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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Gotschens Part II

am 23. August 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Die Fortsetzungsgeschichte zu damalig Römische Eisen und sonstige verwässerte Abenteuer diesmal wieder eine Bildintensive Geschichte.

Es ist lange die Neugierde vielerlei Forscherherzen geweckt, genannt wird in Archäologenkreisen die Bergwerksentstehung unter keltischer Kultur. Damals, 1000 Jahren vor Christus, sollen die Kelten, das begehrte Kupfer in zahlreichen Gruben nördlich und südlich der Julia abgebaut haben. Diverse Verhüttungsplätze sind bis in heutiger Zeit entdeckt.  So richtig Einblick ins Untertägige Keltenleben hat indessen niemand so richtig erhaschen können.

Gotschens Grube 4

Das noch immer abgesoffene obere Bergwerk auf Gotschens anerbot sich für mich wie auch für die akademisierte Wissenschaft zur möglichen Einsichtnahme ins Keltische Bergbauleben.

Leider jedoch obliegt dem Wasser ein kleiner Hacken, es gedenkt nicht freiwillig das Gesenk zu Räumen und dies, wie ich geneigt bin zu behaupten, seit vielen 100 Jahren. Um das Wasser aus dem möglichen Keltenbau herauszubringen war grobes Gerät von Nöten und dies auf unwegsamem Grund bei 2300 Höhenmetern. Nun denn die Neugierde der Archäologen und meine Vergangenheit als Strommacherin bildeten eine konstruktive Synergie die letztlich allen spannende Einblicke gewährte.

Meine Aufgabe bestand darin dies Bergwerksgesenk des Wassers zu befreien, eine komplexe Aufgabe da es galt auf 2300 müm, eine 50 Meter Transportstrecke und eine maximale Höhendifferenz von 30 Meter zu überwinden.

Die forschenden Archäologen wiederum organisierten eine Fluggerät inklusive Helfer die mein Maschinenparkt an Ort und Stelle platzierten.  Gekommen ist ein Superpuma vom feinsten und so beschloss ich bei meiner Maschinen-Wahl Gewichtskriterien eher sekundär zu behandeln.

Zurück zur Pumpaktion,

Die Maschinen mussten auf 2300 müm händelbar sein was eher kleinere Geräte verlangte gleichzeitig musste die Pumpe abgasfrei, also minimal zwei Einheiten, ein Stromerzeuger und eine Tauchpumpe.  Nächster Knackpunkt war die Leistung und der Wirkungsgrad. 30 Höhenmeter schaffen nur sehr schwere Pumpen bei massiver Stromaufnahme geschweige den Anlaufströme die jedes Aggregat in die Knie zwingen würden. Als Lösung sah ich nur Drehstrom verteilt auf zwei Pumpen die jedoch maximal eine 19 Meter Höhendifferenz frisst. Nötigenfalls hätte ich auf halber Strecke ein Wasserreservoir mit meinen Transportrahmen gebaut um doch noch auf die 30 Meter zu kommen. Niemand wusste die effektive Tiefe des Gesenks, 30 Meter blieb eine Annahme die ich anhand der Haldengrösse konstruierte.

Generator

Als Stromerzeuger begleitete mich ein Lombardini- Aggregat mit 6.5 KVA Dauerleistung ins Gebirge. Die Pumpen waren eine 2.2 KW und eine 1.6 KW mit von der Partie. Der Transportrahmen hätte, sofern notwendig, ein Wasserreservoir werden sollen.

Superpuma

Mit Hilfe des Superpumas war die Gerätschaft, eine mobile Küche, Kleider, Zelte und Allerlei um nötigenfalls auf dem Areal zu hausen, platziert.  Jetzt war meine Hauptarbeit den Zusammenbau einer Anlage zur Wasserabsenkung die funktioniert. Als kleines Zückerchen, unter Berücksichtigung einer optimalen Phasenlast, konnten wir elektrisch Kochen was in dort stürmischen Gefilden sich ziemlich als Vorteil behauptete.

Gotschens Grube 1

Anfänglich mit zwei parallel laufenden Pumpen senkte sich der Wasserspiegel schneller als erwartet.

Dieselaggregat 6.5 KVA

Währenddessen das Diesel-Aggregat gemütlich vor sich hin summte. Zwar verschliess am ersten Tag der Treibstoffrückschlauch doch dank des Einsatzes von Simon konnten wir dies Problem recht schnell wieder fixen und die Maschinchen ratterten wieder.

Gotschens Grube 4

Da unsere Last eher Induktiv dominiert war, gabs genügend Strom für eher kapazitiv wirkende LED-Leuchten. Es leuchtete folglich eine prächtige Stollenbeleuchtung welche uns die Arbeit massiv erleichterte.

Gotschens Grube 4

Das Wasser schien allmählich aus dem Gesenk zu verschwinden.

Kühe auf Gotschens

Gleichzeitig  jedoch liebten die Kühe unsere Wasserrutschbahn mit welcher wir die letzten Meter Wassertransport, mittels Schwerkraft, bewältigen wollten. Glück da allmählich nur noch Schlamm aus der Grube heraus drückte.

Gotschens Grube 4

Im Untergrund öffnet sich die verborgene Kammer etwa in Grösse 5 x 5 Meter. Der Schlamm jedoch hält sich hartnäckig und verstopft die grosse Tauchpumpe immer wieder.

Gotschens Grube 4

Es müssen Pausen geschaltet werden um mit frisch einströmendem Wasser den Schlammboden etwas aufzulockern.

Gotschens Grube 4

Im Gesenkboden, wo eindeutiger Fels die Grenze markiert, liegen einige Holzartefakte aus, ich behaupte, eher neuerer Zeit. So finden wir unter anderem eine Dachlatte mit Nägeln aus 21 Jahrhundert aber auch verschiedene Rundhölzer die nach Maschinenfertigung riechen.  Einige kleinere Holzfunde indes könnten für die Archäologen von grossem Werte sein zumal diese durchaus älteren Datums sein könnten.

Gotschens Grube 4

In einer kleinen Stolleneinbuchtung lag ein Erztrog welcher ganz und gar nicht in solch grosse Bergbauhalle hineinpasste. Solch Erztröge waren oft in kleinen engen Stollen, während des Spätmittelalters, im Einsatz. Fest steht, auch in dieser ausgepumpten Halle waren keine Bohrspuren auffindbar. Die Halle ist nach Feuersetzprinzip ausgehoben also von Erfindung des Schwarzpulvers angelegt. Seitig Mundloch liegt im Gesenk viel Geröll was darauf schliessen lässt dass während den letzen bekannten Bergbauperioden bis 1840 einzig die grosse Halde bearbeitet wurde. Nicht verwertbares Material wurde in den Stollen, respektive ins Gesenk gekippt Verwertbares wiederum, in letzter Periode hauptsächlich Eisenerz, fand, mittels ausgeklügelten Schlittentrasses, den Weg ins Juliertal.

Gotschens Grube 4

Meine rudimentäre Erinnerungszeichnung, ohne Anspruch auf genaue Messwerte, nennt eine ungefähre vertikale Gesenktiefe von 17 Meter. Ein Grossteil der Grube ist nach wie vor aufgefüllt mit Haldenschutt einzig im letzten Teil war klar unter dem Schlamm Felsboden ausmachbar. Wie gross die Grube tatsächlich einst mal war lässt sich heute nicht eindeutig bestimmen, dazu müsste der Schutt weggeräumt werden was wiederum nur mit Schrappertechnik oder Handarbeit funktioniert.

Gotschens Grube 4

Während die Maschinen vor sich hin Pumpten gabs genügend Zeit fürs Gesellige. Und, obschon nur Tee oder Beutelsuppe, unsere mobile Küche war doch von unschätzbarem Werte.

Und zwischendurch blieb genügend Zeit das wuchtige Bergwerksareal genauer zu erkunden.

Gotschens

Oberhalb aller Abbaustellen liegt ein prächtiger Bergsee. Eine oft genutzte Gelegenheit zur Entspannung und zu tollen Gesprächen mit Besucherinnen unserer Baustelle.

Gotschens

Nicht weit fern unterhalb die erste grössere Tagabbaustelle, im Bild die Westflanke.

