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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Flachlandwochenende

am 17. Februar 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Die Tradition des gemeinsamen Flachland-Bergbau-Wochenendes hat sich definitiv, als feste Institution, irreversibel in den Kalender eingebrannt. Meinerseits gibt’s bereits 3 oder 4 Beiträge die dies legendäre Wochenende beschreiben also soll hier die 2019er-Ausgabe nicht fehlen.

Für mich gibt’s indes, in diesem Beitrag, mal vorerst viele Bilder die ich zum besten geben werde.

Der Freitag war ganz im Zeichen der Schrottkohlen auf Ennetbach

Ennetbach

Was braucht Frau mehr zum erfülltem Leben?

Viel Sonne, etwas Bündnerfleisch und Stollen in greifbarer Nähe reichen vollkommen.

Nach Verköstigung wollt ich indes doch noch etwas Weniges nach den verfallenen Stollen 1 und 2 suchen ehe meine Freunde zu mir stossen würden.

Ennetbach

Wie bereits im November 2011 festgestellt langen noch immer die alten Stollen des 19ten Jahrhunderts tief im Schutt. Indes sind die Spuren, denk ich, noch heute eindeutig. Nichts desto trotz, das Wetter war herrlich und das Brombeergestrüb  angenehm ausgedörrt, sprich optimale Bedingungen zur Stollensuche.

Ennetbach

Nach ausreichender Geländeerkundun und kleiner Siesta kreuzten meine Freunde auf und die nassen Stollenabenteuer konnten beginnen.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Alle jene die wissen wollen wies drüben der Zementröhre aussieht, ein illustres Wasserratengrübchen, mich mit eingeschlossen, wagte den Durchschlupf.

Auch wieder viel Wasser

Ennetbach

Und noch mehr Schlamm.

Und am Anschlusstag folgte die tolle Finstergrund-Exkursion. Ein Schwerspat, Flussspatbergwerk in Schwarzwälder Regionen.

Finstergrund

Diesmal bequem per Zug eingefahren.

Finstergrund

Zeitweilig waren einige UV-Lampen volle pulle im Einsatz.

Finstergrund

Wie üblich gabs jede Menge fotografische Sehenswürdigkeiten.

Finstergrund

Kurzum, ein gelungenes, wohlverdientes Wochenende.

Links
Enntbach die Erste
Ennetbach die Zweite
mein Vorbeitrag Finstergrund
und die Finstergrundwebseite

Alt werden

am 17. Februar 2019 unter Betrachtungen, Transgender, Vergangenes abgelegt

Es gab mal einst die Zeit da war mir klar, der Mensch kann nicht nur auf den Mund fliegen, er kann auch Schaltnetzteile bauen. Es kommt irgendwas inne und es kommt genau 24 VDC ausse.

Schaltnetzteil

Ich hab so ziemlich alle diese geilen Teile unauffällig in meine Sporttasche gepackt.

Und heute, ich merkte, es sind über 30 Jahre verstrichen. Schaltnetzteile stecken in jeder E-Zahnbürste, in sämtlichen LED Birnen in allen nur erdenklichen Haushaltdingern und niemand kümmerts.

Es gilt Abschied zu nehmen von meiner Jugend und von den 27 tausend gestruzten Schalt-Spannungswandler-Dingers. Wenige dieser Apparate waren je wieder im Einsatz.

Die vergangene Woche war Aufräumen angesagt um mal endlich meine, weit verstreuten, Domizile zu zentralisieren. Die Jahre verstrichen und so auch meine Erinnerung über all das Vorhandene nur die zu zahlende Miete bleib als Konstante über die Jahrzehnte erhalten. Zeit um Aufzuräumen nicht nur mit meiner, langsam endenden Jugend.

Und doch, bei so viel Vergangenheitsaufwältigung, treten ganz andere Schätze meiner längs vergessenen Geschichte zu Tage.

Da war mal einst meine kindliche Leidenschaft fürs Feuer, den Dampf und die Bewegung.

Dampfmaschine

Neu entdeckt am Tage Donnerstag nach Estrichräumung. Die Leidenschaft ist den, die bald mal 45 Jahre, kein bisschen erlöschen.

So schrieb ich neulich im Facebook zum Thema,

„Wenn Frau älter wird macht sie definitiv wieder richtig komische Sachen. Viel Dampf, Rauch und Lärm statt TiVi-gucken.“

Nun ja, das Älterwerden hat definitiv auch seine Vorzüge wenn doch, zweifelsohne, in den üblichen Transgeschichten die biologische Tatsache des Älterwerden zu gerne verdrängt wird.  Ich selbst tue mich auch so sichtlich schwer mit dieser Lebensrealität.

Doch manchmal erfolgen Glücksmomente, welche all den Schattenseiten wieder etwas Sonne verpassen.

Sicherheitsventil

Da ist mir mein Stolz übers wieder dicht angelötete Sicherheitsventil nicht zu nehmen, alte Frauen halt.

Ergo, es ist nicht aller Tage pinke, Einhorn reitender Prinzessinnen. Irgendwo nimmt jede Zeitepoche schmerzliches Ende doch an deren Stelle treten neue spannende Wiederentdeckungen. Auch diesen, längst vergessenen, Geschichten sollen Platz in meinem Herzen gewährt werden. Die Zeit als mir die Rolle der begehrenswerten Prinzessin zukam, ist längst verstrichen. Es waren Zeiten voller BDSM, Romantik und Emotionen, richtig geile Zeiten.

Heute nun, ich etwas zerzaust, die Bergbauforscherin, die Mechanikerin, die Industrie-Archäologin, durch und durch, auch spannende Zeiten, nicht minder erfüllend und genauso einen wichtigen Platz in der Gesellschaft inne habend.

Links, klar

Beitrag Julia Engelmann zu „Lass uns Geschichten schreiben die wir später selber gerne erzählen“

Chili con Carne köchelt

am 03. Februar 2019 unter Kulinarik abgelegt

Definitiv ich wünsch heut niemandem den Gang durchs Freie.

