Monat: August 2025

Pompeyo

Bei schönen Wetter und noch schönerer Erinnerung ist mir nach kleinem Reiseberichtchen an Orte vergangener Industrietätigkeit. Genannt die umfangreichen Installationen des kolonialen Eisenerzbergbaus um die Jahre 1910 im Gebirge von Olula del Castro / Almeria. Quasi an dieser Stelle das fehlende Puzzleteil der Bergbauanlage Arroyo del Verdelecho

Secundo Pompeyo

Über Flurnamen lässt sich bekanntlich reichlich streiten. Ob das bekannte Industriedorf Pompeyo heisst oder doch eher den älteren Namen Mina La Vinagre trägt, ist nie restlos geklärt worden. In den Jahren zwischen 1890 und 1920 herrscht reger Wildwuchs im Gebirge. Wer Grundbesitzend ist beantragt eine Minenkonzession in der Hoffnung diese für teures Geld den Britischen Bergbauunternehmen weiter zu verpachten. Die Minen scheitern kläglich am Ertrag und die lokalen Grundeigentümer, mit kaum Pachtzinseinnahme,+ enden als definitive Verlierer im Kapitalmonopoly.

Fact ist, den Engländer investieren massiv in Geräte und Installationen der Ertrag indes lag in bescheidenem Rahmen. Was noch Wert hatte wurde bei Betriebsaufgabe demontiert und weiter verhökert. Die Minen lebten nur kurze Zeit.

Näher hier beschrieben, die Installationen Mina La Vinagre respektive Pompeyo wovon Pompeyo zwei bekannt sich, Pompeyo I der südliche Erzgangeinstieg und Pompeyo II die Schachtanlage und Seilbahninstallation auf dem Plateau Penicula.

Secundo Pompeyo

An besagtem Plateau entstand in den Jahren zwischen 1900 und 1920 ein umfangreiches Bergbaudorf mit verschiedener Wohn und Industriebauten.

Secundo Pompeyo

Auf Pompeyo ist, neben einer klassischen Förderanlage, ein Dampfbetriebener Seilbahnantrieb gebaut worden. Dieser Antrieb, rechts im Bild die Maschinenhalle, sollte die beladene Erzseilbahn über den kleinen Hügel in Richtung Arroyo del Verdelecho hieven.

Secundo Pompeyo

In der Maschinenhalle liegt noch ein breites Sammelsurium verschiedenster Ziegelerzeugnisse aus der Epoche 1910.

Secundo Pompeyo

Die Anlagen verfügten über einen zentralen Dampfkessel welcher die rundum verteilten Maschinen mit Druckdampf versorgte. Im Bild die drei noch stehenden Druckleitungsstützen und im Hintergrund das Steigerhaus.

Secundo Pompeyo

Übersicht Aussenanlagen, gross machen, anklicken.

Die Schachtanlage ca 60 Meter tief, fuhr 3 Sohlen des vertikalen Erzgangs an. Ob weitere Zugänge ins Schachtsystem existieren ist nicht weiter überliefert. Klar ist, der besagte Erzgang ist von diversen Bergwerken aus angefahren worden. Alle diese Arbeiten bewegten sich mehrheitlich in der Zeitepoche zwischen 1899 und 1940.

Auch zum Erzgangverlauf liegen widersprüchliche Angaben vor. Insbesondere die Verlaufswinkel änderten immer wieder je nach Jahrgang der geologischen Untersuchung.

Gruben Olula del Castro

Eisenerzgruben Olula del Gastro , gross machen, anklicken.

Heute glaube ich die Zusammenhänge und den resultierenden Erzgangverlauf recht genau zu kennen. Die Bergbauspuren, teilweise sehr alte und nicht datierbare, weisen auf einen eindeutigen Erzgangverlauf hin.

Es sind zwei Haupterzgänge südlich von Olula del Castro bekannt. Gang Arroyo del Verdelecho und Gang Pompeyo beide Gänge sind an verschiedenen Stellen angefahren.

Erzgang Pompeyo

Eine Halde, 40 Meter unter Schachtkopf Pompeyo, stimulierte unsere Neugierde ganz besonders. Dieser Stollen liegt etwas oberhalb im Bett des Arroyo del Verdelecho auf Höhe der verlassenen Hausgruppe Huelga del Medico.