Gotschens

Unsere Halde mit zugehörigem Tagbau und dahintergelegenen, ausgepumpten Stollen.

Gotschens

Und, noch wenige Höhenmeter unterhalb unserer  Pumpbaustelle, nach Luisa „Grube 4“ ein weiterer nennenswerter  Abbau mit Stollenspuren. Ich nenn dies Teil auf meinem Plan „Vermutet Grube 3“ da die Grubenspuren ziemlich ramponiert rüberkommen.

Gotschens

„Grube 2“ ist eindeutiger im Gelände ausmachbar. Der Stollen ist gegenwärtig ca 5 Meter tief wobei dieser klare Versturzanzeichen zeigt. Ergo könnte dieser Abbau einst untertägig tiefer geführt haben.

Die unterste Grube, nach Luisa „Grube 1“, liegt in zerklüftet steilem Gelände und ist auch mehrheitlich im Tagbau bespielt worden. Der kleine Stollen reicht etwa 6 Meter in den Berg hinein.

Karte Gotschens

Plan gross machen, Plan anklicken

Der Übersichtlichkeit willen mein Plan des gesamten Bergwerkareals, eben zuunterst Grube 1 und zuoberst Grube 4, die welche heute kaum noch Wasser hält. Das Alter der Gruben ist für mich schwer auszumachen noch denk ich das einige an dieser Mission Beteiligte dies um Längen besser können.  Meine Beobachtungen indes stehen noch bei keinerlei Bohrlöcher auf dem Areal. Ein Graben wie auch eine Aufschüttung zeigen eindeutig auf Teile einer Erztransportinfrastruktur , mittels Schlitten, wie sie um 1800 weit verbreitet war. Der Erztransportweg könnte in die Epoche 1840 fallen. Die um 1840 weit verbreiteten Bohrlöcher wiederum fehlen gänzlich. Meine Vermutung ist folglich dass der Abbau sich damals aufs Halden sortieren unds Abstemmen beschränkte. Die unteren Stollen welche hauptsächlich Magnetit aufschlossen könnten neuer, Mittelalter, sein. Der oberste Stollen ist eindeutig Feuergesetzt und sehr alt, wie alt werden diesmal andere besser wissen.  Die Nähe zum Septimerpass und deren Bedeutung während der römischen Herrschaft lässt wiederum eine Römische Industrieanlage vermuten.

Vorgeschichte

Römische Eisen und sonstige verwässerte Abenteuer

Miss Kittin

am 01. August 2017 unter Musikalisches abgelegt

Es gibt leider wenig Künstlerinnen die so richtig die Musikszene aufmischten. Eine dieser Künstlerinnen indes schrieb Musikgeschichte als Begründerin der Elektroclash-Bewegung.

Die Mixcloud, ein grosser Pool interessanter Fundstücke die kaum je den Einstieg in die Mainstream-Welt schaffen werden. Definitiv ein Pool für Künstlerinnen abseits der ganz grossen Kassen wenn doch Miss Kittin, in besten Zeiten, tatschlich einige passabel verkaufte Platten herausbrachte.

Nunn denn, darum hier mal wieder was Musik mit kleines Set der ewig vitalen Grenoblerin

Und, nicht minder wichtig, der Link zur gesamten Miss Kittin-Sammlung auf der Mixcloud Mixcloud.com Miss kittin

Viel Spass und schöne 1. August liebe Leserschaft.

Ein Bergbaufreies Wochenende

am 30. Juli 2017 unter Stadtindianer abgelegt

Nach dem mich die Archäologen die letzten Wochen ziemlich auf Trapp hielten, steht dies, noch laufende, Wochenende ganz im Zeichen der Entschleunigung.

Luisa hat Bergbaufrei

So war gestern ein cooler Kinoabend mit ebenso coolem Drink bei nächtlichem Urbanfeeling, bis weit über Mitternacht hinaus, spontanes Programm. Ganz liebs Dankeschön meiner Liebsten mit entschleunigenden Fähigkeiten.

Die kommende Woche wird, trotz Nationalfeiertag, wieder ganz im Zeichen der Beschleunigung stehen.

In diesem Sinne wünsch ich meiner Leserschaft

en schöne Sunntig

Strom

am 30. Juli 2017 unter Seitwärts parkieren, Steinerne Unterwelten abgelegt

Da sich das Schachtgepumpe allmählich zu etablieren scheint war meinerseits eine kleine Investition von Nöten.

Drehstromgenerator

Drehstrom ist eine durchwegs feine Sache insbesondere bei Betrieb leistungsfähiger Tauchpumpen. Also nenn ich nun solch ein Drehstromteil, mit sparsamem Diesel getrieben, mein Eigen.

Erfahrungswerte gibt’s meinerseits bis anno Dato gar keine, Prämiere wird  sein die wassergefüllten Untertagewerke von Gotschens.

Links
Erstes Schachtgepumpe in Cava sul Rhein
Zweites bevorstehendes Schachtgepumpe in Gotschens

Val Tisch und die verschollenen Unterwelten

am 30. Juli 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Längst nicht alles ist im Bergwerk Minas da Fier im Val Tisch einer Klärung unterworfen. Vielleicht auch, aus meiner Sicht, das Attraktive an solch längst geschlossenen Industrieanlagen. Es bleibt viel Offenes was so manch Forscherherz höher schlagen lässt und so war dies letzte Wochenende wieder ein Puzzlestein ins Val Tischer Geschichtsbuch eingefügt.

Anfänglich sollte der Schacht II, das noch undokumentierte Bauwerk, genauer auf meinen Plan gebannt werden also war wieder eine Vermessung, inklusive Schnitterfassung, notwendig, da die Zeit jedoch grosszügig bemessen war und wir erstaunlich leichtfüssig  die Wanderung auf uns nahmen, blieb genügend Zeit zur Erkundung weiterer Geheimnisse. Auch so mit im Abwärtsgepäck schöne Bilder die hier im Blog Platz finden.

Val Tisch Minas da Fier

Schacht II war unser zu vermessendes Teil. Im Bild eine sich tief weitende Halle mit Holzboden, folglich wird der Seilabstieg, im Seil Sepp, ziemlich bald überhängend. Das gelbe Band im Bild ist unser Messband welches als Schnittorientierung fungierte.

Val Tisch Minas da Fier

Die Holzbodenunterseite, nach rund 175 Jahren, noch in Topform.

Val Tisch Minas da Fier

Plan gross machen, Plan anklicken.

Im Plan steht nun der Schacht welchen wir in 3 Sohlen unterteilten.  Bergmännisch wird jetzt einiges Klarer. Der Abbauverlauf folgte einer reichen Hämatitader Nordwest zu Südost.  Die übereinadergelegten Hohlräume passen ins Abbaubild aus Albertini-Zeit um 1840.

Abgesehen von schönen Plänen gabs auch hin und wieder schöne Bilder.

Val Tisch Minas da Fier

Da wir wieder als eher grösseres Grüppchen unterwegs waren gabs immer wieder viel Geleucht im wirren Stollengetümmel.

Ein weiteres Geheimnis ist noch tief in Erde vergraben. Die Rede ist vom Verbleib des Stollens III der seit mindestens 1927 niemand mehr zu Augen bekam. Für die Existenz des III-ers sprechen insbesondere die Aufzeichnungen von Jacob Ulrich von Albertini  des 22. Septembers 1835. Es sind in diesem Schriftstück die Stollen beschrieben so auch der Stollen III doch nach Aufgabe des Bergwerks verschwand diese Haue im Berggeschiebe. Einige Wissenschaftler mutmassten über den Standort des ehemaliges Zugangsmundloch so auch Max Müller vom Büro Fisch 1942. Genannter Max Müller vermass mit einem Theodoliten die Mundlochpositionen, respektive die angenommenen ehemaligen Positionen der Stolleneingänge. Da wir im Besitze sind dieser Aufzeichnungen und wir 3 Stollen sehr detailiert kennen wars einzig Fleissarbeit die Werte auf eine Karte respektive auf ein Satellitenbild zu übertragen mit doch positiv verblüffendem Resultat.

Val Tisch Minas da Fier

Plan gross machen, Plan anklicken.

Die Positionen scheinen wo bekannt, recht genau zu stimmen alle weiteren Positionen wirken plausibel.

