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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Guppenalp Ysenberg 2022

am 15. Mai 2022 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Über besagtes, im Titel genanntes Eisenbergwerk wusste ich bereits reichlich zu berichten, insbesondere meine Seite Eisenwerke Guppenalp weiss die historischen Zusammenhänge etwas genauer zu erläutern. Ich selbst war dem schönen Mittelalterbergwerk  seit gut 9 Jahren abstinent. Motiv genug um die Stollen wieder zu besuchen.

Ysenberg Guppenalp

Immer wieder beeindruckend der breite Schlitz der eher kleineren Nebengrube in mitten der Felswand.

Ysenberg Guppenalp

Im Schlitz eine prächtige Aussicht aufs weite Linthtal.

Ysenberg Guppenalp

Im Stollenvorhof  steigt bald  die nie enden wollende Spalte alter Legenden in unergründliche Höhen.

Ysenberg Guppenalp

Die Hauptgrube mit etwas Schnee vor den Toren überraschte mich doch wieder ab deren steiler Umgebung.

Ysenberg Guppenalp

Und auch der Blick in Wanderwegrichtung zeigte fast vergessene Steile.

Ysenberg Guppenalp

Die Hauptgrube, ein Archäologisches Juwel, voller spannender Artefakte. Im Bild die Installations- und  Pausenplattform des Bergwerks, Baujahr um die 1540.

Ysenberg Guppenalp

Abstieg durch die Versatzgänge.

Ysenberg Guppenalp

Stempel

Ysenberg Guppenalp

Und noch mehr Stempel

Ysenberg Guppenalp

Der See, gestern mit viel Wasser drin.

Ysenberg Guppenalp

Ein besonderes Stück vergangener Bergbautätigkeit, die Spuntwände welche, 3 Schichtig, taubes Gestein zurückhalten.

Ysenberg Guppenalp

Ein ganz und gar nicht freudiges PVC-Insekt liegt am Stempel gekettet im unteren Grubenteil. Der nähere Untersuch zeigte als Zweck des Insektes ein Geocache. Des Textes auf schwarzem Schraubdeckel zu urteilen behauptet dies Ding gar offiziell zu sein was ich wiederum  ernsthaft anzweifle.

Fakt ist, die Illustre Wandergruppe die mit Einweggrill an der Alphütte Würste dünstete erfüllte jedes Vorurteil des Geocachers. Gut waren die Jungs und Mädels eher mässigen Erfolges unterwegs ansonsten hätt der Stempel nochmals leiden müssen. Der Geocache selbst liegt nicht im Rohr statt dessen ziert dieser, im nicht wirklich attraktivem, Tupperware den Durchgang zur geschrämten Abteufung.

Positive Erkenntnis, noch immer weiss die Hauptgrube sich gekonnt, im zerklüftetem Gestein der Felsbänder, zu verstecken.

Ysenberg Guppenalp

Und auch der letzte Sondierstollen steht noch offen. Zwar in enger Dimension, ohne Schaufeln nicht fahrbar, dafür Geocacher abhaltend.  

Ysenberg Guppenalp

Und die Übersicht der Anlage hier visualisiert auf em 3D Model.

Und der Erstbeitrag zum Isenberg, gut und gerne 11 Jahre her, Das Geheimnis des Isenbergs

Warum schweigen die Lämmer?

am 24. April 2022 unter Grungisches, Politischer Grunk, Ultimatives Bla abgelegt

Eine vorzügliche Frage die Rainer Mausfeld im gleichnamigen Bestseller versucht zu beantworten. Ich, neugierig wie ich bin, wagte einige Stufen tief in Abgründe selbstreflektierender Erkenntnisse.

Die kurzen Auszüge die ich mir zu Gemüte führte, beschreiben eine Lebensrealität in kontinuer, unfreiwilliger, nicht bemerkter Betöhrung.  Regiert von einer Elitendemokratie und geglaubt im Schlaraffenland des Konsums lebend ist unsere individuelle Freiheit äusserst eng gesteckt. Der Clou an der Sache, ein ausgeklügeltes System, ein Zusammenspiel von Medien-Propaganda und Wahloligarchie, belässt uns im Glauben wir wären frei und könnten wählen. Um uns herum wachsen Gefängnismauern ohne das wir dies wahrnehmen.  Eine Gesellschaftsbetrachtung die Mausfeld entrollt welche in weiten Züge an George Orwells Roman „1984“ erinnert und eine Gesellschaftsbetrachtung die ein äusserst düsteres Bild unserer Welt wiederzeichnet.

Und wär ich Romanleserin so würd ich sagen, geile Fiktion.

Und weils en pornogeiles Substantiv mit breitseite aller real betrachteter Böshaftigkeit ist, muss sein, „Pseudohumanitärer Imperialismus“

Rainer Mausfeld Uni Kiel http://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/

Torrijas 2022

am 18. April 2022 unter Betrachtungen, Grungisches, Politischer Grunk abgelegt

Ja, auch dies Jahr gabs Torrijas.

Torrijas 2022

Traditionell ist dies Gericht an Ostertagen im Spanischen Ländle Brauchtum.  Wenn doch traditionell so gar nix mehr ist. Die Welt befindet sich im Umbruch und es wird kaum noch ein Stein auf dem anderen ruhen.

Und doch, ich bin seit langem wieder optimistisch und herzlichst erfreut. Zukunft ist greifbar, die Kinder robben wieder durch den Dreck und Widerstand wird zunehmend Sexy. Was damals galt ist längst Vergangenes und Kleinluischen übt  sich im illegalen Grenzübertritt. Die Kunst des Gräben Zuschüttens ist nicht meine, die Gabe Unstimmigkeiten zu Untertunneln indes ganz und gar.

Wer heute glaubt Revolution geschehe auf dem Schlachtfeld der wird en irreversibles Blutbad legitimieren. Und wer heute glaubt Freiheit basiere auf lückenlose Kontrolle wird das noch viel grössere Blutbad zu verantworten haben. Dumm nur das sehr viele an die Wirksamkeit des Blutbades glauben.

Ich glaub Revolution ist Party, Revolution ist Tanz, Revolution ist laut, Revolution ist ungehorsam und Revolution ist unvernünftig, kreativ.

Und viele Andere, „Freitag für die Scheisszukuft-Nutzlos-Pfeifen“ und sonstwie angepasste „Somaruga-Liebling-Gymi-Oberschichtsgofen“ nur leere Dummschäbel.

