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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Archiv des Monats September 2015

Murtel da Fier

am 27. September 2015 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Kleine kaum kommentierte Bildergeschichte des letzten Freitags weils so schön war.

Vorweg, dies Thema obliegt noch immer einem, doch eher absurd anmutendem, Schweigegelübte darum sollen hauptsächlich die Bilder für sich sprechen. Die genauen Hintergrundinfos werden im 2016 auf einer Luisa-Net-Sonderseite erfolgen.

Val Platzbi

Aufstieg ins eisige Gebirge

Val Platzbi

bei reichlich Schnee zeitweilig äusserst anstrengend.

Murtel da Lai

Der wunderschöne See am Murtel da Lai

Murtel da Fier

Murtel da Fier

Murtel da Fier

Relikte des Eisenbergbaus, der Name „Murtel da Fier“ sagt alles.

Murtel da Fier

Blick aus Untiefen.

Murtel da Fier

Industrierelikte

Murtel da Fier

und feinstes Stollen-Mineral-Wasser.

Murtel da Fier

Abbaurelikte.

Kupfer und Silbergrube Graggental Update

am 27. September 2015 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Lange blieben uns die unteren Geheimnisse des Graggener Bergwerks verborgen. Bei Ersterkundung, siehe Beitrag Geheimnisvolle Graggener Kupferminen , fehlte Seil und Kletterzeugs um in den schier senkrecht verlaufenden Schacht abzusteigen so konnten wir nur die oberen Grubenbauten erkunden.

Kupfergrube Graggental

Dies Bild stammt noch aus Frühling 2015 Zeit und zeigt den abwärts verlaufenden Schlitz mit darin gewachsener Tanne.

Nun war bei herbstlichem Regenwetter die Gelegenheit gegeben die unteren Sohlen zu befahren.

Diese Befahrung klappte mit Mattis Unterstützung wieder einst wie am Schnürchen.

Kupfergrube Graggental

Übers enge Loch kann tatsächlich die untere Grube problemlos mittels Abseilausrüstung erreicht werden. Der von uns befahrene Schacht dürfte in Jahren um 1742 mit Fahrten ausgestattet gewesen sein und als Fahr respektive Fördertrum gedient haben.

Im Innern sind noch etliche der alten Strossenkästen gut erhalten sichtbar. Einige dieser Strossenkästen sind verfüllt, respektive Versetzt, bis zum nächstoberem Strossenkasten und so weiter.

Kupfergrube Graggental

Die Erkenntnisse nun eindeutig, dies Kupfer und Silberbergwerk war einst im Strossenbau vorgetrieben worden. Beim Strossenbau wird im ersten Schritt auf vertikaler Terassenabstufung, im Abstand von ca 1 Lachter (1,9 Meter) horizontal die zu fördernde Schicht abgebaut. Im nächsten Schritt, sobald sich der Hohlraum weitet und eine gewisse Grösse erreicht ist, werden Bühnen eingepasst von welchen aus die Strossrichtung weiter verfolgt wird. Beim Abbau wird taubes Gestein auf den Holzbühnen, sogenannte Strosskästen, deponiert während das wertvolle Erz, in diesem Falle Kupfer und etwas weniges Silber, empor geschafft wird.

Kupfergrube Graggental

Der Blick von Schachtboden hinauf zum obersten Strossenkasten. Im Bild links und rechts der gewachsene Fels . Mittig untere Bildhälfte eine mächtige Versatzwand die, scheu erkennbar, die Bretter in der unteren Bildhälfte, mittels verbautem Strossenkasten nochmals weiter verfüllt wurde.

Im oberem Bildteil der noch, nach rund 270 Jahren, perfekt erhaltene Strossenkasten welcher indes inzwischen einiges der ursprünglich verpackten Ladung verlor.

Kupfergrube Graggental

Die Strossenkostruktionen, wie bereits genannt, in erstaunlich fixem Zustand. Teilweise waren vermutlich mobile Arbeitsbühnen im Einsatz.

Kupfergrube Graggental

Im gesamten Grubenwerk sind auf einheitlicher Höhe, um 1 Lachter ab Boden, Balkenlager eingelassen. Einige dieser Balkenlager sind heute Leer und wahrscheinlich nur zu Gerüstzwecken verwendet worden.

Obschon fast nur quadratische Balkenlager auffindbar sind, liegen, wo noch vorhanden, meist Rundhölzer in den Lagern.

