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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Horgener Geheimnisse

am 22. März 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

In Zeiten der Corona-Krise ist Bergbauforschung, wie ich neulich feststellte, ein ideales Thema welches so in etwa alle Bundesrätlichen Auflagen erfüllen mag, also ab ins benachbarte Horgen in Löcher in die sich kaum jemand verirren dürfte.

Genannt hier die Kohlebergwerksreviere Gottshalden südlich von Horgen.

Reviere Gottshalden

Die Kohlebergwerke im Westen, Käpfnach, das Besucherbergwerk mit Ausläufer, und Gwandlen sind uns von verschiedenen Erkundungen bereits recht gut vertraut indessen blieben die Reviere Gottshalden, zumindest meinerseits, bis anhin ziemlich unbekannt. Auf meiner Karte sind die roten Punkte potentielle Mundlöcher wovon die Mehrheit derer verstürzt sind. Mir bekannte Stollen sind blau visualisiert. Diesmal konzentrierte sich unsere Stollen-Suche auf besagte Reviere Gottshalden. Unsere erste Station lag nahe dem Meilibach eine bekannte Zementröhre die an den Notausstieg anschliessen sollte.

Reviere Gottshalden

Leider ist diese, noch ganz wenig offene, Zementröhre auch für unsere gelenkigen Körper eindeutig zu klein.

Reviere Gottshalden

Im Innern keineswegs bessere Ausblicke. Die Röhre scheint sich leicht nach oben zu verschieben. Klar ist, um die Zementröhre zu befahren müsste intensive Schaufelarbeit geleistet werden, ob sich dies lohnt ist zweifelhaft. Leider könnte am Ende der Zementröhre ein unüberwindbarer Versturz die Schaufelarbeit schnell zunichte machen. Ergo ehe die Schaufel respektive ein passendes Spezialwerkzeug zum Einsatz kämme, müsste erstmals ein ganz kleines Forschungsteam in die Zementröhre schlüpfen.

Webcam

Als momentaner Favorit zur Erkundung dieser Engstelle, kristallisierte sich, nach kurzer Experimentiersession gestern Abend, eine banale Webcam die zusammen mit einer LED-Lampe auf einem Holzschiffchen montiert, in die Öffnung hineingeschoben wird. Die Zementröhre vermute ich nur wenige Meter lang doch die Kotenänderung  blockiert uns jegliche Sicht. Die Webcam am Laptop mitverfolgt, könnte einige neue Erkenntnisse beisteuern. Erstmals jedoch muss ich Zeit und Muse finden um das gleitfähige Schiffchen zu bauen.

Zurück auf Gottshalden, ein Eingang findet sich, noch in bester Verfassung, im Aabachtobel.

Reviere Gottshalden

Leider jedoch ist das mächtige Gottshalden-Westportal gegenwärtig zugemauert.

Reviere Gottshalden

Auch hier, obschon die Innenansicht durchaus vielversprechend erscheint, gibt’s so auf em legalen Weg kein durchkommen.

Nun ja, erstmals wird die Webcam eine legale Sichtung des Ostzugangs vornehmen.

In diesem Sinne, wird diese Geschichte sicher baldig fortgesetzt.

Endzeiten

am 22. März 2020 unter Stadtindianer abgelegt

Ja, es ist eine nicht wirklich greifbare, kaum vorhersehbare Zeitepoche die an manch Endzeitfilm erinnert.

Ich bin privilegiert, als noch arbeitend dürfende Person mit Blick auf eine schier ausgestorbene Stadt.

Vielleicht noch positives Zeichen, das Mehl kommt noch immer tagtäglich per Bahn. Nun den, an Brot wird’s nicht fehlen.

Co, Co, Coronzki

am 22. März 2020 unter Grungisches, Politischer Grunk abgelegt

Einblick in tiefschwarze Charakterzüge oder wie ich auf die Idee kam eine illegale Menschenansammlung auf engstem Raume zu veranstalten.

Kurzum, mein Name ist nicht Adam Quadroni aber das solltet Ihr, liebe Leser und Leserinnen, denk ich, längst geschnallt haben. Obschon Adam Quadroni durchwegs meine tiefste Hochachtung verdient, dies nicht weil besagter Quadroni von Missständen berichtete die mir seit erstem WK-Tag bekannt waren. Viel eher gilt mein tiefer Respekt einem Menschen der die ungeschminkte Hölle durchquerte und noch aktuell die Ruhe eines Oberländers ausstrahlt. Insofern hat dieser Quadroni durchaus Gemeinsamkeiten mit dem, in aller Köpfen sitzender, Daniel Koch. Auch dieser Mann lässt sich, trotz einer Überdosis Sierra Leone, so ziemlich durch gar nix aus der Ruhe bringen.

Aber eigentlich wollt ich auf ganz andere Themen einschwenken .

Handy in Quarantäne

Nun ja, Kernthema, meine kleine, spontan aufgefahrene Massenversammlung die ich, der Verantwortung willen, kurzerhand in die Quarantäne verfrachtete und die zwingend auf Distanz zu haltenden Einzelcharaktere.  Meine gebaute Massenversammlung setzt sich zusammen aus 7 bis 8 Messteams, eine etwas abgedrehte Anarchistin, sprich meine Wenigkeit, und eine Juristische Person. Die gesamte Versammlung passt locker in eine Schuhschachtel und kommuniziert, auch unkontrolliert, mit nächstgelegener Funk-Zelle. Diese doch sehr fleissige Kommunikation, die entgegen meiner Willensbekundung, letztlich bei  BAG und Polizeibehörden landet, musste ich augenblicklich in die Staatsverordnete Quarantäne verbannen.

Will heissen, bidirektional, funklinkfähige Gerätchen bewegen sich in einem, von mir klar festgelegtem, Aktionsradius, ob dies dem BAG entspreche sei eine andere Geschichte und ob dieser Aktionsradius letztlich mit meiner Person korrespondiert sei nochmals eine andere Geschichte. In der Folge freue ich mich auf einen zunehmenden, ich-bin-nicht-immer-erreichbar-Modus, und eine, ich-zück-mein-Notizbuch-Ära.

Diese kleine Verhaltensänderung im Umgang mit mobilen Gerätchen ist Resultat meiner Gesellschaftsbeobachtung.