Also weils so Geil war, und weils wieder kommt,

Damals

lasst und eine Fucking-geile Party feiern und lasst uns herzlich, böse, unartig sein.

Und wer mal Torrijas nachkochen möchte hier en Rezept unter Torrijas

Fahlerzgruben Gnapperkopf

am 18. April 2022 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Dies kleine Bergwerk wusste seine Reize gekonnt zu verbergen. Insbesondere die kleine, damals beim ersten Versuch, leicht Schneebekreuselte Passage zum Gnapperkopf weckte in mir alle Schwindelreaktionen. Diesmal, Versuch zwei, war der Schnee an exponierter Lage weg und der Weg frei zur Erkundung der Gruben.

Die Gruben, 4 Stollen in der Zahl, liegen nahe beieinander, rund 2 10er-Höhenlinien kurz vor dem steilen Gnapperchopftobel. Ein 5. Stollen, so wird berichtet, solle sich weiter oben auf 1217 müm im oder neben dem Gnapperchopftobel liegen. Da das besagte Tobel richtig rutschig war verzichtete ich auf Stollen Nummer 5.

Die 4 bekannten Stollen, Baujahr vermutet 1713 bis 1866, fand ich indes, dank guter Beobachtungsgabe und brauchbarer Höhenangabe, relativ schnell.

Bergwerk Gnapperkopf

Auffällig hierbei, eine breit angelegte Installationsfläche vor den Stollenwerken die ich auf letzte eindeutig bekannte Abbauperiode datiere, 1865 bis 1866. Etwas speziell indes, zwei Stahl-T-Profile fest im Boden eingerammt, vordergründig im Bild, die vielleicht einst eine Tafel, Verbotstafel, was auch immer, trugen.  Klar ist, Strahler, respektive deren Zerstörungsspuren,  sind durchs Band omnipräsent.

Stollen 2 Gnapperkopf

Stollen 2, oberhalb des verstürzten unteren Stollens, führt bald in ein steiles Abbaugesenk. Sehr viel nachträglich eingestürzte Steinklötze erschweren die Befahrung.

Stollen 2 Gnapperkopf

Es sind einige Holzeinbauten mehr oder minder stehend, auszumachen. Klar ist,  die Grube war einst tiefer aber heute mit reichlich Steinen aufgefüllt. Eventuell könnten auch ganze Versatzpackungen ins Gesenk gekullert sein. Spuren in Form von Trockenmauerwerk konnte ich nicht ausmachen. Am verstürzten, verfüllten Gesenkende plätschert Wasser.

Stollen 2 Gnapperkopf

Augenmerk in Grube 2,  wie ich später herausfand verbunden mit Grube 3, es liegen reichlich schwere bearbeitete Kanthölzer im Schutt. Denkbar dass dies Bauholz einst für den untertägigen Gerüstbau verwendet wurde. Denkbar auch das dies Material einst zu auftägigen Bauwerken gehörte. In südwestlicher Richtung, auf Stollen 1, zulaufend, ist kein gewachsener Fels erkennbar. Nur Schuttmasse begrenzt die Südwestrichtung. In Gegenrichtung Ost, beim Stollen 3 indes ist die Bergknappenbegierde deutlich wiedererkennbar.

Fahlerz im Stollen 3 Gnapperkopf

Feine Fahlerzstufen, bis zu 12 cm mächtig, säumen den Aufgang über Stollen 3. Stollen 3 mündet Tagseitig wieder auf kleiner Fläche. Der letzte Stollen, Nummer 4 wenige Meter vom 3 fern, sucht sich auch so, seinen Weg zur Fahlerzschicht. Doch leider ist auch Stollen 4 nach wenigen Metern mit Felsbrocken verfüllt.

Eine Dorf-Legende besagt, die Knappen einst sollen strikte um Mitternacht bis ein Uhr die Arbeit ruhen lassen. Nur so könne Frieden mit den Bergmächten herrschen. Die Knappen indes liessen, an einer unglücklichen Nacht, ab von dieser Regel. Infolge dessen stürzte schweres Gestein von obenliegender Felswand  worauf das Knappenvolk jähes Ende unter Trümmern fand und die Stollen im Schutt verschwanden. Trotz Nachgrabung wurd von den unglücklichen Bergleuten nie Spur gefunden.

Einige Höhenmeter oberhalb liegt tatsächlich drohend eine steile Felswand offen. Es gibt auch einige Anzeichen für hin und wieder  herunter trollendes Gestein.

Die Stollen 1 bis 4 liegen auf einer Höhe verteilt von 1178 bis 1199 müm. Die grösste Untertageausdehnung liegt, vorsichtig geschätzt, bei 15 x 15 Meter (Stand 17.4.2022).

Pikantes Detail, als ich mich von den Gruben abwandte um allmählich den Heimweg anzutreten, fielen mir rote, gepinselte Strichlinien an einigen Bäumen auf. Auf Spur den markierten Bäumen folgend, glaube ich den Knappenweg gefunden zu haben. Soviel ist klar, die markierten Bäume  wiesen mir ein recht bequemer Weg zur heute bekannten Wanderroute. Hätt ich dies beim Aufstieg gewusst wären mir viele Ausrutscher auf feuchtem Waldboden erspart geblieben.  Spät Nachmittags, im Dorf Vättis, begegnete ich einer, etwas in die Jahre gekommene, Hinweistafel die Führungen ins Bergwerk anpries.  

Gruben Gnapperkopf

Am Vorsprungsfels, dem Namensgeber „Gnapperkopf“, stand einst, der Siegfriedkarte 1890 entnommen, ein Gebäude. Möglich hier der Standort des Knappenhauses welches letztlich Namensgebend für Tobel und Felsvorsprung amtete. Heute sind, meine Sichtung, keine Spuren eines Bauwerkes auszumachen. Berichtet wird indes von einem zweistöckigem Holzbau welcher als Knappenunterkunft und Werkzeugdepot amtete.

Gnapperkopf

Die Aussicht vom Felsversprung lässt, soweit erkennbar, keine Wünsche offen. Ideal für den Bau einer möglichen Seilbahn die jedoch nie zu Stande kam.

Gnapperkopf

Und auch der Blick ins benachbarte Dorf „Vättis“ eine pure Augenweide. Ganz ohne Zweifel, die Knappen wussten wie sichs leben lässt.

