WWW-Links

Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Leider häufen sich Homophobe Angriffe im Gebiet Zürich Locherguet

am 16. Juni 2019 unter Grungisches, Politischer Grunk, Stadtindianer, Vergangenes abgelegt

Gestern nach der Pride ist ein Paar an der Weststrasse, höhe Marienstrasse, von Unbekannten angegriffen worden (unterer oranger Punkt), Blickartikel „Schwules Paar an Gay-Pride in Zürich verprügelt“.

Zeitlich nicht lange zurückliegend, am 17.Mai 2019, wurde, am  internationalen Tag gegen Homophobie, ein Stand des vom Vereins „Achtung Liebe“ attackiert (oberer oranger Punkt), Blickartikel „Unbekannte zerstören Regenbogen-Stand beim Zürcher Lochergut“.

Homophobe Angriffe in Zürich

Die roten Punkte symbolisieren Orte in denen ich bereits Anfeindungen erlebte diese jedoch teils bereits 20 Jahre herrührend womit meinem Wohnquartier eine lange Homo und Transphobe Tradition angerechnet werden darf.

Das Rotblaue Feld umfasst ein Gebiet welchem ich besondere Vorsicht zolle und insbesondere Nachts eher meide. Der Innenhof der Lochergut-Überbauung (Nördlichster Roter Punkt) ist, meinem Wissensstand, traditionell immer wieder Treffpunkt einer äusserst homophoben Gang denen ich solche feigen Anschläge zutraue.

Kurzum, die Gruppe, wahrscheinlich immer wieder gleiche Täterschaft, die Polizei spricht von Locherguet-Jungs, verfügt über ein doch er bescheidenen Aktionsradius, kaum 500 Meter.

Wie Ihr wisst, bin ich total spitz auf georeferenziertes Zeugs, naja ihr wisst schon, Wohnadressen, Arbeitgeberadressen und sonstig Zeugs was richtig weh tun kann.

Freu mich über Eure Beobachtungen.

Heimische Eisenerzer

am 14. Juni 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine Ferrera-Tal-Geschichte den es wird nicht alles Almeria sein und irgendwie muss ich wohl mal wieder hierzulande ankommen.

Val Ferrera, konkret dreht meine Geschichte ums Eisenwerk am „Ual Martin“, Bach Martin, heute Ual da Martegn und die nahegelegenen Erzgruben.

Schmelze Martegn

Trotz der verhältnismässig kurzen Betriebszeit, von 1806 bis 1827,finden Schmelzwerke auf einigen alten Dokumenten Erwähnung und noch heute sind Reste einer grossflächigen Industrieanlage auffindbar.

Und doch, liegt erstaunlich wenig Überlieferung zu dieser Anlage und den umliegenden Gruben. Für mich ein interessantes Forschungsrevier mit reichlich ungeklärten Fragen welches mich bereits im Februar des Jahres 2011 faszinierte, indes, mangels Zeit, irgendwo in der Versenkung landete. Gelegenheit im 2019, nach reichlich Almeria-Eisen, mich dieser Geschichte anzunehmen. Also führten mich die letzten zwei Wochenenden in dies Industrierelikt. 

Schmelze Martegn

Von der grossen Verhütungsanlage sind hauptsächlich die gemauerten markanten Pfeiler, welche Strickwände umschlossen, erhalten geblieben. Drei solche, wahrscheinlich als Lagerräume oder Stähle genutzte, grössere Gebäudeumrisse sind im Gelände der Kraftwerke Hinterrhein ausmachbar. Daneben finden sich zahlreiche kleinere Gebäudereste, wie auch Kanalanlagen weit verstreut. Die beiden Öfen, respektive wenige Reste davon, wahrscheinlich ehemalige Blashochöfen,  liegen unmittelbar etwas oberhalb des Averser Rheins in der Nähe des Ual da Martegn. Eine erahnbare Kanalanlage könnte das Blasbalg-Triebwasser vom Ual da Martegn abgeleitet haben. Könnte, denn, meine Beobachtungen widersprechen sowohl der historischen Tuschzeichnung wie auch der Siegfriedkarte Erstausgabe doch zu diesen Wiedersprüchen will ich an späterer Stelle, nach kurzem Bergwerksrundgang, eingehen.

Nicht unweit der Schmelzanlage, nahe dem Bach Martegn, 300 Meter westlich und auf einer Höhe von ca. 1550, liegt die erste grössere Zuliefergrube.

Grube Martegn

Das Areal ist heute, trotz komplettem Kahlschlag um 1826, schwer zu erreichen. Die Vegetation eroberte sich, in den fast 200 Jahren Erholungszeit, grosse Flächen der Anlagen zurück. Markant an dieser Abbaustelle sind die zahlreichen kleineren Gebäuderesten welche nördlich des, rund 140 Meter langen, Abbauschlitzes gruppiert sind.

Grube Martegn

Der Abbauschlitz erreicht teils Tiefen um die 20 Meter.

Grube Martegn

Noch heute stützen unermüdlich ein paar wenige Stempel die überhängende Schlitzdecke. Die Grube macht, trotz einiger Verstürze, einen gesamthaft stabilen Eindruck.

Grube Martegn

Zeitweilig schwindet der Tagbauschlitz ins Untertägige.  Die 140 Meter Abbauschlitz sind mittig mit einem Steindamm getrennt. Auf Höhe des Steindamm findet sich Grundmauerreste die auf eine ehemalige Bergbau-Schmiede hindeuten. In der Grube sind Bohrlöcher erkennbar die auf den Einsatz von Sprengmittelns schliessen lassen.

Über den Erztransport, Siderit / Hämatit lässt sich heute nur spekulieren. Erdrutsche, Lawinen, und die wiederblühende Vegetation veränderten die nähere Umgebung frappant. Auffällig jedoch, die geordnete Haldenaufschüttung und Südposition des Tagschlitzes diese teilweise durch Stützmauerwerk abgesichert.

Das Bergwerk liegt exakt oberhalb der Weiterverarbeitungsanlagen.  Es ist durchaus denkbar das ein Abwurfgraben genutzt wurde um das Erz in die Anlage zu befördern. Wege sind aktuell keine eindeutigen auffindbar.

Was jedoch auf der Martegn-Seitigen Grube nicht zu beobachten war, war ein Röstofen wie er an den weiteren Standorten erkennbar ist.

Szenenwechsel, Gegenseite, diesmal östlich der Schmelze, in rund 200 Meter Luftlininie ferne und Gegenseite auf des Averser Rheins aber aus damaliger Erschliessungssituation, wahrscheinlich einiges schwieriger zu erreichen, eine weitere Eisenerzgrube.

Diesmal eine Erz-Grube mit eigenem Röstofen.

Grube Martegn Ost

Der Ofen ist heute, anhand des noch verbleibenden Steinhalbkreises, eindeutig ausmachbar. An der Ofenwand klebt noch ein kleiner Rest Schlacke welcher unbeschadet die vielen Jahre überdauerte.   

Grube Martegn Ost

Das eigentliche Bergwerk ist, dank einer noch heute intakter Versatzwand, leicht auszumachen. Der letzte genutzte Untertagezugang liegt wahrscheinlich oberhalb des Felsvorsprungs, quasi hinter der Versatzwand. Ein weiterer Zugang in dies, verhältnismässig kleine Werk, liegt auf der Gegenüberliegenden Flanke.

