oder die geheimnisvollen Stollen ob Remigen
Es gibt wenig Untertagewerke denen ich keine eindeutige Funktion zuordnen kann. Am Geissberg, namentlich in der Schlucht des Rütifelses, liegt solch ein unvollendetes Bauwerk. Fest steht dieses Untertage-Bauwerk sollte einen militärischen Zweck erfüllen. In den Stollen sind keinerlei interessante Rohstoffe ausmachbar.
Klar ist auch, der Gegend wurde im 2 Weltkrieg eine elementare strategische Bedeutung zugewiesen. Etliche militärische Verteidigungsanlagen und Felsenwerke finden sich auf und rund um den Geissberg.

Auf meiner Karte ist nur ein Teil der bekannten Felsenwerke (A-Bezeichnung) vermerkt. Der Umfang dortig vorhandener Bauten hätte wahrscheinlich mein QGIS gesprengt.

Im Westen liegt an der Passstrasse Bürersteig der markante Infanterie-Betonaufbau mit Namen A3902. Ab dieser Position zieht eine Verteidigungsanlage nach der anderen in Südöstliche Richtung bis über die Aare. Mittig des Geissbergs, benannt nach der überdurchschnittlich grossen Gemsenpopulation, mein Unbekanntes „A3???“.
Die Stollen liegen gut getarnt in der tiefen Schlucht der Rütifelsen.

Dem aufmerksamen Wanderer könnte einzig das, gar nicht in die Landschaft passende, Mittelspannungsgestänge am Gegenfelsen des Grabens auffallen.

Weils so schön war, das ganze nochmals bei Sonnenuntergangsstimmung.

Im Graben selbst liegen zwei Mundlöcher offen wovon das einte bald im Versturz enden und eine unangenehm grosse Kolonie an Stechmücken beheimatet. Der zweite Eingang, nahe dem Mittelspannungsmasten, ist deutlich interessanter. Gegenüber dem Eingang seht ein Fundament, wahrscheinlich für die damals benötigte Bremsbergwinde.

Der Eingang führt in einen Raum an welchem der Bremsberg anschliesst. Dieser Bremsberg umfasst eine Länge von ca 50 Metern und überwindet 25 Höhenmeter in die Tiefe führend.

Gut Sichtbar am Bremsbergboden die eingedrückten 60er Bahn-Stahlblech-Schwellen.

Am Ende des Bremsbergs liegt ein Pumpensumpf, ein Indiz für potentiell viel Wasser in den Stollen. Bei unserer Befahrung war alles trocken und auch die Holzeinbauten wirkten Stabil und ohne Fäulnisspuren.

Wasser war indes in den Stollen zeitweilig durchaus en Thema wie die Spuren an den Wänden zeigt.

Holzeinbauten tauchen sporadisch an Lehmeinschlüssen auf.

Zwei weitere Tagesstrecken sind an eben diesen Lehmeinschlüssen kollabiert. Die einte Tagesstrecke welche Gegenseitig als Stechmückenparadies amtet, war an der der Lehmschicht mit Holz ausgebaut.

Die nächste, auch an der Lehmschicht verfallene Tagesstrecke ist, vermute ich, nie vollendet worden.
Die heute offene Tagesstrecke war zentral für den Schuttabtransport. Der Bremsberg und die Halle zur Abkopplung der Hunte zeugen von massiver Transporttätigkeit. Die Stollen sind, damalig üblich, in Looren-Dimension, 1.2 x 2.2 Meter geschlagen.
Trotz schöner Stollenansichten, die Neugierde ist nicht gestillt, einige Fragezeichen bleiben. Auch ALT3D weiss keine Antworten.

Zwei der Eingänge sind in der Schlucht ohne freies Schussfeld. Der dritte Eingang ist, soweit meine Vermutung, nicht vollendet. Auf meinem Plan ist dieser als blauer Punkt markiert.
Weder Infanterie noch Artilleriestellungen machen bei diesen topografischen Verhältnissen Sinn. Auch die unkomfortablen Unterstände für ruhende Infanteristen machen an besagter Stelle eine taktisch sehr schlechte Figur. Eine unvollendete Zufahrtsstrasse, im ALT3D Südwestlich des Hauptmundlochs, liegt beträchtlich weit fern der Stollen. Die Struktur der Stollen möchte mich am ehesten an eine unvollendete Artelleriefestung erinnern doch fürs freie Schussfeld hätte der gesamte vordere Fels abgetragen werden müssen. Trotz reichlich Aktivdienstler, solch Aufwand hätte definitiv nicht geloht.
Es bleiben die mysteriösen Stollen im Rütifels die bis heute niemand so richtig erklären konnte.
Und wenn wir bei den Geheimnissen bleiben, unten im Tal im ehemaligen Artelleriewerk Vorderrein A3840 betrieb die Geheimtruppe P26 in den 1980ern ein Zentrallager.





































































































































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