Lieder war der dazugehörige Stollen im Jahr 2024 verschüttet. Im Jahr 2025 indes waren wir mit Schaufeln ausgestattet.

Erzgang Pompeyo

Und tatsächlich, dank einiger helfenden Händen, gelang der Einstieg ins System bis an den, im rechten Winkel dazu stehenden, Erzgang.

Erzgang Pompeyo

Der Stollen war über die gesamte Länge mit, aktuell rückgebauten, 60er Schienen ausgestattet. Zwei Einbrüche erschweren den Zugang. Ab zweitem Einbruch liegt eine CO2-Belasstung von 4 Volumenprozent, steigender Tendenz, auf.

Der Erzgang ist ziemlich zusammengefallen potentiell jedoch mit Atemschutz fahrbar.

Hulega del Medico

Weiter, dem Tal Arroyo del Verdelecho folgend, Bildmittig, der kleine Weiler Huelga del Medico.

Auf Bachboden sollen einst Maultiere Erze vom Bremsberg Cristina in die Anlage Röstofenanlage Arroyo del Verdelecho transportiert haben.

Mina Cristina Verlader

Nicht unweit von Olula del Castro steht am Talboden, Ende des Bremsberges,  die Silo und Verladeanlage Cristina.

An dieser Stelle einige Worte der Warnung!

In beiden Erzgängen haben wir hochtoxische CO2 Konzentrationen beobachtet.

CO2 in Pompeyo

Alle Werte ab 3 Volumenprozent CO2 sind hochtoxisch und können zu Bewusstlosigkeit und Tod führen. In beiden Erzgängen ist äusserste Vorsicht angesagt, allgemeine Speleovertikal-Auf und Abstiege sind definitiv zu unterlassen. Die Verbindung zwischen Schwefelhaltigem Erz und organische Fledermausscheisse begünstigt die CO2 Bildung.

Vorbeiträge

Arroyo del Verdelecho

Eisenminen Gergal und Olula de Castro

Tiergarten

Wenn Luisches Neugierde getriggert wird.  

Und wieder mal eine „es-war-einmal-Geschichte“ mit viel Bildmaterial aus meiner Abenteuer-Cam.

Kurz vor meinem 60sten war mir nach Erkundungstouren.  Einige Untertagebaustellen langen lange auf meiner Warteliste und das Wetter wirkte zu unstabil um mich in die Mürtschenalp zu verkrümeln. Da war sowas was immer wieder bei A3-Fahrten aufpoppte und nie eine tieferreichende Erkundung erfuhr. Und am Gegenende des putzigen Hügels warten einige Urbanlegenden, des Kalten Krieges entstammend, auf tieferreichende Erspähung.

Also los, eine kleine Geschichte,

Der Ort nennt sich Tiergartenhügel und, fahrend auf der A3 nahe Mels im Blick zum Seitenfenster heraus, sticht ein markanter Steinbruch hervor.

Google-Street-View, A3 Richtung Süden kurz vor Mels.

Im Steinbruch ist scheu eine Untertageöffnung mit  Stahltreppe zu erkennen doch bei schneller Autobahn-Fahrt kaum genauer analysierbar.

Etwas gemächlicher von der Hügel-Rückseite aus betrachtet klaffen einige interessante Tore aus dem Fels heraus.

Tiergarten Mil-Kaverne

Die Tore sind eindeutig militärischen Ursprungs und aktuell deklassifiziert denn die zivile Nutzung, Käselager und Weiteres, ist teilweise äusserlich, per Hinweistafel, ersichtlich.

Trotzdem, der Hügel hat noch viel zu bieten, und eine genauere Internetrecherche fördert wiederum sehr Interessantes zu Tage. Also Gelegenheit um dem Hügel und die nähere Umgebung genauer in Augenschein zu nehmen.

Tiergarten Steinbruch

Amtliche Verbote sind mein absoluter Trigger. Bei solch Hinweistafel packt mich die Forschungslust  richtig intensiv und da ich je kein Fest veranstaltete hatte ich auch nichts zu befürchten.