In der unteren Grube sind reichlich Bohrlöcher eher kleineren Kalibers auffindbar was, meiner Meinung nach, klares Indiz für den Einsatz von Sprengmittel ist.

Auch zeigte sich nochmalig, der herumgeisternde Grubenplan vom Jean Pierre Jenni, obschon zur Stunde nicht so klar erscheint ob dieser tatsächlich aus Jennis Feder stammt, hinten und vorne nicht stimmt.

Kupfergrube Graggental

Meine Fassung erfreute sich somit eines radikalen Updates. Im Grundriss sind nur wenige Änderungen eingeflossen. Einzig der Zugangsstollen führt nochmals steil Westlich ehe dieser in der grossen Spalte endet.

Kupfergrube Graggental

Der Seigerriss indes differiert, nach letzter Befahrung, deutlich zum Jenni-Original. Der von uns verwendete Einstieg dürfte auch um 1742 als Erschliessungsschacht gedient haben. Die genaue Tiefe Stollenboden bis Schachtboden bestimmten wir, mittels Laserdisto, mit 14 Meter. Da im Stollenboden noch viel Schutt herumliegt, könnte bis zum gewachsenem Fels nochmals eine Tiefe von rund 2 Metern dazukommen. In der Spalte ist Westlich wie auch Östlich viel Versatz aufgetürmt wovon die westliche Seite eindeutig systematisch Strossenkästen verbaut sind. Die östliche Wand ist indes schwieriger als Versatz identifizierbar. Fast zuunterst, 1 Meter ab Boden, ist ein massiver Holzstempel zwischen vorder und hinterer Schlitzwand eingebaut.

Kupfergrube Graggental

Dieser Stempel, Bildmittig, könnte ein Indiz für die zunehmende Tiefe, unter dem Schutt, sein. Auch gut sichtbar im Bild die leeren, quadratisch ausgeschnittenen, Balkenlager, welche wahrscheinlich einst, provisorische Arbeitsgerüste stützen.

Auch ist auf meiner Seigerrissfassung der nie vollendete Erbstollen etwas hinauf gerückt auf eine Höhe – 20 Meter ab Haupt-Stollen. Bei Betrachtung schien mir die Höhendifferenz viel geringer als die 27 herum kursierenden Metern. Indes ist die Höhendifferenz unsererseits nicht gemessen worden.

Ich scheine, des weiteren, eine gewisse handwerkliche Handschrift wiederzuerkennen die Ähnlichkeiten mit den Einbauten in der Bleibergwerk Gemsegg hat. Da beide Gruben um die Jahre 1740 aktiv waren, scheint naheliegen dass die gleichen Fachkräfte an beiden Standorten aktiv waren.

Quellen:
Zweites Bild: Matti
Die Vorkommen von Bleiglanz, Kupferkies und Zinkblende des Birstenstocks (Kt. Uri) Jean Pierre Jenni
Grubenplangrundlage: Jean Pierre Jenni

Vorbeiträge:
Grube Graggental
Geheimnisvolle Graggener Kupferminen
Grube Stuben
Bleibergwerk Gemsegg

Genüssliche Momente

am 14. September 2015 unter Kulinarik, Reisen abgelegt

Nachdem ich mich neulich durch Rueuner Unterwelten wälzte, war wieder ein Welnesswochenende angesagt.

Hirschchen

Eröffnet dieses bei herrlichem Hirsch, zwar nicht selbst geschossen dafür selbst gekocht, dies nach Mariane Kaltenbachers Rezept.

Das ominöse Rezept, eigentlich für Rehschnitzel gedacht geht indes auch fürs Hirschchen, hier in unzensierter Fassung, aus dem Subijagdforum gestrotzt.

Rehschnitzel an Rahmsauce
Obwaldner Rezept nach Marianne Kaltenbach

Für 4 Personen
1 Pfund Rehplätzli
1 – 2 Esslöfel Butter
1 Esslöffel Mehl
Salz, Pfeffer
150 g Pilze (ich, Luisa, nehme da ganz gerne Eierschwämli)
½ l guter Wein
2 dl Rahm (Luisa nimmt tendenziell etwas mehr Rahm)

Die Rehschnitzel im Mehl wenden und in der heissen Butter rasch anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen, herausnehmen und warm stellen. Im Bratenfond die Pilze leicht dünsten. Mit dem Wein ablöschen. Ungefähr 5 Minuten leise köcheln lassen, wenn nötig nachwürzen, dann den Rahm zugeben, heiss werden lassen und über die Schnitzel anrichten.

