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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Goldene Sonne oder, der Glaube versetzt Berge

am 06. Dezember 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

diesmal so geschehen, bis in die Gegenwart hinein, der Calanda ob Felsberg. Wir nennen diese Geschichte eine erneute Goldene-Sonne-Geschichte basierend auf einen ganz tollen Spätnachmittagsspaziergang mit Claudia.

Luisa Claudia

Obschon ich mich vorwiegend des Fotografischen widmen wollte, war mein Wissen inzwischen, hinsichtlich der Goldprospektion in der Goldenen Sonne, deutlich fortgeschrittener als noch beim letzten Ausflug im März 2013.  Somit war meine Sicht eine deutlich differenziertere. Heute weiss ich dass dies Bergwerk Goldene Sonne, insbesondere die Grube Fliden, immer wieder die Hoffnung auf grosse Goldfunde weckte. Der grosse Boom um 1870 war längst nicht der letzte. Immer wieder infizierten sich  Abenteurer mit dem Goldfieber. Noch heute finden sich zahlreiche illegale Pochplätze um die Grube die sich Goldsucher und Strahler in stetiger Konkurrenz teilen. Kaum jemand schien indessen die Goldsuche professioneller anzugehen als die damaligen, dilettantischen Wünschelrutenjäger.

Also, abgesehen von eindrücklichen Bildern versuch ich das Geheimnis des projektierten Neuen Horizonts  aus den Jahren um 1930 zu lüften.

Aber erstmals einige visuelle Eindrücke des Goldbergwerks Goldene Sonne Fliden.

Goldene Sonne

Die Weststrecke ist äusserst fotogen  wenn doch, ganz eindeutig, weder 1870 noch in Neuzeit Goldspuren erkennbar wurden. Nichts desto trotz versuchten sich einige Unverbesserliche, trotz des Wassers im Stollen, an den wenigen Quarzstufen.

Goldene Sonne

Vielleicht warens die Lichteffekte welche Goldsucher immer wieder beflügelten. Das Pyrit wird’s kaum gewesen sein, dieses gibt’s anderswo billiger zu haben.

Goldene Sonne

Manchmal jedoch, wenn sich Sonne und Taschenlampe wieder etwas entspannen, wird die Sicht klar und weniger Goldig.

Goldene Sonne

Nicht desto trotz war auch rege Abbau betrieben worden. Im Bild die Hauptstrecke wie sie wahrscheinlich noch im Jahre 1870 funktionierte und reichlich Material zu Tage förderte. Heute ist das Mundloch verschüttet, um 1870 jedoch mündete dieser, Grubenhunt befahrene, Stollen auf eine grosse Installationsfläche östlich der Grube. Immer wieder finden sich, auf dieser Strecke, aufgekratzte Spalten weit hinauf führend.

Goldene Sonne

Bergwärz liegen grosse Aufbrüche die wahrscheinlich weit vor 1800 aufgefahren wurden.

Goldene Sonne

An dieser Stelle sitzt der mysteriöse Schacht  welcher in unbekannte Tiefen führt und wohl die Konzessionsbeantrager der Calanda-Gold-Schürfgesellschaft, zwischen 1923 und 1938 zur Projektierung des „Neuen Horizonts“ inspirierte. Wie tief der Schacht tatsächlich ist lässt sich nur erahnen. Die einte Seite, auf dem Bild sichtbar, ist sauber am Rande versetzt. Die Gegenseite indes ist verschüttet, aufgefüllt, was auch immer. Die tiefste erkennbare Stelle liegt bei 3 Meter unter der alten Hauptstrecke.

Goldene Sonne

Die Galanda-Gold-Schürfgesellschaft projektierte damals ein Stollensystem, im Plan grün, unter dem bestehenden Bergwerk Fliden,rot koloriert. Wahrscheinlich diente der Schacht im Bergwerk als Inspiration. Nichts desto trotz war diese Gesellschaft, trotz des äusserst eher minimalistischen Plans, mit nötiger Kompetenz ausgestattet um dies Unternehmen zu stemmen. So tauchen in dieser Gesellschaft bekannte Namen wie etwa der verdiente Geologe Dr. j. Kopp auf.

Goldene Sonne

Die Ansicht im Grundriss zeigt Übereinstimmung des unteren Systems mit der vorhandenen Wand in welche das Mundloch geplant gewesen wäre. Obs tatsächlich je zum Bau des neunen  Horizonts kam, entzieht sich meiner Kenntnis.  An der besagten Felswand erkannte ich keine Spuren einer Schürfung.

Indessen machen mich diverse Fakten bezüglich der Ernsthaftigkeit dieser Gold-Schürfgesellschaft stutzig.

Der neue Horizont erreicht empfindlich nahe die Grube Tschengels, im Plan noch explizit als Alter erzleerer Horizont ausgewiesen.  Die Grube Tschengels war eines dieser Wünschelrutenwerke welches stur, ohne Spur einer Goldkrümels, 100 Meter durch den Berg pfefferte.

Zwar zeigt die Hauptstrecke des neuen Horizonts, mit etwas Fantasie,  ziemlich genau unter den Schacht doch ob dieser wirklich 20 Meter tief war, stell ich in Zweifel.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, der Plan ist schwer rudimentär gezeichnet doch die 20 Meter tiefer könnten bereits keine Erzlager aufweisen.

Tatsache jedoch bleibt, viele glaubten und viele glauben noch heute an das Gold des Galandas. Die Gemeinde Felsberg erlies ein striktes Strahler und Goldschürfverbot auf Gemeindeboden. Das sich bei weiten nicht alle dran halten, beweisen die zahlreichen illegalen Pochplätze  wie auch die zerdepperten Quarzstufen in den Stollen. Die Goldausbeute solle kaum die 1 Gram pro Tonne erreicht haben.

Als wär nicht genügend Stress diesem historischen Bauwerk beschert tauch eine weitere, kaum beizukommende Plage auf.

Geocacher in der Goldene Sonne

Die Fraktion der Geocacher macht sich leider auch in diesem Stollensystem breit.

Einstmals pflegte die hiesig genannte Community, GPS-Gestützt, Spiel und Spass in freier Natur doch dies scheint leider derer Bespassungsgesellschaft nicht mehr zu genügen. Inflationär vermehren sich die ungeliebten Geocacher-Gamellen in historischen Bergwerken. Da dies Geocaching zum allgemeinem Familien und Volkssport verkommt, nehmen unliebsame Emissionen wie zugemüllte Stollen leider zu.

Mein Appell hier an die Geocaching-Community, bitte verschont die Bergwerke mit Euren Gamellen. Ihr macht wichtige Zeugen damaliger Industriegeschichte zu Nichte. Als gäbe es nicht genügend schöne, natürliche, nicht so sensible Verstecke im Calanda, auf Mürtschenalp, am Walensee oder im Taminsertobel.

Und, es Dankeschön an Claudia fürs Mitkommen.

Und, Usus hier, die Links zu Vorgeschichten Goldene Sonne
Goldene Sonne, wahrscheinlich die Abschlussgeschichte
Goldene Sonne Part II
Goldene Sonne

Einhornrap

am 22. November 2016 unter Musikalisches, Politischer Grunk, Transgender abgelegt

Ich bin zwar ganz und gar nicht im Hiphop Zuhause doch manch Text mag mich, mit meiner ganz eigenen Biografie, zutiefst bewegen.

FaulenzA , eine politisch links engagierte Queerdenkerin, spielt HipHop mit Texten aus dem Alltag einer Trans* Frau.
Kräftige Texte mit viel Trans*Power und ebenso Bildstarke selbstbewusste Videos .

FaulenzA aus Einhornrap
Eher So Geht So

Und noch ein weils so schön ist,

FaulenzA: Schönheitsideale

Liebe FaulenzA, danke für dies nötig, kräftige Statement, meine Woche ist gerettet.

Links zu FaulenzA
https://www.facebook.com/Faulenza
https://www.springstoff.de/artists/faulenza
http://faulenza.blogsport.de

Wo Goldsucher und Bergbauforscher sich gefährlich nahekommen

am 12. November 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne die kleine Gemeinde Rueun wüsste viele spannende Bergbaugeschichten zu erzählen wäre nicht die ausrufende Machtbesessenheit des damaligen Compagnons von Bergbauunternehmer Gustav Weinmann gewesen.  Nach dem tragischem Tod des Unternehmers im Jahre 1918 liquidierte sein langjähriger Rechtsvertreter und Geschäftspartner die Weinmann Unternehmungen. Um den Erben mögliche Prozesse zu erschweren sollen auch so sämtliche Unterlagen der Vernichtung zum Opfer gefallen sein. Es bleiben viele Geheimnisse und eine Handvoll, äusserst professioneller Goldsucher die in der Schmuer nach den wertvollen Nuggets schürfen.

Kirche Rueun

So hat, eben dies Rueun mehr zu bieten als nur die Kirche die dank des Romanischen Turmes und der Wandmalereien von 1600 , weit über die Landesgrenze hinweg bekannt wurde.

Val Schmuer

Also zurück ins steile Gelände wo einst Benzinbetriebene Kompressoren ratterten und heute noch tief im Bachbett erfahrene Goldwäscher den Bachgrund umgraben. In diesen Unwegsamen Hängen versuchten sich einst die Mannen vom Gustav auf Suche verschollener Bleiglanzschätze.

Stollen Val Schmuer

Bis zu vier Stollen und zahlreiche Schürfungen wurden in denen Jahren um 1916 ins Felsreich getrieben. 2 der Stollen, rund 15 und 10 Meter lang  sind westlich auf Andiasterseite gelegen. Die zwei anderen Stollen sind auf Gegenseite östlich gelegen rund 45 und 85 Meter lang. Keine der Werke erbrachte die erhoffte Rendite. Es sind keine Spuren eines nennenswerten Abbaus sichtbar.