So tickt der allgegenwärtige Coroniker

Kurzum, nicht die Corona-Krise verändert uns, nein, die Corona-Krise führt zu Tage wie wir wirklich ticken. Zweifelsohne, dieser Tage erlebe ich Halleluja und Erleuchtung in einem. Klar wird mir dass Distanz nicht das allerdööfste ist und dass ich diese Distanz lange nach Corona weiterpflegen sollte.

Gesegnet seien jene die Facebook nutzen den Facebook offenbart, in unverblümter Härte, das Ticken einiger Menschen in aktueller Situation.

Folglich kristallisieren sich, dieser Wochen, anschliessend genannte, tonangebende Grundcharaktere die ich hier kurz erläutern mag.

Die Opportunisten

Sie sind faul wie Katzenscheisse und suchen unentwegt die Möglichkeit um keinen Strich zu schieben. Präventiv denkt sich diese Spezies, für die anstehenden Trilliarden Jahren, mit reichlich Klopapier ein. Dieses Volk versteht sich in, über Jahrhunderte hinweg, in jeder Betriebsamkeit, keinerlei Aktivität zu entwickeln.  Die gegenwärtige Corona-Krise nutz der Opportunist zu unbeirrtem schwenken des Gewerkschaftsglöckchens. Kurzarbeit liebt der Opportunist. Dank garantiertem Lohn mit Freunden an der Seepromenade am Joint saugen ist den Opportunist das erstrebenswerte Lebens-Ziel.

Die Hausmeister / Hausmeisterinnen

Diese Volksgruppe findet sich vorwiegend unter den Journalisten und Journalistinnen. Sie beanspruchen die Position des unangefochtenen Besserwisserischen. Ein Jeder, eine Jede, im Range eines Immunologen, eines Spitalleiters oder eines hochdekorierten Krisenstäblers. Sexuelle Erregung findet diese Gruppe nach erfolgter Denunzierung abtrünniger Massnahmenbrecher. Lauthals fordert der Hausmeister, die Hausmeisterin, Ausgangssperren um möglichst ungehindert die ansteckungsfreie, individuelle Freiheit auszuschöpfen. Hausmeister glauben an ihre unumstössliche Wichtigkeit die vor jeglicher Form einer geltenden Ausgangssperre schützt. Die Volksgruppe der Hausmeister kennt keinerlei Gewissen und keinerlei Ethik, Hauptsache der Pulitzer klebt gut sichtbar auf der Brust. Man vergesse nie, die Geschwister Scholl  wurden vom Hausmeister Denunziert.

Die Sheriffs

Diese Charakterausblühung kommt sehr oft im Linkpolitischem Milieu vor. Ausgewachsene Sheriffs tummeln sich gerne im SP-Kreise wenn doch anwachsende Hilfssheriffs mir nicht minder unangenehm auffallen. Deren Rhetorik erinnert an klassische John Wayne-Filme, die Colts sitzen locker, Gut und Böse sind unmissverständlich klare Farben Schwarz und Weiss . Bundesrat Alain Berset pflegt ausgeprägte Sheriffallüren. Die Sheriffs mögen Polizei und Militär und sind, tragischer weise manchmal einer rechtsgerichteten Ideologie verdammt nahe. Freiheit assoziiert der Sheriff mit latent asozialem Verhalten welches mit der nötigen Repression zu unterdrücken ist.

Allerletzt,

Wer anhand meiner Texte glaubt ich fände alles Scheisse was Bundesräte murmeln der irrt gewaltig. Aber, bitte seit zivil ungehorsam und bleibt gesund dies geistig wie körperlich.

Alles hat ein Ende

am 15. März 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Der Seemühleplan erreicht nun zeitweilig die letzte Grundstecke.

Pneustrecke

Gestern war ich wieder mit Sepp am einer weiteren Vermessung. Der Zeitpunkt um in alten, menschenleeren Stollen herumzulasern schien ja, angesichts der vorherrschenden Corona-Kriese, wieder mal ideal gewählt.

Der umgesetzte Plan gibt’s auf Version 12 auf https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2020/03/Feld1_2_3_4_V12.pdf

Nun, nach knapp 4 Jahren Vermessungsarbeit ist das Ende absehbar. Nichts desto trotz, es gibt noch reichlich was zu tun.

Etwa meine Transcommunitygeschichte die nun in der Version 3 auf https://www.luisa.net/wp-content/uploads/2020/03/transcom_V3.pdf bereitsteht.

Und ja, ganz dem Zeitgeist folgend, gute Gesundheit Euch liebe Leser, Leserinnen, und seit lieb zum Klopapier.

Flachlandwochende 2020

am 07. März 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Weils so schön war, wenige Impressionen weiterer Stollenerkundungen.

Freitags wars ein altbekannter, fast schon vergessener, Kohleabbau aus frühen Zeiten, um die 1830.

Genannt hier der, nie so richtig entschlüsselte, Kohlestollen Neufürst ob Elgg.

Grube Neufürst Elgg

Inzwischen ist der Eingang zur bequemen Grösse angewachsen. Kerzen und sonstige Artefakte im Bergbaurelikt lassen auf regen Dorfjugend-Gothik-Szenen-Besuch schliessen.

Grube Neufürst Elgg

Wie üblich dürfte, zur Tagesfeier, die Langzeitbelichtung mit wilder Taschenlampenfuchtlerei nicht fehlen.

Grube Neufürst Elgg

Irgendwo in der sauber ausgeschlagenen Grundstrecke war mal einst eine Türe, respektive ein Türrahmen eingepasst. Ist mir so, behaupte ich jetzt mal, nie aufgefallen.

Grube Neufürst Elgg

Im bis anhin bekanntem Bergwerksteil war die Kohleausbeute eher bescheiden umso schöner die Sinterlandschaft.

Grube Neufürst Elgg

Die Verbindung in die weitaus grösseren, von mir noch nicht erkundeten, Strecken ist leider immer noch voll Wasser. Leider gleiches Bild wie vor 7 Jahren genannter 19. Mai 2013, siehe Kohlebergwerk im Fürst

Grube Neufürst Elgg

Im Plan, stammend aus einer Jugend-Forscht-Arbeit  1966, orange eingefärbt die mir und meinen Freunden bekannte Strecke.

Und am Samstag, zweifelsohne ein Highlight, Einblicke in mir unbekannte, Horgener Unterwelten.  

