WWW-Links

Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Und immer wieder grüsst der Globi

am 05. Dezember 2021 unter Musikalisches, Stadtindianer abgelegt

Ja, belanglos, doch nachdem sich, in einem Teilbereich meiner Betätigungskultur, die Begrifflichkeit Globi-Plan eingeschlichen hat, darf an dieser Stelle dessen Urheber nicht fehlen.

Globi im Globi

Auch mein Urgestein wagt sich an die 28 Jahre Betriebskenntnis.

Globi bei Nacht

Und wenn all die Nachteinsätzen nicht Unmengen an überzogenen Landschaftbildchen generieren täten so hätt ich längst mich in Irische Hochebenen verkrümelt.

Nun denn, manchmal hör ich auch Musik, momentan eher die härtere Gangart, denn, in der Party liegt die Revolution und mir ist momentan sehr nach Revolution und ganz und gar nicht nach Krieg.

Krieg und Revolution schliessen sich aus, müssen sich ausschliessen, möglicher Weg ist die gemeinsame Party. So bin ich mir nid sicher ob ich wieder, geile Partys machen sollte.

Luisas Playlist

Da ich hauptsächlich der Spezies Papiertiger mich zugehörig fühle gibt’s eine frei verfügbare Luisas-Playlist für all jene die Spass an der Technokultur haben.

Liste schlummert als PDF unter: http://blog.ateliereisen.ch/wp-content/uploads/2021/12/luisa_playlist_5_12_2021.pdf

Gestern war Barbaratag, die Schutzpatronin unser eins,

Mineure,

Kanoniere,

Elektriker,

Feuerspeier

und Sonstige mit kräftig Zeugs hantierende.

Barbara

Somit, Glückauf meiner hiesigen Leserschaft und möge der Frieden auf ewig obsiegen.

Luisa

Quarzsandgrube Oetwil an der Limmat

am 05. Dezember 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Am Fusse des Altbergs, auf heutigem Gemeindegebiet Oetwil an der Limmat, liegt eine künstlich geschaffene Höhle am Steilhang die Gegenstand neulich aufkeimender Neugierde war. Ein kleines Treffen unter Archäologiebewanderten sollte etwas Klarheit in dies Mysterium bringen.

Quarzsandgrube Oetwil an der Limmat

Bergbautechnisch eher mässig interessant bieten indes die Entstehungsgeschichten Einblicke in das Leben einer damalig ärmlichen Landbevölkerung und deren Streben nach möglichen Zwischenverdiensten.

Das Bergwerk, sofern dies so genannt werden darf, ist von kurzer Stollenlänge, rund 5 Meter, mit zwischenliegender Halle.

Quarzsandgrube Oetwil an der Limmat

Dem Untertagebau anschliessend liegt ein vorgebauter Tagebaubereich in etwa gleicher Volumengrösse. Kurzum ein Bergwerklein merkwürdigen Ursprungs wär nicht haufenweise von den Wänden rieselnder feinster Quarzsand. Der Schurf liegt exakt an der Quarzsand-Grenze und dies feine Material offenbarte sich an mach nahestehender Stelle am Steilhang des Altbergs.

Quarzsandgrube Oetwil an der Limmat

Kurzum dies feine Bauwerklein ist in Nebentätigkeit entstanden und der feine Sand für Glas und Formenbau lockte.

Glasi Bülach

Bild, Glasi Bülach um 1910 (Fotograf, Leo Wehrli Zürich / Quelle ETH Bibliothek)

Ort des Abnehmers lag im Bahntechnisch gut erschlossenen Bülach und die dortig rasant wachsende Industrie verlange nach Rohstoff.

Die Gerüchte über reich gewordene Landwirte die sich des Nebenerwerbs Sandbergbau hingaben, erreichten mach umliegende Dorfkneipe.  Das manch von Armut gebeutelte Bauernfamilie das Glück in der Sandmine suchte, erscheint naheliegend.

Die Datierung des Bauwerks fällt richtig schwer den die Glasi Bülach wie auch die Sulzer Giesserei AG, am gleichen Ort domiziliert,  standen ab den 1920ern im auf und ab wirtschaftlicher Umstände. Mach einer schafte grosse Vermögenswerte und verlor genau so schnell all das gewonnene. Die geschichtlichen Zusammenhänge beider Werke, wie auch der Bahnlinie Otelfingen – Bülach, sind relevant bei der Datierung des Abbaus.

Karte 1770

Da ein Kartenstudium der Vergangenheit 17. ,  18. und 19. Jahrhundert keine  relevanten Indizien zeigt, bleib ich beim Jahrhundert 20 und der Hochblüte eines Industrie-Bülachs.

Quarzsandgrube Oetwil an der Limmat

Die Grube, rotes Pünktlein, liegt auf dem Luftbild Anno 1946 nahe des Waldrandes und an der Waldgrenze liegt ein heute komplett verwaldetes Feld welches so Plusminus ein Pferdewagen in den Jahren 1930 / 1940 erreicht hätte.

Kurzum die Grube, eher bescheidenen Ausmasses, dürfte in Zwischenzeiten während der Feldarbeit, eher Semiprofessionel und ohne grosses Bewilligungstamtam, um die Jahre 1930 / 1940 entstanden sein. Der Sand liess sich schnell und ohne grosse Kraftanstrengung aus dem Berg hohlen. Da die Abbaustelle am Hang lang, könnte das Material einfach den Hang hinuntergekippt werden.

Plan Quarzsandgrube Oetwil an der Limmat

Ein Hohlraum im Volumen 51 Kubikmeter entstand, vermutet in einer Woche Familienarbeit aber, der rund 1.5 Tonnen schwere Sand per Kubikmeter musste noch den Bahnhof Otelfingen erreichen und da liegt der Kruks der Pferde.  Zum nahegelegenen Bahnhof sinds 4.3 Kilometer schlechte Strasse und das Projekt Sandabbau scheiterte ziemlich bald nach deren Anfänge.

Quarzsandgrube Oetwil an der Limmat

Alle weiteren ein und ausgeschlagenen Nischen und die Feuerstelle im Tagbauteil sind, so denke ich, geselliges Zusammensein anwohnender Dorfbuben in späteren Jahren.

Mein detaillierterer Bericht zur Sandgrube gibt’s auf: https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2021/11/oetwil_V1.pdf

und der detaillierte Grubenplan liegt auf: https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2021/11/oetwil_a_L_plan2021_V1.pdf

Buffalora 1520

am 24. Oktober 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Die Tage zogen längst an dieser kargen Berglandschaft vorbei und liessen jene grossen Momente einer mächtigen Eisenindustrie in die Vergessenheit abtauchen. Ich will versucht sein eine Rekonstruktion anhand gefundener Artefakte aufzugleisen.

CAMPELL schrieb im Jahr 1571 über das im Tal gelegene Dorf:«Hier standen noch bei unserm Gedenken einige Herbergshäuser, fast ein kleines Dorf zu nennen, für die, welche den Berg in der einen oder der andern Richtung überstiegen und dort einen Halt machen mussten, um Unterkunft zu nehmen.

Rund 500 Höhenmeter oberhalb des, in Sichtweite befindlichen, Dorfes herrschte auch so geschäftiges Treiben. Ein letztes Aufbäumen der grossen Eisenminen bescherte nochmalig grosse Mengen an Eisenerzen die zu damaliger Zeit noch gut im Preise lagen. Unterhalb der Eisenerzstollen versuchten etliche Investoren mit mehr oder minder gigantischem Aufwand die Eisenerzreichtümer mit langen Stollen untendurch anzufahren. Während in den oberen Bergwerken zahlreiche Handwerkerfamilien bescheidene Einkunft fanden, scheiterten die Sondierstollenknappen am fehlenden Bergertrag. Rund 90 Prozent der Stollenwerke bescherten keinerlei Mineralien indessen Unsummen an Baukosten.

Vom geschäftigen Treiben sind heute kaum noch Spuren auffindbar.

Halden Minieras da Fier

Einzig die mächtigen Halden zeugen von grosser menschlicher Anstrengung im Bezwingen der Bergmächte. Wer den Ursprung dieser Industrieanlage sucht, wird am Roten Stein, zuoberst am Berg auf 2513 müm, fündig. In früher Zeit, 1000 nach Christus oder früher, markierte der Rote Stein eine zutage tretende Erzader die geschäftigen Bergleuten auffiel. Erste Bergbautätigkeit beschränkte sich aufs ausheben eines Schachtes welcher dem Eisenerz folgte. Weitere Erzfunde beflügelten erste Stollenbauten die wiederum für üppige Ausbeute sorgten.

Dass die ersten Investoren aus den nahegelegenen Bormio stammten scheint heute mehr oder minder erwiesen. Auch die ersten, namensgebenden, Hochöfen am Ofenpass bauten italienische Investoren.

