Bei schönen Wetter und noch schönerer Erinnerung ist mir nach kleinem Reiseberichtchen an Orte vergangener Industrietätigkeit. Genannt die umfangreichen Installationen des kolonialen Eisenerzbergbaus um die Jahre 1910 im Gebirge von Olula del Castro / Almeria. Quasi an dieser Stelle das fehlende Puzzleteil der Bergbauanlage Arroyo del Verdelecho

Über Flurnamen lässt sich bekanntlich reichlich streiten. Ob das bekannte Industriedorf Pompeyo heisst oder doch eher den älteren Namen Mina La Vinagre trägt, ist nie restlos geklärt worden. In den Jahren zwischen 1890 und 1920 herrscht reger Wildwuchs im Gebirge. Wer Grundbesitzend ist beantragt eine Minenkonzession in der Hoffnung diese für teures Geld den Britischen Bergbauunternehmen weiter zu verpachten. Die Minen scheitern kläglich am Ertrag und die lokalen Grundeigentümer, mit kaum Pachtzinseinnahme,+ enden als definitive Verlierer im Kapitalmonopoly.
Fact ist, den Engländer investieren massiv in Geräte und Installationen der Ertrag indes lag in bescheidenem Rahmen. Was noch Wert hatte wurde bei Betriebsaufgabe demontiert und weiter verhökert. Die Minen lebten nur kurze Zeit.
Näher hier beschrieben, die Installationen Mina La Vinagre respektive Pompeyo wovon Pompeyo zwei bekannt sich, Pompeyo I der südliche Erzgangeinstieg und Pompeyo II die Schachtanlage und Seilbahninstallation auf dem Plateau Penicula.

An besagtem Plateau entstand in den Jahren zwischen 1900 und 1920 ein umfangreiches Bergbaudorf mit verschiedener Wohn und Industriebauten.

Auf Pompeyo ist, neben einer klassischen Förderanlage, ein Dampfbetriebener Seilbahnantrieb gebaut worden. Dieser Antrieb, rechts im Bild die Maschinenhalle, sollte die beladene Erzseilbahn über den kleinen Hügel in Richtung Arroyo del Verdelecho hieven.

In der Maschinenhalle liegt noch ein breites Sammelsurium verschiedenster Ziegelerzeugnisse aus der Epoche 1910.

Die Anlagen verfügten über einen zentralen Dampfkessel welcher die rundum verteilten Maschinen mit Druckdampf versorgte. Im Bild die drei noch stehenden Druckleitungsstützen und im Hintergrund das Steigerhaus.

Übersicht Aussenanlagen, gross machen, anklicken.
Die Schachtanlage ca 60 Meter tief, fuhr 3 Sohlen des vertikalen Erzgangs an. Ob weitere Zugänge ins Schachtsystem existieren ist nicht weiter überliefert. Klar ist, der besagte Erzgang ist von diversen Bergwerken aus angefahren worden. Alle diese Arbeiten bewegten sich mehrheitlich in der Zeitepoche zwischen 1899 und 1940.
Auch zum Erzgangverlauf liegen widersprüchliche Angaben vor. Insbesondere die Verlaufswinkel änderten immer wieder je nach Jahrgang der geologischen Untersuchung.

Eisenerzgruben Olula del Gastro , gross machen, anklicken.
Heute glaube ich die Zusammenhänge und den resultierenden Erzgangverlauf recht genau zu kennen. Die Bergbauspuren, teilweise sehr alte und nicht datierbare, weisen auf einen eindeutigen Erzgangverlauf hin.
Es sind zwei Haupterzgänge südlich von Olula del Castro bekannt. Gang Arroyo del Verdelecho und Gang Pompeyo beide Gänge sind an verschiedenen Stellen angefahren.

Eine Halde, 40 Meter unter Schachtkopf Pompeyo, stimulierte unsere Neugierde ganz besonders. Dieser Stollen liegt etwas oberhalb im Bett des Arroyo del Verdelecho auf Höhe der verlassenen Hausgruppe Huelga del Medico.
Lieder war der dazugehörige Stollen im Jahr 2024 verschüttet. Im Jahr 2025 indes waren wir mit Schaufeln ausgestattet.

Und tatsächlich, dank einiger helfenden Händen, gelang der Einstieg ins System bis an den, im rechten Winkel dazu stehenden, Erzgang.

Der Stollen war über die gesamte Länge mit, aktuell rückgebauten, 60er Schienen ausgestattet. Zwei Einbrüche erschweren den Zugang. Ab zweitem Einbruch liegt eine CO2-Belasstung von 4 Volumenprozent, steigender Tendenz, auf.
Der Erzgang ist ziemlich zusammengefallen potentiell jedoch mit Atemschutz fahrbar.

Weiter, dem Tal Arroyo del Verdelecho folgend, Bildmittig, der kleine Weiler Huelga del Medico.
Auf Bachboden sollen einst Maultiere Erze vom Bremsberg Cristina in die Anlage Röstofenanlage Arroyo del Verdelecho transportiert haben.

Nicht unweit von Olula del Castro steht am Talboden, Ende des Bremsberges, die Silo und Verladeanlage Cristina.
An dieser Stelle einige Worte der Warnung!
In beiden Erzgängen haben wir hochtoxische CO2 Konzentrationen beobachtet.

Alle Werte ab 3 Volumenprozent CO2 sind hochtoxisch und können zu Bewusstlosigkeit und Tod führen. In beiden Erzgängen ist äusserste Vorsicht angesagt, allgemeine Speleovertikal-Auf und Abstiege sind definitiv zu unterlassen. Die Verbindung zwischen Schwefelhaltigem Erz und organische Fledermausscheisse begünstigt die CO2 Bildung.
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