Dabei begann alles so vielversprechend. Im Walde liegt tief versunken auf der Ostseite und gut zu erreichen von Fontaunas aus, ich vermute, eine Verladeeinrichtung die auf grösseren Bergbausegen schliessen lässt.

Verlader Val Schmuer

Das obere Ende der Anlage schliesst an eine breite Installationsfläche mit, auch vermutet, zwei Stolleneinschnitten. Die Stollen finden Nennung um die Jahre 1841 doch auch da wird beschrieb das jene zwei Förderstrecken ständig zusammenbrachen. Die Männer um Gustav Weinmann finden ein Trümmerhaufen hinter einer wuchtigen Installationsfläche. Auch so liessen wahrscheinlich die gemauerten Wände im Wald auf breite Erzrutschen schliessen. Gustavs Weinmanns Mannschaft  beschliesst in stabilerem Gesteinswerk weit unterhalb des alten Bergwerks von 1841 zwei Stollen zu treiben was sich als Geldvernichtungsmaschinerie herausstellt.  Vermutlich sind die erzführenden Schichten viel höher gelegen. Ich glaube gar, deren Bergbauwissen war eher laienhaft die zwei geöffneten Stellen zeigen eine beachtliche Distanz zur alten Haue.

Val Schmuer

Quelle Plangrundlage map.geo.admin.ch

Tatsache jedoch ist,

Es kursieren äusserst widersprüchliche Angaben zu Stollenlängen und Bergmannsglück ums Val Schmuer. Die Literatur, allen voran Plattner, nennt reiches Bergmannsglück und lange Stollen auf westlicher Seite während  im Osten nur von kurzen Stollen und wenig Ausbeute berichtet wird. Die Spuren zeigen eindeutig das Gegenteil. Und auch die dortig ansässigen Goldsucher sollen um Silberminen auf Westseite berichten. Der von und besuchte, im Plan markierte, West-Stollen ist knapp 15 Meter lang und mit ganz feiner Bleiglanzader durchzogen.

Indessen sollen die Goldsucher, tief im Schmuerboden, etwas mehr Erfolg gehabt haben. So ist nicht weiter verwunderlich dass jene dort anzutreffende semiprofessionellen Schürfer keineswegs erfreut über Besucher sind.

Das Geheimiss um die Mine aus Jahren 1841 bis irgendwas, wird bleiben den ein Öffnen der beiden  Mundlöcher dürfte einiges an Erdbewegung verlangen. So bleibt vielleicht einzig noch das durchaus fantasieanregende Industriegebilde im Wald liegen. Eine Quelle der Inspiration die nicht nur Gustav Weinmann zu wuchtigen Bauten animierte.

Der Vorbeitrag zu Val Schmuer
Rueuner Bergbaugeheimnisse

Die Vorbeiträge Cava sul Rhein
Cava sul Rhein das Messpraktikum
Silber und Bleibergwerk Cava Sul Rhein
Cava Sul Rhein Rueun

Erfolgreiches Kartengeschraube

am 30. Oktober 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Seit langem wieder nahm ich mich der Bergwerksstandortekarte an. Zwar immer noch nicht vollständig aber einige Werke mehr sind eingebaut.

Bergwerkskarte

Zu finden diese auf meiner Bergbauseite Bergbau Übersicht oder als Direktlink Karte ansonsten ist wieder viel gebatelt worden auf meiner Luisa.net-Seite

Fondue 2016

am 30. Oktober 2016 unter Kulinarik, Vergangenes abgelegt

Fast schon Tradition hier, das Fonduebildchen.

Fondue 2016
Zwar bereits 1 Woche Geschichte, trotzdem, die ersten sind, wie üblich, die Allergeilsten. Das Rezept für Nachahmer und Nachahmerinnen gibt’s in diesem Theater auf Foduezeiten .

Das dieser Herbst auch Landschaftlich was zu bieten hat, beweist dies kommende Bildchen aus meinem Fopa da Chianols-Fundus.

Fopa da Chianols

Und ich zieh mir Deutsche Kunstgeschichte rein, Paul Kalkbrenner am Tomorrowland 2015, voll Geil.

Schöne Sunntig

Luisa

Fopa da Chianols, noch mehr Geschichten

am 29. Oktober 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Geschnittene Berge oder eine Ansicht des damaligen Bergarbeiteralltags

Zweifelsohne die Interessen der HöFos (Höhlenforscher) und BeBauFos (Bergbauforscher) können ganz mächtig differieren. So geschehen im letzten Mysterium des Vitriol und später Eisenbergwerks Fopa da Chianols. Während die durchwegs professionellen HöFos akribisch den natürlichen Hohlräumen folgen sind die BeBauFos durchaus fantasiereicher unterwegs. Deren Hohlraum-Bestandsaufnahme basiert vorwiegend auf Bergbautechnischer Betrachtung. Da die Anlagen des Alters und Abbauwürdigkeit längst nicht weiter gepflegt wurden spielt die freie Interpretation eine nicht unwesentliche Rolle.

Ich selbst vertraue eher einer Interpretation des „Es war Einmal“ als auf gespeicherte Messresultate welche alle nur erdenklichen, herumliegenden Steine wiedergeben.  Insbesondere schwerst versunkene Bergbauhauen sind nur mit einiger Fantasie verständlich wiedergebbar.

Fopa da Chianols

Ich bin in „Fopa da Chianols“, nicht „Foppa da Chianols“ wie ich im Erstbeitrag behauptete.  Die Hauptgrube hier im Bild ist die Untere deren Zwei.

Ins Jahr 1810 will ich mich wagen um dies letzte Geheimnis des unbekannten Schachtes verständlich zu klären.

Fopa da Chianols

Würde ich mich auf Speologische, Hightech Abwicklungen des Topodroiden, oben im Bild, verlassen, täte dies unförmige Schläuchlein, Bergmännisch wie auch Bergfrauisch, man bedenke die heilige Barbara war eindeutig eine Frau, kaum Sinn ergeben.

Die Selbstbefahrung wiederum lässt mich und meine Erfahrung wieder ins Jahr 1800 schlüpfen. Damals entdecken findige Bergleute Pyrit in freudiger Menge an Felsen anstehend. Ob und wo Stollen zu finden waren zu jener Zeit müsste spekulativ angegangen werden. Die nahe Ortschaft Latsch kennt zu jener Zeit ein bunter Sprachenmix zwischen Italienisch, Deutsch und Rumantsch. Bauern und Bergleut teilen sich das bescheidene Dörflein ob Bergün.

Fopa da Chianols

Ich währenddessen steig mit Freunden Matti und Sepp ins Tief. Im Bild das unförmige Gesenk mit Sepp darinne.

Die räumlichen Verhältnisse sind fern bequemer Befahrungsideen und herumliegendes  Gefelse ist von kantiger Natur. Es ist viel herunter gebrochen und, im Wege stehende Holzkonstruktionen sind vom Gewichte schlicht zerdrückt worden. Es gibt Felsbrocken die eindeutig zum linken Gesenkwand passen es gibt indes wiederum welche die gar nicht so genau irgendwohin passen sich jedoch in Fallbewegung einst unverrückbar verkeilten. Zwischen deren Situation muss der Befahrer, die Befahrerin, sich gekonnt hin und her schlängeln.

Fopa da Chianols

Es ist gelb, es riecht nach Schwefel und es könnte aus der Vitriolbergbauepoche stammen. Gelbe Steine gefolgt von moderndem Holzstempel noch in dieser Optik nicht wirklich zuordnungsbar.

Fopa da Chianols

Der anschliessende, nur schwer zu erreichende Hohlraum indes klärt auf.  Obschon der mühselige Zickzack Krichweg unsere Sinne benebelt zeigt sich unter labiler Holzbühne,  wir befinden uns in einem Abbaugesenk.

Fopa da Chianols

Die noch erhaltene Bühne stand einst auf einer tiefer gebauten Bühne die heute komplett zusammengefallen unter, unsererseits unbeliebter, spitzen Felsklumpen, liegt. Die gelbe Versinterung lässt mögliches Vitriol, Schwefel, erahnen. Die Bühnen, so glaube ich, waren durchgehend über den gesamten Gesenkgrundriss eingebaut. Die noch heute erhaltene Bühne ist die letzte ihrer Art sie diente als Deckel einer nicht mehr abbauwürdigen Zone. Tatsächlich scheint interessantes Mineral untendurch allmählich auszukeilen  wenn doch eine eindeutige Identifikation fasst unmöglich erscheint. Interessant ist weiter, die Holzkonstruktionen scheinen mir eher unterdimensioniert zu erscheinen. An Holz mangelte es im umliegenden  Wald keineswegs. Die Hölzer sind kaum fürs Auffüllen des gesamten Gesenks ausgelegt worden, der klassische Firstbau kann somit ausgeschlossen werden. Ein Strossenbau wie er im Lehrbuche bekannt ist könnte eher zutreffen.  Wir wissen nicht so genau wo die Gesenke in Nord/Südausrichtung enden auch wissen wir nicht genau über die Tiefststelle bescheid. Die Wahrscheinlichkeit jedoch dass auf der noch erhaltenen Bühne, respektive Strosse, einst ein Fahrstollen ruhte, halten wir alle für sehr naheliegend. Dieser Stollen könnte bis Tag geführt haben. Im verbrochenen Strossenteil findet sich rege Humusmaterial wie er im Waldboden, auf Tag , vorliegt.  Es sprechen etliche Spurenfunde, verbrochenes Holz, für eine höher gelegene zweite Bühnenkonstruktion diese jedoch ist restlos von den Steinmassen verdrückt worden.

Fopa da Chianols Plan

Plan gross machen, Plan anklicken.

Wir wissen also,

Wahrscheinlich sind einst  zwei Fahrstollen angelegt worden. Der untere, heute restlos verschüttete, könnte älter sein und hauptsächlich der Vitriolförderung gedient haben.

Beide Stollen könnten einer Pyritspur gefolgt sein.