Oberirdisch sind heute wenige Mauerreste, Tonscherben und Holzüberbleibsel auszumachen die auf ein hier lebendes Arbeitervolk schliessen lassen. Oft sind diese Artefakte nahe bei verstürzten Mundlöchern zu beobachten.

Scherben Minieras da Fier

So auch dieser Scherbenfund welcher Christina und Elsbeth zwischen Mauerresten, an einer höher gelegenen Mine, entdeckten.

Scherben Minieras da Fier

Meine damalige Rekonstruktion anhand des Luftbildes und der Funde begünstigt des Schluss wonach die Bergleute oder Bergleutefamilien mehrheitlich neben der Stolleneinfahrt hausten dies trotz akuter Wasserknappheit.

Abgesehen von den, im Berg arbeitenden Knappen, den auf den Halden Erzklümpchen sammelnden Frauen und den Schutt zu Tage fahrenden Kindern, arbeiten etliche weitere Fachleuten am Werk. Die fülle dieser Facharbeiter wird jedoch erst erkennbar bei Einfahrt ins heute bekannte Untertagewerk.  Es ist Glück zu nennen dass der Untertagebetrieb kurz nach Stilllegung um 1590 durch Bergerosion all seine Zugänge verlor. Ein Einstieg war erst, mittels Schachtbau, im Jahre 2018 möglich womit zahlreiche Artefakte erhalten blieben. Werkzeuge, Holzbau und Keramik geben Aufschluss über die damalige Zusammensetzung der einzelnen Gewerke. Die Handwerkskunst wird insbesondere beim Holzbau eindrücklich sichtbar.

Minieras da Fier

Holz ist oft bearbeitet mit Axt, was damals üblich war, aber auch mit Säge. Kantholz und gesägte Bretter dominieren an machen Stellen das Bild. Bretter sind an den Stirnseiten gefasst was Aufwand und Einrichtung bedeutete.

Minieras da Fier

Türstöcke sind, dem zu erwartendem Bergdruck, stimmig dimensioniert und die Handwerksfertigkeit deutet auf gut qualifizierte Arbeiterschaft.

Minieras da Fier

Ein Holzgitter, Gatter liegt, umfunktioniert zur Spuntwand, in Hauptstrecke 4. Was dessen Urbestimmung war, ist heute ein Rätsel. Fest steht, der Holzgegenstand ist aus Massgleichen Kanthölzern gebaut. Die Verbindungen sind  Dreipunktverzapft was heute, trotz Maschinen, zu den Königsdisziplinen eines jeden Möbelschreiners zählt. Zweifelsohne war diese Konstruktion schon damals eher wertvoller.

Minieras da Fier

Ein einer Abbaustelle liegt eine Handgeschmiedete Hacke (Zarcla). Deren Stil ist gebrochen, wahrscheinlich bei der Tätigkeit am Gesenk. Die Hacke ist trotz vergangener 500 Jahre nur wenig angerostet. Im ersten Moment erschien der Metallteil in leichter Galvanikschicht zu schimmern und es sollten 350 Jahre verstreichen bis zur Entdeckung der Elektrizität, sprich der Galvanisierungskunst.

Es bleiben einige Rätsel zu knacken doch eines zeigt sich deutlich. Die ansässigen Arbeiterfamilien verfügten teils über umfangreiches Bergbau und Handwerkswissen. Text und Zeichenfragmente an den Wänden legen die Vermutung nahe das zu jener Zeit nur wenige des Schreibens und Lesens mächtig waren.

Minieras da Fier

Die einzige Stelle auf welcher zusammenhängender Text erkennbar ist, liegt in einer tiefen Abbauzone. Ansonsten finden sich zahlreiche Symbole und Zeichengruppen. Die Arbeiter untertage pflegten eine entwickelte Berufs-Kultur und ein ausgeprägter Berufsstolz.

Einige Stollenbauten sind, vermutet, von spezialisierten Wanderknappen angelegt. Diese, zumeist in erzfreier Jura-Kalk-Zone, getriebenen Stollen sind, so glaube ich, per Vortiebs-Lachter entlöhnt.

Buffalora Grundstrecke 4

Eine mögliche Abrechnungs-Strichliste findet sich in solch einem geschrämten Bauwerk auf Strecke 4. Ich widmete dieser Strichliste im Artikel Buffalora 2021 bereits einige Aufmerksamkeit.

Kurzum,  um 1520 lebten bis zu, geschätzt, 300 bis 500 Personen um die Mundlöcher des produktiven Bergwerks. Neben einer grossen Untertagemannschaft, damals nur Männer, Erzhauern, Vortiebsknappen, Schutter, verdienten etliche weitere Familienangehörige und Zulieferer bescheidenen Lebensunterhalt auf der Bergwerksanlage. Den Frauen war zumeist die Arbeit auf den Halden und den Pochplätzen vorenthalten. Wichtige Bedeutung kam den Karrern und Schlittnern  zu. Diese Berufsgattung sorgte für den Erztransport Talwärts zu den Öfen und den Transport von Holz, Lebensmittel und Wasser bergwärts. Es ist anzunehmen dass mehrheitlich von Ochsen gezogenen Schlitten die steilen Strecken bewältigten. Um die Mundlöcher siedelten weitere Handwerksbetriebe an vornehmlich Holzbau, Sägereien, Zimmerleute.

Michael II Halde

Halde Michael 2 im Oktober

Ob Schmiede in dieser kargen Landschaft wirkten ist heute eher zu verneinen. Das Schmiedehandwerk ist Wasserintensiv und Wasser musste vermutlich aufwendig gesammelt und, oder herausgeschleppt werden. Die zwei aktuell nachgewiesenen Schmiedewerkstätten liegen unterhalb einer Quelle auf 2200 müm.

Pochplatz Minieras da Fier

An zentraler Lage sind grosse Poch und Sortierplätze eingerichtet auf welchen Frauen und Kinder die wertvollen Erzen sortierten und auf kleine Korngrösse, mittels Hammerschlag, weiterverarbeiteten. Unterhalb dieser 4 Hügel liegt ein Plato auf welchen sich die Hauptsiedlung der Handwerksbetriebe befunden haben könnte.

Minieras da Fier

Übersichtsdarstellung als PDF, Bild anklicken.

Meine Rekonstruktion zeigt die etwas vorsichtig ausgestalteten Siedlungsgruppen, im Süden vornehmlich Handwerksbetriebe, Holzdepots, Unterkünfte der Karrer. Im Norden vornehmlich Bergleute und Familien die in einfachen Steinhütten nahe den Mundlöchern lebten. Ein See ist auf meiner Zeichnung keiner vermerkt obschon dieser, in den meisten Bergwerksbetrieben aus jener Zeit, schlicht dazu gehört. Fakt ist, ich hab zwar sehr viel Regen gesehen und auch die Halden zeigen eindeutige Wassererosionsspuren doch Wasser hab ich selbst nie in rauen Mengen gesehen. Wie viel Wasser sammeln möglich ist ohne dass dieses durch die Bergritzen, die zahlreich vorhanden sind, wieder abfliesst, ist mir unklar.  

Fest steht, beide, heute nachgewiesenen Bergschmieden, liegen weit unterhalb der Hauptanlage.

Weitere Texte und Dateien zu Buffalora

Grundriss stand Oktober 2021 https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2021/10/Buffalora_plan2021_V8.pdf

Dokumentation als PDF https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2020/11/buffalora.pdf

Plan vom Haspel https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2020/12/haspel.pdf

Gefundene Schriften https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2020/12/schriften_V2.pdf

Wo die Scheisse richtig kocht….

am 26. September 2021 unter Grungisches, Politischer Grunk, Steinerne Unterwelten abgelegt

Bin ich fast nur noch am schaffen womit mein Blog wieder tief in den Schlafmodus verfällt. Trotzdem oder gerade deswegen zieht vieles an mir, geflissentlich ignoriert, rauschend vorbei was meiner geistigen Gesundheit wohltuend hilft. Wenndoch, das Rauschen manchmal schwerwiegend im Ohrgegänge nachhallt.

Aber ja, schaffen macht Spass, Zückerchen, die Parallele zu Bergbau ist punktuell durchaus gegeben.

Bagger im Globus

Obschon die Arbeit mich so ziemlich vereinnahmt bleiben wenige Momente des Beobachtens und der Rückschlüsse, eben, sogenanntes unüberhörbares Grundrauschen.

