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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Der Kruks mit den fliegenden Fotografen

am 13. September 2020 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten abgelegt

Das Luftbild ist ohne Zweifel ein ideales Analysetool für kaum überblickbare, verfallene Industrieanlagen.

Buffalora

Die Drohnen schaffen heute qualitativ hochwertiges Bildmaterial und erreichen ferne Ecken in effizienter Zeit.

Luftbild Buffalora

Mit Hilfe dieser Luftbilder lassen sich mögliche Erdbewegungen, Terrassierungen, Mauern was auch immer, sehr genau lokalisieren und dies an Stellen  die unter Umständen sehr schwer zu erreichen sind. Im Bild die mittleren Grubenabschnitte des produktiven Bergwerks Buffalora.

Doch eine weitere Auswertung, im Sinne einer präzisen Georeferenzierung, gestaltet sich schwierig. Die Drohne sieht eine flache Momentaufnahme eines Geländes welches in Tat und Wahrheit durchsetzt ist von zahlreichen unsymmetrischen Dreidimensionalen Formen.

Ergo, Sportgeist muss sein.

Wie üblich kann QGIS mit Hilfe des entsprechenden Plugins, richtig geil Georeferenzieren. Die QGIS-Tutorialseite liefert dazu ganz nützliche Tipps und Anleitungen.

Mit den Georeferenziertool können auf dem Foto markante Punkte gesetzt werden die sich nun, in der QGIS geöffneten Karte, markieren lassen. Ab drei Punkte kann eine Georeferenzierung gestartet werden doch je mehr Punkte anliegen desto genauer lässt sich eine Referenzierung bauen.

Soweit so schön doch meine Gegend ist seit gut und gerne 400 Jahren reines Brachland und allfällig Kartografisch interessante Ecken längs in die Vergessenheit der Plantas abgetaucht.

Also bleibt mir nur eines, den Zugriff auf bereits bekannte Luftbilder, im konkreten Fall „SWISSIMAGE“. Doch leider sind die SWISSIMAGE-Bilder auch nicht vor Fehlern geweiht.   

Nun, Spass muss sein, da hilft nur eines, ein vorsichtiges Antasten an optisch markante Geländeformationen.

Luftbild Buffalora

Durch Vergleich und nochmals Vergleich suche ich Gemeinsamkeiten zwischen meinem Bild und dem georeferenziertem SWISSIMAGE-Bild. Eine richtig Nervenaufreibende Arbeit.

Ich finde ganze 8 Übereinstimmungen aus denen ich die Georeferzierungsbasis baue.

Luftbild Buffalora

Was zu einem doch eher ernüchterndem Resultat führt. Im Süden scheints  zwar recht sauber zu stimmen doch die nördliche Hälfte ist eindeutig was weniges im Schilf.

Im vorliegendem Beispiel ist die Problematik eher gering da die interessanten Bergwerksanlagen eh eher in der Südhälfte liegen trotzdem liegt, insbesondere in undokumentierten Zonen, einiges an Schwierigkeiten drin.

Links

Tutorial QGIS http://www.qgistutorials.com/de/index.html

GIS Welt https://www.giswelt.ch

Buffalora, schon wieder eine Geschichte

am 12. September 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne ist diese Forschungsstätte momentan eines meiner beliebtesten Projekte. Die Zeitepoche zwischen 1300 und 1600 ist Bergbautechnisch überaus interessant und der kleine, auf Buffalora, aktive Völkermix Lombarden / Tiroler sorgt für spannende Geschichtsschreibung. Attraktiver Nebeneffekt, ich bin weit weg vom Covid-Idiotismus was einer Erholung sehr nahe kommt. Grossstädte, respektive Möchtegerngrossstädte, kultivieren momentan ein hohes Mass an Unerträglichkeit. 

Da Christina und ich neu eine Drohne in unserem Forschungswerkzeug mit haben, die Gelegenheit um das Fluggerät auf Buffalora hochsteigen zu lassen.

Noch hinzukommend waren mir, trotz zahlreicher Buffalora-Ausflüge, die oberen Anlageteile gänzlich unbekannt. Also führte die Wanderung erstmals an den obersten Punkt den genannten roten Stein.

Roter Stein Buffalora

Der rote Stein, eigentlich ein  Eisenerzhaltiger Felsausbiss, soviel steht fest, war Anfang der Eisenerzentdeckung für eine Kommerzielle Nutzung. Wann dies genau war ist zur Stunde schwierig zu datieren alleweil vor 1300. Um den roten Stein herum starteten kleinere Tagbauten die sich des Erzes bedienten diese sind jedoch kaum Sinnvoll datierbar. Und auch das herumliegende Holz scheint auf den ersten Blick eher eingeschleppt nach 1300.

Roter Stein Buffalora

Im Luftbild die rundumabbauten die heute kaum die damalige Tiefe inne haben.

Nahe dem roten Stein nennt Siegfried zwei Gebäude die ich jedoch vor Ort nicht so genau ausmachen konnte.

Roter Stein Buffalora

Eines könnte knapp an der Nationalparkgrenze gestanden haben, im Bild auf em rechten Viertel.

Wenige Meter vom roten Stein entfernt, in nördlicher Richtung, folgten die Bergleute einem weiteren Erzausbiss welcher allmählich in den Untergrund abtauch.

Roter Stein Buffalora

Am Ende des Abbauschlitzes schliesst ein Stollenwerk an.

Plaun Cotschen

Diese Grube steuert, mit kaum nennenswerten Kurskorrekturen, den roten Stein an.

Plaun Cotschen

Das Stollenwerk hat als ziemlich einziger Bau dem Zahn der Zeit bis zum heutigen Tage getrotzt. Der Vortrieb erreichte mit knapp 25 Metern die Unterfahrung des roten Steins nicht ganz. Im Innern sind nur wenige Erzspuren erkennbar die, in roter Stein Richtung, eh komplett auf Null auskeilen.

Der eigentlich interessante Erzgang, welcher über Jahrhunderte hinweg bearbeitet wurde, liegt 90 Grad versetzt  und unterfährt, heutiger Wissensstand, den roten Stein Kurs Nordost, dem Hang abwärts folgend.

Buffalora Eisenerzbergwerk

Diesem Hangzug folgend langen zahlreiche Stollenbauten die den Erzgang auf verschiedenen Höhen anfuhren.

Buffalora Eisenerzbergwerk

In den höheren Regionen, zwischen 2470 und 2500 Meter über Meer, sind, vermutet, lange Schlitze ausgehoben die gegen Bergtiefe in Untertagestollen mündeten. 

Buffalora Eisenerzbergwerk

Fest steht, der Bergbau erfolgte von oben nach unten, will heissen, die zukünftigen Stollen mussten sich erstmals mühsam einen Weg am Rande der Halden vorheriger Bauten bahnen.  Infolge sind einige Stützbauten zu erkennen welche die nachrutschende Abraumhalde vom Stolleneingang fernhalten sollten. Heute liegen die Holzspuntwände, dank des Wassers welches tiefe Erosionsschlitze in die Halden grub, weitgehends offen.

Buffalora Eisenerzbergwerk

Knapp unterhalb des markanten Haldenzugs liegt ein mächtiger Poch und Erzscheideplatz mit ebenso mächtigen Sortierhalden. Wahrscheinlich stammen diese Einrichtungen aus Zeiten mittlerer Bergbauepochen um 1400. 

Die Übersicht

Es gibt die unteren Stollenbauten (2200 – 2300 müm), Nordöstlich gelegen, die in guter Hoffnung einzig in Sondierstollen endeten. Diese Gruben sind teils bis zu 150 Meter in den Berg getrieben und vollkommen taub. Auf meinen Plan sind diese bekannten, zur Stunde 4 derer offen, in oranger Farbe gehalten. Es gab aber einst etliche weitere Stollenwerke, heute alle Verstürzt, von denen kaum welche Resultate zu Tage brachten. Bergbaurelevante Spuren sind als blaue Punkte markiert.

Buffalora Eisenerzbergwerk

Plan als PDF, Plan anklicken

Und es gibt ein produktives Eisenerzbergwerk, 2390 – bis 2508 müm, Südwestlich angeordnet welches heute bekannte 4 Erzgänge abbaute. Die heute vermessenen Stollen sind in gelber Farbe gehalten.