Klar ist, mein erster Gedanke schweifte in Richtung ausartetende  Goa-Partys. Ein durchaus verlockender Gedanke.

Tiergarten Steinbruch

Bald stehe ich im Steinbruch und dies ohne irgend eine Abschrankung zu überklettern geschweige den irgend en Verbot zu missachten. Ganz neue Sitten fürs Luischen.

Die ins Dunkle führende Metalltreppe ist schnell gefunden und der Aufstieg überraschend bequem.

Tiergarten Steinbruch

Im Innern  ist, entgegen meinen Erwartungen, ein Umfangreiches Partygemäuer aufgebaut. Etliche Terrassen, unterbrochen von zahlreichen Bar-Konstruktionen, zieren die Untertagehallen. Hinter den Einbauten steckt, wie ich an einer betonierten Inschrift ermitteln kann, der Feuerwehrverein Heligkreuz-Mels.

Angesichts der Tatsache dass in Untertageanlagen, so ziemlich jede bewilligende Behörde ein latentes Problem hegt, dürfte dies Verbot sich hauptsächlich auf den Feuerwehrverein beziehen. Also leider doch keine arschgeil ausufernde Goa-Party.

Doch trotz fehlender Goa-Party, weitere Attraktionen liessen nicht lange auf sich warten.

Bei Autobahnfahrt sichtbar, das verfallene Steinbruchgebäude.

Tiergarten Steinbruch

Im Innern antike Maschinen vom feinsten. Als wär kunterbunt die Zeit stehen geblieben, findet sich ein Sammelsurium verschiedenster Geräte aus eben so verschiedenster Zeitepoche.  

Tiergarten Steinbruch

Ein reges Durcheinander sorgt für erschwerte Fortbewegung innerhalb des Steinbruchgebäudes.

Tiergarten Steinbruch

Die beiden Druckgefässe legen den Schluss nahe das im Gebäude hauptsächlich Pressluft hergestellt wurde. Trotzdem sind an den beiden geglaubten Kompressoren einige Ungereimtheiten verbaut die mein technisches Verständnis leicht überschreiten. Zuweilen einer der Hauptkompressoren mit Exzenter-Steuerung ausgestattet ist, was ich bisweilen einzig von der Dampfmaschine, Dampflok kenne.

Tiergarten Steinbruch

Neben der Kompressorhalle liegt eine feine mechanische Werkstatt mit aller nur erdenklichen Werkzeugmaschinen, Baujahr maximal 1940. Leider ist in dieser Arbeitsstätte, Dach und alles oberhalb, in sich zusammengefallen.

Nach lustiger Steinbruchbesichtung  bestieg in den Tiergartenhügel um mir einen Gesamtüberblick zu verschaffen.

Tiergarten Steinbruch

Die südliche Ansicht vom Hügel herunter zeigt einiges an Militärbauten respektive ehemalige Militärbauten. Vieles bleibt noch verborgen andere Objekte sind, wie zu erkennen ist, aus der Geheimhaltung entlassen.

Im Tiergartenhügel sind einige von Süden her zugängliche Lagerkavernen geschlagen worden.

Tiergarten Mels

Die Amtliche Vermessung spezifiziert die nicht weiter als Geheim klassifizierten Stollen als Untertagebauten.

Fest steht, hinter dem Tiergartenhügel befindet sich eine wichtige Versorgungslogistik in ungeahnter Grösse. Einige, im gegenüberliegendem Fels versteckte Anlagen, sind wahrscheinlich immer noch als aktive Armeelogistikbauten ausgewissen.  

Ich vermute dass die Anlagen zur Versorgung der Sarganser Festungs- und Sperrstellen-Gruppe dienten und das Ende der komplexen Not-Transportstrecke Riesetenpass / Pragelpass war.

Sarganser Gruppe

Die Sarganser Gruppe, ein Relikt der Reduit-Strategie die bis weit in den Kalten-Krieg hinein bestand hatte. Auf meiner Karte die mir bekannten grösseren Anlagen die noch zu meiner Dienstzeit aktiv waren. Oben Links die Punktegruppe rund um die A6445 sind die Tiergartenbauten.