Darum,

Die Scheisse kocht richtig und entgegen früherer Aussagen ist mein Glaube an eine friedliche Koexistenz aller Individuen ziemlich auf Null geschrumpft. Die Unvernunft regiert und ein Konglomerat zusammengesetzt aus Mitteleuropäischen Staatsführern und Pharmalobbyisten will auf tausend-komm-eins die äusserst umstrittene Coronavirus-Impfung ins Gewebe aller Untertanen drücken. Die von oben nach unten gerichtete Kommunikation glatzköpfiger Könige erinnert an Zeiten einer nie enden wollenden Untersuchungshaft und städtische Impf-Trämer werden von privaten Interventionstruppen bewacht. In dieser, tagtäglich auf mich wirkenden Umgebung, gibt’s nicht ein Schiessargument wieso die Coronavirus-Impfung eine gute Sache sein sollte. Klar auch, noch bin ich weder in Untersuchungshaft oder sonst des Terrors verdächtigt also ein grosses Leckt mich am Arsch ihr Scheisseliten.

In der Bruthitze des Idiotismus köchelt die Eskalationsspirale während die staatlich gefütterte Mainstream-Berichterstattung den letzten Funken an Glaubhaftigkeit verspielt. Glück wer viel arbeiten darf und viel Geld scheffeln tut den die Zeiten werden bombig und dem Slogan „Impfung macht frei“ haftet definitiv eine gewisse historische Parallele an.

Im Umfeld dieser unschönen Entwicklung muss ich Position beziehen und entgegen aller Unannehmlichkeiten klare Kante zeigen. Bertolt Brecht  zitierend, „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“.

Kurzum, der Bergbau bleibt leider etwas auf der Strecke,

a) sind die Umstände äusserst widrig. Zu entspannter Bergbauforschung passt das kühle Bier nach getaner Arbeit. Leider ist dies momentan richtig erschwert.

b) fordert mich die Arbeit und ich hab erst noch Spass dabei. Ein Phänomen wessen mir seit Pandemiefickerei lange verborgen blieb.

In diesem Sinne, ein grosses Sorry alle denen die diese Seite des Bergbaus willen aufsuchen.

Und doch, ich war nochmals in Buffalora in vermessungstechnischer Mission und es war ein ganz toller Anlass mit vielen spassigen Momenten.

Buffalora

Nach unendlichen Mäsklidiskussionen im Juli auf Tschierv beschlossen wir unser Schlafdomizil ins Gasthaus Buffalora zu verlegen dies auch zugunsten einer prächtigen Morgensicht auf die Bergwerkanlage. Eine durchwegs weisse und entspannende Lösung angesichts täglich strenger Untertagearbeit.

Wie üblich sollte eine weitere Sohle zeichenrisch auf dem Plan Platz finden  und so waren wir, vorwiegend Andreas und ich, ganz froh dass Sohle 5, genannt von uns „Barbara“, keine allzu Komplizierte war.

Angesichts des grossen Team bei dieser Expedition liessen sich weitere eher komplexere Experimente realisieren.  

Eines dieser Experimente umfasste die Oberfächen-Lokalisierung des Versturzes Sohle 5 mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät Barryvox. Ein Team platzierte den Sender untertägig an nordöstlicher Verbruchstelle während das zweite Team mit Empfänger ausgestattet die Bergoberfläche scannte.

Buffalora

Und tatsächlich waren die Resultate verglichen mit Massberechnungen erstaunlich passend.

Buffalora

Karte Anklicken, Karte gross machen

Es zeichnet sich eine Erzgangrichtung ab die ca. 20 m nördlich neben dem Haldenzug verläuft.

Sohle 5 Buffalora

Trotz rund 15 Meter Felsüberdeckung sind die Barryvoxmessungen durchwegs plausibel mit den Untertagemessungen stimmig. Allen Vorurteilen zum Trotz funktionierte die Lokalisierung mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät recht gut.

Und Sohle 5, sie gab, trotz des eher unspektakulären gradlinigen Stollenverlaufs, schon einige Rätsel auf.

Sohle 5 durchquert Tagwärts eine schiefrig brüchige Zone die mit viel Aufwand ausgezimmert wurde, Baujahr ums 1400.

Sohle 5 Buffalora

Es sind fast ausschliesslich sauber geschnittene Kanthölzer an den noch heute erhaltenen Türstöcken zu beobachten. Das Holzwerk steht noch, nach 500 Jahren, grösstenteils an angestammtem Orte. Wieso hier, wie auch anderswo, solch sauber verarbeitetes Holz verwendet wurde ist ein interessantes Rätsel. Holzwerk war schon damals ein kostspieliges Handwerkserzeugnis. Fest steht, auf Buffalora siedelten geschickte Handwerker. Holz ist in vollendeter Form verarbeitet. Die Zone, 20 Türstöcke, ist ohne Auffüllung gesichert. Am Ende der Türstockstrecke bricht der Stollen unüberwindbar. Die Bruchstelle schliesst ein oder zweit Weiterverläufe die nicht eindeutig erkennbar sind.

Die Umkehrseite, Bergwärts, erreicht nach Aufstieg Sohle 6 und 7, eine sehr erzreiche Zonen. An verschiedenen Orten finden sich kleinere Erzdepots die möglicherweise, nach Betriebseinstellung, das wertvolle Gestein bunkerten.

Sohle 5 Buffalora

Im Bild vom 13.10.2018, am Boden ein grösseres Depot mit feinen Erzkluppen, könnte sein aus Betriebszeit um 1500, auf einem Holzbrett zwei auserwählte Stücke.  Ich vermute nach der Betriebszeit bei Seite gelegt. Am Tag der Vermessung 5.9.2021 ruhte nur noch der kleine Erzklumpen auf dem Holzbrett, der Grössere war weg. Von unserem Team hat ihn keiner gesehen, da würd meine Ex Amporn, klar den Geistern diesen Diebstahl zuschieben. Ich weiss indes, die Physik und die Eigendynamik  verändert allerlei auf Buffalora.

Und Sonstig, Musik ist ständiger Begleiter und voraussichtlich eines meiner neuen Projekte.

Momentan ist bei mir wieder die Hardtekkno erwacht verbunden mit unsäglicher Lust auf abartige, schmutzige Partys alla Berliner Untergrund.

Absoluter Tipp für Freunde weiterer Entdeckungen, die Hör Berlin-Reihe auf Youtube.

https://www.youtube.com/c/H%C3%96RBERLIN/featured

Und zu Buffalora, klar mein Text auf Luisa.net

https://www.luisa.net/industriearchaologisches/buffalora/

S-charl, weitere Ansichten

am 18. Juli 2021 unter Ungelistet abgelegt

Über dies kleine beschauliche Örtchen, dank des Silber und Bleibergbaus entstanden, gibt’s umfangreiche Forschungswerke da will ich nicht auch noch meinen Senf dazugeben. Für mich sind die dort angesiedelte  Bergwerke indes immer wieder ein Besuch wert einerseits um mögliche Verbindungen zu Buffalora erkunden, beide Anlagen standen im Mittelalter in nahem Zusammenhang, anderseits schlicht der spektakulärer Bilder willen.

Also mal nen Beitrag wieder mit wenig Bla und viel Bilderbuchcharakteristik. Diesmal galt das Ausflüglein nur den im Nordteil des Mot Madlain gelegenen Bergwerken.

Erste urkundliche Nennung der Bergwerke am Mot Madlain gründet aufs Jahr 1317, dass bereits früher, an genannter Stelle, nach Erzen gegraben wurde, liegt auf der Hand.

Val dal Poch

Im Val dal Poch, nahe des Erbstollenausgangs, findet sich heute ein alter Eisenerzverhütungsplatz mit interessanten Schlackenresten.  

Eisenschlacke

Eisenschlacke aus benachbartem Verhütungsplatz

Die Bergwerke, früher eine Vielzahl kleinerer Metall-Manufakturen, wuchsen allmählich zu einem mächtigen Bergbau-Konglomerat zusammen. Nachweislich, unterschiedlich zu Buffalora, sind früh zentrale Verwaltungsinstrumente entstanden. Zwischen 1542 und 1560 betreibt der Abt von Marienberg die Bergwerke auf Mot Madlain. Um diese Zeitepoche entsteht das gigantische Bauvorhaben Erbstollen welches gesamthaft rund 50 Jahre Bauzeit beanspruchte. Wo der Erbstollen mündet ist uns auch diesmal verborgen geblieben. Klar ist, der Stollen säuft unter Tage allmählich ab und klar ist auch das Wasser läuft irgendwo aus dem Mot Madlain.

Arbeitersiedlung Val dal Poch

Fest steht, auf der Nordseite   des Val dal Poch stand einst die Knappensiedlung für die Erbstollen-Erbauer. Wenige Meter von der Behausung, über einen kurzen Tunnel im zerklüfteten Fels, konnten die Arbeiter, vermutet, den Bauplatz erreichen. Dass dieser Erbstollen-Bauplatz hauptsächlich aus einem, heute nicht mehr stehendem, Gerüst besteht, erschwerte unsere Suche ungemein.

Kurzum auch diese Suche war erfolglos trotzdem waren sehr viele Einblicke möglich und der untertägige Teil folgt.

