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Das breite Spektrum meiner Interessen als stetig wachsende Linkliste.

Architekturfetisch in der Aglo

am 01. August 2020 unter Ästetik, Stadtindianer abgelegt

Nachdem ich neulich nen Pudel namens Wookiee kennen lernte, wundert mich die Existenz eines Jabaa-Towers nicht im geringsten. Oder wars Jeba?? ich bleib mal bei Jabaa.

Jabaa-Tower

Das Gebäude, im Niemandsland stehend, leuchtet in leichter Regenbogenfarbe, sagte zumindest eine Freundin von mir.  Ob dies Teil je eine Rolle in Star Wars inne haben wird mag ich bezweifeln dazu ist der Bau den doch en tig zu wenig futuristisch. Die runde Form indes find ich durchaus mutig  und für Schweizer Verhältnisse äusserst gewagt.

Jabaa-Tower

Blick Unten Oben offenbart die schlanke Balkonumrandung die dem Jabaa eine unerwartete Grazie verpasst. Wär das Teil nicht schweineteuer und Schweine-Niemandsland würd dies Ding, beweis gewagter Schweizer Architektur, durchaus Lob verdienen.

Der Jabaatower steht in sogenannt Kinderfreundlicher Gegend.

Aglo-Land

Die sich dadurch auszeichnet das weit und breit keine Kinder zu sehen sind, nicht mal auf den Spielplätzen.  

S-charl

am 01. August 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Der kleine beschauliche Ort mit Namen S-charl liegt fern bekannter Zivilisation und nennt als Bergbaudorf eine lange, sehr lange Geschichte deren Eigen.

Ja klar, wer sich für Tiroler Bergbau, im schweizerisch eher grösserem Stile, interessiert wird irgendwie, fast schon magisch angesogen, diesen Ort aufsuchen. Ich bin da definitiv nicht die Ausnahme und die Gelegenheit ergab sich um Spuren vergangener Tage aufzusuchen.

Knappenhaus S-charl

Das Knappenhaus, S-charls, Dorfplatzmittig, zuletzt als Grenzwachtposten amtend, lässt grosse Bergbautätigkeit vermuten. Zwei relevante Blei und Silber-Minen sind bekannt, Mot Madlein und Cuogn Nair in beiden war mir ein kleinwenig Einblick gewährt den beide verfügen über kilometerlange Stollennetzte die kaum aufrechten Gang erlauben.

Knappenhaus S-charl

Auf Bergmannswegen liegen noch heute Zeugen damaliger Knappenbehausung aus letzter Epoche, 1819 bis 1829, offen.

Mot Madlain

Und wie üblich liegen auch diese zwei Untertageanlagen an bester Landschaftslage.

Wer mit Sepp unterwegs ist muss sich die Untergründe erstmals schwer abverdienen. Respektive, trotz reichlich sauberer Stollendokumentation aus Jahren 2007, liegen noch einige Geheimnisse verborgen. Insbesondere die Erbstollenaustrittstelle Mot Madlain ist nie eindeutig gefunden worden.

Mot Madlain

Geheimnisse die unser aller brennend interessierten. Also machten wir uns, über zweier Wasserfälle,  in Richtung des potentiellen Erbstollens.

Mot Madlain

In unwirklicher Felslandschaft liess ein erster bekannter Stollenfund nicht lange auf sich warten.

Mot Madlain

Doch dies Mundloch besass keinerlei Qualifikationen zum Erbstollenausgang. Der Stollen endet wenige Meter nach Eingang in Stollenbrust hinzukommend liegt deren Richtung entgegen des Planerbstollens.

Mot Madlain

Der Erbstollenausgang wusste sich gekonnt vor uns zu verbergen doch stattdessen sind uns nicht minder interessante Bergbauspuren begegnet die potentielle Hinweise auf eine Erbstollenbaustelle lieferten. In der Felswand sitzt ein kleiner Tunnel paar wenige Meter lang welcher eine Felsnase unterquert. Am Tunnelende sind böse, kaum begebbare Felsen womit uns weitere Details unsichtbar blieben.

Am benachbarten Gehänge sind weiter zahlreiche Balkenlager im Fels eingelassen als hätten einst auf denen weite Dachkonstruktionen geruht.

Das Bauwerk Erbstollen Mot Madlain solle über einen Zeitraum von 70 Jahren erstellt worden sein. Wer das Bergwerk  Mot Madlain kennt, weis der Erbstollen in dessen heute Wasserführenden Funktion ist Goldwert. Wo nun das Wasser, viel Wasser, zu Tage tritt wissen wir nicht.

Mot Madlain

Das Bergwerk selbst liegt im wunderschönem Tal auf, Barabarastollen, 2821048 / 1179300 / 2165 müm (LV95er Koordinaten)

Barbarastollen Mot Madlain

Wie üblich für Tiroler Bergbau, in Ursprüngen Mittelalter, sind die Roll-Strecken eng und die Türstöcke kaum grosser 120 x 80 cm, also härteste Kinder-Schutter-Arbeit.

Barbarastollen Mot Madlain

Ziehen und Stossen der Grubenhunde über die Rollstollen war zumeist Kindern vorenthalten. Um Höhenunterschiede mit schweren Hunden zu bewältigen sind seitlich der Laufbretter Steigbäume eingepasst.

Barbarastollen Mot Madlain

Alte Abbauhallen sind noch heute geräumig mit Stempeln verstützt.

Barbarastollen Mot Madlain

Wasser war und ist, in den gesamthaft 10 Kilometer langen Stollen, ein Thema. Zeitweilig sind aufwendige Teuchel-Leitungen, die das Wasser einst in den Erbstollen lenkten, auffindbar.

Barbarastollen Mot Madlain

Das Gerät meiner Begierde steht an einer anderen Zone. Dieses lieferte plausible Antworten auf Fragen zum Buffalora-Haspel welcher, in dortigem Buffalora, mir nur in demontierter Form bekannt ist. Hier auf Mot Madlain steht ein montiertes Exemplar ohne Kuhhornlager womit die nächste offene Frage des wieso Kuhhorn geklärt wäre. Eindeutig ohne die Kuhhornlagerung würde die Achse gnadenlos ins Holz einschneiden was im S-charler Haspel auch geschah. Eine nachträgliche Reparatur des Führungsschlitzes, in Form eines eingepassten Holzes, zeigt die Problematik des Lagerlosen Haspels. Meine gezeichnete Version liegt unter Haspel als PDF abrufbar.

Mot Madlain

Wieder Auftage die Ansicht des letzen Mundlochs mit Vorbau auf 2820874 / 1179144 / 2150 müm aus der Ära Johann Hitz 1819 bis 1829.

Da die Grubenpläne gut gehütete Geheimnisse sind, ich nicht so recht über ein mögliches Verbreitungsrecht verfüge und das Ganze abzeichnen mich anscheisst hier mal nur eine Grobübersicht der Minenanlagen.

Mot Madlain

Sollte ich irgendwelche, mir bis dato unbekannte, Urheberrechte verletzten darf man mich gerne kontaktieren (Bildquelle, keine Ahnung)

Die Zweite Mine die interessante Einblicke und Erkenntnisse versprach liegt an gegenüberliegender Talseite und nennt sich Cuogn Nair. Dies Werk ist schwierig zu erreichen sind doch deren 2 Mundlöcher an ungemütlicher Felswand platziert.

Auch dies Blei/Silber Bergwerk kennt deren Anfänge so um 1300.  Und auch wieder in letzter Epoche Johann Hitz 1819 bis 1829 (Silberberg Davos).

Cuogn Nair

Trotz bekanntem Sprengstoff, in den grossen Johann Hitz-Stollen auf Cuogn Nair finden sich keine Bohrspuren stattdessen sind verrusste Stollenwände vom Feuersetzten weit verbreitet.

Cuogn Nair

Abbaukammern, aufs Minimum geweitet, erinnern an klassische Mittelalter-Hauen.

Cuogn Nair

Auch in diesem Werk gibt’s punktuell Rundholzschienen in kleinere Abbaukammern. Ob einst Fahrzeuge auf den Schienen rollten oder diese nur zur Führung der Erztröge dienten, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsächlich sind keine Schwellen an den Schienen montiert was die Dinger fürs Rollmaterial eher unbrauchbar macht.

Cuogn Nair

Grubenplan Cuogn Nair auch wieder in kleiner Auflösung ums Geheimnis zu wahren. Hauptmundloch unten liegt auf 2820603 / 1179225 / 2056 müm in luftig unwohliger Felswandhöhe.

Die Blei und Silberminen ob S-charl sind seit em Jahre 1300 bekannt. Hauptsächlich unter Tiroler Führung waren die Gruben immer wieder Gegenstand spekulativer Geschäfte.

Lange Zeit waren diese verpachtet an die Familie von Planta aus Zuoz. Am Erbstollen Mot Madlain solle 70 Jahre lang gearbeitet worden sein.