Bergwerk Gwandlen

Aber erstmals, ehe Unbekanntes meine Neugierde beflügelte, sollte ein kleiner Versuch in Gwandlen wieder gewagt werden. Bei der letzten Erkundung des Horgener Kohlestollens Gwandlen, am 3.3.2016, war die Luftqualität gefährlich mies und auch dies besagte Wochendende war die Luft nicht wirklich besser.

Bergwerk Gwandlen

So blieb die Erkundung bei wenigen, mir bereits vertrauten, Metern.

Bergwerk Käpfnach

Also ab in die Wetterstrecke des Besucherbergwerks. Auch in diesem Stollenwerk gibts noch reichlich unerforschte Seitenarme zu erkunden. Im Bild die Schubkarre die einige Jahre auf bessere Zeiten wartet.

Bergwerk Käpfnach

Die zumeist niederen Strecken, ausserhalb des Besucherrundkurses, sind immer wieder von massigen Steinblöcken verstellt. Solch Szenarien sorgen für äusserst fotogene Bildmotive.

Bergwerk Käpfnach

Zur Visualisierung der heute bekannten Strecken bediente ich mich des letzten vermessenen Plans von 1942. Dieser Plan scheint heute noch ehesten mit den gegebenen Verhältnissen zu harmonisieren. In Orange markiert sind die gegenwärtig bekannten Strecken, gelb dargestellt ist der Besucherbergwerksrundkurs.

Vorgeschichten

Kohlebergwerk im Fürst

Verborgene Kohlen in Elgg, Part II

Verborgene Kohle in Elgg

Die Elgger Kohlebergwerke

Käpfnacher Kohlen

Stollenvortrieb 2020

am 27. Februar 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Tatsächlich drehte die Welt inzwischen einige Umdrehungen und Feuersetzen ist definitiv out. Und doch, noch Heute ist so en Tunnelvortrieb die Kombination aus Feuer und Geschwindigkeit. In Zeiten in denen Löhne und alle weiteren Hohlhand machende Mafiosos viel Geld kosten, spielt Hightech eine zunehmend wichtige Rolle.

Gewährte Einblicke in den Spreng-Vortriebszyklus des Sicherheitsstollens Crapteig offenbarten mir ganz neue Erkenntnisse zur wundersam spassigen Welt der Ammoniumnitrat-Mixes.

Bohrjumbo

Allererst tut ein ausgewachsener Bohrjumbo sein Werk in Form von rund 3 Meter tief, nach Bohrschema angeordneter, Löcher.

Bohrjumbo

Hiesiges Exemplar bohrt bei maximal 125 KW 2 Loch gleichzeitig mit voller Hydraulikpower.

Sprengmischer

In die fertigen Bohrlöcher wird die Sprengmischung, Ammoniumnitrat, welcher für Sauerstoff sorgt, und weitere zwei Zugemüsen, mir nimmer gebliebene, eingespritzt.   

Crapteigtunnel

Anschliessend werden Zünder wie Zündschläuche eingesetzt. Die Zündschläuche wie auch die Zünder Übermitteln den Zündimpuls via kleine Sprengung in den Schläuchen. Die Zünder indes sind für die richtige Zündverzögerung zuständig. Letztlich erfolgen die ersten Sprengungen vom Zentrum her nach Aussen mit Zwischenpausen um die Gesteinsmassen rechtzeitig wegzubefördern.

Crapteigtunnel

Elektrisch wird nur der allerste Zünder aktiviert welcher im Anschluss alle gelben und roten Zündschläuche zur Detonation bringt.

Crapteigtunnel

Wie üblich, der spassigste Moment eines jeden Tunnelbauers, Tunnelbauerin, die Zündung übers elektrische Zündgerät.

Crapteigtunnel

Um anschliessend, nach Ausblasen des Tunnels, den angestauten Schutt mit hiesigem Elektroungetüm aufzuladen.

Crapteigtunnel

Und weils so schön war, die wartende Trafostation 3 x 6000V zu 3 x 400/230V.

Kurzum, ein richtig geiler Naschmittag  mit vielen neuen Erkenntnissen, danke FBG.

Weisse Flecken in Schweizer Geschichtsbüchern

am 02. Februar 2020 unter Politischer Grunk, Vergangenes abgelegt

Ich bin neulich, über irgend wer aus em Facebook, über eine kleine Geschichte rund um Schweizer Flüchtlingspolitik gestolpert. Genannt das „Concentrationslager“ Büren an der Aare 1940 bis 1946.

Der Vorwurf wonach diese, etwas unrühmliche Geschichte Schweizer Flüchtlingspolitik gerne aus den Geschichtsbüchern verbannt werde, bestätigte sich über einige Facebook-Posts hinweg, so viel zu Facebook.

Bekanntlich bin ich neugierig also machte ich mich auf die Reise nach Büren an der Aare, dies zumindest mittels GIS-Servern, den üblichen hier bekannten Karten-Online-Tools.

Es war die Siegfriedkarte, die mit Präzision und Detailtreue, viele Jahrzehnte lang, als das Schweizer Kartenwerk, zu überzeugen wüsste. Als Forscherin konnte ich immer wieder wichtiges Geschichtswissen aus den Publizierten Werken herausziehen.

Concentrationslager Büren an der Aare

Im Ausschnitt „Inselimatten“ westlich von Büren an der Aare, herrscht indes um 1946 tatsächlich gähnendes Weiss zwischen etwas verirrten Feldwegen. Jahre davor wie Jahre danach ist Siegfried genauso, wenn nicht deutlich minder, Dokumentiert.   

Gut gibt es ebenso zugängliche, wenn doch etwas verstecktere, Luftbilder, im Kartentool der Schweizer Eidgenossenschaft die ein ganz anderes Bild zeichnen.

Concentrationslager Büren an der Aare

Ein fein aufgelöstes Luftbild aus dem Jahre 1946 zeigt die gesamte Lageranlage in faszinierender Detailgetreue. Einzig Wachtürme wie Stachendraht sind auf dem Foto nicht zu erkennen. Aus weiteren Historischen Bildern ist mir bekannt, sowohl Wachturm wie Stacheldraht waren allgegenwärtig.

