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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Wer war Anton ?

am 18. September 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine Val Tisch Geschichte anknüpfend an allerlei Befahrungen und somit resultierend allerlei Erkenntnisse zu geschehener Bergüner Bergbauepoche.

Minas da Fier Namensschild

Anton, dies ergab eine von mir durchgeführte kleine Facebook-Freundesbefragung, ist der Name welcher auf Namenstafel im Stollen 4 niedergeschrieben wurde. Die Jahreszahl unter dem Namen, wollen meine FB-Freunde bei 1861 oder 1871 erkennen. Beide Jahresdaten welche die Arbeitstätigkeit dieses Antons fixieren sollten, stehen in direktem Wiederspruch sowohl mit gängigen Bergüner  Chroniken (Cloetta) wie auch mit den Dendrochronologischen Untersuchungen des Grubenholzes aus Stollen 4. Beide Quellen nennen die Stollen 4 Geschichte bei Ende 1847. Das indes dies Namenstäfelchen, eine angerusste Fläche die anschliessend mit spitzem Werkzeug angeritzt wurde, zu den letzten gehört, liegt auf der Hand.  Weitere Namenstafeln, finden wir im hinteren Teil des Stollen 1, Grubenhauen die vermutlich vor 1840 aufgegeben wurden. Leider sind diese Tafeln heute, dank der Feuchtigkeit welche den Russ wieder gleichmässig übers Geschriebene verteilte, nimmer lesbar.

Aber nun, ehe ich die gespannte Leserschaft, insbesondere die neugierige Bergüner Gemeindeverwaltung, länger mit Mutmassungen zu Bergüner Bergarbeiter nerve, will ich wieder auf dies, äusserst Emotionsgeladene, Bergwerk zurückkommen. Ein Bergwerk, keineswegs zu den grössten gehörend, welches immer wieder das Interesse einiger Privatpersonen, Forscher, Militärstrategen wie auch ganze Kartografieabteilungen bewegte.   Auch ich bin hier nicht ganz der Unschuld gefeit da mich dies Val Tisch Virus bereits im Juni 2012 packte und seither meine Besuche und Recherchen unzählige sind. Damals wie heute schienen einige durchaus Fleisch und Blutige Berggeister mir richtig viel Steine in den Weg stellen zu wollen was, umso mehr meine Neugierde potenziert.

Die Bergwerke Val Tisch sind keineswegs die einzig exklusiven auf Bergüner Gemeindeboden  wenn doch per Eigentumsverhältnisse korrekterweise die Schweizer Eidgenossenschaft zu nennen wäre. Genannte heute bekannte Anlagen die sich, in letzter Abbauepoche im 19. Jahrhundert, aufs Eisenerz konzentrierten sind:

  • Foppa da Chianols ob Latsch
  • Murtel da Fier ob dem Val Plazbie
  • Minas da Fier ob dem Val Tisch

Indessen, trotz Eigentumsverhältnisse, ist noch immer die Gemeinde Bergün zuständig zur Erteilung etwelcher Konzessionsgesuche. Die Konzessionen zu den oben genannten  Bergwerken sind folglich noch heute bei den Gemeindearchiven zu suchen. Da mir jedoch diese Archive noch verschlossen bleiben wird meine Geschichte sich mit Namen eher zurückhalten.

Nun will ich indes wieder mich aufs Werk Minas da Fier besinnen, beginnend anfangs 17. Jahrhundert auf der Tagesbaustelle in stattlicher Höhe 2500 müm.

Tagbau Minas da Fier

Tagbaustelle Minas da Fier Val Tisch

In zerklüfteter Felsformation finden erfahrene italienische Bergsachverständige das kräftige Geglitzer wertvollstem Hämatits. Im 17. Jahrhundert ist König jener der die Kunst der Waffenschmiede beherrscht und die Eisenproduktion steuert eine neue Ära hochleistungsfähiger Musketenstähler an. In dieser Zeit startet vermutlich die erste Bergbauepoche im Val Tisch. Noch heute sind die Spuren des Tagbaus in Form tiefer Furchen sichtbar. Zu gleicher Zeit werden erste Stollen angefahren, die über schmale Gesenke der Hämatitspur folgen.

Gesenk Minas da Fier

Luisa im Gesenk aus Zeiten um 1700 (Bild Matti http://www.bergwerke.ch)

Noch ist der dortige Bergbau von übelster Brachialität geprägt. Die heute ansatzweise befahrbaren alten Abbaustellen zuoberst sind kaum Meterhoch und grösstenteils verbrochen. Obschon die Hämatitfunde vom feinsten sind und in die Bergüner Schmelzöfen edles Eisen schmieden, ist der Aufwand zur Gewinnung des Eisens enorm. Auch scheint der Transport begehrter Klunker in kaum tragbarem Verhältnis zu stehen. Der älteste oberste Stollen mit dazugehörigem Gesenk, noch ohne Namen, scheint bald Geschichte zu sein.

Die zweite Bergbauepoche startet um 1760 mit heiterem Optimismus. In dieser Zeit entstehen die Schmelzen Bellaluna damals noch auf genanntem Platze „Balla Lüna“ zu Deutsch mit dem „Monde Tanzen“.  Die Werksanlagen stehen zwischen Filisur und Bergün und sollen ihrer Zeit modern ausgestattet sein gleichzeitig jedoch erscheint im Flurnamen „Balla Lüna“, welcher auf einen ehemaligen Hexentanzplatz hindeutet, die schamanistische Komponente einer alt-traditionellen Eisenverhütung.

Auf Minas da Fier wird, so glaube ich, in dieser Zeit ein weiterer, tiefer gelegene Stollen angefahren.  Diesmal jedoch deutlich grösseren Formats und mit Grubenhunten ausgestattet. Eine neue Bergarbeitersiedlung wächst Lawinengeschützt auf Igls Saglients. Doch auch diese Bergbauepoche sollte scheitern. Noch immer ist der Aufwand, gemessen am Ertrag in keiner sinnvollen Proportion.

Die 3. und massgeblichste Abbauepoche beginnt mit der Ära Albertini. Aus dieser Zeitepoche, um 1840,  sind heute noch die meisten Spuren auffindbar. Fest steht, Albertini lässt wieder richtig viel Aufwand walten.

Minas da Fier

Im Val Tisch wird Wasser gestaut, allerlei Gebäude werden errichtet und auch der Erzweg wird massiv ausgebaut. Unter den Gruben früherer Zeitepochen wird ein Hauptstollen angefahren. Dieser Stollen sollen viele weitere Besucher und Besucherinnen, in Anlehnung an deren Wichtigkeit, als Stollen 1 respektive Stollen I benennen.

Die Sicht von ehemaliger Bergbausiedlung aus heute wie folgt:

Minas da Fier Panorama

Die Stollen:

1. Stollen dürfte das erste Untertagewerk gewesen sein, Baujahr ums 17. Jahrhundert. Dieser Stollen ist heute restlos verschüttet und nur anhand der inneren Grubenarchitektur erfahrbar.

Stollen 2 ist als Folgewerk angefahren worden und dürfte sowohl 2. wie auch 3. Bergbauepoche überdauert haben. Albertini liess diesen aus Statikgründen verschliessen. Heute ist aussen der Haldenansatz wie auch eine vegetationslose Zone erkennbar. Im Innern ist der Stollenstummel bis zum Verschluss, Versturz, eindeutig erkennbar.

Stollen 1 ist eindeutig Masterbauwerk der letzten Bergbauperiode unter Albertini. Dieser Stollen erschloss alle Abbauten über alle Zeitepochen hinweg. Heute ist dieser mit entsprechendem Aufwand und nötigem Ortswissen fahrbar. Das eigentliche Mundloch indes ist verschüttet.

Stollen 3 fügt sich in die Reihe noch lebender Legenden. Einige Besucher um 1920 wissen um diesen Stollen und wollen ihn positioniert haben. Albertini beschreibt diesen in der Blumigen Sprache eines Politikers. Ich kenn weder Bilder noch Pläne zu diesem Werk einzig den Standort wollen Togan, Eugster und wie sie alle heissen mögen um 1920 an Stelle unter dem Felsen erkennen.

Stollen 4 ist längstes Bauwerk und stammt aus letztem Aufbäumen in Albertinis Zeit. Dieser Stollen fährt keine nennenswerte Hämatitschätze an. Bei laufender  Tiefe ist keinerlei Erz mehr zuhaus. Indes war dies Bauwerk hauptsächlich als Förderroute angedacht und sollte bei Fertigstellung den Schachtlift im Stollen 1 ersetzten.

Stollen 5 war ein Sondierwerk ohne nennenswerte Erzfunde und noch heute eindeutig offen.

