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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Einstmal wiedermal

am 18. Juni 2020 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten, Vergangenes abgelegt

Vorweg, die Natur holt sich alles zurück und wir, unser Kulturgut, ist erschreckend endend. Bis dahin gibt uns, wir die wir am Weg, der ja bekanntlich das Ziel sein solle, etwas herum schrauben. So gibt’s eine imposante Chronologie der Geschichte die wir Teil davon sind.

Nun ja nun gut, Spinnerei Jakobstal war Thema und lange mein Besuch ausbleibend aber, bekanntlich wird alles besser und an Zeit fehlts gegenwärtig gar und ganz nimmer.

Generatorstube Spinnerei Jakobstal

Was einst Sinnbild für die gezählte und kanalisierte Kraft des Wassers war und etliche Technologiegenerationen mitmachte, ist heute schlicht die Erkenntnis das alles wieder ihren Ursprung findet. Ob nun der Klimawandel oder sonstige Geschichten, unser Einfluss ist vielleicht doch kleiner als gedacht. Das Grün wird überdauern oder das Grün wird obsiegen unsere Präsenz mag da nur ein kurzes Zeitgeschehen sein.   

Dampfkessel Spinnerei Jakobstal

Und so wird viel Stoff bleiben, in mitten der grünen Pflanzenwelt, für zukünftige Chronisten bis deren Geschichte auch wieder im Grün endet, was so betrachtet den Kreis des Lebens schliesst.

Spinnerei Jakobstal

Zweifelsohne sind es die Ansichten des Morbiden die immer wieder zu Faszinieren vermögen und so verwunderst nicht weiter dass dies Objekt der misslungenen Bauspekulation,  immer wieder eine Vielzahl an Zeitgeschehensgestallter anlockt.

Spinnerei Jakobstal

Naja, mich mit eingeschlossen wenn doch dies kiffende Kunstwerk nicht aus meiner Dose stammt.

Aber,

Immer wieder bin ich über dies Bauwerk, früherer Müllerskunst, gestolpert und immer warens Geschichten die mich faszinierten. Es sollen meine ersten Begegnungen um die Unschuldsjahre 1970er, Geschichte gewesen sein. Damals alles noch fein säuberlich in Kalkstein gepackt in Hoffnung grosser Kapitalzuwachse. Trotzdem, mir waren schon früher Einblicke möglich doch sie blieben, dank des Fehlens funktioneller Fotoapparate, exklusiv im alterndem Gedächtnis hängen. Keine Frage, auch ich werde einstmal zu Grün. Auch klar, ich tue vieles daran diesen Prozess zu verzögern.

Hotdog-Automaten Spinnerei Jakobstal

Nächstes Eckdatum findet den Frühling 1987, in einer scheuen Begegnung mit nie funktionierenden Hotdog-Automaten und weiteren Streifzügen statt. Die Horde passt ins Limmatsträsschen und weiss verdächtigst viel über nie funktionierende Hotdog-Automaten.

Bis anno Domini auch so, als Konstante, meinerseits eine Faszination fürs Vergängliche und deren daraus resultierenden Geschichten.

Die Jahre 2000 und die mich zunehmend interessierenden Bondagegeschichten bewegten mich, und eine sehr kleine Handvoll AbenteurerInnen, in dies Geschichtswürdige Industriezeugnis zur Geschichtenerzählung. Die Geschichte um Hildegard, von Lory Ekk abgelichtet und von mir geseilt, im November 2000 umgesetzt, fand auf meiner, noch immer lebenden Atelier Eisen Seite Platz . Ich glaub die paar Vollpfosten die mich letztes Jahr aus der Marktspirale kicken wollten, erlebten auf meiner, besagten Atelier Eisen Seite ungebremstes Schwanzhalleluja. Anny, andere Geschichte, die Anwälte, fanden ihren Spass und meine Gerechtigkeit.

Und danne, wieder in der Vergangenheit schwelgend, eine Aufarbeitung der Geschichte, so ums 2012, eine Erste, recht unprofessionell und richtig dilettantisch auf Luisa-Net, weitere folgten. Die Sulzer Dampfmaschine ist überaus inspirierend und war auch so der Vergangenen Tage eine Geschichte auf Luisa-net wert.

Any, ich war mal wieder da, und schaute nach dem Rechten oder nach dem Falschen? Eindeutig eine Frage des Standpunktes  doch eines bleibt, viele Impressionen.

Spinnerei Jakobstal

Der Zahn der Zeit setzte der Architektur schwerlich zu.

Spinnerei Jakobstal

Und Edelmetaller, Messingmenschen und Sonstige taten den Rest.

Spinnerei Jakobstal

Die neue Dynamik der Vergänglichkeit indes öffnet ganz neue, äusserst farbenfrohe, Perspektiven.  

Spinnerei Jakobstal

Ob die Tamdemverbund-Dampfmaschine heute noch zu retten wäre mag ich zu bezweifeln. Zu tief war der Einfluss aller herum manipulierender Besucher und Besucherinnen.

Spinnerei Jakobstal

Doch nicht lange her, im November 2000, als dieser Ort eine sehr kleine Zahl Eingeweihter kannte und sich die Spekulationsgelüste eines Oskar Meiers in Grenzen hielten, schien das Gerätchen auf den kommenden Dampfstoss zu warten. Die Schaltanlage fürs Drehstromgeneratörchen scheint noch über alle Drehspulzeigerchen zu verfügen und die Ventile duften nach Frischfett.  Ganz und gar nicht heutiger Zustand, siehe drei Bilder aufsteigend, vom Schaltgerät gibt’s aktuell nur noch Gerippe.

Trotzdem hat auch der heutige Zustand seine Faszination.

Nun ja, ich hab gekuckt, wieder mal,  was früher war. Früher, in Zeiten in denen Oskar Meier nicht mal die Qualifikation eines Windelbeschmutzers inne hatte. Heutiges GIS machts möglich um in die Ferne zu schweifen und so zeigt sich auch wieder, im Kartenwerk zurückblätternd, wer einst Grund und Boden sein eigen nannte besass zahlreiche Möglichkeiten.

Spinnerei Jakobstal

Und so wart den, um die Jahre 1850, einstiger Müller der Niedermühle besass, bald Fabrikant auf der Spinnerei Jakobstal.

Spinnerei Jakobstal

Ob damaliger Müller sich zur Handänderung entschied oder ob sich die Findigkeit eines klugen Geschäftsmannes durchsetzte entzieht sich meiner Kenntnis. Sicher ist aus der Mühle wurd eine Spinnerei mit grossen wuchtigen Maschinen. Anstelle der damaligen Mühle entstand Verwaltung und Herrschaftswohnhaus. Die neualte Radstube stand fortan auf kanalisiertem Glatt-Zweig.

Und heute, nach Generation;

Mühle,

Spinnerei,

Hotdog-Automatenlagerraum,

Spekulationsobjekt,

Kunstraum,

bleibt der unermüdliche Zerfall.

Spinnerei Jakobstal

Spinnerei Jakobtal, es war eine echt geile Zeit in Deinen Gemäuern. Bekanntlich nimmt alles ein Ende und dies ist eigentlich gut so. ChronistInnen bleiben die, die bis anhin in geschehene Entwicklung weitererzählen.

Und weitere Geschichten

Bondage, weils so richtig geil war https://www.ateliereisen.ch/hildi.html

Epoche Kunstraum http://blog.ateliereisen.ch/?p=890

Epoche Industriegeschichte http://blog.ateliereisen.ch/?p=908

Die Maschine http://blog.ateliereisen.ch/?p=911

Epoche „muss Verschlossen werden“ http://blog.ateliereisen.ch/?p=2164

Luisa die Nette und das Maschinchen https://www.luisa.net/mechanik/betriebsdampfmaschine Drehzahlregler steht noch.

Luisa die Nette und noch mehr Historiennettes https://www.luisa.net/industriearchaologisches/industriegeschichtliches/

Savognin

am 07. Juni 2020 unter Betrachtungen, Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein Jeder, eine Jede mit minimal Kulturbildung wird diesem kleinen Flurnamen eines Fluchwortes gleich setzen. Mit etwas Weitblick, abseits touristischer Landschaftszerstörung, sind indes ganz spannende Überraschungen anzutreffen.

Ansichten meinerseits, ohne exklusivem Bergbaublick, auf der alten Septimerstrasse.

