Wasserfallenstollen

Es gibt auch hierzulande manch baugeschichtliches Kuriosikum welches einer näheren Betrachtung lohnt. Und wenn so mach dieser Relikte nicht zwingend in der Bereich Rohstoffgewinnung fällt so gibt’s  auch in diesen Bauwerken einige Unterwelten zu erkunden.

Wasserfallen-Bahn

Projektierte Wasserfallenbahn Oensingen – Liestal, rote Linie. Gelbe Quadrate, Schachtbauten Wasserfallentunnel.

Die Rede ist, bei meiner aktuellen Geschichte, vom nie fertiggestelltem Bahntrasse Oensingen – Liestal. Konkret führt meine Reise in die Überbleibsel des begonnenen Wasserfallentunnels, das Herzstück der damaligen Bahnverbindung. Der Bau des Tunnel wie auch des Bahntrasses endete abrupt 1875 nach gescheiterter Finanzierung.

Wasserfallentunnel

Heute ist einzig noch das kurze Teilstück, ca. 78 m, des geplanten Bahneinschnittes fahrbar. Alle weiteren Strecken, damals per Schacht angefahren, sind seit vielen Jahrzenten verschüttet. Dieses Teilstück ist hinter der Talstation Seilbahn Wasserfallen in Reigoldswil per Mundloch erreichbar.

Wasserfallentunnel

Der Eingangsbereich sammelte über die Jahre hinweg reichlich Schutt was zu einer effizienten Wasserstauung führte.

Wasserfallentunnel

Ziemlich bald steigt das sich stauende Wasser auf Oberschenkelhöhe. Wer dies Bauwerk bewundern möchte muss in die Fischerstiefel steigen. Stollenhöhe ist gut 2 m, konzipiert für Kipploren.

Wasserfallentunnel

Der Stollen steigt sanft an so dass, trotz zahlreicher Quellen, die Wassermenge stetig abnimmt.

Wasserfallentunnel

Die Stollenbrust liegt, gemäss Vortriebsplan, bei etwa 78 m. Gemäss erwähnter Aufzeichnung solle das nächstfolgende Stollenteilstück nach ca 7 m Kalkstein folgen. Dieser zweite Stollenabschnitt, gemäss Plan 106 m lang, war mittels Schacht A in beide Richtungen vorgetrieben. Lieder sind die Schächte alle Aufgefüllt und nicht zu erreichen doch es bleibt die Hoffnung, mittels Stollenvortrieb, die 7 m, das nächste Teilstück zu befahren. Solch ein Projekt zur Aufwältigung des zweiten Teilstücks besteht und so war ich an beschriebener Befahrung im Sinne einer näheren Projektkonkretisierung beteiligt.

Ob nach 7 m tatsächlich ein wassergefüllter Stollen erscheint oder stattdessen eine dickflüssige Schlammbrühe aus dem Vortrieb quillt gilt, sinnvollerweise mittels Bohrloch, abzuklären. Noch ist bei 78 m Schluss.

Vortriebsplan Wasserfallentunnel

Ob der Vortriebsplan, von mir aus der Originalfassung übertragen, tatsächlich stimmt ist nicht restlos geklärt. Erst eine exakte Vermessung des aktuell offenen Teilstücks kann nähere Erkenntnisse schaffen. Sollten die 78 m Stollenlänge resultieren kann von einer tatsächlichen Vortriebsleistung ausgegangen werden. Noch ist nicht klar ob die vermerkten Vortriebsfelder Zielvorgaben wiedergeben oder ob diese Flächen effektiv abgebaut wurden. Tatsache ist, von den 4185 m Wasserfallen-Tunnel sind nur Bruchteile, rund 300 m, ausgehoben. Der Tunnelbau war den auch der Todesstoss fürs Bahnlinienprojekt welches das Berliner Unternehmen Schneider, Münch & Jerschke vergeblich zu stemmen versuchte.

Links Wasserfallentunnel / Projekt

2-Wasserfallen-Bergbau auf ahoy.ch

Wikipedia

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