Das Produktive Bergwerk im Detail

Buffalora Eisenerzbergwerk

Plan als PDF, Plan anklicken

Heute ist die Gelbe Fläche vermessen. Diese Fläche ist Bestandteil der Förderinfrastruktur der letzen Bergbauepochen um 1500. Oberhalb liegen diverse Stollen die in früheren Epochen die bekannten Erzgänge anfuhren. In der Mitte der Revierfläche sind Terrassierungen angelegt die auf Gebäude oder Installationsflächen hindeuten. Im Osten liegt der grosse Pochplatz welcher wahrscheinlich noch vor dem Bau der grossen Erschliessungsstollen aktiv war. Die grossen Erschliessungstrecken waren  um die 350 Meter lang Heute sind alle ursprünglichen Eingänge verstürzt. Wir nutzen für unsere Vermessungstätigkeit ein, im 2018, fertiggestellter Schacht welcher Zugang ins Hauptbergwerk öffnet.

Vorgeschichten:

Buffalora, ein Plan entsteht
Buffalora, Hunde und sonstig Hochtechnologisches
Buffalora Ergänzendes
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora

WMTS geo-admin.ch auf meinem QGIS

am 29. August 2020 unter Kartografie abgelegt

Ich denk mal dies Thema hat schon Einige genervt und auch ich benötigte Zeit und passenden Zufall um Erleuchtung zu erlangen.

Da ich vergesslich bin und ich weiteren Suchenden die nervenaufreibende „wie geht das“-Frage ersparen möchte, ein kurzer Beschrieb, eben, wies geht, dieser, hauptsächlich geklaut von der Hochschule für Technik Rappi unter QGIS Tipps und Tricks https://giswiki.hsr.ch/QGIS_-_Tipps_und_Tricks

Ausgangslage, QGIS ist ein feines Tool. Ich verwende dies Program zur Analyse und Visualisation geografisch positionierter Objekte, Namentlich alte Bergwerke, Industrieanlagen, historisch Vergangenes. Mit QGIS können verschiedenste Karten ein und ausgeblendet werden auf diesen lassen sich, ähnlich CAD, georeferenzierte Zeichnungen erstellen.

rodalquilar

Als Beispiel etwa meine Zusammenstellung der Grubenbauten im Goldminenareal Rodalquilar Almeria.

Karten gibt’s etliche die auf WMS und WMTS Büchsen lagern und die sich einfacher oder komplexer ansaugen lassen. Die Schweizerische Eidgenossenschaft mit ihrem Kartenportal https://map.geo.admin.ch stellt ein WMT-Server zur Verfügung welcher mittels QGIS oder anderer GIS-Tools genutzt werden kann. Leider fand ich die Anknüpfung ans  WMT-Serverchen der Eidgenossen ganz und gar nicht selbsterklärend und wer die Swisstoposeite aufruft wird eh gleich überkippen.

Zum Glück sah sich, in der Hochschule für Technik Rapperswil, Einer oder Mehrere dazu berufen das Handling auch den Dumis einleuchtend nahezubringen.

Kurz meine Zusammenfassung,

QGIS

Im QGIS gibt’s en Menupunkt „Layer“ darunter aufgelistet, zuoberst, erscheint die „Datenquellenverwaltung“. Wird dieser Punkt angewählt meldet sich das „Data Source Manager“ Fenster.

QGIS

Soweit, so gut.

In diesem Fenster klickt der WMTS-Durstige auf „Neu“ und das Fensterchen „WMS WMTS Verbindung anlegen“ zeigt sich.

QGIS

Nun müssen da en paar Parameterchen in dies Fenster ehe die Musik spielt.

Der Name kann frei gewählt werden, ich entschied mich für „Swisstopo WMTS“ da ich eh meist die Swisstoposachen nutze.

Die URL lautet https://wmts.geo.admin.ch/1.0.0/WMTSCapabilities.xml

und der Referer, muss zwingend rein, hört auf die URL http://map.geo.admin.ch .

Anschliessend aufs „OK“ klinken und im „Data Source Manager“ „Verbinden“ wählen.

Nun sucht sich das Progrämchen den Weg in die Eidgenössischen Kartenserver und bringt als Antwort eine stattliche Auswahl am lustigen Karten, alte Bekannte aus den Kartenportal https://map.geo.admin.ch .

QGIS

Die Kartensammlung ist nun, bei korrekter Verbindung, im Reiter „Tilesets“ abrufbar. Nun kann die Wunschkarte gewählt werden. Nach Betätigung des Knöpfchens Hinzufügen leuchtet diese in voller Pracht auf deinem QGIS-Projekt.

QGIS

Auf meinem Beispiel das Luftbild „SWISSIMAGE“ unter einem Horgener Stollen.

Links dazu, weils Geil ist:

Die Urheber, HSR Geoinfomation https://giswiki.hsr.ch/QGIS_-_Tipps_und_Tricks  

Kartenportal https://map.geo.admin.ch

QGIS weils der Porno ist https://www.qgis.org

und meine GIS-Seite https://www.luisa.net/teknologisches/digitale-kartografie/

Neulich im Greulichwald

am 29. August 2020 unter Betrachtungen, Grungisches, Stadtindianer abgelegt

Die täglich Arbeit mag schön sein kann doch diese über den, überufernden Covididiotismus hinwegtäuschen.

Greulichwald

Die kurzen Momente der Harmonie ein wahrer Genuss für Herz und Seele.

Kompressor

Und auch Spass mit Kompressörchen kam nicht ein Moment zu kurz.

Währenddessen nun das Leben in der Stadt, man nennt sie Zürich, ein hohen Level an Unattraktivität, Tendenz steigend, aufbaut. In den Köpfen blökender Schafe, und von denen Zähle ich, in Stadtgrenzen, deren 400 000, liegt tief verwurzelt, mit genügender Repression sind auch letzte Abtrünnige richtig Handzahm.  Naja, infolge liegt in meiner täglichen Hauptmotivation die permanente Umgehung allfälliger Covid19-Schutzkonzepte.

Klar ist, ich hab ein Bedürfnis, und dies besagt, ich will nicht so leben.

Klar ist, ich muss dies in keinster Weise begründen.

Und klar ist, ich habe eine Meinung, und ich bin weder einer rechten Gesinnung zuzuordnen noch nähere ich mich von abstrusen Verschwörungstheorien.

Kurzum, den Covid werden einige überleben die Massnahmen indes wird, aus meiner Generation, niemand überleben.  Somit muss ich eine Strategie aufbauen um, mit gewohnten Freiheiten, in einer gegenwertig äusserst Sherifflastigen Stadt, unerkannt weiterzuleben.

So sind es die kleinen, längst vergessenen Dinger, wie etwa Lagerkartoffeln, die wieder an Bedeutung gewinnen.

Kartoffelhorde

Und wo einst, in meiner Werkstatt der Wechselrichter thronte, dient dieser heute als Fundament zu unserer Kartoffelhorde.

Kurzum, glaubt, ich bin unbeugsam und mein ertragbarer Schmerzlevel ist sehr hoch angesiedelt.

Ich finds legitim zivilen Ungehorsam zu leisten. Mögen viele respektvoll, vernünftig und doch rebellisch, richtig unartig sein.    

Aber, trotz meiner absolvierten Gefechtsausbildung, ich will keinen Bürgerkrieg erleben und ich erlebe eine zunehmend geschürte, brandgefährliche Spaltung der Gesellschaft, die mich zutiefst beunruhigt. Eine Gesellschaft funktioniert friedlich und respektvoll im Austausch verschiedenster Standpunkte. Diesen Grundsatz des Zusammenlebens scheint dank des Durchdrücken, meiner Meinung nach, grösstenteils absurder Schutz-Massnahmen, allmählich zu verschwinden.

S-charl und weitere Sehenswürdigkeiten

am 17. August 2020 unter Reisen, Steinerne Unterwelten, Vergangenes abgelegt

Das momentan akkurate Prädikat fürs Städtchen wär Unaushaltbar.  Die Gründe dazu seinen vielseitig und potenzieren aktueller Pandemieerscheinung. Die Menschen drehen im engen Raum rot und dies bei steigenden Temperaturen, kein angenehmes Klima.

Ergo ab in die Berge, meiner Freundin einige Bergbauhistorische und Landschaftlich wichtige Eckpunkte zeigen und nebenbei noch selber reichlich Neues entdecken.

In S-charl liegt immer noch einem schier unbewandertem Revier die historisch wichtige Blei und Silbergrube Mot Madlain.