Gnapperkopf

Der Vollständigkeitshalber, der Gnapperkopf Bildmittig von unten betrachtet.

Der Blick ins alte Kartenwerk, wieder mal Siegfried 1889 zeigt weitere Details die historisch interessant sein dürften.

Bergwerk Gnapperkopf

Der damalige Weg zum Grubengelände verläuft, beginnend Dorfmittig, in sanfter Steigung zum Gebäude Knapperkopf. Im Dorf neben der Bezeichnung Mühle stand eine Wassergetriebene Poche.

Poche Vättis Winkel 10

Bild der ehemaligen Poche (Quelle: Texte zur Dorfgeschichte von Untervaz / Knappen und Geister auf Gnapperchopf https://www.burgenverein-untervaz.ch )

Das Gebäude der ehemaligen Poche steht noch heute, ohne Wasserrad und ohne Poche an der Adresse Winkel 10 in Vättis.

Vättis

Ohne Zweifel, der Bergbau war nicht die Haupteinnahmequelle des Örtchens Vättis. Trotzdem erlebten die zwei auf Vättiser Boden befindlichen Bergwerke Silberegg und Knapperkopf eine nicht unerhebliche Stellung im Dorf. Das Bergwerk Silbereck ist heute unauffindbar und die Knapperkopf-Anlagen nur noch Bruchhaft vorhanden. Trotzdem war der Bergbau von keinem Erfolg gekrönt. Immer wieder wurden optimistisch anmutende Versuche unternommen die jedoch nach kurzer Zeit wieder zur Aufgabe führten.

Erwähnt wird im Jahre 834 ein „altes Knappenhaus in Vättis“. Obs sich hierbei um das Gebäude Winkel 10 handelt ist unbekannt.

Im Jahre 1713 stellte ein Mathias Schreiber aus Basel, der im Wallis ein Bleibergwerk betrieb an den Abt von Pfäfers, Bonifazius II., das Gesuch, die ‚Gänge‘ zu erschürfen, von welchen der erstgenannte durch Bergleute Erzproben erhalten hatte. 1715 ruhte, auf Richterliche Anordnung hin, der Bergbau wieder.

1719 Jos. Ant. Reding von Biberegg meldete Interesse am Bergwerk. Es bleibt schleierhaft ob in den Folgejahren  namhafte Tätigkeit erfolgte.

1850 wurde der Bergbaubetrieb wieder aufgenommen. Das gewonnene Erz gelangte zur Weiterverarbeitung nach Deutschland. Die Arbeit jedoch waren auch im 19. Jahrhundert von mässigem Erfolg. Immer wieder standen die Arbeiten still.

Letzte Abbauversuche werden 1860 bis 1861, 1865 bis 1866 und kurze Zeit im 1880 initiiert.  Auch diese Betriebsepochen erwiesen als gänzlich unrentabel.

Die aktuelle Sichtung der Gruben lässt keine grosse Tätigkeit erahnen. Anderseits spricht das heute erhaltene Pochwerkfoto für durchaus grössere Aktivität. Denkbar könnten grosse Teile damaliger Bergwerke heute unauffindbar erscheinen. Erzählungen berichten von grosser Bergknappenbehausung und mit Stahltüren versehenen Stolleneingängen. Ich selbst fand grösstenteils in sich zerfallene Abbaugesenke. Die Kanthölzer indes machten mich schon en bisschen stutzig.

Quellen: Bergknappe 13 https://www.burgenverein-untervaz.ch

Sperrzone

am 16. April 2022 unter Ungelistet abgelegt

Na wies der Name bereits andeutet, wenig Bla und viel Bild.

Luisa

Ich aktuell, danke Matti fürs tolle Bild.

Sperrzone

Ja, wo treibt sich da wohl wieder die Luisa herum.

Sperrzone Verwirrungsbild 2

welch verwunschener Ort

Sperrzone Verwirrungsbild

des Zerfalls.

Sperrzone Verwirrungsbild

Zweifelsohne Bergbaurelikte spielen, bei Luisas Unternehmungen, eine nicht unbedeutende Rolle.

Sperrzone Verwirrungsbild

Trafostationen sind ja schliesslich auch Hübsch.

Sperrzone Verwirrungsbild

Das Feld mit grünem Zeugs was vorzügliches Pesto macht gedeiht auf feinem Doggierz.

Sperrzone Verwirrungsbild

Und wer en paar meiner fleissigsten Leser auf Weissglut treiben möchte solle gleich die Schaufel mitbringen.

Hohe Rone, die Fortsetzung

am 16. April 2022 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Wie angeküngigt, mit etwas mehr Zeit und etwas mehr Muse, hier Teil Zwei der Gottschalkenberger-Geschichte.

Eine Grube, eine sehr bedeutende Grube, die in dieser Aufzählung nicht fehlen ist die Grube „Im Greit“, die letzte noch verbleibende von beschriebenen 5.

Mundloch im Greit

Im Bild das aktuell noch offene Mundloch mit Grössenvergleich, Jagdhund vor dem Mundloch. Das Foto stammt aus November 2010, meine zweite Befahrung. Welche Grube diese nach Kopp sein mag, bleibt unklar. Tatsache ist, Geologe Kopp öffnete am Greit einen verfallenen Luftschacht um das Untertagewerk zu erreichen. An dieser, mir bekannten Grube ist kein Luftschacht offen respektive sichtlich um die 1941er geöffnet worden. Indes könnte auch diese Grube über einen Wetterschacht, ungünstigerweise oberhalb des Querschlags, verfügen.

Der Überlieferung zufolge ist die besagte, heute offene Grube am Greit eine der ältesten.

Grubenplan Greit

Zusammen mit weiteren 4 Gruben gehörte diese zur Konzession von Lehrer Staub und der Landrat Heggli. Misswirtschaft und fehlendes Fachwissen führten jedoch schnell zum Ruin der Bergbauunternehmung. Nichts desto trotz leisteten die 60 Arbeiter mit primitiven Mitteln und unter widrigen Arbeitsbedingungen erstaunliche Erdbewegungen.

Heute sind am Greit einige Bergbauspuren zu beobachten. Stollen indes ist nur einer Fahrbar.

Grubenplan nach Kopp

Ob die Profilzeichnung aus Kopps Notizen der heute offenen Grube entspricht ist nicht weiter beantwortbar. Sicher ist, einige Gruben aus Kopps Zeit änderten, nach Bergbautätigkeit der FUGA AG Luzern, massiv deren Aussehen, wiederum welche sind bis dato heute zerfallen.