Untertägig galt diesmal das fotografische Interesse den neueren Gruben aus der Ära Johannes Hitz 1823 bis 1830. Der Weg ist weit zumal die damaligen Zugangstollen alle verbrochen sind und nur der Zugang über Mittelaltersystem möglich ist.

Plan Gruben Mot Madlain

Kleines Pländli, gross machen, anklicken, zur Übersicht. Roter Nordwestlicher Bergwerksteil ist aus der  Ära Johannes Hitz Epoche. Im Innern sind die Stollen Mannshoch und eine mächtige Abbaukammer mit Namen „Dom“ lockt den abenteuerfreudigen Besucher.

Johannes Zech

Nach wie vor, Spurnagellaufbretter wie sie auch im Mittelalterteil anzutreffen sind.

Johannes Zech

Und auch wieder, Steigbäume zur Überbrückung kleinerer Förderstrecken-Höhenunterschiede. Die Stollenhöhe verkündet die aufkommende Industrialisierung und die damit verbundene Rationalisierung der Arbeit.

Johannes Zech

Die bekannte, ihrer Art einzigartige, Spurnagelweiche mit Priorisierungsklemmhölzer liegt nahe der grossen und ergiebigen Abbauhalle dem Dom.

Johannes Zech

Der ominöse Dom passte definitiv nimmer auf meine Fotomaschine, das Ding ist gegen 15 Meter hoch indes verhältnismässig schmal. In dieser Zone solle der letzte noch rentable Abbau  stattgefunden haben. Trotz weiterer Such-Anstrengung scheiterte Johannes Hitz 1830 im Konkurs.

Die Bergwerksanlage ist riesig und die Fortbewegung enorm kräfteraubend was der Anlage eine gefühlte Dekande weiterer Stollenkilometer verpasst. Gesamtstollenmeter werden 10 140 angegeben.

Und allerletzt kleiner Einblick ist Mittelalterbergwerk, diesmal die violetten Strecken.

Pumpensumpf Barbarastollen

Wahrscheinlicher Pumpensumpf auf einer Hauptstrecke.

Erztrog

Und den nicht restlos klar erschlossenen Erztrog. Insbesondere der kleine Handgriff passt irgendwie nicht so richtig wo hin.

Kurzum, wiedermal nen geilen Ausflug ohne herumnervende Mäsklis.

Und die Vorgeschichten

S-charl

S-charl und weitere Sehenswürdigkeiten

Links von Relevanz

https://www.bergbau-graubuenden.ch

Buffalora 2021

am 17. Juli 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ist lange her seit letztem Bergbauartikel, zu dominant war das weltumspannende Pandemiethema. Klar, ich muss mein Ding drehen, und wenn ich mal all den Virologen Glauben schenken solle, so muss ich mein Ding richtig schnell drehen denn, nach deren Prophezeiung sei mir nicht viel Lebenszeit geschenkt. Nun, Propheten gab’s schon einige und Sinnfluten, Weltuntergänge und sonstige Heuschreckenplagen überlebten wir etliche.

Ergo, Zeit für Wissenschaft, andere sollen Dummschwatzen.

Buffalora erfreut sich einer weiteren Vermessungsorgie und wir verkünden den erfolgreichen Abschluss der Datenerhebung Grundsohle 4, auch genannte Grundstrecke Sonch Rafael II.

Und parallel dazu öffnete die fleissige Knappenschaft erneut neue Geheimnisse auf 2481müm.

Buffalora Stollen Sohle 8

Aus dem Boden ragende Kanthölzer waren lange Motivation zu tiefergreifender Untersuchung. So fand sich ein Team zusammen die, mit Schaufeln und Pickeln, in die tiefen Geheimnisse blickten.

Zum Vorschein kam eine Stolleneingangsüberdeckung die, wie wir heute vermuten, im Tagbau erstellt wurde. Dieser Bau sollte Platz ermöglichen für weiteres Abraummaterial der oben liegenden Zugänge ohne Aufgabe des, im Deponiebereich befindlichen Stollenzugangs, dies die Gedankengänge um 1500. Auf Buffalora finden sich einige solch Bauten zumal die Stollenzugänge der Haupterzgänge alle mehr oder minder Vertikal untereinander platziert sind doch bis anhin ist noch nie einer solchen Verbauung bis tief ins Erdreich gefolgt worden. Das Material welches die Holzauskleidung schwerwiegend zerdrückte ist fein und als reiner Aushub zu betrachten. Der Stollen blieb aber, nach 500 Jahren Betriebsschluss, noch heute nicht erreichbar. Trotzdem waren überaus interessante Einblicke möglich.

Buffalora Sohle 8

Erste Auffälligkeit,  bei diesem Bauvorhaben wurden keinerlei Kosten gescheut. Nur best verarbeiteter Kanthölzer und Gerüstbretter sind im Innern verbaut worden. Trotz damalig immensen Sägeaufwand sind die im Schutt gefundenen Hölzer, im Bild recht deponiert, von hohem Verarbeitungsstandart.

Buffalora Sohle 8

Ein Blick ins hocheinsturzgefährdete Stolleninnere, zeigt saubere Schnittkannten und präzise auf Stoss gelegte Dachhölzer. Leider sind die Dachbretter unter der Gewichtslast geknickt und der Stollen nicht weiter zugänglich. Angesichts des feinkörnigen Materials welches auf der geknickten Holzdecke  lastet, musste auf den weiteren Vortrieb  verzichtet werden. Weitere Aufwätigungen sind, in dieser Haldentiefe, nur noch als Schildvortrieb möglich.

Buffalora Sohle 8

Ein Blick auf mein Planupdate zeigt die überdeckte Strecke knapp oberhalb unserer Michael II Strecke (Sohle 2)  aber eben auf Plus 72 Metern zu Michael II. Michael II knickt an dieser Stelle steil Norden um Erzgang 2 rechtwinklig anzufahren.  Folglich kann die neue Entdeckung als Erschliessung des zweiten Erzgangs auf 2481 müm gewertet werden, Annahme in etwa der Höhe Sohle 7 bis 8.

Zurück ins Untertägige

Die Vermessung startete  am 3. September 2019 beginnend bei Sohle 3, zu Sohle 2, zu Sohle 1 hoch zu Sohle 4, auch bekannt als Grundstrecke Sonch Rafael II. Diese Vermessung auf Sohle 4, insbesondere der vertiefte Blick in einige Einzelheiten, schaffte spannende, neue Erkenntnisse zu damaligem Wirken im Eisenbergwerk Buffalora.

Auf einige dieser Erkenntnisse will näher eingehen.

Die Grundstrecke Sonch Rafael II ist gemessen 184 Meter lang ohne erkennbarer Tageseinstieg und ohne erkennbare Stollenbrust. Es ist anzunehmen dass diese Strecke, im  Hochbetrieb um 1500, beträchtlich länger war. Sowohl Anfangsversturz wie Endversturz deuten auf einige unbekannte Stollenmeter hin.

Buffalora Grundstrecke 4

Auf Sohle 4 lohnte die Eisenerzförderung, der Stollen durchfährt den Erzgang in voller Länge. Der ertragreiche Erzgang ist weitläufig ausgeräumt . Über die steile Spalte ist die nächst höhere Sohle erreichbar.

Buffalora Grundstrecke 4

Die Grundstrecke war mit Rollmaterial, Wettertüren und Verladebühnen ausgestattet. Doch der Erzgang keilt, gegen Berginnern, aus. Vereinzelt wird im Firstbau an kleinen Erznestern gearbeitet.

Buffalora Grundstrecke 4

Die Höhe der Firste kann indes nur anhand des herumliegenden Schutts erahnt werden.

Buffalora Grundstrecke 4

Trotz massiver Ausbauten ist gegen Ende der fahrbaren Grundstrecke  von eher kleineren Firstbauten auszugehen. Im Bild der Blick aufwärts in eines der zwei Firstbauten gegen Ende der bekannten Grundstrecke.

Trotz massiver, und damalig in dieser Zone annehmend rentable Ergebnisse, sind immer wieder Suchstollen in unbekannte Zonen getrieben worden. In der brüchigen Erzzone war die Abbautätigkeit effizient und mit vergleichbar geringem Aufwand zu stemmen indessen offenbaren die Parallelsuchstollen harter Kalkstein welcher schweisstreibende Sisyphusarbeit nötig machte.

Bekannt sind zwei solcher, sehr langer Stollen die zur Suche potentieller Parallelerzgänge angelegt wurden. An einer Wand solch eines Suchstollens finden wir eine merkwürdig anmutende zweizeilige Strichliste die weitere Neugierde beflügelte.

Buffalora Grundstrecke 4

Ich gebs zu, es ist schwierig über dies Relikt weiter zu spekulieren. Fakten, oben sind 7 Striche ausmachbar unten zählen wir deren 18. Gemacht ist diese Strichliste, vermutend, mit dem Russ der Flamme einer Frosch-Fett-Lampe. Die Deutung der Striche indes kann durchwegs diskutiert werden, ich war um 1500 nicht mit dabei als jemand dies Zeichen setzte, doch ich mach mir einen Reim aus dem Ganzen.