Ich war nun einige Hunde im Stollen und oft, beim Ausblick während den Mittagspausen, schweifte mein Blick ins gegenüberliegende Hangbewalde. Einige äusserst distanzierte Sehenswürdigkeiten stimulierten meine Neugierde. So gesagt so getan, ein gemütlicher Ausflug mit Kunsthistorisch gebildeter Freundin musste sein und war rege Freude.

Urperuaner

Und es waren nicht nur diese sympathischen Zeitgenossen die für ausgiebig Bilderflut sorgten.

Wer kurz vor, Architektonischen Höhenflügen, genanntes Savognin, und früheres Schweiningen, die aktuelle Julierpasstrasse verlässt und auf die alte, noch von den Römern, geschlagene Passstrasse überwechselt findet eine Reihe interessanter historischer Zeitzeugen.

Im Dorfe Riom, wo mich bereits die netten Peruaner begrüssten, liegt die Burg mit selbigem Nomen.

Burg Riom

Hoch zu Felsvorsprung thront dies Werk an namhafter Septimerpasstrasse.

Die Burg entstand im Jahre 1240, erbaut von Herren Wangen-Burgeis aus dem Vinschgau. im 14. und 15.  Jahrhundert wechselten einige Besitzer nach mehrmaligen Pfandleihrückzahlungen. Schliesslich blieb das Gemäuer ab 16. Jahrhundert, im Gemeindebesitz, unbewohnt.

Burg Riom 1800

Die unbewohnte Burg um 1800 (Bildquelle Wikipedia)

1867, nach verehrendem Dorfbrand, wurde das Dach und die Stockwerkeinbauten, um Riom wieder aufzubauen, abgetragen.

1973 wurde das aktuelle Holzschindeldach aufgebaut. Die heutigen Theatersaaleinbauten sind, im Jahr 2006, von den Architekten Marcel Liesch realisiert worden.

Eine durchaus gelungene Rekonstruktion der frühen Burganlage von Joe Rohrer findet sich auf dessen Webseite unter: www.bildebene.ch/portfolio_page/burg-riom/

Der Strasse folgend in Tiefenkastel-Richtung liegen einige weitere Sehenswürdigkeiten am Strassenrand in greifbarer Automobilistinnennähe.

Kirche St. Georg

Die um 1290 urkundlich erwähnte Kirche von Salouf, genannte St. Georgskirche, mit all deren vermengter Bauepochen, war eines der Objekte meiner Neugierde. Und, zweifelsohne, der Pfingstmontag war förmlich prädestiniert zu Kirchenbesuch.

Der Turm zeugt in unterer Hälfte von Romanischer Baukunst, diverse Ein und Ausbauten ziehen sich über alle nachfolgenden Modeströmungen abendländischer Baukunst hindurch.

Kirche St. Georg

Markant auch das Hauptschiff mit an der Seite noch teilweise erhaltenen Fresken. Die Altarkonstruktion solle aus der, damals dank des Stauseebaus, aufgegebenen Kirche Marmorera stammen.

Kirche St. Georg

Auch reich geschmückt präsentierte sich die angebaute Kapelle.

Aussicht Salouf

Und, bei prächtigem Pfingstmontagswetter, die Panoramasicht ins Steile Tal.

Das kleine Dorf Salouf nennt eine bewegende Geschichte dessen Eigen. Zwischen Walser-Siedlungen unter Durchgangsverkehr entwickelte sich Salouf zu interessantem Schmelzpunkt verschiedenster Kulturen.

Auch der Bergbau spielte eine nicht unwesentliche Rolle und so findet sich im Nordöstlichem Gemeindebezirk, etwas Autoroutenferner, die gut erhaltene Eisenschmelze Flex, zu Deutsch Stein.

Blasofen Flex

Insbesondere der Blasofen, Vorläufer des heutigen Hochofens, ist fast vollständig erhalten. Die Schmelzanlage baute Martin Versell aus Bludenz 1828 zur Verhütung der, aus Colm da Bovs stammenden, Eisenerzer. Bis in die Jahre 1850 heizte und schmelzte das Blasbalgbelüftete Ofenwerk Erze. Die dazugehörige Schmiede funktionierte noch weitere Jahre bis gegen 1900.

Kühe

Der alterwürdigen Strasse weiterfolgend, nahe Tiefenkastel, eine ebenso gemütliche Horde am Strassenrand die ich, auch so, auf meinem Bildern zu bannen hatte.

Gesellschaft von Tiefencastel

am 06. Juni 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Oder die verschollenen Stollen ob Tgant Ladrung.

Wieso Tgant Ladrung weiss kein Mensch. Die drei um 1812 dokumentierten Stollen liegen weit östlich des Flurnamens Tgant Ladrung im Bereich von Plang Pegn trotzdem ist im allgemeinem Volksmund die Rede vom Tgant Ladrunger Stollen. Heute ist dies Bergwerk, mit all deren Mysterien, begehrter Forschungsort gut informierter Stollensucher. Nichts scheint auf diesem Areal selbsterklärend, einleuchtend. An der Halde, bei den verschollenen Stollen 1 und 2, lässt sich Magnetit  beobachten und der heute teiloffene Stollen 3 führt viel Schwefelhaltiges Eisenerz.

Die Epochenvielfalt der gefunden Artefakte wie auch der vorläufig unüberwindbare Versturz war Nahrung für die Neugierde. Für mich Anlass tief in diese Geheimnisse zu blicken.

Und all jene die wieder mal nicht wissen wie ich aussehe, en aktuelles Bild von mir, Typ Selfi, aus Stollen 3.

Luisa im 2020

Ja, die einhellige Meinung unter Verwandten besteht wonach ich, mit zunehmendem Alter, meiner Grossmutter Claudia ähneln täte.

Aber erstmals zurück zur Kerngeschichte.   

Historisch belegt wird von einer Suche nach Gold um 1840 berichtet. Erfolglos sollen die Mannen ob Tieffen-Kasten, heutiges Tiefenkastel, immer wieder auf  täuschende Pyritkristalle  hereingefallen sein.

Die letzen, noch verbleibenden, Spuren des Bergbaus liegen im Wald bei Plang Pegn in Form grosser Halden, diverser Mauerreste und eines Blockhauses welches wahrscheinlich noch bis in die frühen 1940er genutzt wurde.

Gemäss Mineralogische Studie, der Nürnberger, Leonhard und Selb waren um 1812 3 Stollen auffindbar. 

Meine Kartendarstellung gibt den Zustand um 1812 wieder so wie dieser von Leonhard und Selb beschrieben wird.

Heute ist einzig Stollen 3 Teilbefahrbar.  Die Halde der Stollen 1 und 2 ist zu grossen Teilen, in späten Jahren, für den lokalen Strassenbau, abgetragen. Infolge sind, vermutet, durch nachrutschendes Geröll, beide Eingänge verschüttet.

Plang Pegn Stollen 2

Während Stollen 1 kaum auszumachen ist könnte  Stollen 2  unter der Felsnase, hinter entwurzeltem Baum, liegen. Sowohl Magnetiterzgang wie auch stabiler Fels liegen an Vorteilhafter Stelle zu Stollenvortrieb.  Von Herren Leonhard und Selb kennen wir die Masse Länge Stollen 1, 90 Lachter, Länge Stollen 2, 70 Lachter und die Höhendifferenz beider Stollen von 18.5 Lachter. Da beide Nürnberger waren könnte das Bayreuther Lachter wirken welches 2.0354 Metern entspricht. Folglich müssten die Zwei verschollenen Stollen in der Höhe 37.6549 Meter auseinanderklaffen. Die rund 37 Meter erscheinen am Hang der, doch massiv abgebauten, Halde durchaus realistisch.

Weiter berichten die Mineralogen vom Stollen 3 welcher 140 Lachter östlich gelegen, zu finden sei. Stollen 3 gibt’s, nach meiner QGIS-Messung rund 300 Meter Nordöstlich von Stollen 2 fern.

Auf der Fussstrecke zu Stollen 3 werden kurz vor der Haue die Reste eines Blockhauses sichtbar.

Blockhaus Plang Pegn

An den wenigen noch heute vorhandenen Hölzer stecken moderne Industrieproduktionsnägel. Nicht unweit des Hauses liegen noch jede Menge zerfötzelte rote Dachpappen rum.

Gemäss Landeskarte 1962 stand das Blockhaus in jenen Jahren als intaktes Gebäude.  Erst das Savogniner Kartenblatt aus Jahren 1979 markiert an der Blockhausstelle eine Ruine und heute ist der Eintrag gänzlich erloschen.