Nur wenig ab Tag ist ein Gesenkt angelegt welches mit Holzbühnen unterteilt wurde.

Die untere Fahrstrecke könnte über die tiefer gelegene Strossenkonstruktion in südliche  Richtung in uns unbekannte Bereiche geführt haben. Sowohl nördlich wie südlich unverrückbar viel Bruchmaterial an den möglichen Stollenansätzen.

Die obere Fahrstecke schneidet das Gesenk an deren oberem Ende und folgt ins bekannte Stollensystem nordöstlich.

Die Bergleute waren vorwiegend in Tagnahen Zonen vom Erzglück gesegnet was der Stabilität keineswegs diente.

Die Bergtieferen, heute bekannten, Hauen  indes waren von eher minderem Segen.

Der Gesenkbau ist, so glaube ich, älteres Artefakt der Vitriolgewinnung. Die oberen Stollen und Aufhauen dienten eher der Eisenerzgewinnung. Oberhalb meiner gezeichneter und dokumentierten Anlage, knappe 50 Höhenmeter höher, liegt erneut ein kleines Stollenwerk.

Fopa da Chianols

Hier zeigen die Spuren eher auf Eisenerze.

Fopa da Chianols

Auch in diesem, knapp 15 Meter langem Stollen, Ansätze eines heute verfüllten Gesenkbaus.  Interessant ist, dies Werk ist knapp unterhalb eines Felsplateaus auf welchem noch Gebäudereste erkennbar sind. Nicht unwesentlich einleuchtend, könnten doch einst, um die Jahre 1810, rund 10 bis 12 Bergleute auf dem Plateau genächtigt und die darunterliegenden Gruben gearbeitet haben. So genau indes werden wirs nie wissen, eine scheue Annäherung indes wird uns mit jeder Weiterbearbeitung gelingen. So betrachtet wird dieser Beitrag sicher deren Fortsetzung finden.

Weiteres zu Bergüner Berbaugeschichten und sonstige Vorgeschichten
24. Juli 2012 Val Tisch, die Fortsetzung (Bergün / GR)
19. Juni 2012 Das Geheimnis von Val Tisch (Bergün / GR)
12. August 2012 Bergbausachverständige am graben (Bergün / GR)
17. Oktober 2012 Minas da Fier Val Tisch (Bergün / GR)
14. Oktober 2012 Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch (Bergün / GR)
24. Dezember 2012 Eisenbergwerk Val Tisch, Neues (Bergün / GR)
17. Februar 2013 Internationale Val Tischer Bergwerke (Bergün / GR)
2. Juli 2016 Als Eisen perse im Werte dem Edlen in Nichten zurückstand (Latsch / GR)
18. September 2016 Wer war Anton ? (Bergün / GR)

Pete Burns

am 29. Oktober 2016 unter Musikalisches abgelegt

Und wieder stirbt ein bedeutender Künstler welcher damalig, mittig 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, nachhaltig, prägend eine androgyne Lebens – und Ausdrucksform mitgestaltete. Ähnlich David Bowie war auch Petes Auftritt im Zwischenbereich jener als verbindlich betrachteter Zweigeschlechtlichkeit angesiedelt. Indes, im Unterschied zu David Bowie schafte Pete den Sprung in die nennenswerte Beachtung nie. Im Gegenteil das spätere Zusammenwirken mit voyeuristischen TV-Anstalten brachte hauptsächlich deren Umkehrerfolg und eine definitive Abkehr einer künstlerischen Ernsthaftigkeit.

Pete Burns blieb bis zum Schluss eine äusserst schillernde Person indes, zweifelsohne, eine Person die massgeblich Einfluss auf meine Entwicklung nahm und mithalf am Bruch gehegt und gepflegter Genderkonventionen.

Dead Or Alive – You Spin Me Round (Like a Record)

Und, meine erste Maxisingel die ich erwarb,

Darum, Pete Burns am 23. Oktober 2016 im Alter von 57 Jahren an Herzinfarkt verstorben,
ruhe in Frieden.

Wellness im Wallis

am 16. Oktober 2016 unter Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Wieder eine Bergwerksgeschichte doch diesmal ich, ohne tausendsachundpack, mich in die Geheimnisse Walliser Unterwelten einweihen lassend. Im lockerer 5er Gruppe gewährte uns Roger Bergwerkforschung Einblicke in die Walliser Bergbaukunst.  Für mich 3 Tage ohne Messzeugs, Bohrmaschine und sonstige Schleppereien, ein überaus erholsames verlängertes Wochenende. Auch so, allen Lobes würdig, die Nächtigung im Bed&Breakfast Berginsel und de jeweilig anschliessenden Bergbau-Brunch. Und, wers noch nicht weiss, das Raclette hoch zu Berginsel ist, nicht nur meine Meinung, Legendensprengend.

Anny, ich habe vorwiegend Fotos produziert und kaum was geforscht was auch kaum von Nöten war, denn, Roger kennt so ziemlich alle Geheimnisse dortiger Berghauer.

Und so sollen vorwiegend Fotos meine hiesige Kurzgeschichte sein.

Freitag 7. 10. 2016 Aproz Bergwerk Pyrit vormals Anthrazit

Hoch im Felsen, nix für Höhenängstliche, mich dazu zählend, liegen einige Stollen verborgen. Ein Hochklettern forderte meine gesamte Überwindung wenn doch die Belohnung keine geringe war.

Bergwerk Aproz

Die Aussicht war Brillant und die Anlage nicht minder spannend.

Bergwerk Aproz

Die Stollen fuhren ursprünglich,  Mitte des 19. Jahrhunderts  verschiedene Anthrazitlinsen an.  Fehlmann spricht von grossem Bergmannsglücke in Form von 3000 Tonnen gefördertem Anthrazit. Eine zweite Bergbauepoche zu Zeiten des 1. Weltkrieg konzentriert sich vorwiegend auf den Pyritabbau,  zur Schwefel respektive Schwefelsäurenproduktion. Im Bild, der obere Stollen aus der Anthrazitepoche stammend während die untere Fahrstrecke des Pyrits Willen den Berg quert.

Bergwerk Aproz

Das Gelbe Zeugs an der Decke, man verzeihe mir mein Mineralogie-Analphabetismus, ist dies begehrte Pyrit. In allen Stollen überwog der herbe schweflige Duft welcher Erinnerungen an meine ausgedehnten Spaziergänge auf Gadors Schwefelwerken weckte.

Bergwerk Aproz

Die Pyritnester erstrecken sich senkrecht über rund 110 Meter. Immer wieder müssen Leitern oder Gesenke beklettert werden um in die nächsthöhere Sohle zu gelangen. Insgesamt sind 9 Sohlen definiert wovon die tiefste einzig als Abfüllanlage und Elektrohauptverteilung amtete.

Bergwerk Aproz

Mit der Ära Dionisotti  um 1940, zogen die schweren Maschinen in den Berg. Dionisotti liess 3 Silostufen und 2 Steinbrecher, Gesamtbauhöhe  70 m, in dem Berg einbauen. Um die Erze von tiefen Sohlen in die Brecher-Siloreihe einzuspeisen liess der alte Patriarch zusätzlich ein Förderschacht schlagen welcher jedoch nie seiner Bestimmung walten durfte. Die Produktion des, eher minderwertigen, Schwefels erreichte nicht die gewünschte Rendite und so zog der Bergmännisch ungebildete Unternehmer Dionisotti, mit all seinen Maschinen, ins nahe Goppenstein. Heute noch stehen die, ehemals in Aproz verbauten Steinbrecher, Rütteltische und Flotationströge oberhalb des Lötschberg Autoverlads auf Goppensteine Seite.

Ende des Zweiten Weltkrieg war Ende des Bergbaus auf Aproz. Der Schwefel, in Uetikon am See zu Schwefelsäure raffiniert, erreichte nie lukrative Qualität.

Bergwerk Aproz

So bleibt einzig, in verborgenen Stollenwinkeln, noch die natürlich gebildete Schwefelsäure welche vielleicht gar

Fuchs im Bergwerk Aproz

dem Fuchstier gar nicht gut bekam. Naja, ob dieser Fuchs, das arme Tier, des Säurewasser betrübt war oder sonst welche mortale Sorgen hegte, werden wir wohl nimmer erfahren.

Samstag 8. 10. 2016 Chalteberg Kobalt-Nickel Bergwerk

Chalteberg

Dies Bergwerk findet sich in prächtiger Berglandschaft mit Blick ins tiefe Turtmanntal.

Chalteberg

Über wilde Bäche führt der Weg zur Werkanlage aus den Jahren um 1890.

Kobalt Nickel Bergwerk Chalteberg

Noch heute sind die alten Gebäude erstaunlich gut erhalten. Im Bild zuhinterst der Unterstand fürs Benzingetriebene Kompresserchen, anschliessend die kleine aber geräumige Mannschaftsküche und nebenan, Fenster links im Bild, die Kantine. Im oberen Stockwerk auf der Küche, die Wärme nutzend,  thronten die Bergwerksverwalter der 2 Bergbauepochen.

Kobalt Nickel Bergwerk Chalteberg

Ein Blick in die Küche verrät, hier war ein geübter Koch auf engstem Raume am Werk.  Die Küchengestelle sind noch fix an Ort und Stelle und auch der Sockel vom Tiba steht an seinem Platz.

Kobalt Nickel Bergwerk Chalteberg

Im Stollenlabyrinth, in den beiden Querschlägen, sind noch heute Holzschienen eingepasst. Insbesondere im Querschlag 1 auf Höhe Sohle 1 ist das Britische Schienensystem, Baujahr ca 1890, fast vollständig erhalten. Einzig die Flachbandstahllauffläche, welche die Holzschiene schütze, wurde abgebaut.  Merkwürdigerweise sind jedoch noch die Senkkopfschrauben im Holz erkennbar als hätte jemand eilig die Stähle, mit Brachialgewalt, zusammenklauen wollen.  Der fehlenden Profile wiederum liegen auf einem Haufen irgendwo im Querschlag also wurde doch nix mit Zusammenklauen.