Von oben nach unten,

  • Stollen II angeben (Wahrscheinlich aus Albertinis Beschreibung)
  • Stollen II vermutet (unterirdisch liegt an dieser Position unsere hohe Steinmauer)
  • Stollen I (bekannt)
  • Stollen V (bekannt)
  • Stollen IV (bekannt)
  • Stollen III (verschollen)

Zu Stollen III nennt Max Müller einen angepeilten Felsblock in der Runse.

Val Tisch Minas da Fier

Tatsächlich ist diese Position in Natura äusserst interessant. Im Gelände ist eine leichte Mulde erkennbar. Eine Wegspur endet ziemlich genau an dieser Mulde und unterhalb der Mulde finden wir die Reste einer Trockenmauer. Oberhalb der Stollen III-Vermutung sitzt der mächtige Tagebau mit allen tiefen Bergfurchen. Das hier der Stollen III begraben liegt macht Bergbautechnisch durchaus Sinn doch ein Aufsuchen dieses Werkes wird richtig Aufwendig. Die mögliche Mundlochpositionsfläche liegt bei 10 m x 20 m, bei Berücksichtigung einer 45 Grad Steigung sind folglich 100 m3 zu bewegen. Sofern dies Stollenwerk, unter der Erdlawine, noch intakt ist, könnte eine Wiederaufwältigung möglich sein. Leider jedoch vermute ich auch im Bauwerk selbst tiefe Einbrüche. Der Tagebau ist sehr zerklüftet, das Gestein grösstenteils mürbe und brüchig. 30 Meter unter der Tagebaustelle wird’s kaum besser aussehen.

Vorbeiträge zu Bergbau in Bergüner Gemeindeboden:
Val Tisch im 2017
Fopa da Chianols, noch mehr Geschichten
Wer war Anton ?
Eisenbergwerk Val Tisch so is es
Internationale Val Tischer Bergwerke
Eisenbergwerk Val Tisch, Neues
Minas da Fier Val Tisch
Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch
Bergbausachverständige am graben

Trans* das neue Biedertum

am 16. Juli 2017 unter Politischer Grunk, Transgender abgelegt

Eine historische Betrachtung im Spiegelbild meiner Selbst.

Es ist lange her als ich mich zu einer, mehr oder minder beschwerlichen Metamorphose vom Manne zur Frau entschied, ein Weg voller qualitativ hochstehenden Uneindeutigkeiten. Damals, ich voller Tatendrang, glaubte an dies Grenzensprengende Phänomen Trans*. Grenzen hielten sich bis anno Dato hartnäckig und bestimmten nachhaltig und dogmatisch unser Alltag. Es war festgelegt ein weibliches Verhalten, ein männliches Verhalten und ein riesengrosser daraus resultierende String, festgesetzter Normen lies kaum Luft zum Atmen.

Als Teenager prägten mich Menschen die, in gewisser Impertinenz, Geschlechtergrenzen sprengten und, im Windschatten des Erfolgs, so ziemlich auf jede Definition scheissten. Namen wie David Bowie oder später, Pete Burns von der Band Dead or Alive waren quasi meine Idole denen ich die bitter nötige Avantgarde in starren Gesellschaftsstrukturen attestierte.

Später wars die Hausbesetzerszene, die Technokultur  oder auch der Fetisch-Lifestyle welcher mich zur Hinterfragung gegebener Genderregeln veranlasste.

Luisa mit Mädels

Es war das Jahr 1999 als noch alles offen stand und wir Mädels keinerlei Begrifflichkeiten fürchteten.

Und es sollte ein Befreiungsschlag werden, die Bewegung Trans* die sich allmählich aus kleinen Gruppen auftat  zur Inanspruchnahme des eigenen Selbstverständnisses. Wir versuchten alles mal gehörig durch den Fleischwolf zu drehen und lehnten jede neu kreierte Schublade kategorisch ab. Genderfluid, BDSM, Quer, Drag und viele weitere Artikulationsformen, ohne deren Nennung, eroberten wir im Sturm während die gaffende Gesellschaft ungläubig den Kopf schüttelte und dies unbekannte Gebilde nicht verstehen wollte. Gleichzeitig wollten wir Teil des gesellschaftlichen Lebens sein und unseren Platz inne haben.  Ein neues starkes Selbstbewusstsein, im Stile der CSD Ikone Sylvia Rivera, keimte auf .

Es schien so als würden alle Träume wahr werden und viele Grenzen, Mauern, in Schutt und Asche zerbrechen. Kurze Zeit treten uns weder Landesgrenzen, noch Gendergrenzen, alles war im Fluss und die Möglichkeiten erreichten unerschöpfliche Dimensionen.   Doch der Eindruck war nur von kurzer Dauer und keineswegs objektiv, unser Avantgardetürmchen begann allmählich zu bröckeln.

Chefideologen und Papiertieger- Professionalisierer begannen dies zarte Blümchen Trans* in neu gebaute Korsette zu pressen.  Ganze Registerkästen mit neuen Schubladen wurden errichtet und einer generell strukturliebenden Gesellschaft vorgesetzt.

Die Freiheit war geprügelt, nun musste jeder, jede, sich präzise ins passende Schublädchen einordnen. Begriffe wie Passing setzten neue dogmatische Richtlinien fest ab welchem Punkt die gesellschaftliche Akzeptanz eingefordert werden dürfe.

Begriffe denen ich nie Bedeutung schenkte, drängten mich zunehmend ins enge Korsett des starren Alltags. Was anfänglich mit der positiven Idee des „Trans-Sternchen“ begann, endete in einer Definitionsschlacht mit immer neuen Terminologien. Die Reihe der LGBTIB-und-so-weiter-Buchstaben vermehrte sich inflationär und markiert heute zunehmend neue Ausgrenzung statt der gewollten Diversität.

Parallel zu dieser fortschreitenden Dogmatisierung innerhalb der Trans*-Community öffneten sich Spitäler und Entscheidungsträger (Gutachter, Gerichte) gegenüber zahlreichen neuen, möglichen Lebensformen.  Eine verkehrte Welt machte sich auf. Unsere hartnäckigsten Gegner, Vertreter des repressiven Staatapparats und der Entscheidungsgewalt, reichten uns Hände, respektive Ohren, und inkludierten uns in die Entwicklungsprozesse neuer Trans*-Behandlungsrichtlinien.  Es geschah indes eine reziproke Entwicklung innerhalb der Community geschürt diese unter anderem von interner Intoleranz und wachsenden Grabenkämpfen.

Die Trans*-Bewegung entwickelt sich zu begehrtem Profilierungsfeld für Theoriewälzer und Korsettdogmatiker. Eine Entwicklung derer ich mit viel Skepsis begegne. Eine gewisse Furcht überkommt mich, jener revolutionäre Ansatz vergangener Tage vermisse ich heute zu tiefst.

Trans*fahne

Die Transfahne, für mich ein gültiges Symbol grenzübergreifender Lebensbetrachtungen. Noch heute ist für mich Trans* keineswegs absoluten Werten verknüpfbar.  Es ist mir wichtig meine ganz spezielle Individualität zu leben und wenn noch heute nicht alles restlos eindeutig erscheint so nenne mich doch bitte weiterhin „Luisa“.

Links
Eine wichtige Transrevolutionärin faulenza.blogsport.de

Eiserne Einblicke

am 16. Juli 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es waren mir wieder richtig entspannende Einblicke damalig Schwerindustrieller Eisenabauten gewährt.  Unterschiedlich zu zahlreichen Forschungsprojekten, Val Tisch, Gotschens, Sierra Alhamilla, könnte ich diesmal auf das spannende Wissen unserer 3 Führer an einer 2 Tägigen Gonzenbefahrung zugreifen. Namentlich war ich mit illustrer Bündnerbergbaufreude-Runde und Sonstige an einer 2 Tägigen Gonzentour. So wie mir erzählt wurde, eine Tour mit besonderer Herausforderung in Vertikal und Horizontalbefahrung, eine Herausforderung die ich, zweifelsohne gerne annahm.

Any, entstanden sind allererst, da ich nix Forschen musste, jede Menge tolle Bilder die ich, in kleiner Auswahl, hier zum Besten geben werde.