Grube Martegn Ost

Innendrin, hinter der seitlichen Versatzwand, ists vorwiegend eng und weitläufig eingebrochen. Trotzdem spricht viel für ein kleines Bergwerk mit eher geringer Ausbeute welche jedoch, zur Optimierung, im Ofen auf eine höhere Güte getrimt wurde.    

Grube Martegn Ost

Ich klaute aus der herumliegenden Erzauswahl ein kleines Stück Siderit welches, behaupte ich, noch des Ofens verschont blieb.

Die letzte Grube die ich besuchte liegt im Gebiet „Gruoba“ und ist auch auf der Ostseite des Ferreratals aber bereits auf stolzen 1720 müm. Die Bergknappen mussten bereits 300 Höhenmeter überwinden um das Eisenwerk zu erreichen.  Folglich findet sich auf diesem Grubenareal sowohl Ofen, Schmiede wie auch Schlafgebäude.

Grube Gruoba

Die Grube selbst ist, wie bereits beobachtet, ein Abbauschlitz welcher unbekannt in die Tiefe reicht, denn, seit Überlieferung, steht Wasser im Gesenk. Es wird berichtet dass in optimaler Jahreszeit, wenns Wasser frisch und klar wirkt, ein tiefer Verlauf mit abgesoffener Türstockzimmerung sichtbar wird. Bei meinem Besuch lag das Wasser trübe und abgestanden über die Geheimnisse. Auch das obligate Lampenversenken brachte einzig eine 30 cm Sichterweiterung. Auch in dieser Abbaukammer folgten die Bergknappen der schmalen Sideritschicht ins dunkle Tief.

Grube Gruoba Schlafhaus

Das Leben der Bergleute war alles andere als entspannt dies verdeutlicht das kleine Schlafgebäude welches den Aufrechten Gang in keinerlei Stelle erlaubte. Der Bau mit Gibeldach ist kaum über 1.30m  und platzbietend für eng aneinander liegende 10 Knappen. Die Bergschmiede ist da deutlich grösser ausgelegt.

Gruben Innerferrera

Die Situation im Überblick

Das ehemalige Eisenwerk steht heute auf dem Areal der Kraftwerke Hinterrhein. Durch den Bau der Turbinenkavernen, nördlich des Eisenwerks, ist viel der ursprünglichen Industrielandschaft verloren gegangen. Die Gruben westlich wie östlich des Werkes sind indes noch heute erhalten. Die Grube Gruoba ist leider abgesoffen  dies wahrscheinlich knapp nach Ende des Bergwerksbetriebs. Ein angefangener, tiefer gelegene Querschlag könnte ein Indiz sein für den Lösungsansatz des Wasserproblems. Leider ist der Querschlag nur bis ein Meter angefahren, Richtung und Höhe hätte bei Vollendung indes doch einige Liter vernichtet.

Das Gebiet um die 3 mir bekannten Gruben und ums Eisenwerk war um die 1826er ziemlich kahl geschoren. In den 21 Jahren der Eisenproduktion vernichteten die Öfen eine Unmenge an Wald womit das Eisenwerk mangels Rendite um 1826 die Tore schloss. Die Gruben rund herum wurden indes noch längere Zeit betrieben. 

Der Weg auf Gruoba und zu weiteren, noch höher gelegeneren, Gruben ist im Inventar historischer Verkehrswege unter Nummer GR 7855. Noch heute zeugt diese Verkehrsverbindung von schwerer Transportlast wie dies üblich ist beim Eisenerzbergbau.

Zulieferbergwerke sind etliche weitere bekannt die ich jedoch an dieser Stelle nicht näher beschrieben werde, ein andermal.

Gruben Innerferrera

Interessantes Detail welches mir einiges an Kopfzerbrechen bereitet sind die unterschiedlichen Kartografischen Erzeugnisse die irgendwie alle nicht so recht mit den Beobachtungen auf dem Industrieareal passen.

Stand Siegfried Karte die Erste um rund 1875 mit meiner Anlagenüberlagerung zeigt erste mir nicht passende Unstimmigkeiten. Der Bach Martegn fliesst diesmal nördlich meiner Schmelze. Eingezeichnete Ruinen mit dem Vermerk ehem. Eisenschmelze liegen nördlich des  Martegn Baches was mit der historischen Tuschzeichnung am Anfang meines Artikels übereinstimmen würde.

Ein Teil des Martegn Bachs fliesst heute in aller Gemütlichkeit durchs Bergwerk was für eine aktive Umleitung des Wassers sprechen würde anderseits könnte einfach nur die Siegfriedkarte an dieser Stelle reichlich Ungenauigkeiten beinhalten.

Gruben Innerferrera

Den wenn jetzt die Verkehrswege der Siegfriedkarte auf die aktuelle Karte übertragen werden, zeigen sich einige merkwürdig anmutende Unstimmigkeiten zwischen  Gewässer und Wege.

Luftbild 1944 Schmelze Martegn

Exakt 75 Jahre vor meinem Besuch, also am 9.6.1944, Fotografierte ein Flugzeug die Gegend. Auf dem Bild ist meine gewohnte Ansicht durchaus wiedergegeben. Zwar liegen im Norden einige wenige Mauerreste die infolge des Kraftwerkbaus geschliffen wurden doch die Ofenanlage will ich an der von mir beobachteten Stelle wiedererkennen.

Auf dem Luftbild ist deutlich weniger Wald sichtbar was den Blick was die Sicht ins damalige wiederum deutlich vereinfacht.  

Somit bleibt aus meiner Sicht die plausibelste Erklärung die einer reichlich unpräzisen Siegfriedkarte.

Geschichte

Der Namen Ferreratal lässt sich eine frühe Eisenbergbautradition ableiten. Berichtet wird von Römern die bereits nach Eisen und Bundmetallen suchten. Erste schriftliche Überlieferungen indes datieren auf die Jahre 1605.

Sowohl die Gruben wie auch die Schmelzen könnten demzufolge bereits lange vor deren Industrieller Ausbeutung, in Form kleinster Betriebe, existiert haben.

Die Industrielle Gewinnung von Eisen an den Standorten Innerferrera  und Ausserferrera begann anfangs 19tes Jahrhundert.

Im Jahre 1806 erbauten die Gebrüder Venini aus Veltlin die Eisenschmelze Innerferrera und öffneten erste Erzgruben. 200 Arbeiter förderten und verhüteten grosse Eisenerzmengen bis 1827 die schrumpfenden Waldbestände eine rentable Eisengewinnung verunmöglichten. Die Veninis schlossen in der Folge die gesamte Eisenproduktion.

1829, ein Marietti aus Mailand übernimmt die Gruben im Ferratal doch da kaum noch Holz zur Verhütung zur Verfügung steht, kommt’s nie zu aktivem Bergbau.

1830 betreibt die Firma del Negri die Erzgruben im Ferreratal. Del Negri und dessen gutbetuchter Teilhaber Gaspere Ordogno de Rosales waren politische Flüchtlinge die den italienischen Unabhängigkeitskrieg unterstützen. Sie wollten mit dem gewonnenen Erz Waffen für den Freiheitskampf in Italien herstellen. Da im Ferreratal kaum noch Holz zu finden war, bauten Del Negri  und Rosales zwei neue Schmelzen in Sufers und Andeer.