Mot Madlain

Die Ruhe dortiger Felsabbrüche wird kaum von Wanderbeigeisterten Gestört,  namentlich ist der alte Erzweg Sackgasse und mündet zuhinterst am Barbarastollen.

Barbara-Stollen

Welche Barbara die den gleich des Besuches ladet. Im Innern Altbekannte und bereits im Vorbeitrag S-charl Dokumentierte womit ich weitere Ausführungen an dieser Stelle auslasse. Stattdessen blick ich in Dingern die mir beim letzten Besuch verborgen blieben und einer Erzählung würdig sind.

Schmelze S-charl

Wer konsequenterweise dem Erzwege, dieser was in der Hirz-Dynastie als Pferdefuhrwerk-Weg ausgebaut, abwärts folgt, wird zwangsläufig in der Blei und Silberveredlung, auch aus Hirzzeiten 1820, landen. Die noch heute erhaltenen Mauerresten zeugen vom aufkommenden Industriezeitalter grösserer Gebäudeanlagen und verfeinerter Verfahrenstechnik. Das zweiteilige Hauptgebäude bringts auf eine  Kantenlänge von 60 x 30 Metern.

Verwaltergebäude

Auch das ehemalige Verwaltungsgebäude lässt eine gewisse Wichtigkeit erahnen. Das Verwaltungshaus ist in neuerer Zeit wieder aufgebaut worden und dient heut als Bergbau und Bärenmuseum.

Schmelze 1939

Aber, bekanntlich bin ich kompetent im erstöbern  von herumliegenden Sehenswürdigkeiten und in S-charls solls einige davon geben.

So steht nicht unweit der Schmelze ein Kalkofen welcher noch heute hin und wieder Rauch und Funken speit um Kalkstein in geschmeidigen Mörtelkalk zu verwandeln.

Kalkofen S-charl

Das schmucke Ding mit Überdachung ist noch aktuell eines der wenigen funktionsfähigen Kalkbrennereien. Wahrscheinlich liegt deren Ursprung in der letzten Bergbauepoche zur Herstellung des Kalkmörtels für die zahlreichen Bauten.

Szenenwechsel,

In den Jahren 1977, ich, ein ungeliebtes Avrona-Kind, war fasziniert von grosser Architektur der Gründerjahre nur wenige Kilometer vom besagtes S-charl fern.  Das Kind nennt sich Kurhaus Tarasp am Inn gelegen und war, wie ich bereits erwähnte, in meiner zarten Jugend willkommenes Ausflugziel dies nicht zwingend im Bereich des Legalen.

Kurhaus Tarasp

Der aus 1864 stammende  Kurhausbau steht noch heute, leider, wahrscheinlich über die Jahre hinweg ziemlich todrenoviert doch das drum rum macht die Sehenswürdigkeit aus.

Kesselhaus Kurhaus Tarasp

Deutlich schmucker das ehemalige Kesselhaus welches das Kurhaus mit Heisswasser für Bäder und Heizung  versorgte. 1977 mein Einstiegsort ins Kurhaus, heute wird dieser Bau als Hotel genutzt während das eigentliche Kurhaus leersteht.

Und ganz klar der Joker unseres Ausfluges am gegenüberliegendem Innufer, ein wahres Juwel umgesetzter Jugendstilarchitektur.   

Büvetta Trinkhalle

Die Büvetta Trinkhalle in ganzer Pracht, erbaut von Simon Bernhard um die Jahre 1875 bis 1876. Heute ist dieser Prunkbau damaliger Mineralquellen-Trinkkultur ein begehrtes Lost-Place-Objekt.

Büvetta Trinkhalle

Trotz des Stolzes welches das Bauwerk ausstrahlt liegt der Baustruktur ein, damals kostengünstiger, Ständerbau zu Grunde welcher allmählich in sich zusammenfällt.  

Büvetta Trinkhalle

Und, trotz mieser Bausubstanz, auch das innere lässt sich sehen.

Weitere interessante Details zur Trinkhalle finden sich im Bericht der Kantonalen Denkmalpflege https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/are/themen/Tarasp_Trinkhalle.pdf

Architekturfetisch in der Aglo

am 01. August 2020 unter Ästetik, Stadtindianer abgelegt

Nachdem ich neulich nen Pudel namens Wookiee kennen lernte, wundert mich die Existenz eines Jabaa-Towers nicht im geringsten. Oder wars Jeba?? ich bleib mal bei Jabaa.

Jabaa-Tower

Das Gebäude, im Niemandsland stehend, leuchtet in leichter Regenbogenfarbe, sagte zumindest eine Freundin von mir.  Ob dies Teil je eine Rolle in Star Wars inne haben wird mag ich bezweifeln dazu ist der Bau den doch en tig zu wenig futuristisch. Die runde Form indes find ich durchaus mutig  und für Schweizer Verhältnisse äusserst gewagt.

Jabaa-Tower

Blick Unten Oben offenbart die schlanke Balkonumrandung die dem Jabaa eine unerwartete Grazie verpasst. Wär das Teil nicht schweineteuer und Schweine-Niemandsland würd dies Ding, beweis gewagter Schweizer Architektur, durchaus Lob verdienen.

Der Jabaatower steht in sogenannt Kinderfreundlicher Gegend.

Aglo-Land

Die sich dadurch auszeichnet das weit und breit keine Kinder zu sehen sind, nicht mal auf den Spielplätzen.  

S-charl

am 01. August 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Der kleine beschauliche Ort mit Namen S-charl liegt fern bekannter Zivilisation und nennt als Bergbaudorf eine lange, sehr lange Geschichte deren Eigen.

Ja klar, wer sich für Tiroler Bergbau, im schweizerisch eher grösserem Stile, interessiert wird irgendwie, fast schon magisch angesogen, diesen Ort aufsuchen. Ich bin da definitiv nicht die Ausnahme und die Gelegenheit ergab sich um Spuren vergangener Tage aufzusuchen.

Knappenhaus S-charl

Das Knappenhaus, S-charls, Dorfplatzmittig, zuletzt als Grenzwachtposten amtend, lässt grosse Bergbautätigkeit vermuten. Zwei relevante Blei und Silber-Minen sind bekannt, Mot Madlein und Cuogn Nair in beiden war mir ein kleinwenig Einblick gewährt den beide verfügen über kilometerlange Stollennetzte die kaum aufrechten Gang erlauben.

Knappenhaus S-charl

Auf Bergmannswegen liegen noch heute Zeugen damaliger Knappenbehausung aus letzter Epoche, 1819 bis 1829, offen.

Mot Madlain

Und wie üblich liegen auch diese zwei Untertageanlagen an bester Landschaftslage.

Wer mit Sepp unterwegs ist muss sich die Untergründe erstmals schwer abverdienen. Respektive, trotz reichlich sauberer Stollendokumentation aus Jahren 2007, liegen noch einige Geheimnisse verborgen. Insbesondere die Erbstollenaustrittstelle Mot Madlain ist nie eindeutig gefunden worden.

Mot Madlain

Geheimnisse die unser aller brennend interessierten. Also machten wir uns, über zweier Wasserfälle,  in Richtung des potentiellen Erbstollens.

Mot Madlain

In unwirklicher Felslandschaft liess ein erster bekannter Stollenfund nicht lange auf sich warten.

Mot Madlain

Doch dies Mundloch besass keinerlei Qualifikationen zum Erbstollenausgang. Der Stollen endet wenige Meter nach Eingang in Stollenbrust hinzukommend liegt deren Richtung entgegen des Planerbstollens.

Mot Madlain

Der Erbstollenausgang wusste sich gekonnt vor uns zu verbergen doch stattdessen sind uns nicht minder interessante Bergbauspuren begegnet die potentielle Hinweise auf eine Erbstollenbaustelle lieferten. In der Felswand sitzt ein kleiner Tunnel paar wenige Meter lang welcher eine Felsnase unterquert. Am Tunnelende sind böse, kaum begebbare Felsen womit uns weitere Details unsichtbar blieben.

Am benachbarten Gehänge sind weiter zahlreiche Balkenlager im Fels eingelassen als hätten einst auf denen weite Dachkonstruktionen geruht.

Das Bauwerk Erbstollen Mot Madlain solle über einen Zeitraum von 70 Jahren erstellt worden sein. Wer das Bergwerk  Mot Madlain kennt, weis der Erbstollen in dessen heute Wasserführenden Funktion ist Goldwert. Wo nun das Wasser, viel Wasser, zu Tage tritt wissen wir nicht.