Und des Vergleiches Willen,

Tiergarten

Luftbild 2005  vs

Tiergarten

Luftbild 1942, klar ersichtlich hierbei, der Steinbruch war einst viel grösser. Auch klar erkennbar, die Zufahrtsrampe der Logistikkaverne, bildmittig auf der Hügelsüdseite.

Der Steinbruch, soweit ich erfahren habe, gibt’s seit über 150 Jahren (1854). Heute wird dieser von Ackermann Bau bewirtschaftet.

Guadix

Eine kleine Bildliche Rundreise aus Luisas Almeria 2025-Abenteuern. Guadix die Kleinstadt die zu grossen Teilen aus Wohnhöhlen besteht, besticht durch einige Sehenswürdigkeiten die das Herz eines jeden Urbanexplorers in Rage versetzt. Aber auch die nähere Umgebung kennt einige Industriegeschichtliche Hinterlassenschaften mit durchaus spannender Geschichte.

Guadix

Alte Industrieanlage am Bahnhof.

Guadix am Bahnhof beginnt meine Reise. Während ich auf die Ankunft eines Freundes wartete blieb genügend Zeit um diesen magischen Ort etwas näher zu erkunden. Ein Ort welcher in römischer Zeitepoche, dank umliegender Kupfer, Blei, Silber-Minen, zu Glanz und Mächtigkeit aufstieg. Guadix indes auch längst verwelkt, ein Paradies der Urbanexplorer und Bahnfetischisten. Die um 1895 fertiggestellte Bahnlinie „Linares Baeza-Almería“ bescherte der Kleinstadt, auf Kilometer 151,142 ab Linares Baeza gelegen, ein beispielloser Industrialisierungssprung. Noch heute sind die Relikte einer grossen Industrieepoche allgegenwärtig ums Bahnhofsareal verstreut.

Guadix

Der Kran an den aufgegebenen Lokwerkstätten steht noch immer.

Guadix

In den 1920er genoss die Bahninfrastruktur ein kräftiges Update. WC-Gebäude, Bar und ein kleiner Park gruppierten sich südlich der Geleise. Der Koloniale Bergbau, angeführt von den Briten, ist in dieser Zeitepoche in vollem Gange. Heute sind Park und Gebäude vergessen und vergammelt. Die Natur erobert sich die Flächen zurück.

Nicht unweit des Städtchens liegt ein Relikt früherer Kupferproduktion. Die Ursprünge dieser Kupferabbaustelle am Fusse der Sierra Nevada reichen bis in die Römerzeit. Die Betriebszeit der „Mina Santa Constanza“ endete um die 1960er.

Mina Santa Constanza

Oft fotografiert, das markante Fördergerüst im Zentrum des Industrieanlage.

Mina Santa Constanza

Etwas die Hügeln hinaufsteigend wird der gesamte  Bergwerksbetrieb sichtbar. Links hinten, die Kupferschmelze, mittig die Förderanlage, Vordergrund, Lastwagenrampe.

Etwas östlich gelegen, nur wenige Kilometer vom schmucken Kupferwerk entfernt, klafft eine wuchtige Öffnung im Boden.

Minas de Alquife

Dies Loch, respektive diese Locher, teils Kilometer breit und einige hundert Meter tief, sind die letzten Überbleibsel des kolonialen Eisenerzbergbaus. Die Bergwerke sind traditionell in zwei rivalisierende Gesellschaften aufgeteilt demzufolge nennt sich die eine Grube „Minas del Marquesado“ die andere Grube tragt den Flurnamen „Minas de Alquife“. Obschon beide nebeneinander liegen haben beide Betriebe eine eigene Bahnlinie.

Die Minas del Marquesado sind heute wieder teilweise reaktiviert und auf Prospektion von seltenen Erden.  Die Minas de Alquife sind indes mehrheitlich verfallen obschon die Anlagen teilweise aneinander verwoben sind.

Minas de Alquife

Minas de Alquife Werksgebäude.

Minas de Alquife

Innenansichten.

Minas de Alquife

Bohrjumbo aus den 1970ern.

Die Bergwerke waren in meiner Kindheit, in den 1990, als mächtige Eisenerzlieferanten bekannt. Insbesondere die endlos wirkenden Erzzüge die durch Gador rumpelten  sind meinem Gedächtnis tief vermerkt.