Kobalt Nickel Bergwerk Chalteberg

Nahe Mundloch, Sohle 1, bricht der Stollen allmählich zusammen. Das wenige Wasser in solch trockener Umgebung erstarrt zu Eis und schweisst somit die verbrochene Zimmerung zusammen.

Kobalt Nickel Bergwerk Chalteberg

In naher Umgebung sind noch einige Sondierstollen getrieben die heute spektakuläre Holzeinbauten wie Spundwände zeigen.

Kobalt Nickel Bergwerk Chalteberg

Plan Gross machen, Plan anklicken

Der Kobalt-Nickelgang fällt 45 Grad Südwest. Mittels 2 Diagonalaufbrüchen machten sich die Arbeiter am Erz zu schaffen.

Die Erzlager sollen im Jahre 1854 entdeckt worden sein,

Im Jahre 1891 erwarb Dr. Schacht  die Abbaukonzession welcher, mit Unterbrüchen, bis 1906 noch Bergbau betrieb.

Kobalt-Nickelaufbereitungsanlage Chalteberg

Auch aus Dr. Schachts Betriebsperiode stammt die im Turtmanntalboden, Vorder Sänntum, befindliche, Wassergetriebene Aufbereitungsanlage. Die Erze wurden zu jener Zeit mittels Seilbahn vom Bergwerk in die Aufbereitung gefugt. Noch heute sind Randlager und Pochbecher erhalten auch so finden sich vereinzelt Seilbahnmastenfundamente. Indessen ist End und Anfangspunkt der Luftseilbahn nimmer eruierbar.

Kobalterz

Im Pochbecher, ebenso vor langer Zeit vergessen, ein schmucker Kobaltbrocken.

Im Jahre 1943 wird nochmals ein Versuch gestartet die alten Kobaltminen zu beleben. Einige Wagemutige öffnen die alten Stollen und verlängern diese um wenige Meter. Der Abraum wird dekorativ vor die alten Versatzmauern und auf den Holzschienen in Sohle 2 verstaut. Der grosse Nickelkobaltsegen indes wird den Männern, die unter ärmlichsten Bedingungen auf 2500 müm hausten, gänzlich verwehrt bleiben.

Sonntag 9. 10. 2016 Chandoline Bergwerk Anthrazit

Am Sonntag, als kleine Entspannung, mal wieder Kohlebergbau diesmal im ausgedehnten Anthrazitbergwerk Chandoline nahe dem Rohneufer.

Bergwerk Chandoline

Über Abbaugesenke lassen sich, unter fachkundiger Führung von Roger, die oberen Sohlen befahren.

Bergwerk Chandoline

Da meine Orientierung allmählich schwindelte war ich froh um Rogers Objektkenntnisse den dass Stollenwirrwar schien nimmer zu enden.

Bergwerk Chandoline

Und immer wieder mit 60er-Spur Schienen ausgestattete Strecken.

Bergwerk Chandoline

Ähnlich den  Simmentaler Bergwerken liegt auch in dieser Anlage reichlich vergessenes Bergbaumobiliar aus Zeiten des 2 Weltkriegs.

Bergwerk Chandoline

Und ebenso sind noch spektakuläre Holzeinbauten zu finden.

Bergwerk Chandoline

Wer sich jedoch auf der Hauptstecke weiter in der Berg wagt passiert zwangsläufig einige sehr brenzlige Stellen. Nicht nur das mürbe Stollendach wird zunehmend zur latenten Gefahr.

Sauerstoffwerte im Bergwerk Chandoline

Auch das Sauerstoff CO2 Verhältnis erreicht ein gefährlicher Schwellwert.

Nochmals als Lebenswichtiger Tipp

Atemluft liegt bei 20,9 Volumenprozent  Sauerstoff und weit unter 0,4 Volumenprozent CO2

Tödlich wird’s bei 15 Volumenprozent  Sauerstoff, respektive 3 Volumenprozent CO2.

Bergwerk Chandoline

Plan gross machen, Plan Anklicken (Quelle Roger Widmer Bergwerkforschung)

Im Plan, hier die westliche Hälfte der Grube,  in Türkis gehalten, die Grundstrecke. In Rot, Orange und Gelb die oberen Strecken. Untendurch wärs Blau und Violett und wie bekannt unter Bergbauprofis, Grau steht für Schrägschacht, die kolorierten Flächen wiederum sollen Abbaufelder symbolisieren.

Wie gesagt, die Grundstrecke wird einige 100 Meter ab Tag zunehmend desolat. In der Ostabzweigung  nimmt  zudem rapide die Bewetterung ab somit schrumpft der Anteil an gesunder Atemluft. Als wären dies nicht genug Gefahren  tauchen immer wieder gefährliche Schächte in der Hauptstrecke auf. Kurzum, wie bekannt bei Kohlebergwerken, eine äusserst lebensunfreundliche Umgebung.

Und abschliessend, nach solch ausgedehnter Geschichte,

Nen Dankeschön an Roger, allen Beteiligten, dem Berg und klar dem Berginselteam.

Meine Wallisbeiträge
Goppenstein die Zweite
Wo Mühlen langsamstetig Blei mahlten und Faxe verfaxt waren

Und die Links
Bergwerkforschung
www.berginsel.com

Und doch kein Eisen

am 02. Oktober 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Oder, der Geologe der nie log

Eine Siglisfadgrätli- Fortsetzung der hier niedergelegten Vorgeschichte Längst verwelkte Eisen. Siglisfadgrätli, vorweg eine kleine Passhöhe zwischen dem Gornertal und der Intschialp ob Intschi im Kanton Uri

Bleibergwerk Siglisfadgrätli

Wie schon beim ersten Ausflug vermöchte auch diesmal die Landschaft, in voller Pracht, zu überzeugen.  Diesmal bei ins Herbstgelb getauchte Wiesen, war der Blick aufs Siglisfadgrätli eindeutig nicht minder beeindruckend.

Die 7 Kilometer Distanz a 1 Kilometer Höhenunterschied taten wir uns zu Dritt, Roger unser Geologieexperte, Tanja und ich, an. Nach erstmaliger Befahrung der Stollenanlage und der Erkundung des Industrieareals war damals die Neugierde geweckt und die Fragen noch Zahlreicher. Mein Mineralogie-Unverständnis  konnte auch so die Frage des getätigten Abbaus nicht richtig klären. Meine bis anhin gehegte Orientierung beruhte aufs Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz, genannte Strecke UR 1064. Das Astra nennt auf der Passhöhe Siglisfadgrätli im Foto linksseitig ein Eisenbergwerk. Auf der Passhöhe indes keine Spur einer Industrielandschaft.

Bleibergwerk Siglisfadgrätli

Stattdessen liegt auf einem Hochplateau, 2250 müm, nordöstlich der Passhöhe, eine grosse Bergbauanlage  die ich anfänglich, mich aufs Bundesinventar der historischen Verkehrswege verlassend, als Eisenbergwerk taxierte und da ich weder vor dem, einzigen noch erhaltenem, Stollen noch im Stollen selber, irgendwelche Mineralien zu erkennen glaubte war, trotz historischer Wiedersprüche, mein irrtümlicher Stempel aufgedrückt. So konnte mich weder Lavater, welcher die Anlagen um 1748 besucht haben solle, noch sonstige Bergbauexponenten eines Korrekteren überzeugen.

Bleibergwerk Siglisfadgrätli

Erst der gezielte Schlag auf, vor dem Mundloch liegende, Steine und die scharfen Augen von Roger brauchten Eindeutiges zu Tage. Das Bergwerk förderte Bleiglanz auch genannt Galenit, alle weiteren Behauptungen sind schlicht falsch.

Bleibergwerk Siglisfadgrätli

Noch peinlicher, zu Ungunsten meines  Geologieverständnisses, wo ich die Schmiede richtig vermutete, liegt zentnerweise gepochtes Bleiglanzkies. Auch dieser Reichtum war mir bei erster Erkundung schlicht weitläufig entgangen. Nun ergibt sich ein ganz neues interessantes Bild der damaligen Verhältnisse. In der Schmiede könnte ein Handbetriebenes Pochgerät gestanden haben. Es liegt verhältnismässig viel gleichmässig  gehauenes Bleiglanzkies herum. Nahe dem Mundloch,  an Stelle wo die Vegetation gänzlich aussetzt, auf 688’164.2, 179’212.6, wurde einst das Erz ausgesondert. Auch an dieser Stelle findet unser Mineraloge reichlich Bleiglanz. Die Worte vom Apotheker Lavater aus Jahren 1748 gewinnen, trotz einer oftmals etwas übertriebenen Dramaturgie, stetig an Glaubhaftigkeit.

Und genau dieser Lavater beschreibt den, heute noch einzigen offenen, Stollen als Tunnel welcher den gesamten Erzstock durchqueren solle.

Bleibergwerk Siglisfadgrätli

Leider jedoch ist bald, nach rund 15 Meter, ein unüberwindbarer Versturz im Stollen. Da wir jedoch an Lavater glaubend, Schaufel und Schlagwerkzeug mithatten, machten wir uns, an einer vielversprechenden Stelle, am Schuttkegel zu schaffen.

Bleibergwerk Siglisfadgrätli

Schnell waren doch beachtliche Mengen Material im Gefälle verschoben obschon unser Vortrieb leider rund 4 Meter über Schienenhöhe erfolgte. Das Bauwerk scheint nach Westen abzudrehen  was die Hoffnung eines möglichen Durchstichst nährt. Der Schuttkegel drückt eindeutig aus östlicher Himmelsrichtung.