Der Übersichtlichkeit, soweit ichs verstanden habe, das Eisenbergwerk Gonzen erstreckt sich von der Westseite des Gonzenmassivs,  1350 müm, wo in früheren Jahren die Erze in der Felsflanke ausbissen, bis fast unter Trübbach, knappe 330 müm. Leider sind die letzten Meter, ca 150 derer, gnadenlos im Rheinwasser versoffen. Folglich bewegte sich der damalig aktive Abbau auf der Schiefebene. Zahlreiche Bremsberge führten, während der Betriebszeit bis 1966, Eisenerze Aufwärts oder Abwärts zur jeweiligen Verladeeinrichtung. Unsere Führung startete bei Kote 484 und erreichte den höchsten Punkt auf Kote 1200.

Gonzenbergwerk

Im tiefst gelegenen Fahrstollen auf, eben, knappe 490 müm steht noch, nahe des Verladebahnhofs, der letzte noch verbleibende wuchtige Kompressor.  Letztes Relikt 1960er Maschinenbau.

Gonzenbergwerk

Nicht weit fern der erste, baldig im Wasser verschwindende, Bremsberg welcher Erze von tiefer gelegenen Zonen in die Verladesilos schleppte. Im Bild der Erzwagen kurz vor den Erzsilos.

Gonzenbergwerk

Der recht gute Zustand der Förderanlage überrascht wenn gleich, bei genauer Betrachtung, sowohl Motor wie Kupferhaltige Kabel längst geklaut wurden.

Gonzenbergwerk

Bremsberge, Gesenke, sind lange wichtige Hilfsmittel zur Überwindung der 800 Höhenmeter. Einigen Gesenken sind noch umfangreiche Installationen geblieben.

Gonzenbergwerk

Immer wieder scheiden Ladebrücken die Gesenke. An diesen Ladebrücken münden lange Fahrstollen welche wiederum in die Abbauten reichten.

Gonzenbergwerk

In machen Fördergesenken indes wüteten kaum vorstellbare Wassermassen die in früheren Tagen Schutt und Installationen in die Tiefe rissen. Rechter Hand noch der halbwegs verbleibende Treppenkasten im Stollengesenk.

Gonzenbergwerk

Zeitweilig sind parallel zu den Fördergesenken,  Schrägstollen im eingebauten Fahrten getrieben worden. Der Aufstieg über diese Fahrten erwies sich indes  durchwegs als Kräfteraubend. Gegenteilig zur optischen Ansicht zeigten sich die noch vorhandenen Treppenkästen kaum eines Bergknappen tragfähig. Wir mussten uns zur Höhenüberwindung mühsam am Eisenrohr-Geländer hochziehen.

Gonzenbergwerk

Der Abbau, im Pfeilerbau bespielt, besitzt meist eine Mächtigkeit von 2 Meter plus. Rund alle 10 Meter Höhendifferenz wurden, mit Rollmaterial ausgestattete, Förderstrecken eingeschlagen.

Gonzenbergwerk

In den zentralen Förderstecken sind noch heute Gleise eingebaut. Im Bild die Gleisstrecke durchs Abbaufeld Ebene Naus, 1000 müm.

Gonzenbergwerk

Auf Nausebene, ebenso fotogen, der Verladebahnhof mit den zwei Silos, Eisenerz und Kalk.

Gonzenbergwerk

Und, die Rollenschnauzen der Siloanlage Naus nochmals im Detail.

Gonzenbergwerk

Doch nicht aller Abbau bewegt sich im Gonzen auf bequemer 30 Grad Schiefe. Die Gebirgsfaltung des Gonzenmassivs warf wilde Kurven in die Erzschicht. An machen Stellen stehen die Eisen-Manganerze fast senkrecht an.  Unser Weg führte uns über steile Fahrten in die Abbauten.

Gonzenbergwerk

Am Erzsteillager sind dementsprechend die Silos senkrecht angesetzt. Im Bild die Strecke Wolfsloch mit Rollenschnauze-Batterie.

Gonzenbergwerk

Plan gross machen, Plan anklicken

Das Gonzenbergwerk erstreckt sich über eine Fläche von rund 3 x 2 Kilometern nördlich von Sargans. Auf meinem Plan sind die 3 Hauptstrecken, Vild, Wolfsloch und Naus, visualisiert. Hinzu kommen die älteren Stollen, vor 1900, Grube 1 und Grube 2. Der Abbau Eisen und Manganerzen fand  vorwiegend auf der blauen Fläche statt.

Gonzenbergwerk

Plan gross machen, Plan anklicken (Quelle: BEITRÄGE ZUR GEOLOGIE DER SCHWEIZ / Die Eisen- und Manganerze des Gonzen W. Epprecht)

Herr Epprecht publizierte in „BEITRÄGE ZUR GEOLOGIE DER SCHWEIZ“ genannte Ausgabe „Die Eisen- und Manganerze des Gonzen“ 1946 ein gut verständliches Stereogram des Gonzenwerks. Der Betrachter muss einzig virtuell die Zeichnung auf Gegenseite spiegeln um den Erzverlauf mit der Kartenrichtung in Einklang zu fügen. Deutlich erkennbar der leicht steigende Erzgang in Richtung des Gonzengipfels. Zeitweilig ist der Erzgang von Verwerfungen zerschnitten und höhenversetzt wieder gegeben. In Gipfelrichtung steigen die Erze bis fast ins Senkrechte. Die feinen Linien im Erzabbau symbolisieren die zahlreichen Galerien des Bergwerks. Das Stereogram ist eine Bestandsaufnahme bis 1946 womit die maximalabbautiefe unter Strecke Wolfsloch bei 600 müm endet. Das Bergwerk jedoch war noch bis 1966 aktiv womit noch weit bis 330 müm gefördert wurde. Auch die heute zu Museumszwecke genutzte Strecke Vild ist nach 1946 getrieben wurden.

Kurzum, ein toller Einblick und die Zweitagesexkursion durchwegs zu empfehlen.

Die Links bei mir
Kleines Bild der Verarbeitungsanlage in Sagans auf Dinner mit Amporn

Externes

Gonzen-Webseite www.bergwerk-gonzen.ch

Forschungsreise Almeria

am 02. Juli 2017 unter Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Naja, weils so schön war, mal wieder was an Gruppenbildern zu Almeria hier postend.

Descuido

Viele Wege führen nach Descuido, die einten obendurch die anderen untendurch.

Descuido

Hauptsache abends ganz schön rostigrot.

Hund am Decuido-Tunnel

Und des Abschlusses, der Held damaliger Descuido-Reise.

Die Bilder sind aus Andreas Schatzmanns Fundus. In diesem Sinne es liebs Dankeschön an den Spender und Fotografen.

Der Poltergeist geht um

am 02. Juli 2017 unter Grungisches, Stadtindianer abgelegt

Merkwürdiges geschieht in, und um unserer vermeidlich, ruhigen Wohnumgebung.

Sihlfeldstrasse 95

Zwar ist dank fortschreitender Gentrifizierung der Hippsteranteil massiv angestiegen doch die Ruhe, nach auferlegten, SP-Zwangsverkehrsberuhigung, ist keineswegs eingekehrt.

Im Gegenteil, merkwürdige Geister streifen nachts umher und treiben Kryptisches.

Sihlfeldstrasse 95

In unserer Hauseingangstüre klafft, in der drahtverstärkten Scheibe, eines Tages, ein glatter Kleinkaliberdurchschuss. Indes ist, untypischerweise, weit und breit kein Projektiv auffindbar. Nichts minderes als ein Zauberer mit ebenso effizientem Zauberstaub könnte hier ein zerstörerischer Blitz ins Glas geworfen haben.  So genau weiss dies niemand der Bewohner, respektive, ich wage zu behaupten , so genau wills niemand wissen.

Wächterinnen des Heizungskellers

Da schienen auch die Wächerinnen des Heizungskellers wenig bis gar nichts entgegenzusetzen.

Nicht weit fern unseres Domizils, genau ein Vollgeschoss tiefer, tut Zeitgleich ein wirklich rabiater Poltergeist seinem Namen alle Ehre. Angst befällt mich um die altehrwürdige Statik eine eben so alten Hauses.