Zurück zu Stollen 1, eindeutig Albertinis Werk. Dieser Stollen verfügt bereits über Dimensionen des modernen Bergbaus mit Profilhöhen von minimal 1.80m. Stollen 2 war auch so noch in Bearbeitung der Albertini-Männer. Noch waren auf Strecke 2 edle Hämatitklumpen abzubauen. Der damalige Stollen 2 weitete sich allmählich zu instabilem Masse von rund 6 m x 6 m.

Minas da Fier

Albertini lässt eine stattliche Versatztrockenmauer vors sukzessiv einstürzende Mundloch aufziehen. Die Nominalhöhe der Mauer beträgt heute im vorgefundenem, intaktem Zustand 3.6m. Dies Mauerwerk kann heute am einten Zipfel bestiegen werden worauf das verstürzte, verfüllte Mundloch von innen her erkennbar wird.

Parallel zu diesem Werk wächst auf Hauptsohle 1 ein Schacht, einer reichen Hämatitader folgend, in die Tiefe. Dieser Abbauschacht erreicht die Tiefe von 23 Meter  ehe nochmals ein Schachtbau angefahren wurde doch zu dieser Haue später auf meiner Geschichte.

Minas da Fier Hauptschacht

Im Bild der Hauptabbauschacht welcher heute nur mit gekonnter Einseiltechnik zu befahren ist. Früher indes war in der unteren Öffnung eine Leiter, sogenannte Fahrte, eingebaut. In der, auf dem Bild oben sichtbaren Aussparung, war zu Albertinis Zeit ein Schräglift eingepasst mit welchem Abbraum wie auch wertvolles Erz nach oben befördert wurde.

Minas da Fier Hauptschacht

Noch heute stehen zahlreiche Holzeinbauten wie Arbeitsbühnen und Fahrten im Schacht.  Der Lift indes ist restlos zusammengestürzt. Auch so sind in der oberen Schachthälfte alle Fahrten in die Tiefe gestürzt und zerschellt. Noch klebt reichlich Hämatit an den Schachtwänden. Eine Expertise aus dem Jahre 1941 bescheinigt ein Erzvorrat von 3 Jahren bei für damalig modernen Abbaumetoden.

Minas da Fier Hauptschacht

In tiefster Abbaustelle weitet sich der Schacht in ein verworrenes Gebilde zusammenhängender Hallen. Ein kleiner Rundstollen erschliesst die Liftanlage von zwei  Seiten. Leider ist dieser Stollen ab Position Lift komplett verstopft. In der Haupthalle, auf dem Bild recht, steht ein irgendwie gar nicht zum Bild einer handwerklich sehr ausgefeilten Bergbauepoche passendes Gebilde. Das Teil ist ein Steigbaum wie er, ums Mittelalter herum, gerne im Bergbau Anwendung als Fahrte fand. Das Steiggerät steht Kopfwärts, also ausser Funktion, an die Wand gelehnt.

Dieser Steigbaum wird, ebenso Mysteriös, von einem ehemaligem Pfadimitglied beschrieben.  Besagter Pfandfinder, damals im zarten Bubenalter, solle den Hauptschacht, noch über die intakten Fahrten, um 1930 besucht haben. Tatsächlich finde ich bei meinem Recherchen, Google sei Dank, Pfaditouren in dortiger Gegend.

Fest steht, sowohl der Forscher Eugster um 1920 wie auch der Zeichner Max Müller um 1942 vom Geologie-Ing-Büro Fisch waren über die Intakten Fahrten in die unteren Werke gestiegen. Auf den Plänen Max Müller ist noch der Schräglift ersichtlich welcher offensichtlich im November 1942 noch gestanden ist.

Auf der Strecke 1 liegt indes noch ein weiterer Schacht welcher durch Versturzmasse dem Geologen Eugster verborgen blieb jedoch von Max Müller beschrieben wurde. An diesem Schacht scheint unser Zeichner aus Jahren 1942 keine Fahrte gefunden zu haben. Auch wir könnten keinerlei Leiter ausmachen womit die Erforschung auch diesmal Einseiltechnik voraussetzte.

Minas da Fier Nebenschacht

Zweiter Schacht, Nach Max Müller Schacht 1b,  auf Hauptstrecke 1 und eine Luisa am Seile hangend  (Bild Matti http://www.bergwerke.ch).

Dass dieser Schacht, womöglich seit Albertini, unbefahren blieb zeigt die grosse Diskrepanz zischen den bekannten Planunterlagen aus vergangenen Tagen, Version Max Müller 1942, und der tatsächlichen Sicht im Seile hangend. Die Abteufung weitet sich auf mittlerer Höhe. Eine weitere Holzbühne sitzt fest eingebaut. Die Schachttiefe diesmal am Boden Hauptstrecke 11.8 m. Die Bergwärts verlaufende Hauptstrecke, Stollen 1,  indes verliert sich allmählich in taubem Gestein. Der zweite Schacht muss wahrscheinlich bereits früh von Albertinis Männer aufgegeben worden sein. Der Zugang erfolgte einst über den Stollen 1 welcher eindeutig auf gleichem Niveau durchgängig bis Ende war. Heute liegt viel Schutt im Stollenteil zwischen vorderem Schacht und hinterem Schacht aus einer darüber liegenden Abbauhalle.

An dieser Stelle zur Verdeutlichung, ein kleiner Seigerrissausschnitt welcher die Schachtanlagen zeigt.

Seigerriss Minas da Fier

Der Plan ist aus meiner Feder und baut auf die Zeichnung von Max Müller, November 1942, auf. Niveau Stollen 1 ist die zweite gelbe Linie, die obere gelbe Linie symbolisiert das Stollenniveau der alten Bauen. Meine Ergänzungen umfassen insbesondere die oberen alten Bereiche, sogenannter alter Mann im Bergbaujargon. Die grünen Linien  geben die Meereshöhe in 10erschritten an. Zuunterst die Linie 2430 müm.

Der Vollstädigkeitshalber die Grundrisse alle übereinander geschachtelt um die Raumdarstellung zu komplettieren.

Minas da Fier Grundriss

Das womöglich letzte Bauwerk  aus der Albertiniära liegt auf der 2430er Linie und nennt sich nach zahlreicher Wissenschaftlerkonvention schlicht Stollen 4.

Minas da Fier Stollen 4

Der Eingangsbereich folgt einer stark zerklüfteten Felsformation . Immer wieder sind im brüchigem Felsen Hämatitlinsen eingepfercht die noch zusätzlich an der Stabilität knappern. Der Eingangsbereich sollte ein Update erfahren da nebenan  an festerem Felsen ein Stollenansatz, 20 cm Bergtiefe gefunden wurde. Der Stolleneingang solle, wie alte Fotos belegen, bereist, zu Togans Zeiten 1920, fasst verstürzt gewesen sein. Im November 1942 dringt Max Müller im Auftrag des Büros Fisch über eine kleine Öffnung vom Stollendach kommend ins Unterwerk. Heute ist die Gabe des Bergspaltens zur Befahrung durchaus angebracht. Das Werk ist nicht einfach auffindbar minder noch ist der Durchschlupf eine Wellnessbefahrung. Trotzdem war mir der Einblick gewährt, da dies Werk wahrscheinlich seit knapp 1945 versiegelt blieb sind die Spuren im Innern von grossem Werte.

Minas da Fier Stollen 4

Wenige Meter nach stabilitätskritischer Stelle ist das Bauwerk blitzblank gefegt. Die Messpunktbezeichnung von Max Müller aus 1942 ist durchwegs lesbar. Auch so kann ich schnell deren Fussspuren in sumpfigen Bodenabschnitten deuten. Max Müller trägt die Typische Armeeschuhsohle als damaliger Zeit. Ein zweiter Zeitgenosse scheint mit leichterem Schuhwerk, Turnschuh Marke Converse, sich im Bauwerk fortbewegt zu haben. Wahrscheinlich hierbei kein Wanderer im die Novembermonate wahrscheinlich auch niemand aus der Albertini-Crew. Converse gibt’s seit 1908 und Verbreitung fand dieser Schuh in unseren Breitengraden ab 2. WK durch die Amis.

Albertinis Mannen indes sind keineswegs auf Spaziergänge aus,   viel eher solle dieser Stollen 4 den maroderen Lift, welchen den Betriebseigenen Schmied ständig auf Trap hält, ersetzten. Stollen 4 unterfahrt nahe die vom Stollen 1 her erschlossene Hauptabbaustelle. Noch wird das Material über den Schräglift Handgekurbelt in den Stollen 1 gezogen. Im Endausbau Stollen 4 indes war angedacht der Schwerkraft folgend, die Gesteinsklumpen ins Werk 4 zu spedieren.

Zwei Teams machen mit scharfen Ohren und ebenso scharfem Werkzeug auf dem Weg zur gemeinsamen Begegnung.