Mot Madlain

Das Bergwerk selbst liegt im wunderschönem Tal auf, Barabarastollen, 2821048 / 1179300 / 2165 müm (LV95er Koordinaten)

Barbarastollen Mot Madlain

Wie üblich für Tiroler Bergbau, in Ursprüngen Mittelalter, sind die Roll-Strecken eng und die Türstöcke kaum grosser 120 x 80 cm, also härteste Kinder-Schutter-Arbeit.

Barbarastollen Mot Madlain

Ziehen und Stossen der Grubenhunde über die Rollstollen war zumeist Kindern vorenthalten. Um Höhenunterschiede mit schweren Hunden zu bewältigen sind seitlich der Laufbretter Steigbäume eingepasst.

Barbarastollen Mot Madlain

Alte Abbauhallen sind noch heute geräumig mit Stempeln verstützt.

Barbarastollen Mot Madlain

Wasser war und ist, in den gesamthaft 10 Kilometer langen Stollen, ein Thema. Zeitweilig sind aufwendige Teuchel-Leitungen, die das Wasser einst in den Erbstollen lenkten, auffindbar.

Barbarastollen Mot Madlain

Das Gerät meiner Begierde steht an einer anderen Zone. Dieses lieferte plausible Antworten auf Fragen zum Buffalora-Haspel welcher, in dortigem Buffalora, mir nur in demontierter Form bekannt ist. Hier auf Mot Madlain steht ein montiertes Exemplar ohne Kuhhornlager womit die nächste offene Frage des wieso Kuhhorn geklärt wäre. Eindeutig ohne die Kuhhornlagerung würde die Achse gnadenlos ins Holz einschneiden was im S-charler Haspel auch geschah. Eine nachträgliche Reparatur des Führungsschlitzes, in Form eines eingepassten Holzes, zeigt die Problematik des Lagerlosen Haspels. Meine gezeichnete Version liegt unter Haspel als PDF abrufbar.

Mot Madlain

Wieder Auftage die Ansicht des letzen Mundlochs mit Vorbau auf 2820874 / 1179144 / 2150 müm aus der Ära Johann Hitz 1819 bis 1829.

Da die Grubenpläne gut gehütete Geheimnisse sind, ich nicht so recht über ein mögliches Verbreitungsrecht verfüge und das Ganze abzeichnen mich anscheisst hier mal nur eine Grobübersicht der Minenanlagen.

Mot Madlain

Sollte ich irgendwelche, mir bis dato unbekannte, Urheberrechte verletzten darf man mich gerne kontaktieren (Bildquelle, keine Ahnung)

Die Zweite Mine die interessante Einblicke und Erkenntnisse versprach liegt an gegenüberliegender Talseite und nennt sich Cuogn Nair. Dies Werk ist schwierig zu erreichen sind doch deren 2 Mundlöcher an ungemütlicher Felswand platziert.

Auch dies Blei/Silber Bergwerk kennt deren Anfänge so um 1300.  Und auch wieder in letzter Epoche Johann Hitz 1819 bis 1829 (Silberberg Davos).

Cuogn Nair

Trotz bekanntem Sprengstoff, in den grossen Johann Hitz-Stollen auf Cuogn Nair finden sich keine Bohrspuren stattdessen sind verrusste Stollenwände vom Feuersetzten weit verbreitet.

Cuogn Nair

Abbaukammern, aufs Minimum geweitet, erinnern an klassische Mittelalter-Hauen.

Cuogn Nair

Auch in diesem Werk gibt’s punktuell Rundholzschienen in kleinere Abbaukammern. Ob einst Fahrzeuge auf den Schienen rollten oder diese nur zur Führung der Erztröge dienten, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsächlich sind keine Schwellen an den Schienen montiert was die Dinger fürs Rollmaterial eher unbrauchbar macht.

Cuogn Nair

Grubenplan Cuogn Nair auch wieder in kleiner Auflösung ums Geheimnis zu wahren. Hauptmundloch unten liegt auf 2820603 / 1179225 / 2056 müm in luftig unwohliger Felswandhöhe.

Die Blei und Silberminen ob S-charl sind seit em Jahre 1300 bekannt. Hauptsächlich unter Tiroler Führung waren die Gruben immer wieder Gegenstand spekulativer Geschäfte.

Lange Zeit waren diese verpachtet an die Familie von Planta aus Zuoz. Am Erbstollen Mot Madlain solle 70 Jahre lang gearbeitet worden sein.

Die letzte bahnbrechende Investition, neue Schmelze, neue Transportwege und erweiterte Rollstollen tätigte der Silberberg Davos Betreiber Johann Hitz in den Jahren 1819 bis 1829. Während dieser Zeit resultierte ein Gewinn von 8.060 kg Blei und 200 kg Silber.

Heute steht sowohl Knappenhaus wie auch Verwaltungsgebäude. Im Zweiterem ist gegenwärtig das Bergbau- und Bärenmuseum untergebracht.

Buffalora 2020

am 19. Juli 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eigentlich hätt ich wieder einst richtig viel Geschichten im Köcher. Ich bin, wie vielleicht inzwischen bekannt, mit einigen Freuden fleissig am Vermessen dortiger Bergwerke.

Luisa auf Buffalora

Bild, Hansjürg www.familie-keller.ch/bergwerke/

Die Geschichten, so wies gegenwärtig aussieht, sprengen manch Rahmen und je mehr ich Plan-Zeichne desto eher müssen Erkenntnisse neu überdacht werden.

Plan Buffalora

Der Plan wird immer grösser und die Erkenntnisse immer tiefer.

Bis dahin gibt’s en paar nette Bilder die Freunde knipsten und mich beim vermessen zeigen.

Luisa im Erzband 2

Luisa im Erzband 2 (Bild Andreas Schatzmann)

Soweit ist klar, die Bergleute Anno 1300 bis 1600 machten Einiges anders als ichs getan hätte. Reichlich vorhandene Muskelkraft und kaum resultierende Kosten machten enorme Bergbewegungen möglich. Tonnen Material bewältigten, in schwerster Handarbeit,  gewaltige Höhenunterschiede.

Piz Dahint

Nicht minder Theatralisch, die Dramatik des Berges in mitten des Gewitters.

Kurzum, die Geschichte wird grösser, aufwendiger und platzfüllender. Eine Geschichte fürs luisa.net.

Bis dahin meine Vorbeiträge

Buffalora, ein Plan entsteht
Buffalora, Hunde und sonstig Hochtechnologisches
Buffalora Ergänzendes
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora

Die Riesenkrake von Steinmaur

am 19. Juli 2020 unter Ästetik, Stadtindianer, Vergangenes abgelegt

Es war einmal eine Mühle

Und es war einmal ein Oskar Meier, Produzent Urbanexporerischer Fetischobjekte.

Wie bekannt jener Oskar Meier der einst mal überfliegende Kaufhauskonzepte plante und auf einer Spinnerei Jakobstal sitzen bliebt. Genannter Oskar Meier versuchte sein Glück erneut in Steinmaur und aus einer Getreidemühle hätte ein nicht wirklich überfliegender Geschäftsbau werden sollen.

Nun ja, geblieben ist das Teil dass landesweit die Urban-Ex-Szene immer wieder in fotografischer Wallung versetzt.

Da auch ich Fotos mag und die Schaufel auch mal Pause macht, wars gegeben so zu tun als wär ich eine Urbanex-Lady.

Die Krake

Und ja, ich könnt mich mit Urbanexischer Kultur, mal ganz ohne historische Tiefenanalyse, durchaus anfreunden.

Und statt einer Kornförderanlage könnt auch eine lebensbedrohliche Riesenkrake, ob einer Siloeinrichtung, auf vermeintlich unschuldige Graffitivirtuosen lauern.

Nun denn, kleiner Rundgang durch längst vergangene Tage des gemahlenen Kornes. Und, wer mich kennt, so ganz ohne Historik, klappts bei mir irgendwie doch nicht.

Mühle Steinmaur

Die Gemütlichkeit einer Mühle ist nicht zu übertreffen.

Mühle Steinmaur

Und die Krake des umgekehrten Vorzeichens.

Mühle, Walzen und so.

Mühle Steinmaur

Da wo einst Mehler umhermehlten.

Mühle Steinmaur

Der obligate Urban-Explorer-Blick-Aufwärts.