Minas de Alquife

Beide Bergwerke besassen eigene Bahnlinien wovon die einte, Minas del Marquesado, bis gegen Ende der 1990er gepflegt wurde. Die zweite, früher stillgelegte Bahnstrecke, ist in etlichen Sergio Leone-Western verewigt. Im Bild der Zugang ins Minengelände Minas del Marquesado übers neuere Bahntrasse.

Bahnhof Huéneja-Dólar

An der Anschlussstelle Bahnhof Huéneja-Dólar steht noch der letzte vollgeladene Erzzug.

Bahnhof Huéneja-Dólar

Im Innern der Silowagen feinstes Roherz aus den Marquesado-Gruben.

Und der Vollständigkeitshalber, eine weitere Mine aus der Region die in der Neuzeit ein erneutes Revival erlebte.

Minas Las Piletas

Die Rede ist vom Bergwerksbetrieb Las Piletas mit schöner Schachtanlage.

Aktuelle Webseite der Bergwerksgesellschaft https://www.oxidosferricos.com/3rd-project

Und kleine Karte zu den einzelnen Standorten.

Guadix

In diesem Sinne, jene die all die Orte aufsuchen, viel Spass.

Sasso San Gottardo

Na weils so schön war, damals Einblicke, jenseits der Touristenrouten, in die Sagenumworbene Gotthardfestung Codename A8583.

Und, um Bildliche Vergleiche zu ermöglichen, eine Artelleriefestung mit Ausstattung. Auch wieder etwas Bilder, diesmal jedoch, da Offiziell, mit Ortsangaben und QGIS-Plänchen.

Sasso San Gottardo

Am Gotthardpass wirkt auf den stillen Betrachter, die stille Betrachterin, als erstes die zweifelsohne überdimensionierte Trafostation in mitten einiger Bauten.

Sasso San Gottardo

Nicht unweit die Verteidigungsanlagen aus den Napoleonischen Epoche. In dieser Anlage sind bis in die 2000er verschiedene Ausbauten getätigt worden.

Sasso San Gottardo

Eine moderne Truppenunterkunft vergammelt vor sich hin in den altehrwürdigen Gemäuern.

Über ein verworrenes System an Stollen sind alle Teile verschiedenster Epochen miteinander verbunden.  

Sasso San Gottardo

Eines dieser Stollen, oder besser beschrien Schacht, führt in die Trinkwasserversorgung.

Sasso San Gottardo

Im Bild die Zisternenanlage der A8583

Sasso San Gottardo

Auch die originale Energieversorgung der Festung, Baujahr 1943, ist noch erhalten

Sasso San Gottardo

inklusive der 3 Dreizylinder Notstromgruppen.

Sasso San Gottardo

Auf stattlicher Berghöhe Munizionsmagazine, Mitteltüre Zünder, rechts Munition, links Ersatzlafette, rechts kleine Türe Ersatzlauf 11.9er Kanone.

Sasso San Gottardo

Die verschiedenen Geschützebenen sind mittels Bremsberge erschlossen. Im Bild ein Ersatzlauf auf dem Bremsberg-Rollwagen geschnallt.

Sasso San Gottardo

Die 11.9er Kanone auf dem Parkplatz hinter der Lafette.

Und das vielbeschriebene Plänchen der Anlage Sasso San Gotthardo A8385.

Sasso San Gottardo

Die gelben Punkte stellen die Eingänge ins Untertagewerk dar. Rot sind Stollen und Kavernen.

Der Vollständigkeitshalber, der betreuende Verein des Felsenwerks https://www.sasso-sangottardo.ch

In diesem Sinne, es Dankeschön für die gewährten Einblicke.

Als die Schweizer sich eingruben

Ein Blick in ein grosses Politikum, ein Politikum umgeben von einem dicken Schleier.  Ein scheues Antasten dieses Politikums löste immer wieder eine lustige Welle von durchaus skurrilen Bekanntschaften aus. Ich bin indes, in dieser kleinen Bildserie, voll unwissenschaftlich, keine Ortsangaben, keine Details, voll die Urbanexplorerin.

Schlicht ein Blick in aufgegebene Schweizer Artelleriefestungen. Ein Blick in Anlagen die den Mythos einer Sasso San Gottardofestung ziemlich entzaubert.