Ob die Erwähnung des Lagers in Geschichtsbüchern eher verschwiegen wird, kann ich hier, mit wissenschaftlicher Exaktheit, nicht wirklich wiedergeben. Bei meiner Recherche bin ich auf die Namen Jürg Stadelmann und Selina Krause gestossen die sich, im Buch „Concentrationslager Büren an der Aare 1940 bis 1946“  intensiver mit dem Lager in Büren an der Aare auseinandersetzten.  Auch en Wikipediaeintrag wie auch diverse Webseiten zum Thema sind auffindbar. Nichts desto trotz fehlt die Kartografische Aufarbeitung auf allem, von mir gefundenen Karten.

Geschichte des Lagers

1940 Das Lager wurde zur Internierung  geflüchteter 12 000 Polen, Angehörige des 45. französischen Armeekorps, erbaut. Später sind die Internierten in weitere Lager, Schweizweit verteilt worden. Eine Polen-Lageraussenstelle begegnete mir, bei meinem Bergbaurecherchen rund ums Bergwerk Cava sul Rhein mit darüber liegendem Polenweg (Ilanz Tavanasa).  

ab 1942 diente der Lagerkomplex zur Unterbringung von zivilen Kriegsflüchtlingen.  

ab 1947 wurden zahlreiche Holzbaracken abgebaut. Die verbleidenden Bauten zerrfielen.  

Links

Webseite von Jürg Stadelmann  http://geschichte-luzern.ch/

Wikipediaartikel

Kartenportal Schweizer Eidgenossenschaft Büren an der Aare

Züribränt 2020

am 03. Januar 2020 unter Betrachtungen, Grungisches, Stadtindianer abgelegt

Definitiv, wir haben ein soziales Problem.

Züribränt 2020

Im Kreis 4 brennen zunehmend schmucke Autos an noch schmuckeren Fassaden.

Soweit so gut, dass sich allmählich eine Kultur der Gewalt etablieren würde, war zweifelsohne absehbar. Rein historisch betrachtet warens Nette, Grüne und weitere SPler in unheiliger Allianz mit einer knallharten Immobilienlobby  die aus einen Arbeiterquartier en Schicky-Micky-Fleck bauten, ein Hoch auf die Verkehrsberuhiger. Wer Auslöser dieser Gewaltwelle ist, muss ich wohl kaum näher spezifizieren.

Indessen anders als in Jahren 1980er,

Dumm nur, die Dummen, respektive die Gejagten, sind wir, auch eine Minderheit, Trans, Schwule und eher minder dem System angepasste, wie etwa meine Wenigkeit.

Denn, jene die in der Nacht des 31.12.2019 Hoo Hoo Hooligan skandierten und wild mit Pyros um sich schossen sind Instrumenter einer brandgefährlichen Ultrarechten, Namen seinen an dieser Stelle nicht genannt.

Soviel ist klar, diese blökende Bande wird vermeidlich schwächere attackieren während Immobilienbonzen sich ins Fäustchen lachen.

Jener Besitzer des abgefackelten weissen, relativ bescheidenen, Audi A4s wird kaum aus purer Freude, für den stickig scheissigen 2 Zimmer-Ecoreal-Bunker, 2200 Hämmer monatlich hinblättern.

Gut nur dass mein Leumund wieder glatt ist, ich denk ich sollt ganz dringend die Sprengprüfung ablegen.

Weihnachtliches Bitumen

am 02. Januar 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es war der 25. Dezember und das traditionelle Bitumen-Wunderkerzensuchen stand wieder an. Wie üblich gibt’s im Val de Travers einige Sehenswürdigkeiten die auf Erkundung warteten. Wie üblich auch ist der 25. Dezember ideal für den Blick hinter die Gartenzäune.

Geologischer Atlas Val de Travers

Auf der Geologischen Karte lagen immer noch uns unbekannte Mundlochsymbole die auf uns warteten.

Erste Station unseres Ausflugs lang im bekannten St. Sulpice. Beim letzten Besuch, auf Saint-Sulpices Zementer und weitere Pilze beschrieben, blieb noch ein kleines Fragezeichen zu einer unbekannten Asphaltmine offen.

Asphaltmine St. Sulpice

Das Mundloch war schnell gefunden und das unterste Viertel war idealerweise offen doch leider füllte das heraus drückende Wasser die gesamte Öffnung. Ein Tauchgang wär nötig gewesen, ganz und gar nicht mein Ding insbesondere beim Dreckswetter welches vorherrschte.

Also weiter ins Dörfchen Travers respektive aufs riesige Minengelände „La Presta“.

Grubenplan La Presta 1920

Grubenplan aus der Geotechnischen Serie 009 geklaut

Ein Grossteil der Gruben ist heute als Besucherbergwerk genutzt doch einige Sehenswürdigkeiten sind durchaus noch offen und längst vergessen. Eines dieser Untertagebauten liegt im westlichsten Zipfel des La Presta Areals und hört auf den Namen „Galerie Essai“.

Galerie Essai Travers

In einer prächtigen Stützmauer, tief im Wald, sind, an den äussern Enden, zwei Mundlöcher fahrbar wovon das einte bald verstürzt erscheint.

Galerie Essai Travers

Das zweite Mundloch indes führt in eine reichlich belebte Asphaltmine der „La Presta Gruppe“.

Nahe dem Eingangsbereich tummeln sich zwei Dachse in erstaunlicher Ausgelassenheit durch die Grundstrecke. Die verlassene Grube scheint in der Tierwelt als absoluter Geheimtipp zu gelten. Leider verzogen sich die beiden Dachse in eine Spalte während wir die Fotoapparate hervor kramten.  Der strenge Stollendurft und die zahlreichen Tierskelette blieben uns indes bis zum Schluss erhalten.

Und nicht weit an erster Stollenkreuzung machten sich zwei ausgewachsene Füchse bemerkbar. Der Einte folgte, im Fluchtmodus, der Hauptstrecke durchs kalte Nass während zweites Tier die Querstrecke bevorzugte.

Galerie Essai Travers

Die Querstrecke endet in Stollenbrust. Auch der einte Fuchs, welcher am Gegenende des Tümpels unser Treiben beobachtete, machte solch Feststellung. Nun ja, somit steht fest, der Plan von 1920 stimmt, eine erhoffte Verbindung in die benachbarte „Nouvelle Mine“ existiert nicht. Und auch die damaligen Mundlöcher der  „Nouvelle Mine“ gibt’s definitiv nimmer.

Aber, auf em Weg zu weiteren Geheimnissen, lohnte doch noch ein Blick in den Besucherstollen „La Presta“. Zum Glück war der Lichtschalter nicht weit.