Haus Rosales

Während die Schmelze Sufers dem Autobahnbau A13 weichen musste, steht die Schmelze in Andeer im Haus Rosales noch heute.

Die aufwendige Produktion stand in keinem Verhältnis zum erreichten Ertrag, das Vermögen von Rosales neigte sich dem Ende worauf 1848 der Bergbau eingestellt wurde.

Es sind noch, nach 1848, immer wieder neue Prospektionsversuche im Ferreratal  unternommen worden. Bekannteste Gesellschaft war die  Bergbau AG Chur unter der Leitung des Ingenieurs Markwalder die zwischen 1917 und 1921 Manganerz auf Starleta abbaute.

Quellen:

Tuschkarte erzminen-hinterrhein.ch / Landeskarte, Flugbild 1944 map.geo.admin.ch

Texte / Recherchen erzminen-hinterrhein.ch , boehm-geologie.ch

Weitere Texte von mir zum Ferreratal

Buntmetalle im Ferreratal Ursera 2018

Haus Rosales

Euterpe

am 30. Mai 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Euterpe ist, entgegen meinen Erstbehauptungen, eine Sterbliche und Teil der 9 Musen aus altem Griechenland. Gerne wird sie dargestellt mit gewelltem Haar und Flöte in der Hand. Soviel zum Altgriechischen, was keineswegs in meiner Steckenpferdsammlung  liegt.

Euterpe auch, ohne Flöte und Dingsdangs, eine richtig spektakuläre Mine auf den Hügelspitzen der Sierra de Gador.  Eine Geschichte passend zu meiner letzten Almeriareise und die Aufarbeitung zahlreicher Sierra de Gador-Geheimnisse.

Während im nordöstlichem Eck der Sierra de Gador oft beschriebene Schwefelfelder Bergbau begünstigten, finden sich in weiten Teilen des mächtigen Hügelmassivs, bis 2200 müm, zahlreiche Bleivorkommen.  

Karte Sierra de Gador

Die westliche Hälfte der Sierra de Gador war somit bis weit in die 1970er immer wieder Schauplatz grosser Bergwerksbetriebe. Blei, aus Römerzeit bekannt, bis zu Silber, Zink und zuletzt Fluorit wurden, mehr oder minder Erfolgreich, dem Erdreich entzogen.

Von denen vielen Minen, auf meiner Karte die pinken Punkte, gilt mein Augenmerkt der vermutlich höchstgelegenen Anlage „Euterpe“. Bereits im Mai 2012 wagte ich den Aufstieg in die Bergbaureviere über den Westzugang beschrieben unter Lavaderos del Segundo / Minas de Almagrera. Diesmal führte die Reise über den Ostzugang auf den weitläufigen Satteln der Sierra de Gador.

Mina Euterpe

Wie bereits erwähnt, liegt die Bergwerksanlage auf stattlicher Höhe, Mundloch bei 1840 müm. Im Bild das Areal vom oberen Betriebsgebäude aus betrachtet.

Mina Euterpe

Im Netz immer wieder anzutreffen, die Ansicht des Pferdegöpel-getriebenen Haspels oberhalb des Schachtes San Diego. Noch heute ist die Mechanik mit Stirnradgetriebe gut erhalten.  Der Schacht ist, nicht gänzlich unbegründet, mit einem Armierungseisen-Gitter abgedeckt.

Mina Euterpe

Die Pferde, respektive die Maultiere, trieben den Erzaufzug, wie sich herausstellen sollte, bis zur Tiefe von 210 Metern. Folglich, denke ich, war die Aufzugsvorichtung mit Gegengewicht ausgestattet womit das Aufzugseil permanent nur wenige Windungen um dem Haspel gewickelt lag.

Im Hintergrund das wahrscheinlich um die 1970er neu hergerichtete Betriebsgebäude. Naheliegend folglich dass bis in die Jahre 1970er, in letzter Bergbauperiode, Maultiere Fluorit zu Tage zogen.

Mina Euterpe

Ein weiterer, wir nicht bekannter, Exot damaliger Bergbaukunst liegt am Mundlochzugang. Der Untertageeingang liegt unter einem halb verbrochenen Steiniglu. Das Iglubauwerk  war von zwei Auftage-Galerien  erschlossen. Da auf knappen 2000 Metern Schnee doch hin und wieder vorkam ist einzige Erklärung für diesen überdeckten Mundloch Zugang die Gewährleistung der Schneefreiheit vor und nach Mundlocheinstieg.

Mina Euterpe

Der Eingang fällt steil ins Berginnere. Noch liegt das prächtige schmiedeeiserne Tor, halb verbrochen, im Eingangsbereich. Mittels etlichen Stufen müssen, in erstbefahrung, erstmals 64 Höhenmetern vernichtet werden ehe das eigentliche Bergwerk sich öffnet.  

Mina Euterpe

Wenige Förderstrecken, mit Horizontalem Verlauf, schliessen an Schächte. Von den Zahlreichen Schachtanlagen die auftage offen stehen, können zwei eindeutig  der Euterpe-Mine zugeordnet werden. Beide Förder-Schächte sind noch heute Untertage erreichbar.

Mina Euterpe

Sauber ausgeführte Trocken-Versatz-Ausbauten durchfahren Abbauzonen.

Mina Euterpe

Generell jedoch, wie bei den meisten Andalusischen Gruben, beeindrucken die oft umständlichen, immer wieder grosse Höhenunterschiede überwindende, Fahrstrecken. Die Anlagen  zeugen von schwerster Handarbeit und Korbförderung vergleichbar hiesige Gruben-Arbeitsbedingungen des endenden 18ten Jahrhunderts.

Mina Euterpe

Selten trifft man auf kurze horizontale Fahrstreckenabschnitte die dafür umso kunstvoller ausgebaut wurden.

Mina Euterpe

Abbauzonen gibt’s etliche. Da die Zeit eher knapp war, beschränkten wir uns hauptsächlich auf reine Fahr und Förderstrecken.

Mina Euterpe

Wie wirs bereits von Schweizer Kohlebergwerken kennen. Die gelben Schwarzbefahrerpfeile waren auch auf Euterpe eher missverständlich. Wir bedienten uns eines, aus vermutet 1970 stammenden, Grubenplans welcher wichtige Orientierungshilfe leistete.

Mina Euterpe

Die mit dem Grubenplan korrespondierenden Messpunktnummern waren da deutlich hilfreicher.

Mina Euterpe

Die Vorbefahrer scheinen ein grosses Mitteilungsbedürfnis, dies nicht nur mit Gelber Spraydose, gehegt zu haben.  An prominenter Streckenstelle beschreibt einer der Befahrer die auftretenden Probleme mit der beschlagenen Brille. Ob an linker Blattseite Blut liegt entzieht sich meiner Kenntnis ein Skelett ist uns indes keines begegnet.

Wir erreichten eine Nominaltiefe von 160 Metern ehe wir den Rückzug antraten. Die Fahrstrecke, steil abwärts führend, indes war lange nicht zu Ende.  

Aus den  abfotografierten Plänen generierte ich ein halbwegs ansehnlicher Grubenplan zur Verdeutlichung der Anlagen. Obschon irgendwo im Netz auf nem Dokument die Jahreszahl 1953 auftaucht spricht vieles für die Vermessung um die 1970er. Einige Spuren deuten auf ein Wiederaufwältigungsversuch um die besagten Jahre.