Kurzum, en paar Bilder Rubrik Türe stand offen.

Die in den Fels getriebenen Stollen scheinen endlos. Ein Labyrinth aus Versorgungsgängen erschliesst, Spital, Unterkunft, Maschinenhallen, Wasserzisternen, Munitionslager und Gefechtsstellungen.

Treppen erschiessen verschiedene Festungssohlen.

Zugang in eines der Munitionslager.

Und immer wieder Sicherungsstellungen von den Aussenzugängen.

Küche in der Kommando-Kaverne.

Maschinenhalle, Notstrom und Belüftung.

Vertikalblick zu den Trickwasserzisternen.

Umgebaute Geschützstellung, von Bunkerkanone zu MG.

Und der Blick durch die Geschützöffnung aufs längst verwachsene und vergessene Geschützfenster.

Definitiv ein grosses Festungswerk, vergleichbar der Gotthardfestung, mit ebenso markanter Geschichte reichend bis in die 1990er Jahre.

Free Palestina ???

Heute ist es Trend, ganz im Sinne des Mainstreams, irgend eine genau richtige Scheissmeinung, in Form wehender Fähnchen, loszutreten, Hauptsache Tiktok-Likes steigen und alle applaudieren.

All die sogenannt mutigen, sich erhebenden Stimmen gackern nach was die renommierte, die Medienlandschaft dominierende, Mainstreamlinke vorkaut.  

Mut reduziert sich auf ein Massenphänomen, der kollektive Empörismus, das gemeinschaftliche Blöcken irgend dummen, längst veralteten, Idealen im Schutze einer übermächtigen Herde. Sogenannt Mutig ist wer von sich gibt was die Masse von sich gibt und was die Medien vorkochen. Ein Phänomen das leider seit Corona auf breiter Ebene um sich greift. Wer in diesem Motörchen abweichende Meinungen vertritt ist schnell „Rächts“ und wird infolge gemieden.   

In diesem zunehmend bizarr wirkendem Einheitsdiskurs muss auch ich was zu wehenden Palestinafahnen los werden.

Krieg ist Scheisse, unbestritten doch Hamas ist noch schiessiger da gibt’s für mich Null Zweifel. Hamas reiht sich in eine Vielzahl Radikalislamischer Gruppierungen die in ihren Satzungen nicht nur die komplette Vernichtung Israels als Ziel festlegten. Diese Gruppierungen, sei es die Hisbollah, die Hamas, die Huthi, der Islamische Staat und weitere Radikalislamisten wollen die Islamische Rechtslehre durchsetzen und Ungläubige Weltweit töten.

Alle diese Gruppierungen begehen entsetzliche Verbrechen wovon der 7. Oktober 2023 eines der entsetzlichsten ist doch es ist nicht das einzige Verbrechen. Die Liste ist lang und die Liste ist keineswegs endend. Das Morden, die Folter, die Massenvergewaltigung und das masslose Unrecht,  unter Islamischer Flagge, zieht weiter eine rote Spur durch die, vom Mainstream verleugnete, Geschichte.

In diesem Umfeld einer grenzenlos Menschenfeindlichen und totalitärer Ideologie bewegt sich, im Schutze Zentraleuropäischer Rechtsstaatlichkeit, eine „Free Palästina Bewegung“. Eine Bewegung die das Leid der Menschen im Gaza, meiner Meinung nach keineswegs Unschuldslämmer, zu Propagandazwecke nutzt um noch einen Schritt näher an die totalitären Ideen des politischen Islams heranzurücken. Ein fein funktionierendes Netzwerk finanziell gut geölter Islamistischer Organisationen  weiss gekonnt die Identitätsverlorene Linke zu dessen Zweck zu missbrauchen. Und was mich Bauklötze staunen lässt, alle laufen dieser Scheisse hinterher.  