Chili con Carne

Fürs Chili con Carne, welches ich Samstagabend aufsetzte, bewärte sich bis anhin die Betty-Bossy-Fassung aber ohne Kartoffeln, siehe Chili con Carne

En Guete

Heimische Schrottkohlen

am 03. Februar 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein kleiner Abstecher in die hiesige Braunkohleförderung Anno 2. Weltkrieg und vorherige nationale Notlagen. Wir nennen das schmucke Eck im Sanktgaller Kanton, Echeltswil Ennetbach, also, wies der Name sagt, jenseits des Baches, genauer, jenseits des Brückenbaches. Das Braunkohlebergwerk indes liegt auf Echeltswiler Hangseite.

Braunkohlegrube Ennetbach

Die Stollen sind allesamt nahe dem Bach was zweifelsohne, zu allen Epochen, für schier unüberwindliche Entwässerungsprobleme sorgte. Ich war vor geschlagenen 7 Jahren-Plus, damals ein ziemliches Bergbaugreenhorn, in den verborgenen Anlagen.

Heute nun ist mein Wissen umfangreicher und die Sicht auf diese abenteuerliche Braukohlegrube eine ganz andere, hinzukommend sind einige Vermessungsplane bereits in meinen Fundus gewandert.  Mein Fokus soll, in dieser Geschichte, der Zeitepoche um den 2. Weltkrieg gelten als Kohle zunehmend knapp wurde und alte Berghauen aus letzter Krise wieder reaktiviert wurden.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Die Mundlöcher, im Bild die Nummer 3, erinnern doch eher an Nagelfluh-Naturhöhlen als an modernen Bergbau.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Auch Stolleneingang der 4. ist nicht minder Rustikal, erschwerend plätschert der Bach frischfröhlich ins Stollensystem.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Das 5. und um 1942 das wichtige Fördermundloch, ist heute mit einer Zementröhre ausgebaut die der Entwässerung dienen sollte. Wasser indes kommt nur Weniges aus der verhältnismässig grossen Röhre heraus.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Das Wasser staut sich stattdessen bis fast aufs Stollendach in der rund 300 Meter langen Hauptstrecke. Das Kohleflöz, selten über 3 cm dick, verläuft, Bild Links recht, 45 Grad fallend. Es ist in der Hauptstrecke, deutlich sichtbar, Braunkohle, äusserst minderer Qualität, ausgekratzt. Immer wieder sind Gesenke, unbekannter Tiefe, im klaren Wasser sichtbar.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Auch die Gegenseite in Richtung des alten Abbaus ist eher Nass ich Nass und ohne Schwimmbereitschaft, mag ironisch klingen, kaum Fahrbar.

Braunkohlebergwerk Ennetbach

Der Blick in den Grubenplan zeigt den Stand 1942 mit einigen Ergänzungen meinerseits. Die Auftageanlagen sind alle Rückgebaut. Das alte Bergwerk, aus 1896, ist heute nur noch mittels Schwimmen, über Stollen 3, zu erreichen. Stollen 1 und Stollen 2 sind verfallen. Die Gesenke sind, gemäss Originalplan aus 1942, alle mit Versatz aufgefüllt. Ein aktueller Plan (1990) von Peter Heierle gezeichnet, offenbart ganz andere, interessante Details. So sollen einige Gesenke zwar voll Wasser aber ohne Versatz offen liegen. Tatsache ist, im klaren Wasser sind einige Abteufungen gut zu erkennen.

Das dies Bergwerk sich der Arbeitskraft des nahegelegenen Armenhauses bediente, könnte durchaus plausibel erscheinen. Die Nähe des, heute verschwundenen, Bürgerasyls legt diese Vermutung nahe. Das Amt für Kriegswirtschaft (die Oberhoheit des Bergbaus zu jener Zeit) und die Fürsorge könnten zu solch Krisenjahren eine durchwegs funktionale Zweckvereinigung gebildet haben. Die äusserst prekären Arbeitsbedingungen im Ennetbacher Braunkohlewerk sind kaum vergleichbar mit grösseren Braunkohlebergwerken welche über gut bezahltes Personal verfügten. Armut gepaart mit etwas subtilen Zwang könnte die abenteuerliche, lebensbedrohliche Untertagearbeit ermöglicht haben

Waschhaus Bürgerasyl Ennetbach

So findet sich am Gegenseite der  Hauptstrasse ein altes Relikt, das Waschhaus, welches meine Theorie bestätigen täte.

Waschhaus Bürgerasyl Ennetbach

(Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo). 

Der Blick aufs Flugbild von 1944 zeigt, rechts im Bild die beiden Bauten wovon das Strassenseitig anliegende Gebäude, das eigentliche Bürgerasyl, heute nicht mehr steht.

Die Vorgeschichte Ennetbach vom 9. November 2011 Auf den Spuren nahe verborgenen Kohlen

Dippoldiswalde

am 26. Januar 2019 unter Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Nun ja wer eine Reise tut……

Nochmals, Beziehungen sind äusserst hilfreich um Einblicke ins längst Vergangenes zu erhaschen. Nicht weit von Freiberg, rund 25 Kilometer westlich findet sich das kleine Städtchen Dippoldiswalde. Dieser Ort, damals in mitten eines kaum durchdringbaren Dschungels, erblühte im 12. Jahrhundert dank reicher Silbererze.

Die alten Bergwerke, heute auf Stadtgebiet, sind kaum dokumentiert und einzig dank bekannter Bergsanierung wieder auffindbar. Es folgte, die Jahre 2012 bis heute, eine umfangreiche archäologische Aufarbeitung. Ein solcher, alter Schachtabbau schlummert zwischen Glashütterstrasse und Reinholdhainerweg in einer knapper Tiefe von ca. 20 Metern.

Dippoldiswalde

Wie üblich wieder die Freitaler Bergbausicherungsfirma mit Dreibeinförderanlage auf dem Schacht.

Dippoldiswalde

Was anfänglich ein dicker, grosser, zeitgenössischer Arbeitsschacht ist,

Dippoldiswalde

verengt sich zunehmend auf die annähernde Original-Feuersetzdimension des 12. Jahrhunderts.

Dippoldiswalde

Ein noch belassener, vertikaler Abbauschlitz, zeitweilig kaum 20 cm breit, verdeutlicht die beschwerlichen Arbeitsbedingungen welche die Knappen, fürs wenige Silber, auf sich nehmen mussten. Kinderarbeit war zu jener Zeit die Regel in solch eher kleineren Gruben.