Minas da Fier Stollen 4

Das einte Team schlägt, von Stollen 4 herkommend, Sprengstoffunterstützt, ein Hochstoss in Richtung Hauptschacht. Die Bedeutung des Betriebsschmieds wird bei Betracht der Leiter, Fahrte, verdeutlicht an einer Flickstelle des rechten Holmen. Irgendwo während der  Bauzeit zerbarst der einte Leiterholmen der Schmied wusste vor Ort diese Bruchstelle mittels zweier Flachbandeisen zu reparieren. Die Flachbandeisen sind im Bergwerk, in verschiedenster Verarbeitung, immer wieder zu beobachten. Ob nun die Zimmermannskralle auf der Hauptschachtbühne, die Fahrtenschnalle an der letzen Bühne, die Scharniere des Einstiegdeckels oder das Spindellager am der Spindelmechanik, der Schmied leistete sich, zu gutem Recht, ein eigenes Stauseelein im Talboden.

Doch erstmals wieder zurück zu den Vortriebsteams die von unten wie auch von oben, den Schlaggeräuschen folgend, aufeinander zusteuern. Team unten schafft im Hochstoss bis zur Bergwerksaufgabe knappe 6 m. Der Plan von Max Müller gibt hier eine stimmige Angabe.

Team oben scheint sichtlich motivierter auch liegen einige Bühnen zwischen kahlem Felsen gespannt die Bequem mit Versatz beschwert werden können. Der Abraum vom Schacht im Schacht hats, meiner Meinung nach nicht mehr ans Tageslicht geschafft. Es ist möglich das der filigrane Lift immer wieder nen Floh hatte.

Minas da Fier Stollen 4

Das obere Team, wie wir bereits wissen, trieb in gleicher Zeit ein Schacht nach unten. Die Idee war ein Durchstoss zu Stollen 4. Mein Foto zeigt die Sicht vom Schachtboden aus aufwärts. Das Seil verrät a) auch hier war, zur Erforschung Einseiltechnik erforderlich b)  ausser uns waren nur die Albertini-Knappen, und diese mit Fahrten bewaffnet, in solch Tiefe. Die einzig mögliche Seilbefestigung bewerkstelligte meine Bohrmaschine. Der Schacht ist, entgegen der Max Müller Vermessung senkrecht abwärts verlaufend. Die Nominaltiefe beträgt knappe 12 Meter wenn doch im Schachtboden Schutt und halb vergrabenes Holz liegt was auf ursprünglich mehr Tiefe deutet.

Der Schacht ist ausgestattet mit 3 Bühnen wovon die oberste, halb eingebrochen, am Schachtkopf sitzt. die Zweite auf Gegenseite, folgt nach 5 m Tiefe und die letzte ist knapp 1 m ab Bodenschutt. Die Wenige Distanz Schutt zu unterster Bühne lässt eine beträchtliche verschüttete Schachttiefe erahnen. Die Bühnen hatten die Funktion die Fahrten in stabile Grössen von 5 m einzuteilen. Unter einer Bühne sollte die Arbeit mit Werkzeug nicht behindert werden somit müsste ein Abstand Boden zu Bühne von über 2 m vorliegen (Schlagradius Schlegel). Die Annahme wonach der obere Schacht in Tat und Wahrheit, bis Bergwerksaufgabe, eine Nominaltiefe von 14 m erreichte, scheint durchaus realistisch. Einige Bühnen sind im Abbauschacht teilweise eingestürzt was jede Menge Schutt in die Tiefe bewegte. Möglich das davon 2 m tiefsten Schacht landeten.

Auf alle Fälle wissen wir heute dass die 2 Teams den Durchstoss nimmer vollendeten. Ehe die Verbindung geschaffen wurde, war das Bergwerk aufgegeben.

Indessen  war das Bergwerk bis in Neuzeit immer wieder Besuche und gleichwohl Emotionen wert.  Einige Legenden ranken sich um diese Unterwelten und mache glauben gar an böse Geister des Berges. Auch ich kenn nicht jedes Geheimnis und so manches wird in Ewigkeit verborgen bleiben.

Minas da Fier

So glaub ich kaum das Max Müller sich, im eiskalten November des Jahres 1942, mit Sardinen aus der Dose verköstigte. Die Blechdose steht auf der Versturzmasse Stollen 1, Bildmittig, im Jahre 2016. Wer hier sich bei unfreundlicher Stollentemperatur der Sardinen erfreute bleibt eines der Rätsel. Ich wars nicht und die Pfadibuben wohl auch kaum.

Auch so ist noch unergründet was und wieso die Armeen  ein gewisses Interesse am Bergwerk hegten. Es sollen Armeeangehörige das Bergwerk zu Zeiten des 2. WK besucht haben.

Wer Mister Fisch, damals im 1942 an der Stockerstrasse 43 in Zürich zuhause, und  dessen Markscheider Max Müller honorierte bleibt genauso ein Mysterium.

Auch die internationale Dimension dieses Bergwerks, ich berichtete damals auf Internationale Val Tischer Bergwerke, ist mir absolut rätselhaft.

Und auch die Bergüner Gemeindebehörden sind über diese 4 Jahre hinweg zunehmend mit Fragen behaftet.

Bleibt die Frage aller Fragen,

Wer war Anton ?

Diese Geschichte ist kleines Vorab auf die kommende Geschichte im Bergknappen 2017. Dieser Text dient hauptsächlich als Diskussionsgrundlage und Speicherwerk meiner heute gesammelten Informationen.

Die Vorgeschichten:
Eisenbergwerk Val Tisch so is es
Internationale Val Tischer Bergwerke
Eisenbergwerk Val Tisch, Neues
Minas da Fier Val Tisch
Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch
Bergbausachverständige am graben
Val Tisch, die Fortsetzung
Das Geheimnis von Val Tisch

Ein Dankeschön an all jene die zu solch Wissen beitrugen:
Matti
Sepp
Michael
Hansueli
Jann
Elsbeth
Gina (ich vermiss Dich)
Marlene
Beat
Bettina (Sneaker-Sachverständige)
Die Facebook-Graphologen
Trivun (Dendrochronologie)
Silvana (die richtig aufheizende Gemeindeschreiberin)
Unbekannter Pfadibueb
Peter (Bergüner Feriengast und Bekannter des Lehrers Cloetta)

Meraluna im NDR-Livestream

am 14. August 2016 unter Musikalisches abgelegt

Manchmal scheint die Glotze förmlich zu Überraschen.

Seit gestern werden diverse Konzerte des Meraluna-Festivals  per Livestream übertragen.

Eisbrecher im NDR

Gegenwärtig aktuell am Laufen Eisbrecher, Bildquelle NDR Livestream.

Nen herzliches Dankeschön ans NDR Team die dies möglich machte und somit nen Stückweit die Independent-Szene fördert.

Segalenbacher Flourite

am 14. August 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Nochmals eine Schwarzwaldgeschichte da offensichtlich die Schwarzwälder viel Industriegeheimnisse zu lüften wissen. Das Wetter war wunderprächtig und die Aargauer mit weiteren Provinzlern wussten ganz gehörig an der Streetparade zu nerven also die Gelegenheit um Stadt und alle Zubringerautobahnen weiträumig zu meiden. Solch Vorhaben lässt nur eine Himmelsrichtug zu, quer zum Shoppingtourismus ins dünn besiedelte Segalenbacher-Tal und der Ausflug lohnte. An dieser Stelle sei lobend das Werk von Helge Steen „Bergbau auf Lagerstätten des Südlichen Schwarzwaldes“ erwähnt welches dank präzisen Koordinaten uns an den schwer zugänglichen Relikten des Spät-Renaissance-Bergbaus führte. Da sowohl Helge Steen wie auch ich wenig zu den Gruben wissen, bevölkern einige Behauptungen wie auch schöne Bilder dies Blog hier.

Fluoritgrube Segalenbach

Die erste Grube war unterhalb der Strasse, praktisch am Segalerbach zu, schnell gefunden. Wie die mitgebrachte UV-Leuchte zeigte, suchten die Bergknappen wahrscheinlich Flourit mit wenigen Bleiglanzeinschlüssen. Eine Seiger verlaufende Schicht weisst wenige Flouritklümpchen auf. Die Schicht ist eindeutig mit Hammer und Schlegel  traktiert worden doch das liebe Fourit endet leider nach knapp 4 Stollen-Meter.

Fluoritgrube Segalenbach

Da half auch der anschliessend feuergesetzte Sondierstollen wenig. Dieser endet ohne nennenswerte Fluoritspuren, zunehmend enger werdend, bei 15 Meter. Das Wasser ist nicht Weniges  und nur dank Mattis Stiefel trockenen Fusses überwindbar.

Dieser Ausflug wusste mich eines Besseren zu belehren hinsichtlich der Fluoritverwendung. Entgegen meines Vorwissens war Flourit auch genannter Flussspat noch in Feuersetzzeit begehrt zur Glasfärbung. Dieses Bergbaurevier wage ich in die Kulturepoche des Spät-Renaissances, als milchiges Glas voll der Fetisch war, anzusiedeln.