Die letzte bahnbrechende Investition, neue Schmelze, neue Transportwege und erweiterte Rollstollen tätigte der Silberberg Davos Betreiber Johann Hitz in den Jahren 1819 bis 1829. Während dieser Zeit resultierte ein Gewinn von 8.060 kg Blei und 200 kg Silber.

Heute steht sowohl Knappenhaus wie auch Verwaltungsgebäude. Im Zweiterem ist gegenwärtig das Bergbau- und Bärenmuseum untergebracht.

Buffalora 2020

am 19. Juli 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eigentlich hätt ich wieder einst richtig viel Geschichten im Köcher. Ich bin, wie vielleicht inzwischen bekannt, mit einigen Freuden fleissig am Vermessen dortiger Bergwerke.

Luisa auf Buffalora

Bild, Hansjürg www.familie-keller.ch/bergwerke/

Die Geschichten, so wies gegenwärtig aussieht, sprengen manch Rahmen und je mehr ich Plan-Zeichne desto eher müssen Erkenntnisse neu überdacht werden.

Plan Buffalora

Der Plan wird immer grösser und die Erkenntnisse immer tiefer.

Bis dahin gibt’s en paar nette Bilder die Freunde knipsten und mich beim vermessen zeigen.

Luisa im Erzband 2

Luisa im Erzband 2 (Bild Andreas Schatzmann)

Soweit ist klar, die Bergleute Anno 1300 bis 1600 machten Einiges anders als ichs getan hätte. Reichlich vorhandene Muskelkraft und kaum resultierende Kosten machten enorme Bergbewegungen möglich. Tonnen Material bewältigten, in schwerster Handarbeit,  gewaltige Höhenunterschiede.

Piz Dahint

Nicht minder Theatralisch, die Dramatik des Berges in mitten des Gewitters.

Kurzum, die Geschichte wird grösser, aufwendiger und platzfüllender. Eine Geschichte fürs luisa.net.

Bis dahin meine Vorbeiträge

Buffalora, ein Plan entsteht
Buffalora, Hunde und sonstig Hochtechnologisches
Buffalora Ergänzendes
Buffalora Part II
Buffalorageleucht
Der Krucks mit dem Öllichtchen
Buffalora

Die Riesenkrake von Steinmaur

am 19. Juli 2020 unter Ästetik, Stadtindianer, Vergangenes abgelegt

Es war einmal eine Mühle

Und es war einmal ein Oskar Meier, Produzent Urbanexporerischer Fetischobjekte.

Wie bekannt jener Oskar Meier der einst mal überfliegende Kaufhauskonzepte plante und auf einer Spinnerei Jakobstal sitzen bliebt. Genannter Oskar Meier versuchte sein Glück erneut in Steinmaur und aus einer Getreidemühle hätte ein nicht wirklich überfliegender Geschäftsbau werden sollen.

Nun ja, geblieben ist das Teil dass landesweit die Urban-Ex-Szene immer wieder in fotografischer Wallung versetzt.

Da auch ich Fotos mag und die Schaufel auch mal Pause macht, wars gegeben so zu tun als wär ich eine Urbanex-Lady.

Die Krake

Und ja, ich könnt mich mit Urbanexischer Kultur, mal ganz ohne historische Tiefenanalyse, durchaus anfreunden.

Und statt einer Kornförderanlage könnt auch eine lebensbedrohliche Riesenkrake, ob einer Siloeinrichtung, auf vermeintlich unschuldige Graffitivirtuosen lauern.

Nun denn, kleiner Rundgang durch längst vergangene Tage des gemahlenen Kornes. Und, wer mich kennt, so ganz ohne Historik, klappts bei mir irgendwie doch nicht.

Mühle Steinmaur

Die Gemütlichkeit einer Mühle ist nicht zu übertreffen.

Mühle Steinmaur

Und die Krake des umgekehrten Vorzeichens.

Mühle, Walzen und so.

Mühle Steinmaur

Da wo einst Mehler umhermehlten.

Mühle Steinmaur

Der obligate Urban-Explorer-Blick-Aufwärts.

Mühle Steinmaur

Mühlestube mit weltbekanntem Schaltschrank.

Mühle Steinmaur

Siloaufsicht mit Füllanlage, Krake, was auch immer.

Mühle Steinmaur

Wen das „Lisisch“……..

Mühle Steinmaur

Und so siehts aus.

Historisch, ohne geht nicht, kleine Übersicht über die Karten hinweg.

Mühle Steinmaur

1850 stand einst ein stattliches Gebäude welches aus gewonnener Wasserkraft, Getreide weiter zu Mehl verarbeitete, so wills die Wild-Karte wissen. Ich habe dies Bauwerk grün koloriert um deren Veränderung zu verdeutlichen.

Mühle Steinmaur

Auf den Siegfriedkartenblatt ca 1890, quert nun eine Strasse das alte Mühleareal. Die Mühle selbst scheint an, heutig bekanntem Standort, umgezogen.

Mühle Steinmaur

Heute steht sie noch in voller Pracht mit einigen Erweiterungen wie etwa die aus den Jahren 1960 stammende Hochsiloanlage.

Und ja, bei deren Streifzüge, so na, eine Erinnerung an eine ganz liebe Mitforscherin, die viel zu früh unsere kleine Welt verliess.

Genannte Gina die, als erfahrene Mühlebauerin,  viel über solch Mahltechnik zu erzählen gewusst hätte.

In diesem Sinne hier wiedererinnernd dessen Nachruf auf www.luisa.net/sammelsurium/gina-rickenmann/

Gesellschaft von Tiefencastel Part II

am 19. Juli 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Eine Geschichte um viel Bla, wenig Katzen-Nuggets und ein aufkommender Investorenegoismus.

Oder, die Suche nach vermeintlichen Goldschätzen säuft ab.

Die Gesellschaft von Tiefencastel, keine Unbekannte ist doch diese, konstant konkursive Investorenvereinigung mit wenig Bergbauwissen, gerüchtehalber an manch Bündner Berghang anzutreffen.  Gemunkelt wird an tiefem Gehänge des Val Schmuer. Die zwei tief unbekannten Stollenmüder ob Weinmannischer Unternehmung als Berghaueaufwältigung im Namen der Gesellschaft von Tiefencastel.

Mir begegnet deren geglaubte Handschrift grosszügig dimensionierter Verladerampen im Wald ob des, unter Goldsuchern äusserst begehrten Schmuer-Bachs. Die Geschichte damals nannte ich diese “ Wo Goldsucher und Bergbauforscher sich gefährlich nahekommen„. Auffällig auch die zwei verstürzten Stollenmünder die verdächtig denen im nahen Tiefencastel ähneln.

Die Literatur, allen voran Plattner, könnte hie wie da, verarmten Adeligen um 1800 neue Hoffnung auf reiche Goldvorkommen geschürt haben.

Ich indes bin hauptsächlich der Geschichte willen unterwegs und wie so Mancher weiss, „was Luisa nicht weiss, macht Luisa verdammt heiss“. Gut dass diese enthusiastische Leidenschaft von mach einem Bergbauforscher geteilt wird.

Des Anfangs, wie der, die LeserIn weiss, bin ich, mit Rundell ebenso enthusiastischer Forscher, am Suchen verborgener Stollengeheimnisse um Tiefencastel herum. Genannte letzte Geschichte Gesellschaft von Tiefencastel.

Klar ist bis heute, an allen Standorten die Herren Gesellschaft zu Tiefencastel Finger mittendrin hatten, lagen früher bereits Stollenwerke an. Die Herren waren fleissige Leser, wahrscheinlich Plattner und co, und die Stollen bereits aus früheren Tagen vorhanden.

In Tgant Ladrung ob Tiefencastel liegen solch Relikte früherer Industriekultur mehr oder immer versteckt im Wald

Plang Peng Situation Minen

Stand Heute bekannt und von Herren Gutachter Leonhard und Selb um 1812 dokumentiert,  3 Stollen.  2 derer sind nur noch anhand der Halde erahnbar, der 3. ist auf 34 Meter fahrbar und dieser 3. ist gegenwärtig Ort unserer Neugierde.

Der 3. so sagts die Halde, müsste beträchtlich viel Länger sein. Geschätzte 150 bis 210 Meter sind denkbar doch ab Meter 30 setzte sich Versturzmasse in Bewegung die ein effizientes Weiterkommen verunmöglichte. Die Neugierde trieb ab 1980 Wenige, mit Schaufel bewaffnete, in diese Untiefen doch deren Erfolg verhallte ist Statisch eng gesteckte Grenzen und so blieb der Vortriebswert um 30 bis aktuell 36 Meter.

Auch unser illustres Grüppchen unternahm den Versuch, diesmal mit klar eingeplanten Deponien für den Abraum nahe der Grabungsstelle an einer Stollenweitung.  

Plang Peng Stollen-Deponie 2

Leider jedoch füllten sich die zwei Deponien schneller als uns lieb war.