Hauptstrecke La Presta

Im Bild der letzte Hauptstollen des Asphaltbergwerks La Presta, bis 1986 als Förderstollen aktiv, aktuell, eben, als Besucherbergwerk amtend. Leider war eine intensivere Befahrung nicht möglich.

Asphaltfabrik La Presta

Und auch die Asphaltfabrik, die heute das Tiefbauamt nutzt, verwehrte uns den Zugang zum Hauptförderschacht.

Asphaltfabrik La Presta 1930

1930 sah die Fabrik deutlich besser aus, wenn doch der Hauptbau noch heute in etwa der historischen Fotografie entspricht.

Gut gibts im Val de Travers noch einige spannende Bergbau und Industrierelikte.

Mittelspannungsschaltanlage Travers

Nicht unweit der Asphaltfabrik thront noch heute der Mittelspannungsschaltturm welcher einst Travers, die Asphaltfabrik  und die nachfolgende Asphaltweiterverarbeitungsfabrik miteinander verknüpfte.

Asphaltverarbeitung Travers

Die Asphaltweiterverarbeitungsfabrik steht noch heute, Einziger Unterschied, bis ca 1940 war diese Anlage Teil eines feinen Kalkbergwerks welches Kalkkies für die Bitumenbeimischung förderte.

Das Bergwerk mit Namen „Petite Mine“ gibt’s noch heute und tut, gemessen am grossen Asphaltbruder, mit bescheidenen 2200 Stollenmetern, dem Namen alle Ehre. Anno domini führte, aus dem Mundloch, eine Schienenbrücke direkt über die Silos der Asphaltbeimischeinrichtung.  Heute ist die Brücke rückgebaut doch der Hauptstollen, welcher den Kalkhügel anfährt, lebt noch.

Petite Mine Travers

Zwar ist dieser Hauptförderstollen etwas ramponiert doch, trotz eingebrochener Seitenwände, irgendwann, gefühlte 30000 Kilometer, erreicht man das Hauptbergwerk.

Petite Mine Travers

Schneeweisser Kalk wohin das Auge reicht und hin und wieder 60er Schienen. Im Bild die Schienen über eine Arbeitsgrube verlegt.

Petite Mine Travers

Nicht unweit das passende Fahrwerk einer Kipplore.

Petite Mine Travers

Nahe dem Eingang steht noch immer ein Zündersafe ohne dazugehörige Türe,

Petite Mine Travers

Und in greifbarer Nähe das passende Sprengstoffmagazin.

Das Kalkbergwerk schliesst, über verschiedene Durchgänge an ein Untertagesteinbruch.

Petite Mine Travers

Der Steinbruch, auch in leuchtend heller Kalkfarbe, diente einst der Quaderherstellung fürs Bauwessen. Einige Indizien deuten auf eine Betriebszeit um Ende 19. Jahrhundert.

Petite Mine Travers

Auch in dieser ehemaligen Arbeitsstätte verewigten sich Arbeiter mittels gehauenen Texttafeln. Was auf der Tafel zu lesen ist konnte ich indes nicht weiter entziffern.

Zur Petite Mine gibt’s vom Speleoclub Travers gebaut, ein ausführliches PDF mit Grubenplan unter: Plan_PetiteMine.pdf.

Und meine Vorgeschichten zu Val de Travers

Weihnachten 2018 Saint-Sulpices Zementer und weitere Pilze

Weihnachten 2016 Heimische Erdöle

Schiefrige Öler oder andersrum?

am 25. November 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ist bereits en paar Monde her, damals auf der Durchreise Richtung Comer See, siehe Vorbeitrag, als noch en Schmuckes Bergwerk auf Schweizer Seite uns lockte. Dies Bergwerk, bekannt unter Namen wie Tre Fontane oder Serpiano, liegt am Monte San Giorgio und solle bis in die 1950er Ölschiefer gefördert haben.

Das Bergwerk, man nennt etwa 1500 Stollenmeter, ist durchwegs sehenswert und gut und gerne grösstenteils fahrbar.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Wenn doch der Einstieg über die Galleria Arnaldo eher sportlich erscheint.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Bald jedoch, nach einem Versturz welcher noch im 1989 die Weiterfahrt sperrte, wird’s wieder stehend und bequem. Die berühmte Lore vor dem damals nicht passierbarem Versturz, ziert zahlreiche Fotografien  kreuz und quer durchs www. Versatzwände sind kunstvoll entlang der Abbaufelder gesetzt.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Die einzige verbleibende Streckentafel erleichtert die rückwirkende Orientierung ungemein.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Die Förderstrecke Arnaldo ist mit 60er Schienen neuerem Datums ausgebaut. Die Öllschieferschicht fällt knappe 40 Grad Ost-West.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Zeitweilig wieder reichlich versetzte Abbaustrecken mit punktuell eingelassenen Abwurfgesenken.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Manche dieser Abwurfgesenke wurden in späteren Epochen zu Fahrgesenken umgerüstet. Mittels solchen Gesenken gelang uns die etwas holprige Fahrt in tiefer gelegenen Sohlen.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Auf Sohle Santa Barbara oder sonst so einer Heiligen, ist ein improvisierter Kunstraum mit diversen Exponaten zeitgenössischer Kunst eingerichtet. Ich selbst indes beschränk mich in dieser Geschichte definitiv aufs Bergbausachthema.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

In der untersten Sohle, nach bekannten Plänen Galleria Fortuna, wird’s  in Tagrichtung, nicht weit vom Mundloch fern, richtig brüchig. Die einzige gefundene Türstockzimmerungsstrecke ist eindeutig durch und Schrot.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Auf Gegenseite, Tag ins Berginnere, versuchte einst jemand eine Lore in feinem Karton nachzubilden. Nicht weit hinter dem Selbstbaugefährt ist der Stollen eingebrochen. Die Stelle ist, wie bereits erwähnt, vom Bergwerkinnern aus bis an die zusammengedrückte Türstockzimmerung fahrbar.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Gut zu erkennen aktuell die 5 Halden vor den ehemaligen Mundlöchern. Der Einstieg ins System ist gegenwärtig nur noch über die Galleria Arnaldo, am schmalen Einstieg auf 716053 / 85340 / 740 m, möglich. Der unterste, vergitterte Stollen ist nach wenigen Metern eingeknickt und nicht mehr fahrbar.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Der Seigerriss ist  nicht über jeden Zweifel erhaben. Es geistern einige teils, was Gesamtlänge des Bergwerks anbetrifft, recht widersprüchliche Pläne umher. Ob meine Zeichnung hier ein tauglicher Kompromiss sei,  kann ich leider nicht eindeutig beurteilen. Die Verwendung verschiedenster Werkzeuge wie auch relativ genaue Mundlochkoordinaten veranlassten mich zu besagter Stollenausdehnung von maximal 185m auf Santa Barbara.