Die im Gazastreifen domizilierten Menschen ob jung oder alt, lachen fröhlich bei Hinrichtung (Herunterwerfen vom Hochhaus) eines Homosexuellen, einer Transperson. Sie selbst posten solch entsetzliche Videobeiträge auf sozialen Medien. Im Gegenzug bildet sich, im behüteten Mitteleuropa, absurder unmöglich, eine  Gruppierung namens „Queer for Palästina“. Es ist unbestritten und wer das Gegenteil behauptet ist en Vollpfosten, Queers erleben Tod und Folter in den Palästinensergebieten und auch mit Anerkennung eines Palästinenserstaat wird dies Morden nicht enden. Die Ideologie des Autoritären Islams lässt keine freien Gesellschaftsstrukturen zu, daran wird sich so schnell nix ändern.   

Die Hamas, die Hisbollah, die Huthi, der Islamische Staat, weitere Radikalislamisten und all die Schiessunterstützer haben keines Platz in einer aufgeklärten, säkular lebenden Gesellschaft. Die linke Befreiungskampfideologie im Nahen Osten ist nach Zerschlagung der RAF definitiv gescheitert. Die Vorzeichen änderten, die Befreiung ist aus Sicht lokal Ansässiger aktuell verknüpft mit Islamreligiösem Totalitarismus. Länder wie Israel vertreten, bis auf einige Schwarze Schafe (Siedlerbewegung) eine Ideologie der Aufklärung und der individuellen Freiheit. Geflüchtete Queers aus angrenzenden Ländern leben haufenweise in Israel.

Viele Opfer vom 7. Oktober 2023 waren engagierte Friedensaktivisten und Aktivistinnen. Keines der Opfer ist der Rechtsgerichteten Siedlerbewegung zuzuordnen und auch die in den Hamas-Verliesen vor sich hin vegetierenden Geiseln sind nicht schuldig für irgend ein begangenes Verbrechen an den Palästinensern. Sie alle waren einzig leichte Opfer im Staate Israel in Grenznähe zu Gaza. So betrachtet, ihre einzige Schuld, ob am Novafestival, im Kibbuz, im Grenzhäuschen, zur falschen Zeit am noch falscherem Ort.  

Und die Free Palästina-Flagge sie weht weiter am Geländer der 4500 Stutzmaisonette-Wohnung eines Quartierhippsters, per Zufall oder nicht so Zufall, unser Nachbar mit welchem wir kein Kontakt pflegen. Und so gemacht dies Foto aus meinem Küchenfenster heraus zu heutiger Nachmittagsstund.

Und meine Position, es braut sich was zusammen was sehr unschön wird und die Geschichte vielleicht erschreckend schnell in die Wiederholung setzt.

Für mich, unbestritten, 1940, ich wär im Widerstand unterwegs gewesen. Und mich dünkts, wer sich heute entschieden vom linken Mainstream distanziert, ist Widerstand.

1. August bei den Uraniern

Wenige Luisische Taten strotzen vor solch Vernunft wie den neulichen 1. August-Rückzug in stille Gefilde vergangener Uransuche.

Konkret führte mich die Flucht vor überall herumstreunender, überaus dümmlichen, Politikern in den gut versteckten Chalttalboden zu den alten Kupfergruben die in den 1956ern ein erneutes Revival erlebten im Zusammenhang mit der hochpolitischen Suche nach Uran. Dies Bergwerk ist Teil der Mürtschenalp-Gruppe und ist, im Gegensatz zu den eher bekannten Gruben, nie von Gustav Weinmann bespielt worden.

Kurzum, ein schwer zu findender Ort der vollständigen Abgeschiedenheit. Zu Abgeschieden für en Gustav Weinmann und zu abgeschieden für Otto-Normal-Wanderer.    

Mürtschenalp Chalttalbode

Trotz des wechselhaften Wetters, der Aufstieg lohnte. Im Bild der letzte Spitz der mächtigen Halde oberhalb steiler Felswände.

Mürtschenalp Chalttalbode

Der alte Stollen, von Emil Stör um 1865 bewirtschaftet, führt nur wenige Meter bis zu Verbruchstelle.

Mürtschenalp Chalttalbode

Verbruch  Emil Stör Tagesstrecke.

In den Jahren 1956 legten die Gonzenbergleute einen neuen Querschlag welches das Emil Störbergwerk hinter der Verbruchstelle anfuhr.