Plang Peng Stollen-Deponie 2

und so waren die beiden Deponien am Abend des 3.7.2020 bis Stollendach prall gefüllt ohne den entscheidenden Durchbruch geschafft zu haben.   

Luisa in Plang Peng

Trotz sportlicher Höchstleistung aller Beteiligten gelang der allesentscheidende Durchstoss ins vermutete grosse Stollensystem nicht. Ab den Metern 36 und einer tendenziell zunehmenden Grabungs-Tiefe  nimmt auch das unerwünschte Grubenwasser zu. Die Vermutung dass die weiteren Stollenmeter tief im Wasser schlummern ist leider, nach jetzigem Wissensstand, nicht von der Hand zu weisen.

Meter 36 sind bis zur Stunde heute Fahrbar es fehlen noch etliche Laufmeter die womöglich nie mehr aufgewältigt werden. Und doch, die Erkenntnisse waren reichlich und die zusammengetragenen Fakten bilden eine zunehmend rundum abgeschlossene Geschichte um das Spekulationsvorhaben, Minen Tgant Ladrung.

Einige Forscher nahmen sich diesem Mysteriums an, gewisse Unterlagen sind heute Zugänglich und meinerseits weiter destilliert.  Der Stollen offenbarte interessante Eisenerzgänge mit feinen Pyritkristälchen welche die früheren Berggold-Anekdoten noch untermauern.

Kurzum,

Der Stollen 3, wie auch die beiden 2 verstürzten Stollen unterhalb, sind älterem Datums und vermutet im Jahren 1804 mit grosser Kelle neu angefahren. Das Profil, rund 2 Meter Stollenhöhe,  lässt auf grosse Hoffnung schliessen. Ab 30 Meter, Stollen 3, wird ein Eisen-Erzgang sichtig, welcher zwischen violettem Schiefer und Kalk  Nordost zieht. Dieser Erzgang lag im Interesse früherer Bergleute, abbauspuren sind reichlich vorhanden. Der violettem Schiefer ist von brüchiger Konsistenz und leider überaus Wasserdurchlässig was auf einen statisch problematischen Stollenverlauf schliessen lässt. Die Halde ist voll von violettem Schiefer was auf ähnliche Verhältnisse ab Stollenmeter 36 schliessen lässt. Trotz aller Widrigkeiten steht genau auf diesem violettem Schiefer der Eisenerzgang mit interessanten Einschlüssen, an. In den Randbereichen des Erzganges liegen feine Katzengoldklümpchen (Pyritkristalle) die zu damaligen Zeit einer eher defizienten Bildung, gut und gerne den Anschein eines wertvollen Berggold erweckten.

Büsigold

Ausser feine Wohnzimmerdeko besitzt dies kleine Pyritchen mit lieblichem Volksmunde, Büsigold, keinerlei Funktion. Anno domini 1800 dürften indes manche verarmte Adlige, beim Anblick solch schicker Steinchen, ihr allerletzes Geld in eine Konkursive Gesellschaft gebuttert haben in Hoffnung  aufs grosse Berggold.

Die Gesellschaft von Tiefencastel machte keine halben Sachen und die getätigten Investitionen müssten, gemäss der Zeicheninterpretation, grösserem Umfangs gewesen sein.  Das Geld indes verdampfte indes schnell in den vermeintlichen Berggoldstollen.

Auf Tgant Ladrung / Plang Pegn wie auch im entfernten Val Schmuer zeigen die wenigen Bergbauspuren auf fette und effizient vernichtete Investitionen.

Nachweisslich Schrottete die Gesellschaft, nach Namenswechsel in Gesellschaft von Reichenau, 1818 die anvertrauten Kapitalien. Die Stollen blieben lange vergessen bis einige fündige Forscher nach Spuren suchten und einiges dokumentierten.

So liegen etwa umfangreiche Aufzeichnungen und Fotografien zum früherem Blockhaus auf, die eine saubere Rekonstruktion der damaligen Knappenunterkunft möglich machten.

Bergwerk Plang Pegn

Dies gesammelte Wissen fügte ich zu einem Plan zusammen welcher, in grosser PDF-Form gerne mittels Plan-Link  herunter gesaugt werden darf.

Vorbeitrag Gesellschaft von Tiefencastel

Einstmal wiedermal

am 18. Juni 2020 unter Kartografie, Steinerne Unterwelten, Vergangenes abgelegt

Vorweg, die Natur holt sich alles zurück und wir, unser Kulturgut, ist erschreckend endend. Bis dahin gibt uns, wir die wir am Weg, der ja bekanntlich das Ziel sein solle, etwas herum schrauben. So gibt’s eine imposante Chronologie der Geschichte die wir Teil davon sind.

Nun ja nun gut, Spinnerei Jakobstal war Thema und lange mein Besuch ausbleibend aber, bekanntlich wird alles besser und an Zeit fehlts gegenwärtig gar und ganz nimmer.

Generatorstube Spinnerei Jakobstal

Was einst Sinnbild für die gezählte und kanalisierte Kraft des Wassers war und etliche Technologiegenerationen mitmachte, ist heute schlicht die Erkenntnis das alles wieder ihren Ursprung findet. Ob nun der Klimawandel oder sonstige Geschichten, unser Einfluss ist vielleicht doch kleiner als gedacht. Das Grün wird überdauern oder das Grün wird obsiegen unsere Präsenz mag da nur ein kurzes Zeitgeschehen sein.   

Dampfkessel Spinnerei Jakobstal

Und so wird viel Stoff bleiben, in mitten der grünen Pflanzenwelt, für zukünftige Chronisten bis deren Geschichte auch wieder im Grün endet, was so betrachtet den Kreis des Lebens schliesst.

Spinnerei Jakobstal

Zweifelsohne sind es die Ansichten des Morbiden die immer wieder zu Faszinieren vermögen und so verwunderst nicht weiter dass dies Objekt der misslungenen Bauspekulation,  immer wieder eine Vielzahl an Zeitgeschehensgestallter anlockt.

Spinnerei Jakobstal

Naja, mich mit eingeschlossen wenn doch dies kiffende Kunstwerk nicht aus meiner Dose stammt.

Aber,

Immer wieder bin ich über dies Bauwerk, früherer Müllerskunst, gestolpert und immer warens Geschichten die mich faszinierten. Es sollen meine ersten Begegnungen um die Unschuldsjahre 1970er, Geschichte gewesen sein. Damals alles noch fein säuberlich in Kalkstein gepackt in Hoffnung grosser Kapitalzuwachse. Trotzdem, mir waren schon früher Einblicke möglich doch sie blieben, dank des Fehlens funktioneller Fotoapparate, exklusiv im alterndem Gedächtnis hängen. Keine Frage, auch ich werde einstmal zu Grün. Auch klar, ich tue vieles daran diesen Prozess zu verzögern.

Hotdog-Automaten Spinnerei Jakobstal

Nächstes Eckdatum findet den Frühling 1987, in einer scheuen Begegnung mit nie funktionierenden Hotdog-Automaten und weiteren Streifzügen statt. Die Horde passt ins Limmatsträsschen und weiss verdächtigst viel über nie funktionierende Hotdog-Automaten.

Bis anno Domini auch so, als Konstante, meinerseits eine Faszination fürs Vergängliche und deren daraus resultierenden Geschichten.

Die Jahre 2000 und die mich zunehmend interessierenden Bondagegeschichten bewegten mich, und eine sehr kleine Handvoll AbenteurerInnen, in dies Geschichtswürdige Industriezeugnis zur Geschichtenerzählung. Die Geschichte um Hildegard, von Lory Ekk abgelichtet und von mir geseilt, im November 2000 umgesetzt, fand auf meiner, noch immer lebenden Atelier Eisen Seite Platz . Ich glaub die paar Vollpfosten die mich letztes Jahr aus der Marktspirale kicken wollten, erlebten auf meiner, besagten Atelier Eisen Seite ungebremstes Schwanzhalleluja. Anny, andere Geschichte, die Anwälte, fanden ihren Spass und meine Gerechtigkeit.

Und danne, wieder in der Vergangenheit schwelgend, eine Aufarbeitung der Geschichte, so ums 2012, eine Erste, recht unprofessionell und richtig dilettantisch auf Luisa-Net, weitere folgten. Die Sulzer Dampfmaschine ist überaus inspirierend und war auch so der Vergangenen Tage eine Geschichte auf Luisa-net wert.

Any, ich war mal wieder da, und schaute nach dem Rechten oder nach dem Falschen? Eindeutig eine Frage des Standpunktes  doch eines bleibt, viele Impressionen.

Spinnerei Jakobstal

Der Zahn der Zeit setzte der Architektur schwerlich zu.

Spinnerei Jakobstal

Und Edelmetaller, Messingmenschen und Sonstige taten den Rest.

Spinnerei Jakobstal

Die neue Dynamik der Vergänglichkeit indes öffnet ganz neue, äusserst farbenfrohe, Perspektiven.  