Mühle Steinmaur

Mühlestube mit weltbekanntem Schaltschrank.

Mühle Steinmaur

Siloaufsicht mit Füllanlage, Krake, was auch immer.

Mühle Steinmaur

Wen das „Lisisch“……..

Mühle Steinmaur

Und so siehts aus.

Historisch, ohne geht nicht, kleine Übersicht über die Karten hinweg.

Mühle Steinmaur

1850 stand einst ein stattliches Gebäude welches aus gewonnener Wasserkraft, Getreide weiter zu Mehl verarbeitete, so wills die Wild-Karte wissen. Ich habe dies Bauwerk grün koloriert um deren Veränderung zu verdeutlichen.

Mühle Steinmaur

Auf den Siegfriedkartenblatt ca 1890, quert nun eine Strasse das alte Mühleareal. Die Mühle selbst scheint an, heutig bekanntem Standort, umgezogen.

Mühle Steinmaur

Heute steht sie noch in voller Pracht mit einigen Erweiterungen wie etwa die aus den Jahren 1960 stammende Hochsiloanlage.

Und ja, bei deren Streifzüge, so na, eine Erinnerung an eine ganz liebe Mitforscherin, die viel zu früh unsere kleine Welt verliess.

Genannte Gina die, als erfahrene Mühlebauerin,  viel über solch Mahltechnik zu erzählen gewusst hätte.

In diesem Sinne hier wiedererinnernd dessen Nachruf auf www.luisa.net/sammelsurium/gina-rickenmann/

Gesellschaft von Tiefencastel Part II

am 19. Juli 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine Geschichte um viel Bla, wenig Katzen-Nuggets und ein aufkommender Investorenegoismus.

Oder, die Suche nach vermeintlichen Goldschätzen säuft ab.

Die Gesellschaft von Tiefencastel, keine Unbekannte ist doch diese, konstant konkursive Investorenvereinigung mit wenig Bergbauwissen, gerüchtehalber an manch Bündner Berghang anzutreffen.  Gemunkelt wird an tiefem Gehänge des Val Schmuer. Die zwei tief unbekannten Stollenmüder ob Weinmannischer Unternehmung als Berghaueaufwältigung im Namen der Gesellschaft von Tiefencastel.

Mir begegnet deren geglaubte Handschrift grosszügig dimensionierter Verladerampen im Wald ob des, unter Goldsuchern äusserst begehrten Schmuer-Bachs. Die Geschichte damals nannte ich diese “ Wo Goldsucher und Bergbauforscher sich gefährlich nahekommen„. Auffällig auch die zwei verstürzten Stollenmünder die verdächtig denen im nahen Tiefencastel ähneln.

Die Literatur, allen voran Plattner, könnte hie wie da, verarmten Adeligen um 1800 neue Hoffnung auf reiche Goldvorkommen geschürt haben.

Ich indes bin hauptsächlich der Geschichte willen unterwegs und wie so Mancher weiss, „was Luisa nicht weiss, macht Luisa verdammt heiss“. Gut dass diese enthusiastische Leidenschaft von mach einem Bergbauforscher geteilt wird.

Des Anfangs, wie der, die LeserIn weiss, bin ich, mit Rundell ebenso enthusiastischer Forscher, am Suchen verborgener Stollengeheimnisse um Tiefencastel herum. Genannte letzte Geschichte Gesellschaft von Tiefencastel.

Klar ist bis heute, an allen Standorten die Herren Gesellschaft zu Tiefencastel Finger mittendrin hatten, lagen früher bereits Stollenwerke an. Die Herren waren fleissige Leser, wahrscheinlich Plattner und co, und die Stollen bereits aus früheren Tagen vorhanden.

In Tgant Ladrung ob Tiefencastel liegen solch Relikte früherer Industriekultur mehr oder immer versteckt im Wald

Plang Peng Situation Minen

Stand Heute bekannt und von Herren Gutachter Leonhard und Selb um 1812 dokumentiert,  3 Stollen.  2 derer sind nur noch anhand der Halde erahnbar, der 3. ist auf 34 Meter fahrbar und dieser 3. ist gegenwärtig Ort unserer Neugierde.

Der 3. so sagts die Halde, müsste beträchtlich viel Länger sein. Geschätzte 150 bis 210 Meter sind denkbar doch ab Meter 30 setzte sich Versturzmasse in Bewegung die ein effizientes Weiterkommen verunmöglichte. Die Neugierde trieb ab 1980 Wenige, mit Schaufel bewaffnete, in diese Untiefen doch deren Erfolg verhallte ist Statisch eng gesteckte Grenzen und so blieb der Vortriebswert um 30 bis aktuell 36 Meter.

Auch unser illustres Grüppchen unternahm den Versuch, diesmal mit klar eingeplanten Deponien für den Abraum nahe der Grabungsstelle an einer Stollenweitung.  

Plang Peng Stollen-Deponie 2

Leider jedoch füllten sich die zwei Deponien schneller als uns lieb war.

Plang Peng Stollen-Deponie 2

und so waren die beiden Deponien am Abend des 3.7.2020 bis Stollendach prall gefüllt ohne den entscheidenden Durchbruch geschafft zu haben.   

Luisa in Plang Peng

Trotz sportlicher Höchstleistung aller Beteiligten gelang der allesentscheidende Durchstoss ins vermutete grosse Stollensystem nicht. Ab den Metern 36 und einer tendenziell zunehmenden Grabungs-Tiefe  nimmt auch das unerwünschte Grubenwasser zu. Die Vermutung dass die weiteren Stollenmeter tief im Wasser schlummern ist leider, nach jetzigem Wissensstand, nicht von der Hand zu weisen.

Meter 36 sind bis zur Stunde heute Fahrbar es fehlen noch etliche Laufmeter die womöglich nie mehr aufgewältigt werden. Und doch, die Erkenntnisse waren reichlich und die zusammengetragenen Fakten bilden eine zunehmend rundum abgeschlossene Geschichte um das Spekulationsvorhaben, Minen Tgant Ladrung.

Einige Forscher nahmen sich diesem Mysteriums an, gewisse Unterlagen sind heute Zugänglich und meinerseits weiter destilliert.  Der Stollen offenbarte interessante Eisenerzgänge mit feinen Pyritkristälchen welche die früheren Berggold-Anekdoten noch untermauern.

Kurzum,

Der Stollen 3, wie auch die beiden 2 verstürzten Stollen unterhalb, sind älterem Datums und vermutet im Jahren 1804 mit grosser Kelle neu angefahren. Das Profil, rund 2 Meter Stollenhöhe,  lässt auf grosse Hoffnung schliessen. Ab 30 Meter, Stollen 3, wird ein Eisen-Erzgang sichtig, welcher zwischen violettem Schiefer und Kalk  Nordost zieht. Dieser Erzgang lag im Interesse früherer Bergleute, abbauspuren sind reichlich vorhanden. Der violettem Schiefer ist von brüchiger Konsistenz und leider überaus Wasserdurchlässig was auf einen statisch problematischen Stollenverlauf schliessen lässt. Die Halde ist voll von violettem Schiefer was auf ähnliche Verhältnisse ab Stollenmeter 36 schliessen lässt. Trotz aller Widrigkeiten steht genau auf diesem violettem Schiefer der Eisenerzgang mit interessanten Einschlüssen, an. In den Randbereichen des Erzganges liegen feine Katzengoldklümpchen (Pyritkristalle) die zu damaligen Zeit einer eher defizienten Bildung, gut und gerne den Anschein eines wertvollen Berggold erweckten.

Büsigold

Ausser feine Wohnzimmerdeko besitzt dies kleine Pyritchen mit lieblichem Volksmunde, Büsigold, keinerlei Funktion. Anno domini 1800 dürften indes manche verarmte Adlige, beim Anblick solch schicker Steinchen, ihr allerletzes Geld in eine Konkursive Gesellschaft gebuttert haben in Hoffnung  aufs grosse Berggold.

Die Gesellschaft von Tiefencastel machte keine halben Sachen und die getätigten Investitionen müssten, gemäss der Zeicheninterpretation, grösserem Umfangs gewesen sein.  Das Geld indes verdampfte indes schnell in den vermeintlichen Berggoldstollen.

Auf Tgant Ladrung / Plang Pegn wie auch im entfernten Val Schmuer zeigen die wenigen Bergbauspuren auf fette und effizient vernichtete Investitionen.