Und nur wenige Meter nach der Blockhausentdeckung, quer durch Waldgebiete, wird im mitten der Waldlandschaft, die wuchtige Halde sichtbar. In Höhe von geschätzten 12 Metern und einem Halbradius von 5 Metern könnte diese Deponie durchaus 470 Kubikmeter Stollenabraum verbergen.

Unser illustres Expeditions,  respektive Aufwältigungsgrüppchen, nutze die Haldenfläche als temporärer Installationsplatz.

Plang Pegn Stollen 3

Der Stollen selbst ist bis auf 34 Meter fahrbar. Auffällig sind die noch gut erhaltenen Mitteldornholzschienen im grosszügigem Stollenquerschnitt. Oft ist dieser Stollenabschnitt in Massen um die 2 x 1 Meter geschlagen.

Plang Pegn Stollen 3

Da die Laufbretter gut erhalten sind, lohnte eine Messung der Bretter und des Führungsnagels. Die Laufbretter sind zwischen 12 und 18 cm breit und der Führungsnagel bewegt sich im durchgehend 4 cm breitem Schlitz. Trotz der eher kleinen Hunde sind Stollenprofile erkennbar breit.

Plang Pegn Stollen 3

Die vorhandenen Bohrlöcher sind eher kleineren Durchmessers wie wir sie von Pressluftbetriebenen  Bohrhämmern kennen. Zwar lassen sich von Hand auch solch kleine Locher bohren doch diese waren, um die 1800, eher unüblich. Damalige Sprengmittel setzten grössere Bohrungen voraus.

Obwohl der Stollen sehr schwer zu finden ist und den Eingeweihten viel an Geheimhaltung liegt, gibt’s einige aussergewöhnliche Funde die auf spätes Dorfbubentum hindeuten.

Plang Pegn Stollen 3

Ein Feuerchen im Sackgassenstollen ist kein wahrhaft geistreicher Gedanke. Dies verkohlte Holz lässt zumindest den Schluss zu wonach das Mundloch einst deutlich geweitet war. Heute ist der Einstig eng und beschwerlich. Ein Feuerchen hätt, weder heut noch gestern, der Luftqualität merklich verbessert.

Plang Pegn Stollen 3

An einer nahen, glatten Wand liegt das obligate Russgraffiti offen. Leider wars mir nicht möglich dies grosse Dorfbubenartefakt eindeutig zu entschlüsseln.

Ab Meter 29 beginnt eine Einschwemmung die mit zunehmender Tiefe die Weiterbefahrung verhindert. Und ab 34.04 Meter ab Mundloch, gesetztem Messpunkt 13, ist definitiv Schluss mit durchkommen. Schaufelarbeit in engem Raum ist gefragt.

Plang Pegn Stollen 3

Zu dritt, mit eigens gefertigtem Hund, liess sich einige Versturzmasse aus der Strecke in eine Deponie, an einer Stollenweitung, transportieren. Da der Stollen zeitweilig über 2 Meter breite erreichte konnte der Abraum bequem kurz nach Versturz verstaut werden.

Plang Pegn Stollen 3

Mein, für dieses Unterfangen gebaute, Transportgefährt sollte einerseits Engstellen souverän passieren können anderseits  aus dick klebrigem Lehm robuste Ziegel ausspucken. Das erste Kriterium gelang so halbwegs während Kriterium 2 am viel zu schiefrigem Abraummaterial scheiterte.

Plang Pegn Stollen 3

Wenn doch, dank dem Schieferschutt, eine schnelle Bodenabsenkung von bis zu 50 cm gelang.

Plang Pegn Stollen 3

Leider jedoch gelang der Durchstich in die noch unbekannten Stollenmeter nicht. Der Stollenfortlauf muss, gemäss aktuellem Wissensstand, unter Messpunkt 13, roter Punkt an Felskante, in einer noch unbekannten Tiefe, zu finden sein.

Plang Pegn Stollen 3

Die Stollenvermessung, an welcher ich nicht beteiligt war, stammt aus dem Jahre 2018. Da ich zeichnerisch mich diesem Werk annahm und mir das Objekt gänzlich fremd war lang eine genauere Befahrung meinerseits logisch auf der Hand. Und erst nach genauer Betrachtung einiger Unbekannten sollte dieser Plan entstehen.

Heute nun, aus meiner Sicht, gibt’s einige Mysterien um dies Bauwerk. Die Zeitepoche, die Zeitepochen des Stollens sind schwer auszumachen. Ich glaube, dieser Bau war immer wieder Thema verschiedenster Abbauversuche wie auch verschiedenster Neugierden. Das Mysterium ums beschriebe Gold schwirrte in mancher Köpfe. Mineralien-Funde lassen auf die Eisenproduktion schliessen. Trotz bedeutender Anlageausmasse ist nur Weniges überliefert. Namentlich mir bekannt „Mineralogische Studien 1812 Leonhard und Selb“ und „Heimatbuch Tiefencastel“. In zweitem Werk wird die „Gesellschaft von Tiefencastel“ genannt welche 1804 vom Peter Demenga gegründet wird. Die Bergbaugesellschaft wird indes erfolglos ob Plang-pegn nach Erzen graben. Von Goldhoffnung wird berichtet, was jedoch niemand so genau weiss. Es solle gar einst Golderz gefunden worden sein.

Trotz grosser Anstrengung blieb der Ertrag, sowohl für die Gesellschaft wie für die Gemeinde Tiefencastel aus, worauf, in findiger List, sich die Unternehmung in „Gesellschaft von Reichenau“ umbenannte und klangheimlich in die Gemeinde Reichenau übersiedelte.  In den Jahren 1818 erfolgte der endgültige Zusammenbruch der Bergbaugesellschaft womit für lange Zeit wieder Ruhe in den Bergen eintrat. 1902 kam Tiefencastels letzter Pachtvertrag auf Erzschürfung zum Abschluss. Ach dieser Versuch scheiterte ohne nennenswerte Resultate.

Bergwerke Plang Pegn um 1887

Auf der Siegfriedkarte, Erstausgabe 1887, ist der vermutete Erzweg noch erkennbar welcher beide Abbaustellen erschloss. Heute ist dieser breite Weg noch im Wald ausmachbar. Denkbar könnte das Erz, sofern es welches gab, zur Schmelze Flex geführt worden sein, was in Wegrichtung liegen könnte.

Nun ja, die Geschichte ist noch mit einigen Unbekannten behaftet aber ich arbeite an möglicher Klärung.

Als LED richtig Scheisse war

am 23. Mai 2020 unter Seitwärts parkieren, Steinerne Unterwelten abgelegt

Neulich bei der Mürtschenalrecherche.

Im Mai 2013 hatten die damalig abartig schweren LED Taschenlampen nur einen wirklich sinnvollen Zweck, dieser war, einem bösem Stollengeiste noch böseres anzutun.

LED Lampe

Ansonsten konnte der Totschläger keine Nägel einschlagen, keine Brückenpfeiler rammen und auch keine Sprenglöcher, auf bequemes Stollenprofil, ausweiten.

LED Lampe

Der Zweck einer Beleuchtung gar gänzlich unmöglich. Und wer diese Eigenschaft einem modernen Fotoapparat zufügte machte abstrakte Kunst.

Im Bild gleiche Stelle, 7 LED-Technologie-Jahre dazwischen.

Und auch kryptischer als jede  Enigma-Maschine, der Todschläger verschlang Unmengen an Ampere ohne den Hauch einer Handwärmenden Funktion.

Kurzum, früher war doch nicht alles besser.

Mürtschenalp auf dem Kalttalkopf

am 23. Mai 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

oder, die Suche nach den verborgenen Uraniern

Es ist nun genau 7 Jahre und ein 3 Tag her als ein illustres Grüppchen sich auf die Suche nach den vergessenen Fahlerzgruben des Kalttals aufmachte. Damals mit dabei eine gute Bergbauforschungsfreundin die uns leider viel zu früh des Lebens verliess. Ihr, genannte Gina, will ich diese Fortsetzungsgeschichte widmen. Ich weiss sie hätte gern dies Geheimnis geklärt gewusst, nun, die Uranier offenbarten sich uns.