Spinnerei Jakobstal

Ob die Tamdemverbund-Dampfmaschine heute noch zu retten wäre mag ich zu bezweifeln. Zu tief war der Einfluss aller herum manipulierender Besucher und Besucherinnen.

Spinnerei Jakobstal

Doch nicht lange her, im November 2000, als dieser Ort eine sehr kleine Zahl Eingeweihter kannte und sich die Spekulationsgelüste eines Oskar Meiers in Grenzen hielten, schien das Gerätchen auf den kommenden Dampfstoss zu warten. Die Schaltanlage fürs Drehstromgeneratörchen scheint noch über alle Drehspulzeigerchen zu verfügen und die Ventile duften nach Frischfett.  Ganz und gar nicht heutiger Zustand, siehe drei Bilder aufsteigend, vom Schaltgerät gibt’s aktuell nur noch Gerippe.

Trotzdem hat auch der heutige Zustand seine Faszination.

Nun ja, ich hab gekuckt, wieder mal,  was früher war. Früher, in Zeiten in denen Oskar Meier nicht mal die Qualifikation eines Windelbeschmutzers inne hatte. Heutiges GIS machts möglich um in die Ferne zu schweifen und so zeigt sich auch wieder, im Kartenwerk zurückblätternd, wer einst Grund und Boden sein eigen nannte besass zahlreiche Möglichkeiten.

Spinnerei Jakobstal

Und so wart den, um die Jahre 1850, einstiger Müller der Niedermühle besass, bald Fabrikant auf der Spinnerei Jakobstal.

Spinnerei Jakobstal

Ob damaliger Müller sich zur Handänderung entschied oder ob sich die Findigkeit eines klugen Geschäftsmannes durchsetzte entzieht sich meiner Kenntnis. Sicher ist aus der Mühle wurd eine Spinnerei mit grossen wuchtigen Maschinen. Anstelle der damaligen Mühle entstand Verwaltung und Herrschaftswohnhaus. Die neualte Radstube stand fortan auf kanalisiertem Glatt-Zweig.

Und heute, nach Generation;

Mühle,

Spinnerei,

Hotdog-Automatenlagerraum,

Spekulationsobjekt,

Kunstraum,

bleibt der unermüdliche Zerfall.

Spinnerei Jakobstal

Spinnerei Jakobtal, es war eine echt geile Zeit in Deinen Gemäuern. Bekanntlich nimmt alles ein Ende und dies ist eigentlich gut so. ChronistInnen bleiben die, die bis anhin in geschehene Entwicklung weitererzählen.

Und weitere Geschichten

Bondage, weils so richtig geil war https://www.ateliereisen.ch/hildi.html

Epoche Kunstraum http://blog.ateliereisen.ch/?p=890

Epoche Industriegeschichte http://blog.ateliereisen.ch/?p=908

Die Maschine http://blog.ateliereisen.ch/?p=911

Epoche „muss Verschlossen werden“ http://blog.ateliereisen.ch/?p=2164

Luisa die Nette und das Maschinchen https://www.luisa.net/mechanik/betriebsdampfmaschine Drehzahlregler steht noch.

Luisa die Nette und noch mehr Historiennettes https://www.luisa.net/industriearchaologisches/industriegeschichtliches/

Savognin

am 07. Juni 2020 unter Betrachtungen, Reisen, Steinerne Unterwelten abgelegt

Ein Jeder, eine Jede mit minimal Kulturbildung wird diesem kleinen Flurnamen eines Fluchwortes gleich setzen. Mit etwas Weitblick, abseits touristischer Landschaftszerstörung, sind indes ganz spannende Überraschungen anzutreffen.

Ansichten meinerseits, ohne exklusivem Bergbaublick, auf der alten Septimerstrasse.

Ich war nun einige Hunde im Stollen und oft, beim Ausblick während den Mittagspausen, schweifte mein Blick ins gegenüberliegende Hangbewalde. Einige äusserst distanzierte Sehenswürdigkeiten stimulierten meine Neugierde. So gesagt so getan, ein gemütlicher Ausflug mit Kunsthistorisch gebildeter Freundin musste sein und war rege Freude.

Urperuaner

Und es waren nicht nur diese sympathischen Zeitgenossen die für ausgiebig Bilderflut sorgten.

Wer kurz vor, Architektonischen Höhenflügen, genanntes Savognin, und früheres Schweiningen, die aktuelle Julierpasstrasse verlässt und auf die alte, noch von den Römern, geschlagene Passstrasse überwechselt findet eine Reihe interessanter historischer Zeitzeugen.

Im Dorfe Riom, wo mich bereits die netten Peruaner begrüssten, liegt die Burg mit selbigem Nomen.

Burg Riom

Hoch zu Felsvorsprung thront dies Werk an namhafter Septimerpasstrasse.

Die Burg entstand im Jahre 1240, erbaut von Herren Wangen-Burgeis aus dem Vinschgau. im 14. und 15.  Jahrhundert wechselten einige Besitzer nach mehrmaligen Pfandleihrückzahlungen. Schliesslich blieb das Gemäuer ab 16. Jahrhundert, im Gemeindebesitz, unbewohnt.

Burg Riom 1800

Die unbewohnte Burg um 1800 (Bildquelle Wikipedia)

1867, nach verehrendem Dorfbrand, wurde das Dach und die Stockwerkeinbauten, um Riom wieder aufzubauen, abgetragen.

1973 wurde das aktuelle Holzschindeldach aufgebaut. Die heutigen Theatersaaleinbauten sind, im Jahr 2006, von den Architekten Marcel Liesch realisiert worden.

Eine durchaus gelungene Rekonstruktion der frühen Burganlage von Joe Rohrer findet sich auf dessen Webseite unter: www.bildebene.ch/portfolio_page/burg-riom/

Der Strasse folgend in Tiefenkastel-Richtung liegen einige weitere Sehenswürdigkeiten am Strassenrand in greifbarer Automobilistinnennähe.

Kirche St. Georg

Die um 1290 urkundlich erwähnte Kirche von Salouf, genannte St. Georgskirche, mit all deren vermengter Bauepochen, war eines der Objekte meiner Neugierde. Und, zweifelsohne, der Pfingstmontag war förmlich prädestiniert zu Kirchenbesuch.

Der Turm zeugt in unterer Hälfte von Romanischer Baukunst, diverse Ein und Ausbauten ziehen sich über alle nachfolgenden Modeströmungen abendländischer Baukunst hindurch.

Kirche St. Georg

Markant auch das Hauptschiff mit an der Seite noch teilweise erhaltenen Fresken. Die Altarkonstruktion solle aus der, damals dank des Stauseebaus, aufgegebenen Kirche Marmorera stammen.

Kirche St. Georg

Auch reich geschmückt präsentierte sich die angebaute Kapelle.

Aussicht Salouf

Und, bei prächtigem Pfingstmontagswetter, die Panoramasicht ins Steile Tal.

Das kleine Dorf Salouf nennt eine bewegende Geschichte dessen Eigen. Zwischen Walser-Siedlungen unter Durchgangsverkehr entwickelte sich Salouf zu interessantem Schmelzpunkt verschiedenster Kulturen.

Auch der Bergbau spielte eine nicht unwesentliche Rolle und so findet sich im Nordöstlichem Gemeindebezirk, etwas Autoroutenferner, die gut erhaltene Eisenschmelze Flex, zu Deutsch Stein.

Blasofen Flex

Insbesondere der Blasofen, Vorläufer des heutigen Hochofens, ist fast vollständig erhalten. Die Schmelzanlage baute Martin Versell aus Bludenz 1828 zur Verhütung der, aus Colm da Bovs stammenden, Eisenerzer. Bis in die Jahre 1850 heizte und schmelzte das Blasbalgbelüftete Ofenwerk Erze. Die dazugehörige Schmiede funktionierte noch weitere Jahre bis gegen 1900.

Kühe

Der alterwürdigen Strasse weiterfolgend, nahe Tiefenkastel, eine ebenso gemütliche Horde am Strassenrand die ich, auch so, auf meinem Bildern zu bannen hatte.

Gesellschaft von Tiefencastel

am 06. Juni 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Oder die verschollenen Stollen ob Tgant Ladrung.

Wieso Tgant Ladrung weiss kein Mensch. Die drei um 1812 dokumentierten Stollen liegen weit östlich des Flurnamens Tgant Ladrung im Bereich von Plang Pegn trotzdem ist im allgemeinem Volksmund die Rede vom Tgant Ladrunger Stollen. Heute ist dies Bergwerk, mit all deren Mysterien, begehrter Forschungsort gut informierter Stollensucher. Nichts scheint auf diesem Areal selbsterklärend, einleuchtend. An der Halde, bei den verschollenen Stollen 1 und 2, lässt sich Magnetit  beobachten und der heute teiloffene Stollen 3 führt viel Schwefelhaltiges Eisenerz.