Kohlegruben Gottschalkenberg

Über die Gottschalkenberger Revieren hinweg betrachtet sind, Stand heute, sind noch 4 verbleibenden Gruben, exakt positionierbar im Landschaftsbild. Wir kennen aktuell 4 offene Mundlöcher durch welche ein ausgewachsener Mensch hindurch passt. Einige Passagen, die damals Emil Letsch erkundete, sind heute eindeutig nur Fuchs und Dachs vorenthalten.

Gruben am Gottschalkenberg

Auf der Karte, gross machen, anklicken, sind als gelbe Punkte meine bekannten Mundlöcher, durch welche ich passe, visualisiert. Orange kennzeichnet mir bekannte verstürzte Mundlöcher. Rote Punkte sind Stollenzugänge die Emil Letsch im Jahr 1899 als offen erkannt haben soll und die violetten Kringel zeigten sich, ums Jahr 1899, zerfallen.  Fest steht, Emil Letsch verfügte kaum über solch moderne Ausstattung um die Stollen punktgenau in die Karte einzufügen. GPS, 3D-Online-Landschaftsmodelle und grosse Online-Kartensammlungen ermöglichen eine exakte Positionierung der Bergbauspuren.

Gottschalkenberger Kohlegruben

Im Detail hier, als Karte mit unterlegtem 3D Modell, die Gruben Wurf und Greit.

Aus Touristischer Sicht, des Abschlusswortes willen, durchaus sehenswerte Bergwerke absolut Kiditauglich. Die Kids, soviel steht fest, hatten richtig Spass.

Und an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Iwan für die tolle 3D-Aufbereitung.

Genannte, beziehende Dokumente in diesem und im letzten Beitrag:

Die Schweizerischen Molassekohlen östlich der Reuss / Dr. Emil Letsch 1899

Geologisch – technisches Gutachten über die Kohlenvorkommen und die Kohlengewinnung an der Hohen Rone oberhalb Finstersee (Menzingen) Kt. Zug. / Dr. Kopp 1941

Zusammenfassender Bericht über die Braunkohlegruben Mühlebach und Sparrenweid, Hohe Rone, Gemeinde Menzingen (Kt. Zug) / Dr. E. Brändlin + Büro für Bergbau 8. März 1944 respektive 25. Juli 1944

Kohle, ein Kapitel aus der Erd- und Wirtschaftsgeschichte von Menzingen  / Karl Landtwing ca. 1990

Link zum Vorbeitrag Gottschalkenberger Einsichten

Hohe Rone

am 09. April 2022 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

oder die Gottschalkenberger Kohlestollen und die neugierigen Menschen

Ich war, dies ist bald ein Monat her, wieder einst in Gottschalkenberger Kohlegruben. Anlass dazu ein äusserst spassiger Kindernachmittag in besagter Unterwelt.

Im Wurf

Anlass daraus resultierend dies kleine Geschichtchen. Wir wissens, Kinder sind sehr neugierig und mutig, Kinder sind die wahren Forscher, ich kann dazu einzig die wieder gewonnenen Erkenntnisse niederschreiben. Es sagte neulich einer welcher bereits im Jahre 1979 die Kohlegruben am Gottschalkenberg mit Kinderschar erkundete,  es ist der natürliche Reflex der Kinder sich in jede, nur so enge Spalte zu verkriechen. Insofern kennen Kinder keinerlei Platzangst und so war dies auch meine neuliche, recht spassige Erfahrung.

Wie erwähnt sind mir diese Stollenwerke seit 2012 bekannt und ich reihe mich in die lange Liste neugieriger Menschen. Und die Liste ist richtig lang.

Wo und vor allem wann diese Gruben deren Anfang fanden ist nur spärlich bekannt.  Die ersten Kohlen sollen um 1835 am Greit erstmals zu Tage getreten sein. Erste Konzessionäre wird der Lehrer Staub und der Landrat Heggli um 1838 genannt. Es werden die Folgejahre etliche weitere mehr oder eher minder erfolgreiche Bergbauunternehmer nachrücken. Was und wie viel all Gewerke angruben bleibt bis heute eher Nebulös.

Emil Letsch beschreibt um 1899 ausführlich die Kohlegruben an der Hohen Rone. Wovon bereits zu Letschs Zeiten etliche Mundlöcher eingebrochen sind. Einzig die vorliegenden Halden können einen Hinweis auf ehemalige Untertagewerke liefern.

Gruben am Gottschalkenberg um 1899

Der Forscher Emil Letsch will 14 Stollenbauten ausgemacht haben zwischen Steinerfluh und Greit. Auf dessen Plan sind diese als rote Linie markiert wovon alle Stollen am Steinerfluh bereits im Jahr 1899 verstürzt sind. Die Stollen in östlicher Region jedoch kaum in besserer Verfassung. Alle Gruben sind vorgefunden eindeutig aufgegeben. Trotzdem sind die Werke immer wieder Gegenstand neugieriger Forschung. Einige Gruben dürften über die Jahre hinweg immer wieder sich regen Besuches erfreut haben.  

Im ersten Weltkrieg wird von stiller Bergbautätigkeit berichtet dies jedoch eher im kleinen, um zu nennen, fast schon nebenberuflichen Stil. Abbaudaten sind keine bekannt und Orte eher geheim gehalten.

Massgebliches Interesse erlangen die Gottschalkenberger Gruben im mitten des, in Europa tobenden, 2 Weltkriegs. Die Rohstoffautonomie wird erneut zur geistigen Landesverteidigung erklärt und die Bergwerke erfreuen sich einer erneuten intensiven Beforschung.

Am 17. Juni 1941 wird der Geologe J. Kopp beauftragt die Abbauwürdigkeit der Gruben zu erkunden.

Herr Kopp im Stollen am Mühlebach

Herr Kopp im Nebenstollen am Mühlebach (Wurf)

Seine Arbeit mit Namen „Geologisch – technisches Gutachten über die Kohlenvorkommen und die Kohlengewinnung an der Hohen Rone oberhalb Finstersee (Menzingen)“ wird im Folgejahr als Grundlage zur Erschliessung der Kohlevorkommen am Standort „Wurf“ und „Sparrenweid“ dienen.  

