Es sind inzwischen zwei Jahre verstrichen sein meinem letzten Ausflug in die Bunkeranlagen der Sperrstelle Ova Spin (Ofenpass-Strasse). Schlechtes Wetter und ein angebrochener Samstag führten mich und Freunde neulich an dies Militärhistorisch bedeutende Fleckchen.
Wie immer bei erneuter Befahrung gibt’s Neues zu entdecken was mir bei erstmaligem Besuch entgangen war. Darum hier kleine Bildserie mit etwas wenigen Kommenten.
Sehr fotogen und nicht minder spektakulär das Hauptwerk A7632 Ova Spin Strasse. Der Bunker ist mit einer Burgenartigen Tarnung versehen. Der Anstrich glänz durch seine optische Detailtreue.
Die Bewaffnung umfasste zwei Maschinengewehre und einer Panzerabwehrkanone. Heute ist die Stellung demilitarisiert, will heissen alle Waffen ausgebaut.
Der Blick auf die gegenüberliegende Passstrasse beim damaligen Sprengobjekt offenbarte an jenem Samstag ein prächtigen Regenbogen im Blickfeld der Geschütze.
Der Wald ist übersät von kleineren Bunkeranlagen teils bis zurück in den ersten Weltkrieg reichend.
Immer wieder tauchen Bunkertüren im Waldboden auf. Dies Exemplar schliesst an ein Stützengrabensystem welches noch aus der 1. Weltkriegperiode stammt.
Die grösstenteils verfallenen Schützengräben schlängen sich, der Höhenlinie folgend, dem Hang entlang an die Südseite.
Am Ende des Grabens liegt zu Füssen tief im Tal der Lai da l Ova Spin.
Auch an diesem Eck, an steiler Felskannte, liegt der südlichste Infanteriebunker A7637 ehemalige Bewaffnung 1 Maschinengewehr.
Verwaltet, gepflegt werden die Bunker von Hans Stäbler respektive vom Verein Festungsmuseum Crestawald zu finden dieser unter: https://www.crestawald.ch
Kleine Einblicke in damalige Verteidigungsanlagen zwischen 2. Weltkrieg und kaltem Krieg. Geografisch angesiedelt als Teil der Sargansergruppe am südlichsten Ende. Ich bin in dieser Sache nicht gänzlich unbelastet durfte ich während meiner Dienstpflicht so manch Anlage, noch bei voller Action, erleben.
Und auch mal wieder eine kleine Geschichte unter der Rubrik „und schon wieder stand die Tür einladend offen“.
A6325 steht, das A, für Felsenwerk, die vierstellige Nummer, für die geografische Bezeichnung. A6325 ist das Felsen, Artilleriewerk Haselboden mit integriertem Spital. Das Werk A6325 ist seit einigen Jahrzenten demilitarisiert und wird in wenigen Jahren vom Zementwerk Untervaz komplett verschluckt werden.
Folglich ein bitternötiger Augenschein dieser, zunehmend dem Zementsteinbruch zum Opfer fallenden, Anlage.
Früh war die strategische Bedeutung des Westhangs bekannt. Die Neuburg im Bild wird Urkundlich 1345 erstmals erwähnt. Unterhalb des Burgbaus liegt die, aus der 2.Welkriegepoche stammende Minenwerferstellung A6329 Neuburg, Bewaffnung 2x 8.1 cm Festungsminenwerfer. Des weiteren liegt in Burgnähe die Infanteriekaverne A6369 wie auch der Übermittlerunterstand F13442.
Meine Geschichte indes dreht den Blick 180 Grad südwärts, genanntes Felsenwerk A6325 unterhalb des anwachsenden Zementsteinbruchs Haselboden.
Die Eingangsfront mit oberhalb liegender Aussenverteidigung versinkt im, vom Steinbruch herunterfallendem, Bruchsteinen.
Eine lange Eingangshalle ermöglichte zu Betriebszeit eine gedeckte Lastwagenentladung. Am linken Rand der Zugangstüre liegt der Überdruck-Abluftauslass. Heute ist die Zufahrt mittels hohem Bruchsteinwall versperrt.
Versorgungsstollen mit leeren Installationsbalken. Die Beton-Installationsbalken trugen Kabel, Rohre und Lüftungskanäle. Heute sind alle Versorgungsleitungen wie auch sonstige sekundäre Architekturelemente ausgebaut.
Eingangsschleuse, auch wieder, Türen und Leitungen sind Rückgebaut. Der Ablauf ist offenbar verstopft.
Wachlokal und Unterkunft des Festungszugs.
Zugang zum Munitionslager.
Munitionslager, die herumstehenden KS-Blöcke bildeten zu Betriebszeit Regaleinheiten. Heute ist der ehemalige Regalstandort anhand der grauen Farbunterbrüche erkennbar.
Weitere Druckschleuse Stollen Süd.
Maschinenraum, 3 Notstromaggregate, Filteranlagen, Belüftung und Elektrohauptverteilung alles ausgebaut.
Ehemalige Küche.
Innerer Versorgungsstollen, Zisternenzugang,
höher gelegene Hauptwasserzisterne, Blick vertikal noch oben gerichtet.
Blick aus der Geschützöffnung
4,7 cm Kanone, MG-Stand
Die Geschützstellungen liegen in teils luftiger Höhe der Felswand. Heute sind diese, dem Zerfall ausgeliefert, ohne Tarnung gut erkennbar.
Im Bild die Aussenansicht des Beobachter, MG-Standes Nord.
7,5 cm Befestigungskanone 1 und 7,5 cm Befestigungskanone 2 an der Südflanke
MG-Stellung und teils eingebrochener Notausgangsschacht rechts der Stellung.
Das Felsenwerk A6325 besteht, Standardmässig, aus der Versorgungs- und Unterkunftseinheit, in hiesiger Anlage 4 Kavernen, umringt von Geschützständen mit dazugehörigen Munitionslagern. In der Versorgungs- und Unterkunftseinheit sind Spital, Feuerleitstelle, Unterkunft, Trickwasserzisterne und Maschinenraum untergebracht. Als Eigenart, dem Festungsbaustandart abweichend, verfügt dies Felsenwerk über eine abgesetzte Unterkunftkaverne für die Wach und Betriebsmannschaft. Die Zuluft wurde über eine tiefgelegene Ventilatorenkaverne angesogen.
Über die ehemalige Bewaffnung herrscht meinerseits nur beschränktes Wissen. Gemäss gefundenen Unterlagen waren ursprünglich vier 7.5cm Befestigungskanonen, eine 4,7 cm Panzerabwehrkanone und einige MG-Stellungen im Einsatz. Die Anlage wurde indes in späteren Jahren umgebaut. Zwei der 7.5cm Befestigungskanonen sind beim Umbau ausgemustert worden, die Geschützöffnungen sind zugeschweisst respektive umfunktioniert. Anstelle der zwei 7.5cm ausgemusterten Befestigungskanonen im A6325 Haselboden kamen, in den 1990ern, zwei 15,5 cm Festungskanonen 93 Bison vors Felsenwerk A6315 Molinära.