Dippoldiswalde

Zurück auf der modernen Bergsicherungsbaustelle tröpfelt überall Wasser von den Wänden. Die Befürchtung das tief im Wasser weitere Unterwelten ruhen, wird sich bald bestätigen.

Dippoldiswalde

Wasser plätschert über manch wunderschön feuergesetztes Mittelalterprofil.

Dippoldiswalde

In einer Seitenabzweigung findet sich ein Stollenkreuz welches anfänglich vorgibt rein Horizontal 4 verschieden lange Stollenwerke zu verknüpfen. Wehe jedoch es wage der / die Neugierige das kleine Abbauschlitzlein im Bildhintergrund zu erreichen. Das trübe Wässerchen weiss unerwartet, überraschende Tiefe eines Schachtes auf. Schlammgefüllt wird dieser Abwärtsgang zur äusserst unangenehmen Erfahrung.

Bei genauerer Betrachtung erscheinen, knapp oberhalb der Wasserlinie, Balkenlager einer früheren Holzbühne. Es besteht kein Zweifel, in dieser Weitung stand einst ein Haspelgestell.

Dippoldiswalde

Das Haspelgestell könnte in etwa denjenigen entsprechen welches gegenwärtig im Bergbaumuseum Dippoldiswalde steht.

Dippoldiswalde

Kleines Plänchen zur Verdeutlichung der  Gruben.

Im 12. Jahrhundert sind meist vertikale Schächte, dem Erzgang folgend, getrieben worden. Viele solcher Schächte mit anschliessender, rund 40 oder mehr Meter, langen Stollenseitenarmen, finden  sich auf Stadtgebiet. Einige dieser Anlagen sind bereits archäologisch ausgewertet und, zur Stabilisierung, mit Beton verfüllt. Mein besuchtes Exemplar ist leicht ausserhalb des Stadtzentrums, wobei wohlbemerkt, die erste Stadt um ca. 1100 an Flüsschen „Rote Weisseritz“ zu stehen kam. Im 12. Jahrhundert war die Gegend stark bewaldet und kaum durchdringbar. Erst ums 13. Jahrhundert entstand die heutige Stadt etwas erhaben, im Schutze des Hochwassers, auf einem Felsvorsprung.

Nicolaikirche Dippoldiswalde

Die romanische Nicolaikirche steht am ursprünglichem Stadt-Ort und wurde ums 1200 gebaut. Damals erlangte Dippoldiswalde, dank des Bergbaus, üppigen Reichtum.

Nicolaikirche Dippoldiswalde

Reichtum welcher sich auch in reich verzierten Grabesstätten artikulierte.

Der Bergbau indes verstand in den Jahren um 1400 fast gänzlich von der Bildfläche.

Stollen Dippoldiswalde

Zwar sind einige Stollen bis in die Neuzeit bekannt doch deren Bedeutung schwand, im Gegensatz zu Freiberg, aufkommendes 19. Jahrhundert.

Geolokation Dippoldiswalde

Freiberg noch mehr Sehenswürdigkeiten

am 25. Januar 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Zweifelsohne, die Zeit schwimmt mir weg und irgendwann mal sollt ich ja auch wieder Geld verdienen. Trotzdem gibt’s in Freiberg immer noch schöne Sachen die ich schnell zum besten geben will.

Also mal kurzum en paar Bilder vom Besuch der Radstube des ehemaligen Pochwerks Turmhofschacht.

Turmhofschacht

Aber erstmals das Fördergebäude mit dahinter liegendem Fördergerüst Turmhofschacht.

Turmhofschacht

Wie ichs bereits von Gador kenne, unterhalb des Förderbaus, der Förderstollen welcher an den Schacht anknüpft,

Turmhofschacht

mit dem Klima entsprechender Eiszapfendekoration.

Aber nun mal die versprochenen Bilder der Radstube. Das Wasserrand mit 9 Meter durchmesser trieb einst die Pochstempel.

Radstube Turmhofschacht

Ansicht des Rads am Auflager

Radstube Turmhofschacht

und der Blick hinauf in Richtung Wasserrinne.

Radstube Turmhofschacht

Allerletzt an dieser Stelle, erst jetzt entdeckt, alte Bekannte aus städtischen Unterwelten,

Freiberg Ostwerke

Löfflerschacht, Stadtmauerschacht und Wiesenschacht sind doch irgendwie bereits im Vorbeitrag, mir übers QGIS gekrochen. Vielleicht packt mich wieder die Georeferenzierungslust, momentan lass ichs mal gut sein.

Die Geolokation in Topokarte

Freiberg

am 25. Januar 2019 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Wer etwas ambitionierter historische Bergbauforschung betreibt sollte minimum einmal des Lebens den Bergbauwahlfahrtsort Freiberg aufsuchen. Was für den gläubigen Moslem Mekka ist, ist für den Untertageforscher das Bergbau-Uni-Städtchen Freiberg. Freiberg ist, wie etliche Städte von zahlreichen Gängen unterhöhlt. Doch im Unterschied zu Rom oder Paris, waren dem Untergrund keineswegs nur vulgäre Baustoffe entlockt.  Freiberg baute auf Zinn, Silber und Blei und lies sich, gerne verbautes, sakralles Steinzeugs importieren.

Ich habe das Glück jemandem mit exzellenten Zugängen, in dieser schönen Stadt, zu kennen also nix wie hin den auch Luisa lebt nicht ewig.

Wie so oft auf Auslandpfaden hätt auch dieser Ausflug Platz in einigen Büchern. Da mein Wissen eher bescheiden ist und intensive Geschichtsaufarbeitung von Seiten einiger engagierter Freiberger bereits läuft, beschränke ich mich auf einen, eher rudimentären Befahrungsbericht des Familienschachtes unter dem „Untermarkt“.

An der Geschwister-Scholl-Strasse im Freiburger Dom-Viertel steht ein merkwürdig anmutendes Holztürmchen neueren Datums welches, mach Spaziergänger etwas verwundern mag.