Dank Herr Kopps Arbeit sind die alten Aufbrüche aus Jahren 1840, welche heute teils Verstürzt, teils ausgeweitet sind, näher dokumentiert.

Grubenplan umd 1941

Die Grubenzeichnungen aus Kopps Feder sind noch heute wichtiger Hinweis über damalige Bergbauverhältnisse. Die Nach Kopp beschriebene Grube Mühlebach ist meines Wissen nicht weiter Identifiziert worden. Diese Grube könnt definitiv Verfallen sein.

Grube II Wurf gibt’s noch immer und ist mit etwas Akrobatik noch heut Fahrbar.

Grube II Wurf

Auf em Bild Grube II Wurf nach Kopp im Jahre 2012

Gottschalkenberg im Wurf

Und dazugehöriges Mundloch im Jahre 2022

Die Grube III Wurf könnt die heute bekannte, 1942 aufgewältigte Grube sein. Im Oktober 1941 erhielt die Firma FUGA AG Luzern die Konzession zur Ausbeutung der Braunkohle am Gottschalkenberg. Gestützt auf das Gutachten von Herrn Kopp öffneten die Bergleute der FUGA AG alte Stollen am Wurf und am Sparrenweid. Geologe Kopp wird von nun an den Bergwerksbetrieb im Auftrag der FUGA AG überwachen und Monatsberichte dem Büro für Bergbau abliefern. Insgesamt werden 4 Grundstrecken bis zur Auskeilung des Flözes angelegt, zwei in Sparrenweid und zwei im Wurf. Alle 4 Strecken durchfahrten alter Mann. Sowohl im Sparrenweid wie auch im Wurf werden die zwei Parallelstrecken mittels Abbaugesenk miteinander verbunden. In der Zeitspanne zwischen September 1942 und Februar 1943 resultierten geringe Kohleerträge. Ende  Februar 1943 wurde der Bergbau definitiv eingestellt.

Gottschalkenberg im Wurf

Heute ist die Grube am Wurf mittels Deckeneinsturz über en Loch im Waldboden fahrbar, inklusive alte, nicht versetzte Grubenbauten aus 19. Jahrhundert.

Plan Grube im Wurf 2022

Mein Plan, auf Basis des Plans Firma FUGA AG ist um die alten Bauten erweitert. Diese Teile sind noch heute Fahrbar so wie Grube II Wurf und eine Grube am Greit.

Die Befahrung der zweiten, von der FUGA betriebene Grube am Sparrenweid indes muss hart verdient werden.

Mundloch Sparrenweid

Anfänglich ganz geräumig wird’s bald auf verbrochener Grundstrecke richtig Ungemütlich.

Luisa im Sparrenweid

Am Einstieg wiehert kein Pony und die beklemmende Enge muss gar noch mit, übervertretener Fuchsmarkierung geteilt werden.

Bergwerk Sparrenweid

Innen wieder, der bekannte Aufbruch.

Grubenplan Bergwerk Sparenweid

Der Plan  aus Jahren 2013 zeigt die aktuelle Situation.

Und, Fortsetzung folgt, jetzt geh ich mal erst was kochen.

Von-Rollische Tiefgründe

am 20. März 2022 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Wies der Namen vermuten lässt führte mich dieser Ausflug ins tiefste Solothurn in Fortsetzung dortigen Eisen-Macher-Geschichte. Nicht weit meiner kleinen Forschungsexkursion lang das verträumte Dürsteltal welchem ich bereits eine kleine Eisenproduktionsgeschichte widmete. Inzwischen sind einige Jahre, gut und gerne 400 bis 600, ins Land gezogen und die Zeit grosser Aktiengesellschaften erreichte auch Solothurner Täler.

Diesmal führte mich die Spurensuche ins benachbarte Dünnerntal, Zuliefertal wertvoller Bohnerz-Böhnchen aus denen zwischen 1806 und 1874 feinstes Gusseisen verhütet wurde.

Zweifelsohne waren auch vor 1800 fleissige Bergleute am Graben unterwegs. Diverse Schlackenfunde belegen Mittelalterliche wie auch Römische Bergbauaktivität, auch unbestritten. Die Bergleute im 19. Jahrhundert nutzen die letzen Bergbauspuren beim Anlegen neuer Gruben.

Von grösserer Bedeutung im Dünnerntal jedoch wird Ludwig von Roll, mit Gründung der von Roll Eisenwerke, Industriegeschichte schreiben. Gerne wird die Ludwig von Roll Aktiengesellschaft als erste Aktiengesellschaft auf Schweizer Boden genannt ob dem so ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Wie den auch sei, jener Ludwig von Roll betrieb ums frühe 18. Jahrhundert, zwei Hochofenanlagen eine im Balstal Klus und eine in Gänsbrunnen.

Eisenschmelze Klus

Frühe Eisenschmelze Klus Balstal

Die Bergbauspuren aus der von Rollischen Zeitepoche sind Gegenstand einer umfangreichen, im Jahre 1923 verfassten, Bohnerz-Vorkommen-Studie unter der Leitung von Dr. E. Baumberger. Ein Forscher welcher mich bereits am Hungerberg inspirierte. Die Studie beschreibt um 1923 einige grössere Bergwerke denen ich, rund 100 Jahre später, auf den Grund gehen wollte.

Diesem Baumberger verdanke ich einige recht genaue Mundlochpositionen sowohl vom Hungerberg wie auch vom Dünnerntal die mein Spaziergang merklich erleichterten.

Geokarte Baumberger

Mit Hilfe der Geologischen Karte von Dr. Baumberger machte ich mich auf die Suche nach den Bergbauzeugen der Von Roll Epoche. Insbesondere 3 Bergwerke beschreibt Baumberger recht detailiert eines gar mit Grubenplan, diese wären „Im Hohl“, „Bachtalen“ und „Schadenboden“. Alle Mundlöcher will Baumberger gar 1921 leicht aufgespürt haben. In der Siegfriedkarte findet sich die Eintragung „Erzgruben“ alles in allem vielversprechende Indizien um die Gruben aufzuspüren.

Grubenplan Schadenboden

Und mit Hilfe des Grubenplans, aus der Geotechnische Serie Nr 13 Band 1 geklaut, waren weitere wichtige Feldinformationen fix in meine QGIS-Karte integriert.

Karte Laupensdorf

Nun musste ich nur noch fleissig alle Punkte abklappern und auf zahlreiche Stollenfunde hoffen. Meine abgelaufene Route ist als pinke Linie dargestellt.