Ölschiefer Bergwerk Tre Fontane

Der Grundriss folglich ergibt in etwa dies Bild. Beide bekannte Mundlöcher sind als blaue Punkte dargestellt. Die Orange Fläche ist ein ungefähres Abbaufeld und Rot sind die Stollenverläufe eingetragen.

Beide Pläne gibt’s im Grossformat als PDF als Seigerriss auf plan_tre_fontane.pdf und als Grundriss auf trefontane.pdf

Geschichtliches

Seit dem 18. Jahrhundert wurde am Monte San Giorgio Ölschiefer wegen des brennbaren Öls Bergmännisch gefördert. Ab ca. 1900 begann man die Öle, in der eigens erbauten Fabrik bei Meride, für medizinische Zwecke zu nutzen. Unter dem Namen „Saurolo“ vermarktete man das pharmazeutische Produkt welches hauptsächlich zur Behandlung von Hauptkrankheiten verwendet wurde.

Um 1916 waren die heute 5 bekannten Stollen auf eine Gesamtlänge von 900 Meter aufgefahren.  Das Bergwerk lieferte bis zu diesen Jahren geschätzte 2100 Tonnen verwertbaren Ölschiefer. In desn Jahren um die 1940er wuchs die Stollengesamtlänge auf 1500 Meter an.

1950 wurde der Abbau von Ölschiefer, 1954 auch die Produktion und der Vertrieb von Saurolo eingestellt.

Die alte Fabrik steht noch immer bei Spinirolo

Links

Zu den Ölschieferbergwerken auf Monte San Giorgio

Die Bergwerke um 1989 auf Familie Keller

Ein Wochenende am Comer See

am 15. November 2019 unter Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Wahrscheinlich gibt’s wenige Menschen die sich gezielt der wärmenden Sonnenstrahlung entziehen.  Obschon der Comer See, im nahen Italien, wahrhaft hübsche Ecken kennt und das Wetter paradiesisch brüllte, lockte mich und meine Freunde ein mächtiges Eisenbergwerk in die Dunkelheit.

Und wieder mal war ein entspanntes Wochenende unter Freunden angesagt darum nur kurz eine kleine Bildergeschichte. Ich dürfte, ohne forschenden Anspruch, etwas durch die mächtigen Hallen spazieren was deutlich an Entspannung beitrug. In diesem Sinne, es Dankeschön an Graziano Ferrari und an Elena Rognoni für die gewährten Einblicke.

Tunnel Sasso Rancio

Das, um 1910 stillgelegte, Bergwerk schneidet, mittels Erbstollen, das Strassentunneldach im rechten Winkel.

Tunnelschalenträger Sasso Rancio

Im Erbstollen liegen noch die Aussenschalenprofile, welche die Strassentunnelquerung offenbaren.

Mine Sasso Rancio

Dieser Erbstollen verbindet eine Reihe von Abwurfschächten die in höher gelegene Abbaukammern führen. Folglich waren einst, in diesem Stollenwerk, Schienen verlegt auf welchen die Hunte das gesammelte Erz nach Tag auf die auf die wartenden Schiffe transportierte. Dies aber, ohne Zweifel, in letzter Betriebsperiode um die 1900.

Mine Sasso Rancio

Im eigentlichen Abbaufeld öffnen sich riesige Hallen die teils über unwegsame Stollen miteinander Verknüpft sind. Der Erzgang verläuft, zeitweilig beachtlich breit, senkrecht aufwärts.

Mine Sasso Rancio

Im neueren Abbau waren kaum Rollbahnen unterwegs, dementsprechend Kunstvoll  sind Höhenunterschiede überbrückt. Irgendwo in einer Fahrstrecke sind noch tief im Lehm eingedrückte Schubkarenspuren sichtbar.

Mine Sasso Rancio

Wo Versatz fehlte sind regelmässige Treppen in den Fels gehauen.

Mine Sasso Rancio

Abwurfschächte waren, auf dieser Anlage, unabdingbare Transportstrecken. Im Bild der Abwurf, eingebaut in ein Zweigeteiltes Gesenk. Die zweite Gesenkhälfte  diente als Fahrsteige in die nächsthöhere Abbausohle. Die Zweiteilung erfolgte mittels Versatzausbau.

Mine Sasso Rancio

Artefakte des Erztransportes oder neuer, so genau ist dies nicht erkennbar,

Mine Sasso Rancio

Fest steht, die Höhendifferenzen in den Abbauhallen sind beachtlich.

Mine Sasso Rancio

Auch im Sasso Rancio-Bergwerk gibts, nachweislich Minimum eine Namenstafel. Wenn doch die noch erhaltene Kritzelei, mit Jahreszahl 1847, nicht restlos entziffert ist womit die Bezeichnung Namenstafel eher meiner Annahme  entspricht.

Die Kritzelei befindet sich im oberen, eindeutig älteren und unübersichtlichem Bergwerksteil.  

Mine Sasso Rancio

Das mittlere Mundloch klafft, als grosse Spalte, aus der Felswand

Mine Sasso Rancio

und auch der obere Bergwerkszugang, aus der ersten Epoche um 1700, fällt bald in die Tiefe.

Mine Sasso Rancio

Die Aussicht, nahe der mittleren Installationsfläche, aufs benachbarte Acquaseria könnte nicht prächtiger sein an sonnigen Tagen.

Mine Sasso Rancio

Das Bergwerk Sasso Rancio ist nicht gänzlich unbekannt. Die Schweizer Siegfriedkarte nennt den Ort „La Miniera“. Mein Overlay visualisiert die drei Mundlöcher als blaue Punkte, wovon das Untere vergittert und im Privatbesitz ist. Weiter dargestellt ist die ungefähre Abbauzone in orange. Die Eisenmine war, in verschiedenen Abbauperioden zwischen 1700 und ca 1910, aktiv.