Siglisfadgrätli

Zeitgleich macht sich Roger ans Gegenende des Bleiglanzgangs. Diese Stelle, westlich des Bergwerks gelegen, wird zu Zeiten des zweiten Weltkriegs durchs Büro für Bergbau genauer untersucht . Bereits damals finden die Männer keine Spur eines Stollens, respektive eines Tunnels, trotzdem wäre genau diese Stelle naheliegend fürs Gegenende des von Lavater beschriebenen Tunnels.  Indessen ist die Stelle längst bekannt als Galenitabbau und auch die 1943 geführte Untersuchung zeigt reiche Anteile an Bleiglanz also eine eindeutig vielversprechende Stelle.

Doch wir drei waren nicht mit grossen Sensationen beschenkt. Weder fand Roger die Stelle noch schafften wir den Durchbruch. Uns, Tanja und mir, wurde die Tatsache der 4 Meter über Schienenhöhe zum grössten Hindernis. An der aufgewältigten Stelle sank das Stollendach, nach einem Meter Vortrieb, abrupt und steil ab. Ein erhofftes durchrieseln des Gerölls in die Tunnelfortsetzung  blieb aus und obschon ein leichter Luftzug erahnbar war,  gaben wir die Arbeit auf. Um einen Durchbruch zu ermöglichen ohne die Arbeitsfläche zu verstellen, müssten minimal 6 Kubikmeter zu Tage gefördert werden. Hierbei indes steht das nächste Hindernis, eines sehr engen Mundlochs, an.

Trotzdem ergeben sich einige interessante Fakten zu diesem Siglisfad-Mysterium

Bleibergwerk Siglisfadgrätli

Satellitenbildquelle https://map.geo.admin.ch

Die, vom Büro für Bergbau untersuchte, Vererzung westlich des Bergwerks ist bekannt und im Satellitenbild blau markiert. Der Stollen dreht, soweit erkennbar, ziemlich bald nach Westen und scheint fast an die Vererzung zu zeigen. Der Stollenverlauf, respektive der Tunnelverlauf, als rote Linie markiert, misst eine Nominallänge von 378 Meter. Dies mag zwar für damalige Verhältnisse, Bergwerksaufgabe um 1810, viel sein doch, Vergleichbar Gnadensonne in Trachsellauenen, durchaus realistisch.  Lavater beschreibt ein Stollen welcher den ganzen Berg durchquert was dieser Linie etwa entsprechen täte.

Bleibergwerk Siglisfadgrätli

Satellitenbildquelle https://map.geo.admin.ch

Die aktuelle Situationsansicht, gross machen, Bild anklicken,  zeigt die neusten Erkenntnisse. Der Stollen anfänglich einer Verwerfung folgend, wissen wir heute, dreht bald in westliche Richtung. Auf dem Bergbaurevier sind weitere Abbauspuren nordwestlich des Hauptwerks erkennbar. Der Erzgang verläuft wahrscheinlich fast senkrecht vom Südost nach Nordwest wobei dieser gegen Ende die Richtung Ost zu West einschlägt. Das Werksgelände befindet sich auf einem Plateau welches durch Absenkung entstanden ist folglich ist der gewachsene Fels in welchem der Stollen sitzt, äusserst brüchig. Die ursprüngliche Förderstrecke  könnte an vielen weiteren Stellen verbrochen sein. Tatsache ist, kurz nach Mundloch steigt das Stollendach bei zunehmender Breite auf 6 bis 7 Meter an, nur ein kleiner Schlitz dürfte vom Abbau herrühren alles weitere ist gekracht und versperrt heute den Durchgang.

Siglisfadgrätli

Am Siglisfadgrätli indes gibt’s keinerlei Indizien die auf Bergbau schliessen liessen. Auch der Historische Wegverlauf gemäss Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz, genannte Strecke UR 1064, ist nicht über jeden Zweifel erhaben.

Alleweil trotz nicht allzu spektakulären Entdeckungen ein äusserst Aufschlussreicher Tag welcher viele Fragen zu klären wusste und, nicht minder wichtig, eine irreschöne, äusserst sportliche Wanderung ins Intschital Uri.

Die Vorgeschichte, damals noch, meiner Meinung nach, ein Eisenbergwerk
Längst verwelkte Eisen

Wer war Anton ?

am 18. September 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine Val Tisch Geschichte anknüpfend an allerlei Befahrungen und somit resultierend allerlei Erkenntnisse zu geschehener Bergüner Bergbauepoche.

Minas da Fier Namensschild

Anton, dies ergab eine von mir durchgeführte kleine Facebook-Freundesbefragung, ist der Name welcher auf Namenstafel im Stollen 4 niedergeschrieben wurde. Die Jahreszahl unter dem Namen, wollen meine FB-Freunde bei 1861 oder 1871 erkennen. Beide Jahresdaten welche die Arbeitstätigkeit dieses Antons fixieren sollten, stehen in direktem Wiederspruch sowohl mit gängigen Bergüner  Chroniken (Cloetta) wie auch mit den Dendrochronologischen Untersuchungen des Grubenholzes aus Stollen 4. Beide Quellen nennen die Stollen 4 Geschichte bei Ende 1847. Das indes dies Namenstäfelchen, eine angerusste Fläche die anschliessend mit spitzem Werkzeug angeritzt wurde, zu den letzten gehört, liegt auf der Hand.  Weitere Namenstafeln, finden wir im hinteren Teil des Stollen 1, Grubenhauen die vermutlich vor 1840 aufgegeben wurden. Leider sind diese Tafeln heute, dank der Feuchtigkeit welche den Russ wieder gleichmässig übers Geschriebene verteilte, nimmer lesbar.

Aber nun, ehe ich die gespannte Leserschaft, insbesondere die neugierige Bergüner Gemeindeverwaltung, länger mit Mutmassungen zu Bergüner Bergarbeiter nerve, will ich wieder auf dies, äusserst Emotionsgeladene, Bergwerk zurückkommen. Ein Bergwerk, keineswegs zu den grössten gehörend, welches immer wieder das Interesse einiger Privatpersonen, Forscher, Militärstrategen wie auch ganze Kartografieabteilungen bewegte.   Auch ich bin hier nicht ganz der Unschuld gefeit da mich dies Val Tisch Virus bereits im Juni 2012 packte und seither meine Besuche und Recherchen unzählige sind. Damals wie heute schienen einige durchaus Fleisch und Blutige Berggeister mir richtig viel Steine in den Weg stellen zu wollen was, umso mehr meine Neugierde potenziert.

Die Bergwerke Val Tisch sind keineswegs die einzig exklusiven auf Bergüner Gemeindeboden  wenn doch per Eigentumsverhältnisse korrekterweise die Schweizer Eidgenossenschaft zu nennen wäre. Genannte heute bekannte Anlagen die sich, in letzter Abbauepoche im 19. Jahrhundert, aufs Eisenerz konzentrierten sind:

  • Foppa da Chianols ob Latsch
  • Murtel da Fier ob dem Val Plazbie
  • Minas da Fier ob dem Val Tisch

Indessen, trotz Eigentumsverhältnisse, ist noch immer die Gemeinde Bergün zuständig zur Erteilung etwelcher Konzessionsgesuche. Die Konzessionen zu den oben genannten  Bergwerken sind folglich noch heute bei den Gemeindearchiven zu suchen. Da mir jedoch diese Archive noch verschlossen bleiben wird meine Geschichte sich mit Namen eher zurückhalten.

Nun will ich indes wieder mich aufs Werk Minas da Fier besinnen, beginnend anfangs 17. Jahrhundert auf der Tagesbaustelle in stattlicher Höhe 2500 müm.

Tagbau Minas da Fier

Tagbaustelle Minas da Fier Val Tisch

In zerklüfteter Felsformation finden erfahrene italienische Bergsachverständige das kräftige Geglitzer wertvollstem Hämatits. Im 17. Jahrhundert ist König jener der die Kunst der Waffenschmiede beherrscht und die Eisenproduktion steuert eine neue Ära hochleistungsfähiger Musketenstähler an. In dieser Zeit startet vermutlich die erste Bergbauepoche im Val Tisch. Noch heute sind die Spuren des Tagbaus in Form tiefer Furchen sichtbar. Zu gleicher Zeit werden erste Stollen angefahren, die über schmale Gesenke der Hämatitspur folgen.

Gesenk Minas da Fier

Luisa im Gesenk aus Zeiten um 1700 (Bild Matti http://www.bergwerke.ch)

Noch ist der dortige Bergbau von übelster Brachialität geprägt. Die heute ansatzweise befahrbaren alten Abbaustellen zuoberst sind kaum Meterhoch und grösstenteils verbrochen. Obschon die Hämatitfunde vom feinsten sind und in die Bergüner Schmelzöfen edles Eisen schmieden, ist der Aufwand zur Gewinnung des Eisens enorm. Auch scheint der Transport begehrter Klunker in kaum tragbarem Verhältnis zu stehen. Der älteste oberste Stollen mit dazugehörigem Gesenk, noch ohne Namen, scheint bald Geschichte zu sein.

Die zweite Bergbauepoche startet um 1760 mit heiterem Optimismus. In dieser Zeit entstehen die Schmelzen Bellaluna damals noch auf genanntem Platze „Balla Lüna“ zu Deutsch mit dem „Monde Tanzen“.  Die Werksanlagen stehen zwischen Filisur und Bergün und sollen ihrer Zeit modern ausgestattet sein gleichzeitig jedoch erscheint im Flurnamen „Balla Lüna“, welcher auf einen ehemaligen Hexentanzplatz hindeutet, die schamanistische Komponente einer alt-traditionellen Eisenverhütung.

Auf Minas da Fier wird, so glaube ich, in dieser Zeit ein weiterer, tiefer gelegene Stollen angefahren.  Diesmal jedoch deutlich grösseren Formats und mit Grubenhunten ausgestattet. Eine neue Bergarbeitersiedlung wächst Lawinengeschützt auf Igls Saglients. Doch auch diese Bergbauepoche sollte scheitern. Noch immer ist der Aufwand, gemessen am Ertrag in keiner sinnvollen Proportion.