Luftbild Laupensdorf

Leider indes, zeigt bereits das Luftbild, merkliche Veränderung und kaum merkliche Bergbauspuren.

Schacht Schadenboden

Und auch im Feld ist kaum noch der Schadenbodenschacht auszumachen. Die Landwirtschaftsflächen sind sichtlich abertausend male durch planiert und die Zugänge kaum erahnbar.

Oberhalb meiner Schadenboden-Schachtanlage sind im Boden Fundamentreste eingegraben auch steht ein zigmal verbogener H-Träger herum. Um dies Zeugs zum Bergbau passt ist doch eher anzuzweifeln. 100 Jahre sind definitiv viele Jahre.

Halde Bachtalen

Die Zweite Grube „Bachtalen“ war dank imposanter Halde schnell gefunden doch auch hier fehlte das Mundloch. Klar ist, 1954 beschlossen einige Laupersdorfer den Bau einer Lourdes-Grotte am nahegelegenen Jurafelsen. Der Zufahrtswerg schneidet den Bergwerkszugang. Wahrscheinlich ist dies Mundloch im Zuge der Lourdes-Grotte-Erschliessung komplett weggefegt worden.

Gruben im Hohl

Dritte und letzte Grube meiner Suche hört auf den Namen „Im Hohl“ und ist, auch wieder, nur noch als richtig grosser Haldenkomplex erkennbar. Das Mundloch ist auch wieder dem Erdboden gleichgemacht.

Die Wahrscheinlichkeit irgendwelche Stollen aufzuspüren scheint, im Dünnerntal, ziemlich null bis unternull zu liegen. Indes gibt’s ein grosser Reichtum an Bohnerz-Böhnchen.   

Bohnerz

Ohne nennenswerte Anstrengung fischte ich schnell aus den Halden 4 bis 5 feine Böhnchen bester Qualität.

Und das Fazit, sehr schönes Minengelände, interessantes Industriegeschichtskapitel doch leider alles zu Tode planiert. Auch der kleine Abstecher in die Jurafelsregionen brachte keine älteren Stollen zu Tage.

Die Nachbarsgeschchte Verborgene Eisen im Dürsteltal

Hungerberger Unterwelten

am 05. März 2022 unter Ungelistet abgelegt

und sonstige mehr oder minder verborgene Geheimnisse

Es ist der Traum jeder Bergbauforscherin, ein Geologischer Atlas voller Mundlochsymbolen. Lange war dieser Hungerberg, nördlich von Aarau gelegen, Objekt unbefriedigter Neugierde.

Historisch sind, weit zurückreichend, sprich die Jahre 1806, Einträge ersichtlich die auf spannendes hindeuten.

Hungerberg 1806

So sinds die diskreten Eintragungen auf der Kantonskarte des Kupferstechers J. J. Scheurmann wie etwa „Eisen Bergwerk“ die immer wieder die Fantasie beflügelten.

Das Wetter war herrlich, die Pandemiescheisse am abklingen und die Arschlöcher in Bern bleibend, ideale Voraussetzungen zur Feldforschung. Trotz minimaler Vorbereitung, nur mit Geocover auf em Tablett wagten wir die Reise ins Feld.

Schneller als gedacht hüpfte uns das allererste Erfolgserlebnis zu Gesichte.

Gipsstollen Hungerberg

Ein vermauertes Mundloch kündigt eine ehemalige Gipsgrube an. Der starke Mundlochverschluss zeugt von Siedlungsnähe. Erste Zweifel über die Aktualität des Geologischen Atlases machen sich breit. Ob noch Stollenmünder zugänglich sind, wird ein Erstes in Frage gestellt trotzdem gibt’s noch einiges zu entdecken und die genauen Karten-Positionen machen die Suche effizient.

Meyerschacht am Hungerberg

Auf dem Hungerberg, wie ich später bei meiner Recherche erfahre am Meyer-Schacht, werden wir fündig. Leider ist dieser Schacht, der mal einst 50m tief reichte, 1 m Wasser und viele Meter Waldboden. Aber, soviel steht fest, ein Relikt aus Zeit des Eisenbergbaus, benannt nach gleichnamigen Exzentriker, Bergbaupionier, Seidenfabrikant und Meyerische-Stollen-Bauer  „Johann Rudolf Meyer“. Eines jedoch scheint klar, wenn die Schächte randvoll Wasser sind, sind die unterhalb liegenden Stollen die einst der Entwässerung dienten, dicht und richtig voll Wasser.  

Trotzdem sind einige sehr interessante Bergbauspuren zu beobachten die einigen Rückschluss auf den damaligen Bergwerksbetrieb zulassen.

Halde Rombachfeld am Hungerberg

Tief im Wald verborgen, am Rande des Rombachbächlis, erheben sich zwei Halden zu mächtiger Aufschüttung. Wie ich später erfahre beginnt an dieser Stelle das grösste aller Grubenfelder, das Rombach-Grubenfeld. Leider sind die dazugehörigen Mundlöchern von Erosion und Strassenbau sichtlich weggefegt.

Mauerreste Meyer-Grubenfeld am Hungerberg

Uns wieder dem Herr Meyer, und dessen Grubenfeld,  zuwendend, sind einzig etwas alte Gemäuer am Privatbesitz-Sonnenhang  zu erkennen. Die alten Stollen, so wills die Karte, liegen mehrheitlich aktuell im tiefem Siedlungsgebiet und sind wahrscheinlich auf ewig verfallen.

Die einzigen Stollen die wir befahren könnten waren kleine, wie anhand des Katasterplans hervorgeht, eher illegal ausgehobene, kleine Sandsteinräume die der Materiallagerung dienten.

Stollen am Hungerberg

Alle diese Bauten liegen im Wald an nicht abgesperrten Privatgrundstücken.  In mitten dieser Stollen findet sich ein kleines, dem Zerfall ausgesetztes Gartenhaus.

Hungerberg

Der Berg rumpelt und das kleine Gebäude, teil einer wuchtigen Villenanlage, zerfällt unter der Last des Berges.

Hungerberg

Und auch wenn im Innern ein gemütlicher Kamin lockt so scheint der Steinschlag keine guten Absichten zu hegen. Der Dachbereich jedenfalls erlitt einige frappante Durchschüsse.