Aber erstmals der Reihe folgend,

Es gibt’s eine grössere Gruppe Kupfererzbergwerke ob dem Murgtal, im südlichem Berghang der Mürtschenalp gelegen. Bekannt, respektive Literarisch überliefert, sind diese Fahlerzvorkommen seit dem frühen 16. Jahrhundert.  Immer wieder versuchten tapfere Männer den dortig herrschenden Gebirgsgewalten zu trotzen und die „mürtschen“ Felsen ob der Kuhalp zu bezwingen. Zwei Herren sind in aller Munde, Heinrich Julius Tröger, späterer Bergbaupionier auf Seemühle,  und dessen Vorgänger Betriebsleiter Emil Stoehr. Zweiterer beschenkte die Bergbau-interessierte Nachwelt mit reichlich Dokumentation.

Karte Emil Stöhr Mürtschenalp

Die östlichste Fahlerzgrube liegt im Kalttal auf 1520 müm nahe des Kalttalkopfs. Auf dem Kartenausschnitt von Emil Stoehr 1864 ist der Stollen rot hervorgehoben.

Nach Emil Stoehrs Bergmännischer Tätigkeit auf Mürtschenalp schien sich lange niemand mehr für diese, eher kleine Grube zu interessieren. Die nachfolgende Ausbeutung, durch Gustav Weinmann, um 1916, beschränkte sich auf die zwei westlichen, grossen Bergwerken, Hauptgrube und Erzbett.

Ein gefundener radioaktiver Klumpen auf der Halde der Kalttalgrube wie auch der Traum einer unabhängigen Atomnation, entflammte, um die Jahre 1958, wieder  hochgesteckte Bergbauziele.

Gonzen-Bergleute öffneten, mehr oder minder erfolgreich, in den Jahren zwischen 1958 und 1968, mit Unterbrüchen,  den alten Stollen des Kalttals. Das Interesse fokussierte sich auf die Entdeckung eines Uranvorkommens.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Nachdem der, aus der Emil Stoehr-Ära stammende Zugangsstollen, wenige Meter nach Tag immer wieder einstürzte. Beschlossen die Bergleute, mittels westlich gelegenem Querschlag, die Hauptgrube anzufahren. Dies Vorhaben gelang am 8. August 1967. Die Grube war nun offen und musste einzig von der Verbruchmasse befreit werden, was so in etwa einen Monat beanspruchte. Die letzte grössere Vortriebsunternehmung die, auf der Suche nach begehrtem Uran,  noch getätigt wurde, war ein Seitenstich von rund 10 Meter Länge nahe der Stollenbrust. Das grosse Uranvorkommen blieb indes aus doch einige aktive Hotspots konnten bereits damals ermittelt werden.  Die Radioaktivität ist, gemäss Abschlussbericht, auf eine lokale Uran-Imprägnierung des Fahlerzes zurückzuführen.

Im Jahre 1968 versperrten die Gonzenmänner den Hauptquerschlag mit Baumstämmen und Aufschüttmaterial.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Die Seilbahn, im Bild das noch verbliebene Zugsseil, und alle weiteren Installationen wurden demontiert und die Anlage aufgegeben. Die Minen im Kalttal blieben interessante Forschungsstätte für ganz wenige die dies kleine Geheimnis kannten.

Wir, diesmal in etwas kleinerer Zusammensetzung, suchten nun dies Uraniumgeheimnis  mittels Geigerzähler aufzuspüren. Wie immer, die Schönheit, dieser Wanderung liess keine Zweifel offen, dies Flecklein ist eines der schönsten mir bis anhin bekannten. Klar, nur schon landschaftlich loht der etwas holprige Aufstieg.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Auf der mächtigen Halde stehend, machte sich auch diesmal wieder die Frage nach dem Zwecke des mittig befindlichen Schachtes, breit. Mein Begleiter Matti wagte den Einstieg und knackte dies Geheimnis. Der Einstieg führt in eine der zahlreichen Spalten die fürs Gebiet bekannt und berüchtigt sind. Es bleiben keine Zweifel, die Halde wurde teils grossflächig umgegraben. Der Spalt ist teils aufgefüllt, teils abgedeckt. Die darin befindlichen quer liegenden Hölzern könnten zufällig in der Grube gelandet sein sie könnten aber auch zu einer Art Abstützung gehört haben. Es ist durchaus möglich das schon damals tief in der Spalte noch Uranhaltigem Haldenmaterial gesucht wurde.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Auf der Halde liegen reichlich Fahlerze herum. Manche dieser Fahlerze sind Strahlungsaktiv aber auch manche andere, mir nicht wirklich bekannte Mineralien, sind nicht minder verschlafen. Werte bis zu 150 Counts per Sekunde sind Spitzenreiter.

Aber, unser Interesse galt, wie könnts auch anders sein, den Untertagebauten.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Der alte Stollen aus der Emil Stoehr Epoche, ca 1866, ist, wie wir wissen, bald nach rund 10 Meter Tag verbrochen. Es ist denkbar das dieser Eingang ursprünglich eine kleine Höhle war in dessen Ende ein Fahlerzausbiss beobachtet wurde. Der Standort des Stollens nahe des Felsabhangs ist alles andere als optimal gewählt und die Decke am Einbruchort drückt unaufhaltsam Richtung Boden.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Der neue 1958er Querschlag indes scheint gut gewählt und grosszügig konzipiert. Der Mundlocheinschnitt, für die Hunte, führt auf die alte Halde. Das Mundloch selbst ist mit einer rund 3 Meter hohen Schuttwand versperrt. Mein Fotostandort ist auf der Schuttwandsperre.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Der Eingang zwischen Schuttwandsperre und gewachsenem Fels ist immer noch recht eng und vertikal nach unten führend.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Doch im Hauptquerschlag wird’s bald mal kuschlig weit.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Beim Zusammentreffen auf der alten Hauptstrecke kann noch ein beträchtlicher Stollenabschnitt in Tagrichtung befahren werden ehe die bekannte, von aussen her bereits beobachtete, Verbruchstelle auftaucht.

Schöne Versatzwände gestützt von, noch erhaltener Holzzimmerung säumen die alte Emil Stoehr-Hauptstrecke, dies seit gut und gerne 150 Jahren.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Die Gegenseite, der neu aufgewältigte Teil, sieht da doch deutlich ramponierter aus.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Durstige Bergwerksbesucher scheinen hin und wieder Lust auf ein kühles Bier zu verspüren. Abgesehen von der Bierdose liegen reichlich verstreut Einmalblitzlampen auf dem Stollenboden. Die Lampen könnten aus der Untersuchungszeit oder knapp später stammen. Solch Blitzleuchten waren noch bis in die 1980er weit verbreitet.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Zwei markante Hochstösse, aber nicht über 4 Meter, öffnen ein, nicht restlos ausgeräumtes Erzlager. Entgegen bekannten Schriften, erscheint mir diese Grube unter den mir bekannten, Erzbett und Hauptgrube, eher bescheidener Ausbeute. Der Erzgang, manchmal die Erzgänge, sind minimal, selten über 2 cm mächtig. Der Stollen war, zu Emil Stoehrs Zeiten, etwa 120 Meter lang ohne grosse Abbaukammern. Aktuell endet der Stollen knapp vor Stollenbrust und knapp vor dem neueren Seitenstoss bei einem Versturz.

Die markante Radioaktivität indes könnten auch wir im Stollen an Minimum einer Stelle  eindeutig eruieren.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Namentlich findet sich diese, in bis zu 250 Counts per Sekunde, an der Stollenwand Ost kurz vor dem grösserem Hochstoss.

Grube Kalttal Mütschenalp

Plan gross machen, Plan anklicken

Im Plan welcher die Gonzenverantwortlichen erarbeiteten sind meine aktuellen Eintragungen der Befahrung vom 21.5.2020 vermerkt. Rot sind die unpassierbaren Einstürze vermerkt und hellgrün dargestellt die maximal gemessene Strahlung mit Standort.

Weder Kupfer noch Uran zeigen sich, soweit ich dies beurteilen kann, in Abbauwürdiger Mächtigkeit. Der gleiche Schluss werden die Bergleute anno 1968 gezogen haben. Bereits zu Stoehrs Zeiten waren die Gruben eher eine Geldvernichtungsmaschine doch der Glaube an grosse Schätze versetzte bekanntlich recht viel Berge.

Ein letzter kommerzieller Versuch unternahm Gustav Weinmann während des 1. Weltkriegs auf Erzbett und Hauptgrube. Die Grube Kalttal indes blieb kalt bis zum geglaubten Uransegen welcher definitiv ausblieb.