Die 3. und massgeblichste Abbauepoche beginnt mit der Ära Albertini. Aus dieser Zeitepoche, um 1840,  sind heute noch die meisten Spuren auffindbar. Fest steht, Albertini lässt wieder richtig viel Aufwand walten.

Minas da Fier

Im Val Tisch wird Wasser gestaut, allerlei Gebäude werden errichtet und auch der Erzweg wird massiv ausgebaut. Unter den Gruben früherer Zeitepochen wird ein Hauptstollen angefahren. Dieser Stollen sollen viele weitere Besucher und Besucherinnen, in Anlehnung an deren Wichtigkeit, als Stollen 1 respektive Stollen I benennen.

Die Sicht von ehemaliger Bergbausiedlung aus heute wie folgt:

Minas da Fier Panorama

Die Stollen:

1. Stollen dürfte das erste Untertagewerk gewesen sein, Baujahr ums 17. Jahrhundert. Dieser Stollen ist heute restlos verschüttet und nur anhand der inneren Grubenarchitektur erfahrbar.

Stollen 2 ist als Folgewerk angefahren worden und dürfte sowohl 2. wie auch 3. Bergbauepoche überdauert haben. Albertini liess diesen aus Statikgründen verschliessen. Heute ist aussen der Haldenansatz wie auch eine vegetationslose Zone erkennbar. Im Innern ist der Stollenstummel bis zum Verschluss, Versturz, eindeutig erkennbar.

Stollen 1 ist eindeutig Masterbauwerk der letzten Bergbauperiode unter Albertini. Dieser Stollen erschloss alle Abbauten über alle Zeitepochen hinweg. Heute ist dieser mit entsprechendem Aufwand und nötigem Ortswissen fahrbar. Das eigentliche Mundloch indes ist verschüttet.

Stollen 3 fügt sich in die Reihe noch lebender Legenden. Einige Besucher um 1920 wissen um diesen Stollen und wollen ihn positioniert haben. Albertini beschreibt diesen in der Blumigen Sprache eines Politikers. Ich kenn weder Bilder noch Pläne zu diesem Werk einzig den Standort wollen Togan, Eugster und wie sie alle heissen mögen um 1920 an Stelle unter dem Felsen erkennen.

Stollen 4 ist längstes Bauwerk und stammt aus letztem Aufbäumen in Albertinis Zeit. Dieser Stollen fährt keine nennenswerte Hämatitschätze an. Bei laufender  Tiefe ist keinerlei Erz mehr zuhaus. Indes war dies Bauwerk hauptsächlich als Förderroute angedacht und sollte bei Fertigstellung den Schachtlift im Stollen 1 ersetzten.

Stollen 5 war ein Sondierwerk ohne nennenswerte Erzfunde und noch heute eindeutig offen.

Zurück zu Stollen 1, eindeutig Albertinis Werk. Dieser Stollen verfügt bereits über Dimensionen des modernen Bergbaus mit Profilhöhen von minimal 1.80m. Stollen 2 war auch so noch in Bearbeitung der Albertini-Männer. Noch waren auf Strecke 2 edle Hämatitklumpen abzubauen. Der damalige Stollen 2 weitete sich allmählich zu instabilem Masse von rund 6 m x 6 m.

Minas da Fier

Albertini lässt eine stattliche Versatztrockenmauer vors sukzessiv einstürzende Mundloch aufziehen. Die Nominalhöhe der Mauer beträgt heute im vorgefundenem, intaktem Zustand 3.6m. Dies Mauerwerk kann heute am einten Zipfel bestiegen werden worauf das verstürzte, verfüllte Mundloch von innen her erkennbar wird.

Parallel zu diesem Werk wächst auf Hauptsohle 1 ein Schacht, einer reichen Hämatitader folgend, in die Tiefe. Dieser Abbauschacht erreicht die Tiefe von 23 Meter  ehe nochmals ein Schachtbau angefahren wurde doch zu dieser Haue später auf meiner Geschichte.

Minas da Fier Hauptschacht

Im Bild der Hauptabbauschacht welcher heute nur mit gekonnter Einseiltechnik zu befahren ist. Früher indes war in der unteren Öffnung eine Leiter, sogenannte Fahrte, eingebaut. In der, auf dem Bild oben sichtbaren Aussparung, war zu Albertinis Zeit ein Schräglift eingepasst mit welchem Abbraum wie auch wertvolles Erz nach oben befördert wurde.

Minas da Fier Hauptschacht

Noch heute stehen zahlreiche Holzeinbauten wie Arbeitsbühnen und Fahrten im Schacht.  Der Lift indes ist restlos zusammengestürzt. Auch so sind in der oberen Schachthälfte alle Fahrten in die Tiefe gestürzt und zerschellt. Noch klebt reichlich Hämatit an den Schachtwänden. Eine Expertise aus dem Jahre 1941 bescheinigt ein Erzvorrat von 3 Jahren bei für damalig modernen Abbaumetoden.

Minas da Fier Hauptschacht

In tiefster Abbaustelle weitet sich der Schacht in ein verworrenes Gebilde zusammenhängender Hallen. Ein kleiner Rundstollen erschliesst die Liftanlage von zwei  Seiten. Leider ist dieser Stollen ab Position Lift komplett verstopft. In der Haupthalle, auf dem Bild recht, steht ein irgendwie gar nicht zum Bild einer handwerklich sehr ausgefeilten Bergbauepoche passendes Gebilde. Das Teil ist ein Steigbaum wie er, ums Mittelalter herum, gerne im Bergbau Anwendung als Fahrte fand. Das Steiggerät steht Kopfwärts, also ausser Funktion, an die Wand gelehnt.

Dieser Steigbaum wird, ebenso Mysteriös, von einem ehemaligem Pfadimitglied beschrieben.  Besagter Pfandfinder, damals im zarten Bubenalter, solle den Hauptschacht, noch über die intakten Fahrten, um 1930 besucht haben. Tatsächlich finde ich bei meinem Recherchen, Google sei Dank, Pfaditouren in dortiger Gegend.

Fest steht, sowohl der Forscher Eugster um 1920 wie auch der Zeichner Max Müller um 1942 vom Geologie-Ing-Büro Fisch waren über die Intakten Fahrten in die unteren Werke gestiegen. Auf den Plänen Max Müller ist noch der Schräglift ersichtlich welcher offensichtlich im November 1942 noch gestanden ist.

Auf der Strecke 1 liegt indes noch ein weiterer Schacht welcher durch Versturzmasse dem Geologen Eugster verborgen blieb jedoch von Max Müller beschrieben wurde. An diesem Schacht scheint unser Zeichner aus Jahren 1942 keine Fahrte gefunden zu haben. Auch wir könnten keinerlei Leiter ausmachen womit die Erforschung auch diesmal Einseiltechnik voraussetzte.

Minas da Fier Nebenschacht

Zweiter Schacht, Nach Max Müller Schacht 1b,  auf Hauptstrecke 1 und eine Luisa am Seile hangend  (Bild Matti http://www.bergwerke.ch).

Dass dieser Schacht, womöglich seit Albertini, unbefahren blieb zeigt die grosse Diskrepanz zischen den bekannten Planunterlagen aus vergangenen Tagen, Version Max Müller 1942, und der tatsächlichen Sicht im Seile hangend. Die Abteufung weitet sich auf mittlerer Höhe. Eine weitere Holzbühne sitzt fest eingebaut. Die Schachttiefe diesmal am Boden Hauptstrecke 11.8 m. Die Bergwärts verlaufende Hauptstrecke, Stollen 1,  indes verliert sich allmählich in taubem Gestein. Der zweite Schacht muss wahrscheinlich bereits früh von Albertinis Männer aufgegeben worden sein. Der Zugang erfolgte einst über den Stollen 1 welcher eindeutig auf gleichem Niveau durchgängig bis Ende war. Heute liegt viel Schutt im Stollenteil zwischen vorderem Schacht und hinterem Schacht aus einer darüber liegenden Abbauhalle.

An dieser Stelle zur Verdeutlichung, ein kleiner Seigerrissausschnitt welcher die Schachtanlagen zeigt.

Seigerriss Minas da Fier

Der Plan ist aus meiner Feder und baut auf die Zeichnung von Max Müller, November 1942, auf. Niveau Stollen 1 ist die zweite gelbe Linie, die obere gelbe Linie symbolisiert das Stollenniveau der alten Bauen. Meine Ergänzungen umfassen insbesondere die oberen alten Bereiche, sogenannter alter Mann im Bergbaujargon. Die grünen Linien  geben die Meereshöhe in 10erschritten an. Zuunterst die Linie 2430 müm.

Der Vollstädigkeitshalber die Grundrisse alle übereinander geschachtelt um die Raumdarstellung zu komplettieren.

Minas da Fier Grundriss

Das womöglich letzte Bauwerk  aus der Albertiniära liegt auf der 2430er Linie und nennt sich nach zahlreicher Wissenschaftlerkonvention schlicht Stollen 4.

Minas da Fier Stollen 4

Der Eingangsbereich folgt einer stark zerklüfteten Felsformation . Immer wieder sind im brüchigem Felsen Hämatitlinsen eingepfercht die noch zusätzlich an der Stabilität knappern. Der Eingangsbereich sollte ein Update erfahren da nebenan  an festerem Felsen ein Stollenansatz, 20 cm Bergtiefe gefunden wurde. Der Stolleneingang solle, wie alte Fotos belegen, bereist, zu Togans Zeiten 1920, fasst verstürzt gewesen sein. Im November 1942 dringt Max Müller im Auftrag des Büros Fisch über eine kleine Öffnung vom Stollendach kommend ins Unterwerk. Heute ist die Gabe des Bergspaltens zur Befahrung durchaus angebracht. Das Werk ist nicht einfach auffindbar minder noch ist der Durchschlupf eine Wellnessbefahrung. Trotzdem war mir der Einblick gewährt, da dies Werk wahrscheinlich seit knapp 1945 versiegelt blieb sind die Spuren im Innern von grossem Werte.