Die zwei Artilleriebeobachter liegen abgesetzt oberhalb des Hauptwerks. Beide Kavernen sind über einen Vertikalschacht zugänglich. Leider fehlt aktuell die Aufstiegsleiter womit die Beobachter-Posten unerreichbar bleiben.
Sargansergruppe
Nochmals an dieser Stelle die bei weitem nicht vollständige Karte der Felsenwerke Sargansergruppe.
Das Felsenwerk A6325 ist Teil der südlich gelegenen Sperre Trimmis. Zusammen mit der Gegenüberplazierten A6315 Molinära bildeten diese zwei Werke die Artillerieverteidigung der Sperre. Beide Werke sind heute aufgegeben und demilitarisiert.
Artilleriefelsenwerke
In einer Zeit der mobilen und hybriden Kriegsführung haben die trägen Artilleriefelsenwerke definitiv ausgedient. Zu teuer, zu wenig Feuerkraft und absolut unflexibel stehen die Dinger, der Uranmantelmunition schutzlos ausgeliefert, blöd in der Landschaft. Nichts desto trotz, die Werke sind beeindruckend ohne Zweifel ein Besuch wert und mein Langzeitprojekt einer geilen Technoparty in solch Untergrund ist auch noch lange nicht vom Tisch. Klar ist, die Dinger sind Wespennester Geduld da ist durchaus eine Tugend.
Und kleiner Einschub an dieser Stelle, heut im Blick aufgeschnappt
Bekanntlich dreht die Welt und Bundesrat Martin Pfister kommt allmählich in Stress. Seine, zum gordischen Knoten anwachsende Aufgabe, namentlich die Bevölkerung auf die Armee einschwören, scheint doch komplexer als gedacht.
Herr Pfister liess ein neues Lehrmittel kreieren welches sich an Schüler und Lehrlinge von 15 bis 19 Jahren richtet. Das Lehrmittel, ich finds nicht mal schlecht, gibt’s Online auf broschuere_wie-sicher-sind-wir_2aufl_2025.pdf
Und Luisa sagt, die Damen und Herren Bundesräte fickten uns vor nicht allzu langer Zeit was die Schmerzgrenze hergab. En „Sorry“ würd Wunder bewirken doch sie, die Damen und Herren Bundesräte, sind zu blöd um solch eine banale Logik zu rafen.
In diesem Sinne, Herr Martin Pfister viel Spass beim lösen des gordischen Knoten .
Ein Spaziergang durch die ehemaligen Untertage-Steinbruche um Burgdorf die in Weltkriegsjahren zu Kommandoanlagen ausgebaut wurden. Ein aktuelles Update zeigt, unsichere Zeiten überschatten unsere aktuelle Lebensrealität. Unter anderem artikuliert sich diese zunehmende Weltpolitische Instabilität im aktuellem, klangheimlichen Ausbau einstig vergessener Führungsanlagen.
Ich bin gerne Wissende in Zeiten des subtil stetig anwachsendem Unterordnens. Wer nun die Funktion der Machtausübung übernimmt ist mir mehrheitlich scheissegal. Relevant ist einzig das mein selbstbestimmtes Leben zunehmend beschnitten wird was mich nervt. Da weiss ich gerne wer, wie, wo wirkt.
Ein Ausflug zu den historisch bekannten Mastern unter den Bunkern.
Genannt hier die,
K1 Ried 2615794 / 1210568 und K2 Oberdorf 2613190 / 1209507 , beide damals um 1940 für den Armeestab ausgebaut. An beiden Anlagen wurde nach dem 2. Weltkrieg immer wieder herumgebastelt.
K1 Ried
Diese Anlage ist technisch auf neustem Stand. Was deren aktuelle Bestimmung ist, konnte ich so auf die Schnelle nicht eindeutig eruieren.
Fakt ist, bei Ankunft brennt helles PIR-Gesteuertes Licht, auch die Hausglocke am Tor funktioniert einwandfrei. Leider öffnete mir niemand die Türe. Der Bunker ist in eine Steinbruchdoppelkaverne eingepasst und, wie erwähnt, erst kürzlich modernisiert. Am Eingang montiert, die GSM-Antenne der IP-TUS-Alarmübermittlung also Hände weg von den Türen. Auch im Eingangsbereich sitzt eine 2 m-Bandantenne die, vermutet, als Funkverbindung zur benachbarten Logistikbasis amtet. Markant auch, im Innern summt gemütlich eine moderne ABC-Schutz-Klimatisierungsanlage vor sich hin.
Der Nebeneingang, Notausgang, ist mit Schrott zugemüllt.
Die Haupttüre indes, bei Lastwagenrampe, ist feinste Tresorschliesstechnik.
Kurzum, dieser Bunker ist in Bereitschaft, sprich in Betrieb und permanent klimatisiert. Der Genaue Zweck der Anlage entzieht sich meiner Kenntnis.
K2 Oberburg
Auch dieser Führungsbunker versteckt sich in einem ehemaligem Steinbruch doch im Unterschied zum K1 dürfte bei besagter Anlage lange nichts mehr gegangen sein. Der Bunker beansprucht in hiesigem Fall nur ein kleiner Teil des imposanten Steinbruchs. Vor dem Haupteingang liegt viel Versturzmasse was auf eine geologisch instabile Sachlage hindeutet.
Der einzige gefundene Zugang wirkt unscheinbar und inzwischen etwas in die Jahre gekommen. Einbauzylinder wie auch das abdeckende Vorhängeschloss sind eher neueren Datums.
Die Tarnung indes ist perfekt irgendwo diskret hinter Bauernhäusern.
Und für Kulinarik ist auch gesorgt, die Pilzsuppe in der Wirtschaft Steingrube war herrlich.
Steibrüch Burgdorf
Ich bin ja grundsätzlich Bergwerksforscherin da darf en kleines Bergwerklein nicht fehlen. In und um Burgdorf gibt’s Tonnen Untertagesteinbrüche. Ein bei einschlägig bekannter UrbanExplorer-Szene bekanntes Objekt liegt nahe der Anlage K1 Ried also quasi auf dem Weg dorthin. Gut passende Gelegenheit zu einer Befahrung.
Das Emblem gibt’s tausendfach im Netz, da darf ich mich keineswegs dieser Bildliflut entziehen.
Die Eingangsportale, 3 oder 4, sind, wie die Tage doch immer wieder gesehen, von beeindruckender Grösse.
Im Innern sind alle Hallen miteinander verbunden. Ein riesiger Deckenversturz indes sperrt den horizontalen Zugang in jedes Eck. Der Versturz jedoch lässt sich so ziemlich von jeder Ecke aus gut besteigen. Wie immer in solch Hohlräume reicht auch mein Licht nur spärlich zu umfassender Ausleuchtung.
Nebenbei erwähnenswert, nebenan liegt ein ebenso eindrücklicher Auftagesteinbruch offen. Der Hauptstollen liegt auf 2614893 / 1210913.
Als wir neulich den Bundeskasperlis ins historisch vergangene, tief Vergrabene folgen blieben reichlich Fragen offen. Die Neugierde war keineswegs befriedigt und die Panzertüre in südwestlicher Kilometerdistanz leider immer noch fest im Riegel.