Vorbeiträge zum Thema
Mürtschenalp noch mehr Erleuchtung
Hauptgrube Mürtschenalp
Kupfergrube Erzbett Mürtschenalp
Uranier und sonstwie Hochdekorierte
Kupfer und Silberbergwerk Mürtschenalp
Mürtschenalp, eine Wanderung
Die Bilderseite: Mürtschenalp

Grube Horn, es werde Licht

am 12. Mai 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Nochmals eine kleine, reich bebilderte Grube Horn Geschichte weils so einzigartig ist.

Das Kohlebergwerk Horn ob Kandergrund verfügte, damalig um die 1940er, über eine engmaschige Beleuchtung die den Bergleuten regelrechte Erleuchtung bescherte. Wie es funktionierte war neulich Gegenstand meiner Neugierde.

Grube Horn

Ein nicht allzu aktueller Plan wie auch verschiedene noch herumliegende Artefakte lassen heute einige Rückschlüsse über Installationen und Funktion zu.

Grube Horn Plan

Auf den beschriebenen Plan sind in rot und blauem Farbstift diverse Eintragungen, die auf Kabeltypen hinweisen, vermerkt.

Die Eintragung in Rot“4 x16″ lässt auf den Kabelquerschnitt schliessen und auch die unterhalb vermerkte Notiz „Motorenkabel“ erscheint einleuchtend. Die rote Linie folgt weite einem für Mai 1945 durchaus plausiblem Stollenverlauf. Und schliesslich lässt die Texteintragung „10 AL“ auf das Illuminationskabel schliessen.  Mittig Plan erscheint die Zahl 58L was 58 Lampen bedeuten könnte wenn doch, rein Rechnerisch, 58 Lampen, die gefundenen Überbleibsel, sichtlich überfordern täten.

Aber erstmals der Reihe nach.

Schnell wird klar, an der gemauerten Wand der Fahrzeugwerkstatt stand einst die auf Eternitplatten gebaute Niederspannungshauptverteilung der Grube.

Grube Horn NSHV

Die noch vorhandenen Kabelschwänze wie auch das noch verbleibende Sicherungselement lassen solch Schluss zu.

Grube Horn

Die demontierte NSHV liegt, nicht weit des ursprünglichen Standortes, zerschlagen am Boden. Zwei Stahlgeflechtummantelte Kabel führen in Tagrichtung Bremsberg 1 was grundsätzlich so sein sollte.

Grube Horn

Unter der eingekrachten Holzzimmerung sind beide Kabel, eines sicher 4 x 16 Quadrat, weiter verfolgbar.

Die Kabel sind, so wies aussieht, einerseits Zuleitung für die zahlreichen Bremsbergmotorwinden anderseits die Zuleitung für Licht und weiteren Firlefanz. Die Motoren waren wahrscheinlich 3 x 500 Volt gespiessen während die restlichen Anlagen übliches 380/220 Volt Netz benötigten.

Grube Horn

Ein Überbleibsel auf dem Hauptverteilungshaufen klärt weitere Illuminati-Geheimnisse. Namentlich war die Beleuchtung auf ungefährliche Kleinspannung 36 Volt ausgelegt was die mehr oder minder offenen Anschlusspunkte der Lampen erklärt. Die Spannung 220 Volt transformierte eine graue Blechbuchse auf  handzahme 36 Volt / 56 Ampere herunter.

Grube Horn

Die lustige Abzweigklemme auf dem Pressluftrohr ist die Kleinspannungsübergabestelle hinter der ehemaligen Hauptverteilung. Über die weiteren Stollenverläufe spannen sich die 2 10 Quadrat-Aluminiumdrähte. Linker Abgang führt in Tagrichtung zu Bremsberg 1 und in die weiteren Stellen, rechter Abgang speisst die Lampen in den Abbaustrecken des Mittelfelds.

Grube Horn

Am Abgang gegenüber liegt eine der wenigen mit Schalter ausgestatteten Beleuchtungen. Hier Konkret das Sprengstofflager.

Grube Horn

Die Beleuchtungsleitung und die Lampen sind oft auf der dicken Hauptpressluftzuleitung aufmontiert.

Grube Horn

Teils sind die Lampen auf mobilen Holzbrettern aufgeschraubt.

Grube Horn

Hin und wieder, wo dicke Pressluftrohre fehlen und verschiedene Strecken zusammentreffen, ist das Kabelchaos nicht zu verfehlen.

Grube Horn

Manchmal sind rote Glühlampen in den Fassungen eingeschraubt. Der Gedanke das diese im Bild mittels Schalter separat schaltbar wäre, ist falsch. Die Büchse auf der rechten Bildseite ist eine Kleinspannungssteckdose. Es liegt irgendwo, in einer Abwurfstrecke, eine steckbare  Handlampe die mal, in naher Vergangenheit, irgendwer als Kletterseil umfunktionierte. Diese Hand-Leuchte wird in solch Steckdose passen.

Grube Horn

Rote Glühlampen treffe ich immer wieder an. Hauptsächlich stecken diese bei Maschinen zu. Im Bild die noch hängende Leuchte bei der Seilwinde des letzten Bremsbergs. Rote Lampen sollen die übersichtliche Sicht in der Dunkelheit vereinfachen wie mich ein Facebookfreund zu belehren wusste. Tatsächlich sind die roten Birnen oft bei komplex zu bedienenden Gerätschaften, wie eben genannt, etwa den Seilwinden.

Die ablesbare Leistung der Glühleuchten liegt bei 40 Watt. Bei 36 Volt und 56 Ampere sind 2016 Watt Anschlussleistung möglich, folglich können mit dieser Trafobüchse, 50 Lampen erleuchtet werden.

Grube Horn ist nicht unterzukriegen

am 12. Mai 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Bei der letzten Befahrung blieben etliche Zweifel über die erkundete Route. Mein heute aktueller Wissenstand basiert nun korrigierend auf eine Betriebszeit des Bergwerks bis in die Anfänge der 1950er.  Im Vorgängerartikel „Der letzten Tage der Grube Horn“ lang ich mit dem Jahre 1947 folglich falsch. Dieser Tatsache folgend dürften wir nicht im besitze aktueller Pläne sein ergo drängte sich eine Zweitbefahrung mit Begleitschnellvermessung durchwegs auf.

Gesagt getan am Tage 8.5.2020 bei herrlichem Sonnenschein und kühlendem Stollensystem.

Die überaus beschwerliche Schnellvermessung starteten wir ab Haupt-Mundloch Bremsberg 1 in Richtung befahrbare Route.

Grube Horn Grundstrecke 1648

Weils so schön war, kleiner Fotohalt, Blick zurück nach Ausweichgleis darf nicht fehlen.

Aber unser Hauptinteresse galt immer noch den unbekannten Zonen die mit etwas Glück und Sportsgeist erreichbar sein könnten.

Die Region um Schacht III galt lange als vielversprechender Zugang in die nächsthöheren Sohlen doch leider blieb der eigentliche  Schacht randvoll mit Schutt.

Grube Horn

Einzig der dazwischen geschaltete Abwurfschacht mit ins Luftleere führender Schiene ist noch heute offen. Das Gegenende der Schiene führt in den, bis oben aufgefüllten Schachtbau also definitiv kein durchkommen.

Was jedoch nie irgendwie einleuchtend erschien, war der Verbleib des, oft beschriebenen, Krutzistollens. Der Krutzistollen sollte so nach bekannten Plänen bald nach Bremsberg 1 Ende rechtwinklig anknüpfen. Dieser Krutzi blieb lange verschollen wär nicht ein unscheinbarer Abbau gewesen welcher uns, über etliche Umwege, auf Sohle 1659 führte.

Grube Horn Strecke 1659

Die Sohle 1659, als einzige mit Wassergraben ausgestattet führt auf und ab über gefühlte Hunderttausend Verbruchstellen.

Grube Horn Strecke 1659

Eher holprig wenn nicht brüchig knüpf diese höchstgelegene Sohle an die Tages-Strecke 1652. Wenn doch Tag, in dieser äusserst abenteuerlichen Zone,  lange nicht wieder auftauchen sollte.

Grundstrecke 1652 respektive Grundstrecke 1659 schien in weiter Vergangenheit begehrter Treffpunkt durstiger Bergleute. Alleweil liegen einige gut gereifte Gurtnenbiere in den seitlichen Abbaunischen.

Grube Horn Strecke 1659

Also, kleine Lichtspielerei unterwegs.