Mina Euterpe

Im Grundriss, durchaus Handzahm wirkend, sitzt das Quadrad auf Masse 20 x 20 Meter. Die Ausrichtung ist, soweit ich dies rekonstruieren konnte, auf magnetisch Nord. Den Originalplan gibts Online auf San Diego / Euterpe bei Minas de Almeria.

Mina Euterpe

Erst die stark vereinfachte Seigerrissdarstellung macht das Ausmass der Anlage so richtig deutlich. Meine Darstellung basiert auf wenige gefundene Höhenangaben an ausgewählten Messpunkten.

Fest steht, der kleine Schacht mit Namen San Pedro rangt minimum 90 Meter in die Tiefe. Der grosse, mit Armierungseisen abgedeckte Haspel-Schacht nennt sich San Diego und erreicht Tiefen um 210 Meter. Fahrstollenende ist weder im Originalplan noch sonstwo ersichtlich. Wir haben nur ein Bruchteil des Werks erkundet und waren doch rund 5 Stunden unter Tage.  

Die Geschichte der Mine ist, wie so oft, eher schwierig zu rekonstruieren. Aus der Seite „Patrimonio Minero de Andalucía oriental“ ehemals Minig Andaluz  geht hervor:

1889 Nannte sich dies Bergwerk „Mina San Diego“ mit Konzessionsnummer 15409, Abbau von Blei. Noch heute ist die Mine auf der offiziellen Topolandeskarte als Mina San Diego ausgewiesen.

1944 beantragt Francisco Javier Brea Malgarejo die Konzession für die Bleiförderung  mit Namen Euterpe Nummer 38 478

1953 Erwerb durch  Fernando Brea Melgarejo ?

1971 Überschreibung an  D.Rufino Brea Malgarejo und Brüder.

Nutzungsrechte werden für 99 Jahre an Minas de Almagrera , S.A. überschrieben

1979 Abbau von Fluorit

 Links

Lavaderos del Segundo / Minas de Almagrera

Mein Grubenplan im PDF

Almeria 2019

am 25. Mai 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Die dritte Almeriastudienreise ist nun Geschichte und, in der Tat, viele Geschichten generierte diese letzte Reise. Geschichten die wahrscheinlich sein Weilchen auf Ausarbeitung warten werden denn, zu viele sind es.

Klar ist jetzt schon, viele Geheimnisse, die meine Kindheit stark prägten, sind entschlüsselt und viele noch heute herumgeisternde Mythen sind beseitigt.

Eines ist klar, der Bergbau in Almeria zeugt von tiefer Armut. Oft erinnern Anlagen aus ende 19tes Jahrhundert an hiesigen Mittelalterbergbau.  Handarbeit war im fernen Almeria billig und die Epoche der Leibeigenschaft nicht lange zurückliegend. Für mich interessante Einblicke vorindustrieller Zeitgeschichte.

Alleweil gabs auch viel Bilder im Gepäck von denen ich erstmals welche hier zum besten geben möchte.

Almeria 2019

Geht nicht gibt’s nicht, ist eines meiner Lebensmotti. Die Neugierde ist ein starkes Pferd welches gar mich zur Geisfuss-schwingender Bestie wandelt. (Bild Hansjürg)

Minas de Alfaro

Allen voran trug ich knappe 50 Jährige Mythen in meinem Köpfchen zum, vom Barrio Paulenca fern, sichtbarem Alfaro-Bergwerk. Dies Jahr, es hat 53 Jahre gedauert, schafte ichs da rauf,

Minas de Alfaro

mit zurück, beeindruckende Einblicke in eine längst mystifizierte Industrielandschaft.

Minas de Alfaro

Mal ausnahmsweise die Umkehrsicht. Stehend auf der Mittelförderstrecke, unter meinen Füssen die grosse Verladeeinrichtung, der ungetrübte Blickt, ziemlich Bildmittig, ins Barrio Paulenca.

Mittelspannungsunterquerung Gergal

Der Eisenerzspur folgend, in Richtung Nord,  liegen weitere Exoten damaliger Seilbahnlandschaften.  Im Bild eine sogenannte Mittelspannungsunterquerung, sowas hab ich hierzulande nie gesehen.

Soria Gergal

Im Soria-Revier sucht doch tatsächlich eine Fledermaus die direkte Konfrontation mit meiner Fotomaschine.

Schacht San Jorge

Nicht weit fern, Schachtansichten San Jorge, Revier „La Fee“ Los Malagueños / Gergal.

Nacimiento

Wer der zuwachsenden Erzstrecke folgt wird den Geisterbahnhof Nacimiento mit grosszügigen Bahnangestellten-Häusern nicht verfehlen. Ein muss für ausgesprochene Urban-Ex-Fetischisten.

Nacimiento

Die dazugehörige Bergbausiedlung ist, mittels gestempeltem T-Träger, aufs Jahr 1890 datierbar.

Pozo San Diego

Dies Bild taucht tausendfach im WWW auf. Die Spindel passt zu einer rund 200 Meter tiefen Schachtanlage ziemlich nahe des Sierra de Gador Gipfels. Den Untergrund kennenlernen war für mich eine grosse Freude und Wissenschaftlich äusserst lehrreich. Gibt sicher mal ne Sondergeschichte „Euterpe“ benannt nach einer der neun Musen.

Polvorin Rodalquilar

Rodalquilar ist auch immer wieder ein Ausflug wert. Die sehr kompakte Anlage zeigt auf engem Raum viele interessante  Bergbaurelinkte, im Bild das berühmte Sprengstoffmagazin-Tor.

Rodalquilar

Letzte Bergbauepoche in Rodalquilar, um die 1990 er, die letzte Cyanidlaugerei im Hintergrund.

Streetart Cortijo San Diego

Auch bereits prominent zu finden in der Streetartszene, die Graffitis in den San Diego-Häusern.

Cottijo del Fraile

Erinnerungen an Bud Spencer und co, der „Cortijo del Fraile“.

Balneario Sierra Alhamilla

Und wie üblicher wieder, 11 schöne Tage im romantischen Balneario mittig Bergbaugebiet Sierra Alhamilla,

Balneario Sierra Alhamilla

mit, wie sichs für en Thermalbad gehört, entspannendem Bad im 40 Grädigem-Eisenerzwasser.

Die mitgebrachten Geschichten sind viele an der Zahl, wichtig ist es diese zu erzählen und dies wird dauern denn ein minimaler wissenschaftlicher Anspruch ist auch mir zuteil gleichzeitig neige ich vieles zu vergessen was der Ausarbeitung weitere Steine im Wege legt.

Wie üblich bei Rückkehr aus Spanien plagen mich grosse innere Unruhen. Ich hinterfrage meine gesetzten und etablierten Lebensmodelle. Wieder packen mich Zweifel ob die hier gewählte Lebensform tatsächlich auch meiner gewünschten Lebensqualität entspricht. Leider hat mich dies Jahr auch nicht unbedingt das Auftragsglück heimgesucht und so tendiert mein berufliches Wirken eher Richtung Brotjob als  Richtung Berufung. Ich hab Lust auf viel in einer Umwelt die wenig Freiraum beinhaltet. Dieser Freiraum, wird zumindest in Mitteleuropa, für den unteren Mittelstand, in Zukunft tendenziell abnehmen. Es gilt hier wieder mal den Spagat zu finden zwischen maximaler Entfaltung und möglichst konstanter Solvenz. Nun ja, ich werds packen, wie weiss ich noch nicht doch eines ist klar, Wissenschaft ist Teilen, ergo was ich mach zu den Almeriabergwerken werde ich als erhaltenswertes Kulturgut  teilen.