Eine tiefgründige Recherche mit etwas Feldforschung schien längst überfällig. Ein Ausflug im Zwecke weiterer Erkundung folgte Zeitnah. Inzwischen bekannt, die Anlage oberhalb Bolligen, ehemals Sandsteinbruch, wie K3, war massgeblich beteiligt am Bau des Bundes-Kaspeli-Hauses in Bern. Im Stockeren-Hügel wurde seit einigen Jahrhunderten Sandstein gebrochen. Wann genau erste Abbauten begannen ist indes nicht weiter bekannt. So wie am Harnischhuet begannen erste Arbeiten auftage. Erst in tiefen Lagen zeigten die Sandsteine eine zunehmende Qualität was letztlich zum Untertagebau führte.
Riesige Einschnitte zeugen von grosser Abbautätigkeit. Auffällig die gemauerte Terrassierung im Einschnitt.
Auch der nördliche Einschnitt, rechts neben der Panzertüre, zeigt solch eine nicht restlos erklärbare Terrassierung.
An einem der Schlitze zieht ein Beton-Kamin am Felsen entlang in die Höhe. Alles bei Tageslicht betrachtet öffnet neue Perspektiven. Bin anno Dato Ausflug hatte ich noch keinerlei Ahnung über den Anlagenzweck. Klar war, militärischer Nutzen und in etwa Zeitgleich mit dem Bundesratsbunker entstanden. Die Panzertüre ist baugleich derer im K3.
Am südlichen Steinbruch-Haupteingang wird der volle Umfang der Anlage richtig klar.
Die künstliche Felswand erreicht Höhen von geschätzten 80 Metern. Oberhalb des Tores prangt ein gemeisseltes Emblem welches nochmalig die militärische Bedeutung der Anlage herausstreicht.
Soldatenkopf wie auch Schweizer Wappen lassen keine Zweifel offen, hier taten Armeestrategen die Untergründe richtig fett ausbauen.
Auch in der näheren Umgebung, namentlich an der Zufahrtstrasse, finden sich vielsagende Militärrelikte.
Eine Türe im Waldboden lockte unsere Neugierde und, zu unserer Freude, die Türe war unverschlossen.
Die Türe öffnet ein Beobachterstand mit 3 Gewehrscharten.
Mit diesen doch recht eindeutigen Impressionen war eine weitere Desktoprecherche leichtes Spiel. Infolge war dies Mysterium schnell geknackt und weitere Informationen lokalisiert.
Aus vorhandenem Grubenplan und meinen Beobachtungen war es mir möglich eine einigermassen Massstabsgetreue Zeichnung aufzubauen.
Die Unterfels-Tank-Anlage Stockeren besteht aus zwei Hauptkavernen die über zwei Haupteingänge erschlossen sind.
Im Norden liegt das Tanklager Stockeren I, ehemals eine Kaverne über ein Zugang im Einschnitt erschlossen. Dieses Lager umfasste 14 Stahltanks die im 2003 alle ausgebaut wurden.
Das Tanklager Stockeren II liegt im Süden in der Hauptsteinbruchanlage. Eine ehemals über vier Eingänge erschlossene Kaverne beherbergte die 17, heute auch rückgebauten, Stahltanks.
Die Steinbruch-Kavernenzugänge sind im Zuge des Baus des Bundestanklagers, so um 1941, mittels Betonriegel verschlossen worden. Vor den Betonriegeln entstand ein komplexes Netz an Erschliessungsstollen die auch beide Tanklager verbanden. Soweit ich dies Beurteilen kann, ist ein Grossteil dieser Stollen im Tagebauverfahren entstanden. Eine mächtige Abraumüberdeckung schützte die Versorgungsbauten. Dies erklärt die Terrassierung in verschiedenen Steinbruchzonen.
Unsere damals erkundete Türe führte folglich in das Treibstoff-Tanklager Stockeren I. Indes ist mir nicht restlos erschlossen wieso der Zugangsstollen Stockeren I Bergmännisch erstellt wurde dies obschon nebenan der Einschnitt mit Terrassierung genügend Bombenschutz gewährt hätte.
Auch der Lüftungskamin ist nicht restlos erklärt. Auf meiner Planvorlage, Quelle vimudeap, ist dazu nichts vermerkt.
Da ich nun mehr zum regionalem Sachverhalt kenne war auch en Update meiner QGIS-Zeichnung überfällig.
Nochmals Ausschnitt Harnischhuet, im Südwesten das Bundestanklager welches, soweit ich dies beurteilen kann, zeitgleich mit dem Bundesratsbunker K3 entstanden ist. Im geheimen Bundestanklager lagerten bis in die 1990ern Treibstoffe für die Landesverteidigung.
Einblicke in die erste Generation Bundesratsbunker, genannter K3 Harnischhuet in Bolligen bei Bern und weitere Verstecke
Gründe wieso sich Bundes-Chasperlis verstecken müssen gibt’s unzählige. Man denke an die kleine Episode eines totalitär anwachsenden Massnahmenstaates. Das Ideal eines jeden Diktators, eine gehorchende Untertanenschaft doch, die bittere Seite, eine versprengte Gruppe Abtrünniger trachtet den Eliten nach dem Leben.
Zu den militärischen Führungsstrukturen die in tiefen Felsen verborgen waren, gesellten sich ebenso eingegrabene Zivilregierungsverstecke. Insbesondere der gar nicht beliebte Bundesrat suchte, ab dem 2 Weltkrieg, im In und Ausland nach geeigneten Unterschlupfmöglichkeiten. Gegenwärtig sind 4 solcher, mehr oder minder klassifizierter, Bunker auf Schweizer Boden bekannt. Hinzu kommen mögliche Exilverträge mit ausländischen Regierungen, etwa Dänemark während der P26 Ära. Allen in allem, die vereinigten Bundes-Chasperlis haben allen Grund sich zu verkrümmeln und ich en Haufen spannende Sachen anzukucken.
Die aufwendig zusammengestellte kartografische Darstellung offenbart die bevorzugte Nähe zu der Bundeshauptstadt. Viele dieser Anlagen stammen aus der Reduit-Strategie ab Beginn des 2. Weltkriegs.
Kleine Auflistung ohne Gewähr und keineswegs Vollständig
Dieser Bundesratsbunker war nur kurzer Zeit in Betrieb. Man munkelt dass, noch während der Bauphase, ein grosser Deckenabbruch, im ungeschützten Teil, ein Militärfahrzeug unter sich begrub. Nach dieser Erfahrung verzichtete Armeeführung auf den Endausbau stattdessen bauten die Verteidigungsstrategen den, etwas edleren K8/A8760 Brindlistollen für die Führungselite.
Der K3 wirkt sehr spartanisch und nicht wirklich fertiggestellt trotzdem deuten einige Indizien auf langen militärischen Nutzen hin.
Am nahegelegenen Kommandogebäude, heute Wohnhaus, klebt aktuell die Aufgebotstafel Fortbildungsdienste Truppe Stand 2011. Sowohl das Kommandohäuschen wie auch der umwerfende K3 Steinbruch sind gegenwärtig in privaten Händen.