Nachweisslich Schrottete die Gesellschaft, nach Namenswechsel in Gesellschaft von Reichenau, 1818 die anvertrauten Kapitalien. Die Stollen blieben lange vergessen bis einige fündige Forscher nach Spuren suchten und einiges dokumentierten.

So liegen etwa umfangreiche Aufzeichnungen und Fotografien zum früherem Blockhaus auf, die eine saubere Rekonstruktion der damaligen Knappenunterkunft möglich machten.

Bergwerk Plang Pegn

Dies gesammelte Wissen fügte ich zu einem Plan zusammen welcher, in grosser PDF-Form gerne mittels Plan-Link  herunter gesaugt werden darf.

Vorbeitrag Gesellschaft von Tiefencastel

Einstmal wiedermal

am 18. Juni 2020 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten, Vergangenes abgelegt

Vorweg, die Natur holt sich alles zurück und wir, unser Kulturgut, ist erschreckend endend. Bis dahin gibt uns, wir die wir am Weg, der ja bekanntlich das Ziel sein solle, etwas herum schrauben. So gibt’s eine imposante Chronologie der Geschichte die wir Teil davon sind.

Nun ja nun gut, Spinnerei Jakobstal war Thema und lange mein Besuch ausbleibend aber, bekanntlich wird alles besser und an Zeit fehlts gegenwärtig gar und ganz nimmer.

Generatorstube Spinnerei Jakobstal

Was einst Sinnbild für die gezählte und kanalisierte Kraft des Wassers war und etliche Technologiegenerationen mitmachte, ist heute schlicht die Erkenntnis das alles wieder ihren Ursprung findet. Ob nun der Klimawandel oder sonstige Geschichten, unser Einfluss ist vielleicht doch kleiner als gedacht. Das Grün wird überdauern oder das Grün wird obsiegen unsere Präsenz mag da nur ein kurzes Zeitgeschehen sein.   

Dampfkessel Spinnerei Jakobstal

Und so wird viel Stoff bleiben, in mitten der grünen Pflanzenwelt, für zukünftige Chronisten bis deren Geschichte auch wieder im Grün endet, was so betrachtet den Kreis des Lebens schliesst.

Spinnerei Jakobstal

Zweifelsohne sind es die Ansichten des Morbiden die immer wieder zu Faszinieren vermögen und so verwunderst nicht weiter dass dies Objekt der misslungenen Bauspekulation,  immer wieder eine Vielzahl an Zeitgeschehensgestallter anlockt.

Spinnerei Jakobstal

Naja, mich mit eingeschlossen wenn doch dies kiffende Kunstwerk nicht aus meiner Dose stammt.

Aber,

Immer wieder bin ich über dies Bauwerk, früherer Müllerskunst, gestolpert und immer warens Geschichten die mich faszinierten. Es sollen meine ersten Begegnungen um die Unschuldsjahre 1970er, Geschichte gewesen sein. Damals alles noch fein säuberlich in Kalkstein gepackt in Hoffnung grosser Kapitalzuwachse. Trotzdem, mir waren schon früher Einblicke möglich doch sie blieben, dank des Fehlens funktioneller Fotoapparate, exklusiv im alterndem Gedächtnis hängen. Keine Frage, auch ich werde einstmal zu Grün. Auch klar, ich tue vieles daran diesen Prozess zu verzögern.

Hotdog-Automaten Spinnerei Jakobstal

Nächstes Eckdatum findet den Frühling 1987, in einer scheuen Begegnung mit nie funktionierenden Hotdog-Automaten und weiteren Streifzügen statt. Die Horde passt ins Limmatsträsschen und weiss verdächtigst viel über nie funktionierende Hotdog-Automaten.

Bis anno Domini auch so, als Konstante, meinerseits eine Faszination fürs Vergängliche und deren daraus resultierenden Geschichten.

Die Jahre 2000 und die mich zunehmend interessierenden Bondagegeschichten bewegten mich, und eine sehr kleine Handvoll AbenteurerInnen, in dies Geschichtswürdige Industriezeugnis zur Geschichtenerzählung. Die Geschichte um Hildegard, von Lory Ekk abgelichtet und von mir geseilt, im November 2000 umgesetzt, fand auf meiner, noch immer lebenden Atelier Eisen Seite Platz . Ich glaub die paar Vollpfosten die mich letztes Jahr aus der Marktspirale kicken wollten, erlebten auf meiner, besagten Atelier Eisen Seite ungebremstes Schwanzhalleluja. Anny, andere Geschichte, die Anwälte, fanden ihren Spass und meine Gerechtigkeit.

Und danne, wieder in der Vergangenheit schwelgend, eine Aufarbeitung der Geschichte, so ums 2012, eine Erste, recht unprofessionell und richtig dilettantisch auf Luisa-Net, weitere folgten. Die Sulzer Dampfmaschine ist überaus inspirierend und war auch so der Vergangenen Tage eine Geschichte auf Luisa-net wert.

Any, ich war mal wieder da, und schaute nach dem Rechten oder nach dem Falschen? Eindeutig eine Frage des Standpunktes  doch eines bleibt, viele Impressionen.

Spinnerei Jakobstal

Der Zahn der Zeit setzte der Architektur schwerlich zu.

Spinnerei Jakobstal

Und Edelmetaller, Messingmenschen und Sonstige taten den Rest.

Spinnerei Jakobstal

Die neue Dynamik der Vergänglichkeit indes öffnet ganz neue, äusserst farbenfrohe, Perspektiven.  

Spinnerei Jakobstal

Ob die Tamdemverbund-Dampfmaschine heute noch zu retten wäre mag ich zu bezweifeln. Zu tief war der Einfluss aller herum manipulierender Besucher und Besucherinnen.

Spinnerei Jakobstal

Doch nicht lange her, im November 2000, als dieser Ort eine sehr kleine Zahl Eingeweihter kannte und sich die Spekulationsgelüste eines Oskar Meiers in Grenzen hielten, schien das Gerätchen auf den kommenden Dampfstoss zu warten. Die Schaltanlage fürs Drehstromgeneratörchen scheint noch über alle Drehspulzeigerchen zu verfügen und die Ventile duften nach Frischfett.  Ganz und gar nicht heutiger Zustand, siehe drei Bilder aufsteigend, vom Schaltgerät gibt’s aktuell nur noch Gerippe.

Trotzdem hat auch der heutige Zustand seine Faszination.

Nun ja, ich hab gekuckt, wieder mal,  was früher war. Früher, in Zeiten in denen Oskar Meier nicht mal die Qualifikation eines Windelbeschmutzers inne hatte. Heutiges GIS machts möglich um in die Ferne zu schweifen und so zeigt sich auch wieder, im Kartenwerk zurückblätternd, wer einst Grund und Boden sein eigen nannte besass zahlreiche Möglichkeiten.

Spinnerei Jakobstal

Und so wart den, um die Jahre 1850, einstiger Müller der Niedermühle besass, bald Fabrikant auf der Spinnerei Jakobstal.

Spinnerei Jakobstal

Ob damaliger Müller sich zur Handänderung entschied oder ob sich die Findigkeit eines klugen Geschäftsmannes durchsetzte entzieht sich meiner Kenntnis. Sicher ist aus der Mühle wurd eine Spinnerei mit grossen wuchtigen Maschinen. Anstelle der damaligen Mühle entstand Verwaltung und Herrschaftswohnhaus. Die neualte Radstube stand fortan auf kanalisiertem Glatt-Zweig.

Und heute, nach Generation;

Mühle,

Spinnerei,

Hotdog-Automatenlagerraum,

Spekulationsobjekt,

Kunstraum,

bleibt der unermüdliche Zerfall.

Spinnerei Jakobstal

Spinnerei Jakobtal, es war eine echt geile Zeit in Deinen Gemäuern. Bekanntlich nimmt alles ein Ende und dies ist eigentlich gut so. ChronistInnen bleiben die, die bis anhin in geschehene Entwicklung weitererzählen.

Und weitere Geschichten

Bondage, weils so richtig geil war https://www.ateliereisen.ch/hildi.html

Epoche Kunstraum http://blog.ateliereisen.ch/?p=890

Epoche Industriegeschichte http://blog.ateliereisen.ch/?p=908

Die Maschine http://blog.ateliereisen.ch/?p=911

Epoche „muss Verschlossen werden“ http://blog.ateliereisen.ch/?p=2164

Luisa die Nette und das Maschinchen https://www.luisa.net/mechanik/betriebsdampfmaschine Drehzahlregler steht noch.