Die beiden Stollen, der Einte sauber gekehrt als wär dieser gestern dem Chefe gezeigt worden, der andere in einer späteren Periode als Erznebengesteindeponie amtend, zeigen grosses Handwerkskönnen und fundiertes Bergbauwissen.

Wahrscheinlich waren in beiden Untertagebauten ein und das selbe erfahrene Handwerksteam, zwei, maximal 3 Mann, unterwegs. Im Unterschied zu den hart arbeitenden, per Ertrag entlöhnten, Erzhauerfamilien, Männer als Erzhauer, Kinder als Schutter an den Hunden und Frauen als Erzklauberinnen auf den Abraumhalden, waren Suchstollenknappen per Lachter, Aufwand, was auch immer entschädigt.

Die Strichliste könnte, meiner Meinung nach solch eine Abrechnung sein. Leider ist auf zur Plausibilität mir noch kein Pony geschweige den ein kompletter Ponyhof begegnet trotzdem sollte erstmals eine Faktenauflistung meinerseits erfolgen ehe weitere Spekulationen die Fachwelt erschüttern.

Buffalora Grundstrecke 4

Beide Suchstollen sind im Strossenbauverfahren angelegt. Stollen Südwest, ab Punkt 1516 bis 1526, ist bis Brust fahrbar und in Abnahmezustand. Stollen Nordost, Punkt 1510 bis 1514, ist grösstenteils mit Erznebengestein verfüllt. Im Strossenbauverfahren sind zwei Mann im Stollenbau um einige Meter versetzt am Arbeiten. Der erste Mann schrämt kniend ein maximal Meter hohes Stollenprofil. Der zweite Gehilfe bemüht sich um effizienten Schuttabtransport und erweitert das Stollenprofil um eine Strosse tiefer, auf Höhen zwischen 1.40 und 1.70.  Dem zweiten Mann wird die Aufgabe des Aufbaus der Förderinfrastruktur zuteil. Im  Südwest-Stollen, an der Strossenkante, ist das erste Holzschienenpaar verlegt, noch heute stehen, dank des darüberliegenden Schutts, die Fahrhölzer an ursprünglicher Stelle. Nicht weit, in Ausgangsrichtung, liegt noch das zweite Schwellenbrett  bereit. Um einst der zweistrossige Stollenteil mit Rollwerkzeug ausgebaut war ist anzunehmen. Die Holzschienen sind immer wieder an neue Arbeitsorte gewandert. Die westverlaufende Vortriebsstrosse, kurz nach Richtungswechsel, ist im Endansatz als Werkzeugnische verwendet worden. Heute liegen Holzteile, nicht weiter identifizierbar, in der Nische.

Kurzum, in diesen Bauten waren qualifizierte Profis, 1 bis 2 Monate, am Werken. Wie sie abrechneten ist heute ein Rätsel. Die tabellarische Auswertung der Stollenmasse brachte auch nicht die erfolgte Erleuchtung.

Buffalora Grundstrecke 4

Klar ist, so einfach ist dies Rätsel nicht zu entschlüsseln. Das Verhältnis 18 zu 7 ist Faktor 2.57. Dieses Verhältnis taucht in den Längen leider nirgends auf. Auch Georg Bauers Einheiten brachten wenig Übereinstimmung mit der Zahl 7 / 18.

Und doch muss um dies Strichmuster etwas zu verstehen, etwas über den Tellerrand geguckt werden.

Der Abraum der beiden Stollen liegt, mit Anmerkung, Teilweise im nebenliegenden tiefergelegenen Abbau. Wie viel dieser ist, lässt sich nur schätzen. Kurzum, ein Teil des Abbraums liegt wo anders, bedeutet, Mehraufwand.

Es waren Teams, eingespielte, aber auch externe in gemeinsame Arbeit unterwegs. Fahrmaterial, Werkzeuge was auch immer wahren auch so Aufwendungen. Die Strichliste rein auf die Stollenlängen umgewälzt wär vermutlich zu einfach.

Auch nicht von der Hand zu weisen, wir kennen die Sondierstollen nicht abschliessend. 18 und 7 ergibt eine Summe von 25. Nach Lachtern gerechnet sind beide Stollen 26 in der Zahl dies mit Werkzeugnische eingerechnet. Und auch nicht zu unterschätzen, ob ich nun mit meiner Maus von Stollenwand zu Stollenwand husche oder ob ich doch nur einfach eine Schnurr die alle 1.70 Metern mit Knopf ausgestattet ist, Stollenmittig auslege macht bald auch mal 1 bis 2 Lachter Messdifferenz aus.

 Fazit, die Strichliste diente zur Verrechnung der geleisteten Arbeit. Wie diese Verrechnung genau ausschaute, kann abschliessend nicht geklärt werden. Im Unterschied zu S-charls gibt’s aus Buffalora recht wenig Dokumentiertes aus der Betriebszeit.

Meine Sicht als erfahrene Handwerkerin, dies Team setze an diversen Orten auf Buffalora Zeichen. Der Stossenbau nahe unser Einstieg, mit Andreaskreuz versehen, ähnelt beschriebenem Sondierstollen.  

Buffalora, die Geschichte auf Luisa.net

https://www.luisa.net/industriearchaologisches/buffalora/

Corona ist ein Bier

am 13. Mai 2021 unter Grungisches, Politischer Grunk abgelegt

Und Bier bedeutete in Zeiten der Prohibition ein breit, staatlich zu kontrollierender Umstand. Dass die Geschichte sich permanent zu wiederholen scheint und dass rein gar nix an überlieferter Erkenntnis übrig bleibt, macht uns Historienforscher leider gänzlich überflüssig.

Zum Glück ist die Welt nicht nur absolut und eine Historienforscherin probt den Aufstand.

Da ich gegenwärtig recht viel über die Beobachtungen um diese Pandemiegeschichte publiziere und ich trotzdem an die  Historienforscher glaube, schaffte ich eine Seite namens „Und dann ward Corona„ auf Luisa.net.

Als Idioten die Welt regierten

am 09. Mai 2021 unter Grungisches, Politischer Grunk abgelegt

Ich habs bereits auf Luisa.net gegackert aber bekanntlich hält doppelt, besser.

Wir nennen die Jahre 2020 / 2021 und Kulturell steckt eine breite, globale Gesellschaft in der Abwärtsspirale. Einst nannten Ignoranten, Demokratie das erstrebenswert, funktionierende System und merkten nicht dass dies geschaufelte Grab der Scheindemokratie, sie und viele Weitere, in naher Zukunft, verschlingen würde. Es schleicht sich eine Diktatur nach Chinesischem Hightech Vorbild, ein und kein Schlafschaf wagt ein Aufbegehren.

Ich weiss nicht so recht ob am Anfang dieser glühend heissen Story ein Virus stand. Momentan sind Jahres-Sterbezahlen kaum von anderen Jahren zu unterscheiden  und mit globaler Hysterie lässt sich schlicht nicht alles pauschal erklären. Manch Verschwörungstheorie  gewinnt regen Auftrieb und auch wenn einige Analysen hanebüchend haarsträubend wirken so gibt’s tatsächlich die einte oder andere nachverfolgbare Plausibilität.

Die Propagandamaschine mit Staatsmedien und Somaruga-gekauften Printkonzernen steht einen damaligem Naziregime in nichtsem zurück. Das gut geschmierte Gehirnwasch-Maschinchen tut sauberste Arbeit und die Konsum-Lulle ist voll der Volks-Dope.

Die jenigen, wenigen, die Aufmupfen  erfahren eine nie da gewesene Repression. Die Rolle der Staatsmedien als Bild-Zudiener aktiver Strafverfolgungsbehörden erinnert auch wieder an bekannte grosse Diktaturen.

Begriffe wie Wissenschaft und Statistik büssten letzte Glaubhaftigkeit ein und markieren heute die gesetzte, unumstössliche Elite.

Ich schrieb einst “Wieso wird’s kein Krieg geben“ und ich bin mir heute nimmer sicher obs wirklich keinen Krieg geben wird. Bedauerlicherweise werden wir von Idioten regiert die einer Eskalation in keinster Weise entgegenwirken. Zahlreiche hiesige Politiker liebäugeln mit Modellen wie Sozialpunkte alla Überwachungsstaat China. Eine Zerocovit-Bewegung gar schwärmt von Internierungslager für Impfverweigerer.

Kurzum, wenn Frau bedenkt dass auch ich, und weitere wie ich, existieren, erwarten uns keine schönen, Amonium-Nitratische-Zeiten. Fern liegt mir eine Leugnung des Covid19-Virus so wie mir fern liegt irgendwelche Grippeviren zu leugnen doch die Massnahmen sind falsch und es ist mein legitimes Recht und meine Pflicht dies zu äussern. Die gesetzten Schubladen „Covidiot“,  „Corona-Skeptiker“ und wie sie alle gerne ARD-Mässig genannt werden, sind Falsch und erinnern durchs Band an Diskreditierungsmechanismen aufsteigender Totalitär-Regime.