Der Haupteingang in den ungeschützten Teil wird dominiert von Wildwuchs und Erdeinsturz. Schwer vorzustellen das einst durch dieses, rund 20 Meter hohes Tor Fahrzeuge ein und aus kurvten.
Im Innern des ungeschützten Bereichs sind die Dimensionen beeindruckend.
Der geschützte Bereich besteht aus einer Steinbruchunterteilung mittels massiver Betonwände. Ein kleiner Durchgang, im Bild an der hinteren rechten Wand erkennbar, ermöglichte den Eintritt vom Untertageparkplatz in den geschützten Kommando / Bundesratsteil.
Der geschützte Bereich verfügt zusätzlich über einen separaten Zugangsstollen im Norden der Anlage.
Im Kommando-Führungsbereich, ehemals Teil des Steinbruchs, sind einige Infrastruktur-Einbauten aus der Zeit des Bundesratsbunkers erhalten geblieben.
Ein Kamin sorgte für Entrauchung einer Zentralheizung. Auf den Dächern der Versorgungsbaten hätten Baracken für die Landesregierung Platz gefunden. Die Baracken sind nie eingebaut worden. Es blieb bei den spartanischen, heute noch erhaltenen, Versorgungsbauten.
Fürs Brauchwasser sorgten zwei Zisternen im Bundesratsteil.
Geschichtliches und Sonstiges
Der Sandsteinbruch ist wahrscheinlich noch vor dem 19. Jahrhundert entstanden und diente als Zulieferer für zahlreiche Bauwerke der Berner Innenstadt.
Die heute ersichtliche Kubatur stammt aus der Epoche gegen Ende des 19. Jahrhundert als in Bern zahlreiche Bauten emporwuchsen. Der Hunger nach Sandstein war enorm und um Bern herum, Ostermundigen, Bolligen bis Krauchttal erblühten etliche grössere Steinbrüche. Auch die heute bekannte Justizstrafvollzugsanstalt Thorberg, mit damals angegliedertem Steinbruch, hat als Strafanstalt, Ursprung im aufkommenden 19. Jahrhundert.
Der Sandsteinbruch Harnischhuet mit angegliedertem Betriebsgebäude, später Kommandohäuschen, stand in naher Konkurrenz mit den, per Betriebsbahn erschlossenen Steinbrüchen von Ostermundigen. Womit, mit aufkommendem 20. Jahrhundert, Harnischhuet allmählich in Vergessenheit geriet.
Erst die Reduitstrategie ab 1941 hauchte den Hohlräumen neues Leben ein. Der Bundesratsbunker-Bau endete jedoch abgrubt nachdem ein grosses Stück Stollendach auf ein Armeefahrzeug stürzte und dieses bis zur Unkenntlichkeit zerdrückte. Der Bundesrat solle nie die Anlage besucht haben. In gleichen Jahren entstanden Zahlreiche weitere Führungsbunker, zu erkennen an der Bezeichnung K.
Die Anlage K3 indes, so glaube ich, blieb noch einige Jahre in militärischer Bedeutung.
An einer Wand im K3 Bunker ist ein schematischer Grundriss abgebildet. Die Zeichnung entstand sicher nach der Ära Bundeschasperli. Über deren Bedeutung lässt sich streiten.
Die schematische 5 km Markierung zielt weder auf die weiteren Steinbrüche noch aufs Bundeshäusle aber die Abschlusslinie deutet auf eine abrupte Trennung. Mögliche Talt-Kabeltrennung?
Die Pfeile markieren Durchgänge, am rechts stehendem Pfeil gibt’s keinerlei Stollen auch Kabelreste fanden wir keine an besagter Stelle. Die Bezeichnung A1X könnte auf ein mögliches Felsenwerk hindeuten. Alle A-Bezeichnungen beziehen sich auf Felsenwerke. Ich kenne im Umkreis von 5 Km kein solches Werke, anmerkend jedoch, ich kenne recht wenig Militärisches. Mein Kernthema ist definitiv Bergbau.
Noch mehr Mysterien
Trotzdem fuhren wir, meine Begleiterin und ich, zum nächstgelegenen Steinbruch, ca 1 km Luftlinie (oberhalb Bolligen). Auch an dieser Position stach uns ein militärisches Geheimnis ins Auge. Getrieben von der Neugierde suchten wir die nähere Gegend um diesen neuen Steinbruch ab und fanden,
eine verschlossene Panzertür neuerer Bauart, ein vermutet Belüftungsturm und eine zweite Türe oberhalb eines alten Steinbruch-Zugangs. Das Ganze ist umschlossen von massivem Maschendrahtzaun.
Im Situationsplan gelb markiert die Fläche des K3 Bundesratsbunkers nach Schweizerischer Landesvermessung, anmerkend, der K3 ist im Privatbesitz, eine Immobilienfirma, und folglich der betreffende Hohlraum in der Landesvermessung aufgenommen. Etwas westlich davon das kleine Kommandohäuschen, auch dieses ist im Privatbesitz und aus der Geheimhaltung ausgenommen. Westlich davon markiere ich eine unbekannte Anlage die ohne Zweifel auch länger aufgegeben ist.
Kurzum, weiterhin, eine spannende Geschichte.
Anmerkend zu Koordinaten
Alle hier publizierten Koordinaten sind mittels Desktoprecherche im beheizten Zimmerchen ausgeknobelt. Auch wenn gewisse Objekte noch heute der Geheimhaltung obliegen bin ich nicht die Erste die dieser Geheimnisse auf die Pelle rückte.
Und wenn Martin Pfister, wie sichs gebührt fürs Bundeschasperli, heute kräftig die Kriegsrhetorik schwingt so bin ich keineswegs die zu verhaftende Spionin. Ich gebe einzig weiter was ich aus etlichen Quellen heraus extrahierte.
Eine wichtig wertvolle Quelle, en grosses Dankeschön in diesem Sinne, Hans Rudolf Schneider mit https://www.festung-oberland.ch
Na weils so schön war, damals Einblicke, jenseits der Touristenrouten, in die Sagenumworbene Gotthardfestung Codename A8583.
Und, um Bildliche Vergleiche zu ermöglichen, eine Artelleriefestung mit Ausstattung. Auch wieder etwas Bilder, diesmal jedoch, da Offiziell, mit Ortsangaben und QGIS-Plänchen.
Am Gotthardpass wirkt auf den stillen Betrachter, die stille Betrachterin, als erstes die zweifelsohne überdimensionierte Trafostation in mitten einiger Bauten.
Nicht unweit die Verteidigungsanlagen aus den Napoleonischen Epoche. In dieser Anlage sind bis in die 2000er verschiedene Ausbauten getätigt worden.
Eine moderne Truppenunterkunft vergammelt vor sich hin in den altehrwürdigen Gemäuern.
Über ein verworrenes System an Stollen sind alle Teile verschiedenster Epochen miteinander verbunden.
Eines dieser Stollen, oder besser beschrien Schacht, führt in die Trinkwasserversorgung.
Im Bild die Zisternenanlage der A8583
Auch die originale Energieversorgung der Festung, Baujahr 1943, ist noch erhalten
inklusive der 3 Dreizylinder Notstromgruppen.