Mürtschenalp Chalttalbode

Dieser Querschlag wurde nach Aufgabe, liebevoll mit Holz und Schutt, vor neugierigen Befahrern verborgen. Seit etlicher Zeit indes kann über ein schmales Loch der Querschlag erreicht werden.

Dank dieser gut verborgenen Strecke ist das um 1956 aufgewältigte Emil Stör-Bergwerk bis auf wenige Teile befahrbar.

Mürtschenalp Chalttalbode

Hauptfahrstrecke Emil Stör.

Mürtschenalp Chalttalbode

Wie schon Hauptgrube und Erzbett, die Emil Stör Männer waren grosse Meister des Trockenbaus.

Mürtschenalp Chalttalbode

1. Hauptaufschluss.

Und der Vollständigkeitshalber der Planausschnitt Kalttalbode von Emil Stör 1865.

Mürtschenalp Chalttalbode

Die Geschichte rund um die Radioaktiven Steine vom 23. Mai 2020 gibt’s auf Mürtschenalp auf dem Kalttalkopf

Buffalora nächste Runde

Abgesehen einigen Erkundungsmissionen gabs dies erste Buffalora-Wochenende reichliche Baustellen zu bewirtschaften.

Buffalora

Da uns dies besagte Wochenende einige Interessierte besuchten beschlossen wir die Befahrung der Michael II Strecke bis Stollenbrust. Eine Tour die sich im nachhinein, auch für mich als Zweitbefahrerin, als durchaus sportlich herausstellte.

Trotzdem en paar geile Stimmungsbilder sind entstanden.

Michael II Hauptstrecke Buffalora

Hauptstrecke Michael II in der Fortsetzung nach Versturz.

Michael II Hauptstrecke Buffalora

Baldiges Ende erzreicher Zonen Michael II nahe Stollenbrust.

Michael II Hauptstrecke Buffalora

Firstbau / Magazinbau Niveau Rafael I oberhalb Verfüllung Michael II.

Michael II Hauptstrecke Buffalora

Und, immer wieder beeindruckend, hinteres Hauptgesenk reichend bis verfüllte Michael I Aufhaue.

Abgesehen von den Erkundungsexpeditionen standen auch weitere, ganz konkrete Arbeiten auf den Plan.

Ein Team arbeitete an der Sicherung der Strecken Sohle 6 und 7.

Ein weiteres Team grub an der Verbindungsstrecke Michael I zu Michael II weiter.

Andreas und ich nahmen uns den Vermessungsarbeiten an, namentlich, der neu aufgewältigte Stollen Chiara, unterhalb Michael I, dem Verbindungsstollen Michael I zu Michael II und dem neu aufgefahrenem Schacht im Cogi-System.

Ein wichtiger und spannender Einblick indes lieferte die rund 20 Meter lange Chiara-Strecke die ca. 40 Meter unter Michael I angefahren wurde. Auch diese Strecke, im Original ca 35 Meter lang, stammt vermutet aus der Epoche 1550.

Chiara-Strecke Buffaloara

Der Stollen dreht leicht in den Luisaschacht-Hügel. In anfänglich weicher Tagstrecke mit Auszimmerung verläuft die Strecke in die zunehmend harte Kalkschicht. Die heute offene Förderstrecke beginnt im Hackegeschlagenem Ovalprofil und endet an geschrämter Zweistrossen-Arbeit.  

Chiara-Strecke Buffaloara

Das Bild einer um 1500 fein säuberlich verlassenen Baustelle präsentiert sich bei Eintritt in den geschrämten Stollenbereich. Links aufgeschichtet steht benötigtes Kleinholz.

Chiara-Strecke Buffaloara

Am Ende der oberen Strosse noch eingekeilt die Sitzbank des Knappen. Angelehnt ein Ersatzschrämeisenstil.

Plan Chiara

Chiara als Plan zeigt den üblichen Nordost zu Südwest-Kurs mit Tendenz zur Drehung in Richtung des Hügels in welchem, rund 100 Meter höher, der Luisaschacht zu finden ist.

Und auch in diesem Beitrag der Plan des Schauffelwerks Team Tom, Philip, Mattis, Elia.

Plan Gute Hoffnung

Und das Ganze als PDF gibt’s auf: Buffalora_plan2024_detail_V2.pdf