Noch ist es uns gewährt die Stimme zu aktuell brennenden Themen niederzulegen doch der Propagandazug schläft, im Gegensatz zu Konsumgesteuerten Schlafschafen, in keiner Sekunde.

Und doch liebe Schlafschafe denkt nach, wachend und erkennet den nahenden Wolf in Form eines

PMT Gesetz (Polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus),

Covid – Gesetz

und letztlich auch em CO2-Gesetz

Und wenns Euch aufmüpfig ist, 3x NEIN weils sonst richtig bitterernst wird.

Schöne Sunntig

Und wenns mich noch gibt so glaubet, keine Zeit zum Sterben, keine Zeit aufs Lagerleben aber richtig viel Lust auf Widerstand.

Verborgene Eisen im Dürsteltal

am 02. Mai 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Lange ist es her als im Dürsteltal Eisen gefördert wurde demzufolge sind die Spuren nur noch spärlich zu erahnen. Nichts desto trotz meine Neugierde ist ungebremst und inspiriert vom Hochofenfund in den Jahren 1995 bis 1997 musste ich den verborgenen Mysterien nachjagen.

Auf meiner Suche nach Bohnerzischen Magien bin ich in der Arbeit von Jürg Tauber und Marianne Senn verhangen. Zu gut passten die Entdeckungen beider Archäologen zu meinen Buffalora-Erfahrungen und auch die Zeitepoche schien, etwas vor Buffalora, konkret 13. Jahrhundert, passend um der Gegend einen Augenschein zu schenken.

Berichtet wird von zwei spektakulären Ausgrabungen die Reste eines Hochofens und eines Rennofens, zu Tage förderten. Ich wollte nun anhand der mir bekannten Ofen-Positionen mögliche Bergbauspuren erkunden. Dazu bediente ich mich, bei meiner ersten Schreibtischsuche, dem Baslerländischem 3D Höhenmodel in metriger Auflösung, was schnell erste markante Geländeunregelmässigkeiten offen legte.

Eisenwerke Dürsteltal

Alle Spuren zeugten von grösseren Erdbewegungen die womöglich auf Bergbau zurückzuführen sind.

Da nun eine erste Kartensichtung äusserst eindeutig erschien könnte der angenehm, entspannte Feldforschungsteil beginnen.

Eisenwerke Dürsteltal

Die Industrielandschaft aus den Jahren um 1200 bis 1400 zeigt sich heute im satten Kuhweidengrün. Nur Weniges erinnert an ein, für damalige Verhältnisse,  grossen Bergwerksbetrieb. Auffällig sind die stark überwucherten Tagbau-Stellen in unmittelbarer Rennofennähe.

Eisenwerke Dürsteltal

Das Gelände ist steil und der Hang eher instabil was deutliche Bergbauspuren schnell überdeckte trotzdem sind in Ofennähe minimum 3 Tagebau-Orte ausmachbar. Eine dieser Stellen verfügt über eine dreiteilige Halde die a) potentielle kleinere Stollenbauten erahnen lässt b) auf immer widerkehrende Verarbeitung des Haldenmaterials hindeutet.

Am westlichen Ende des Bergbaureviers liegt ein mächtiger Spalt offen welcher auch ein mögliches Indiz für die damalige Bergbautätigkeit sein könnte. Bedauerlicherweise sind die Bergbauspuren durch Strassenbau und Holzwirtschaft stark verfremdet so das tiefere Rückschlüsse nur schwierig zu treffen sind.

Eisenwerke Dürsteltal

Der Abbauspalt erinnert an Schwarzwälder Fluoritgangaufschlüsse nur sind in hiesiger Stelle die harten Jurakalkplatten waagerecht, leicht gegen Berginnern fallend,  ausgerichtet. Wenn Erz hier zu Tage trat so, aus meinem bescheidenen Wissen heraus behautet, in Form von Bohnerz-Nestern.

Der Schlitz erreicht fast den Erzbergkamm und ist in unterschiedlicher Ausprägung. An meiner Kameraposition  wirft der Abbau eine mächtige Halde die unterhalb für den Feldwegbau in späten Jahren abgetragen wurde. Unterhalb des Feldweges sind Mauerfragmente erkennbar die möglicherweise abstützende  Funktion inne hatten.

Eisenwerke Dürsteltal

Karte als PDF, Karte anklicken.

Es sind, aus meiner scheuen Beobachtung resultierend, mögliche 7 Abbaustellen erkennbar. Meinst sind diese reine Tagebaustellen, ein, zwei Stellen jedoch deuten auf leichten Untertagebau hin. In Unmittelbarer Bachnähe stand der, mittels Wasserkraft angeblasene, Hochofen. Das benötigte Wasser zum Betrieb der Blasbalge, solle, so wollens die Archäologen wissen,  etwas östlich gelegen, in einer Bachstauung, gesammelt worden sein. Der näher an den Bergwerken gelegene Ofen I war sowohl als Rennofen wie auch als Hochofen im Einsatz. Schlackenfunde bestätigen beiderlei Anwendungen. Fest steht, der obere Ofen I besass keine Wasserkraftunterstützte Anblasung, folglich erreichten die Schmiede nicht immer die notwendige Schmelztemperatur womit das Eisen nur verklumpte nach dem Rennofenverfahren. 

Das Kloster Schönthal solle bei der Eisenproduktion eine entscheidende Rolle gespeilt haben. Es lohnt somit ein Blick in die nähere Nachbarschaft.

Der Blick in die Baaderkarte, stand 1842, offenbart tatsächlich ein Erzberg an besagter Abbaustelle. Dieser Flurname wuchs in Neuzeit zu Erzenberg an.

Eisenwerke Dürsteltal

Das Kloster war bereits in Jahren der Baaderkarte längst zur Sommerresidenz einer Bankierfamilie ungenutzt.

1146 bestätigt eine Urkunde den Froburger Grafen Adalbero als Stifter des Klosters. Trotz  zahlreicher Unterbrüche überdauerte der Klosterbetrieb bis in Jahr 1525.

Kloster Schönthal

Heute wird das ehemalige Kloster als Kunst- und Kulturbetrieb genutzt.

Ob der Eisenbergbau je rentierte ist zu bezweifeln.  Zu aufwendig erscheinen die Investitionen zu solch Vorhaben anderseits war Eisen im 1200 ein teurer Rohstoff.

Kloster Schönthal

Somit lässt sichs spekulieren ob die Spanner-Eisen aus Zeiten des Bergwerksbetriebs stammen oder aus späterer Umnutzung.  Fest steht die, im 1187 geweihte romanische Kloster-Kirche erfreute sich etlicher Umnutzungen.

Links

Hochofenfunde  https://www.archaeologie.bl.ch/entdecken/fundstelle/139/

Kloster Schönthal https://www.schoenthal.ch/

Eisen im 14. Jahrhundert, meine Buffalorageschichte https://www.luisa.net/industriearchaologisches/buffalora/

Wie angle ich einen Internetbetrüger

am 18. April 2021 unter Seitwärts parkieren abgelegt

Eine Geschichte in 3 Akten, für all jene die ans Gute im Menschen glauben, ein kleines Lehrstück punkto Internetsicherheit im Facebook. Geklaut habens mir nichts, und en potentielles Trojaner hats auch nicht bis zu meinen Netzwerken geschafft.

1. Akt, ich brauch ein Facebookprofil mit folgenden Parametern

  • Geschlecht: Weiblich
  • Geburtsjahr: 1965
  • Beziehungsstatus: keine Angaben

2. Akt, ich hab Geduld, eindeutig nicht meine Tugend

Irgendwann werden die letzten Fotografien meines Facebookprofils, ohne erkennbarer Zusammenhang, in hoher Kadenz aber manuell, als „gefällt mir“ gesetzt.

Anschliessend, paar wenige Sekunden zeitnah, erscheint eine Freundschaftsanfrage die ich, klar, als neugieriger Mensch, akzeptiere.

Darauf kommt en Chatfenster mir mehr oder minder kryptischen Google-Translate-Text

3. Akt, hier sind Masochistinnen klar im Vorteil.

Eine Konversation auf tiefster grammatikalischer Ebene startet. Mentales Judo heisst in dieser Geschichte abwarten bis das Gegenüber die Katze aus dem Sack lässt. Die Katze ist im konkreten Fall, eine Telekioskfunktion, eine Passworteingabeaufforderung oder schlicht Kontoangaben um Geld einzuzahlen.

Bis dahin dominieren Substantive wie „Freund oder Freundschaft“ dies klar unregelmässig unter Verwendung falscher Artikel. Googletranslate ist Schrott, unbestritten.