Auf stattlicher Berghöhe Munizionsmagazine, Mitteltüre Zünder, rechts Munition, links Ersatzlafette, rechts kleine Türe Ersatzlauf 11.9er Kanone.
Die verschiedenen Geschützebenen sind mittels Bremsberge erschlossen. Im Bild ein Ersatzlauf auf dem Bremsberg-Rollwagen geschnallt.
Die 11.9er Kanone auf dem Parkplatz hinter der Lafette.
Und das vielbeschriebene Plänchen der Anlage Sasso San Gotthardo A8385.
Die gelben Punkte stellen die Eingänge ins Untertagewerk dar. Rot sind Stollen und Kavernen.
Ein Blick in ein grosses Politikum, ein Politikum umgeben von einem dicken Schleier. Ein scheues Antasten dieses Politikums löste immer wieder eine lustige Welle von durchaus skurrilen Bekanntschaften aus. Ich bin indes, in dieser kleinen Bildserie, voll unwissenschaftlich, keine Ortsangaben, keine Details, voll die Urbanexplorerin.
Schlicht ein Blick in aufgegebene Schweizer Artelleriefestungen. Ein Blick in Anlagen die den Mythos einer Sasso San Gottardofestung ziemlich entzaubert.
Kurzum, en paar Bilder Rubrik Türe stand offen.
Die in den Fels getriebenen Stollen scheinen endlos. Ein Labyrinth aus Versorgungsgängen erschliesst, Spital, Unterkunft, Maschinenhallen, Wasserzisternen, Munitionslager und Gefechtsstellungen.
Treppen erschiessen verschiedene Festungssohlen.
Zugang in eines der Munitionslager.
Und immer wieder Sicherungsstellungen von den Aussenzugängen.
Küche in der Kommando-Kaverne.
Maschinenhalle, Notstrom und Belüftung.
Vertikalblick zu den Trickwasserzisternen.
Umgebaute Geschützstellung, von Bunkerkanone zu MG.
Und der Blick durch die Geschützöffnung aufs längst verwachsene und vergessene Geschützfenster.
Definitiv ein grosses Festungswerk, vergleichbar der Gotthardfestung, mit ebenso markanter Geschichte reichend bis in die 1990er Jahre.
Oder als sich Regierungsräte tief im Berg eingruben.
Da war ich neulich im beschaulichem Luzern, ich unter tausend Touris die mich andauernd fragten wo „the Monument of the Lion“ zu finden sei.
Nun, eine liebenswerte Freundin lebt in mitten touristischer Attraktionen, eine Freundin mit genau solch einer Affinität für Subterranes wie ich. Die Gelegenheit war perfekt um tiefer in den Sonnenberg zu blicken diesmal die Seite West an die Stadt Luzern anschliessend und wenn wir schon dran sind, im kleinen Städtchen leben wahre Maulwürfe, gabs noch weitere Untergründe zu dokumentieren.
Aber erstmals, allen Touris sei gesagt, „the Monument of the Lion“ liegt auf 2’666’267, 1’212’302. Ich besuchte dies, durchaus umstrittene, Löwendenkmal (Antirevolutionäre Message) gefühlt vor 50 Jahren an einer meiner allerersten Schulreisen (Gletschergarten und so).
Klar ist, wenn ich zu Fuss unterwegs bin, ähnlich veranlagt wie meine Bekannte aus Luzern, fallen mir primär alle Untertagezugänge ins Sichtfeld.
(Bildquelle Google Streetview)
So auch der Zutritt nahe dem Löwendenkmal welcher, gemäss weiterer Recherche, in den Löwenbunker führt. Ein kleiner anschliessender Stollen solle gar hinters WC-Häuschen des Löwendenkmals führen, dies zumindest behauptet die Amtliche Vermessung die ich per QGIS nutze.
Weiter geht’s auf Untergrundtourismus-Pfaden
Am Gegenufer der Reuss liegt der Sonnenberg, Objekt zahlreicher Bergwerke (Kohle, Eisen), bis hin zu umfassenden Untertagebauten des Kalten Kriegs. Meine bekannte Tanja leistete in dieser Sache wichtige Reko-Vorarbeit. Im Bildchen zuoberst auf dem Sonnenbergausläufers das Château Gütsch Besitztum des Oligarchen Kirill Androsow. Unser Ziel lag in den Untergründen unterhalb des besagten Schlosses.
Und bald tat sich ein Törchen vor uns aufbäumen welches mich zu tiefem Blick zahlreicher GIS-Dienste veranlasste.
Das Törchen, mit inspirierendem Kaba20-Zylinder, deutet auf spannende Anlagen hin. Durch einen etwas erweiterten Sichtspalt ist eine grössere Druckleitung zu erkennen die ins Dunkle verschwindet.
Eine farblich gepimpte QGIS-Amtliche-Vermessung-Sitzung offenbart interessante Verknüpfungen.
Unser Eingang am Gibraltarrain führt rechtwinklig an den alten Gütschbergtunnel. Dieser Tunnel solle kurze Zeit den Hauptbahnhof Luzern erschlossen haben ehe der Bahnverkehr auf das neuere Gütschbergtunnel-Rohr umverlegt wurde dies so um die 1900er. Ab Beginn des 20. Jahrhundert war die westliche Gütschbergröhre ohne Funktion. Erst mit aufflammenden 2. Weltkrieg erlangte das Gütschbergbauwerk neue Verwendung. Dieser Untertageschlauch, mit zwei Zugängen (Gibraltarrain, Vonmattstrasse) diente ab den 1940ern als Regierungsratsbunker. Im mittleren Teil, so meine Recherchen, lang ein militarisierter Sektor mit Versorgungsinstallationen, stationierten Sicherungssoldaten, Kommando-Büros und sonstiger Armee-Klimbim.
(Geklauter Plan: Luzerner Zeitung)
Im Planausschnitt zu sehen, der sogenannte Stadtstollen welcher am Gibraltarrain mündet. Vermutet war dieser am Ende mit einem Drehteller ausgestattet um manuell einfahrende Kleinlastwagen um 180 Grad zu wenden. Der Sichtbare Stollen rechts im Plan, führt gemäss Amtlicher Vermessung in Haupt-Polizeigebäude. Die nicht weiter sichtbaren zwei Stollenstummel verbinden den alten Gütschbergbahntunnel.
In wie fern diese schöne Anlage,ohne merklichen Ärger zu generieren, erkundbar ist müsste näher begutachtet werden. Immerhin zolle ich dem Haupt-Polizeigebäude-Zweig einen gewissen Respekt.
Nach diesem kleinen Exkurs in die Unterwelten regierender Regierungsräte,
wieder mal en Blick über die Stadt diesmal am oberen Ende des Gibraltarrains.
Und so der Vollständigkeitshalber weitere Bunkeranlagen die ich so auf die Schnelle, Luzerner Zeitung, Amtliche Vermessung heraus kitzeln könnte.
Plan gross machen, Plan anklicken.