Minas da Fier Stollen 4

Wenige Meter nach stabilitätskritischer Stelle ist das Bauwerk blitzblank gefegt. Die Messpunktbezeichnung von Max Müller aus 1942 ist durchwegs lesbar. Auch so kann ich schnell deren Fussspuren in sumpfigen Bodenabschnitten deuten. Max Müller trägt die Typische Armeeschuhsohle als damaliger Zeit. Ein zweiter Zeitgenosse scheint mit leichterem Schuhwerk, Turnschuh Marke Converse, sich im Bauwerk fortbewegt zu haben. Wahrscheinlich hierbei kein Wanderer im die Novembermonate wahrscheinlich auch niemand aus der Albertini-Crew. Converse gibt’s seit 1908 und Verbreitung fand dieser Schuh in unseren Breitengraden ab 2. WK durch die Amis.

Albertinis Mannen indes sind keineswegs auf Spaziergänge aus,   viel eher solle dieser Stollen 4 den maroderen Lift, welchen den Betriebseigenen Schmied ständig auf Trap hält, ersetzten. Stollen 4 unterfahrt nahe die vom Stollen 1 her erschlossene Hauptabbaustelle. Noch wird das Material über den Schräglift Handgekurbelt in den Stollen 1 gezogen. Im Endausbau Stollen 4 indes war angedacht der Schwerkraft folgend, die Gesteinsklumpen ins Werk 4 zu spedieren.

Zwei Teams machen mit scharfen Ohren und ebenso scharfem Werkzeug auf dem Weg zur gemeinsamen Begegnung.

Minas da Fier Stollen 4

Das einte Team schlägt, von Stollen 4 herkommend, Sprengstoffunterstützt, ein Hochstoss in Richtung Hauptschacht. Die Bedeutung des Betriebsschmieds wird bei Betracht der Leiter, Fahrte, verdeutlicht an einer Flickstelle des rechten Holmen. Irgendwo während der  Bauzeit zerbarst der einte Leiterholmen der Schmied wusste vor Ort diese Bruchstelle mittels zweier Flachbandeisen zu reparieren. Die Flachbandeisen sind im Bergwerk, in verschiedenster Verarbeitung, immer wieder zu beobachten. Ob nun die Zimmermannskralle auf der Hauptschachtbühne, die Fahrtenschnalle an der letzen Bühne, die Scharniere des Einstiegdeckels oder das Spindellager am der Spindelmechanik, der Schmied leistete sich, zu gutem Recht, ein eigenes Stauseelein im Talboden.

Doch erstmals wieder zurück zu den Vortriebsteams die von unten wie auch von oben, den Schlaggeräuschen folgend, aufeinander zusteuern. Team unten schafft im Hochstoss bis zur Bergwerksaufgabe knappe 6 m. Der Plan von Max Müller gibt hier eine stimmige Angabe.

Team oben scheint sichtlich motivierter auch liegen einige Bühnen zwischen kahlem Felsen gespannt die Bequem mit Versatz beschwert werden können. Der Abraum vom Schacht im Schacht hats, meiner Meinung nach nicht mehr ans Tageslicht geschafft. Es ist möglich das der filigrane Lift immer wieder nen Floh hatte.

Minas da Fier Stollen 4

Das obere Team, wie wir bereits wissen, trieb in gleicher Zeit ein Schacht nach unten. Die Idee war ein Durchstoss zu Stollen 4. Mein Foto zeigt die Sicht vom Schachtboden aus aufwärts. Das Seil verrät a) auch hier war, zur Erforschung Einseiltechnik erforderlich b)  ausser uns waren nur die Albertini-Knappen, und diese mit Fahrten bewaffnet, in solch Tiefe. Die einzig mögliche Seilbefestigung bewerkstelligte meine Bohrmaschine. Der Schacht ist, entgegen der Max Müller Vermessung senkrecht abwärts verlaufend. Die Nominaltiefe beträgt knappe 12 Meter wenn doch im Schachtboden Schutt und halb vergrabenes Holz liegt was auf ursprünglich mehr Tiefe deutet.

Der Schacht ist ausgestattet mit 3 Bühnen wovon die oberste, halb eingebrochen, am Schachtkopf sitzt. die Zweite auf Gegenseite, folgt nach 5 m Tiefe und die letzte ist knapp 1 m ab Bodenschutt. Die Wenige Distanz Schutt zu unterster Bühne lässt eine beträchtliche verschüttete Schachttiefe erahnen. Die Bühnen hatten die Funktion die Fahrten in stabile Grössen von 5 m einzuteilen. Unter einer Bühne sollte die Arbeit mit Werkzeug nicht behindert werden somit müsste ein Abstand Boden zu Bühne von über 2 m vorliegen (Schlagradius Schlegel). Die Annahme wonach der obere Schacht in Tat und Wahrheit, bis Bergwerksaufgabe, eine Nominaltiefe von 14 m erreichte, scheint durchaus realistisch. Einige Bühnen sind im Abbauschacht teilweise eingestürzt was jede Menge Schutt in die Tiefe bewegte. Möglich das davon 2 m tiefsten Schacht landeten.

Auf alle Fälle wissen wir heute dass die 2 Teams den Durchstoss nimmer vollendeten. Ehe die Verbindung geschaffen wurde, war das Bergwerk aufgegeben.

Indessen  war das Bergwerk bis in Neuzeit immer wieder Besuche und gleichwohl Emotionen wert.  Einige Legenden ranken sich um diese Unterwelten und mache glauben gar an böse Geister des Berges. Auch ich kenn nicht jedes Geheimnis und so manches wird in Ewigkeit verborgen bleiben.

Minas da Fier

So glaub ich kaum das Max Müller sich, im eiskalten November des Jahres 1942, mit Sardinen aus der Dose verköstigte. Die Blechdose steht auf der Versturzmasse Stollen 1, Bildmittig, im Jahre 2016. Wer hier sich bei unfreundlicher Stollentemperatur der Sardinen erfreute bleibt eines der Rätsel. Ich wars nicht und die Pfadibuben wohl auch kaum.

Auch so ist noch unergründet was und wieso die Armeen  ein gewisses Interesse am Bergwerk hegten. Es sollen Armeeangehörige das Bergwerk zu Zeiten des 2. WK besucht haben.

Wer Mister Fisch, damals im 1942 an der Stockerstrasse 43 in Zürich zuhause, und  dessen Markscheider Max Müller honorierte bleibt genauso ein Mysterium.

Auch die internationale Dimension dieses Bergwerks, ich berichtete damals auf Internationale Val Tischer Bergwerke, ist mir absolut rätselhaft.

Und auch die Bergüner Gemeindebehörden sind über diese 4 Jahre hinweg zunehmend mit Fragen behaftet.

Bleibt die Frage aller Fragen,

Wer war Anton ?

Diese Geschichte ist kleines Vorab auf die kommende Geschichte im Bergknappen 2017. Dieser Text dient hauptsächlich als Diskussionsgrundlage und Speicherwerk meiner heute gesammelten Informationen.

Die Vorgeschichten:
Eisenbergwerk Val Tisch so is es
Internationale Val Tischer Bergwerke
Eisenbergwerk Val Tisch, Neues
Minas da Fier Val Tisch
Die geheimnisvollen Minen des Val Tisch
Bergbausachverständige am graben
Val Tisch, die Fortsetzung
Das Geheimnis von Val Tisch

Ein Dankeschön an all jene die zu solch Wissen beitrugen:
Matti
Sepp
Michael
Hansueli
Jann
Elsbeth
Gina (ich vermiss Dich)
Marlene
Beat
Bettina (Sneaker-Sachverständige)
Die Facebook-Graphologen
Trivun (Dendrochronologie)
Silvana (die richtig aufheizende Gemeindeschreiberin)
Unbekannter Pfadibueb
Peter (Bergüner Feriengast und Bekannter des Lehrers Cloetta)

Meraluna im NDR-Livestream

am 14. August 2016 unter Musikalisches abgelegt

Manchmal scheint die Glotze förmlich zu Überraschen.

Seit gestern werden diverse Konzerte des Meraluna-Festivals  per Livestream übertragen.

Eisbrecher im NDR

Gegenwärtig aktuell am Laufen Eisbrecher, Bildquelle NDR Livestream.

Nen herzliches Dankeschön ans NDR Team die dies möglich machte und somit nen Stückweit die Independent-Szene fördert.

Segalenbacher Flourite

am 14. August 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Nochmals eine Schwarzwaldgeschichte da offensichtlich die Schwarzwälder viel Industriegeheimnisse zu lüften wissen. Das Wetter war wunderprächtig und die Aargauer mit weiteren Provinzlern wussten ganz gehörig an der Streetparade zu nerven also die Gelegenheit um Stadt und alle Zubringerautobahnen weiträumig zu meiden. Solch Vorhaben lässt nur eine Himmelsrichtug zu, quer zum Shoppingtourismus ins dünn besiedelte Segalenbacher-Tal und der Ausflug lohnte. An dieser Stelle sei lobend das Werk von Helge Steen „Bergbau auf Lagerstätten des Südlichen Schwarzwaldes“ erwähnt welches dank präzisen Koordinaten uns an den schwer zugänglichen Relikten des Spät-Renaissance-Bergbaus führte. Da sowohl Helge Steen wie auch ich wenig zu den Gruben wissen, bevölkern einige Behauptungen wie auch schöne Bilder dies Blog hier.

Fluoritgrube Segalenbach

Die erste Grube war unterhalb der Strasse, praktisch am Segalerbach zu, schnell gefunden. Wie die mitgebrachte UV-Leuchte zeigte, suchten die Bergknappen wahrscheinlich Flourit mit wenigen Bleiglanzeinschlüssen. Eine Seiger verlaufende Schicht weisst wenige Flouritklümpchen auf. Die Schicht ist eindeutig mit Hammer und Schlegel  traktiert worden doch das liebe Fourit endet leider nach knapp 4 Stollen-Meter.