Noch aber war längst nicht alles aus dem Revier, wahrscheinlich Sankt Blasien, erkundet. Ein viel mächtigerer Fluoritgang solle hoch zu Bach, irgendwo im Bannwald eingegraben, zu finden sein.

Fluoritgrube Segalenbach

Und tatsächlich liegt in einer Felsnase nochmals ein feiner aber kurzer Stollen offen. Dies Teil folgte eindeutig dem beschriebenen Flouritgang. Der ausgeräumte Flouritgang lässt sich, anhand kleiner Geländesenken, trotz ausgedehnter Vegetation  oberirdisch recht gut verfolgen.

Fluoritgrube Segalenbach

Der Gang führt uns rund 60 Meter tiefer, immer noch in mitten des Urwalds, wieder an eine interessante Felsnase. Dieser Vorsprung scheint zweigeteilt.

Fluoritgrube Segalenbach

Ein tiefer Abbauschlitz öffnet sich an verschiedenen Stellen.

Fluoritgrube Segalenbach

Diese Grube scheint die ergiebigste gewesen zu sein. Der Gang ist mittels Stollen und Schächten an verschiedenen Stellen angefahren worden. Heute führen noch zwei Schächte ins Abbauwerk. Der Schlitz selbst ist rund 10 Meter Seigertiefe etwa 20 Meter in der Horizontale ins Berginnere führend. Selten ist die Schlitzbreite einen halben Meter überschreitend folglich ist die Bewegungsfreiheit im Werk eher auf unkomfortablen Seite.

Fluoritgruben Segalenbach

Auf meinem Plänchen (Quelle Daten- und Kartendienst der LUBW) ist der Fluoritgang mittels roter Linie dargestellt wobei anmerkend die erste beschriebene Grube als Aussenseiter nicht auf der roten Linie sitzt. Alle weiteren Bergbauzeugen liegen auf genau dieser Ganglinie und sind unsererseits längst nicht restlos erkundet.

Vorbeitrag
Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

Links
Helge Steens Webseite www.erzbergbau.de

Karte
Segalenbachtal

Mal wieder 1.August

am 01. August 2016 unter Reisen, Vergangenes abgelegt

(Und völlig unpatriotisch die ruhige Zweisamkeit in trautem Heime geniessend.

Auchtung!!!! wieder mal nen Blogbeitrag mit reinem Tagebuchcharakter)

Zweifelsohne die letzten Jahre waren immer oft von abenteuerlichen Ausflügen geprägt, zuletzt die Suche nach strahlenden Steinen am Risetenpass.

Dies Jahr wars gemächlicher wenn doch ich des Vorvortages mich mit Grundrissplan  ins ferne Davos aufmachte. Eigentlich wollte ich diesem im Bergbaumuseum abliefern doch besagtes Museum war geschlossen, was, hätte ich genauer gekuckt, ich längst gewusst hätte. Naja, so führte ich den Grundriss spazieren während ich mich in die Burg Belfort aufmachte.

Ruine Belfort

Belfort war vor 13 Jahren bereits mal ein äusserst eindrückliches Ausflugsziel die daraus entstandene Seite lebt, zu meiner Verwunderung, immer noch auf www.luisa.net/pampa/ .

Ruine Belfort

Das Gemäuer aus 1244 steht noch heute in mehr oder minder vollkommener Pracht hoch zu Surava

Da meine Ausflüge doch eher anstrengender Natur sind musste am Vortag wieder eine intensive Verköstigung folgen. Diesmal wieder alte Traditionen auflebend den Transenbrunch in freudigem Freundeskreis reaktiviert.

Foodporno

Darum an dieser Stelle etwas Foodporno ehe Freunde und mein selbst all die Leckereien zu Bauche führten.

Und es Regnet

Während die Wettergötter mein 1. August Projekt Siglisfadsgrätli Wasser und Schnee ersticken.

Heute scheint die Sonne, zumindest hin und wiede.  Nichts desto trotz, Schmusen macht Spass und, Arbeit liegt auch noch jede Menge rum. Mein Bergbaukartenwerk könnt ich Updaten und das Mobiliar vom Foppa da Chianols könnt ich mal ins Pländli reinzeichnen und, und, und.

Any, allen, nen schöner erster August. Morgen gilts, zumindest für mich, wieder richtig ernst und stressig.

Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

am 31. Juli 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine kleine Reise ins wunderschöne Schwarzwäldchen diesmal wieder eher Bildintensiv da doch mein Wissen, in solch heiliger Gegend, eher von bescheidenem Fundament ist. Konkret führte uns die Suche nach altertümlichen Bergbaurelikten, bei eher unbeständigem Wetter, an die steilen Ufer der Schwarze bei Berau, wenige Kilometer nördlich von Waldshut.

Berauhalde

Berichtet wird an den Hangstellen von einem schmalen Fluoritband welches an verschiedenen Stellen angefahren wurde wobei die östlichen alten Stollen hauptsächlich dem, im Fluorit eingeschlossenem Bleiglanz volle Aufmerksamkeit schenkten.

Bleigrube Berauhalde

Nachdem wir den ersten Stollen im lichten Wand, aufspürten, war schnell klar, dies Bauwerk ist älterem Datums knapp aus Zeiten der Feuersetzkunst. Eine Zeit in welcher Fluorit, genanntes Flussspat, zwar schön anzuschauen war, hin und wieder auch zu Schmuck wurde, doch im grossen Ganzen eher unbrauchbar erschien.

Bleigrube Berauhalde

Der Stollen selbst wächst, trotz sehr kleinem Einstieg, allmählich zu einem hübschem Feuersetzprofil, die klassische Ovalform, an.

Bleigrube Berauhalde

Die Bleiglanzversetzte Fluoritschicht verläuft mit geglaubten Unterbrüchen senkrecht durchs Stollenprofil. Die Grube misst eine Gesamtlänge von rund 30 Metern.  Oberhalb der Stollenhaue, 12 Meter Plus, ist nochmals ein sehr kurzer Stollenansatz, rund 5 m tief, ins Gestein eingelassen.

Immer wieder liegen feine liegengebliebene Fluoritnuggets herum.

Fluorit Bleiglanz

Meine hier, aus Unachtsamkeit durch die Waschmaschine gewälzten, Stückchen zeigen feine Bleiglanzeinschlüsse. Ob diese Stücke von raubbauenden Strahlern oder damaligen Sankt Blasien Bergknappen liegen gelassen wurden entzieht sich meiner Kenntnis. Die Stollen, aus der Zeit der Kloster Sankt Blasien Regentschaft,  indes sind bekannt für reichliche Kristallfunde.

Doch auch die Gegenseite des Schwarze-Ufers weiss interessante Bergbaureliken zu offenbaren. Als wir, Matti und ich, an edlem Felsvorsprung, den Blick in die Taltiefe schweifen liessen, siehe oberstes Bild, glaubten wir in der Flussenge eine mit Schienen ausgestattete Brücke zu erkennen. Die Neugierde war gewachsen und dies Bauwerk musste unbedingt einer tieferen Überprüfung standhalten. Die vermeintliche Stollenbahnbrücke outete sich, bei genauer Betrachtung als Kraftwerksrechen indes war unser Stollen, nicht in weiter Ferne, bald gefunden.

Stollen Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH

Dies Werk, eindeutig neueren Datums, die Gitter sind massiver Bauart und das Mundloch ist bis zur Hälfte mit Steinen zugepappt. Doch da sich bereits, wahrscheinlich gierige Strahler, an den Gitterstäben zu schaffen machten, war unser Einstieg geschenkt.

Stollen Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH

Im Innern so auch eine neuzeitliche Stollenbahnschiene und weitere interessante Gerätschaften des Bergbaus.

Stollen Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH

Nahe des Mundloch steht noch der aufgewuchtete Sprengmittelsafe.

Stollen Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH

An der Decke wieder die Fluoritschicht  die diesmal deutlich breiter erscheint. Zeitweilig ist massiv ins Fluorit gehauen worden. Die Annahme wonach dieser zweite Bergbau eher den Kristallen galt als den, von den Giessereien verwendeten, Flussspat, liegt auf der Hand. Dieser Stollen, gemäss Literatur von den „Fluß- und Schwerspatwerken Pforzheim GmbH“ 1960 angelegt, verläuft stramm gerade dem Fluoritgang folgend, 150 Meter ins Berginnere wobei der Fluoritgang nach rund 120 Meter allmählich auskeilt.

Fluoritvorkommen Berau

Karte Quelle Daten- und Kartendienst der LUBW

Die Karte zeigt im Westen die neuere Flusspaltgrube und im Osten, zwei rote Punkte, die älteren, wahrscheinlich um 1600 angelten, Bleiglanzgruben.Die blaue Linie symbolisiert der vermutete Fluoritgangverlauf. Gemäss LANDESAMT FÜR GEOLOGIE, ROHSTOFFE UND BERGBAU Baden Württemberg ist das westliche Revier  noch immer auf die „Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH“ eingetragen.