Nun ja, zugegeben, ich habs nicht bis zur Katze geschafft.  irgendwo wars mir den doch zu Blöde.

Und die blöde Konversation gibt’s als PDF auf: https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2021/04/uki.pdf

Und die Moral der Geschichte,

Grundsätzlich will niemand eine Freundschaft mit Luisa und wer eine Freundschaft wirklich will, wird schon wissen in welchem Loch ich anzutreffen bin.

Aargauer Sehenswürdigkeiten Part II

am 17. April 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne der Zeitgeist ist alles andere als entspannend umso eher Motivation zu ausgedehnten Erkundungstouren. Entgegen meines tief sitzenden Vorurteils gegenüber dem Aargauer Landkanton finden sich einige interessanter Bergbauleckerbissen mit weiterem Forschungspotential.

Ich selbst hab mich dieser Apriltage  vorwiegend des Geldverdienes hingegeben und da in Zeiten des ausufernden Scharlatanismus sich niemand für Geschichtsforschung interessiert, ist dieser Betrag doch eher Bilderlastig statt Wissenslastig.

Wer Stollen sucht der findet Stollen und da der Aargau eine nicht unbedeutende aber länger zurückliegende, Bergbautradition sein eigen nennt gibt’s, Gipsbergbau, Bohnerz verschiedene Wasserstollen und aktuell Zementindustrie.

In diesem Sinne, meinerseits eine kleine Bilderreise ohne viel wissenschaftliches Blabla. Blabla überlass ich momentan en den Berner Kuppeltänzern.

Der Birmostollen

Birmo-Stollen

Dies Unterwerk von ehemals beträchtlicher Länge war in letzter Betriebsepoche als Mineralwasserstollen tätig.

Birmo-Stollen

Die gelben  Quadrate markieren die Schachtpositionen gemäss Siegfriedkarte. Die Orange Linie stellt den Stollen dar.

Ursprünglich unterfuhr der, rund 800 Meter lange, Birmo-Stollen ein ausgedehntes Gipsbergwerk. Beim Gipsabbau in den teils bis 70 Meter tiefen Schächten,  erkannten die Bergleute den aussergewöhnlich bitteren Wassergeschmack was findige Vermarkter auf den Plan brachte das Grubenwasser als Mineralwasser zu vermarkten.

Birmo-Stollen

Historisches Foto, Grubenarbeiter am Schacht um 1918 (Quelle: Geschichte der Gemeinde Birmensdorf / Max Rudolf)

Birmo-Stollen

Der Birmostollen ist heute in einer Länge von 130 Metern befahrbar und druchgehend mit Schienen ausgestattet. Ab 130 Metern, am Ende einer Betonauskleidung, ist Lehm in den Stollen eingeschwemmt welcher bis Dach hin schliesst.  

Wasserstollen Scherz

Kein Scherz aber ein durchwegs schmuckes Stollenwerk.

Wasserstollen Scherz

Im Waldboden, nahe Bachlauf lädt ein kleines Törchen zum Besuche was feuchtliebende Tiere sich nicht zweimal flüstern lassen.  Im Innern tummeln sich Frosch und Feuersalamander in harmonischer Gemeinschaftlichkeit.

Wasserstollen Scherz

Das Bauwerk ist in feinster Schrämkunst durch den Sandstein getrieben, selten höher als 1.50, was ein eher altes Untertagewerk erahnen lässt. Wasser war des Stollens letzte Funktion doch Ortschroniken berichten über ursprünglichen Bohnerzabbau in der nahen Umgebung.

So wird auch dieser Stollen ursprünglich Erzer gefördert haben.

Wasserstollen Scherz

Beobachten konnten wir nur minime Vererzungen wobei der Stollenbau nach rund 70 Metern eindeutig verbrochen ist.

Wasserstollen Scherz

Nach geologischem Atlas finden sich einige Dolinen in der näheren Umgebung die auf Erzbergbau schliessen lassen. Ich hab diese als Glück-Auf-Symbol in der Karte markiert. Gemäss Chroniken, war um ca 1700 reger Bergbau auf Eisenerze aktiv. Diese Erze wurden, so wird berichtet, in Albbruck zu Eisen geschmolzen. Der besuchte Wasserstollen könnte solch ein Relikt sein welches in junger Zeit, die Betonwand am Eingang ist eindeutig neuer, zur Wasserquelle umfunktioniert wurde. Heute ist das Bauwerk weder reich mit Erze bestückt noch vom üppigem Wasser durchflutet.

Jura Zement Förderstollen

Ausnahmsweise zeitgenössischer Auftagebergbau, genannt die Zementwerke in Wildegg rezeptive  deren Förderstollen welcher die Grube Jakobsberg erschliesst.

Eine kleine Fotoserie unter Überschrift, „die Türe stand wieder mal offen“.

Förderstollen Jura Zement

Moderne Untertageförderstrecken sind fast ausschliesslich mit Förderbänder ausgestattet.

Förderstollen Jura Zement

Die alte, längst vergessene, untertägig verbundene, Wägeli-Strecke gibt’s immer noch. Heute jedoch amtend als überdimensionierte Grümpelkammer.

Förderstollen Jura Zement

Wägelistrecke-Gegenende nicht minder interessant, leider heute amtend als Schlammsammler. Ergo verzichteten wir auf weiteres Schlammgewate.

Und allerletz ein schönes Graffiti Thema „Aargauer Sehenswürdigkeiten“ an der Fassade des ehemaligen Förderhauses Grube Jakobsberg.

Förderstollen Jura Zement

Und, der Aargau hat noch viel mehr zu bieten, ergo eine durchaus Fortsetzungswürdige Geschichte.

Reality is for Pussies

am 14. April 2021 unter Musikalisches abgelegt

Welch wahre Worte des gegenwärtigen rotierenden Zeitgeistes.

Aber, der kleine Remix  Klopfgeister feat. Grenzwert ist absolut real und ebenso geil.

Und das Original, uralt und kein bissle Realitätseinbusse, Joachim Witt – Goldener Reiter,

so, punkt, der Wahnsinn kann weiterlaufen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

und ich bin definitiv aus einer anderen Welt.

Elgger Kohlebergwerke noch Eine

am 03. April 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine Uraltgeschichte pack ich wieder aus. Wir nennen sie die Kohlegruben von Elgg und sie sind sehr, sehr alt, so alt das niemand so richtig weiss wie alt.

Die Kohlebergwerke belieferten die Glashütte von Elgg, soviel ist klar, um die Zeitepoche ca 1720 bis 1840. Aber auch die benachbarte Ziegelhütte dürfte sich ab manch Kohlestücklein gefreut haben. Die Kohle, soviel steht fest, ist selten mächtiger als 10cm trotzdem scheint diese verhältnismässig guter Qualität zu sein. Kohle ist immer noch vorhanden doch deren Abbau ist seit einiger Zeit nimmer rentabel.

Zu den Unterwelten gibt’s einige Mysterien die sich bis heute hartnäckig halten. Eines der Ursachen, verbunden mit doch gesetztem Anlagenalter, liegt an den zahlreichen Abzeichnern, mich mit eingeschlossen.

Kohlegruben Elgg

Der erste namhafte Plan stammt von Bend Fried Giesberg und ist beglaubigt im Jahre 1837. Darauf zu erkennen die 3 wesentlichen Bergwerke der Region. Sichtbar eindeutig die mächtige Ausdehnung der Stollenfelder.

Knapp ein Jahrhundert später berichtet Geologe Emil Letsch über die Elgger Bergwerke.

Kohlegruben Elgg Emil Letsch

Seiner Zeichnung zu Grunde liegend steht die Wildkarte.  Die Stollenverläufe sind fast identisch dem Urplan. Im 1. Weltkrieg wurde das östliche Bergwerk Birmenstall wieder geöffnet. Hierzu war der Erbstollen, welcher noch heute zugänglich ist,  leer geräumt. Zu einem Abbau indes kams nimmer, zu bescheiden waren die vorgefundenen Kohlelager.

Kohlegruben Elgg

Erbstollen Birmenstall

Im Jahre 1966 vermass ein Team der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung das Birmenstaller Bergwerk mit doch drastischen Differenzen zum Urplan aber leider auch nicht vollständig.

Doch trotz aller Dokumentation blieb das Kleine zwischendurch lange nur der ansässigen Dorfbevölkerung bekannt, bis sich dessen ein Jugendforscht-Team annahm. Die Rede ist vom unscheinbaren Mundlochüberbleibsel neben den Wasserreservoir welches zwar immer wieder rege Besucher und Besucherrinnen anlockt jedoch nicht so richtig in eine Bergwerksgeschichte hineinpasst.

Kohlegruben Elgg

Karte als PDF auf Karte klicken.