Freiberg Familienschacht

Das kleine Holzhäuschen baute die Bergsicherung Freital GmbH, im Auftrag des Oberbergamt Saschen. Erst der innere, mir gewährte, Einblick offenbart deren genauere Bestimmung. Das Holzhaus umschliesst ein Fördergerüst mit dazu passenden Schacht. Der tonnlägige Schacht mit vertrauenserweckender Bezeichnung „Familienschacht“ führt ausgemauert 46 Meter in die Tiefe auf die erste Strecke des sogenannten „Jonas Spats“ ein Erzgang längeren Ausmasses. Das Schachtbauwerk in einer Schnittdimension von rund 4 x 2 Metern ist fast über die gesamte Falldistanz ausgemauert. Parallel zum Familienschacht liegt streckenweise ein zweiter Schacht welcher über Seitenstrecken, vom Hauptschacht aus, zu erreichen ist.

In der Tiefe – 46 Meter geschäftiges Treiben auf der oberen Sohle des Erzgangs.

Freiberg Familienschacht

Das umfangreiche Untertagewerk  wird gegenwärtig erkundet und Saniert womit ich, dank einer tollen Freundschaft, in dies, sonst kaum befahrene, System blicken durfte. Im Bild der Schachtboden mit Fördertonne auf dem 35 cm Spurweite-Hunt. Gemäss mir vorliegendem Plan sollt ein zweiter Schacht tonnlägig in Gegenrichtung eine noch tiefere Sohle erschliessen, doch zweiteres Bergmannswerk scheint ganz und gar nimmer Familientauglich. Der Wasserspiegel sitzt ziemlich nahe unter Holzboden, ergo, der tiefe Stollen ist abgesoffen. Ohnehin scheint Wasser in dieser Unterwelt allgegenwärtig, die Investition in eine 30m-Wasserdichte Kamera lohnte. Die Bergleute aus 18. Jahrhundert suchten dies Wasser mittels eingeschlagener Gequelle zu zähmen was mir eher wenig nützte.

Jonas Spat Freiberg

Neben der Schachtausmauerung, der Blick nach oben gerichtet, in den ausgeräumten Jonasspat. Bildmittig, trotz vernichtendem Blitzlicht, noch leicht zu erkennen, die Aussenseite der Schachtauskleidung.

Jonas Spat Freiberg

Und, nebenan, im ausgemauerten Familienschacht welchen wir zum Abstieg nutzten, auch die nach oben gerichtete Fotoperspektive, der Tonnlägige Schacht mit den Führungsbrettern für die Fördertonne. Hinter den Holzbrettern der Zuluftschlauch, zuständig für die Bewetterung der tiefen Grubenhauen.

Jonas Spat Freiberg

Knapp am Familienschacht zu, ein Relikt auf vergangener Tage welches Aufschluss über die frühere Bergbautätigkeit gewährt. Die, in die Stollenwand gehauene, Fund- und Gangtafel gibt Auskunft über den Gangnamen, das Jahr der Auffahrung und das Namenskürzel des amtlichen Vertreters. Ich entziffere ein 1786 auf der Gangtafel was, mit der, auf dem Grubenplan nahe markierten Jahreszahl 1790, plausibel erscheint.

Jonas Spat Freiberg

Leider ist der Fortlauf dieser Strecke bald von Metertiefen Seen durchkreuzt. Die Strecke folgt dem fast senkrecht stehenden Erzgang „Jonas Spat“ Nordwest und erreicht immer wieder bearbeitete Gangkreuzungen. Trotz Kanalhosen waren die tiefen Abteufungen in Richtung Bergakademie Freiberg unpassierbar.

Die Gegenseite, nicht minder interessant und bedeutend weiter fahrbar, diesmal auf  Südost-Kurs.

Jonas Spat Freiberg

Im Bild die trocknende Aufwältigungsstrecke, immer noch im Jonas-Spat-Erzgang. Die Bergleute der Bergsicherung verlegten Schienen wie auch den Zuluftschlauch tief ins Innere.

Jonas Spat Freiberg

Doch auch in diesem Bau artikuliert sich allmählich das ungeliebte Nass.

Jonas Spat Freiberg

Dies abfliessende Wässerchen, glücklicherweise lange, als harmloses Rinnsal, ermöglicht uns den Einblick in zunehmend flacher werdende Abbaugesenke. Zeitweilig ist ein Hineinkriechen in die Abbauspalten möglich aber eher beschwerlich.

Jonas Spat Freiberg

Das Wasser nimmt leider zu und der Stollen neigt sich, gefühlt, in die Tiefe. Leichter Dieselduft, ein Indiz für mögliche Verknüpfungen ins 20ste Jahrhundert, macht sich breit. Soweit ich glaube, erfolgte eine Kursänderung, die Abkehr vom Jonasspat, Richtung Nordost zum Wiesenschacht.

Da ich immer bedacht bin meinen Standort zu kennen ich jedoch, bei zunehmendem Alter, der Orientierung klage, bin ich froh um aufschlussreiche Grubenpläne die mir meiner Erinnerung und meinem Verständnis behilflich sind.

Solch einem machte ich Georeferenziert Digital in diverse Kartenwerke und wenn ich doch nur ganz wenig von Freiberg kenne so warens irgendwie immer 3 Punkte die ich übers Kartenmaterial wieder identifizieren konnte.

Erstmals interessiert mich die Gegenwart mit dem aufgelegten Grubenplan.

Freiberg im 2014

Der Gelb markierte Stollen ist unser befahrenes Werk. Der Einstieg führte, wie bereits erwähnt, über den Familienschacht in der Altstadt von Freiberg. Das rote Stollensystem liegt tiefer, wie tief entzieht sich meiner Kenntnis. Eindeutig, Rot ist masslos abgesoffen. Die hier dargestellten Stollen waren über 6 Tages-Schächte erschlossen wovon, heute, ich behaupte, keiner mehr zugänglich ist. Im Stollensystem selbst liegen weitere Blindschächte, unbekannter Tiefe und voll Wasser, mehr oder minder offen.

Indessen, soviel erscheint klar, haben sowohl Gelb wie auch Rot Verbindung zu anderen Gruben.

Freiberg Erzgänge

Eindrücklich wird dies ersichtlich auf obenstehender Grafik welche die Erzgangverläufe Raum Freiberg visualisiert. Die besuchten Erzgänge, Jonas und co, sind meinerseits Gelb-Rot koloriert.