Fazit eines Nachmittags

Die Diskrepanz zwischen einem Geologischen Atlas und Vorgefundenem ist beträchtlich. Indes, soviel glaub ich heute zu wissen, die Mundlocheinträge basieren auf alten Aufnahmen  von Prof. Mühlberg um 1920. Dieser Mühlberg bezog etliche Angaben aus Arbeiten von Dr. E. Baumberger.

Stollen am Hungerberg um 1920

Alleweil verwendet Mühlberg die Siegfriedkarte 1920 zur Eintragung der Bergbauanlagen. Meine hier dargestellte Version bedient sich der Mühlbergischen-Stolleneintragungen mit eben dieser 1920er Siegfriedkarte.

Das weder Herr Mühlberg noch Herr Baumberger die Welt neu durcherkundeten  beweist folgendes Grubenplänchen mit Namen „Grubenfeld auf der Buch“

Grubenfeld auf der Buch

Auf diesem Planwerk ist die Jahreszahl 1862, ein letztes Aufbäumen des damaligen Bergwerksbetriebs, angegeben. Tatsache ist, so richtig was, wo,  wann scheint irgendwie niemand genau zu wissen. Wie ich neigen anderen Forschungsmenschen auch zur Kopie der Kopie der Kopie.  

Geocover Hungerberg

So mags auch nicht weiter zu erstaunen dass zwischen Mundlöcher Geo-Altlas / Geocover und Herr Mühlbergs Stollenmünder eine sichtliche Differenz besteht.

Hungerberg um 1862

Als damals die Bergwerke um 1862 letztes Bohnerz hervorzogen lang die Landschaft im zunehmendem Dornröschenschlaf eines untergehenden Industriestandortes.

Gruben am Hungerberg

Die Besiedlung heute erinnert nur wage an damaliger Industrie. Einzig etwas weniges an Flurnamen deutet auf goldene Zeiten der Eisenproduktion und der damit verbundenen Bohnerzförderung.

Historische Belege deuten auf erste Arbeiten in Jahren um 1400. Im Jahr 1772 oblag die einzige Konzession fürs Gebiet Hungerberg beim Kloster St. Blasien. Es folgen verschiedene kleinere Abbauphasen nach Aufgabe der Konzession durchs Kloster St. Blasien.

Um 1800 werden  Johann Rudolf Meyer von Aarau und Bergwerks-Administrator Gruner von Bern, das Werk auf ihre Kosten fortzusetzen. Bergbauingenieur Johann Rudolf Meyer, exzentrischer Seidenindustrieller, baute unter der Stadt Aarau ein verzweigtes Netz an Wasserhaltungsstollen und legendenträchtiger Geheimgänge ehe sein Hauptinteresse dem Hungerberger Bergbau galt.

Die Gruben wechseln immer wieder die Besitzer bis 1862 vorläufiger Stillstand eintritt. Es werden zwar immer wieder Aufwältigungsarbeiten aufgenommen doch eine eigentliche Bohnerzförderung wird’s ab 1862 keine mehr geben.

Die Gipsgrube indes, am Ende des Erzgrubenwegs angesiedelt, dürfte, vermutet, bis in die 1940 aktiv bestanden haben.    

Gottschalkenberger Einsichten

am 20. Februar 2022 unter Ungelistet abgelegt

Neulich war ich wieder, nach so vielen Jahren, in tiefen des Gottschalkenbergs.

Gottschalkenberg im Wurf

Die Landschaft war geprägt voll winterlicher Romantik.

Gottschalkenberg im Wurf

Entgegen meiner gehegten Befürchtung das Mundloch des Kohlebergwerks vom 2.WK könnte mir verborgen bleiben, erreichte ich punktgenau den Einstieg.

Gottschalkenberg im Wurf

Auch drinnen schien alles noch an seinem Platz.

Gottschalkenberg im Wurf

Wie üblich immer wieder schön anzuschauen.

Gottschalkenberg im Wurf

Und nach so viel vergangener Jahre war die Freude des Wiedersehens nicht zu überbieten.

Gottschalkenberg im Wurf

Nach getaner Inspektionsbefahrung suchte ich erfolgreich den oberen, aus Zeiten 1846 stammenden, Stollen.

Sage und schreibe 8 Jahre hielt ich mich fern von solch schmucken Bergbaulandschaft. Die Vorgeschichte vom November 2014 nennt sich Gottschalkenberger Erleuchtungen.

Technokids

am 16. Januar 2022 unter Musikalisches, Politischer Grunk, Ultimatives Bla abgelegt

Die Revolution wird abgetanzt und alles was uns kaputtmacht, tanzen wir kaputt. So oder ähnlich war damaliger Leittext der Combo „Straftanz“,

ist Geschichte doch jetzt machen wirs richtig.

Die entstehende „Bundesrat-Fickdich-Dreimal-Subkultur“ wächst und Luisas Playlist,

mein Werkzeug zur Rekordbox-Aufbereitung gibt’s, für gwunderige Technokids in aktueller Form online auf: http://blog.ateliereisen.ch/wp-content/uploads/2022/01/luisa_playlist_16_1_2022.pdf

Rekordbox ist en geiles Spielzeug.

Und der Straftanz-Text war mein allererster Text hier in diesem Blog. Entstanden dieser am 15.10.2009 mit Namen Und es sei entstanden mein allererstes Blog, ist auch Geschichte.

Freie Liste

am 16. Januar 2022 unter Politischer Grunk, Stadtindianer abgelegt

Es frag sich mach Bekanntschaft was mich in Gefilde Gemeinderätlicher Politkonstrukter treibt.

Freie Liste K3

Zweifelsohne, die Wahl ist noch lange nicht gewonnen doch wer heute glaubt dass mit Omikron der ganze Spuk vorbei sein wird der glaubt definitiv an Schneewittchen, liebende Prinzen und fleissige Zwerge.

Das Monster welches Regierungen Hochindustrialisierter  Staaten von der Leine lässt, nennt sich Totalüberwachung und das gebildete Konglomerat zwischen Politbolzen und Pharmalobbyisten ist abgrundtief böse.  Die Menschen sind schnell in zwei Gruppen unterteilt jene ,Zertifikatsbestückt die mitmachen, sprich die Folgsamen und jene die zunehmend Repressalien erfahren. In mitten dieser Gesellschaftsentwicklung reiben sich Sozialdemokraten begeistert die Händchen. In freudiger Erwartung real gewordener stalinistischer Träume sind meine Zukunftsaussichten düster bis sehr düster.