Im Detail kennen wir das Bergwerk Birmenstall, aktiv in den Jahren 1782 – 1838, betrieben von Klaiss & Ziegler und aufgewältigt um 1914. Und das Bergwerk Im Fürst unter Führung  Schulthess & Cie 1811 – 1827. Dies Bergwerk gilt seit dem Bau des Wasserreservoirs als verschüttet und auch das zweite, westlich gelegene Bergwerk im Besitze der Schulthess & Cie gilt als verschollen.

Indessen liegt zwischen Im Fürst und Birmenstall ein Bergwerklein das sich keinem Konzessionsnehmer zuschreiben lässt und doch beträchtliche 400 Stollenmeter aufweist.

Dies Bergwerk war im Jahre 1971 Thema einer Jugend-Forscht-Arbeit. Die beiden Abenteurer Jörg Steiner und Werner Walz erstellten den ersten bekannten Plan zum System. Doch irgendwie erschienen mir auch in dieser Vermessung Unstimmigkeiten. Insbesondere beim, mir bestens bekannte Teil vor der grossen Wasserschlacht, machte der Hauptstreckenkurs  nur bedingt Sinn. Das hin und her gerätsel um den stimmigen Nordpfeil aller herumgeisternder Pläne irritierte zusehends. Die Frage aller Fragen, sind alle Bergwerke unterirdisch miteinander  ist noch lange nicht eindeutig geklärt und um weitere verbindliche Aussagen treffen zu können sind exakte Kursangaben von Nöten.

Also eine neue Vermessung des Warmduscherteils musste her. Mit dieser könnten die verschiedenen Bergwerke ins richtige Geografische Licht gerückt werden wobei die Gruben im Westen  immer noch auf Basis des Plans 1837 verweilen.

Kurzum, kleines Team, Andreas und ich, nahmen uns dieser Aufgabe an.

Luisa in der Nordstrecke

Luisa in der Nordstrecke (Bild Andreas Schatzmann)

Ziemlich genau 40 Jahre später, und 9 Jahre nach meiner ersten Befahrung, wagten wir eine neue Vermessung des vorderen Teils. Nach wie steht das Bergwerk kaum verändert im Fels. Noch immer liegen allerlei Teelichter der Dorfjugend herum und noch immer können faszinierende Bergbauspuren beobachtet werden.

Kohlegruben Elgg

Im Bild die Hauptstrecke in Richtung aktuell offenes Mundloch.

Kohlegruben Elgg

Und, da ichs immer wieder zu vergessen scheine, die Stollenbrust des Nord-Seitenabzweigers mit kleiner nicht tief führender Vortriebsöffnung.

Aus dieser kurzen aber effizienten Vermessung ist ein Plan entstanden auf welchem ich versuchte das bekannte Jugendforscht-Planwerk zu integrieren.

Kohlegruben Elgg

Plan als PDF auf Plan klicken.

Die Technik entwickelte sich in den letzen 40 Jahren rasant. Während Jörg Steiner und Werner Walz sich auf den Handkompass zu verlassen hatten und alle Daten minutiös auf Papier niederschreiben mussten konnten wir bequem mit Disto und Topodroid die Daten aufs feine Tablett speichern. Die Kursdifferenz unserer Vermessung ist beträchtlich, rund 30 Grad, zum Originalplan wobei die Hauptstrecke komischerweise als einzige solch eine Riesendifferenz aufwies.  Alles andere liess sich einigermassen zusammenfügen und so erschien der abgesoffene Stollenweiterverlauf von Jörg Steiner und Werner Walz durchaus Plausibel zusammenzupassen.

Die Geografische Nähe zum Birmenstallbergwerk beträgt, heutiger Wissenstand, 120 Meter. Zum Bergwerk Im Fürst, Schulthess & Cie, fehlen 12.8 Meter wobei der Grubenplan dieses Bergwerks über keinerlei fundierte Grundlage fusst.  Viel entstammt die Handzeichnung aus Jahren vor 1837 ohne Kenntnis des Bergwerks.  

So bleibt noch reichlich Substanz um weiter zu forschen.

Vorbeiträge Elgg

Kohlebergwerk im Fürst

Verborgene Kohlen in Elgg, Part II

Verborgene Kohle in Elgg

Die Elgger Kohlebergwerke

Aargauer Sehenswürdigkeiten

am 28. März 2021 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Oder das Geheimnis um die Namensgebung „Stolle-bar“ in Hausen.

Es nennt sich irgendwo an einer untertägig, historisch nicht ganz irrelevanter Stelle eine kleine unscheinbare Bar „Stolle-Bar“.  In aller Munde ist dieses, zwangsgeschlossene Beizchen in unserem Kreise.

In Hausen, knapp Ortsende, Kanton Aargau, steht diese Dorfbeiz und wartet geduldig auf einen gnädig gestimmten Glatzkopfkönig. Gut liegt unser Interesse, in dieser Sache, eher beim Stollen als bei kühlem Bier wobei Zweiterem ich keineswegs abgeneigt bin.

Hausen hat archäologisch durchaus einiges zu bieten so quert eines der, mehr oder minder erhaltenen, römischen Aquädukte den Ort um in Windisch, Römisch „Vindonissa“, zu enden.

Römische Wasserleitung

Auf der Michaeliskarte ist dies Miniaquädukt noch als Wasserlieferant fürs Kloster Königsfelden aufgeführt.

Doch ehe ich mich hier auf Nebenschauplätzen verirre,  zurück zur Stollebar und deren Namensgebung.  Nicht unweit der Stollebar liegt der Stollenweg und dieser Weg dürfte Namensgeber sein.

Der Stollen welcher gemeint ist, und den besagten Weg unterfährt,  stammt aus den 1930er und wurde zur Erschliessung der Tagbau-Mergelgruben auf den Eiteberg gebaut und wo Stollen steht ist auch meist Stollen drin.

Mergelgruben Eiteberg

Die Mergelbrüche liegen fast zuoberst am Eiteberg und dienten als Rohstofflieferant für die Portlandzementwerke Hausen. Um den Mergel in die Fabrik zu transportieren wurde ein 800 Meter langer Stollen bis unter die Tagbaugruben getrieben. In der Schweizerischen Bauzeitung von Juli 1930 wird ausführlich über dies Werk berichtet siehe https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=sbz-002:1930:95::394 .

Nach endlichen Jahren des Stillstandes wars unsere Berufung Spuren dieses Bauwerkes aufzuspüren und allfällig eine gefährliche Nase voll zu schnuppern.

So richtig fündig wurden wir erst bei zweitem Anlauf, dafür umso nachhaltiger. Wie so bekannt bittet der Aargau einige Industriearchäologische Leckerbissen. Erst die publizierte Referenz der Lombardigruppe brachte die nötigen Erkenntnisse um den Stollen genau aufzuspüren. Insbesondere der Vermerk einer Grundbuchamtlichen Aufnahme brauchte eindeutige  Resultate übers GIS-Aargau.

Das Stollenmundloch, heute zugemauert, liegt gut verborgen, unter einer, mit Autos vollgestellten Betonplatte.

Eitebergstollen

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Erst die Verknüpfung mit zugänglichen Grundbuchdaten macht den Eingang ersichtlich.

Eitebergstollen

Hinter der Betonplatte, im stetigen Kampfe, mit ausgedehntem Brombeergestreuch, findet sich die vermisste Anlage aus alter Tage.

Eitebergstollen

Das Mundloch ist, wie bereits erwähnt, sauber zugemauert. Der Stollen indes wir noch heute mittels 200er Rohr entwässert. Der Kontrollschacht liegt knapp 2 Meter vor der Vermauerung. Rechts liegend steht noch das alte Betriebsgebäude mit kleinem Waschraum und Pausenzimmer.

Eitebergstollen

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Der Eitebergstollen verfügte in seiner letzten Ausbauphase über 3 bis zu 90 Meter hohe Abwurfschächte welche die 3 Tagbau-Gruben erschlossen. Von den Schächten sind heute nur noch minim Spuren auszumachen. Diese sind verfüllt und im Waldbodenzugewachsen. Einzig an der obersten Grube nahe des Gipfels kann eine Stelle erahnt werden.

Eitebergstollen

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Die Ansicht um die 1970er macht die grossen Abwurftrichter zu den 3 Taggruben sichtbar.

Weitere Bergbausymbole kennzeichnen im Nordosten die alten Mergelgruben um plusminus 1830 und im Nordwesten ein alter Steinbruch kaum datierbar.

Nun wiesen wir, die Stolle-Bar hat kein Anschluss an den Zementwerkstollen.  Die Lombardimänner erreichten ihr Stollenwerk über einen 15 Meter tiefen Schacht an der Münzentalstrasse, auf meinen Plänchen als gelbes Quadrat gekennzeichnet. Die Stolle-Bar und das Restaurant Stollen bezogen den Namen vom Stollenweg welcher weit nach den 1970ern entstand.