Bliberg Schmitten

am 20. Juli 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein schöner Ausflug in eine reich ausgewachsene Industrieanlage des 19ten Jahrhunderts solle hier mein Plätzchen füllen. Wir, Sepp, Matti und ich, nennen den Samstag bei herrlichem Sonnenschein der unserige.

Luisa im Bliberg

In Luftiger Höhe, bei rund 2000 Meter über Meer scheint der Schnee nicht weniger zu werden trotzdem, eine prächtige Berglandschaft tut sich auf. Da dies, auf 2500 müm angesiedelte, Industrierelikt teils ausgiebig Dokumentiert ist, will ich mich hauptsächlich auf die schönen Bilder konzentrieren und, äh, nen Selfie darf an dieser Stelle unter gar keinen Umständen fehlen.

Bliberg

Und schön geht’s gleich weiter bei reichlich Schnee und absolute Himmelsklarheit während des beschwerlichen Aufstiegs.

Bliberg

Auf rund 2500 Meter die ersten Gebäudereste die einst von regem Bergbautreiben zeugen. Zwei noch auffindbare Mauerrechtecke verfügen über stattliche Seitenkanten von über 10 Meter. Die Mauerstärke ist noch gut und gerne 50 cm dick. Der Legende nach solle einst um 1920 im einten Gemäuer noch ein Stahlofen gestanden haben. Auch so solle seitlich der einten Ruine ein Holzdepot bestanden haben. Beides ist heute offensichtlich weg. Nun die Legende besagt weiter dass um die Jahre 1920 ein armer Aroser sich des Heizgeräts bemächtigte und dieses, eben, nach Arosa schleppte. Es sei, dies muss gesagt werden, heute, diese Leistung bei weitem ein Reinhold Messner übersteigend den nach Arosa führen rund 8 Kilometer Wegdistanz bei 1000 Höhenmetern und so ein Heizgerät wiegt ohne Umschweife gute 40 Kilo plus. Ob das Holz der gleiche Sportler übers Welschtobel nach Arosa schleppte, ist nicht weiter bekannt.

Any, eigentlich ist mein Ziel die Bleimine im Bliberg. Dieses Untertagewerk, sich mittels Halde oberhalb der Gebäuderuinen ankündigend, blieb nicht lange des Verborgenen.

Bliberg

Mundloch Ahoi,
gesagt sei, dies edle Bergwerk wird seit vielen Jahren von Rich Item gepflegt. Wiederentdeckt war dies, seit 1848 stillgelegte, Werk am Tage meines 2 Geburtstages also, 17 August 1967. Bis heute waren viele Hände und Tage von Nöten um den Zugang wieder zu gewährleisten. Das Eingangstor ist verschlossen und Schlüsselhalter ist Richi Item Junior welcher, heute, in Nachfolge seines Vaters, die Pflege dieser Untertageanlage übernahm. Wer Einblicke in dies Geheimnis erhaschen möchte kann sich bei Richi Item über dessen Webseite www.erzgruben.ch melden. Zeitweilig bittet Richi interessante Führungen in dies Relikt an. Unser Team indes war einzig mit Schlüssel unterwegs dafür fuhr uns Richi in nahe 1976 Meter über Meer hoch. So standen uns nur noch 600 Höhenmeter zwischen drin, in diesem Sinne, nochmals, ganz liebs Dankeschön fürs Hochfahren und Abholen.

Bliberg

Zurück ins dunkle Untertägige. Nach rund 10 Meter Förderstollen, im Bild rechts, öffnet sich eine wuchtige Halle die nordwestlich allmählich aufsteigt.

Bliberg

Zerklüftete Gänge bilden im Abbaufeld bizarre Lichtspiele. Immer wieder sind Abwurfschächte in die unterhalb liegende Förderstrecke getrieben worden. Kurze Durchschlüpfe lassen auf ehemalige Förderstrecken schliessen. Noch heute sind an eingen Stellen feine Bleiglanzäderchen zu beobachten.

Bliberg

In einem der oberen Stollenwerken ist noch eine prächtige Bühne, Baujahr 1848 oder früher, erhalten.

Bliberg

Im obersten Hallenbereich weitet sich in der Decke eine verschlossene, äusserst gefährliche Tagöffnung. Einer der Stützbalken ist gebrochen und der Deckel droht herunter zustürzen. Die im Bild sichtbare Fahrte (Leiter) ist auch so aus dem Bergbaunachlass um 1848 und nahe der Tagöffnung stehend. Zwar ist die Leiter nimmer zu verwenden doch noch heute als eine solche zu erkennen. Auch so, noch an der Fahrte wiedererkennbar, die saubere Holzarbeit aus damaliger Bergbauzeit.

Bliberg

Klar, auch auf dieser Tour mussten wir wieder dem Taschenlampenversenken frönen. Diesmal sind wir wieder auf der Hauptstrecke an einer Sammelgrube die wahrscheinlich ursprünglich als Suchschacht diente.

Bliberg

Wieder auf Tag die Ansicht in die Bildmittig sichtbare, heute noch abgedeckte, Tagöffnung. Sichtbar die eindeutigen, Auftageabbauten die einst zur Entstehung dieses Grubensystems führten. Wahrscheinlich war die Tagöffnung das allererste Bergwerk welches sich anfänglich vertikal dem Bleiglanz folgend in die Tiefe schlängelte. Erst grössere, mit fundiertem Bergbauwissen, arbeitende Gewerkschaften, fuhren die Erzschichten mittels horizontale Stollen an. Diese Unternehmungen dürften auch so eine gewisse Mechanisierung in Form von Schienen und Grubenhunten eingebracht haben.

Bliberg

Kleine Ministollen, kaum 5 Meter lang, finden sich auch immer wieder oberhalb und unterhalb der Hauptgrube.

Die Karte von 1888 zeigt etliche damaliger Überbleibsel auf Bliberg wenn doch diverse Stollenpositionen nicht über jeden Zweifel erhaben sind. Einige Stollen sollen vor Ort nicht logisch erscheinen wiederum anderen Untertagewerken fehlt die erklärende Halde. Der Plan, auch nicht unbedingt über jeden Zweifel erhaben, der letzten französischen Bergbaugesellschaft auf Bliberg, zeigt ebenso ein Hauptwerk und diverse unbedeutende Stollenbauten. Klar ist, es standen einst weitere Hochbauten auf Bliberg. So solle auch, gemäss Plan der Franzosen, ein Vorbau, ein Pochhaus, vor dem Stollen des Hauptwerks gestanden sein. Die Siegfriedkarte 1888er wie auch, von Richi Senior, gefundene Holzspuren bestätigen diesen Vorbau.

Bliberg

Plan gross machen, Plan anklicken

Wahrscheinlich wird auch mein Plan, welcher sich an die Version von Boudehen ,1847 anlehnt, einige Fehler mit einkopiert haben. Ich habe diesen versucht anhand von Satellitenbilder nach Norden auszurichten und farblich aufgepeppt. Soweit ersichtlich waren erste Abbauten, berichtet wird ums 15. Jahrhundert, oberflächlich auf Tagbaustellen. Eine dieser Tagbaustellen schien, bei zunehmender Tiefe, zunehmend ertragreiche Bleiglanzstücke offenbart haben womit ein Schacht in die Tiefe wuchs.

Erst in der Epoche der Vorindustrialisierung und Industrialisierung wurde das Bleiglanzvorkommen mittels Horizontalen Stollen angefahren. Der tiefste Stollen, nahe der Unterkunftsbaracke, könnte der letzte, jedoch nie vollendete Versuch gewesen sein dass Vorkommen nochmals 20 Meter tiefer anzufahren. Der Stollen solle kaum 80 cm breit sein und selten über nen Meter Profilhöhe verfügen trotzdem zeigt der Bau geradewegs aufs Hauptwerk. Obschon ich nicht die Möglichkeit einer Befahrung dieses Tiefenstollens hatte, scheint mir eindeutig, die Bleiglanzausbeute lies zu wünschen übrig währenddessen die Vortriebskosten den Hauptgrubenertrag verschlungen.

Die französische Gesellschaft, die Unsummen in Infrastruktur, Wege, Verhüttungsanlagen auf Schmelzboden und Gebäude investierte, gab 1848 auf.

Mehr zum Bliberg und deren Geschichte auf Richis Homepage www.erzgruben.ch

Und ja, ganz zuletzt,

Pokemon auf dem Matterhorn

keine Sorge, Pokemons gibt’s definitiv nur auf nem Matterhorn.

Längst verwelkte Eisen

am 13. Juli 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine weitere Uri Amsteg Industriegeschichte, diesmal das längs vergessene Eisenbergwerk Siglisfadgrätli, wobei der Flurname mir nicht restlos klar erscheint, solle mein Blog beehren.