Luisa die Nette und noch mehr Historiennettes https://www.luisa.net/industriearchaologisches/industriegeschichtliches/

Savognin

am 07. Juni 2020 unter Betrachtungen, Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein Jeder, eine Jede mit minimal Kulturbildung wird diesem kleinen Flurnamen eines Fluchwortes gleich setzen. Mit etwas Weitblick, abseits touristischer Landschaftszerstörung, sind indes ganz spannende Überraschungen anzutreffen.

Ansichten meinerseits, ohne exklusivem Bergbaublick, auf der alten Septimerstrasse.

Ich war nun einige Hunde im Stollen und oft, beim Ausblick während den Mittagspausen, schweifte mein Blick ins gegenüberliegende Hangbewalde. Einige äusserst distanzierte Sehenswürdigkeiten stimulierten meine Neugierde. So gesagt so getan, ein gemütlicher Ausflug mit Kunsthistorisch gebildeter Freundin musste sein und war rege Freude.

Urperuaner

Und es waren nicht nur diese sympathischen Zeitgenossen die für ausgiebig Bilderflut sorgten.

Wer kurz vor, Architektonischen Höhenflügen, genanntes Savognin, und früheres Schweiningen, die aktuelle Julierpasstrasse verlässt und auf die alte, noch von den Römern, geschlagene Passstrasse überwechselt findet eine Reihe interessanter historischer Zeitzeugen.

Im Dorfe Riom, wo mich bereits die netten Peruaner begrüssten, liegt die Burg mit selbigem Nomen.

Burg Riom

Hoch zu Felsvorsprung thront dies Werk an namhafter Septimerpasstrasse.

Die Burg entstand im Jahre 1240, erbaut von Herren Wangen-Burgeis aus dem Vinschgau. im 14. und 15.  Jahrhundert wechselten einige Besitzer nach mehrmaligen Pfandleihrückzahlungen. Schliesslich blieb das Gemäuer ab 16. Jahrhundert, im Gemeindebesitz, unbewohnt.

Burg Riom 1800

Die unbewohnte Burg um 1800 (Bildquelle Wikipedia)

1867, nach verehrendem Dorfbrand, wurde das Dach und die Stockwerkeinbauten, um Riom wieder aufzubauen, abgetragen.

1973 wurde das aktuelle Holzschindeldach aufgebaut. Die heutigen Theatersaaleinbauten sind, im Jahr 2006, von den Architekten Marcel Liesch realisiert worden.

Eine durchaus gelungene Rekonstruktion der frühen Burganlage von Joe Rohrer findet sich auf dessen Webseite unter: www.bildebene.ch/portfolio_page/burg-riom/

Der Strasse folgend in Tiefenkastel-Richtung liegen einige weitere Sehenswürdigkeiten am Strassenrand in greifbarer Automobilistinnennähe.

Kirche St. Georg

Die um 1290 urkundlich erwähnte Kirche von Salouf, genannte St. Georgskirche, mit all deren vermengter Bauepochen, war eines der Objekte meiner Neugierde. Und, zweifelsohne, der Pfingstmontag war förmlich prädestiniert zu Kirchenbesuch.

Der Turm zeugt in unterer Hälfte von Romanischer Baukunst, diverse Ein und Ausbauten ziehen sich über alle nachfolgenden Modeströmungen abendländischer Baukunst hindurch.

Kirche St. Georg

Markant auch das Hauptschiff mit an der Seite noch teilweise erhaltenen Fresken. Die Altarkonstruktion solle aus der, damals dank des Stauseebaus, aufgegebenen Kirche Marmorera stammen.

Kirche St. Georg

Auch reich geschmückt präsentierte sich die angebaute Kapelle.

Aussicht Salouf

Und, bei prächtigem Pfingstmontagswetter, die Panoramasicht ins Steile Tal.

Das kleine Dorf Salouf nennt eine bewegende Geschichte dessen Eigen. Zwischen Walser-Siedlungen unter Durchgangsverkehr entwickelte sich Salouf zu interessantem Schmelzpunkt verschiedenster Kulturen.

Auch der Bergbau spielte eine nicht unwesentliche Rolle und so findet sich im Nordöstlichem Gemeindebezirk, etwas Autoroutenferner, die gut erhaltene Eisenschmelze Flex, zu Deutsch Stein.

Blasofen Flex

Insbesondere der Blasofen, Vorläufer des heutigen Hochofens, ist fast vollständig erhalten. Die Schmelzanlage baute Martin Versell aus Bludenz 1828 zur Verhütung der, aus Colm da Bovs stammenden, Eisenerzer. Bis in die Jahre 1850 heizte und schmelzte das Blasbalgbelüftete Ofenwerk Erze. Die dazugehörige Schmiede funktionierte noch weitere Jahre bis gegen 1900.

Kühe

Der alterwürdigen Strasse weiterfolgend, nahe Tiefenkastel, eine ebenso gemütliche Horde am Strassenrand die ich, auch so, auf meinem Bildern zu bannen hatte.

Gesellschaft von Tiefencastel

am 06. Juni 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Oder die verschollenen Stollen ob Tgant Ladrung.

Wieso Tgant Ladrung weiss kein Mensch. Die drei um 1812 dokumentierten Stollen liegen weit östlich des Flurnamens Tgant Ladrung im Bereich von Plang Pegn trotzdem ist im allgemeinem Volksmund die Rede vom Tgant Ladrunger Stollen. Heute ist dies Bergwerk, mit all deren Mysterien, begehrter Forschungsort gut informierter Stollensucher. Nichts scheint auf diesem Areal selbsterklärend, einleuchtend. An der Halde, bei den verschollenen Stollen 1 und 2, lässt sich Magnetit  beobachten und der heute teiloffene Stollen 3 führt viel Schwefelhaltiges Eisenerz.

Die Epochenvielfalt der gefunden Artefakte wie auch der vorläufig unüberwindbare Versturz war Nahrung für die Neugierde. Für mich Anlass tief in diese Geheimnisse zu blicken.

Und all jene die wieder mal nicht wissen wie ich aussehe, en aktuelles Bild von mir, Typ Selfi, aus Stollen 3.

Luisa im 2020

Ja, die einhellige Meinung unter Verwandten besteht wonach ich, mit zunehmendem Alter, meiner Grossmutter Claudia ähneln täte.

Aber erstmals zurück zur Kerngeschichte.   

Historisch belegt wird von einer Suche nach Gold um 1840 berichtet. Erfolglos sollen die Mannen ob Tieffen-Kasten, heutiges Tiefenkastel, immer wieder auf  täuschende Pyritkristalle  hereingefallen sein.

Die letzen, noch verbleibenden, Spuren des Bergbaus liegen im Wald bei Plang Pegn in Form grosser Halden, diverser Mauerreste und eines Blockhauses welches wahrscheinlich noch bis in die frühen 1940er genutzt wurde.

Gemäss Mineralogische Studie, der Nürnberger, Leonhard und Selb waren um 1812 3 Stollen auffindbar. 

Meine Kartendarstellung gibt den Zustand um 1812 wieder so wie dieser von Leonhard und Selb beschrieben wird.

Heute ist einzig Stollen 3 Teilbefahrbar.  Die Halde der Stollen 1 und 2 ist zu grossen Teilen, in späten Jahren, für den lokalen Strassenbau, abgetragen. Infolge sind, vermutet, durch nachrutschendes Geröll, beide Eingänge verschüttet.

Plang Pegn Stollen 2

Während Stollen 1 kaum auszumachen ist könnte  Stollen 2  unter der Felsnase, hinter entwurzeltem Baum, liegen. Sowohl Magnetiterzgang wie auch stabiler Fels liegen an Vorteilhafter Stelle zu Stollenvortrieb.  Von Herren Leonhard und Selb kennen wir die Masse Länge Stollen 1, 90 Lachter, Länge Stollen 2, 70 Lachter und die Höhendifferenz beider Stollen von 18.5 Lachter. Da beide Nürnberger waren könnte das Bayreuther Lachter wirken welches 2.0354 Metern entspricht. Folglich müssten die Zwei verschollenen Stollen in der Höhe 37.6549 Meter auseinanderklaffen. Die rund 37 Meter erscheinen am Hang der, doch massiv abgebauten, Halde durchaus realistisch.