Relevante Links zu Sonnenberg von mir (Vorbeiträge Bergwerke)
Eigentlich war ich wieder mal auf Buffalora, den von Cristian freigelegten Stollen Sohle 0 lockte mich. Leider war inzwischen der kleine Durchschlupf ziemlich verfallen und zur Schaufelarbeit fehlte die zweite Person die den Schutt aus dem 4 Meter tiefen Schacht empor hätte ziehen sollen.
Halb so wild, der Spaziergang in solch abgelegenes Eck war auch diesmal die 8 Stunden Autofahrt Wert und es lockten weitere Geheimnisse.
Geheimnisse denen ich, mangels Zeit, nie einen Augenschein schenkte und doch waren diese Mysterien bei jeder Buffalorafahrt wieder präsent meiner Neugierde.
Die Zeit war seit langem wieder gegeben zur ausschweifenden Bergbaufreien Erkundung und etwas Urban-Exen war auch ganz in meinem Sinne.
Wer auf der Ofenpassstrasse kurz vor der Ova Spin Überquerung Richtung Zernez unterwegs ist, dem sei mit Gewissheit die markante Ruine am gegenüberliegendem Hang aufgefallen.
Mein Interesse war längs geweckt also schmiss ich das Auto in einen unauffälligen Parkplatz um die besagte Hangseite abzusuchen. Bis dato hatte ich keinerlei Idee was dies komische für Funktionen inne hatte.
Markant, erstes Detail, etwas was aussieht wie ne Minitruppenunterkunft aus den 1970ern mit den obliganten Privattafeln rund herum. Schnell war klar, hinter dem Zaun war mein Teil des Interesses.
Nicht weit des Truppenhäuschens winkt mir ein Bunker-Minenwerfer entgegen.
Ein paar weinige Meter im Wald fördern weitere Militärhistorische Artefakte zu Tage.
Allerlei Türen, Militärischer Machart, zieren das steile Waldstück.
Eine MG-Stellung liegt im Walde halb vergraben. Mein Kuriosikum war indes, vor lauter Bäumen, noch gefühlt in weiter Ferne.
Doch wer folget dem Wege wird baldig fündig.
Und so stand ich nun da vor diesem, meine Neugierde immer wieder entfachendem, Objekt. Das Teil ist, als kleine Artilleriefestung, getarnt als Burgruine.
Bei näherer Betrachtung sticht die attraktive Bemalung hervor die wahrscheinlich jedem Spion der letzte Funken Neugier entlockte. Fakt ist, die Anlage stand noch bis Ende der 1970er im WK-Einsatz und folglich Klassifiziert.
Den Bunkerfreunden entlockte ich ein Plänchen mit A-Bezeichnungen welches mir als Basis zur Karte diente. Ich tummelte mich zwischen den Anlagen A7633, A7635 und A7632 letzte verfügt über eine neuere 8.4 cm Kanone.
Bei so viel Militärhistorischer Erkundung durfte der Turm am Rande der Ofenpassstrasse kurz vor Zernezeinfahrt nicht fehlen.
Dieser Turm reicht weit zurück in die Geschichte und wird von Campell um 1570 bereits als Ruine beschrieben. Der Turm mit Namen „La Serra“ ist Teil einer alten Talsperre die, so wird erwähnte, um 1499, von Ofenpass her eindringende Feinde hätte abwehren sollen. Die verfallene Anlage wurde während der Bündner Wirren um 1624 erneuert.
Der Turm steht direkt am alten Passweg, oberhalb des Turms liegt die aus dem 19. Jahrhundert stammende, heute noch benutze Ofenpassstrasse.
Im Innern, Blick aufwärts, ist noch die Balkenlage der 1. Etage erhalten. Das Dach stammt aus dem Jahre 1998.
Schönwetter war gestern und Luisa ganz alleine Zuhause also raus aus den Federn zur Festung Ansstein, genannte A6256. Noch immer reizt mich der Einblick in dies Untertagewerk und dies ohne Verletzung hiesig festgeschriebener Paragrafen.
Ergo klettern war, als Alternative zur Akku-Flex, angesagt. Konkret war mein Ziel die Anlage zu befahren über den Notausgang oder über den Beobachterstand dies ganz ohne Gewaltanwendung. Inzwischen kenn ich die Struktur klassischer Reduit-Artillerie-Festungsanlagen recht genau. Jede Festungsanlage verfügt über minimum einen erreichbaren Notausgang, Beobachterklappen und grosse Explosionsdruckausgleichsstollen. Letztere sollten im Falle einer Explosion im Munitionslager den entstehenden Druck nach aussen führen ohne grössere Schäden im Werk zu bewirken. Diese Explosionsdruckausgleichsstollen sind die Achillesferse einer jeder Festung weswegen diese meist gut getarnt und unerreichbar angelegt sind. Anders bei den Notausgängen respektive bei den Beobachterständen diese sollten eine effiziente Evakuation der Festungsanlage möglich machen.
Von der Strasse aus sind einige Gefechtsstände gut sichtbar in der Felswand, Blick West zu Ost. Nach Grundriss Vorbeitrag ist, sehr spekulativ, die MG-Stellung mit Beobachtertor und Panzerabwehrkanonenstellung oberhalb der Panzersperre lokalisierbar.
Die Sicht vom kleinen Fürstentümchen in die Schweiz,
Nord-Süd-Blick, offenbart die zwei Bunkerkanonen 7.5cm sowie den möglichen
Beobachterstand in der Mitte. Alle diese Stellungen sind ohne Seil kaum
erreichbar. Die linke Stellung dürfte gemäss Grundriss den Explosionsdruckausgleichsstollen
beherbergen. Kurzum, für mich an nem Samstagnachmittag unerreichbar, die Flex
ist da die deutlich sinnvollere Alternative.
Trotzdem ich machte mich an die Westflanke und folge minutiös der Felswand die gut verborgen, im Urwald, kaum zu erreichen war. Meine Hoffnung irgendwo ein Aufstieg in den Notausgang zu finden hielt sich immer noch hartnäckig fest in meinem Köpfchen. Früher waren die Gefechtsstände mit Tarnungen ausgestattet die, vor Schussabgabe, teilweise von aussen her bedient werden mussten. Meistens waren die Stände über abenteuerliche Steigen erschlossen.
Doch die Steigen, konventionelle Leitern, waren alle samt
demontiert. Manchmal gelang mit das Hochklettern unter beizug diverser herum
wachsender Bäume und Sträucher, auf ein nächstes erfolgsversprechendes
Felsbänklein.
Nach kurzer Sporteinlage gelangs mir eine der zwei
PAK-Stellungen zu entern doch noch immer war ich kilometerweit vom Notausgang
entfernt. Der geschlossene Panzerdeckel schien auch gänzlich unverrückbar den zustieg
zu erschweren.
Fazit, einige Positionen wären mit Seilsicherung durchaus save zu erreichen doch, allen Anschein nach, sind die Öffnungen, von innen her, verschweisst was etwas Arbeit am Fels nötig macht. Der Einstieg ins Felsenwerk gelang mir nicht doch, wo ich konnte, schickte ich die Fotomaschine auf Forschungsmission.