Die Epochenvielfalt der gefunden Artefakte wie auch der vorläufig unüberwindbare Versturz war Nahrung für die Neugierde. Für mich Anlass tief in diese Geheimnisse zu blicken.

Und all jene die wieder mal nicht wissen wie ich aussehe, en aktuelles Bild von mir, Typ Selfi, aus Stollen 3.

Luisa im 2020

Ja, die einhellige Meinung unter Verwandten besteht wonach ich, mit zunehmendem Alter, meiner Grossmutter Claudia ähneln täte.

Aber erstmals zurück zur Kerngeschichte.   

Historisch belegt wird von einer Suche nach Gold um 1840 berichtet. Erfolglos sollen die Mannen ob Tieffen-Kasten, heutiges Tiefenkastel, immer wieder auf  täuschende Pyritkristalle  hereingefallen sein.

Die letzen, noch verbleibenden, Spuren des Bergbaus liegen im Wald bei Plang Pegn in Form grosser Halden, diverser Mauerreste und eines Blockhauses welches wahrscheinlich noch bis in die frühen 1940er genutzt wurde.

Gemäss Mineralogische Studie, der Nürnberger, Leonhard und Selb waren um 1812 3 Stollen auffindbar. 

Meine Kartendarstellung gibt den Zustand um 1812 wieder so wie dieser von Leonhard und Selb beschrieben wird.

Heute ist einzig Stollen 3 Teilbefahrbar.  Die Halde der Stollen 1 und 2 ist zu grossen Teilen, in späten Jahren, für den lokalen Strassenbau, abgetragen. Infolge sind, vermutet, durch nachrutschendes Geröll, beide Eingänge verschüttet.

Plang Pegn Stollen 2

Während Stollen 1 kaum auszumachen ist könnte  Stollen 2  unter der Felsnase, hinter entwurzeltem Baum, liegen. Sowohl Magnetiterzgang wie auch stabiler Fels liegen an Vorteilhafter Stelle zu Stollenvortrieb.  Von Herren Leonhard und Selb kennen wir die Masse Länge Stollen 1, 90 Lachter, Länge Stollen 2, 70 Lachter und die Höhendifferenz beider Stollen von 18.5 Lachter. Da beide Nürnberger waren könnte das Bayreuther Lachter wirken welches 2.0354 Metern entspricht. Folglich müssten die Zwei verschollenen Stollen in der Höhe 37.6549 Meter auseinanderklaffen. Die rund 37 Meter erscheinen am Hang der, doch massiv abgebauten, Halde durchaus realistisch.

Weiter berichten die Mineralogen vom Stollen 3 welcher 140 Lachter östlich gelegen, zu finden sei. Stollen 3 gibt’s, nach meiner QGIS-Messung rund 300 Meter Nordöstlich von Stollen 2 fern.

Auf der Fussstrecke zu Stollen 3 werden kurz vor der Haue die Reste eines Blockhauses sichtbar.

Blockhaus Plang Pegn

An den wenigen noch heute vorhandenen Hölzer stecken moderne Industrieproduktionsnägel. Nicht unweit des Hauses liegen noch jede Menge zerfötzelte rote Dachpappen rum.

Gemäss Landeskarte 1962 stand das Blockhaus in jenen Jahren als intaktes Gebäude.  Erst das Savogniner Kartenblatt aus Jahren 1979 markiert an der Blockhausstelle eine Ruine und heute ist der Eintrag gänzlich erloschen.

Und nur wenige Meter nach der Blockhausentdeckung, quer durch Waldgebiete, wird im mitten der Waldlandschaft, die wuchtige Halde sichtbar. In Höhe von geschätzten 12 Metern und einem Halbradius von 5 Metern könnte diese Deponie durchaus 470 Kubikmeter Stollenabraum verbergen.

Unser illustres Expeditions,  respektive Aufwältigungsgrüppchen, nutze die Haldenfläche als temporärer Installationsplatz.

Plang Pegn Stollen 3

Der Stollen selbst ist bis auf 34 Meter fahrbar. Auffällig sind die noch gut erhaltenen Mitteldornholzschienen im grosszügigem Stollenquerschnitt. Oft ist dieser Stollenabschnitt in Massen um die 2 x 1 Meter geschlagen.

Plang Pegn Stollen 3

Da die Laufbretter gut erhalten sind, lohnte eine Messung der Bretter und des Führungsnagels. Die Laufbretter sind zwischen 12 und 18 cm breit und der Führungsnagel bewegt sich im durchgehend 4 cm breitem Schlitz. Trotz der eher kleinen Hunde sind Stollenprofile erkennbar breit.

Plang Pegn Stollen 3

Die vorhandenen Bohrlöcher sind eher kleineren Durchmessers wie wir sie von Pressluftbetriebenen  Bohrhämmern kennen. Zwar lassen sich von Hand auch solch kleine Locher bohren doch diese waren, um die 1800, eher unüblich. Damalige Sprengmittel setzten grössere Bohrungen voraus.

Obwohl der Stollen sehr schwer zu finden ist und den Eingeweihten viel an Geheimhaltung liegt, gibt’s einige aussergewöhnliche Funde die auf spätes Dorfbubentum hindeuten.

Plang Pegn Stollen 3

Ein Feuerchen im Sackgassenstollen ist kein wahrhaft geistreicher Gedanke. Dies verkohlte Holz lässt zumindest den Schluss zu wonach das Mundloch einst deutlich geweitet war. Heute ist der Einstig eng und beschwerlich. Ein Feuerchen hätt, weder heut noch gestern, der Luftqualität merklich verbessert.

Plang Pegn Stollen 3

An einer nahen, glatten Wand liegt das obligate Russgraffiti offen. Leider wars mir nicht möglich dies grosse Dorfbubenartefakt eindeutig zu entschlüsseln.

Ab Meter 29 beginnt eine Einschwemmung die mit zunehmender Tiefe die Weiterbefahrung verhindert. Und ab 34.04 Meter ab Mundloch, gesetztem Messpunkt 13, ist definitiv Schluss mit durchkommen. Schaufelarbeit in engem Raum ist gefragt.

Plang Pegn Stollen 3

Zu dritt, mit eigens gefertigtem Hund, liess sich einige Versturzmasse aus der Strecke in eine Deponie, an einer Stollenweitung, transportieren. Da der Stollen zeitweilig über 2 Meter breite erreichte konnte der Abraum bequem kurz nach Versturz verstaut werden.

Plang Pegn Stollen 3

Mein, für dieses Unterfangen gebaute, Transportgefährt sollte einerseits Engstellen souverän passieren können anderseits  aus dick klebrigem Lehm robuste Ziegel ausspucken. Das erste Kriterium gelang so halbwegs während Kriterium 2 am viel zu schiefrigem Abraummaterial scheiterte.

Plang Pegn Stollen 3

Wenn doch, dank dem Schieferschutt, eine schnelle Bodenabsenkung von bis zu 50 cm gelang.

Plang Pegn Stollen 3

Leider jedoch gelang der Durchstich in die noch unbekannten Stollenmeter nicht. Der Stollenfortlauf muss, gemäss aktuellem Wissensstand, unter Messpunkt 13, roter Punkt an Felskante, in einer noch unbekannten Tiefe, zu finden sein.

Plang Pegn Stollen 3

Die Stollenvermessung, an welcher ich nicht beteiligt war, stammt aus dem Jahre 2018. Da ich zeichnerisch mich diesem Werk annahm und mir das Objekt gänzlich fremd war lang eine genauere Befahrung meinerseits logisch auf der Hand. Und erst nach genauer Betrachtung einiger Unbekannten sollte dieser Plan entstehen.

Heute nun, aus meiner Sicht, gibt’s einige Mysterien um dies Bauwerk. Die Zeitepoche, die Zeitepochen des Stollens sind schwer auszumachen. Ich glaube, dieser Bau war immer wieder Thema verschiedenster Abbauversuche wie auch verschiedenster Neugierden. Das Mysterium ums beschriebe Gold schwirrte in mancher Köpfe. Mineralien-Funde lassen auf die Eisenproduktion schliessen. Trotz bedeutender Anlageausmasse ist nur Weniges überliefert. Namentlich mir bekannt „Mineralogische Studien 1812 Leonhard und Selb“ und „Heimatbuch Tiefencastel“. In zweitem Werk wird die „Gesellschaft von Tiefencastel“ genannt welche 1804 vom Peter Demenga gegründet wird. Die Bergbaugesellschaft wird indes erfolglos ob Plang-pegn nach Erzen graben. Von Goldhoffnung wird berichtet, was jedoch niemand so genau weiss. Es solle gar einst Golderz gefunden worden sein.