Für mich als Geschichtsinteressierte Person sind die Vergangenheiten nicht minder spannend. Gutes Kartenmaterial gibt’s reichlich und QGIS, was ich langsam drauf habe, macht allerlei möglich.

Freiberg 1940

Mein erster Zeitmaschinenausflug führt mich ins Jahr 1940. Zu jener Zeit scheinen alle 6 Schachtkopfstandorte unverbaut. Einzig der Stadtgrabenschacht könnte, in Jahren der Hitlerdiktatur, unter der Strasse verschwunden sein. Ob der schmale Familienschacht damals offen war, ist eher anzuzweifeln. Die Geschwister-Schollstrasse, wenn doch 1940 eindeutig mit anderem Namen, könnte bereits in den 1940ern mit Pflastersteinen, wie im aktuellen Google Bild sichtbar, belegt gewesen sein. Auf dem Googlebild ist weit und breit kein Familienschacht-Einstieg in Sicht. So dürfte die Strasse Plus-Minus auch 1940 ausgesehen haben.

Freiberg 1600

Noch vor Zeiten des Familienschachtes geschweige den des Bergwerkes unter der Stadt, im 1600, sind alle Positionen der Schächte auch so, unverbaut. Das Wasser im nördlichen Stadtgraben indes musste eindeutig weichenansonsten wär der Stollen richtig rapide vollgelaufen. Meine visuelle Verlängerung des Jonas-Spats führt geradewegs ins Schachthäuschen Südost, ausserhalb der Stadtmauern. Diese Positionen sind, wahrscheinlich die längst betriebenen Bergwerke in Freiberg. Nochmals  

Allerletzt hier an dieser Stelle will ich die wahrscheinlich interessanteste Kartenprojektion, dem neugierigem Leser / Leserin nicht vorenthalten.

Die Karte nennt sich Berliner Meilenblätter von Friedrich Ludwig Aster und denkt die Zeitepoche 1781 bis 1810 also genau jene Zeitepoche in welche die gefundene Gangtafel fällt.

Freiberg 1800

Doch deren Ansicht offenbart mein versagen um rund 100 Meter an Stollenendausdehnung. Zwar stimmt mein Familienschacht haar genau und auch die Ostseite macht soweit Sinn doch mein Westlichster Schacht liegt 100 Meter daneben.

Detail 1800 Freiberg

In der Detailansich nochmals ersichtlich, der Familienschacht mit zu gehörigem Häuschen stimmt und ist auch auf den Meilenblättern drauf. Der Tagesschacht vom Priesterlichem Glückwunsch indes auf meiner Grubenplanzeichnung rund 100 Meter Nordwestlich vom Häuschen mit Flurnamen „Der Priesterliche Glückwunsch“.

Erkenntnis A) ich mach Fehler

Erkenntnis B) das Bergwerk existierte, als die Berliner Meilenblätter aufgenommen wurden, zwischen 1781 bis 1810 unter dem Namen „Der Priesterliche Glückwunsch“. Auch so erscheint auf der historischen Karte die Einhausung des Familienschachtes.

Kurzum, die kleinen QGIS Fingerübungen machten Spass und die Befahrung noch viel mehr.

Die Sachsen-WMSer sind auch richtig was Geiles.

Und allerletzt,  mein markantes Georeferenzierbollwerk und der Blick aus em Hotelzimmer darf an dieser Stelle keineswegs fehlen.

Donatturm Freiberg

Der Donatsturm so wie er steht und dies, so wies aussieht, seit über 419 Jahren, was sehr hilfreich war.

Und die Links:

Geoportal Sachsen, ist richtig was Gutes http://www.landesvermessung.sachsen.de

St Blasien Reviere noch Eine

am 13. Januar 2019 unter Steinerne Unterwelten, Ungelistet abgelegt

Es gibt kaum was schöneres als verschneite Wintertage obschon die Bergbauforschung in winterlicher Pracht zu versaufen droht. Zweifelsohne viel Schnee hilft der abenteuerlichen Stollensuche nicht wirklich trotzdem gabs eine kleine Bildergeschichte auf Klösterlichen Territorien.

Man kann nicht immer in warmer Stube alten Stollenbauten nachstehen und die Tage waren prädestiniert zu weiteren Entdeckungen. Dass wir den Schnee sichtlich unterschätzten tat einem schönen Ausflug keineswegs Abbruch. Da uns noch offene Geheimnisse nördlich der Gruben Gottesehre plagten, war der kleine Schneewanderausflug fast schon perfekt.

Sankt Blasien Reviere

Unsere Reise führte uns in südliche St Blasien-Reviere, Bergbau welcher schwergewichtig seinen Ursprung im spätem Mittelalter des klösterlichen Betriebs, hatte.

Der unterhalb Urberg gelegene, markante Erzgang war uns bereits bekannt wie die eigene Rucksacktasche. Geschichten zu diesen Fluoritvorkommen stehen auf „Gottes Ehre und noch viel mehr Fluriter“ respektive auf „Gottesehre“ doch die oberhalb gelegenen Gruben waren bis anhin gänzlich unbekannt. Da der Erzgang markant immer wieder aufgebrochen wurde, finden sich die Hauen, auch bei reichlich Schnee, erstaunlich fix.

Wetterschacht Gottesehre

Unterhalb Vogelsang, wo bis ins Jahr 1984 der Wetterschacht Gottesehren stand, startet heute ein Bergbaulehrpfand mit Infotafeln zum Thema. Denen Tafeln konnte ich den Verbleibt des mächtigen Bewetterungsschlitzes entlocken. So solle dies eindrucksvolle Belüftungssystem, nach Grubenstilllegung, mit Beton verfüllt worden sein. Unter solch Schneemassen wars uns ganz und gar nicht nach kräftiger Bestampfung des Schachtdeckels.

Erzgang Gottesehre

Auch die weiteren Erzgangaufhauen zeigten wenig relevante Details.

Leopoldstollen

Am gegenende des Berges im Steinbächletal indes eindeutig der erste wirklich interessante Bergbaufund, dieser jedoch mit Stahltür gut verriegelt. Die Türe schliesst eine Trinkwassersammelstelle die im Leopoldstollen verweilt, was uns zur Abkehr bewegte.

