnerung ist mir nach kleinem Reiseberichtchen an Orte vergangener Industrietätigkeit. Genannt die umfangreichen Installationen des kolonialen Eisenerzbergbaus um die Jahre 1910 im Gebirge von Olula del Castro / Almeria. Quasi an dieser Stelle das fehlende Puzzleteil der Bergbauanlage Arroyo del Verdelecho

Secundo Pompeyo

Über Flurnamen lässt sich bekanntlich reichlich streiten. Ob das bekannte Industriedorf Pompeyo heisst oder doch eher den älteren Namen Mina La Vinagre trägt, ist nie restlos geklärt worden. In den Jahren zwischen 1890 und 1920 herrscht reger Wildwuchs im Gebirge. Wer Grundbesitzend ist beantragt eine Minenkonzession in der Hoffnung diese für teures Geld den Britischen Bergbauunternehmen weiter zu verpachten. Die Minen scheitern kläglich am Ertrag und die lokalen Grundeigentümer, mit kaum Pachtzinseinnahme,+ enden als definitive Verlierer im Kapitalmonopoly.

Fact ist, den Engländer investieren massiv in Geräte und Installationen der Ertrag indes lag in bescheidenem Rahmen. Was noch Wert hatte wurde bei Betriebsaufgabe demontiert und weiter verhökert. Die Minen lebten nur kurze Zeit.

Näher hier beschrieben, die Installationen Mina La Vinagre respektive Pompeyo wovon Pompeyo zwei bekannt sich, Pompeyo I der südliche Erzgangeinstieg und Pompeyo II die Schachtanlage und Seilbahninstallation auf dem Plateau Penicula.

Secundo Pompeyo

An besagtem Plateau entstand in den Jahren zwischen 1900 und 1920 ein umfangreiches Bergbaudorf mit verschiedener Wohn und Industriebauten.

Secundo Pompeyo

Auf Pompeyo ist, neben einer klassischen Förderanlage, ein Dampfbetriebener Seilbahnantrieb gebaut worden. Dieser Antrieb, rechts im Bild die Maschinenhalle, sollte die beladene Erzseilbahn über den kleinen Hügel in Richtung Arroyo del Verdelecho hieven.

Secundo Pompeyo

In der Maschinenhalle liegt noch ein breites Sammelsurium verschiedenster Ziegelerzeugnisse aus der Epoche 1910.

Secundo Pompeyo

Die Anlagen verfügten über einen zentralen Dampfkessel welcher die rundum verteilten Maschinen mit Druckdampf versorgte. Im Bild die drei noch stehenden Druckleitungsstützen und im Hintergrund das Steigerhaus.

Secundo Pompeyo

Übersicht Aussenanlagen, gross machen, anklicken.

Die Schachtanlage ca 60 Meter tief, fuhr 3 Sohlen des vertikalen Erzgangs an. Ob weitere Zugänge ins Schachtsystem existieren ist nicht weiter überliefert. Klar ist, der besagte Erzgang ist von diversen Bergwerken aus angefahren worden. Alle diese Arbeiten bewegten sich mehrheitlich in der Zeitepoche zwischen 1899 und 1940.

Auch zum Erzgangverlauf liegen widersprüchliche Angaben vor. Insbesondere die Verlaufswinkel änderten immer wieder je nach Jahrgang der geologischen Untersuchung.

Gruben Olula del Castro

Eisenerzgruben Olula del Gastro , gross machen, anklicken.

Heute glaube ich die Zusammenhänge und den resultierenden Erzgangverlauf recht genau zu kennen. Die Bergbauspuren, teilweise sehr alte und nicht datierbare, weisen auf einen eindeutigen Erzgangverlauf hin.

Es sind zwei Haupterzgänge südlich von Olula del Castro bekannt. Gang Arroyo del Verdelecho und Gang Pompeyo beide Gänge sind an verschiedenen Stellen angefahren.

Erzgang Pompeyo

Eine Halde, 40 Meter unter Schachtkopf Pompeyo, stimulierte unsere Neugierde ganz besonders. Dieser Stollen liegt etwas oberhalb im Bett des Arroyo del Verdelecho auf Höhe der verlassenen Hausgruppe Huelga del Medico.

Lieder war der dazugehörige Stollen im Jahr 2024 verschüttet. Im Jahr 2025 indes waren wir mit Schaufeln ausgestattet.