Wohnungstüre

Doch gipfeln tut dieser Geistertanz als eines Tages uns der stechende Geruch von, vor sich hin, faulender Fisch ins feine Näschen sticht. Die genaue Analyse mit UV-Licht, ich kuck ja auch CSI, zeigt Eindeutiges. Unsere Wohnungstür ist wild verspritzt mit einer nicht weiter identifizierbaren Substanz. Diese inzwischen eingetrocknete Flüssigkeit stinkt ohne Zweifel fürchterlich. Allfällige UV-Sichtbare Schüttspuren, die Treppe abwärts, weisen auf die Wohnung unter uns.

Klar ist dass ich meinerseits reagierte und mittels Brief die Bewohnerschaft informierte. Ob dies, wie auch weitere Massnahmen, die Geister besänftigen wird, stell ich indes mal grundsätzlich in Frage. Klar ist auch, vieles was hier geschieht entzieht sich meinem rationellen Verständnis so muss ich wohl mit denen Geistern leben.

Also nix anderes als denen alten Zeiten nachtrauern als noch Autos die Durchgangs-Strasse belebten und ein friedliches Zusammenleben harmonisch funktionierte.

Für Geisterjäger, die Geolokation
681’379.4, 247’900.8

Der DistoX2 das unbekannte Helferchen

am 02. Juli 2017 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Es ist ein feines Kerlchen der gepimpte Disto X310 welcher, nach Austausch der Hauptplatine, zum DistoX2 mutiert, doch irgendwie entgleiten mir die einten oder anderen Eigenarten dieses Vermessungstools. Insbesondere die Kalibrierung  macht mir wie auch einiger meiner Freunde richtig Mühe darum hier eine kleine Anleitung für all jene die auch so wie ich am räumlichen Verständnis scheitern.

Mal in Kürze repetitiv,

der DistoX2 ist entwickelt worden um unterirdische Hohlräume zu vermessen. Die Hauptplatine wie auch die nötige Firmware stammt aus Beat Heebs Küche und sollte zur Erfassung von Höhlen dienen. Klar auch Bergbauforscher und Forscherinnen greifen gerne auf dies nützliche Gerät zurück. In Kombination mit einem Tablett und dem App „Topodroid“ kann während der Vermessung das Untertagewerk auch gleich rudimentär gezeichnet werden.

DistoX2

Kurzum, der DistoX2 verfügt über Kompass und Neigungsmesser. Die Messwerte kann er mittels Bluetooth an ein Tablett übermitteln. Auf dem Brett wiederum kann, eben mit entsprechendem Programm, die Unterwelt zeichnerisch umgesetzt werden. All diese verbauten Sensoren benötigen jedoch eine periodische Kalibrierung zur fehlerfreien Funktion und diesem Prozedere will ich mich, für mich und andere, diesem Texte widmen.

Der DistoX2 misst die Länge und die Richtung des Laserstrahl unabhängig davon wie der Disto gehalten wird. Um Neigung wie Azimut genau bestimmen zu können müssen die Sensorwerte durch Multiplikatoren. Diese Faktoren sind im DistoX2 gespeichert und müssen, wie bereits erwähnt, mittels Kalibrierung spätestens alle Jahre erneuert werden.

Zur Kalibrierung müssen 56 Messungen im Würfel durchgeführt werden.

Der Kalibrierwürfel

Die 56 Messungen setzen sich zusammen wie folgt:

Im Würfel sind 7 Strecken zu erfassen. 2 Horizontale,  der Kantenlänge entsprechende, eine Vertikale, der vertikalen Würfelkante entsprechend, und 4 Messungen vom Würfeleck aufs diagonal gegenüberliegende Würfeleck.

Alle Messungen werden Vorwärts und Rückwärts erfasst womit aus 7 Messstrecken 14 werden. Jede Messstrecke wird 4 mal gemessen will heissen bei jeder einzelnen Messung muss der DistoX2 um 90 Grad abgedreht werden, also Display oben, Display seitlich, Display unten, Display gegenüberliegende Seite.  Total sind wir somit bei 56 Messungen aus denen mittels Kalibrierprogramm, in meinem Fall der „Topodroid“ die Kalibrierungs-Koeffizienten entstehen. Diese Koeffizienten werden am Schluss des Kalibrierungsrituals per Bluetooth an den DistoX2 übermittelt.

Der Würfel kann in einer Höhle oder, in meinem Fall bevorzugt, im Wald wieder gefunden werden. Wichtig hierbei, alle magnetischen Störeinflüsse müssen möglichst eliminiert werden. Also, weit weg von Siedlungen, Hochspannungsleitungen, Sendeantennen, Bahnlinien usw. Auch sollten alle magnetischen Teile bei der Kalibrierung abgelegt und in reichlicher Distanz zum Disto deponiert werden, Handy, Uhr, Gürtelschnalle und sonstig Metallisches.  Ich war, im meinem Falle, am Hönggerberg weit des Sendemasten und auch so möglichst fern der Siedlungen.

Der Kalibrierwürfel

Im Wald braucht’s 4 Bäume um den Kalibrierwürfel aufzubauen. Einer der Bäume sollte ein gut erreichbarer Ast, zum Aufbau der Vertikalstrecke, haben, ca 1.80 Meter hoch gelegen. Die Streckenlängen sind im Kalibrierwürfel sekundär.

Der Kalibrierwürfel

Im nächsten Schritt markierte ich meine Punkte mittels Malerklebband. Auf das Klebband muss ein gut sichtbarer Punkt, wasserfester Filz, gemalt werden. Auf diesen Punkt muss ich letztlich mein Laser möglichst präzise richten und die Messung starten.

DistoX2 und Topodroid

Nach Verzierung der 4 Bäume wird der DistoX2 eingeschaltet und der Topodroid aufgerufen. Im Modus „Disto verwalten“ wird nun der zu kalibrierende Disto selektiert. Meiner heisst „X310 3010 Luisa“. Nun wird auf das Symbol zweier Schwanzbeissender  Pfeile geklickt worauf am Disto die Anzeige CAL 000 erscheint. Anschliessend das Zahnrad anklicken um eine neue Kalibrierdatei vorzubereiten. Nach erfolgter Dateispeicherung Ordnersymbol anklicken und der Topodroid ist bereit zur Datenverarbeitung.

Nun können die Kalibriermessungen gestartet werden.

Am besten beginnt man mit den einfachsten Messungen, genannte Horizontale, auf meinem Plan die Grünen, anschliessend die Vertikalstrecke, die Blaue, und am Schluss, als Zückerchen, die Eck zu Eck Messungen, auf meiner Zeichnung die roten Linien.

Es ist sinnvoll wenn die genaue Reihenfolge an jeder Messstation befolgt wird, DistoX2 um 90 Grad abdrehen, also Display oben, Display seitlich, Display unten, Display anschliessend die gleiche Strecke in Umkehrrichtung. So kann auch Mensch mit eher minderem räumlichen Verständnis bis zum Schluss die Übersicht behalten des weiteren erscheinen die Messungen beim Herunterladen bereits in korrekter Reihenfolge. Jede Messung wird auf dem Distodisplay anzeigt, CAL 001 bei Abschluss der ersten Messung und, logisch, CAL 056 bei erfolgter letzter Messung. Die kleine Zahl oberhalb rechts im Display zeigt die noch nicht heruntergeladenen Kalibriermessungen. Am Ende des Messrituals, vor Upload, sollte  folglich eine 56 stehen.

Nach Abschluss der 56 Messungen müssen diese auf Topodroid geladen werden. Dazu der uns best vertraute Herunterladepfeil betätigen.

DistoX2 und Topodroid

Wenns richtig funzt landen 56, in weiss dargestellte, Messungen im Topodroiddisplay. Als nächstes sind die Zahlen, mittels „123…“ Symbol, richtig zu gruppieren. Und auch da, wenns hinhaut entstehen 4er Gruppen alternierend Hellblau/Gelb so wie auf meinem Foto.

DistoX2 Kalibrierung

Und jetzt, einmal Zaubern bitte.

Wieder das bekannte Zahnrädli und los geht’s. Auf dem Tablett-Display erscheint, nach einiger Rechenzeit, ein übergelagertes Fenster mit den begehrten Kalibrierungskoeffizenten. Nun zur Feier des Tages auf den Hochladen Botton drücken und im Disto beginnt die Bluetooth-Anzeige zu blinken.