Fluoritgrube Segalenbach

Da half auch der anschliessend feuergesetzte Sondierstollen wenig. Dieser endet ohne nennenswerte Fluoritspuren, zunehmend enger werdend, bei 15 Meter. Das Wasser ist nicht Weniges  und nur dank Mattis Stiefel trockenen Fusses überwindbar.

Dieser Ausflug wusste mich eines Besseren zu belehren hinsichtlich der Fluoritverwendung. Entgegen meines Vorwissens war Flourit auch genannter Flussspat noch in Feuersetzzeit begehrt zur Glasfärbung. Dieses Bergbaurevier wage ich in die Kulturepoche des Spät-Renaissances, als milchiges Glas voll der Fetisch war, anzusiedeln.

Noch aber war längst nicht alles aus dem Revier, wahrscheinlich Sankt Blasien, erkundet. Ein viel mächtigerer Fluoritgang solle hoch zu Bach, irgendwo im Bannwald eingegraben, zu finden sein.

Fluoritgrube Segalenbach

Und tatsächlich liegt in einer Felsnase nochmals ein feiner aber kurzer Stollen offen. Dies Teil folgte eindeutig dem beschriebenen Flouritgang. Der ausgeräumte Flouritgang lässt sich, anhand kleiner Geländesenken, trotz ausgedehnter Vegetation  oberirdisch recht gut verfolgen.

Fluoritgrube Segalenbach

Der Gang führt uns rund 60 Meter tiefer, immer noch in mitten des Urwalds, wieder an eine interessante Felsnase. Dieser Vorsprung scheint zweigeteilt.

Fluoritgrube Segalenbach

Ein tiefer Abbauschlitz öffnet sich an verschiedenen Stellen.

Fluoritgrube Segalenbach

Diese Grube scheint die ergiebigste gewesen zu sein. Der Gang ist mittels Stollen und Schächten an verschiedenen Stellen angefahren worden. Heute führen noch zwei Schächte ins Abbauwerk. Der Schlitz selbst ist rund 10 Meter Seigertiefe etwa 20 Meter in der Horizontale ins Berginnere führend. Selten ist die Schlitzbreite einen halben Meter überschreitend folglich ist die Bewegungsfreiheit im Werk eher auf unkomfortablen Seite.

Fluoritgruben Segalenbach

Auf meinem Plänchen (Quelle Daten- und Kartendienst der LUBW) ist der Fluoritgang mittels roter Linie dargestellt wobei anmerkend die erste beschriebene Grube als Aussenseiter nicht auf der roten Linie sitzt. Alle weiteren Bergbauzeugen liegen auf genau dieser Ganglinie und sind unsererseits längst nicht restlos erkundet.

Vorbeitrag
Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

Links
Helge Steens Webseite www.erzbergbau.de

Karte
Segalenbachtal

Mal wieder 1.August

am 01. August 2016 unter Reisen, Vergangenes abgelegt

(Und völlig unpatriotisch die ruhige Zweisamkeit in trautem Heime geniessend.

Auchtung!!!! wieder mal nen Blogbeitrag mit reinem Tagebuchcharakter)

Zweifelsohne die letzten Jahre waren immer oft von abenteuerlichen Ausflügen geprägt, zuletzt die Suche nach strahlenden Steinen am Risetenpass.

Dies Jahr wars gemächlicher wenn doch ich des Vorvortages mich mit Grundrissplan  ins ferne Davos aufmachte. Eigentlich wollte ich diesem im Bergbaumuseum abliefern doch besagtes Museum war geschlossen, was, hätte ich genauer gekuckt, ich längst gewusst hätte. Naja, so führte ich den Grundriss spazieren während ich mich in die Burg Belfort aufmachte.

Ruine Belfort

Belfort war vor 13 Jahren bereits mal ein äusserst eindrückliches Ausflugsziel die daraus entstandene Seite lebt, zu meiner Verwunderung, immer noch auf www.luisa.net/pampa/ .

Ruine Belfort

Das Gemäuer aus 1244 steht noch heute in mehr oder minder vollkommener Pracht hoch zu Surava

Da meine Ausflüge doch eher anstrengender Natur sind musste am Vortag wieder eine intensive Verköstigung folgen. Diesmal wieder alte Traditionen auflebend den Transenbrunch in freudigem Freundeskreis reaktiviert.

Foodporno

Darum an dieser Stelle etwas Foodporno ehe Freunde und mein selbst all die Leckereien zu Bauche führten.

Und es Regnet

Während die Wettergötter mein 1. August Projekt Siglisfadsgrätli Wasser und Schnee ersticken.

Heute scheint die Sonne, zumindest hin und wiede.  Nichts desto trotz, Schmusen macht Spass und, Arbeit liegt auch noch jede Menge rum. Mein Bergbaukartenwerk könnt ich Updaten und das Mobiliar vom Foppa da Chianols könnt ich mal ins Pländli reinzeichnen und, und, und.

Any, allen, nen schöner erster August. Morgen gilts, zumindest für mich, wieder richtig ernst und stressig.

Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

am 31. Juli 2016 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine kleine Reise ins wunderschöne Schwarzwäldchen diesmal wieder eher Bildintensiv da doch mein Wissen, in solch heiliger Gegend, eher von bescheidenem Fundament ist. Konkret führte uns die Suche nach altertümlichen Bergbaurelikten, bei eher unbeständigem Wetter, an die steilen Ufer der Schwarze bei Berau, wenige Kilometer nördlich von Waldshut.

Berauhalde

Berichtet wird an den Hangstellen von einem schmalen Fluoritband welches an verschiedenen Stellen angefahren wurde wobei die östlichen alten Stollen hauptsächlich dem, im Fluorit eingeschlossenem Bleiglanz volle Aufmerksamkeit schenkten.

Bleigrube Berauhalde

Nachdem wir den ersten Stollen im lichten Wand, aufspürten, war schnell klar, dies Bauwerk ist älterem Datums knapp aus Zeiten der Feuersetzkunst. Eine Zeit in welcher Fluorit, genanntes Flussspat, zwar schön anzuschauen war, hin und wieder auch zu Schmuck wurde, doch im grossen Ganzen eher unbrauchbar erschien.

Bleigrube Berauhalde

Der Stollen selbst wächst, trotz sehr kleinem Einstieg, allmählich zu einem hübschem Feuersetzprofil, die klassische Ovalform, an.

Bleigrube Berauhalde

Die Bleiglanzversetzte Fluoritschicht verläuft mit geglaubten Unterbrüchen senkrecht durchs Stollenprofil. Die Grube misst eine Gesamtlänge von rund 30 Metern.  Oberhalb der Stollenhaue, 12 Meter Plus, ist nochmals ein sehr kurzer Stollenansatz, rund 5 m tief, ins Gestein eingelassen.

Immer wieder liegen feine liegengebliebene Fluoritnuggets herum.

Fluorit Bleiglanz

Meine hier, aus Unachtsamkeit durch die Waschmaschine gewälzten, Stückchen zeigen feine Bleiglanzeinschlüsse. Ob diese Stücke von raubbauenden Strahlern oder damaligen Sankt Blasien Bergknappen liegen gelassen wurden entzieht sich meiner Kenntnis. Die Stollen, aus der Zeit der Kloster Sankt Blasien Regentschaft,  indes sind bekannt für reichliche Kristallfunde.

Doch auch die Gegenseite des Schwarze-Ufers weiss interessante Bergbaureliken zu offenbaren. Als wir, Matti und ich, an edlem Felsvorsprung, den Blick in die Taltiefe schweifen liessen, siehe oberstes Bild, glaubten wir in der Flussenge eine mit Schienen ausgestattete Brücke zu erkennen. Die Neugierde war gewachsen und dies Bauwerk musste unbedingt einer tieferen Überprüfung standhalten. Die vermeintliche Stollenbahnbrücke outete sich, bei genauer Betrachtung als Kraftwerksrechen indes war unser Stollen, nicht in weiter Ferne, bald gefunden.

Stollen Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH

Dies Werk, eindeutig neueren Datums, die Gitter sind massiver Bauart und das Mundloch ist bis zur Hälfte mit Steinen zugepappt. Doch da sich bereits, wahrscheinlich gierige Strahler, an den Gitterstäben zu schaffen machten, war unser Einstieg geschenkt.

Stollen Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH

Im Innern so auch eine neuzeitliche Stollenbahnschiene und weitere interessante Gerätschaften des Bergbaus.

Stollen Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH

Nahe des Mundloch steht noch der aufgewuchtete Sprengmittelsafe.

Stollen Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH

An der Decke wieder die Fluoritschicht  die diesmal deutlich breiter erscheint. Zeitweilig ist massiv ins Fluorit gehauen worden. Die Annahme wonach dieser zweite Bergbau eher den Kristallen galt als den, von den Giessereien verwendeten, Flussspat, liegt auf der Hand. Dieser Stollen, gemäss Literatur von den „Fluß- und Schwerspatwerken Pforzheim GmbH“ 1960 angelegt, verläuft stramm gerade dem Fluoritgang folgend, 150 Meter ins Berginnere wobei der Fluoritgang nach rund 120 Meter allmählich auskeilt.

Fluoritvorkommen Berau

Karte Quelle Daten- und Kartendienst der LUBW

Die Karte zeigt im Westen die neuere Flusspaltgrube und im Osten, zwei rote Punkte, die älteren, wahrscheinlich um 1600 angelten, Bleiglanzgruben.Die blaue Linie symbolisiert der vermutete Fluoritgangverlauf. Gemäss LANDESAMT FÜR GEOLOGIE, ROHSTOFFE UND BERGBAU Baden Württemberg ist das westliche Revier  noch immer auf die „Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim GmbH“ eingetragen.