Bis anhin gibt’s auf Luisa.net die,

Bergbau, Gador und Benahadux Seite,

Minas Los Baños Sierra Alhamilla Seite

und die

Goldminen Rodalquilar Seite

Lochezen, die verlorene Zugskomposition

am 22. April 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Alte Bergwerke sind Fundament zu tollen Gerüchten und Abenteuergeschichten. Es mag zwar nicht so Fantasievoll erscheinen wie in manchen Geisterintensiven Regionen doch auch hierzulade wird rege spekuliert.

Der obere Ausläufer des Seemühle-Kalkbergwerkes nennt sich Lochezen und diente auch lange als Kalk, respektive Zementsteinbergwerk. Lochezen teilt sich in ein Untertagebereich und ein klassischer Steinbruch. Der Untertageteil wiederum ist in Abbausohle und Fördersohle getrennt. In den Förderstrecken verkehrten, bis in die 1970er, übergrosse Grubenhunte die den Kalkstein über Schächte vom eigentlichen Abbau bezogen.

Lochezen

Soweit so klar, und zur Verdeutlichung, die Fördersohle Feld 4 , im Bild die letzte Verladestation von genannten 4 im Feld 4. Auch im Bild noch scheu zu erkennen, und wahrscheinlich einige Billiarden mal Fotografiert, der Hunt in Übergrösse.

Lochezen

Und eben, die darüber liegende Abbaukaverne, etwa im Ausmasse l 100m x  b 30m x h 50m, im besagten Feld 4. Wobei die Felddefinitionen aus meiner Feder stammen und sich auf meinen, von mir gezeichnetem Plan beziehen.

Es gibt jedoch noch eine zweite, deutlich grösser wirkende, Halle dessen Eingang jeweils von der Walenseegegenseite deutlich sichtbar ist. Diese Halle ist im Luisianischem Feld 5 und war bis anhin von uns kaum erforscht. Auch diese Halle verfügte über eine Unterhalb liegende Transportinfrastruktur.

Die grosse Halle im Feld 5 war somit auch interessantes Ausflugsziel des diesjährigen Ostersonntags. Das Wetter schien ideal, nicht zu warm, nicht zu kalt, um, möglichst ohne Steinschlag, die gefährlich geweiteten Halle bis an deren Ende abzulaufen.

Lochezen

Im Innern sind riesige Abführtrichter, deren 3, die auf gleiche Erschliessung wie in Feld 4 deuten. Leider jedoch scheinen alle Schächte eindeutig verstopft um die Fahrstrecke zu erreichen.

Lochezen

Die grossen Geröllhalden, teilweise bis zu 50 Metern hoch, sind äusserst mühsam zu übersteigen. Über den Abbau ist die verschwundene Fahrstrecke, in welcher noch einige Bergbauartefakte lagern sollen, gänzlich unerreichbar. Soweit nix neues und Einigen bereits bekannt.

Lochezen

Eines der lange gehegten Gerüchte besagte das die gesuchte Fahrstrecke durch den Tagebau angeschnitten wurde. Der Stollenfortlauf beschrieb Thomas, der damalige Steinbruchbetriebsleiter, bei einer Begehung mit Gemeindebehörden im Jahre 2015, in der Felswand verschwunden.

Diese Geschichte, angeheizt durchs Gerücht wonach die zwei fehlenden Elektroloks im Stollen anzutreffen seinen, animierte uns, mein Bergbaufreund Matti und mich, zur Suche dieses Mysteriums.

Lochezen

Im Sommer des Jahres 2016 stiegen wir, mit Schaufel und Hacke, ins besagte Stollenanzeichen. Wir fanden damals keinen Einstieg worauf wir die Position des verschwundenen Stollenfortlaufes korrigierten und diesen nun eher rechts, unter einen mächtigem Haufen Schutt, vermuteten.

Lochezen

Die Geschichte des 2019 öffnete neue Erkenntnisse. Ziemlich früh, im aktuellem Jahre, war ein wichtiger Stützpfeiler am Rande des klassischen Pfeilerbaus, ernsthaft havariert. Dieser Schaden hätte ein schwerer Felssturz auslösen können was mich zur Meidung der Anlagen veranlasste.

Lochezen

Nun beschlossen die Behörden diesen Pfeiler, der zweite von Rechts, wieder herzurichten. Neu, in glänzendem Spritzbeton, erstrahlt das Wunderwerk in noch nie gewesener Festigkeit.  Bei diesem Anlass wurde wieder mächtig Ordnung geschaffen und alle Bruchsteine um Pfeiler 2 wurden weggeräumt. Der Blick ist nun ungetrübt, 3 Pfeiler, der mittige im Spritzbeton-Lock, und unterhalb der kleine Stollen welcher eindeutig zerschnitten ist. Nun das Problem, es gibt kein Stollenweiterverlauf links im Bild. Der Schutt ist weggeräumt und es öffnet sich keine Stollenweiterführung.

Des Rätsels Lösung ist so einfach wie banal.

Lochezen

Es gibt en Plan, eher schlecht als schlecht, meine, vom Betriebsleiter erhaltene Kopie, nochmals nen tig schlechter. Auf diesem Plan sind die untertägigen Verläufe leicht angedeutet. Wenn ich nun die Pfeiler zähle so liegt von unten zu oben im Norden der neu bespritze Pfeiler an Position 2. Zwischen Pfeiler 2 und 3 liegt der bekannte Stollenstummel welchem ich, respektive der ehemalige Betriebsleiter, einen irrsinnverlauf andichtete. Doch nur zwischen Pfeiler 3 und 4 liegt der verschwundene Förderstollen. Leider, schnell wird klar, an Stelle des Zugangs liegen heute Türme von Bruchstein die nur mit schwerstem Gerät zu bezwingen sind.

Kurzum, der Stollen bleibt verschwunden, die Eingangsposition erscheint plausibel unter einigen hundert Kubikmetern Bruchstein. Das herumgeisternde Gerücht des Stollenverlaufs an der Felswand ist falsch. Wir haben damals die Stollenbrust eines nicht im Plan eingezeichneten Stollens zwischen Pfeiler 2 und Pfeiler 3 gefunden.

Wir wissen nicht ob die zwei Stadler-Rail-Akkuloks im Fahrstollen Feld 5 ruhen. Es gibt anderseits auch keine mir bekannte Überlieferung wonach die zwei Loks abtransportiert wurden. Irgendwo müssen die Teils ja stehen und da ichs Bergwerk ziemlich in und Auswendig kenne scheint dieser, noch nicht erforschte, Standort möglich.

Ansonsten war en toller Ausflug,

Kompressor

mit blitzblank gepützelten Kompressoren als wollten diese demnächst in die Inbetriebnahme hüpfen.