Im Bild die Eingangshalle des, erstaunlich schlecht gesicherten, Eingangs in die Festung. Soweit erkennbar sind alle Installation demontiert, was sich mit meinem Wissensstand deckt. Auch ein ABC-Vollschutz ist nicht zu erkennen, keine Drucktüren.
Aber, trotz verborgener Einblicke, sind mir viele neue interessante Details ins Auge gestochen die in etwa die Funktion und die Verteidigung solch eines Werkes veranschaulichen.
Um die A6256 gruppieren sich etliche Infanterie-Einrichtungen die Einblicke über die Aussenverteidigung und deren Schwachstellen geben.
Zweifelsohne, auch der durchtrainierteste Füssel ist
irgendwann mal müde. So wies aussieht ist der zugeschweisste Deckel in der
Wiese, nahe der A6256, die Unterkunft für die Sicherungskompanie welche für die
Aussenverteidigung zuständig war.
Um die Festung sind diverse kürzere Stollen in den Berg
geschlagen. Teilweise sind diese Bauwerke mit Schiessscharten bestückt.
Auf meiner Reise sind mir 5 solcher Infanteriestellungen aufgefallen.
3 postieren sich ums Eingangsportal und
zwei solche Stellungen sichern die A6256 Zufahrtsstrasse.
Stand der Vegetation gestern Nachmittag, vom Norden her
kommend, wär mir, rein taktisch betrachtet, mit einer kleinen Handgranate, die
Überraschung richtig gelungen. Ergo liegt zwischen Panzersperre und Felswand
eine optimale Vegetationsdeckung die per se so eine Festung ziemlich verletzlich
macht. Gut zu wissen dass solch Bauwerke, im Zeitalter der Uranmantelmunition,
definitiv ausgedient haben.
An dieser Stelle die Gesamtansicht im Flugbild. Kein Zweifel, ich bin sicher nicht die Erste die solch eine Zeichnung erstellt. Wahrscheinlich lagern einige Zeichnungen dieser Anlage in etlichen Archiven militärischer Nachrichtendienste. Die A6256, zur Sarganser-Gruppe gehörend, war lange strategisch ein interessantes Bauwerk. Einige der Sarganser Felsenwerke sind noch in den Jahren um die 1990, Kalter Krieg, auf ABC-Vollschutz umgerüstet worden. Die A6256 indes, blieb, soweit ich dies beurteilen kann, auf Stand 1940.
Trotzdem, rein Militärhistorisch ein repräsentatives Stück Reduitgeschichte.
Zweifelsohne, ich bin eine neugierige Person, wahr ich schon
immer.
Und was mich nicht heiss macht, macht mich umso heisser.
Aber erstmals von Anfang an,
Es war der 27.3.2010 und ich, als noch IG BDSM-Präsidentin,
so ziemlich auf der Suche nach dem Partylokal schlechthin, für die weitere,
qualitativ gelungene BDSM-Party. Damals war ich, so nebenbei als
Zweitbeschäftigung, ganz der Militärhistorik hingeben.
Eines der unscheinbaren Orte die meine Aufmerksamkeit
erregten war damals die kleine Zufahrt zur, bis anhin mir unbekannten,
Artelleriefestung Ansstein.
Die kleinen aber frechen Panzersperren hatten meine Fantasie
entzündet.
Und auch der Eingang mit Sicht auf die 414er Balzers St. Luzisteig
schien wie geschaffen für die Sackgeile SM-Party.
Meine Idee der Stillvollen Party, mit etwas zurückgeschraubten BDSM-Formulierungen, teilte ich, mit einer Zuständigkeitsanfrage, den, mir bis anhin, einzigen bekannten Festungsoberguru Herrn Hans Rudolf Schneider, Macher der Seite www.festung-oberland.ch mit.
Nun die Zeit verstrich und es meldeten sich, per Mail, Bündner
Obrigkeiten die mich nach der Herkunft
meines Wissens fragten. En kleiner Moment dachte ich, ich wäre ne ganz grosse
Nummer im internationalem Spionagezirkus.
Wie ich letztlich beim Kommandant des Kommandos der Führungsunterstützungsbasis SKS Oberst i Gst Werner Heeb landete ist mir heute nimmer so eindeutig klar. Tatsache ist jedoch dass dieser, wohl verstanden recht symphytische Herr, mich, auf ein freudiges Kennenlernen, ins Ausbildungscamp der Führungsunterstützungsbasis bei Rümlang einlud.
Als Zivilistin, mir solch Einblicke gewährt, füllte ich mich
ohne Umschweife, zutiefst geehrt also montierte ich die wahrscheinlich
steilsten Schuhe und den kürzesten Rock den ich finden konnte, zu solch
Meeting.
Die Geschichte blieb spannend, und des Respekts willen, ab
jetzt, tief in der Geheimhaltungsspalte.
Kurzum, meine kommende Station, die ich mit Handverlesener
Delegation besuchen durfte, war das
Festungswerk A6225 Tschingel, die Festung aller Festungen.
Damals, Oktober 2010, und ich nippe genüsslich am
Bunkerwein.
Zur SM Party kams nie und die Geschichte schien, mit dem
Ende meiner Führungsposition in der IG BDSM, ein definitives Ende zu nehmen.
Doch gestern erinnerte ich mich, bei der rasanten Fahrt die
St. Luzisteigstrasse hinunter, an dies Felsenwerk-Projekt und klar musste ich
wieder zwischen den Zaundrähten hindurchkriechen.
Die Panzerspeere steht noch immer frech in der Zufahrt.
Klar, meine Neugierde war wieder entflammt denn damals waren die Ereignisse,
rund um meine Anfrage, durchaus Spekulationswürdig doch irgendwie verhangte ich
zu jener Zeit an anderen Geheimnissen. Gestern
nun rekapitulierte ich wieder das erlebte und ich folgte dem, inzwischen rege
überwuchertem Weg.
Diesmal, mit den Augen einer Bergbauforscherin, erkenne ich
zunehmend interessante Betonteile im wuchernden Urwald.
Auch das markante Eingangsportal steht noch nur die
Landwirtsschaftsmaschinen sind weg.
Und im Detail scheint sich niemand am Tor, respektive an den 3 eher schlecht gebratenen Schweissnähte, zu schaffen gemacht haben. Naja, die Dorfjugend ist, in der heutigen Smartphöne-Betörungszeit, auch nimmer dass was unsere Generation noch drauf hatte.
Tatsache ist, ich war nicht drin und wenn ichs wäre so gebe
es reichlich Leute die mir dies richtig übel nehmen täten.
Trotzdem wollte ich etwas das Innenleben erkunden und schneiderte aus mir bekannten Infos, hauptsächlich aus www.festung-oberland.ch , en Plan.
Das Werk war eher grösserer Bauart und sollte, als Teil der
Speerstelle Ansstein, den Zustieg über Lichtenstein nach St. Luzisteig sichern.
Die Festung ist Teil der Sargansergruppe und heute deklassifiziert.
Mein Plan auf die Karte übertragen zeigt die Position rechts
der Strasse 414.