Näheres zur Mine von Graciano Ferrari und Freunde auf: https://www.researchgate.net/publication/333432540_SASSO_RANCIO_AN_IRON_MINE_ON_LAKE_COMO_ITALY

Crazy Times

am 13. Oktober 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ich glaub die letze Woche war kaum auszuhalten. Noch heute liegt der Ärger ganz tief in den Knochen und ich fürchte dass ich allmählich zur Wutbürgerin mutiere. Die Wahlen stehen auch noch an und eigentlich ist mir nach kompletter Verweigerung und Ablehnung hiesiger Systeme. Da sagte einst meine Holde in mitten des Gotschnatunnels „dies Land ist bedacht die Menschen permanent dumm zu halten“ und ich fürchte dem ist genau so.  Leider sind jene Repräsentanten im fernen Bundesbern  genau solch ein Teil dieses Systems. Obschon ich den Ärger, der definitiv rein politisch ist und von Gewerkschaften geschürt wurde, allmählich kanalisiere, scheinen diese düsteren Wolken auch noch die Existenz meiner Lebensgefährtin zu gefährden.

Angesichts solch verrückter Zeiten war eine Lasertherapie, um mich mal auf andere Gedanken zu trimmen, durch und durch angesagt. So bot sich das stille Relikt, die Seemühle, zur Weitervermessung an und da auf uns, zu düsterer Stund, ein leckeres Rehrücklein wartete, blieb reichlich Zeit für Vermessendes, Neuentdeckendes und Wiederentdeckendes.

Seemühle

Ja wahrlich, noch heute benennt die bizarre Dame, sichtlich in die Jahre gekommen,  vom Sprenghäuschen herunter, die Crazy Times. Welch kluger Beobachtungsgeist mir, in beeindruckender Kontinuität, entgegenschlägt.

Alleweil wars so um den Februar 2018 als ich bereits an die verrückten Zeiten erinnert wurde, auch en Bild auf Seemühlegezeichne. Die Zeiten indes haben, aus meiner Sicht, an Absurdem so richtig zugelegt.  

Seemühle

Nichts desto trotz gibt’s en Gelindekreuz an den ich, ohne Übertreibung ,eine Trilliarde male vorbeispazierte und welchem ich wahrscheinlich einige Zentausend tiefere Eingebungen schenkte und doch ist dies Symbol immer wieder eine Neuentdeckung, ergo Alzheimer lässt grüssen. Aber, keine Sorge, ist auf dem neusten Plan genannter Feld1_2_3_4_V8.pdf vermerkt.

Seemühle

Auch immer wieder lustig, der Wasserstollen unter der Staumauer. Ich kenn  diesen aus der Förderbandzeit also gut und gerne vor em Jahr 2000. Ausnahmsweise schien hier mein Gedächtnis noch einigermassen korrekt zu rattern.  

Seemühle

Und, meiner Stimmung entsprechend, der Verfall naht, Verlader am Walensee.

Seemühle

Während allmählich die Nacht übers Land zog, freuten wir uns, zu dritt, aufs warm servierte Waidmannsglück.

Kurzum, tolle Ablenkung auf eine kommende Woche hin und, eben, en neuer Plan gibt’s auch noch unter Feld1_2_3_4_V8.pdf .

Die Seemühlegeschichten

Die Seemühle
Lochezen, die verlorene Zugskomposition
Seemühlegezeichne
Und immer wieder lockt das vermeidliche Lebenswerk
Seemühle, das ewige Werk
Seemühle, jähes Ende letzter Geheimnisse
Das Tor stand offen
Seemühle überall
Seemühle, was war?
Die Geheimnisse der Seemühle
Seemühle Borner AG
Das Geheimnis des Steinebrechers

Buffalora, ein Plan entsteht

am 06. Oktober 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Es stieg mal wieder ein Buffalora-Wochenende, dies in einer Zeit die den Ärger förmlich anzieht. Somit meinerseits ein willkommenes Wochenende der Ablenkung und des Beginns eines neuen Lebenswerks ehe ich mich auf einen erbitterten Juristenkampf vorbereite.

Buffalora stand dies Wochenende, zumindest für mich,  ganz im Zeichen der Vermessung. Ein Plan hat dies würdige Werk aus Betriebszeit 1300 durchaus verdient und ich kann durchaus noch einige Lebenswerke vertragen.

Buffalora

Doch ehe untertägig mit der Laservermessung mittels DistoX2 und Topodroid gestartet werden konnte mussten erstmals die Distos einer Kalibrierung unterzogen werden. Dazu mussten erstmals Bäume zu virtuellen Würfelstrecken umfunktioniert werden ehe mit den Distos die markierten Würfelstrecken abgelasert werden könnten . Eine Tätigkeit die ich als äusserst unspassig betrachte und die durch en gemütlichen Freitagnachmittag doch noch irgendwie belohnt wurde.

Buffalora

Am Folgetag wars so weit und wir konnten, mit 2 Teams, diese komplexe Vermessung starten.  Nach wie vor schien uns das Herbstwetter,  durch und durch, wohlgesonnen  was wieder, ehe wir im Untergrund verschwanden, eine wunderschöne Sicht auf die prächtige Bergwelt öffnete.

Minarias da Fiern Buffalora

Im Untergrund war die Herausforderung indes durchaus Sportlich. Selten fand ich ein bequemes Zeichnungseck alla  Seemühle

Minieras da Fiern

und manch Messpunkt verlange nach unmöglicher Position.

Minarias da Fiern Buffalora

An den wenigen Stellen welche ein angenehmes durchkommen möglich machten, lauerten, vor bösen Geistern warnende, Andreaskreuzer im Stollenprofil. Gut zu wissen dass dies Relikt dem Aberglauben des 12. Jahrhunderts entstammt.

Minarias da Fiern Buffalora

Trotzdem ist das Bergwerk genannt Minieras da Fiern auf Buffalora immer wieder ein Werk welches mich zutiefst staunen lässt. Insbesondere die noch heute erhaltene Knappen-Handwerkskunst ist, gemäss meinem Wissenstand, einzigartig in der Schweiz.

Minarias da Fiern Buffalora

Und en Plan wächst auch heran, wobei dieser noch viele Stunden Arbeit benötigen wird.