Aber, noch immer liegt der Krutzi in weiter Ferne. Übrigens, bis anhin waren wir beide, mein Begleiter und ich, überzeugt dass die besuchten Stollen dem Nordwerk angehörten und wir bei jedem weiteren Meter uns von Tag distanzierten.

Weit gefehlt, in tat und Wahrheit waren wir im Mittelfeld zunehmend in Tagesnähe.

Und in dieser Tagesnähe öffnet eine Mini-Abbaustrecke die uns Seitwärts in durch den Krutzi-Türstockausbau führt.

Grube Horn Krutzistollen

In der Krutzistrecke steht noch heute unbekümmert aller Zeit still. Gerätschaften gesamter Bergbau-Funktionalitäten stehen herum in aller Ecken. Im Bild die Krutzistecke in Richtung Südfeld kurz vor Beginn des Hauptbremsbergs.

Grube Horn Gesenkhund Krutzistollen

Wie sichs gehört für den ellenlangen Bremsberg gibt’s ein Spezial-Hund mit schief gesetzter Mulde. Noch heute liegen in der Hund-Mulde zwei richtig grosse Kohlebrocken.

Grube Horn Krutzistollen

Der Krutzistollen Tagseitig, knapp vor Mundloch, endet ein einem wüsten Verbruch.

Grube Horn Krutzistollen

Die Gegenseite, Blick in den Stollen hinein, sieht nicht minder desolat aus. Im Bild die Ansicht am 5.6.2011.

Was in der Aussenansicht verschollen bleibt sind die dicken Drahtseite die zweifelsohne aus dem Berg herausführten. Wahrscheinlich hielten diese Drahtseile einst eine Abwurfbrücke zusammen wie auf dem historischen Hund-Bild im Vorbeitrag Der letzten Tage der Grube Horn zu erkennen ist.

Kurzum, dank der Schnellvermessung und der anschliessenden Georeferenzierung des Plans ist unsere Route nun nachvollziehbar. Heut ist auch klar, die Bergleute versetzten etliche Stollenkilometer. 

Grube Horn

Plan gross machen, Plan anklicken

Der Krutzistollen als Hauptwerk ist in beide Haupt-Richtungen  versetzt oder verstürzt. Die gesamte Zone Nord ist versetzt und die Bergtiefe Mittelzone scheint auch versetzt zu sein.

Die roten Linien entsprechen unserer Schnellvermessung. Leider nicht gänzlich magnetisch objektiv, das Bergwerk ist vollgestellt mit schwerem Eisen, zeichnet die Schnellvermessung ein plausibles Bild der Untertageerweiterungen nach 1947 ab. Insbesondere die direkte Anbindung ans Mittelfeld dürfte, im Sinne einer Transportvereinfachung, den Krutzistollen ums 1947 ersetzt haben. Aktuell ist die Mittelfeldanbindung kurz vor Schacht II versetzt. Die nachweislich letzte verwendete Strecke führte kurz vor dem Versatzblock scharf rechtwinklig  in die Tagesnahen Mittelfeldregionen.

Die roten Linen, gelben Strecken und grünen Strecken sind nun bekannt. Der Grossteil weiterer Strecken sind entweder versetzt oder verstürzt.

Letzter Beitrag Der letzten Tage der Grube Horn

Die Drittgeschichte aus 2011 Kohlebergwerk Horn, es war einmal
Die Zweitgeschichte, die Anschlussgeschichte Kohlebergwerk Horn
Die Erstgeschichte mit schönen Bildern, Kandergrunder Kohle

Die Welt, alles nur hochtoxische Virologen

am 03. Mai 2020 unter Betrachtungen, Grungisches, Politischer Grunk, Stadtindianer, Ultimatives Bla abgelegt

Wer deren Tage die Sozialen Medien öffnet wird alles andere als Soziales erkennen. Es gibt im Facebook die Umschreibung „Freundesliste“ doch ob sich in diesem Verzeichnis wirklich, mir nur wohlgesonnene Personen finden, stell ich hier mal ganz gehörig in Zweifel.

Wer manch Kommentare, all jener Pseudovirologen, liesst und sich deren Sprache zwei mal durchs Geistesgemüte zieht dem wird kurz über lang richtig Angst und Bange. Gehässig ist der Ton und wenn du wagst ein Funken möglicher Äusserung zur gegenwärtigen Lage zu artikulieren oder scheu dein glitzekleiner ziviler Ungehorsam anzudeuten ist der beschämende Fingerzeig allgegenwärtig. Baldig schmettert dir, eine Horde wild gewordener Möchtegernvirologen, allerlei Drohungen und Horrorszenarien in die Kommentarspalten.

Ich erinnere mich deren Tage oft an meine Gefechtsausbildung, an Überlebenstraining und an gesammelte Negativerfahrungen im Umgang mit Mitmenschen. Was wäre wenn diese Krise wirklich ausartet täte. Würd ich da noch, mit meinen 55ern, eine  halbwegs reale Chance haben um mein Leben einigermassen frei gestalten zu können. Wenn ich die Orte, welche alle guten Geister längst aufgaben, aufsuche, stell ich mir die Frage des Überlebens weit fern der Zivilisation.

Die Zivilisation ist momentan, mein Empfinden, gewaltig Angst einflössend und die Vermeidung einer Ansteckung könnt regelrecht zum blutigen Überlebenskampf ausufern.

Covid 19 kann unbestritten immensen menschlichen Schaden anrichten doch dass, wahrscheinlich nie endende Massnahmen-hin-und-her wird den viel grösseren menschlichen Schaden anrichten dessen bin ich überzeugt.

Nun, wir sind soziale Wesen, ob diese Tatsache Bestand haben wird, stell ich aktuell doch eher in Frage.

Letzter Tage heimischer Autobahnraststätten

am 23. April 2020 unter Stadtindianer, Vergangenes abgelegt

Einst waren besagte Autobahnraststätten Ort des mittelständischen Fine-Dining, ist schon lange her. Tief im meiner Kindheit gibt’s noch wage verwurzelt solch Erinnerungen.

Heute sind einige wenige Tummelfeld sprayender Urban-Exer. Genannt etwa Objekt einschlägiger Foren die Raststätte Walensee die dessen Name aller Ehre tut.

Raststätte Walensee

Bekanntlich bin ich neugierig und selten mach ich dass was andere auch machen. Zweiteres geschah an  Ostern und so will ich der Vollständigkeitshalber auch mich, mit einer mässigen Bilderausbeute, in Szene setzten.

Raststätte Walensee

Rote Farbe ist Geil, das Beste in der Gaststätte ist zweifelsohne der rote Drache.

Raststätte Walensee

Originalfundus aus oberäzender Populärskunst.

Raststätte Walensee

Buffetanlage die an Autobahnraststätten erinnert.

Raststätte Walensee

Mitarbeiterküchenchaos im Hotelgeschoss.

Raststätte Walensee

Und es solle immer wieder welche geben die mit Garantie den leeren Hotelsafe knacken.

Kurzum, es gibt auch ästhetisch anmächliche Zivilisationsruinen, siehe meine Urbexseite

Der letzten Tage der Grube Horn

am 23. April 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Covid-19-Virchen gibt’s nur Wenige in meinen Ausflugsregionen. Grund genug um wieder mal eine Geschichte zu publizieren.

Grube Horn nennt sich ein Kohlebergwerk mit kurzer aber intensiver Lebensdauer.  Zwischen 1941 und 1947 förderte die Bergbaugesellschaft Kandergrund AG, ob Kandergrund bis zu genannten 55 000 Tonnen Braunkohle in eher minderer Industriequalität.

Das Bergwerk, solle seiner Zeit voraus, praktisch Lückenlos auf allen Hauptstrecken elektrisch Licht besessen haben.

Ich war in diesem Bergwerk am Anfang meiner Forschungstätigkeit im Jahre 2011 unterwegs doch in zwischen nahm mein Mut und meine Beleuchtung deutlich zu was ein erneuter Abstecher.

Nun, hier, kleine Bildergeschichte zu Erkundetem und resultierende Erkenntnisse daraus.

Grube Horn Kandergrund

Die noch vorhandenen Installationen wie auch das Hauptportal befinden sich in eher ungemütlich, steilem Gelände und der Weg dorthin ist alles andere als Wandergängig. Während des Bergwerkbetriebs standen, an meinem Fotostandort, Wohnbaracken für bis zu 220 Mann, Werkstätte und die mächtige Seilbahnbergstation vor dem Mundloch. Auf meinem Foto ist das gemauerte Mundlochportal Bildmittig ausmachbar.