Erzgang Pompeyo

Und tatsächlich, dank einiger helfenden Händen, gelang der Einstieg ins System bis an den, im rechten Winkel dazu stehenden, Erzgang.

Erzgang Pompeyo

Der Stollen war über die gesamte Länge mit, aktuell rückgebauten, 60er Schienen ausgestattet. Zwei Einbrüche erschweren den Zugang. Ab zweitem Einbruch liegt eine CO2-Belasstung von 4 Volumenprozent, steigender Tendenz, auf.

Der Erzgang ist ziemlich zusammengefallen potentiell jedoch mit Atemschutz fahrbar.

Hulega del Medico

Weiter, dem Tal Arroyo del Verdelecho folgend, Bildmittig, der kleine Weiler Huelga del Medico.

Auf Bachboden sollen einst Maultiere Erze vom Bremsberg Cristina in die Anlage Röstofenanlage Arroyo del Verdelecho transportiert haben.

Mina Cristina Verlader

Nicht unweit von Olula del Castro steht am Talboden, Ende des Bremsberges,  die Silo und Verladeanlage Cristina.

An dieser Stelle einige Worte der Warnung!

In beiden Erzgängen haben wir hochtoxische CO2 Konzentrationen beobachtet.

CO2 in Pompeyo

Alle Werte ab 3 Volumenprozent CO2 sind hochtoxisch und können zu Bewusstlosigkeit und Tod führen. In beiden Erzgängen ist äusserste Vorsicht angesagt, allgemeine Speleovertikal-Auf und Abstiege sind definitiv zu unterlassen. Die Verbindung zwischen Schwefelhaltigem Erz und organische Fledermausscheisse begünstigt die CO2 Bildung.

Vorbeiträge

Arroyo del Verdelecho

Eisenminen Gergal und Olula de Castro

Tiergarten

Wenn Luisches Neugierde getriggert wird.  

Und wieder mal eine „es-war-einmal-Geschichte“ mit viel Bildmaterial aus meiner Abenteuer-Cam.

Kurz vor meinem 60sten war mir nach Erkundungstouren.  Einige Untertagebaustellen langen lange auf meiner Warteliste und das Wetter wirkte zu unstabil um mich in die Mürtschenalp zu verkrümeln. Da war sowas was immer wieder bei A3-Fahrten aufpoppte und nie eine tieferreichende Erkundung erfuhr. Und am Gegenende des putzigen Hügels warten einige Urbanlegenden, des Kalten Krieges entstammend, auf tieferreichende Erspähung.

Also los, eine kleine Geschichte,

Der Ort nennt sich Tiergartenhügel und, fahrend auf der A3 nahe Mels im Blick zum Seitenfenster heraus, sticht ein markanter Steinbruch hervor.

Google-Street-View, A3 Richtung Süden kurz vor Mels.

Im Steinbruch ist scheu eine Untertageöffnung mit  Stahltreppe zu erkennen doch bei schneller Autobahn-Fahrt kaum genauer analysierbar.

Etwas gemächlicher von der Hügel-Rückseite aus betrachtet klaffen einige interessante Tore aus dem Fels heraus.

Tiergarten Mil-Kaverne

Die Tore sind eindeutig militärischen Ursprungs und aktuell deklassifiziert denn die zivile Nutzung, Käselager und Weiteres, ist teilweise äusserlich, per Hinweistafel, ersichtlich.

Trotzdem, der Hügel hat noch viel zu bieten, und eine genauere Internetrecherche fördert wiederum sehr Interessantes zu Tage. Also Gelegenheit um dem Hügel und die nähere Umgebung genauer in Augenschein zu nehmen.

Tiergarten Steinbruch

Amtliche Verbote sind mein absoluter Trigger. Bei solch Hinweistafel packt mich die Forschungslust  richtig intensiv und da ich je kein Fest veranstaltete hatte ich auch nichts zu befürchten.

Klar ist, mein erster Gedanke schweifte in Richtung ausartetende  Goa-Partys. Ein durchaus verlockender Gedanke.

Tiergarten Steinbruch

Bald stehe ich im Steinbruch und dies ohne irgend eine Abschrankung zu überklettern geschweige den irgend en Verbot zu missachten. Ganz neue Sitten fürs Luischen.