Es war ein sonniges Wochenende, diese sollen bekanntlich hierzulande äusserst selten sein, und eine illustre, äusserst neugierige Truppe, Andrea, Tanja und ich, machte sich auf zum Pass Siglisfadgrätli. Am besagten Pass, die Nordseite des Sattels, solle ein kaum bekanntes Bergwerk schlummern. Geocover  wie auch wie auch das Verzeichnis der Historischen Verkehrswege weiss von solch einem Bergwerk. Grund genug dieser Behauptung auf den Grund zu steigen den, Fakt ist, weder Siegfriedkarte noch Dufourkarte kennen dies Bergwerk. Mein Fazit nun, dies Bergwerk muss vor Dufours Bestandsaufnahme ins Vergessene abgetaucht sein ergo vor rund 1840.

Siglisfadgrätli

Die Passhöhe Siglisfadgrätli versteckte keinerlei Bergwerke weder in südlicher Richtung noch 180 Grad inverser Position. Nichts desto trotz geizt die dortige Landschaft nicht des Geringsten mit deren Reizen. Das Bergwerk indes liegt einige Meter höher, 270 Meter Nordost auf eben so schönem Felsbalkon. Von der Passhöhe aus ist dieses kaum zu lokalisieren.

Bergwerk Siglisfadgrätli

Auf dem Felsbalkon jedoch wird baldig der gesamte Bergbaubetrieb erkennbar. Ähnlich der Val Tisch Situation findet sich auch auf dieser Anlage künstlich angelegte Seen. Im Hintergrund klar erkennbar Mundlocheinschnitt und Erzscheideplatz.

Bergwerk Siglisfadgrätli

Zahlreiche Mauerreste und ausplanierte Böden lassen teils handwerklich ausgefeilte Gebäude erahnen. Im Bild wahrscheinlich die ehemalige Schmiede.

Bergwerk Siglisfadgrätli

Auch so finden sich vor dem Mundlocheinschnitt eindeutige Gebäudespuren. Links und Rechts des Stollenzugangs sind zwei verfallene Gebäuderechtecke platziert. Oberhalb des Mundlochs wüteten  Hangrutsche die den Stollenzugang rege verstopften.

Bergwerk Siglisfadgrätli

Die Sicht vom Mundloch herunter aufs Werkareal verdeutlicht die Situation. Der linke See, Rückhaltebecken für irgendwelche metallurgische Tätigkeiten oder vielleicht einfach nur als Trinkwasserspeicher, wird gespiesen vom See recht im Bild. Im Hintergrund dieser Wasserstaunung wieder die bekannte Schmiede. Im Vordergrund die zwei Gebäuderechtecke links und rechts des Stollenzugangs.

Bergwerk Siglisfadgrätli

Der Hauptstollen ist nach wenigen Handgriffen zwar wieder fahrbahr aber nicht überaus komfortabler Grösse.

Bergwerk Siglisfadgrätli

Nach Überwindung des Eingangversturzes wächst das Stollenwerk zu beachtlicher Höhe von 2.20 bis 2.50 Stollenprofil. Zeitweilig steigt die Höhe in Form des Abbaus drastisch bis 4 Meter an.

Bergwerk Siglisfadgrätli

Leider jedoch macht sich, nach nur rund 12 Meter, ein erneuter Versturz breit. Es gibt kein Zweifel, das Stollenwerk war eins von beachtlicher Länge. Immer wieder tauchen Spalten im Versturz auf die meine Begleiterinnen und ich  zu weiten versuchen doch die Versturzmenge scheint gröbere Werkzeugarbeit abzuverlangen. Die Stollenbreite ist für Mitteldornhunte ausgelegt also selten über 80 cm.  Wahrscheinlich war einst im Werk ein fast senkrecht verlaufendes Erzband von verschiedenen Höhen aus  abgebaut worden. Oberhalb unseres Stollens sind Spuren verstürzter Mundlöcher erkennbar. Unser befahrender Stollen indes ist eindeutig die tiefste Sohle.

Bergwerk Siglisfadgrätli

Plan gross machen, Plan Anklicken. Quelle Satellitenbildgrundlage map.geo.admin.ch

Meine Rekonstruktion ist, klar, nicht über jeden Zweifel erhaben. Ich vermute dass dieser Betrieb zwischen 1700 und 1810 in voller Blüte stand. Im Satellitenbild lassen sich noch heute die Bauten wage ausmachen. Ein Blick vor Ort und die Auswertung zahlreicher Fotos inspirierte mich letztlich zur Zeichnung. Wenn doch nicht alle Komponenten eindeutig zuzuordnen sind so denk ich sind auf diesem Werk noch deutliche Spuren ausmachbar.

Hingegen sind die Historischen Wegspuren, genannte Route UR 1064, kaum auszumachen. Stattdessen liegt eine edle Strasse zwischen Siechchrut und Wildampferen die eindeutig zu gut ist für gelangweilte WK-Soldaten. Obwohl auf Siechchrut ein Militärnormhäuschen steht welches aktuell zu Alpwirtschaftlicher Tätigkeit genutzt wird, schliesse ich nicht aus dass dieser aktuelle, leichte Artelerietaugliche Weg auf der Unterlage eines Bergwerkswegs sitzt.

Weg Siechchrut

Zu bestaunen etwa die Serpentinenstrasse Hinauf zum Militärnormhäuschen. Vielleicht so nebenbei, weder die Strasse mit wunderschönen Abflusskanälen wie das Normhäuschen machen für mich Sinn. Der Siglisfadgrätli-Pass kennt keine strategische Relevanz. Über diesen Pass ist irgend ein Intschialpbachnebenzweig mit dem Gornerertal verbunden. Beide Orte wird kaum ein Panzer Erreichen und die Treibladung für den de Schuss ist Gotthardmassiv wird niemals reichen.

Vorgeschichten Reviere Amsteg
Alaunfabrik Graggental 1776
Freitag der 13te und sonstige Gemsegger
Kupfergrube Graggental eine gewagte Rekonstruktion
Kupfer und Silbergrube Graggental Update
Geheimnisvolle Graggener Kupferminen
Bleibergwerk Gemsegg
Bleiwerke Bristen

Neues von der Hipsterfront

am 03. Juli 2016 unter Musikalisches, Vergangenes abgelegt

Zweifelsohne, es ist Zürifest und kein Zürcher, erst recht keine Zürcherin geht hin. Solch Festivitäten sind zumeist ausgelegt für die etwas Bildungsfremden Anglomeriten. Da ich meiner Lebensfreude in keiner Weise Zügel verpassen wollte und der Regen unaufhörlich niederprasselte beschloss ich eine kleine Feier in trauten Heim mit Miss Kittin oder besser gesagt, mit deren legendären Lifesets im MP3 Format.

Soundsystem

Das Soundsystem schlummert bei mir schon lange etwas gelangweilt herum also nichts würdigeres als eine ganz Grosse unter den Macherinnen minimalistischer Tanzmusik in den CD Slot und ab geht’s.

Die roten Pumps, definitiv nur noch Deko, doch bei meinem Alter, die baldigen 51er, durchaus entschuldbar und auch die gute Miss Kittin, die baldig ihren 43sten feiert, dürfte trotz ausgeprägter Fetischaffinität, eher die Sneakers bevorzugen.

Wie auch immer, Musik hat Spass gemacht und da meine Holde an der F+F Abschlussfeier weilte, war mir die Einsamkeit gegeben also machte ich das Beste aus solch Situation.

Sihlfeldstrasse bei Sonne

Am Morgen danach, ich könnte meinen es wäre Sommer, lacht die Sonne, ein doch recht ungewohntes Bild. So wird sich zeigen was die Tage noch bringen mögen. Dies Jahr, so wollen es die Wettergeister, nicht viel mit Bergbauforschung.

Miss Kittin die Webseite www.misskittin.com

Als Eisen perse im Werte dem Edlen in Nichten zurückstand

am 02. Juli 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein kurzer Einblick in die beschwerliche Eisenerzgewinnung um 1817. Die wiedermal neu gebauten Schmelzwerke um 1800 nennen sich Belaluna zwischen Bergün und Filisur und wollen deren Grösse entsprechend gefüttert sein. Im umliegenden Gegenden entstehen, respektive erwachen erneut, zahlreiche Gruben von gross bis klein. Eine kleine und doch nicht minder aufwendige Vermessung führte mich ins beschauliche Latsch genannt konkret die ehemals als Vitriolgrube konzipierte und zuletzt, um 1817, zum Eisenerzbergwerk  umfunktionierte Foppa da Chianols Anlage.

Foppa da Chianols eine beschauliche Grube zwischen Latsch und Stugl auf rund 1620 müm. Eine Eisengrube die wahrscheinlich bereits um 1830 das Zeitliche segnete.