Lochezen

und eben auch wieder stylische Bilder

Links zu Seemühle von mir

Auf Luisanet
Die Seemühle

Und im Blog

Seemühlegezeichne
Und immer wieder lockt das vermeidliche Lebenswerk
Seemühle, das ewige Werk
Seemühle, jähes Ende letzter Geheimnisse
Das Tor stand offen
Seemühle überall
Seemühle, was war? ,
Die Geheimnisse der Seemühle
Seemühle Borner AG
Das Geheimnis des Steinebrechers

Bilderseite zu den Werken
Seemühle

Bern

am 07. April 2019 unter Stadtindianer abgelegt

Bern

Da war ich neulich wieder in Bern, diesmal mit,
a) genügend Zeit
b) Knipsi in der Handtasche
c) viel Sonnenschein.
Also etwas Bilder will ich wieder mal recht Spass am Bildchen machen habe.

Meret-Oppenheimbrunnen

Der Meret-Oppenheimbrunnen oder das Abluftrohr des südhaft teuren Metroparkhauses. Any, Startpunkt meiner Bilderreise war besagte Meret-Oppenheim-Skulptur, welcher funktion auch immer dienend sei irrelevant.

Elefantös

Elefantöse Begegnung am Stadttheater, wie üblich, nicht alles was Gold ist, ist auch Gold. Manchmal ist es, so banal es klingen mag, auch nur en Elefant. So viel ist klar, die Kids hatten Spass.

Aare

Der Aare folgend.

Zytgloggeturm

Zytgloggeturm.

Münster

Und, Sakralbauten-Fetisch, das Münster darf klar an dieser Stelle nicht fehlen.

Matte

Auf der Nydeggbrücke gegen den Strom Kuckend.

Bern

Und Aarefolgend.

Bern

Bern in voller Pracht.

Bären im Bärenpark

Bären im Bärenpark am Sonnenschein tanken.

Mein Berner Besuch galt, an dieser Stelle erwähnt, der Mitgliederversammlung des TGNS.

Und wer sich mit Bern tiefer beschäftigen möchte, deren Geoportal ist ganz cool. Einziger Kritikpunkt, der WMS / WMTS -Dienst ist ziemlich Banane.

Frühlingserwachen Part II

am 31. März 2019 unter Stadtindianer abgelegt

Nein, keine neuen Projekte, diese schlummern noch bis die richtige Initialzündung mich aus der Lethargie heraus katapultiert.

Aber, Frühlingserwachen ist allgegenwärtig und es ist manchmal vorteilhaft in aufgewertetem Hipster-Viertel zu leben.

Züri im März

Den die Bilder sind Hammer und nach erfolgter Industrieromantik etwas Hipster-Lifestyle darf, auf meiner lustigen Seite, nicht fehlen.

Züri im März

Unter blühendem Geäst, „Für Stadt und Land“, Füdli und Füdli von der Heulsusenpartei.

Züri im März

Noch mehr Blumen auf pinkem Luxuswohnungshintergrund, weils so schön ist.

Züri im März

Architekturromantik aus Zeiten als Zürich glaubte gross und mächtig zu wachsen.

Züri im März

Und wenn sie noch heute anstehen so in der Hoffnung eines der begehrten Bernaglaces zu ergattern.

Frühlingserwachen

am 29. März 2019 unter Grungisches, Politischer Grunk abgelegt

Ich bin am brüten neuer Projekte.

Hungrig bin ich auf eine, zu bildende, Gegenkultur entgegen zunehmender Verblödung und Verbünzligung.

Ich weiss nid so recht wo die Reise hinführt, doch sie muss

weiblich,

sexy,

reichlich unvernünftig,

laut,

kreativ,

qualmig,

und richtig stinkig sein.

In fernen Gefilden

am 29. März 2019 unter Grungisches abgelegt

Manchmal da ist mir die Forschertätigkeit gänzlich vergönnt, Ihr wisst schon, andere Länder, andere Sitten, trotzdem sind jede Menge schöne Bilder entstanden.

Einst sagte einer „ich lebe nicht ewig, all dass erworbene mit ins Grab zu ziehen würd den Rahmen manch Grabfelder sprengen“. Sprengen ist meine Fachkompetenz, den Friedhof indes soll verschont bleiben.

Hier eine kleine Auswahl an Bilder so nach em Motto, ich mach dass was die Anderen manchen, Urban-Ex ohne jeglichen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit nur weils schön ist. Google, auf der Suche der Anderen sei Dank.

Fu

Alles hat ein Ende und deren Ästhetik ist manchmal. unbestritten, unübertroffen.

Ohne weiteres.

Tiefer

und nochmals tiefer.

Wo einst eine durch die Röhre guckte.

Geschichten sind vielfältig und doch, des Eigennutzens Willen, gänzlich unbekannt.

Das Licht am Ende des Tunnels ist trügerisch den das vermeintliche Ende bleibt noch lange fern.

Was, wo, wie und so.

Als einst,

komische Teile surrten,

und andere pfupften,

dritte sich des Schöpfens bedienten.

Schluss!!!!!!!!!!!!!!!!

Wahrscheinlich ist diese Geschichte scheiss unkorrekt doch sie ist für mich Initialzündung zu neuen Projekten und frischen Gedanken.

Keine Links, keine Hinweise, möglichst abstruse Dateinamen doch eine Luisa die gegenwärtig viel nachdenkt.

Basel

am 17. März 2019 unter Politischer Grunk, Reisen, Stadtindianer abgelegt

Es ist nicht aller Tage Glück meinerseits eine Stadt kennenzulernen. Manchmal indes führt mich Beruf und zunehmende Postkutschendistanzen in fremde Tiefen. Die letzten Tage verbrachte ich in Basel, in Stadt und Stadt und wenn doch der Aktionsradius sich eher aufs Drachencenter, Ibis-Style und spanischer Tapas-Kneipe beschränkte so blieb doch Zeit um eine Stadt aufzusaugen.

Wer mit einer Kunstgeschichtsgebildeten Person das Leben teilt wird wahrscheinlich allererst in der wenigen Freizeit, zwischen Kabel und Kabel, erstmals dem Sakralbautenfetisch frönen.

Elisabethenkirche

Elisabethenkirche, nicht unweit unserer Wirkstätte, in tiefster Nacht, respektive Samstagmorgen um 0730 und die Stadt schläft aus, was grundsätzlich ich, in anderer Situation, gleich getan hätte.

Wettsteinbrücke

Als pflichtbewusster Turi sollt die Besteigung der Wettsteinbrücke nicht fehlen. Im Bild die bekannte Wettsteinbrücke und bildmittig das genannt höchste Hochhaus des Basler Stolzes.

Basel West

Die Wettsteinbrücke bietet ein unvergessliches Blickpanorama, Rhein abwärts, auf die City.

Basler Münster

Nicht minder eindrücklich das Basler Münster.

Zwischen ausgedehnten Spaziergängen und intensiven Arbeitseinsatz im Drachencenter  blieb reichlich Zeit um reichlich Kunstversetzte Stadtluft zu schnuppern.

Tinguely-Brunnen

Im Bild der Tinguely-Brunnen bei Nacht kurz nach unserem Paseo-Feierabend-San Miguel abgelichtet.