Es ist längst Zeit der Gegenkultur und so soll ich Teil dieser neu entstehender Gegenkultur sein.

Die Freie Liste ist die einzige Massnahmenkritische Liste welche sowohl für den Stadtzürcher Gemeinderat als auch für den Stadtzürcher Stadtrat kandidiert. Eine Liste die sich aus dem Umfeld, mehrheitlich Linksautonomer Gruppen und AL-Austreter formierte. Und, ganz wichtig, eine Liste die Massnahmen zur , sogenannt, Bekämpfung der Pandemie, hinterfragt. Ein Novum in der hiesig todgestumpften Politeinöde.     

Ich bin mir nicht sicher ob wir den Hauch einer Chance haben werden aber wir leiern eine längst überfällige Diskussion über eine entstehende Gesundheits- und Pharmadiktatur an. Wir stellen ein wachsender Überwachungsapparat ernsthaft in Frage und wir bauen uns eine erträgliche Gegenkultur ohne Gesichtsmasken auf. Dies find ich, ist en Argument um bei Eiseskälte Flyer zu verteilen.  

Wer Teil dieser Gegenkultur sein möchte sei herzlichst willkommen, nähere Infos auf,

Web: https://www.freielistezueri.ch/

Insta: https://www.instagram.com/freieliste_stadtzuerich/

Telegram: https://t.me/freielistezuerich

Und die Bergwerke, die müssen leider nen Moment warten.

Baulmes Part II

am 16. Januar 2022 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein Weilchen sei vergangen seit Part I, genannter Text unter Kalkminen Baulmes, darum hier die Fortsetzung im unteren Teil des Bergwerkes, viel Bilder und wenig Bla.

Grubenplan Baulmes

Übersichtskarte anklicken, Übersichtskarte kommt als PDF auf neuer Seite

Das Kalk und Zementsteinbergwerk liegt nahe dem schmucken Dörfchen Baulmes. Es gibt ein oberes Bergwerk welches in Struktur und Stollenbau an die Seemühle erinnert und es gibt das untere Bergwerk in klassischer Kammerbautechnik vorgetrieben. Beide Bergwerke sind zwar nicht miteinander verbunden doch dadurch dass diese ziemlich genau Übereinader liegen ist die Rede von insgesamt 11 Sohlen.  Das obere, auf Kalkminen Baulmes beschrieben, verfügt über 4 Sohlen und im unteren Bau sind 7 Sohlen miteinander verknüpft.

In diesem Bericht streune ich, in Begleitung meines planlesenden Freundes, durch die unteren 7 Hauen.

Kalkbergwerk Baulmes

Mundloch ist wie immer, offen, schön geölt und erst noch mehrheitlich trocken.

Die unteren Sohlen sind, dank Direktanschluss an die zwei Hauptmundlöcher, ziemlich leergeräumt.

Kalkbergwerk Baulmes

Bald auf Hauptstrecke öffnet der allesverbindende Schrägschacht seine Pforten. Dies Objekt spannender Entdeckungen befuhren wir mit Hilfe eines Seiles  von oben her.

Kalkbergwerk Baulmes

Wie üblich im Jura überall im Untergrund Überbleibsel vergangener Pilzkulturen.

Kalkbergwerk Baulmes

In oberen Gefilden wird’s, mit etwas Seilerei, richtig Spannend. Zahlreiches Bergbaumaterial blieb in den, nur schwer zugänglichen Sohlen, auf ewig liegen.

Kalkbergwerk Baulmes

Die bekannte, damals exklusiv geglaubte, Rodalquilar-Y-Weiche gibt’s, sage und schreibe, auch im Jura zu beobachten. Zugegeben diese steht weit fern des Ponyhofs.

Kalkbergwerk Baulmes

Eine etwas ramponierte Abwurfanlage zieht sich mehr oder minder übersichtlich über alle Sohlen hinweg.

Kalkbergwerk Baulmes

Manchmal guckt einizig die Röhre aus em Holzverbau hervor.

Kalkbergwerk Baulmes

Irgendwo auf einer Zwischensohle stapeln sich vergessene 60er Geleise.

Wer dies schöne Bergwerk besuchen möchte sollt unbedingt en Plan mithaben. Falls Seil so, ein über 80 Meter langes. Unseres erreichte die letzte Sohle nimmer.

Die Vorgeschichte gibt’s auf Kalkminen Baulmes

Und die Geschichte zum Ganzen lieg auf:
L’ancienne usine des chaux et ciments de Baulmes
Hauptseite arnexhistoire.blogspot.ch

Und immer wieder grüsst der Globi

am 05. Dezember 2021 unter Musikalisches, Stadtindianer abgelegt

Ja, belanglos, doch nachdem sich, in einem Teilbereich meiner Betätigungskultur, die Begrifflichkeit Globi-Plan eingeschlichen hat, darf an dieser Stelle dessen Urheber nicht fehlen.

Globi im Globi

Auch mein Urgestein wagt sich an die 28 Jahre Betriebskenntnis.

Globi bei Nacht

Und wenn all die Nachteinsätzen nicht Unmengen an überzogenen Landschaftbildchen generieren täten so hätt ich längst mich in Irische Hochebenen verkrümelt.

Nun denn, manchmal hör ich auch Musik, momentan eher die härtere Gangart, denn, in der Party liegt die Revolution und mir ist momentan sehr nach Revolution und ganz und gar nicht nach Krieg.

Krieg und Revolution schliessen sich aus, müssen sich ausschliessen, möglicher Weg ist die gemeinsame Party. So bin ich mir nid sicher ob ich wieder, geile Partys machen sollte.

Luisas Playlist

Da ich hauptsächlich der Spezies Papiertiger mich zugehörig fühle gibt’s eine frei verfügbare Luisas-Playlist für all jene die Spass an der Technokultur haben.

Liste schlummert als PDF unter: http://blog.ateliereisen.ch/wp-content/uploads/2021/12/luisa_playlist_20_12_2021.pdf

Gestern war Barbaratag, die Schutzpatronin unser eins,

Mineure,

Kanoniere,

Elektriker,

Feuerspeier

und Sonstige mit kräftig Zeugs hantierende.

Barbara

Somit, Glückauf meiner hiesigen Leserschaft und möge der Frieden auf ewig obsiegen.

Luisa