Nicht weit fern, auch noch in greifbarer Nähe zum Kloster, liegt ein weiteres, äusserst Spannendes Bergbaurelikt vergangener Tage. Genannt die Nickelgrube Friedrich August ob dem Klosterweiher. Ob der Weiher zum Sankt Blasien Kloster gehörte entzieht sich meiner Kenntnis, Tatsache ist, im Spätmittelalter gehörte so ziemlich alles den Sankt Blasien-Mönchen.  Das Nickelbergwerk indes ist erst ab 1800, als Teil eines weltlich geführten Vitriolwerkes, bekannt.

Friedrich August Grube

Nicht unweit des Weihers steht ein Bachsteinbau mit klaren Bergbauambitionen.

Friedrich August Grube

Und auch innerhalb des, halb abgebrannten, Gebäudes sind die Bergbauspuren offensichtlich. Mittig im Bildhintergrund öffnet ein Mundloch seine Pforten. Doch die Hoffnung einer ausgedehnten Befahrung  scheitert am Kegel eines ziemlich üblen Versturzes.

Friedrich August Grube

Zwar liesse sich der Versturz oberirdisch überbrücken doch das gestaute Stollenwasser ist nicht Weniges und füllend bis aufs Dach. Dies Werk muss eindeutig auf trockene Tage warten also suchten wir die oberen Bereiche der Friedrich August Grube.

Friedrich August Grube

Die oberen Etagen des, noch auffindbaren, Nickelbergwerks bestehen aus einem, abgesperrtem Tagebauschlitz und einem Familienausflugsplatz mit ausführlicher Infotafel zum früheren Bergbau. Zu endeckende Stollen fanden wir leider keine.

Friedrich August Grube

Indessen gibt’s ein sogenanntes Spielbergwerk mit kurzem Stollen und Grubenhunt vor dem Mundloch.

Friedrich August Grube

Was so in aller Öffentlichkeit, wenn doch gestern ziemlich verweist, dürfte uns eher weniger interessieren.  Was die Neugierde weckt sind die paar Kilometer Stollenbauten die wir leider nicht befahren konnten. Am Infopoint war ein prächtiger Grubenplan welcher ich rudimentär im QGIS georeferenzierte um mich auf die Vorfreude einzustimmen.

Friedrich August Grube

Etliche Stollen und Schächte durchziehen das Gebiet des Spielplatzes. Der alles verknüpfende unterste Stollen ist offen doch leider ziemlich voll Wasser. Da in Deutschland die Erkundung alter Bergwerke als schwerstes Kapitalverbrechen geahndet wird, lass ich weitere Details zum gestrigen Ausflug eher bleiben.    

Die Grube besteht, entgegen den meisten Hauen in näherer Umgebung, erst seit 1800 und förderte anfänglich Schwefelkies zur Herstellung von Schwefelsäure. Der hohe Nickelgehalt wurde im Jahre 1847 von Friedrich August Walchner, welcher der Grube den Namen gab, entdeckt. Fortan förderten die Stollen Nickelerz welches in Sankt Blasien verhüttet wurde. Während den Weltkriegen funktionierte die Grube hauptsächlich als Spekulationsobjekt der nach Nickel gierenden Kriegsindustrie.

Kilometerlange Stollen entstanden nennenswerte neue Vorkommen aufzufahren.

Vorgeschichten im Sankt Blasien Gebiet
Gottes Ehre und noch viel mehr Fluriter
Gottesehre

Und weitere Schwarzwaldgeschichten
Brenden Part II
Bergbaueinsichten Brenden
Gurgelnde Bergleuts und sonstig Süddeutsche Erkundungen
Altbergbau vs. moderne Zeiten
Noch mehr Segalerbacher Fluoriter
Segalenbacher Flourite
Sankt Basiens Bleiglänzer und sonstige Fluoriter

Saint-Sulpices Zementer und weitere Pilze

am 26. Dezember 2018 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Das Val de Travers hat viel zu bieten und wer Hochentzündliches sucht wird sowohl beim Absinth wie auch beim Bitumen fündig, Zweiteres, zugegeben, doch nicht besonders Hochentzündlich, findest die neugierige Bergbauforscherin tief im Boden.

Doch  die Tage sind gezählt an denen, über Privatgeländer, ins Tief des Val de Travers eingefahren werden kann. Der 24. Dezember ist ideal zu solch Unternehmung und so war den dieser 24ste auch wieder ein Bergbautrip der eher grösseren Art realisiert.

Diesmal wars ein kleines Seiteneck des Val de Travers wo sich Stollensymbole auf dem Geologischen Atlas laut und deutlich artikulierten.

Das kleine Örtchen heisst Saint-Sulpice und solle zwischen 1879 und 1945 ein grosses Zementwerk beherbergt haben. Dieses Zementwerk nutze ein grosses Untertagekalkbergwerk zur Produktion.

Das Mundloch ist bereits auf dem Luftbild als effizient eingezäuntes Gebiet erkennbar, also nix wie hin.

Tatsächlich steht ein mühsamer Zaun und immer wieder Stacheldraht im Wege doch der Einstieg erforderte keinerlei Gewaltanwendung, etwas Baucheinziehen reichte und die Hürden waren überwunden.

Eingangs grosser Strecke steht einer Gedenkstätte unter drohender Warntafel die uns wieder die Gefahren des Alt-Bergbaus vor Augen führt.

Mine Saint-Sulpice

Ohne Zweifel wird hier, anhand des Textes ableitbar, an eine verstorbene Person erinnert. Die aufgestellten Artefakte könnten zu einem jungen Menschen mit Affinitäten fürs Fantasythema passen. Das gar diese Person im Bergwerk tödlich verunfallte scheint auch durchwegs plausibel.

Rund einen Meter des Gedenkplatzes entfernt warnt eine Tafel, in sehr grossen Lettern, vor, Steinschlag, Sauerstoffmangel und Orientierungsverlust. Alle drei Gefahren können eindeutig zutreffen wovon die gemessene Luft bei unserer Befahrung überall sichere Werte anzeigte. Indessen ist das Bergwerk von sehr grosser Liga und das Stollensystem, insbesondere in den alten Abbauten, äusserst unübersichtlich und Steinschlaggefährlich.