Die ins Dunkle führende Metalltreppe ist schnell gefunden und der Aufstieg überraschend bequem.

Tiergarten Steinbruch

Im Innern  ist, entgegen meinen Erwartungen, ein Umfangreiches Partygemäuer aufgebaut. Etliche Terrassen, unterbrochen von zahlreichen Bar-Konstruktionen, zieren die Untertagehallen. Hinter den Einbauten steckt, wie ich an einer betonierten Inschrift ermitteln kann, der Feuerwehrverein Heligkreuz-Mels.

Angesichts der Tatsache dass in Untertageanlagen, so ziemlich jede bewilligende Behörde ein latentes Problem hegt, dürfte dies Verbot sich hauptsächlich auf den Feuerwehrverein beziehen. Also leider doch keine arschgeil ausufernde Goa-Party.

Doch trotz fehlender Goa-Party, weitere Attraktionen liessen nicht lange auf sich warten.

Bei Autobahnfahrt sichtbar, das verfallene Steinbruchgebäude.

Tiergarten Steinbruch

Im Innern antike Maschinen vom feinsten. Als wär kunterbunt die Zeit stehen geblieben, findet sich ein Sammelsurium verschiedenster Geräte aus eben so verschiedenster Zeitepoche.  

Tiergarten Steinbruch

Ein reges Durcheinander sorgt für erschwerte Fortbewegung innerhalb des Steinbruchgebäudes.

Tiergarten Steinbruch

Die beiden Druckgefässe legen den Schluss nahe das im Gebäude hauptsächlich Pressluft hergestellt wurde. Trotzdem sind an den beiden geglaubten Kompressoren einige Ungereimtheiten verbaut die mein technisches Verständnis leicht überschreiten. Zuweilen einer der Hauptkompressoren mit Exzenter-Steuerung ausgestattet ist, was ich bisweilen einzig von der Dampfmaschine, Dampflok kenne.

Tiergarten Steinbruch

Neben der Kompressorhalle liegt eine feine mechanische Werkstatt mit aller nur erdenklichen Werkzeugmaschinen, Baujahr maximal 1940. Leider ist in dieser Arbeitsstätte, Dach und alles oberhalb, in sich zusammengefallen.

Nach lustiger Steinbruchbesichtung  bestieg in den Tiergartenhügel um mir einen Gesamtüberblick zu verschaffen.

Tiergarten Steinbruch

Die südliche Ansicht vom Hügel herunter zeigt einiges an Militärbauten respektive ehemalige Militärbauten. Vieles bleibt noch verborgen andere Objekte sind, wie zu erkennen ist, aus der Geheimhaltung entlassen.

Im Tiergartenhügel sind einige von Süden her zugängliche Lagerkavernen geschlagen worden.

Tiergarten Mels

Die Amtliche Vermessung spezifiziert die nicht weiter als Geheim klassifizierten Stollen als Untertagebauten.

Fest steht, hinter dem Tiergartenhügel befindet sich eine wichtige Versorgungslogistik in ungeahnter Grösse. Einige, im gegenüberliegendem Fels versteckte Anlagen, sind wahrscheinlich immer noch als aktive Armeelogistikbauten ausgewissen.  

Ich vermute dass die Anlagen zur Versorgung der Sarganser Festungs- und Sperrstellen-Gruppe dienten und das Ende der komplexen Not-Transportstrecke Riesetenpass / Pragelpass war.

Sarganser Gruppe

Die Sarganser Gruppe, ein Relikt der Reduit-Strategie die bis weit in den Kalten-Krieg hinein bestand hatte. Auf meiner Karte die mir bekannten grösseren Anlagen die noch zu meiner Dienstzeit aktiv waren. Oben Links die Punktegruppe rund um die A6445 sind die Tiergartenbauten.

Und des Vergleiches Willen,

Tiergarten

Luftbild 2005  vs

Tiergarten

Luftbild 1942, klar ersichtlich hierbei, der Steinbruch war einst viel grösser. Auch klar erkennbar, die Zufahrtsrampe der Logistikkaverne, bildmittig auf der Hügelsüdseite.

Der Steinbruch, soweit ich erfahren habe, gibt’s seit über 150 Jahren (1854). Heute wird dieser von Ackermann Bau bewirtschaftet.

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