Trotz grosser Anstrengung blieb der Ertrag, sowohl für die Gesellschaft wie für die Gemeinde Tiefencastel aus, worauf, in findiger List, sich die Unternehmung in „Gesellschaft von Reichenau“ umbenannte und klangheimlich in die Gemeinde Reichenau übersiedelte.  In den Jahren 1818 erfolgte der endgültige Zusammenbruch der Bergbaugesellschaft womit für lange Zeit wieder Ruhe in den Bergen eintrat. 1902 kam Tiefencastels letzter Pachtvertrag auf Erzschürfung zum Abschluss. Ach dieser Versuch scheiterte ohne nennenswerte Resultate.

Bergwerke Plang Pegn um 1887

Auf der Siegfriedkarte, Erstausgabe 1887, ist der vermutete Erzweg noch erkennbar welcher beide Abbaustellen erschloss. Heute ist dieser breite Weg noch im Wald ausmachbar. Denkbar könnte das Erz, sofern es welches gab, zur Schmelze Flex geführt worden sein, was in Wegrichtung liegen könnte.

Nun ja, die Geschichte ist noch mit einigen Unbekannten behaftet aber ich arbeite an möglicher Klärung.

Als LED richtig Scheisse war

am 23. Mai 2020 unter Seitwärts parkieren, Steinerne Unterwelten abgelegt

Neulich bei der Mürtschenalrecherche.

Im Mai 2013 hatten die damalig abartig schweren LED Taschenlampen nur einen wirklich sinnvollen Zweck, dieser war, einem bösem Stollengeiste noch böseres anzutun.

LED Lampe

Ansonsten konnte der Totschläger keine Nägel einschlagen, keine Brückenpfeiler rammen und auch keine Sprenglöcher, auf bequemes Stollenprofil, ausweiten.

LED Lampe

Der Zweck einer Beleuchtung gar gänzlich unmöglich. Und wer diese Eigenschaft einem modernen Fotoapparat zufügte machte abstrakte Kunst.

Im Bild gleiche Stelle, 7 LED-Technologie-Jahre dazwischen.

Und auch kryptischer als jede  Enigma-Maschine, der Todschläger verschlang Unmengen an Ampere ohne den Hauch einer Handwärmenden Funktion.

Kurzum, früher war doch nicht alles besser.

Mürtschenalp auf dem Kalttalkopf

am 23. Mai 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

oder, die Suche nach den verborgenen Uraniern

Es ist nun genau 7 Jahre und ein 3 Tag her als ein illustres Grüppchen sich auf die Suche nach den vergessenen Fahlerzgruben des Kalttals aufmachte. Damals mit dabei eine gute Bergbauforschungsfreundin die uns leider viel zu früh des Lebens verliess. Ihr, genannte Gina, will ich diese Fortsetzungsgeschichte widmen. Ich weiss sie hätte gern dies Geheimnis geklärt gewusst, nun, die Uranier offenbarten sich uns.

Aber erstmals der Reihe folgend,

Es gibt’s eine grössere Gruppe Kupfererzbergwerke ob dem Murgtal, im südlichem Berghang der Mürtschenalp gelegen. Bekannt, respektive Literarisch überliefert, sind diese Fahlerzvorkommen seit dem frühen 16. Jahrhundert.  Immer wieder versuchten tapfere Männer den dortig herrschenden Gebirgsgewalten zu trotzen und die „mürtschen“ Felsen ob der Kuhalp zu bezwingen. Zwei Herren sind in aller Munde, Heinrich Julius Tröger, späterer Bergbaupionier auf Seemühle,  und dessen Vorgänger Betriebsleiter Emil Stoehr. Zweiterer beschenkte die Bergbau-interessierte Nachwelt mit reichlich Dokumentation.

Karte Emil Stöhr Mürtschenalp

Die östlichste Fahlerzgrube liegt im Kalttal auf 1520 müm nahe des Kalttalkopfs. Auf dem Kartenausschnitt von Emil Stoehr 1864 ist der Stollen rot hervorgehoben.

Nach Emil Stoehrs Bergmännischer Tätigkeit auf Mürtschenalp schien sich lange niemand mehr für diese, eher kleine Grube zu interessieren. Die nachfolgende Ausbeutung, durch Gustav Weinmann, um 1916, beschränkte sich auf die zwei westlichen, grossen Bergwerken, Hauptgrube und Erzbett.

Ein gefundener radioaktiver Klumpen auf der Halde der Kalttalgrube wie auch der Traum einer unabhängigen Atomnation, entflammte, um die Jahre 1958, wieder  hochgesteckte Bergbauziele.

Gonzen-Bergleute öffneten, mehr oder minder erfolgreich, in den Jahren zwischen 1958 und 1968, mit Unterbrüchen,  den alten Stollen des Kalttals. Das Interesse fokussierte sich auf die Entdeckung eines Uranvorkommens.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Nachdem der, aus der Emil Stoehr-Ära stammende Zugangsstollen, wenige Meter nach Tag immer wieder einstürzte. Beschlossen die Bergleute, mittels westlich gelegenem Querschlag, die Hauptgrube anzufahren. Dies Vorhaben gelang am 8. August 1967. Die Grube war nun offen und musste einzig von der Verbruchmasse befreit werden, was so in etwa einen Monat beanspruchte. Die letzte grössere Vortriebsunternehmung die, auf der Suche nach begehrtem Uran,  noch getätigt wurde, war ein Seitenstich von rund 10 Meter Länge nahe der Stollenbrust. Das grosse Uranvorkommen blieb indes aus doch einige aktive Hotspots konnten bereits damals ermittelt werden.  Die Radioaktivität ist, gemäss Abschlussbericht, auf eine lokale Uran-Imprägnierung des Fahlerzes zurückzuführen.

Im Jahre 1968 versperrten die Gonzenmänner den Hauptquerschlag mit Baumstämmen und Aufschüttmaterial.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Die Seilbahn, im Bild das noch verbliebene Zugsseil, und alle weiteren Installationen wurden demontiert und die Anlage aufgegeben. Die Minen im Kalttal blieben interessante Forschungsstätte für ganz wenige die dies kleine Geheimnis kannten.

Wir, diesmal in etwas kleinerer Zusammensetzung, suchten nun dies Uraniumgeheimnis  mittels Geigerzähler aufzuspüren. Wie immer, die Schönheit, dieser Wanderung liess keine Zweifel offen, dies Flecklein ist eines der schönsten mir bis anhin bekannten. Klar, nur schon landschaftlich loht der etwas holprige Aufstieg.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Auf der mächtigen Halde stehend, machte sich auch diesmal wieder die Frage nach dem Zwecke des mittig befindlichen Schachtes, breit. Mein Begleiter Matti wagte den Einstieg und knackte dies Geheimnis. Der Einstieg führt in eine der zahlreichen Spalten die fürs Gebiet bekannt und berüchtigt sind. Es bleiben keine Zweifel, die Halde wurde teils grossflächig umgegraben. Der Spalt ist teils aufgefüllt, teils abgedeckt. Die darin befindlichen quer liegenden Hölzern könnten zufällig in der Grube gelandet sein sie könnten aber auch zu einer Art Abstützung gehört haben. Es ist durchaus möglich das schon damals tief in der Spalte noch Uranhaltigem Haldenmaterial gesucht wurde.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Auf der Halde liegen reichlich Fahlerze herum. Manche dieser Fahlerze sind Strahlungsaktiv aber auch manche andere, mir nicht wirklich bekannte Mineralien, sind nicht minder verschlafen. Werte bis zu 150 Counts per Sekunde sind Spitzenreiter.

Aber, unser Interesse galt, wie könnts auch anders sein, den Untertagebauten.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Der alte Stollen aus der Emil Stoehr Epoche, ca 1866, ist, wie wir wissen, bald nach rund 10 Meter Tag verbrochen. Es ist denkbar das dieser Eingang ursprünglich eine kleine Höhle war in dessen Ende ein Fahlerzausbiss beobachtet wurde. Der Standort des Stollens nahe des Felsabhangs ist alles andere als optimal gewählt und die Decke am Einbruchort drückt unaufhaltsam Richtung Boden.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Der neue 1958er Querschlag indes scheint gut gewählt und grosszügig konzipiert. Der Mundlocheinschnitt, für die Hunte, führt auf die alte Halde. Das Mundloch selbst ist mit einer rund 3 Meter hohen Schuttwand versperrt. Mein Fotostandort ist auf der Schuttwandsperre.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Der Eingang zwischen Schuttwandsperre und gewachsenem Fels ist immer noch recht eng und vertikal nach unten führend.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Doch im Hauptquerschlag wird’s bald mal kuschlig weit.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Beim Zusammentreffen auf der alten Hauptstrecke kann noch ein beträchtlicher Stollenabschnitt in Tagrichtung befahren werden ehe die bekannte, von aussen her bereits beobachtete, Verbruchstelle auftaucht.