Der Betonierte Hauptstollen zieht sich einige 100 Meter in die Länge bis endlich zerklüftetes Bergbaufeeling aufkommt. Zwar gibt’s ziemlich anfangs der Hauptstrecke ein alter Abbau mit Stollenbahnschienenresten doch dieser Abbau war schnell erkundet und an Stelle wo es potentiell intersannt wurde, gnadenlos verstürzt.

Im zerklüfteten Stollensteil begegnet uns ein gut gebauter Bewohner. Ein Fuchs, ein sehr grosses Exemplar, scheint deutlich mehr Furcht zu haben als meine eher scheue Person. Ich versuch noch dies prächtige Tier abzulichten doch ohne Erfolg er weiss sich gut zu verbergen. Letztlich flüchtet der Fuchs ins Berginnere.

Mine Saint-Sulpice

Nach deutlichen Metern kreuzt unser Weg ein, in einer Wand eingebautes, Gebläse. Fest steht, wir beschritten eine zuletzt als Wetterstollen genutzte Strecke. Im Innern öffnet sich eine komplett neue Welt.

Zurückgelassene Landmaschinen, Kunststoffharasse und Spritzbetonauskleidung wir, mein Begleiter Matti und ich, befanden uns offensichtlich einer ehemaligen Champignon-Zucht.

Mine Saint-Sulpice

Traktore, stehen zwei in den Stollen und auch sonstwie Landwirtschaftsgerätschaften stehen einige rum.

Mine Saint-Sulpice

Teilweise hängen noch alte Leuchtstofflampen an Drähten. Die Stollen sind in diesem Sektor grösstenteils mit Spritzbeton ausgekleidet und oft ragen noch die Zuchttischstützen aus den Stollenwänden. Der Champignon-Sektor erstreckt sich über einige Kilometer.

Mine Saint-Sulpice

In tiefen Sohlen war Wasser ein, so wies aussieht, oft ärgerliches Problem. Einige Pumpen rosten vor sich her und ins Tief steht noch eine improvisierte Brücke. Das System verfügt über eine zweite Sohle die kaum bemerkbar unter die obere Sohle rutscht.

Mine Saint-Sulpice

Am Ende eines  dieser Stollen öffnet ein Schacht welcher wieder ins obere Stockwerk führt und mein Orientierungsdefizit wieder korrigiert.

Mine Saint-Sulpice

Kleine Abbau-Gesenke erinnern wieder an den Ursprung dieser Untertageanlage, namentlich des Abbaus von Kalk fürs damalige Zementwerk.

Wieder auf einer Pneu-Hauptstrecke, diesmal auf der Parallelstrecke Richtung Tag, sind auch wieder lange ausbetonierte Tunnelabschnitte durch den Berg getrieben. Geglaubt nahe Tag, wir wissens nicht so genau, erreichen wir ein unüberwindbares Versturzhindernis welches somit das Zweitmundloch weiterhin verbirgt.

Mine Saint-Sulpice

Kurz davor ein Wasserreservoir mit kleiner Öffnung obendurch. Eine Öffnung die spannende  Einblicke in den Kalkbergbau der ersten Stunde gewährte.

Mine Saint-Sulpice

Riesige Hallen, unterbrochen von meterhohen Versturzkegeln, prägen in dieser Zone Altbergbau das Bild. Klar ist nun, die betonierten Stollenabschnitte sind Teils in alte Stollen gepasst. Zeitweilig ist der Spaziergang auf der betonierten Stollendecke problemlos möglich.

Mine Saint-Sulpice

Ein heimtückisches Wirrwarr an Seitenstrecken macht jede Orientierung zunichte. Die Kunst des Auffindens der kleinen Öffnung ins neuere Pneufahrzeug-System war somit eher zufällig.

Mine Saint-Sulpice

In den hinteren Zonen liegt viel Wasser auch schmecken wir auf einigen Versturzhaufen den penetranten Duft ausgelaufenen Diesels. Die Zone ist, darin besteht kein Zweifel, a) sehr alt b) äusserst selten besucht.

Ich war überaus erfreut als wir den Durchschlupf ins neuere Werk, übers Wasserbecken, wieder fanden.

Mine Saint-Sulpice

Eine rudimentäre Handzeichnung aus dem Kopf heraus solle Helfen dies wirre Bergwerk zu begreifen.

Mine Saint-Sulpice

Hier nochmal das Ganze als Luftbild. Ich hab nichts ausgemessen, zwar haben wir irgendwo nen Messpunkt 1.0, welcher ein Indix fürs Pokettopo der HöFos ist, gefunden doch ein Plan kenn ich keinen. Einzig zwei Markierungen an der Wand die ein Hinweis aufs oberhalb liegende CFF-Trasse beinhalteten, eine Doline und die zwei Mundlochpositionen, wovon eines offen ist, halfen zum Bauen der QGIS-Zeichnung.

Der eigentliche Altbergbau, in zwei Bereiche unterteilt, West und Ost, liegt nahe Tag im Süden, die neueren Pneufahrzeugbau-Stollen, die zuletzt als Champignon-Zucht dienten, sind tief im Berg nördlich zu finden.  Mundlöcher vermute ich 2 wovon das östliche offen ist. Die Weststrecke ist ziemlich bald eingestürzt. Die Stollenlängen sind äusserst zurückhaltend gezeichnet. Wir waren 5 Stunden unter Tage und dies fast immer in Bewegung.

Mine Saint-Sulpice

Am Mundloch West, wo die Gedenkstätte steht, liegt ein vergittertes Nebenmundloch welches, ich vermute, einst ein Förderbandzugang ins Zementwerk war. Später wurde dieser Transportgang als Wetterstrecke für die Pilzzucht verwendet.

Mine Saint-Sulpice

Die Doline welche, da bin ich mir ziemlich sicher, dank des Ostabbaus entstanden ist, beherbergt eine Reihe interessanter Artefakte altertümlicher Konsumgüter. So liegt ein halbes Auto, geschätzte Modeepoche um 1950, und auch die Fässer sind eher älterem Baujahrs.

Trotz des Val de Travers ist uns nicht ein bisschen Bitumen begegnet. In den Stollen soviel stett fest war einzig Kalk und Champignons gefördert worden.