Nach Abschluss der Aktion erscheint kurzzeitig eine Meldung die besagt dass die Übertragung erfolgreich war. Nun kann die Programmseite, mittels Backtaste, wieder verlassen werden und der Disto, im Distoauswahlmenu, wieder, mit den Schwanzbeisserpfeilen, auf Normalbetrieb gesetzt werden.

Die Kalibrierung  kann im Topodroid gespeichert wie auch exportiert werden. Die Exportdatei liegt im Verzeichnispfad „\TopoDroid\ccsv“

Kalibrierdatei DistoX2

Ins Exel importiert sind die 56 Messungen mit den Rohsensorwerten erkennbar. Auch erkennt der Leihe die erfolgreiche Gruppierung in 14 Messstrecken. Wenns so kommt, kommts gut.

Wie bereits erwähnt, der DistoX2 hat eine regelrechte Aversion gegenüber allem was irgendwie magnetisch ist.  Magnetismus hat einen schlechten Einfluss auf die Kalibrierung. Nach Kontakten mit magnetischen Störgrössen sollte die Kalibrierung unbedingt erneuert werden.

In meinem Fall warens die hochaktiven Eisenbergwerke auf Gotschens die mich zur Erneuerung der Kalibrierung  veranlassten.

Und, Wichtig-ergänzend die Tutorials des DistoX2-Machers
http://paperless.bheeb.ch/download/DistoX2_Bedienungsanleitung.pdf
http://paperless.bheeb.ch/download/DistoX2_Kalibrierung.pdf

Macherwebseite
Disto X2 http://paperless.bheeb.ch
Topodroid http://marcocorvi.altervista.org/
Appseite Topodroid https://sites.google.com/site/speleoapps/home/topodroid

Val Tisch im 2017

am 30. Juni 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es ist bald ein Jahr seit letzter Val-Tisch, Minas da Fier -Geschichte vergangen und so war die Freude umso grösser zu neulichem Besuch. Damals, eben ein Jahr zurückliegend,  berührte mich die Frage Wer war Anton ?

Inzwischen erliess die geistreich nicht wirklich weitermutierte Bergüner  Gemeindeversammlung auf Gemeindeboden ein allgemeines, als Marketinggag verkauftes,  Fotografierverbot . Ich ignorierte richtigerweise gesagtes  Verbot  im Wissen dass dies Dekret kaum der hiesig  geltenden Gerichtsbarkeit statt halten würde. Also gibt’s wieder jede Menge schöner Bilder in meinem Texte.

Aber zurück zum Kernthema, im Val Tisch, einem Tal auf, wie genannt, Bergüner Boden, liegt ein bedeutendes Bergwerk welches ich mit Freunden seit vielen Jahren regelmässig beforsche. Noch liegen viele Geheimnisse im Dunkeln doch die Geheimnisse schrumpfen allmählich und es entsteht ein klareres Bild damaliger Eisenproduktion. Und, auch immer wieder ein Ausflug wert, die herrliche Landschaft, die, auch ohne  Marketinggag, durchaus sehenswert erscheint.

Val Tisch Minas da Fier

Die Bergwerksanlage erlebte deren Betriebsende um 1840 wenn doch dieser Bruch nicht eindeutig festsetzbar erschein. Immer wieder war die Industrielandschaft Ort verschiedener Forschungen und umfangreicher  Abbauwürdigkeits-Abklärungen. Die letzen dortig Forschend und Vermessenden waren Eugster und Müller vom Büro Fisch um 1943. Aus dieser Zeit geht eine detailierte Aufzeichnung der Stollenanlagen hervor die einige Fragezeichen beherbergte. Unsere Mission war es die noch sitzenden Fragezeichen zu verbannen und die unbekannten, noch nicht dokumentierten Stollenbauten, genauer zu vermessen. Auch so wollte ich in Ruhe etwas tiefer in die Bergbaugeschichte, anhand konkreter Spurensuche, hineinblicken.

Val Tisch Minas da Fier

Wie immer ist der Einstieg ins Stollentief zwar Eng aber dafür von beindruckender Ästhetik.

Val Tisch Minas da Fier

Die Bergleute um 1840 machten jagt aufs begehrte Hämatit, welches noch heute, in zahlreichen Adern reichlich zu finden ist.

Wir indessen machten Jagt auf unbekannte, verschlossene Schächte und sonstwie nicht abschliessend dokumentierte Stollenwerke.

Val Tisch Minas da Fier

Ein immer wieder absolut kickender Deckel sitzt oberhalb des 38 Meter tiefen Hauptschachtes. Die genaue Vermessung, respektive ein genaues Aufzeichnen des  Standortes im Kontext zu den bekannten Abbaustollen, zwecks des Verständnisses, tat Not. Ursprünglich wollten wir den Deckel gewaltsam, unter hohem Risiko, knacken doch die minutiöse Umsetzung der Messwerte in Form eines Plans rettete letztlich dies edle Holzwerk. Zu eindeutig erscheint gegenwärtig das Gegenende des verschlossenen Schachtes. Dieser endet namentlich in einer oberen Halle. Auf dem Holzdeckel ruht  folglich heute rund 3 Meter Steinversatz mit samt Stützmauer. Über ein Nebendurchgang  lässt sich heute die Halle oberhalb des Holzdeckels befahren.

Val Tisch Minas da Fier

In dieser oberen Halle sind weitere interessante Geheimnisse verborgen. Im Innern liegt viel Holz am Boden. Zwischen den Holzbalken wiederum, in noch offenen Hohlräumen, kleine Stützmauern die wahrscheinlich breite hölzerne Arbeitsbühnen trugen.  Die Halle selbst erreicht eine Maximalhöhe von rund 7 Metern.  Und, in Tagrichtung  erhebt sich eine mächtige Trockenbauwand bis Hallendach.

Val Tisch Minas da Fier

An kleiner Stelle liegt eine Öffnung die einer genaueren Vermessung bedurfte. Oberhalb der Mauer wird klar ersichtlich ein Schutteinbruch welcher von Tage her ins Untertagereich eindrückte. Dieser Einbruch ist eindeutig Grund für die Mauerexistenz. Die Stützmauer sollte, soviel ist heute klar, ein weiteres Zuschütten der Halle verhindern. An Position des Einbruchs, dies jedoch auf Tage, markieren die damaligen Vorgänger, im Jahre 1943, den „vermuteten Stollen II“ auf dessen Pläne .  Der damalige Stollenkartograf, genanntes Büro Fisch aus Zürich, kannte die Halle nicht.

Der heute bekannte Abbauraum mündet in ein Gesenk welches hoch steigt und unsereins auch schon bereits bekannt war. Dies Gesenk verbindet über einen, wieder abwärts verbindenden Gang, die, um 1943 gezeichnete, Halle 1.

Val Tisch Minas da Fier

Die Halle 1 kann auch über den Hauptstollen befahren werden.  Mittels dieser Strecke untendurch besuchten bereits 1943 die Forscher des Büros Fisch den Abbau. Noch heute steht drohend oberhalb des engen Durchschlupfs eine halb zerfallene, voll beladene Bühne festgeklemmt zwischen den zwei Stollenwänden.

Dank viel Fleissarbeit meiner Begleiter konnte der enge Verbindungsgang steil hoch ins Gesenk weiter ausgeräumt werden so das ein Durchschlupf in die Parallelhalle möglich wurde.

Val Tisch Minas da Fier

Der Aufstieg ist Steil und Teil eines Gesenks welches sich, wahrscheinlich mittig, mit dem etwas flacherem Schrägschacht  der Parallelhalle verbindet.  Im der Gesenköffnung klemmt ein schweres Kantholz, ein Indiz für mögliche grössere Bergbautätigkeiten im oberen Gesenkteil. Bei zunehmender Gesenkhöhe indes nimmt die feuchte Versturzmasse, bis hin zur kompletten Verfüllung, zu.  Das Material stammt eindeutig von Tage und zeigt in Richtung des auf Aussenskizzen, aus Jahren 1943, markierten „Stollen II Angegeben“ Punktes. Wo dieser Stollen II angegeben wurde entzieht sich unserem Wissen. Der letzte  Betriebsleiter des Bergwerks Albertini beschrieb die Stollenbauten teils recht detailiert doch vom Stollen II lass ich nirgends, hinzukommend dürfte dieser obere Stollen II mit zugehörigem Gesenk noch vor Albertinis Zeit stammen.