Schöne Versatzwände gestützt von, noch erhaltener Holzzimmerung säumen die alte Emil Stoehr-Hauptstrecke, dies seit gut und gerne 150 Jahren.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Die Gegenseite, der neu aufgewältigte Teil, sieht da doch deutlich ramponierter aus.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Durstige Bergwerksbesucher scheinen hin und wieder Lust auf ein kühles Bier zu verspüren. Abgesehen von der Bierdose liegen reichlich verstreut Einmalblitzlampen auf dem Stollenboden. Die Lampen könnten aus der Untersuchungszeit oder knapp später stammen. Solch Blitzleuchten waren noch bis in die 1980er weit verbreitet.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Zwei markante Hochstösse, aber nicht über 4 Meter, öffnen ein, nicht restlos ausgeräumtes Erzlager. Entgegen bekannten Schriften, erscheint mir diese Grube unter den mir bekannten, Erzbett und Hauptgrube, eher bescheidener Ausbeute. Der Erzgang, manchmal die Erzgänge, sind minimal, selten über 2 cm mächtig. Der Stollen war, zu Emil Stoehrs Zeiten, etwa 120 Meter lang ohne grosse Abbaukammern. Aktuell endet der Stollen knapp vor Stollenbrust und knapp vor dem neueren Seitenstoss bei einem Versturz.

Die markante Radioaktivität indes könnten auch wir im Stollen an Minimum einer Stelle  eindeutig eruieren.

Grube Kalttal Mürtschenalp

Namentlich findet sich diese, in bis zu 250 Counts per Sekunde, an der Stollenwand Ost kurz vor dem grösserem Hochstoss.

Grube Kalttal Mütschenalp

Plan gross machen, Plan anklicken

Im Plan welcher die Gonzenverantwortlichen erarbeiteten sind meine aktuellen Eintragungen der Befahrung vom 21.5.2020 vermerkt. Rot sind die unpassierbaren Einstürze vermerkt und hellgrün dargestellt die maximal gemessene Strahlung mit Standort.

Weder Kupfer noch Uran zeigen sich, soweit ich dies beurteilen kann, in Abbauwürdiger Mächtigkeit. Der gleiche Schluss werden die Bergleute anno 1968 gezogen haben. Bereits zu Stoehrs Zeiten waren die Gruben eher eine Geldvernichtungsmaschine doch der Glaube an grosse Schätze versetzte bekanntlich recht viel Berge.

Ein letzter kommerzieller Versuch unternahm Gustav Weinmann während des 1. Weltkriegs auf Erzbett und Hauptgrube. Die Grube Kalttal indes blieb kalt bis zum geglaubten Uransegen welcher definitiv ausblieb.

Vorbeiträge zum Thema
Mürtschenalp noch mehr Erleuchtung
Hauptgrube Mürtschenalp
Kupfergrube Erzbett Mürtschenalp
Uranier und sonstwie Hochdekorierte
Kupfer und Silberbergwerk Mürtschenalp
Mürtschenalp, eine Wanderung
Die Bilderseite: Mürtschenalp

Grube Horn, es werde Licht

am 12. Mai 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Nochmals eine kleine, reich bebilderte Grube Horn Geschichte weils so einzigartig ist.

Das Kohlebergwerk Horn ob Kandergrund verfügte, damalig um die 1940er, über eine engmaschige Beleuchtung die den Bergleuten regelrechte Erleuchtung bescherte. Wie es funktionierte war neulich Gegenstand meiner Neugierde.

Grube Horn

Ein nicht allzu aktueller Plan wie auch verschiedene noch herumliegende Artefakte lassen heute einige Rückschlüsse über Installationen und Funktion zu.

Grube Horn Plan

Auf den beschriebenen Plan sind in rot und blauem Farbstift diverse Eintragungen, die auf Kabeltypen hinweisen, vermerkt.

Die Eintragung in Rot“4 x16″ lässt auf den Kabelquerschnitt schliessen und auch die unterhalb vermerkte Notiz „Motorenkabel“ erscheint einleuchtend. Die rote Linie folgt weite einem für Mai 1945 durchaus plausiblem Stollenverlauf. Und schliesslich lässt die Texteintragung „10 AL“ auf das Illuminationskabel schliessen.  Mittig Plan erscheint die Zahl 58L was 58 Lampen bedeuten könnte wenn doch, rein Rechnerisch, 58 Lampen, die gefundenen Überbleibsel, sichtlich überfordern täten.

Aber erstmals der Reihe nach.

Schnell wird klar, an der gemauerten Wand der Fahrzeugwerkstatt stand einst die auf Eternitplatten gebaute Niederspannungshauptverteilung der Grube.

Grube Horn NSHV

Die noch vorhandenen Kabelschwänze wie auch das noch verbleibende Sicherungselement lassen solch Schluss zu.

Grube Horn

Die demontierte NSHV liegt, nicht weit des ursprünglichen Standortes, zerschlagen am Boden. Zwei Stahlgeflechtummantelte Kabel führen in Tagrichtung Bremsberg 1 was grundsätzlich so sein sollte.

Grube Horn

Unter der eingekrachten Holzzimmerung sind beide Kabel, eines sicher 4 x 16 Quadrat, weiter verfolgbar.

Die Kabel sind, so wies aussieht, einerseits Zuleitung für die zahlreichen Bremsbergmotorwinden anderseits die Zuleitung für Licht und weiteren Firlefanz. Die Motoren waren wahrscheinlich 3 x 500 Volt gespiessen während die restlichen Anlagen übliches 380/220 Volt Netz benötigten.

Grube Horn

Ein Überbleibsel auf dem Hauptverteilungshaufen klärt weitere Illuminati-Geheimnisse. Namentlich war die Beleuchtung auf ungefährliche Kleinspannung 36 Volt ausgelegt was die mehr oder minder offenen Anschlusspunkte der Lampen erklärt. Die Spannung 220 Volt transformierte eine graue Blechbuchse auf  handzahme 36 Volt / 56 Ampere herunter.

Grube Horn

Die lustige Abzweigklemme auf dem Pressluftrohr ist die Kleinspannungsübergabestelle hinter der ehemaligen Hauptverteilung. Über die weiteren Stollenverläufe spannen sich die 2 10 Quadrat-Aluminiumdrähte. Linker Abgang führt in Tagrichtung zu Bremsberg 1 und in die weiteren Stellen, rechter Abgang speisst die Lampen in den Abbaustrecken des Mittelfelds.

Grube Horn

Am Abgang gegenüber liegt eine der wenigen mit Schalter ausgestatteten Beleuchtungen. Hier Konkret das Sprengstofflager.

Grube Horn

Die Beleuchtungsleitung und die Lampen sind oft auf der dicken Hauptpressluftzuleitung aufmontiert.

Grube Horn

Teils sind die Lampen auf mobilen Holzbrettern aufgeschraubt.

Grube Horn

Hin und wieder, wo dicke Pressluftrohre fehlen und verschiedene Strecken zusammentreffen, ist das Kabelchaos nicht zu verfehlen.

Grube Horn

Manchmal sind rote Glühlampen in den Fassungen eingeschraubt. Der Gedanke das diese im Bild mittels Schalter separat schaltbar wäre, ist falsch. Die Büchse auf der rechten Bildseite ist eine Kleinspannungssteckdose. Es liegt irgendwo, in einer Abwurfstrecke, eine steckbare  Handlampe die mal, in naher Vergangenheit, irgendwer als Kletterseil umfunktionierte. Diese Hand-Leuchte wird in solch Steckdose passen.

Grube Horn

Rote Glühlampen treffe ich immer wieder an. Hauptsächlich stecken diese bei Maschinen zu. Im Bild die noch hängende Leuchte bei der Seilwinde des letzten Bremsbergs. Rote Lampen sollen die übersichtliche Sicht in der Dunkelheit vereinfachen wie mich ein Facebookfreund zu belehren wusste. Tatsächlich sind die roten Birnen oft bei komplex zu bedienenden Gerätschaften, wie eben genannt, etwa den Seilwinden.

Die ablesbare Leistung der Glühleuchten liegt bei 40 Watt. Bei 36 Volt und 56 Ampere sind 2016 Watt Anschlussleistung möglich, folglich können mit dieser Trafobüchse, 50 Lampen erleuchtet werden.

Grube Horn ist nicht unterzukriegen

am 12. Mai 2020 unter Steinerne Unterwelten abgelegt

Bei der letzten Befahrung blieben etliche Zweifel über die erkundete Route. Mein heute aktueller Wissenstand basiert nun korrigierend auf eine Betriebszeit des Bergwerks bis in die Anfänge der 1950er.  Im Vorgängerartikel „Der letzten Tage der Grube Horn“ lang ich mit dem Jahre 1947 folglich falsch. Dieser Tatsache folgend dürften wir nicht im besitze aktueller Pläne sein ergo drängte sich eine Zweitbefahrung mit Begleitschnellvermessung durchwegs auf.

Gesagt getan am Tage 8.5.2020 bei herrlichem Sonnenschein und kühlendem Stollensystem.

Die überaus beschwerliche Schnellvermessung starteten wir ab Haupt-Mundloch Bremsberg 1 in Richtung befahrbare Route.