Zweifelsohne besitzt die Stadt gewisse Vorzüge gegenüber dem Zürcher Finanzkessel. In Basel scheint Fasnacht allgegenwärtig, dies zugegeben, wenige Tage nach Fasnacht. Kunst ist auch so allgegenwärtig und das Volk, in welcher Zusammensetzung auch immer, lächelt überraschend oft. Ohnehin dünkte mich das die Stadt Basel vieles recht locker nimmt. Und sofern Frau nicht im Auto umher kurven muss, erscheinen die Leute echt sympathisch. Eindeutig, wer im Auto unterwegs ist, bei mir leider oft ein reines Muss, kommt in Basel gar nicht an. Die Diskussionen um eine Parkbewilligung mit dortigen Lokalpolizisten toppt gar die zürcherische Bullenmentalität.

Wer jedoch das Trämli besteigt und durch enge Gässchen flitzt erlebt viel Basler Scharm.  Das fehlen grosser Finanzinstitute tut ein deutliches Plus zur Lebensqualität beitragen. Gar für uns Zürcherinnen undenkbar, Ureinwohner die in Stadthäuser wohnen.

Wo der Grund für die Unterschiede zu Zürich liegen ist schwierig zu beurteilen. Wahrscheinlich liegt viel in der Historie des aufkommenden 19. Jahrhunderts. Eine Hauptschuld an der Entwicklung des bornierten, arroganten Finanzplatzes Zürich darf kurz und gerne, meiner Meinung nach, Eisenbahnpionier und Hauptsächlich Grosskapitalist, Alfred Escher zugesprochen werden.

Züri 1850

Zürich ist im aufkommenden 19. Jahrhundert, vorwiegend eine eher unbedeutende kleine Handelsprovinzstadt. mit knappen 20 000 Einwohnern. Im Bild ein Ausschnitt der Wildkarte von 1850. So nebenbei erzählt, links in der Karte, die Staubenhäuser, mein heutiger Wohnort.

Basel um 1865

Auch Basel, zu jener Zeit mit etwa gleich viel BewohnerInnen, lag weit fern einer Grossstadt. Doch bereits der Katasterplan von Löffel aus dem Jahre 1862 deutet auf eine Bevölkerungseinbeziehende  Stadtplanung hin was in Zürich, zu jener Zeit, gänzlich fehlte. Die begehrten Flächen überbauten, in der Limmatstadt, vermögende Grossindustrielle.

Zürich entwickelt sich unter Alfred Escher hauptsächlich zur Finanzhochburg. Entlang der begehrten Seeufer entstehen schmucke Anwesen investitionsfreudiger Grossspekulanten. Die durch Alfred Escher gegründete Schweizerische Kreditanstalt, heutige CS, trägt wesentlich bei zur zunehmenden Grosskapitalisten-Arroganz.

Ich glaube, in kurzem Studium Historischer Karten, in Basel deutlich reichere Kommunale Bautenkultur zu erkennen. Ein Basler Zoo gibt’s ab 1896 während in Zürich hauptsächlich Business interessiert. So verwunderst nicht weiter das die Villendichte, in der Rheinstadt, deutlich bescheidener ausfällt.

Wer heute in Zürich lebt glaubt obercool zu sein. Was hier an Altstadtwohnungen erreichbar ist, können sich zunehmend nur Bankmenschen oder akademisierte Konform-Linke leisten. Die Hipsterkultur,  vorwiegend in der Gastronomie zu beobachten, nimmt in der Limmatstadt zeitweilig richtig bizarre Ausmasse an. Während ich in Basel  oft Spanisch, Französisch ode Türkische Dialekte höre, spricht der Möchtegernzürcher, im Verkehrsberuhigtem Schicki-Viertel, gepflegtes Oxford-Englisch.

Kurzum, für mich ist Basel eine durchaus lebenswerte Alternative.

Und Basel hat en richtig Geilen GIS-Server für all jene die mit dem Zeugs bewandert sind, weitere Infos unter: https://www.geo.bs.ch/geodaten/geodienste.html

Und auch das Stadteigene Geoportal lässt sich anschauen: https://map.geo.bs.ch

Flachlandwochenende

am 17. Februar 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Die Tradition des gemeinsamen Flachland-Bergbau-Wochenendes hat sich definitiv, als feste Institution, irreversibel in den Kalender eingebrannt. Meinerseits gibt’s bereits 3 oder 4 Beiträge die dies legendäre Wochenende beschreiben also soll hier die 2019er-Ausgabe nicht fehlen.

Für mich gibt’s indes, in diesem Beitrag, mal vorerst viele Bilder die ich zum besten geben werde.

Der Freitag war ganz im Zeichen der Schrottkohlen auf Ennetbach

Ennetbach

Was braucht Frau mehr zum erfülltem Leben?

Viel Sonne, etwas Bündnerfleisch und Stollen in greifbarer Nähe reichen vollkommen.

Nach Verköstigung wollt ich indes doch noch etwas Weniges nach den verfallenen Stollen 1 und 2 suchen ehe meine Freunde zu mir stossen würden.

Ennetbach

Wie bereits im November 2011 festgestellt langen noch immer die alten Stollen des 19ten Jahrhunderts tief im Schutt. Indes sind die Spuren, denk ich, noch heute eindeutig. Nichts desto trotz, das Wetter war herrlich und das Brombeergestrüb  angenehm ausgedörrt, sprich optimale Bedingungen zur Stollensuche.

Ennetbach

Nach ausreichender Geländeerkundun und kleiner Siesta kreuzten meine Freunde auf und die nassen Stollenabenteuer konnten beginnen.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Alle jene die wissen wollen wies drüben der Zementröhre aussieht, ein illustres Wasserratengrübchen, mich mit eingeschlossen, wagte den Durchschlupf.

Auch wieder viel Wasser

Ennetbach

Und noch mehr Schlamm.

Und am Anschlusstag folgte die tolle Finstergrund-Exkursion. Ein Schwerspat, Flussspatbergwerk in Schwarzwälder Regionen.

Finstergrund

Diesmal bequem per Zug eingefahren.

Finstergrund

Zeitweilig waren einige UV-Lampen volle pulle im Einsatz.

Finstergrund

Wie üblich gabs jede Menge fotografische Sehenswürdigkeiten.

Finstergrund

Kurzum, ein gelungenes, wohlverdientes Wochenende.

Links
Enntbach die Erste
Ennetbach die Zweite
mein Vorbeitrag Finstergrund
und die Finstergrundwebseite

Alt werden

am 17. Februar 2019 unter Betrachtungen, Transgender, Vergangenes abgelegt

Es gab mal einst die Zeit da war mir klar, der Mensch kann nicht nur auf den Mund fliegen, er kann auch Schaltnetzteile bauen. Es kommt irgendwas inne und es kommt genau 24 VDC ausse.

Schaltnetzteil

Ich hab so ziemlich alle diese geilen Teile unauffällig in meine Sporttasche gepackt.

Und heute, ich merkte, es sind über 30 Jahre verstrichen. Schaltnetzteile stecken in jeder E-Zahnbürste, in sämtlichen LED Birnen in allen nur erdenklichen Haushaltdingern und niemand kümmerts.

Es gilt Abschied zu nehmen von meiner Jugend und von den 27 tausend gestruzten Schalt-Spannungswandler-Dingers. Wenige dieser Apparate waren je wieder im Einsatz.