Alleweil schwindet dies Werk in die zunehmende Vergessenheit während die umliegenden Werke wie die Val Tisch Gruben oder auch das Schmelzwerk  Bellaluna nach Dufour um 1859 noch Nennung finden. Damals, war Bellaluna noch Ballaluna und spielt auf den Tanz mit dem Monde an. Ein Eisenwerk war an besagter Stelle, beginnend bei 1600, naheliegt in Zeitepoche als Metallurgie und Schamanismus einher spazierten.

Any, ich bin immer noch auf 1620 müm und will über dies Grüblein berichten ehe mich die Vollmönder zu Rennfeurische Experimente verleiten.

Eisenbergwerk Foppa da Chianols

Die Grube, gut versteckt, zeigt sich nur den wahrhaft Bergbauinteressierten. In diesem Sinne will ich hier mal ausnahmsweise etwas geizen mit Koordinaten. Sie solle in verdienter Ruhe fristen im Sinne einer Langlebigkeit ohne mögliche Geocacherspuren.

Eisenbergwerk Foppa da Chianols

Im Eingangsbereich ist rege Bergbautätigkeit sichtbar doch auch der grosse Zahn der Zeit tat Seiniges und schmiss viele Steine auf die Sohle. Der damalige Boden, die Rede ist von 1817,  ist somit rund um 2 Meter, mit natürlich gefallenen Bruchsteinen, aufgeschüttet.  Am Eck ragt gut verdeckt ein Schacht in die Tiefe.

Eisenbergwerk Foppa da Chianols

Der Schacht, ganz Böse, gesäumt voller verkeilter Felsbrocken, ist kaum sicher Befahrbar. Obschon ich glaubte, 10 Meter tiefer, ein Stollen Richtung Westen zu erkennen, musste ich der Neugierde widerstehen. Der Abstieg bedarf die nötige Sicherungsausrüstung ansonsten ist ein Abrutschen des gesamten Steinhaufens naheliegend.

Am Eingang zu scheint die Ausbeute, sowohl vom Eisenerz wie auch vom Vitriol (zur Schwefelherstellung notwendig) am ergiebigsten ausgefallen zu sein. Die grössten Hohlräume sind nahe Tag trotzdem gruben technokratische Idealisten,  oder warens Schlitzohrige Aktionärsverascher, in Bergrichtung noch einige Meter zweierlei sich sehr nahe kommende Stollen.

Eisenbergwerk Foppa da Chianols

Die Stollenprofile läuten definitiv die Bergbauneuzeit ein. Der Abschied vom Mitteldorngrubenhunt hin zu moderner Schienenspur schafft bequeme Stollenprofile um 1.70 . Immer wieder sind Erzausbisse aufgeschlagen worden und obschon der DistoX2 von vieler magnetischer Anomalie berichtet dürfte die Wünschelrute um 1800 wohl kaum die erwarteten Wünsche erfüllt haben. Es bleibt, wahrscheinlich bei einer unrentablem Erzgrube trotz des massiv hohen Eisenpreises um 1800.

Eisenbergwerk Foppa da Chianols

Der Plan, eigentlich Zweck einer Vermessung, zeigt die eindeutig ergiebigste Zone wenige Meter nach Tag. Es sind zwar immer wieder, dem Stollenverlauf folgend, Erzspuren erkennbar doch der Brüller waren diese keineswegs. Das Erz vorhanden ist lässt das schlaue Messgerätchen nicht unbeantwortet, die genaue Stelle indes liegt, trotz hoher Schweizer Präzision, im Verborgenen. Möglich könnte der Schacht noch in ein Erzschatz führen wir belassen jedoch vorläufig die Suche auf sicherere Momente.

Schamanismus?? Vorgeschichten Eisenwerke Balla Lüna
24. Juli 2012 Val Tisch, die Fortsetzung (Bergün / GR)
19. Juni 2012 Das Geheimnis von Val Tisch (Bergün / GR)
12. August 2012 Bergbausachverständige am graben (Bergün / GR)
17. Oktober 2012 Minas da Fier Val Tisch (Bergün / GR)
14. Oktober 2012 Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch (Bergün / GR)
24. Dezember 2012 Eisenbergwerk Val Tisch, Neues (Bergün / GR)
17. Februar 2013 Internationale Val Tischer Bergwerke (Bergün / GR)

Pride 2016

am 12. Juni 2016 unter Politischer Grunk, Vergangenes abgelegt

Es geistern zweifelsohne inflationär viele CSD-Bilder im Netze herum. Mein Beitrag solle an dieser Stelle nicht fehlen trotz des Umstandes das dieser CSD, neu benannt Pride, von einer tragischen und überaus verwerflichen Bluttat im fernen Orlando überschattet wird.

Umso wichtiger,

die Bilder, sie sollen stehen für eine gehaltvolle, kräftige und vorwärtsschreitende LGBTI-Gemeinschaft.

Pride 2016

Die Rede am Helvetiaplatz.

Pride 2016

Der fröhlich schrille Umzug als Manifestation für eine weltoffene, friedliche Gesellschaft der Liebe.

Pride 2016

Das Fest auf dem Kasernenareal als Symbol unserer Einigkeit.

Pride 2016

Und der Blick in eine gemeinsame Zukunft. Mögen düstere Wolken sich aus unserer Lebensrealität endgültig verziehen.

Umso wichtiger scheint heute, in solch tragischer Stund, unser internationale Kampf für die LGBTI-Rechte dies eben auch weit über die Landesgrenzen hinaus.

Aber auch, mit aller Entschlossenheit,

wir lassen uns nicht heute und nicht morgen von fanatischen Einzeltätern einschüchtern.

und, es gibt zwar Terroristen doch es gibt auch Systeme die eine terroristische Ideologie der Angstverbreitung begünstigen. Ein klares Statement tut auch von unserer Seite,  der LGBTI-Gemeinschaft, mehr als nur Not.

Vereinigte Steinbrüche in Mägenwiler Walden

am 12. Juni 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es war einmal ein glücklicher Freitagnachmittag ohne abgeschossene Mietleitungen. Ein Nachmittag also ganz im Sinne der Feldforschung alter Steine und Untertagebauten.

Diesmal warens  die Steinbrüche ob Mägenswil die viel Geschichte zu erzählen hatten. Das Wetter jedenfalls war perfekt für doch noch Sonnenbrandfreie aber warme Fotosessionen.

Nicht weit, er solle sich Steinbrucht Eckwil nennen, nach dem Örtchen Eckwil benannt,

Steinbruch Eckwil

lachen uns diverse Gesichter, Fische und sonstig heitere Steingestalten entgegen.

Steinbruch Eckwil

Auf 660’544.5, 251’055.5 oberhalb des Ortchens die prächtige Steinbruchanlage in tadelloser Ordnung gleichwohl als hatte die Zeit dies Flecklein seit 1930 ausgespart.

Steinbruch Eckwil

Die Gerätschaften aus aller Anfängen schweizerischer Elektrifizierung sind sauber restauriert und scheinen, soweit ich dies zu beurteilen vermag, absolut funktionsfähig. Wie sich herausstellt steht hinter diesem Plätzchen eine engagierte Gruppe namens „Verein Steinbruch Mägenwil“.

Auch die Webseite des Idealistenvereins www.steinbruch-maegenwil.ch verdient meinerseits höchstes Lob. Kurzum sind auf besagtem Webauftritt viele Informationen abrufbar und die Gestaltung lässt meiner Meinung nach, kaum  Wünsche offen. Für mich Anlass um mich weniger dokumentierten und gepflegten Gemäuern zuzuwenden. Auch dies in dortiger Region keinerlei Problem denn altes Baulogistisches liegt genügend herum. Und einst sollen bereits die Römer Freude am harten und doch handzahm formbarem Stein gehabt haben.  Wo indes Mägenwiller Stein zu Sandalenzeit verbaut wurde indes ist nicht restlos geklärt.

Am zweiten Hügel ob Mägenwil sind auch so zahlreiche Furchen kartografisch erfasst.

Die Sicht auf die Karte um Anno 1928 zeigt ein reges Netz an Zufahrtsstrassen von denen heute kaum eine noch erkennbar ist. Das Gelände im mitten eines dichten Waldes inspiriert die Fantasie.

Steinbruch Mägenwil

Alte Gemäuer zeugen von Industriezeiten ob Mägenwil.

Steinbruch Mägenwil

Diesen Mauern folgend wird baldig ein tiefer Schacht mit viel Wald drinnen erkennbar. Mit geschärftem Auge, zum Glück bin ich richtig tolle Weitsichtig, wird im Hintergrund an einer Felsschachtwand ein kleines Törchen in einer Gitterfront sichtbar. Hier muss eindeutig Interessantes zu finden sein.