Grube Horn Kandergrund

Bildquelle: Kulturgutstiftung Frutigland

Die Ansicht vom Sommer 1946 zeigt linkerhand die Seilbahnbergstation und im Hintergrund die Wohnbaracken.

Heute sind alle Gebäude rückgebaut einzig einige Untertage-Anlagen und darin entsorgte Artefakte trotzten beharrlich dem Zahn der Zeit.

Grube Horn Kandergrund

In der Kompressorkaverne wie auch in den Nebenräumen findet sich noch heute allerlei, als wertlos erachteter Krimskrams.

Grube Horn Kandergrund

Und auch das prächtig gemauerte Mundloch liegt noch unbeeindruckt an gleicher Stelle. Ausser das Weg und Plattformzugang ziemlich gelitten haben, sieht alles noch so aus wie im 2011 respektive 2001. Die Stollenbauten und Aussenanlagen dokumentierte Daniel Wehrle, Rheinfelden im Jahre 2001 was heute ein ganz toller Vergleichsfundus ist.

Grube Horn Kandergrund

In Innern führen abenteuerliche Wege ins Reich der Bergwerkshauptlogistik. Im Unterschied zum Jahre 2011 nahm a) mein Mut und b) mein Geleucht exponentiell zu. Ergo sind die Fotos, wenn Vorhanden auch noch brauchbar.

Grube Horn Kandergrund

Erste Grubenhunte tauchen unter eingestürzten Holzverbauungen auf. Die Förderlogistik wird, ende Bremsberg 1, zweigleisig und die Artefakte, wie demontierte Schienenelemente stapeln sich auf dem Ausweichgleis unter eingekrachten Grubenhölzern.

Grube Horn Kandergrund

Ende Ausweichbahnhof steht noch eine von, gemäss Plan, vieler Bremsbergseilwinden. Der Besucher, die Besucherin, kann sich des Endruckes nicht entziehen dass in den besagten Räumlichkeiten allgemeine Aufbruchsstimmung herrsche. Wer gespannt dem Stollengeiste zuhorcht, hört übermütige Bergleute, kurz nach Beendigung des lohnenden Rücktransportes.

Grube Horn Kandergrund

So wunderts nicht weiter dass einer der dortigen Jungmannen ein Solo-Grubenhunt  den steilen Bremsberg hinunter stossen musste.

Grube Horn Kandergrund

Solch Teil war doch zu Betriebszeit, um die 1945, äusserst kraftraubendes Ungetüm (Bildquelle: Kulturgutstiftung Frutigland).

Genug gehorcht den gutmütigen Stollengeistern, weiterfolgend einer Strecke die, im April 2020, keinerlei Übereinstimmung mit bekannten Grubenplänen inne hatte.

Grube Horn Kandergrund

Kommende Verzweigung führt links in die Rollmaterialwerkstatt mit passender Arbeitsgrube. Auf rechtem Gleis stapelt sich einer der Grubenhuntzüge in der Hoffnung baldig ans Tageslicht zu fahren.

Fein gemauert mit Werkbank ausgestattet scheint der kleinen Rollmaterialwerkstatt an nichts zu fehlen wäre da nicht Daniel Wehrle aus Rheinfelden.

Grube Horn Kandergrund

Dieser besagte Vorerkunder hielt am Tage X des Jahres 2001 eine einzige Kipplore im Arbeitsraum fest.

Die Kipplore, da gibt’s meinerseits keine Zweifel, ist nimmer da, nimmer dort und nimmer sonst irgendwo. Nach allen Regeln sportlicher Diebe ist diese Verschwunden, wie, ist mir en Rätsel. Ich möchte in solch unwegsamer Lokalität nicht ein Kieselstein klauen.

Hinter der Lore, zu erkennen auf dem Bild von Daniel Wehrle, stehen zwei Grubenhuntfahrgestelle

Grube Horn Kandergrund

die gegenwärtig noch an selber Stelle verweilen.

Auch fehlen tut die Tafel „Rettungsgerät“ welche oberhalb der Grubenhuntversammlung einst an der Decke hing und in das Sprengstoffmagazin zeigte.

Grube Horn Kandergrund

In der Sprengstoffkaverne stehen noch zwei leere Gelatine-Kisten wie auch die ausgeräumten Kisten der, vermuteten Rettungsgeräte.

Wir sind bei weitem nicht die einzigen Erkunder wenn doch der Personenkreis welcher die heiligen Bergbauhallen durchschritt eher glitzeklein erscheint. Soviel ist klar, Vandalen sind da nie aufgetaucht, der zerrmanschte Grubenhunt tue ich einem Bergmann zuordnen.

Grube Horn Kandergrund

Auffällig ist, die Stollenanlage ist, auf Hauptstrecken, mit Elektrischem Licht ausgestattet doch kaum eine der 40 W Glühbirnen ist eingeschlagen.

Grube Horn Kandergrund

Leider sind viele Strecken fein und sauber versetzt was einer Erkundung definitiv im Wege stand. Im Bild zu erkennen vermutetes Versatzmaterial stammend aus dem Bremsbergvorsatz der in keinerlei Plan auftauchte. Nicht genug der Mysterien entbehrte die jetzige Bildexkursion grösstenteils einer Grubenplan Übereinstimmung.

Grube Horn Kandergrund

Klar ist, wir erreichten die Mittelregion was bereits unser Vorgänger Daniel Wehrle schaffte. In der Mittelregion gibt’s allerlei Orientierungspunkte wie Messmarkierungen.

Grube Horn Kandergrund

Leicht gekrümmte Bremsberge, erkennbar an den seitlich angebrachten Drahtseilrollen, vereinfachten noch zusätzlich die  Identifikation des Mittelbergwerks doch wie wir da hin gelangten ist noch heute ein Rätsel. Unser letzter Planstand liegt bei Juni 1947 und dieser Plan beinhaltet einige Widersprüche um den Krutzistollen.

Grube Horn Kandergrund

Der hier dargestellte Plan, gross machen, anklicken, umfasst meine geglaubte Route in gelber Farbe dargestellt. Der Krutzistollen war zwar massgebende Verbindung aller Zonen doch unsere Linksrechts-Kursänderungen passten ganz und gar nicht zu Kruzi. Das Sprengstoffmagazin wie auch der Raum für die Rettungsgeräte sind im Plan ganz wo anders.

Kurzum, traue nie einem Plan der du nicht selbst manipuliertest.

Fazit, es muss an einem Spätherbsttag des Jahres 1947 gewesen sein als die Rückbauarbeiten sich dem Ende neigten. Im Stollen Doppelgleisausweichstreche, am Ende des Zugangbremsbergs,  stapelten sich die gesamthaft eingesammelten Maschinen, Schienen, Grubenhunte und Werkzeuge. Das beste und zuvorderst gelagerte Material verliess die Anlage. Aller Rest, welcher nimmer lohnte, bliebt am Sammelpunkt. Ein Grubenhunt musste noch, zur Freude des Tages, den unbekannten Bremsberg hinunter purzeln.  

Irgendwann zwischen 2001 und heute sind Artefaktesammler eingestiegen, nicht viele. Die Kipplore aus der Werkstatt fehlt, die Tafel Rettungsgerät fehlt und die Sprengstoffkisten sind etwas  durcheinander. Vandalen waren keine zuteil, die Glühlampen sind alle bis auf eine verdächtig unberührt.

Und die anderen Stollen sehen noch so aus wie zu Tagen 2011

Grube Horn Kandergrund

Im Bild Südregion Lindigrabenstrecke.

Vorbeiträge

Die Drittgeschichte aus 2011 Kohlebergwerk Horn, es war einmal
Die Zweitgeschichte, die Anschlussgeschichte Kohlebergwerk Horn
Die Erstgeschichte mit schönen Bildern, Kandergrunder Kohle

Altes und Unvergessliches

am 05. April 2020 unter Musikalisches abgelegt

Damals schien alles besser zu sein. Ja, ich sowas um die 16 und das Leben ein rauschendes Fest.

„The Clash“ mit „Rock The Casbah“ im „Ultimix Remix“

„New Order“ mit „Blue Monday“

Gottshalden Horgen Part II

am 05. April 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Ja nochmals, man solle, zu solch Virulösen Zeiten, sich der Bergbauforschung hingeben. Also, Wetter war prächtig, Handy war in Quarantäne und mein Zementröhrenforschungsschiffchen war auch fertig also ab in die Gottshalde. Noch lag ein nicht erforschtes Geheimnis hinter einer ominösen Zementröhre im Wald am Ufer des Meilibaches.