Die vergangene Woche war Aufräumen angesagt um mal endlich meine, weit verstreuten, Domizile zu zentralisieren. Die Jahre verstrichen und so auch meine Erinnerung über all das Vorhandene nur die zu zahlende Miete bleib als Konstante über die Jahrzehnte erhalten. Zeit um Aufzuräumen nicht nur mit meiner, langsam endenden Jugend.

Und doch, bei so viel Vergangenheitsaufwältigung, treten ganz andere Schätze meiner längs vergessenen Geschichte zu Tage.

Da war mal einst meine kindliche Leidenschaft fürs Feuer, den Dampf und die Bewegung.

Dampfmaschine

Neu entdeckt am Tage Donnerstag nach Estrichräumung. Die Leidenschaft ist den, die bald mal 45 Jahre, kein bisschen erlöschen.

So schrieb ich neulich im Facebook zum Thema,

„Wenn Frau älter wird macht sie definitiv wieder richtig komische Sachen. Viel Dampf, Rauch und Lärm statt TiVi-gucken.“

Nun ja, das Älterwerden hat definitiv auch seine Vorzüge wenn doch, zweifelsohne, in den üblichen Transgeschichten die biologische Tatsache des Älterwerden zu gerne verdrängt wird.  Ich selbst tue mich auch so sichtlich schwer mit dieser Lebensrealität.

Doch manchmal erfolgen Glücksmomente, welche all den Schattenseiten wieder etwas Sonne verpassen.

Sicherheitsventil

Da ist mir mein Stolz übers wieder dicht angelötete Sicherheitsventil nicht zu nehmen, alte Frauen halt.

Ergo, es ist nicht aller Tage pinke, Einhorn reitender Prinzessinnen. Irgendwo nimmt jede Zeitepoche schmerzliches Ende doch an deren Stelle treten neue spannende Wiederentdeckungen. Auch diesen, längst vergessenen, Geschichten sollen Platz in meinem Herzen gewährt werden. Die Zeit als mir die Rolle der begehrenswerten Prinzessin zukam, ist längst verstrichen. Es waren Zeiten voller BDSM, Romantik und Emotionen, richtig geile Zeiten.

Heute nun, ich etwas zerzaust, die Bergbauforscherin, die Mechanikerin, die Industrie-Archäologin, durch und durch, auch spannende Zeiten, nicht minder erfüllend und genauso einen wichtigen Platz in der Gesellschaft inne habend.

Links, klar

Beitrag Julia Engelmann zu „Lass uns Geschichten schreiben die wir später selber gerne erzählen“

Chili con Carne köchelt

am 03. Februar 2019 unter Kulinarik abgelegt

Definitiv ich wünsch heut niemandem den Gang durchs Freie.

Chili con Carne

Fürs Chili con Carne, welches ich Samstagabend aufsetzte, bewärte sich bis anhin die Betty-Bossy-Fassung aber ohne Kartoffeln, siehe Chili con Carne

En Guete

Heimische Schrottkohlen

am 03. Februar 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein kleiner Abstecher in die hiesige Braunkohleförderung Anno 2. Weltkrieg und vorherige nationale Notlagen. Wir nennen das schmucke Eck im Sanktgaller Kanton, Echeltswil Ennetbach, also, wies der Name sagt, jenseits des Baches, genauer, jenseits des Brückenbaches. Das Braunkohlebergwerk indes liegt auf Echeltswiler Hangseite.

Braunkohlegrube Ennetbach

Die Stollen sind allesamt nahe dem Bach was zweifelsohne, zu allen Epochen, für schier unüberwindliche Entwässerungsprobleme sorgte. Ich war vor geschlagenen 7 Jahren-Plus, damals ein ziemliches Bergbaugreenhorn, in den verborgenen Anlagen.

Heute nun ist mein Wissen umfangreicher und die Sicht auf diese abenteuerliche Braukohlegrube eine ganz andere, hinzukommend sind einige Vermessungsplane bereits in meinen Fundus gewandert.  Mein Fokus soll, in dieser Geschichte, der Zeitepoche um den 2. Weltkrieg gelten als Kohle zunehmend knapp wurde und alte Berghauen aus letzter Krise wieder reaktiviert wurden.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Die Mundlöcher, im Bild die Nummer 3, erinnern doch eher an Nagelfluh-Naturhöhlen als an modernen Bergbau.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Auch Stolleneingang der 4. ist nicht minder Rustikal, erschwerend plätschert der Bach frischfröhlich ins Stollensystem.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Das 5. und um 1942 das wichtige Fördermundloch, ist heute mit einer Zementröhre ausgebaut die der Entwässerung dienen sollte. Wasser indes kommt nur Weniges aus der verhältnismässig grossen Röhre heraus.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Das Wasser staut sich stattdessen bis fast aufs Stollendach in der rund 300 Meter langen Hauptstrecke. Das Kohleflöz, selten über 3 cm dick, verläuft, Bild Links recht, 45 Grad fallend. Es ist in der Hauptstrecke, deutlich sichtbar, Braunkohle, äusserst minderer Qualität, ausgekratzt. Immer wieder sind Gesenke, unbekannter Tiefe, im klaren Wasser sichtbar.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Auch die Gegenseite in Richtung des alten Abbaus ist eher Nass ich Nass und ohne Schwimmbereitschaft, mag ironisch klingen, kaum Fahrbar.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Der Blick in den Grubenplan zeigt den Stand 1942 mit einigen Ergänzungen meinerseits. Die Auftageanlagen sind alle Rückgebaut. Das alte Bergwerk, aus 1896, ist heute nur noch mittels Schwimmen, über Stollen 3, zu erreichen. Stollen 1 und Stollen 2 sind verfallen. Die Gesenke sind, gemäss Originalplan aus 1942, alle mit Versatz aufgefüllt. Ein aktueller Plan (1990) von Peter Heierle gezeichnet, offenbart ganz andere, interessante Details. So sollen einige Gesenke zwar voll Wasser aber ohne Versatz offen liegen. Tatsache ist, im klaren Wasser sind einige Abteufungen gut zu erkennen.

Das dies Bergwerk sich der Arbeitskraft des nahegelegenen Armenhauses bediente, könnte durchaus plausibel erscheinen. Die Nähe des, heute verschwundenen, Bürgerasyls legt diese Vermutung nahe. Das Amt für Kriegswirtschaft (die Oberhoheit des Bergbaus zu jener Zeit) und die Fürsorge könnten zu solch Krisenjahren eine durchwegs funktionale Zweckvereinigung gebildet haben. Die äusserst prekären Arbeitsbedingungen im Ennetbacher Braunkohlewerk sind kaum vergleichbar mit grösseren Braunkohlebergwerken welche über gut bezahltes Personal verfügten. Armut gepaart mit etwas subtilen Zwang könnte die abenteuerliche, lebensbedrohliche Untertagearbeit ermöglicht haben

Waschhaus Bürgerasyl Ennetbach

So findet sich am Gegenseite der  Hauptstrasse ein altes Relikt, das Waschhaus, welches meine Theorie bestätigen täte.

Waschhaus Bürgerasyl Ennetbach

(Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo). 

Der Blick aufs Flugbild von 1944 zeigt, rechts im Bild die beiden Bauten wovon das Strassenseitig anliegende Gebäude, das eigentliche Bürgerasyl, heute nicht mehr steht.

Die Vorgeschichte Ennetbach vom 9. November 2011 Auf den Spuren nahe verborgenen Kohlen