Val Tisch Minas da Fier

Im unteren Ende der Halle 1, auch immer wieder faszinierend, ein weiterer Schacht, knappe 14 Meter tief, welcher nur so strotzt von Hämatit. Ich liess mich in dieser tief gelegenen Bergbauregion, nahe des Schachtkopfes,  nieder zwecks Studium vorhandener Inschriften im letzten Stollenstummel.

Val Tisch Minas da Fier

Ein letztes Namenstäfeli, wie jenes von Anton in Stollen IV, an flacher Wandfläche, ist noch übrig geblieben. Ich vermute dass einst mehrere solch schwarze Flächen mit eingeritztem Namen die aktuell unten abgebrochene Wand zierten.

Val Tisch Minas da Fier

Der genaue Blick jedoch lässt leider keine Texte mehr auf der schwarzen Fläche erkennen. Stattdessen ist nebenan eine Fingerinschrift, wahrscheinlich neuerem Datums,  erkennbar. Wer diese Inschrift festsetzte ist schwer zu erahnen. Dies Stollenwerk war lange sehr schwer zugänglich. Mit Werkzeug ausgestattete Bergleute werden kaum sich der Fingerkunst gewidmet haben.  1955 stiess eine Pfaditruppe in den 36 Meter tiefen Hauptschacht diese Jungs indes werden kaum diesen Stollen erreicht haben. Auch nach 1955 könnten Einige dies Werk besucht haben. Alleweil, wir werdens nie so genau wissen und auch die Inschrift ist nicht restlos entziffert aber wir bleiben dran.

Der Plan jedoch ist das wichtigste Produkt jahrelanger Forschung.

Val Tisch Minas da Fier

Heute ist die gänzlich undokumentierte Ebene +10 fertig vermessen. Dieser obere Plan mit der unteren Ebene verknüpft zeigt eindrücklich die Durchgänge in die 1840er Hauptstrecke. Auch sind die Bergbauperioden, die von oben nach unten sich ausdehnten,  weiter nach verfolgbar. Trotzdem ist mein Plan lange nicht fertig und es fehlt noch die Integration der unteren Etagen wie auch der definitive Seigerriss.

Val Tisch Minas da Fier

Nichts desto trotz wars wieder mal ein tolles Wochenende in Bergüner Gefilde mit toller Aussicht aus Stollen I heraus.

Und, ja wie bekannt, diese Geschichte wird fortgesetzt.

Vorbeiträge zu Eisenproduktion in Bergüner Gemeindeboden:
Fopa da Chianols, noch mehr Geschichten
Wer war Anton ?
Eisenbergwerk Val Tisch so is es
Internationale Val Tischer Bergwerke
Eisenbergwerk Val Tisch, Neues
Minas da Fier Val Tisch
Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch
Bergbausachverständige am graben
Val Tisch, die Fortsetzung
Das Geheimnis von Val Tisch

Römische Eisen und sonstige verwässerte Abenteuer

am 20. Juni 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ich lass mal die Bergüner, Bergüner sein und wende mich wieder wichtigeren Dingen zu. Lange ist es inniger Wunsch unterländerischer Archäologieen die verwässerten Geheimnisse eines, eben, mit Wasser gefüllten Gesenks zu erkunden. Ich, inzwischen als Wasserpumperin bekannt, bin mit dieser spannenden Geschichte konfrontiert worden.

Ob die Pumperei  tatsächlich noch Realisierung findet werden letztlich hiesige Universitäten entscheiden. Für mich wars primär ein Reko-Ausflug in wunderschöner Landschaft und eine richtig spannende Geschichte.

Gotschens

Oberhalb des Marmorera-Sees am knappen Ende des Baumwuchses erstreckt sich ein Bergbaugebiet wie ich es in diesem Lande noch nie zu Gesicht bekam. Das karge Gebiet nennt sich Gotschens und diente einst als Eisenerzgrube.

Gotschens

Der Aufstieg war, Sepp sei Dank, mit Fahrbewilligung und Jeep easy zu bewältigen. Noch lockere 200 Höhenmeter mussten wir zu dritt abspulen ehe allmählich Industriegeschichtliche Überbleibsel sichtbar wurden.

Erzgruben Gotschens

Bald jedoch offenbarten sich gröbere Erdbewegungen die ohne Zweifel mit brachialer Muskelkraft vollzogen wurden.

Erzgruben Gotschens

An tiefster Abbaustelle wird die mächtige Halde sichtbar welche die Hauptgrube markiert.

Erzgruben Gotschens

Und zwischendurch, an verschiedensten Stelle, immer wieder massives Eisenerz welches im Tagebau gefördert wurde.

Erzgruben Gotschens

Hin und wieder etwas weniges Tiefbauten, respektive Stollenbauten, die jedoch, aktuell, ziemlich bald im Versturz enden.

Erzgruben Gotschens

Oben, auf der Haupthalde angekommen, wird das Teil archäologischer Begierde allmählich sichtbar. Es ist ein Gesenk welches, im 30 Grad Winkel, ins Berginnere verschwindet.

Erzgruben Gotschens

Der Schrägschacht, wie auch die wuchtige Halde, lässt, ohne Zweifel, Grosses erahnen doch baldig macht sich Wasser breit und die Erkundung endet bei 5.4 Meter unter Haldenboden.

Erzgruben Gotschens

Der Blick ins nasse Tiefblau zeigt klare Stollenweiterverläufe und dies nicht minder wenige, doch wie erwähnt, das Wasser hält sich hartnäckig und, ich glaube, diesem Wasser kann nur mit groben Gerät begegnet werden.

Erzgruben Gotschens

Rundum Eisen feiner Güte wenn doch oft mit Schwefel versetzt was einige Interessante Industriegeschichtliche Aspekte aufwirft.

Der Blick aufs Satellitenbild lässt ganz gewaltig staunen. Bei unserer Befahrung, und diese war äusserst genau, sind uns keinerlei Bohrlöcher begegnet.

Die Nähe zum Septimerpass, genannte 9 Kilometer Luftlinie, lässt für mich einzig den Schluss zu dass dies wuchtige Bergwerk einst Römischer Herrschaft war, 200 Jahre vor Christi, und viel Sklaven beherbergte. Indessen waren die Römer, mit Rennofentechnologie, nicht besonders erfolgreich im Bearbeiten Schwefelhaltiger Erze womit die wissenden Metallurgen hauptsächlich die Erzrosinen aus dem Erzberg jagten.

Doch die Römer waren bei weitem nicht die Einzigen die sich des Erzes bedienten. Die am gleichen Felshang liegende Grotten-Burg Marmels besass bereits um 1200 das Bergregal somit ein Nutzungsrecht für dortige Eisen. Jedoch, auch dies Adelsgeschlecht Marmels, heute Demarmels, und deren Spezialisten war damals nicht übers Rennfeuer hinaus gewachsen. Womit auch sie, wahrscheinlich Tiefbau betreibend, weiterhin Erzrosinen pickten.

Erst moderne Vorbehandlungsmetoden und Verhütungstechnologien um 1700 machte aus Schwefelhaltigem Erz mehr als nur brüchiges Gusseisen. Das grosse Haldenwenden dürfte sein Lauf genommen haben. Als letzte Abbauperiode wird die Zahl 1830 bis 1847 genannt. Damals, so wird berichtet, sollen die Erze im modernen Belaluna-Werk zu Schmiedefähigem Eisen weiter verarbeitet worden sein. Die Bohrlöcher waren folglich nie ein Thema denn wieso im engen Loch teures, schwarzes Pulver verhauen wenns auf der Halde noch Erze für viele weitere Schwerter gab.

Die Erzader, dies erkennt der Gesteinssachverständige auf nen ersten Blick, ich gehör da definitiv nicht dazu, quert den See bis ans gegenüberliegende Ufer.