Zwischen 1879  und 1945 förderte das Zementwerk Portland St. Sulpice Kalk in verschiedenen Gruben.  

Nach Aufgabe des Zementwerks 1945 folge die Champignonzucht zuletzt von „Champignons Ducommun St-Sulpice SA“ betrieben.

2002 meldete die genannte Gesellschaft Konkurs welcher im 2004 abschloss. Der Einsturz des Mundlochs dürfte kurz nach Konkursabschluss erfolgt sein.

Im noch fahrbaren Hauptstollen haben wir Pferdespuren gefunden. Es bleibt indes ein Rätsel was die Pferde im Stollen sollten. Sicher ist, Traktore und sonstige Grössere Gerätschaften bleiben im Berg, durch den noch offenen Stollen sind die Teile nicht transportierbar.

Die Aussenanlagen, das Aussenareal ist Privat und dient Teils aus Weidewiese teils, ich vermute, als illegaler Entsorgungshof. Es stehen einige zerstückelte Autos rum auch steht, nahe den alten Lagerhallen, ein mächtiger, selbstgebastelter Müllverbrennungsofen.

Vorgeschichte Val de Travers vom 25.12.2016 Heimische Erdöle

Rack Part II

am 09. Dezember 2018 unter Seitwärts parkieren abgelegt

Manchmal werde ich gar mit meiner Arbeit fertig, viel war sie diesen November.

Rack V1

Der Dezember zeigt sich etwas ruhiger womit ich wieder mehr Zeit für ausgedehnte Schreibtischforschung habe.

Einzig störend, WordPress macht mir, mit Version 5.0 einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Will heissen ich bespasse mich gegenwärtig intensiv mit CSS was ich wiederum ganz und gar nicht spassig finde. Insbesondere die Luisa.net liefert ungeahnte CSS-Knacknüsse.

Seitenupdate

am 04. November 2018 unter Ästetik, Stadtindianer abgelegt

Die kälteren Tage kündigen sich allmählich an, die Gelegenheit um wieder etwas an der Luisa.net-Seite zu schrauben.

Wie bekannt geistern Millionen an Themen in meinem Köpfchen herum die ich aufarbeiten möchte. Leider ist der zeitliche Rahmen demgegenüber bescheiden mickrig, trotzdem, manchmal pack ich auch mal was ausserhalb des Bergbaus an.

Streetart

Lage gelustete mich eine Fotografische Ausarbeitung des Streetart-Themas. Nun war die Gelegenheit gegeben um die Seite Kunst die bewegt um mehr als nur den Salvador Dali zu erweitern. Somit gibts neu den Bereich Streetartspaziergänge.

In diesem Sinne, viel Spass beim Spaziergang.

Weihnachtliche Kabelsalate

am 01. November 2018 unter Seitwärts parkieren abgelegt

Logisch alle Jahre wieder

Rack

fröhlich, kreatives Rack aufräumen während des Betriebes, Spass muss sein.

Herbstbilder

am 31. Oktober 2018 unter Ästetik, Reisen abgelegt

Zweifelsohne der Herbst ist hierzulande prächtigste Zeit und ins Val Müstair verirrt sich Frau nicht nur wegen den Bergwerken.

Pra Sot

Die Ruhe vor dem Untertage-Sturm auf Pra Sut in Tschierv.

Siedlung Chasuras

Siedlung Chasuras

Siedlung Chasuras

und riesig neugierige Kälber.

Alle Bilder machte mein CAT s60 Phon in erstaunlicher Qualität.

Flüela

am 30. Oktober 2018 unter Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Oder, wo mal einst aus allen Rohren geballert hätte werden sollen.

Kleine Bilderserie einer Passfahrt auf em Weg ins Buffalorageheimnis mit Zwischenhalt in sonstigen Militärgeheimnissen.

Flüelapass

Wie nur selten waren dieser Herbsttage von kaum zu übertreffender Schönheit.

Flüelapass

Die Reise führte uns, Christina und mich, erstmals ins Flüela-Hospiz zu feinem Rehschnitzel was sich leider als doch nicht so lecker erwies. Wie oft geschmeckt, wird feinstes Wild in minder feiner Gastro-Packungs-Sauce ertränkt. Dafür kompensierten die starken Herbstfarben in naher Parkplatzumgebung.

Chant Sura

Wenige Meter unterhalb des Passes eine, noch friedliche Alpwiese, die zu Verweilen einladete.

Chant Sura

Noch eins weils so schön war.

Ich glaubte auf erster MG-Stellung zu stehen was sich, bei zweiter Sichtung meines Untergrundes, als Irrtum erwies.

A7700 Felsenwerk Chantsura-Kehren

Wieder was Weniges tiefer tauchen die ersten Sperrstellen im Berg auf.

A7700 Felsenwerk Chantsura-Kehren

Die Neugierde war gross und ich wollte den Einstieg wagen. Leider jedoch war der Zugang zur Doppel-MG-Stellung mit KESO-Zylinder gut verriegelt. Zwar lag Aufbohrzeugs im nahe geparktem Auto doch ich wollte mich dieser Tage von meiner beherrschten Seite zeigen. Vielleicht sollte die eigentliche Stellung oder ein Notausstieg noch offen sein.

A7700 Felsenwerk Chantsura-Kehren

Leider weit gefehlt, die erste erreichte MG-Stellung war mit Quadern vermauert

A7700 Felsenwerk Chantsura-Kehren

und auch zweiter MG-Stand verweigerte Einlass.

A7700 Felsenwerk Chantsura-Kehren

So musste ich mich mit der Erkundung des möglichen Sprengobjektes, der Brücke begnügen.

Chant sura

Wahrscheinlich als Truppenunterkunft könnte das Gebäude am Strassenrand gedieht haben.

Chant Sura Sperrstelle

In der Kartensituation ist die nördliche MG Stellung meinerseits eindeutig erkundet. Die südlichen Stände sind indes meinerseits einzig Annahme wobei ich, anhand des Wegverlaufes, wahrscheinlich gar nicht so falsch liegen dürfte.

Zu meiner Wehranlage gibt’s auf der Festungs-Oberland-Seite weitere, aufschlussreiche Informationen unter: Sperre 1249 Flüela-Pass GR