Steinbruch Mägenwil

Im rund 15 Meter tiefen Schacht, über ein kleiner Seiteneinbruch erreichbar ,werden neue Elemente früherer Steinbruchtätigkeit sichtbar. Auf der nördlichen Schachtwand stehend, ragt eine Mauerwerksäule in die Lüfte empor. So rein unkommentiert könnte dies obere Bild auf  tiefste Inkaforschung deuten aber nix von dem, ich weiss genau, um 1930 muss da einst eine Schiene gelegen haben die wiederum ein Quaderhebekran trug.

Steinbruch Mägenwil

Im Innern der Unterwelt gespenstische Kavernen die mich irgendwie an den Etruskersteinbruch nahe Rom erinnerten. Die Etrusker indes waren nie in solch frische Gefilde und auch die gefundene Jahreszahl 1911 lässt eindeutig auf 20. Jahrhundert schliessen.

Steinbruch Mägenwil

Die Lichteinstrahlungen an solch sonnendurchfluteten Freitag lässt eine überaus mystische Stimmung aufkommen.

Steinbruch Mägenwil

Am Ende der Kavernen, rechts im Bild, ein wuchtiger See. An den Säulen, gut sichtbar, die obere weiche Arbeitsschicht die zum Zwecke der Erschliessung abgetragen wurde und untendurch die harten wertvollen Schichten aus denen Steinquader entstammen, so in etwa gleiche Steinbruchtechnik wie gerne von den Etruskern angewandt.  Wie üblich waren, kaum zu übersehen, auch in diesem Relikt, unsere nimmer belehrbaren Spraydosen-Virtuosen unterwegs.

Die Geschichte dieser Steinbruchregion, äusserst spannend und ebenso äusserst Kompetent erzählt von Herren und Damen Verein Steinbruch Mägenwil, darum spare ich mir hier weitere Erzählungen und verweise somit auf eine wirklich gut gemachte Webseite namens Verein Steinbruch Mägenwil.

 

Seabound

am 05. Juni 2016 unter Musikalisches abgelegt

Lange her seit meines letzten Musikposts hier.

Momentan bin ich doch eher wieder auf der zartschmelzenden Seite der Soundvielfalt. Die kleine Elektroband aus Bielefeld Seabound von mir immer wieder gern gehört insbesondere deren 2 Tracks aus alten Tagen, hier kurz genannt.

SEABOUND – THE PROMISE in der Maxisingelversion

und

Seabound – Torn verfeinert von den Covenant Jungs

Webseiten zu:
Seabound www.seabound.de
Covenant www.covenant.se

Schöne Suntig werte Leser und, hier in diesem Post mal, werte Hörerschaft

Seemühlische Mysterien

am 04. Juni 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Wie ich bereist zu erzählen wusste, fühl ich mich Zeichnerisch berufen in allerlei Unterwelten. Die Seemühle, mein ewiges Forschungstummelfeld, ist dabei eine würdige Herausforderung. Einerseits existieren heute keinerlei Pläne zum Werk anderseits ist die Kalkgrube, aus Händen Bornerdynastie,  mit etlichen Legenden behaftet. Eine nicht unumstrittene Familiendynastie, ein Konkursverfahren und eine letztliche Sprengung der Auftagebauten sorge für viel Bergmannsgarn bis in die heutigen Tage hinein.

Grubenplan Seemühle

Mit DistoX2 und allerlei Gerätschaften rückt die zeichnerische Umsetzung in greifbare Nähe. Ein Anfang startete ich anfangs Mai mit zunehmender Form der Sohle 0.

Die Struktur nimmt nun greifbare Züge an. Die Geschichte um den sogenannten Rundkurs auf sarganserland-walensee.ch beschrieben, rückt allmählich in die zweifelhafte Ecke. Nichts desto trotz ist der sarganserland-walensee.ch-Autor noch immer von deren Existenz überzeugt was meinerseits, sofern nicht das eindeutige Gegenteil hieb und Stichfest beweisbar ist, einer weiteren Überprüfung bedarf.  Nur, die Überprüfung wird schwierig, denn die Zeichnung wie auch die Vorortsichtung  wiedersprechen der Rundkurstheorie.

Der gewachsenen Fels lässt sich in Sohle 0 praktisch überall Plausibilisieren, Kalk ist ohnehin ein 100Pro Abbau will heissen es existiert kaum herumstehender Abraum oder sonstwie versetzte Stellen. Was kompressert wurde, wanderte in einen der vier Kalköfen. Was noch bleibt an Bruchstein konnte die Stollenbahn in der letzten Abbauperiode schlicht nicht zum Untergrund heraus transportieren.

So lassen sich heute die letzten Abbaufelder um 1968 eindeutig  zuordnen. Die Arbeitsmethoden sind klar erkennbar und enden mit einer regelrechten Raubbauorgie auf der Ostseite des Bergwerks.

Abbaufelder Seemühle

Quelle Karte Swisstopo

Wahrscheinlich in Feld 1 um 1870 beginnt Bergbauingenieur Tröger, vormaliger Betriebsleiter Kupferbergwerk Mürtschenalp, mit dem Abbau von Marmorplatten für Spültischchen und so Zeugs. Die Heirat Huber-Borner bringt die nötigen Finanzmittel um ein Konsortium zu eröffnen. Wieso der topfite Tröger an Herzstillstand stirbt  bleibt noch heute ein Rätsel. Alleweil arbeiten sich die Borners vom Feld 1 hinunter bis zuletzt ins Feld 5 jedoch nicht mit Ziel einer eher minderwertigen Marmor Herstellung sondern mit Zwecke der Kalkbrennerei und Zeitweilig zusätzlich noch der Zementherstellung.

Alle Felder, bis auf Feld 5, waren mit eigenem Mundloch erschlossen wovon heute noch Feld 1 und Feld 4 zugänglich sind. Feld 2 und 3 sind folglich eindeutig verstürzt. Schienen, Pressluft, wie auch Sprengstofffunde zeigen eindeutig auf die oberen Bereiche des 5. Feldes als letzte Abbauepoche um 1968. Ein regelrechter Raubbau tut sich über die noch nicht abtransportierte Kalksteinhalde auf. Die Bergmännische Kunst wurde in dieser Zone zugunsten eines schnellen Abbaus und damit eines schnellen Profits, ausser acht gelassen.

Seemühle Ost

Noch immer lagern etliche Tonnen an Kalkbruch zur Weiterverarbeitung bereit, in den wuchtigen Kavernen. Das indes hier einst ein Rundkurs ansetzte dünkt mich gegenwärtig zu jetzigem Wissensstand sehr unwahrscheinlich. Nativer Fels können mein Begleiter und ich die ganze Kontur entlang plausibel begründen.

Seemühle Ost

Nicht restlos geklärt bleibt der Zweck  der verdrückten Holzkonstruktion im Querstollen der östlichen  Hauptstrecke. An keiner weiteren Grubenstelle finden sich Holzeinbauten. Die ehemalige Türstockzimmerung könnte eine Siloanlage getragen haben, das Stumpengleis spricht indes eindeutig dagegen. Auch möglich, ein weiterer mir nicht bekannter Stollen, vielleicht gar dieser ominöse Rundkurs.

Seemühle Ost

Klar ist, in den letzten Zügen der Seemühlewerke war mehr Kalkstein gesprengt worden als dieser durch den engen Durchschlupf mittels 50er Stollenbahn hätte heraus transportiert werden können.

Seemühle

Dass die Borner-Bergknappen eine durchwegs feinere Felddefinition nutzten, beweist ein Fund in einer länger aufgegebenen Parallelstrecke. Am Boden liegen noch Aluminiumbleche, vormals zur Kennzeichnung von Munitionskisten verwendet, mit Rückseitig aufgemalten Feldnummern. Diese Feldnummern korrespondieren, scheu verglichen, mit der Nummerierung an den überall herumgeisternden Rollenschnauzen. Interessant auch, die Ursprungszweckbestimmung der Aluplatten legt den Schluss nahe dass die Borners und die Militärs, bis zur Sprengung ihres Anwesens, ein durchwegs freundschaftliches Verhältnis pflegten.

Kurzum, um hier ein Schlusspunkt zu finden, diese Geschichte wird noch Fortgesetzt.

Und bis anhin gelaufenes:

Auf Luisanet
Die Seemühle

Und im Blog
Seemühle, jähes Ende letzter Geheimnisse
Das Tor stand offen
Seemühle überall
Seemühle, was war? ,
Die Geheimnisse der Seemühle
Seemühle Borner AG
Das Geheimnis des Steinebrechers

Bilderseite zu den Werken
Seemühle

Freudige Minionsschlemmerei

am 24. Mai 2016 unter Kulinarik, Vergangenes abgelegt

Neuliche Samstagsnachtorgie nach ebenso wuchtiger Vermess-Spazier-Sonstwas- Begegnung Seemühlischer Hadeswelten.

Minions im Anmarsch

Gebacken von Luisa

Gestaltet von meiner allerliebsten Christina

Und gegessen von Luisa, Christina und Tania.