Grube Horn Grundstrecke 1648

Weils so schön war, kleiner Fotohalt, Blick zurück nach Ausweichgleis darf nicht fehlen.

Aber unser Hauptinteresse galt immer noch den unbekannten Zonen die mit etwas Glück und Sportsgeist erreichbar sein könnten.

Die Region um Schacht III galt lange als vielversprechender Zugang in die nächsthöheren Sohlen doch leider blieb der eigentliche  Schacht randvoll mit Schutt.

Grube Horn

Einzig der dazwischen geschaltete Abwurfschacht mit ins Luftleere führender Schiene ist noch heute offen. Das Gegenende der Schiene führt in den, bis oben aufgefüllten Schachtbau also definitiv kein durchkommen.

Was jedoch nie irgendwie einleuchtend erschien, war der Verbleib des, oft beschriebenen, Krutzistollens. Der Krutzistollen sollte so nach bekannten Plänen bald nach Bremsberg 1 Ende rechtwinklig anknüpfen. Dieser Krutzi blieb lange verschollen wär nicht ein unscheinbarer Abbau gewesen welcher uns, über etliche Umwege, auf Sohle 1659 führte.

Grube Horn Strecke 1659

Die Sohle 1659, als einzige mit Wassergraben ausgestattet führt auf und ab über gefühlte Hunderttausend Verbruchstellen.

Grube Horn Strecke 1659

Eher holprig wenn nicht brüchig knüpf diese höchstgelegene Sohle an die Tages-Strecke 1652. Wenn doch Tag, in dieser äusserst abenteuerlichen Zone,  lange nicht wieder auftauchen sollte.

Grundstrecke 1652 respektive Grundstrecke 1659 schien in weiter Vergangenheit begehrter Treffpunkt durstiger Bergleute. Alleweil liegen einige gut gereifte Gurtnenbiere in den seitlichen Abbaunischen.

Grube Horn Strecke 1659

Also, kleine Lichtspielerei unterwegs.

Aber, noch immer liegt der Krutzi in weiter Ferne. Übrigens, bis anhin waren wir beide, mein Begleiter und ich, überzeugt dass die besuchten Stollen dem Nordwerk angehörten und wir bei jedem weiteren Meter uns von Tag distanzierten.

Weit gefehlt, in tat und Wahrheit waren wir im Mittelfeld zunehmend in Tagesnähe.

Und in dieser Tagesnähe öffnet eine Mini-Abbaustrecke die uns Seitwärts in durch den Krutzi-Türstockausbau führt.

Grube Horn Krutzistollen

In der Krutzistrecke steht noch heute unbekümmert aller Zeit still. Gerätschaften gesamter Bergbau-Funktionalitäten stehen herum in aller Ecken. Im Bild die Krutzistecke in Richtung Südfeld kurz vor Beginn des Hauptbremsbergs.

Grube Horn Gesenkhund Krutzistollen

Wie sichs gehört für den ellenlangen Bremsberg gibt’s ein Spezial-Hund mit schief gesetzter Mulde. Noch heute liegen in der Hund-Mulde zwei richtig grosse Kohlebrocken.

Grube Horn Krutzistollen

Der Krutzistollen Tagseitig, knapp vor Mundloch, endet ein einem wüsten Verbruch.

Grube Horn Krutzistollen

Die Gegenseite, Blick in den Stollen hinein, sieht nicht minder desolat aus. Im Bild die Ansicht am 5.6.2011.

Was in der Aussenansicht verschollen bleibt sind die dicken Drahtseite die zweifelsohne aus dem Berg herausführten. Wahrscheinlich hielten diese Drahtseile einst eine Abwurfbrücke zusammen wie auf dem historischen Hund-Bild im Vorbeitrag Der letzten Tage der Grube Horn zu erkennen ist.

Kurzum, dank der Schnellvermessung und der anschliessenden Georeferenzierung des Plans ist unsere Route nun nachvollziehbar. Heut ist auch klar, die Bergleute versetzten etliche Stollenkilometer. 

Grube Horn

Plan gross machen, Plan anklicken

Der Krutzistollen als Hauptwerk ist in beide Haupt-Richtungen  versetzt oder verstürzt. Die gesamte Zone Nord ist versetzt und die Bergtiefe Mittelzone scheint auch versetzt zu sein.

Die roten Linien entsprechen unserer Schnellvermessung. Leider nicht gänzlich magnetisch objektiv, das Bergwerk ist vollgestellt mit schwerem Eisen, zeichnet die Schnellvermessung ein plausibles Bild der Untertageerweiterungen nach 1947 ab. Insbesondere die direkte Anbindung ans Mittelfeld dürfte, im Sinne einer Transportvereinfachung, den Krutzistollen ums 1947 ersetzt haben. Aktuell ist die Mittelfeldanbindung kurz vor Schacht II versetzt. Die nachweislich letzte verwendete Strecke führte kurz vor dem Versatzblock scharf rechtwinklig  in die Tagesnahen Mittelfeldregionen.

Die roten Linen, gelben Strecken und grünen Strecken sind nun bekannt. Der Grossteil weiterer Strecken sind entweder versetzt oder verstürzt.

Letzter Beitrag Der letzten Tage der Grube Horn

Die Drittgeschichte aus 2011 Kohlebergwerk Horn, es war einmal
Die Zweitgeschichte, die Anschlussgeschichte Kohlebergwerk Horn
Die Erstgeschichte mit schönen Bildern, Kandergrunder Kohle

Die Welt, alles nur hochtoxische Virologen

am 03. Mai 2020 unter Betrachtungen, Grungisches, Politischer Grunk, Stadtindianer, Ultimatives Bla abgelegt

Wer deren Tage die Sozialen Medien öffnet wird alles andere als Soziales erkennen. Es gibt im Facebook die Umschreibung „Freundesliste“ doch ob sich in diesem Verzeichnis wirklich, mir nur wohlgesonnene Personen finden, stell ich hier mal ganz gehörig in Zweifel.

Wer manch Kommentare, all jener Pseudovirologen, liesst und sich deren Sprache zwei mal durchs Geistesgemüte zieht dem wird kurz über lang richtig Angst und Bange. Gehässig ist der Ton und wenn du wagst ein Funken möglicher Äusserung zur gegenwärtigen Lage zu artikulieren oder scheu dein glitzekleiner ziviler Ungehorsam anzudeuten ist der beschämende Fingerzeig allgegenwärtig. Baldig schmettert dir, eine Horde wild gewordener Möchtegernvirologen, allerlei Drohungen und Horrorszenarien in die Kommentarspalten.

Ich erinnere mich deren Tage oft an meine Gefechtsausbildung, an Überlebenstraining und an gesammelte Negativerfahrungen im Umgang mit Mitmenschen. Was wäre wenn diese Krise wirklich ausartet täte. Würd ich da noch, mit meinen 55ern, eine  halbwegs reale Chance haben um mein Leben einigermassen frei gestalten zu können. Wenn ich die Orte, welche alle guten Geister längst aufgaben, aufsuche, stell ich mir die Frage des Überlebens weit fern der Zivilisation.

Die Zivilisation ist momentan, mein Empfinden, gewaltig Angst einflössend und die Vermeidung einer Ansteckung könnt regelrecht zum blutigen Überlebenskampf ausufern.

Covid 19 kann unbestritten immensen menschlichen Schaden anrichten doch dass, wahrscheinlich nie endende Massnahmen-hin-und-her wird den viel grösseren menschlichen Schaden anrichten dessen bin ich überzeugt.

Nun, wir sind soziale Wesen, ob diese Tatsache Bestand haben wird, stell ich aktuell doch eher in Frage.

Letzter Tage heimischer Autobahnraststätten

am 23. April 2020 unter Stadtindianer, Vergangenes abgelegt

Einst waren besagte Autobahnraststätten Ort des mittelständischen Fine-Dining, ist schon lange her. Tief im meiner Kindheit gibt’s noch wage verwurzelt solch Erinnerungen.

Heute sind einige wenige Tummelfeld sprayender Urban-Exer. Genannt etwa Objekt einschlägiger Foren die Raststätte Walensee die dessen Name aller Ehre tut.

Raststätte Walensee

Bekanntlich bin ich neugierig und selten mach ich dass was andere auch machen. Zweiteres geschah an  Ostern und so will ich der Vollständigkeitshalber auch mich, mit einer mässigen Bilderausbeute, in Szene setzten.

Raststätte Walensee

Rote Farbe ist Geil, das Beste in der Gaststätte ist zweifelsohne der rote Drache.

Raststätte Walensee

Originalfundus aus oberäzender Populärskunst.

Raststätte Walensee

Buffetanlage die an Autobahnraststätten erinnert.

Raststätte Walensee

Mitarbeiterküchenchaos im Hotelgeschoss.

Raststätte Walensee

Und es solle immer wieder welche geben die mit Garantie den leeren Hotelsafe knacken.

Kurzum, es gibt auch ästhetisch anmächliche Zivilisationsruinen, siehe meine Urbexseite