Weitere Buffalorageschichten auf:

Buffalora, Hunde und sonstig Hochtechnologisches
Buffalora Ergänzendes
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora

Ansstein noch Eine

am 15. September 2019 unter Militärisches, Steinerne Unterwelten abgelegt

Schönwetter war gestern und Luisa ganz alleine Zuhause also raus aus den Federn zur Festung Ansstein, genannte A6256. Noch immer reizt mich der Einblick in dies Untertagewerk und dies ohne Verletzung hiesig festgeschriebener Paragrafen.

Ergo klettern war, als Alternative zur Akku-Flex, angesagt. Konkret war mein Ziel die Anlage zu befahren über den Notausgang oder über den Beobachterstand dies ganz ohne Gewaltanwendung. Inzwischen kenn ich die Struktur klassischer Reduit-Artillerie-Festungsanlagen recht genau. Jede Festungsanlage verfügt über minimum einen erreichbaren Notausgang, Beobachterklappen und grosse Explosionsdruckausgleichsstollen. Letztere sollten im Falle einer Explosion im Munitionslager den entstehenden Druck nach aussen führen ohne grössere Schäden im Werk zu bewirken. Diese Explosionsdruckausgleichsstollen sind die Achillesferse einer jeder Festung weswegen diese meist gut getarnt und unerreichbar angelegt sind.  Anders bei den Notausgängen respektive bei den Beobachterständen diese sollten eine effiziente Evakuation der Festungsanlage möglich machen.

A6256

Von der Strasse aus sind einige Gefechtsstände gut sichtbar in der Felswand, Blick West zu Ost. Nach Grundriss Vorbeitrag ist, sehr spekulativ, die MG-Stellung mit Beobachtertor und Panzerabwehrkanonenstellung oberhalb der Panzersperre lokalisierbar.

A6256

Die Sicht vom kleinen Fürstentümchen in die Schweiz, Nord-Süd-Blick, offenbart die zwei Bunkerkanonen 7.5cm sowie den möglichen Beobachterstand in der Mitte. Alle diese Stellungen sind ohne Seil kaum erreichbar. Die linke Stellung dürfte gemäss Grundriss den Explosionsdruckausgleichsstollen beherbergen. Kurzum, für mich an nem Samstagnachmittag unerreichbar, die Flex ist da die deutlich sinnvollere Alternative.

Trotzdem ich machte mich an die Westflanke und folge minutiös der Felswand die gut verborgen, im Urwald, kaum zu erreichen war. Meine Hoffnung irgendwo ein Aufstieg in den Notausgang zu finden hielt sich immer noch hartnäckig fest in meinem Köpfchen. Früher waren die Gefechtsstände mit Tarnungen ausgestattet die, vor Schussabgabe, teilweise von aussen her bedient werden mussten. Meistens waren die Stände über abenteuerliche Steigen erschlossen.

A6256

Doch die Steigen, konventionelle Leitern, waren alle samt demontiert. Manchmal gelang mit das Hochklettern unter beizug diverser herum wachsender Bäume und Sträucher, auf ein nächstes erfolgsversprechendes Felsbänklein.

A6256

Nach kurzer Sporteinlage gelangs mir eine der zwei PAK-Stellungen zu entern doch noch immer war ich kilometerweit vom Notausgang entfernt. Der geschlossene  Panzerdeckel  schien auch gänzlich unverrückbar den zustieg zu erschweren.

Fazit, einige Positionen wären mit Seilsicherung durchaus save zu erreichen doch, allen Anschein nach, sind die Öffnungen, von innen her, verschweisst was etwas Arbeit am Fels nötig macht.  Der Einstieg ins Felsenwerk gelang mir nicht doch, wo ich konnte, schickte ich die Fotomaschine auf Forschungsmission.

A6256

Im Bild die Eingangshalle des, erstaunlich schlecht gesicherten, Eingangs in die Festung.  Soweit erkennbar sind alle Installation demontiert, was sich mit meinem Wissensstand deckt. Auch ein ABC-Vollschutz ist nicht zu erkennen, keine Drucktüren.

Aber, trotz verborgener Einblicke, sind mir viele neue interessante Details ins Auge gestochen die in etwa die Funktion und die Verteidigung solch eines Werkes veranschaulichen.

Um die A6256 gruppieren sich etliche Infanterie-Einrichtungen die Einblicke über die  Aussenverteidigung und deren Schwachstellen geben.

A6256 Inf-Unterstand

Zweifelsohne, auch der durchtrainierteste Füssel ist irgendwann mal müde. So wies aussieht ist der zugeschweisste Deckel in der Wiese, nahe der A6256, die Unterkunft für die Sicherungskompanie welche für die Aussenverteidigung zuständig war.

A6256 Inf-Unterstand

Um die Festung sind diverse kürzere Stollen in den Berg geschlagen. Teilweise sind diese Bauwerke mit Schiessscharten bestückt.

Zufahrt A6256

Auf meiner Reise sind mir 5 solcher Infanteriestellungen aufgefallen. 3 postieren sich ums Eingangsportal  und zwei solche Stellungen sichern die A6256 Zufahrtsstrasse.

Stand der Vegetation gestern Nachmittag, vom Norden her kommend, wär mir, rein taktisch betrachtet,  mit einer kleinen Handgranate, die Überraschung richtig gelungen. Ergo liegt zwischen Panzersperre und Felswand eine optimale Vegetationsdeckung die per se so eine Festung ziemlich verletzlich macht. Gut zu wissen dass solch Bauwerke, im Zeitalter der Uranmantelmunition, definitiv ausgedient haben.

A6256 Aussenanlagen Inf

An dieser Stelle die Gesamtansicht im Flugbild. Kein Zweifel, ich bin sicher nicht die Erste die solch eine Zeichnung erstellt. Wahrscheinlich lagern einige Zeichnungen dieser Anlage in etlichen Archiven militärischer Nachrichtendienste. Die A6256, zur Sarganser-Gruppe gehörend, war lange strategisch ein interessantes Bauwerk. Einige der Sarganser Felsenwerke sind noch in den Jahren um die 1990, Kalter Krieg, auf ABC-Vollschutz umgerüstet worden.  Die A6256 indes, blieb, soweit ich dies beurteilen kann, auf Stand 1940.

Trotzdem, rein Militärhistorisch ein repräsentatives Stück Reduitgeschichte.

Und der Vorbeitrag

A6256 eine kleine Geschichte