Stollen unbekannt

An den Erz-Ausbissen, unterhalb der Passstrasse, ein weiterer, äusserst interessanter Fund welcher scheu ein zusammengebrochener Stollen erahnen lässt. Ein durchkriechen zwischen den Felsklötzen wäre durchaus verstellbar. Ich hatte leider, am Standort, mein Geläucht im Auto vergessen womits mal vorläufig bei der Aussenansicht bleibt.

Diese Geschichte ist so was von Spannend dass deren Fortsetzung naheliegt. Ob die Pumpaktion mit viel Logistik tatsächlich zum fliegen kommt ist leider noch offen. Klar ist, fliegen triffts auf den Punkt, ohne Heli oder 500 Sklaven geht da nix. Da nun lange die Aufklärung geschah ist Ersteres einzige Variante um das Wasser aus dem Abbaugesenk zu verbannen.

Bergüner Würfe

am 31. Mai 2017 unter Politischer Grunk, Steinerne Unterwelten abgelegt

Und sonstig königliche Dekrete.

Die wahrscheinlich  verbotstafelreichste Gemeinde  der  Schweiz ist um ein neues Dekret reicher.

Bergüner Verbots-Schilderwald

Das Kind nennt sich „Gesetz über Fotografierverbot“ und es verbietet ab  dem 30. Mai 2017 jegliches Fotografieren auf Bergüner Gemeindeboden.

Die Gemeindeversammlung beschloss am Tage 29. Mai des 2017, wahrscheinlich nach einer wahrhaft berauschenden Versammlung, das allfälliges Fotografieren auf Gemeindeboden zu verbieten sei. Ob dies ein Marketinggang der, mir bis anhin vorwiegend als Vorurteilsreiche Gemeinde, zu interpretieren ist, tue ich hiesig ernsthaft anzweifeln. Abgesehen davon das dies Fotografierverbot juristisch kaum durchzusetzen ist, wirkt der Beschluss alles andere als Gastfreundlich. Aber bekannt ist, all die bescheuerten Unterländer-Vorurteile müssen fleissig gefüttert werden.

Da ich doch immer wieder in der Gemeinde Bergün tätig bin und meine Arbeit letztlich auch ein Mehrwert für all die dortigen Gemeindeversammler darstellt, tue ich sowohl Hotelwahl wie auch meine offene Informationspolitik mal wieder gründlich überdenken.

Meine Tätigkeit als Planzeichnerin und Forscherin, die mit die Bergüner Bergbauvergangenheit aufarbeitet, hat bis anhin viele Stunden Fronarbeit verschlungen. Käumlich werde ich meinerseits irgendwas an Material aus meiner Feder, respektive aus meinem CAD, der Gemeinde in irgendwelcher Form zukommen lassen indessen wird solch abstruses Verbot mich nicht des Ablichtens abhalten. Bei all des königlichen Getues, die Gerichte werden hier das allfällig letzte, verbindliche Wort zu sprechen wissen.

Meine Vorgeschichten, sehr zum Missfallen des Gemeindepräsidenten Peter Nicolay, eben, auf Gemeindeboden handelnd.
Fopa da Chianols, noch mehr Geschichten
Wer war Anton ?
Eisenbergwerk Val Tisch so is es
Internationale Val Tischer Bergwerke
Eisenbergwerk Val Tisch, Neues
Minas da Fier Val Tisch
Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch
Bergbausachverständige am graben
Val Tisch, die Fortsetzung
Das Geheimnis von Val Tisch

Minas del Carmen

am 27. Mai 2017 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Als Kind waren mir wie auch meinem Vater die beeindruckenden Ruinen am Fusse des Cerro del Piquete in Auge gestochen. Eines Tages, es dürfte gut und gerne 40 Jahre her sein, als Papa und ich damals noch klein Luis, die sehr kleine Fassung einer Luisa, uns aufmachten dies beeindruckende Ding zu erklimmen.

Minas del Carmen

Über den steilen Bremsberg erreichten wir, ich mag mich noch genauestens erinnern, das oberste Mundloch doch weder Geleucht noch Mut war unser eins und so blieben 40 Jahre Erinnerung an dies, mir irgendwie wage als Bleibergwerk bekanntes Gerät.

Minas del Carmen

Und, 40 Jahre danach bin ich mit Freuden an gleicher Stelle mit forschender Intention unterwegs. Diesmal im Bild, welches Matti (Bergwerke.ch) ablichtete, wieder ich am selben Bremsberg 40 und mehr Jahre  danach. Gegenwärtig weiss ich es ist ein Bleibergwerk mit zugehöriger Aufbereitung Poch- und Flotationsanlage. Auch wieder über den Bremsberg können alle Anlagenteile des Bergwerks „Minas del Carmen“ erreicht werden.

Minas del Carmen

Das Bergwerk ist oberhalb der Aufbereitungsanlage angesiedelt wobei die Aufbereitungsanlage bereits etwa 70 Höhenmeter verschlingt.

Oberhalb des Erzsammlers liegen zwei Tiefsohlen die einzig der Erzlogistik dienten und keinerlei Erzgänge anfuhren.

Minas del Carmen

Beide Sohlen sind als Fahrstrecken konzipiert welche Abwurfschächte erschlossen. Die tiefste Sohle schliesst an 2 Schächte, beide an Tag führend. Die nächsthöhere Sohle erschliesst 3 Schächte die am oberen Ende im Abbaufeld untertägig münden.

Erst ab Level Drei, etwa 200 Meter höher und deutlich nördlich der Verarbeitung, wird’s interessant. Eine wuchtige Halde kündigt, von weit her sichtbar, das eigentliche Bergwerk. Und tatsächlich am Orte der Neugierde angekommen öffnet sich eine Fahrstrecke zur näheren Erkundung. Nach knapp 100 gefühlten Metern die Abbauhalle Pfeilerbei, welche leicht steigend wie auch fallend, unsere Fahrstrecke allmählich auseinander schneidet.

Minas del Carmen

Die Hallen gewinnen drastisch an Kubik fasst schon Seemühleartig irrt man durchs Labyrinth des Abbaus.

Minas del Carmen

Neuere wie auch ältere Abbauten schneiden in wilden Durcheinander die komplexen Pfeilerhallen.

Minas del Carmen

Trotzdem ist die Struktur des Abbaus dank Fahrstrecken und Abwurfschächte einigermassen überblick bar. In abgeschiedenen Abbauzonen nächtigen grosse Kolonien Fledermäuse. Der untertägige Abbau schätze ich auf Dimensionen von ca 1200 Meter mal 100 Meter wobei die oberen Bergbauzonen auf Tage münden.

Wieder auf dem Rückweg tat ich mich mit den Aufbereitungsanlagen tiefer auseinandersetzten und deren Funktion einigermassen zu erahnen.

Minas del Carmen

In der obersten Ebene unterhalb des Sammlers wirkte ein Steinbrecher, Kreiselbrecher, was auch immer, so genau kann ich dies nicht bestimmen. Die Brecher sind Rückgebaut. Der Bremsberg endet am Brecherwerk.

Unterhalb des Brechers ist erneut ein Sammler ins  schmale Tal eingepasst. Südlich des Sammlers das robuste Gemäuer einer Wasserbeckens (Balsa).

Es gibt keine Zweifel, die nächste Verarbeitungsstufe war äusserst wässerig.

Minas del Carmen

Ich glaube die hier gemauerten Waschtröge, sollten mittels Flotationsverfahren die schweren Bleierze aussondern. Überlaufleitungen die vom Werk wegziehen, verleiten mich zu solch Annahme.

Minas del Carmen

Und im untersten Anlagenbereich waren Silos, Transformer, Kompressoren und die Lastwagenverladerampe angebracht. Das Bergwerk könnte, meiner Beurteilung nach, bis ins Jahr 1960 Blei gefördert haben. Der Zustand des Mauerwerks wie auch die wenigen Innereien legen solch Erkenntnis nahe. Im Bergwerk selbst sind Spuren des Altbergbaus um 19. Jahrhundert sichtbar. Die Schienen waren auf Holzschwellen eingepasst also eher unmodernes Rollmaterial. An vielen Orten kamen noch Körbe (Espuertas) zum Einsatz.

Ich vermute dass auch dies Bergwerk eher eine alte Tradition um die Maurenherrschaft kennt. Die letzte Bergbauperiode der Moderne dürfte indes alte Spuren ziemlich effizient vernichtet haben.