Schiffli am Bachstollen

Das, aus Industrieboden gefertigte, Forschungsschiffchen, ausgestattet mit Webcam und LED-Lampe,  sollte in die kleine Öffnung der Zementröhre schlüpfen um uns mögliche Antworten zu unbekannten Stollenwelten liefern. Es lag zwar auf der Hand das die Zementröhre in ein Bergwerk müden würde doch war uns Zustand wie auch Weiterverlauf der Öffnung gänzlich unbekannt. Die Zementröhre sinkt etwas ab um anschliessend, ab Hälfte Röhre, wieder an Höhe zu gewinnen. Unser Blick reichte nur bis Aufstieg Röhre.

Gottshaldenerkundung

Mittels Webcam und Laptop war es möglich hinter den Aufstieg zu blicken. Das Schiffchen selbst schob ich mit Hilfe flexibler Kunststoffisolierrohre bis 4.7 Meter in den Berg.

Bachstollen Gottshalden

Die Röhre ist rund 4.5 Meter lang zusammengesetzt aus metrigen Normelementen wovon die letzte Röhre geschnitten und an der Schnittfläche mit der Gesamtröhre Zusammenzementiert ist.

Die ersten 2 Meter liegt ein leichtes Gefälle auf, ca. 10 cm. Ab zweiter Hälfte steigt die Röhre geschätzte 40 cm und am Ende der Röhre liegt eine Schutterhöhung die es zu überwinden galt um ein Blick ins Bergwerk  zu ergattern.

Bachstollen Gottshalden

Am Punkt 4.7 m steht das Schiffchen fasst zuoberst auf dem kleinen Hügel. Die LED-Lampe leuchtet mühsam grell an die Sandsteindecke doch es Stollenanschluss ist eindeutig im Hintergrund ausmachbar. Das Profil eher Rechteckig oder eher Trapenzförmig doch ohne Zweifel, die Stollenanlage scheint weiter befahrbar zu sein. Es sind keinerlei Anzeichen eines Versturzes. Die überleuchtete Decke wirkt bombenfest der Zeit beharrlich trotzend.

Insgesamt machten wir 3 Kamerafahrten durch die Röhre ehe wir uns einem weiteren Thema annahmen, genannte Erkundung des Stollenwerkes in der Wiese.

Bergwerke Gottshalden Nord

Der Vollständigkeitshalber kleines Plänchen der Stollenbauten Gottshalden Nord. Der Bachstollen ist jener mit ziemlich zu gepappter Zementröhre. Der Wiesenstollen, links auf dem Plan, ist heute per Schacht in mitten einer saftiger Kuhwiese erreichbar.  Gerne wird, in einschlägiger Literatur, der  Wiesenstollen als illegaler Abbau bezeichnet.

Bergwerke Gottshalden Nord

Der Schachtdeckel schien über längere Zeit hinweg nimmer geöffnet. Alleweil musste erstmals die Naht wieder gründlich von umschlingender Vegetation befreit werden ehe sich der Gussdeckel öffnen liess.

Bergwerke Gottshalden Nord

Ende Schacht schliesst ein wunderschön ausgemauerter Stollen an. Im Stollen fallen 2 grössere Wasserrohre auf die, bei Weiterverfolgung, beide an Wassersammler mündeten.

Bergwerke Gottshalden Nord

An den ausgemauerten Hauptstollen knüpfen weitere, ziemlich verfüllte, Stollen an. 2 an der Zahl dieser intakten, aber leider versetzten, Seitenarmen sind am Hauptstollen angeschlossen.

Bergwerke Gottshalden Nord

Am Ende der ausgemauerten Haupt-Strecke gabelt diese in 2 wiederum versetze Seitenarme.

Die Ausmauerung stammt aus Zeiten nach der Kohleförderung. Die verwendeten Kalkstein-Vollsteine waren um die Jahre 1940 einst gross in Mode. Das Originalstollenprofil war einiges grösser. Der heute fahrbare Ausbau stammt aus Zeiten als das Kohle-Bergwerk als Wasserfassung genutzt wurde.

Bergwerke Gottshalden Nord

Beide Wasser-Rohre dürften knapp unterhalb des Häuschens Neuhofstrasse 17a Tag erreicht haben. Heute sind die Rohre, die in der Schachtwand verschwinden, Tagseitig nimmer auffindbar. Ein drittes Rohr, diesmal ein kleines Zementrohr, Durchmesser 10cm,  ist für die Stollenentwässerung zuständig und mündet, meinerseits vermutet, im Gottshaldenbach.

Kohlebergwerke Horgen einige Vorbeiträge

Horgener Geheimnisse

Käpfnacher Kohlen

Horgener Geheimnisse

am 22. März 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

In Zeiten der Corona-Krise ist Bergbauforschung, wie ich neulich feststellte, ein ideales Thema welches so in etwa alle Bundesrätlichen Auflagen erfüllen mag, also ab ins benachbarte Horgen in Löcher in die sich kaum jemand verirren dürfte.

Genannt hier die Kohlebergwerksreviere Gottshalden südlich von Horgen.

Reviere Gottshalden

Die Kohlebergwerke im Westen, Käpfnach, das Besucherbergwerk mit Ausläufer, und Gwandlen sind uns von verschiedenen Erkundungen bereits recht gut vertraut indessen blieben die Reviere Gottshalden, zumindest meinerseits, bis anhin ziemlich unbekannt. Auf meiner Karte sind die roten Punkte potentielle Mundlöcher wovon die Mehrheit derer verstürzt sind. Mir bekannte Stollen sind blau visualisiert. Diesmal konzentrierte sich unsere Stollen-Suche auf besagte Reviere Gottshalden. Unsere erste Station lag nahe dem Meilibach eine bekannte Zementröhre die an den Notausstieg anschliessen sollte.

Reviere Gottshalden

Leider ist diese, noch ganz wenig offene, Zementröhre auch für unsere gelenkigen Körper eindeutig zu klein.

Reviere Gottshalden

Im Innern keineswegs bessere Ausblicke. Die Röhre scheint sich leicht nach oben zu verschieben. Klar ist, um die Zementröhre zu befahren müsste intensive Schaufelarbeit geleistet werden, ob sich dies lohnt ist zweifelhaft. Leider könnte am Ende der Zementröhre ein unüberwindbarer Versturz die Schaufelarbeit schnell zunichte machen. Ergo ehe die Schaufel respektive ein passendes Spezialwerkzeug zum Einsatz kämme, müsste erstmals ein ganz kleines Forschungsteam in die Zementröhre schlüpfen.

Webcam

Als momentaner Favorit zur Erkundung dieser Engstelle, kristallisierte sich, nach kurzer Experimentiersession gestern Abend, eine banale Webcam die zusammen mit einer LED-Lampe auf einem Holzschiffchen montiert, in die Öffnung hineingeschoben wird. Die Zementröhre vermute ich nur wenige Meter lang doch die Kotenänderung  blockiert uns jegliche Sicht. Die Webcam am Laptop mitverfolgt, könnte einige neue Erkenntnisse beisteuern. Erstmals jedoch muss ich Zeit und Muse finden um das gleitfähige Schiffchen zu bauen.

Zurück auf Gottshalden, ein Eingang findet sich, noch in bester Verfassung, im Aabachtobel.

Reviere Gottshalden

Leider jedoch ist das mächtige Gottshalden-Westportal gegenwärtig zugemauert.

Reviere Gottshalden

Auch hier, obschon die Innenansicht durchaus vielversprechend erscheint, gibt’s so auf em legalen Weg kein durchkommen.

Nun ja, erstmals wird die Webcam eine legale Sichtung des Ostzugangs vornehmen.

In diesem Sinne, wird diese Geschichte sicher baldig fortgesetzt.

Endzeiten

am 22. März 2020 unter Stadtindianer abgelegt

Ja, es ist eine nicht wirklich greifbare, kaum vorhersehbare Zeitepoche die an manch Endzeitfilm erinnert.

Ich bin privilegiert, als noch arbeitend dürfende Person mit Blick auf eine schier ausgestorbene Stadt.

Vielleicht noch positives Zeichen, das Mehl kommt noch immer tagtäglich per Bahn. Nun den, an Brot wird’s nicht fehlen.