In diesem Sinne, allen Nachmachern und Nachmacherinnen, en guete.

Und auch der Sonntag, unterwegs mit meiner Ex Amporn, war nicht minder gemütlich.

Amporn am Geigerwaldsee

Diesmal führte uns ein kleines Ausflüglein an den prächtigen Gigerwaldsee ob Taminatal. Unterschiedlich zu meinen üblichen Sportsleistungen war bei dieser Tour hauptsächlich mein altes Auto aktiv welches die Höhenunterschiede zu bearbeiteten hatte.

Meine äusserst reiselustige Begleiterin, die sich am Samstag des 50sten Geburtstages, Happy Birthday, erfreute genoss genauso die prächtige Naturlandschaft nahe ihrer Haustür.

Any ein wohlverdientes, erholsames Wochenende.

Cava sul Rhein das Messpraktikum

am 14. September 2015 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Das schmucke Cava sul Rhein-Bergwerk beschäftigt mich bereits ein Weilchen.

Cava sul Rhein

Insbesondere die Messdatenerfassung, zur zukünftigen Visualisierung, der umschlungenen Unterwelten, beanspruchte mach Samstagnachmittag.

Die Messungen schienen irgendwie so mit Himmelsrichtungsanzeiger Kompass und Laserdisto einige Wiedersprüche ad absurdikum aufzuzeigen. Manch Kompassirrtum veranlasste mich gar zum Beitrag Kompassische Verwirrungen

Nun war vorletzten Samstag eine schier altertümlich anmutende Technik angesagt. Mit Schnurr und Winkelmessgerät wollte ich, unabhängig etwelcher Magneter, ob nun Nordpol oder sonstwie Vergrabene, den reellen Stollenweg nachmessen.

Cava sul Rhein

Bei dieser Messaktion versuchte ich über möglichst lange Stollenstrecken Schnüre zu spannen die den geraden Gangverlauf markierten. An Schnurkreuzungen kam mein selbstgebautes Laserpointerwinkelmessgerät zum Einsatz.

Cava sul Rhein

Der Winkelmessapparat postierte ich auf einen günstigem Interdiscount-Stativ jeweils unterhalb der Schnurschnittpunkte. Zwischen Schnittpunkt und Schnittpunkt verliess ich mich auf den bekannten Leicadisto X310.

Cava sul Rhein

Obschon die Schnurspannerei einiges an Zeit beanspruchte lohnte die gewonnene Übersichtlichkeit im dunklen Stollenwerk. Schnell waren gerade Verläufe eindeutig erkennbar und auch Richtungsänderungen erschienen in einleuchtender Proportion.

Die Umsetzung in die Zeichnung zeigt auch eindeutig logische Stollenverläufe.

Grubenplan Rueun

So ist etwa der parallel geglaubte Stollen,

Plan Cava sul Rhein

in der aktuellen Planfassung doch nicht so parallel. Hinzukommend, da die Winkel deutlich präziser erfasst wurden, liegen Hauptstollen und Parallelstollen deutlich entfernender zueinander. Zur Verdeutlichung, das Koordinatenraster, grüne Linien, beträgt 10 x 10 Meter.

Zwar ist die Schnurrtechnik nicht makellos, noch hinzukommend muss die erste Schnur irgendwie nach Himmelsrichtung referenziert sein, doch grundsätzlich dürfte diese Methode dem Zeichner, der Zeichnerin deutlich verständlicher erscheinen. Auch entfallen mit der Schnürchentechnik alle möglichen magnetischen Störgrössen welche sowohl im Stollen wie auch an der Ausrüstung der Forschers, kleben könnten.

Zweifelsohne macht Erfahrung die Markscheiderin somit dürfte diese Messtechnik nicht die letzte sein die ich ausgiebig testen werde. Insbesondere die Laserdistoerweiterung X2 von Beat Heeb paperless.bheeb.ch ist eine ausgiebige Versuchsreihe wert. Somit dürfte das Thema Bergwerkskartografie, hier in meinem Blog, längst nicht erschöpft sein.

Mein Vorbeitrag zu den Tücken des Kompass
Kompassische Verwirrungen

Vorbeiträge Cava sul Rhein
Rueuner Bergbaugeheimnisse
Silber und Bleibergwerk Cava Sul Rhein
Cava Sul Rhein Rueun