Gleicher Plan aufs Flugbild übertragen gibt weitere interessante Details frei die gewiss noch einen genaueren Augenschein erfahren dürften. Insbesondere die Position Notausgang könnte, nach dem Moto, das Tor stand offen, eine kleine Klettertor wert sein.
Kurzum, Militärhistorik ist keineswegs meine Königsdisziplin doch all die erfahrenen Umstände lassen die Phantasie richtig aufbegehren und vielleicht ist mal zwischendrin die Dorfjugend, soferns diese noch gibt, kreativ, bis dahin bleib ich Büsi.
Es treibt mich die immerwährend sportliche Freundin zu ebenwürdigen Leistungen, also versuch ich 2 mal die Woche den Üetliberg zu erklimmen.
Hoch über Zürich sind einige interessante Details die, klar mir als Bergbauforscherin, irgendwie magisch anziehen. Ohne irgendwelche hochstehende Erklärung stampf ich mal wieder eine lustige Bilderreihe in mein Blog.
Wie so jede grössere Stadt hat auch das bescheidene Zürich ein Rundfunkturm stehen. Um dies Bauwerk finden sich verschiedene Lüftungstürmchen im eingezäunten Waldboden.
Der Blick ins Kantonale Kataster-GIS zeigt die rot schraffierte Fläche der vergrabenen Geheimnisse. Zum harmlosen Fernseherturm dürften sich, soviel steht fest, weitere Militärische wie Zivile Geheimnisse moderner Rundfunktechnik tief im Erdreich verbergen. Denn, seit der Annaburgbesetzung um ca. 1987 wissen wir das mysteriöse Polizeistellen bevorzugt auf dem Üetliberg aufwendige Funküberwachungsanlagen pflegten. Da um die Antenne herum die Farbgebung der Auftagegebäude im dezenten SBB-Grün oder Herbstgelb erleuchtet, könnten auch periodisch einige Uem-Spezis den Untergrund aufsuchen.
Nicht unweit des Turmes mit Supplement, dem Weg folgend, wird mir aufmerksam, ein weiterer Untergrund.
Ein kleines Stahltörchen ganz alleine im Wald kündigt ein, zu erforschendes, Unterwerk an. Bereits die Ansicht des Torumfassenden Betons lässt ein Wasserspeicher vermuten.
Doch so richtig genau weiss ichs erst nach Öffnung der Stahltüre. Es ist ein Wasserreservoir Quadratisch rund 5 x 5 x 5 Meter ohne Wasser dafür mit komplett durchgerosteten Eiseninstallationen. Im GIS ist dieser Bau nimmer Dokumentiert und so wies aussieht ist dieser Tank länge Jahre bereits leer und verlassen.
Nicht weit des Reservoirs find ich die, damals dazugehörigen Nutzern, im Traum eines jeden Eigenheimbesitzers. Schmucke Waldhäuschen, 4 in der Zahl kleben am Nordgrat des Üetlibergs. Wie die Häuschen an so exklussiver Lage zu stehen kamen und wer diese Besitzt war nicht zu klären. Einst standen 5 dieser Häuschen wovon eines dem Feuertod zum Opfer viel. Dieses 5. steht seit vielen Jahren in zögerlicher Neuaufbauphase. Heute dürften die Häuser, in denen ich nie Spuren eines Bewohners erblickte, mittels Druckerhöhungspumpe, zum begehrten Wasser kommen.
Wer die Häuser bewohnt und wem diese gehören weiss auch das KatasterGIS nicht zu beantworten. Die Geschichte um das ähnlich gelagerte Haus Annaburg, welches um 1990 dem Abbruchbagger zum Opfer fiel, beherbergte sehr viel Tragik in deren Ursprüngen um die Jahre um den Beginn des 20. Jahrhunderts. Meine Häusergruppe stammt, so wills das GIS ZH wissen, auch so aus den Jahre 1876 bis 1900.
Zweifelsohne, nicht fern meines Wohnortes und oft an meiner Wandertrainigsroute finden sich nicht minder interessante Untergründe. Diese Unterwelten jedoch gründen auf eine gewollte und zum Glück nie benutze Verteidigungslinie während des 2. Weltkriegs.
Das besagte Stollenwerk am Uetliberg ist mir bekannt als altgedientes Klo worauf ich auf einen weiteren Besuch geflissentlich verzichtete.
Denn, es gibt auch weitere, sehr engagierte Untergrundforscher mit exzellenten Publikationen.
Genannt in diesem Zusammenhang die „Die Verteidigungswerke der Stadt Zürich“ von Matthias Dürst und Felix Köfer
Oder die wohl heute in die Jahre gekommene Befestigungslinie an Orte des globalen Uninteresses.
Es war wieder einst ein Wochenende ohne Stollen und doch trieb mich magisch die Neugierde in solch hohe Bündner Gefilde. Anfänglich genussvoll schlürften wir, meine Holde und ich, an Monsteiner Weizen, anschliessend sollte das Essen nicht lange auf sich warten und nach gefülltem Magen war der längst vermisste Pass des Albulas gewünschtes Reiseziel unser beiden.
Auf der Fahrt dort inne das scharfe Auge meiner Liebsten die Steine in eigenartig geordnet militärischer Formation erkennt.
Die genaue Analyse zeigt Eindeutiges, hinter den Hauptverlesen-formierten Steinen verbargen sich einst schwere MGs. Deren 3 plus Beobachterluke vermute ich hinter schwerer Panzerung.
Die geordneten Felsbrocken lassen sich mittels Seilzug genauso geordnet anheben und, wie genannt, dahinter, hinter fetter Panzerung, die Geschützstellungen.
Der Blick des damaligen Infanteristen neigt geradewegs ins Albulapässchen.
Nicht minder interessant die Hinteransichten des Bunkerkolosses . Auch hier sei höchste Kunst in Tarnung und Aussehen gesetzt worden.
Hinter Felsfarbene Türe findet sich der Einstieg ins Geheimnis und da geschlossen obliess ich des Hausfriedensbruchs stattdessen sande ich den Fotoautomat aus Erkundungsmission.
Hinter den zwei Steinverzierten Türen, durch ein schmaler Spalt fotografiert, zeigt sich der Einstieg ins Geschützreich.
Wer nun glaubt dies sei einziges Drohnenfutter täuscht. In näherer Umgebung sind einige Spuren übereifriger Infanteristen auffindbar. Etwa zwischen Strasse und Wanderweg zu finden verstürzte Schützengräben.
Hoch oben in den Hängen des Albulatals thront eine weitere Stellung, annehmend ein einsames Rak, auf 782725 / 161650 / 2293.4 m oder gar zweiter Beobachter. Ob dieser Posten wie auch die gesamte Stellungsanlage das geteilte Graubünden vor möglichen Angriffen schützt, tue ich heute ernsthaft anzweifeln.
Diese Relikte stammen aus längst verschollenen Tagen grossflächiger Panzeroffensiven. Heute wagt sich kaum schweres Menschengefahrenes Geballer über die unwirkliche Steinwüste des Albulapasses. Nicht mal abtrünnige Engadiner wären gelüstet die hinter liegende Schweiz zu attackieren.
Einzig bleibt uns Verrückten interessantes Studienobjekt für kommende Ausflüge.
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