Weiter berichten die Mineralogen vom Stollen 3 welcher 140 Lachter östlich gelegen, zu finden sei. Stollen 3 gibt’s, nach meiner QGIS-Messung rund 300 Meter Nordöstlich von Stollen 2 fern.

Auf der Fussstrecke zu Stollen 3 werden kurz vor der Haue die Reste eines Blockhauses sichtbar.

Blockhaus Plang Pegn

An den wenigen noch heute vorhandenen Hölzer stecken moderne Industrieproduktionsnägel. Nicht unweit des Hauses liegen noch jede Menge zerfötzelte rote Dachpappen rum.

Gemäss Landeskarte 1962 stand das Blockhaus in jenen Jahren als intaktes Gebäude.  Erst das Savogniner Kartenblatt aus Jahren 1979 markiert an der Blockhausstelle eine Ruine und heute ist der Eintrag gänzlich erloschen.

Und nur wenige Meter nach der Blockhausentdeckung, quer durch Waldgebiete, wird im mitten der Waldlandschaft, die wuchtige Halde sichtbar. In Höhe von geschätzten 12 Metern und einem Halbradius von 5 Metern könnte diese Deponie durchaus 470 Kubikmeter Stollenabraum verbergen.

Unser illustres Expeditions,  respektive Aufwältigungsgrüppchen, nutze die Haldenfläche als temporärer Installationsplatz.

Plang Pegn Stollen 3

Der Stollen selbst ist bis auf 34 Meter fahrbar. Auffällig sind die noch gut erhaltenen Mitteldornholzschienen im grosszügigem Stollenquerschnitt. Oft ist dieser Stollenabschnitt in Massen um die 2 x 1 Meter geschlagen.

Plang Pegn Stollen 3

Da die Laufbretter gut erhalten sind, lohnte eine Messung der Bretter und des Führungsnagels. Die Laufbretter sind zwischen 12 und 18 cm breit und der Führungsnagel bewegt sich im durchgehend 4 cm breitem Schlitz. Trotz der eher kleinen Hunde sind Stollenprofile erkennbar breit.

Plang Pegn Stollen 3

Die vorhandenen Bohrlöcher sind eher kleineren Durchmessers wie wir sie von Pressluftbetriebenen  Bohrhämmern kennen. Zwar lassen sich von Hand auch solch kleine Locher bohren doch diese waren, um die 1800, eher unüblich. Damalige Sprengmittel setzten grössere Bohrungen voraus.

Obwohl der Stollen sehr schwer zu finden ist und den Eingeweihten viel an Geheimhaltung liegt, gibt’s einige aussergewöhnliche Funde die auf spätes Dorfbubentum hindeuten.

Plang Pegn Stollen 3

Ein Feuerchen im Sackgassenstollen ist kein wahrhaft geistreicher Gedanke. Dies verkohlte Holz lässt zumindest den Schluss zu wonach das Mundloch einst deutlich geweitet war. Heute ist der Einstig eng und beschwerlich. Ein Feuerchen hätt, weder heut noch gestern, der Luftqualität merklich verbessert.

Plang Pegn Stollen 3

An einer nahen, glatten Wand liegt das obligate Russgraffiti offen. Leider wars mir nicht möglich dies grosse Dorfbubenartefakt eindeutig zu entschlüsseln.

Ab Meter 29 beginnt eine Einschwemmung die mit zunehmender Tiefe die Weiterbefahrung verhindert. Und ab 34.04 Meter ab Mundloch, gesetztem Messpunkt 13, ist definitiv Schluss mit durchkommen. Schaufelarbeit in engem Raum ist gefragt.

Plang Pegn Stollen 3

Zu dritt, mit eigens gefertigtem Hund, liess sich einige Versturzmasse aus der Strecke in eine Deponie, an einer Stollenweitung, transportieren. Da der Stollen zeitweilig über 2 Meter breite erreichte konnte der Abraum bequem kurz nach Versturz verstaut werden.

Plang Pegn Stollen 3

Mein, für dieses Unterfangen gebaute, Transportgefährt sollte einerseits Engstellen souverän passieren können anderseits  aus dick klebrigem Lehm robuste Ziegel ausspucken. Das erste Kriterium gelang so halbwegs während Kriterium 2 am viel zu schiefrigem Abraummaterial scheiterte.

Plang Pegn Stollen 3

Wenn doch, dank dem Schieferschutt, eine schnelle Bodenabsenkung von bis zu 50 cm gelang.

Plang Pegn Stollen 3

Leider jedoch gelang der Durchstich in die noch unbekannten Stollenmeter nicht. Der Stollenfortlauf muss, gemäss aktuellem Wissensstand, unter Messpunkt 13, roter Punkt an Felskante, in einer noch unbekannten Tiefe, zu finden sein.

Plang Pegn Stollen 3

Die Stollenvermessung, an welcher ich nicht beteiligt war, stammt aus dem Jahre 2018. Da ich zeichnerisch mich diesem Werk annahm und mir das Objekt gänzlich fremd war lang eine genauere Befahrung meinerseits logisch auf der Hand. Und erst nach genauer Betrachtung einiger Unbekannten sollte dieser Plan entstehen.

Heute nun, aus meiner Sicht, gibt’s einige Mysterien um dies Bauwerk. Die Zeitepoche, die Zeitepochen des Stollens sind schwer auszumachen. Ich glaube, dieser Bau war immer wieder Thema verschiedenster Abbauversuche wie auch verschiedenster Neugierden. Das Mysterium ums beschriebe Gold schwirrte in mancher Köpfe. Mineralien-Funde lassen auf die Eisenproduktion schliessen. Trotz bedeutender Anlageausmasse ist nur Weniges überliefert. Namentlich mir bekannt „Mineralogische Studien 1812 Leonhard und Selb“ und „Heimatbuch Tiefencastel“. In zweitem Werk wird die „Gesellschaft von Tiefencastel“ genannt welche 1804 vom Peter Demenga gegründet wird. Die Bergbaugesellschaft wird indes erfolglos ob Plang-pegn nach Erzen graben. Von Goldhoffnung wird berichtet, was jedoch niemand so genau weiss. Es solle gar einst Golderz gefunden worden sein.

Trotz grosser Anstrengung blieb der Ertrag, sowohl für die Gesellschaft wie für die Gemeinde Tiefencastel aus, worauf, in findiger List, sich die Unternehmung in „Gesellschaft von Reichenau“ umbenannte und klangheimlich in die Gemeinde Reichenau übersiedelte.  In den Jahren 1818 erfolgte der endgültige Zusammenbruch der Bergbaugesellschaft womit für lange Zeit wieder Ruhe in den Bergen eintrat. 1902 kam Tiefencastels letzter Pachtvertrag auf Erzschürfung zum Abschluss. Ach dieser Versuch scheiterte ohne nennenswerte Resultate.

Bergwerke Plang Pegn um 1887

Auf der Siegfriedkarte, Erstausgabe 1887, ist der vermutete Erzweg noch erkennbar welcher beide Abbaustellen erschloss. Heute ist dieser breite Weg noch im Wald ausmachbar. Denkbar könnte das Erz, sofern es welches gab, zur Schmelze Flex geführt worden sein, was in Wegrichtung liegen könnte.

Nun ja, die Geschichte ist noch mit einigen Unbekannten behaftet aber ich arbeite an möglicher Klärung.

Als LED richtig Scheisse war

am 23. Mai 2020 unter Seitwärts parkieren, Steinerne Unterwelten abgelegt

Neulich bei der Mürtschenalrecherche.

Im Mai 2013 hatten die damalig abartig schweren LED Taschenlampen nur einen wirklich sinnvollen Zweck, dieser war, einem bösem Stollengeiste noch böseres anzutun.

LED Lampe

Ansonsten konnte der Totschläger keine Nägel einschlagen, keine Brückenpfeiler rammen und auch keine Sprenglöcher, auf bequemes Stollenprofil, ausweiten.

LED Lampe

Der Zweck einer Beleuchtung gar gänzlich unmöglich. Und wer diese Eigenschaft einem modernen Fotoapparat zufügte machte abstrakte Kunst.

Im Bild gleiche Stelle, 7 LED-Technologie-Jahre dazwischen.

Und auch kryptischer als jede  Enigma-Maschine, der Todschläger verschlang Unmengen an Ampere ohne den Hauch einer Handwärmenden Funktion.

Kurzum, früher war doch nicht alles besser.